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Alt 18.10.11, 10:00   #91
rotwang
 
Beiträge: n/a
Die Wahl+Partner GmbH ist in Insolvenz gegangen, wegen der Inkompetenz von Hartmut Wahl. Zu teurer Vertrieb, zu teure Finanzierung, zu teurer Bau. Mit der Nachfrage nach den Wohnungen hat das nichts zu tun. Wahl+Partner Wohnungen sind heute zu 99% zu den höchsten Mieten in der Stadt vermietet. Andere machen es besser und haben Erfolg und vor allen, sie tun damit etwas wertvolles für die Stadtentwicklung.
Andererseits kann man sagen, das gerade die angesprochenen Unternehmen auf Kosten der Stadt und deren Anleger gewirtschaftet haben. Es wurde sinnlos Wohnraum in Plattenbauten geschaffen, der hätte ob der demografischen Entwicklung reduziert werden können um die alten urbanen Viertel zu stärken und diese Richtung Innenstadt zu entwickeln. Die angesprochenen Unternehmen haben ihren Anlegern wirklich einen Bären aufgebunden. Die Lagen und die Plattenbaugebäude werden in der Konkurrenz zu den Altbauquartieren verlieren. Das ist eine Erfahrung, die andere Städte schon gemacht haben.
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Alt 18.10.11, 16:01   #92
Klarenbach
Goldenes Mitglied

 
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Beiträge: 1.252
Klarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz sein
Diesen und fortfolgende Beiträge aus dem Thread "Laufende und geplante Projekte" hierhin verchoben. C.

Welchen vernünftigen Grund gibt es, altersgerechte, gut sanierte Plattenbauten, die wenig Energie verbrauchen und dadurch einen Beitrag zur CO2 - Einsparung leisten, abzureißen, damit Gründerzeithäuser erhalten werden können, die viel mehr Energie verbrauchen und oft nicht einmal einen Aufzug besitzen? Welchen vernünftigen Grund sollte es für solch eine sozial und ökologisch widersinnige Maßnahme geben? Soll wirklich ein höherer Energieverbrauch in Kauf genommen werden, nur weil ein paar Gründerzeitfans den Stadtumbau durch die ideologische Brille betrachten?

Lesenswert ist übrigens auch die Stellungnahme des Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden zum Abriss von Altbauten, das in die gleiche Kerbe wie die Studie des IWH haut. Dort werden Altbauten aufgrund ihrer hohen Energieverbräuche als "Erblast für kommende Generationen" bezeichnet.

http://idw-online.de/pages/de/news245846

Sind die Wissenschaftler alles Dummköpfe? Also ich denke schon, dass man solche Argumente Ernst nehmen sollte.

Und was das Vermietungsargument angeht: Die sanierten Blöcke der WG Einheit im Heckertgebiet sind alle voll vermietet. Leerstand gibt es in einigen Blöcken der GGG, und wenn man dann recherchiert, warum es dort Leerstand gibt, dann erfährt man schnell, dass diese Häuser überhaupt nicht mehr vermietet werden. Häufig wurden auch gut belegte Wohnblöcke gegen den erbitterterten Widerstand der Mieter leer gezogen. Von einer mangelnden Beliebtheit der Plattenbauten kann überhaupt keine Rede sein. Von den Erfahrungen in Berlin, wo die Plattenbausiedlungen massive Zuzüge verzeichnen, will ich garnicht erst anfangen.

Geändert von Klarenbach (18.10.11 um 17:15 Uhr)
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Alt 18.10.11, 18:43   #93
arnold
Wichtiges Mitglied

 
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Beiträge: 428
arnold wird schon bald berühmt werdenarnold wird schon bald berühmt werden
Nach über zweijährigem Mitlesen habe ich mich nun auch dazu entschlossen, hier anzumelden - eigentlich nur um Klaranbachs äußerst einseitige Nachrichten zu kommentieren, von denen ich anfangs noch dachte, es wäre eine seltsame Art von Ironie.....

Ich bin als Student der Geographie, in dem die Stadtplanung und Stadtentwicklung einen nicht unerheblichen Teil des Studiums darstellt, der Meinung, dass gerade das Image der Stadt einen weichen Standortfaktor sowohl für Wirtschaft, Wissenschaft & Institutionen als auch für die Bewohner darstellt, der nicht unterschätzt werden darf, und der definitv nicht über den Erhalt der Platten am Stadtrand und den Abriss innenstadtnaher Quartiere zu erreichen ist. Zukünftsträchtig sind die Plattenbauten nicht- da muss nicht diskutiert werden. Städte, die sich gegen die Platte entschieden haben und von außen nach innen schrumpfen, zeugen davon (Leipzig, Dresden, Rostock,... genießen definitiv ein besseres Image als Chemnitz, Halle oder Hoyerswerda). Berlin als Argument für den Erhalt der Platten zu nennen, erscheint mir hier ebenso fehl am Platz, ist die demographische Lage in der Hauptstadt eine andere und die Bauaktivität eine wesentlich Höhere, ohne dass die Plattenbauviertel angetastet werden müssen- sprich: es kann trotz vieler Neubauten gut vermarktet werden. Das mag zwar auch der Fall in Chemnitz sein, allerdings sprechen die Altersdurchschnitte der Plattenbaugebiete Bände. Zukunft sehe ich bei einem durchschnittlichen Alter von 55 Jahren und einer kaum vorhandenen Geburtenrate definitv keine- im Gegensatz zum Sonnenberg.

Auch das Argument des Energieverbrauchs, das dir offenbar unheimlich wichtig ist, sollte man differenziert betrachten. Was nützt eine energiesparende Wohnung 10 km vom Zentrum entfernt, wenn dann doch jeder Opi seine Omi ins eigene Auto schnallt, um in die Innenstadt zu fahren? Auch das: definitiv nicht Zukunftsfähig, gilt das Postulat des eigenen Autos im urbanen Raum doch mittlerweile schon als überholt! Die Platten am Rosenhof oder auf dem Sonnenberg sind davon auszunehmen - befinden diese sich noch in innenstädtischer Nähe, wodurch sie auch in Zukunft infrastrukturell gut eingebunden werden können.

Und noch eine Anmerkung: die ideologische Brille trägst wohl eher du

Grüße,
arnold
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Alt 18.10.11, 19:51   #94
rotwang
 
Beiträge: n/a
Mein lieber Klarenbach, die Welt dreht sich weiter. In meiner Generation (33) und bei den jüngeren wird die Wohnungssuche Plattenbauten außen vor lassen. Das ist eine Generation die im Job sehr gefordert ist und hohe Wochenarbeitszeiten hat, ggf. auch nur wenige Jahre in einer Stadt lebt. Die wollen es schön haben. Die werden ihr zuhause in den sanierten Gründerzeitvierteln suchen. Keiner, der auf sich hält, wird sich das Image von Hutholz oder Yorkgebiet anhaften, wenn er in einer toll sanierten Altbauwohnung leben kann. Die werden jetzt immer mehr saniert. Die Hausverwaltungen der Bauträger sind sehr pfiffig und motiviert, diese Wohnungen zu vermieten. Da haben Plattenbauwohnungen mit buche-Laminat und Aufputzleitungen, wie sie die GGG anbietet keine Chance. Zu mal diese Häuser mit ihren neuen vorgesetzten Kunstofffassaden mit den Jahren immer altmodischer aussehen werden, wo hingegen ein Gründerzeithaus seine optische Qualität immer behält und auch in Zukunft noch Mietinteressenten begeistern kann.
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Alt 19.10.11, 15:00   #95
Klarenbach
Goldenes Mitglied

 
Registriert seit: 18.11.2010
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Beiträge: 1.252
Klarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz sein
Noch ein par Bemerkungen zu den Argumenten von arnold und rotwang.

Erstens: Sind Städte, die über grosse Altbaubestände verfügen, wirtschaftlich erfolgreicher als Städte, die durch Plattenbauten geprägt sind? Für diese These gibt es meines Erachtens keine Belege. Wenn dem so wäre, dann müssten Städte mit viel historischer Bausubstanz, wie Görlitz, Zittau oder Altenburg, jedenfalls boomen, während Städte mit vielen Plattenbauten, wie Jena oder Rostock, in der Krise stecken müssten. Die Realität sieht anders aus. Eine internationale Betrachtung zeigt noch deutlicher, wie zweifelhaft diese These ist. Singapur zum Beispiel hat einen massiven Flächenabriss von Altbauten betrieben, mittlerweile besteht fast die gesamte Stadt aus Grosssiedlungen, gegen die das Heckertgebiet noch niedlich wirkt. Dennoch verzeichnet die Stadt einen anhaltenden Wirtschaftsboom. Ich denke daher, dass es keinen Zusammenhang zwischen der historischen Bausubstanz und dem wirtschaftlichen Erfolg einer Stadt gibt. Übrigens: Halle und Chemnitz haben viel mehr Plattenbauten abgerissen als Rostock, daher ist die Aussage, dass Halle und Chemnitz auf den Plattenbau gesetzt hätten, während Rostock auf den Altbau gesetzt hätte, falsch.

Zweitens: Führen Grosssiedlungen zu einer Zunahme des Autoverkehrs? Auch diesen Zusammenhang sehe ich nicht. Das Heckertgebiet ist ja keine Wüste ohne Infrastruktur, hier gibt es Ärztehäuser, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Kindergärten, eine Schwimmhalle etc. etc. Der Opi aus dem Heckertgebiet muss also nicht ständig mit dem Auto in die Innenstadt fahren. Und wenn er dann wirklich mal in die Innenstadt will, dann gibt es gute Strassenbahnverbindungen, die ihn binnen 15 Minuten in die Innenstadt bringen.

Zuletzt noch zu den Wohnwünschen der Dreissigjährigen: Ich kenne keine Studie, die belegt, dass Leute um die Dreissig nicht in Plattenbauten ziehen, ich kenne nur Beispiele, die diese These widerlegen. In Jena etwa hatte man lange Zeit angenommen, dass junge Leute nicht in den Plattenbau ziehen wollen, daher hatte man auch in Jena von 2002 bis 2005 rund 900 Plattenbauwohnungen abgerissen. Heute zeigt sich: Junge Leute ziehen sehr wohl in Plattenbauten. Selbst Studenten aus den alten Bundesländern haben keine Hemmungen, in die Plattenbauten zu ziehen. Mittlerweile werden die Abrisse bitter bereut. Ähnliche Erfahrungen gibt es in Berlin, Potsdam, Greifswald und Halle. Und auch in Chemnitz lohnt sich ein Blick, wer so alles in Hutholz Süd wohnt. Das sind oft Leute um die 30.

Ich denke also, dass die Realität viel differenzierter ist, als manche Klischees nahelegen. Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass jetzt alle Plattenbauten zukunftsfähig und alle Altbauten unattraktiv wären. Man muss nur jeden Fall differenziert betrachten. Und da kann es durchaus sein, dass Plattenbauten in unattraktiven Lagen, wie z.B. an der Leipziger Strasse, keine Mieter mehr finden, während ruhig gelegene Plattenbauten mit Fernsicht, wie in Hutholz Süd, gut vermietet sind. Genau so ist es mit den Altbauten. Ideologische Gefechte Altbau gegen Plattenbau sind daher völlig kontraproduktiv.

Geändert von Klarenbach (19.10.11 um 15:56 Uhr)
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Alt 19.10.11, 15:29   #96
rotwang
 
Beiträge: n/a
Meine These beruht nicht auf Klischees sondern auf jahrelange persönliche Erfahrung ob beruflich oder im Rahmen meines Engagements. Die von Dir beschriebenen Stadtmodelle hatten schon nach 45 in Deutschland keine Chance. Zumindest im freien Teil. Grund: Die Leute wollten das nicht. Pläne dafür gab es. Für mich ist hier jetzt aber Schluss. Ich werde nicht mehr auf eine Argumentation eingehen, die sagt ersetzt aus wirtschaftlichen Gründen Altbau durch Plattenbau.
Eigentlich ist das was Du schreibst ziemlich traurig. Leider haben aber viele Verantwortliche in der Stadt Chemnitz ob in der Politik oder bei den Wohnungsgesellschaften genau diese Sicht der Dinge. Glücklicherweise gehen die aber bald in den Ruhestand.
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Alt 19.10.11, 16:41   #97
John28
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.... zufällig gehöre ich und viele Bekannte und Kollegen von mir zum Kreis der 30jährigen. Nicht einer hat in den vergangen Jahren eine Platte gesucht bzw. bezogen hat. Ausnahmslos wohnen diese jungen Menschen in zentrumsnahen Gründerbauten!!!
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Alt 19.10.11, 18:43   #98
Untermieter
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Argumentationstiefe

Meiner Meinung nach hatten wir hier schon einmal eine tiefgründigere Debatte zu diesem Thema als in der in den letzten Beiträgen vorliegenden Form und es hilft auch überhaupt nichts, die Augen vor unbequemen aber argumentativ unterfütterten Beiträgen wie denen von Klarenbach mit dem Hinweis auf eigene Erfahrungen zu verschließen (@rotwang). Eigene Erfahrungen bilden nunmal immer nur eine Teilmenge der möglichen Meinungen/Ansichten/Erfahrungen ab.

Über Geschmack und ästhetisches Empfinden lässt sich immer -und ergebnislos- diskutieren und wir haben auch schon umfangreiche Argumente für und wider Plattenbau- und Gründerzeitviertel besprochen. Insofern lässt sich darauf basierend auch mitnichten urteilen, die Plattenbaugebiete hätten keinerlei Zukunft (@arnold). Hier sehe ich das Argument der demographiebedingten "Lösung" des Problems wesentlich zugkräftiger, wenngleich nicht absolut überzeugend. Die aktuellen Leerstandszahlen sprechen in Chemnitz eine andere Sprache, die Stadtteilmigration in Städten wie Dresden und Jena weisen gleichfalls in andere Richtungen, wenngleich sich dort natrl. der Wohnungsmarkt auch prinzipiell anders darstellt. Der wachsende Anteil von jungen Studenten in Plattenbaugebieten wie Gorbitz oder Lobeda verweist aber zumindest die Absolutheit der Ablehnung ins Reich der Fabeln. Ich möchte an der Stelle noch hinzufügen, dass die rückgebauten Plattenbauten auf dem innenstadtnahen, unteren Sonnenberg (SWG, GGG) ebenso stark nachgefragt sind, wie rückgebaute Pilotprojekte wie jenes an der "Grünen Galerie" mitten in Halle-Neustadt. Die Kräutersiedlung in DD-Gorbitz muss man nicht mehr erwähnen. Mit die höchsten Mieten erzielt man in Halle übrigens mit (allerdings eben nicht in den Plattenbaugebieten angesiedelten) topsanierten, innerstädtischen Plattenbauten. Maisonetten, clevere Balkon- und Dachterassenlösungen, sinnvoll geschnittene Wohnungen - also eine pauschale absolute Ablehnungen der Platte kann genauso wenig richtig sein wie der Abriss von (vermeintlich) hoffnungslosen, ruinösen Altbauten, für die es (privat) vielleicht doch Erhaltungslösungen geben kann.
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Alt 19.10.11, 20:19   #99
Saxonia
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Saxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz sein
Wie so oft geht in Klarenbachs Ausführungen das Thema des Städtebaus vollkommen unter. Es geht nicht nur darum günstige und Rendite produzierende Wohnbunker zu schaffen und zu erhalten. Dieser radikal ökonomischen Denkweise haben wir die Gesichtlosigkeit etlicher Stadtquartiere zu verdanken.
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Alt 19.10.11, 22:01   #100
lguenth1
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lguenth1 sorgt für eine nette Atmosphärelguenth1 sorgt für eine nette Atmosphärelguenth1 sorgt für eine nette Atmosphäre
@untermieter: Du wirst mir hoffentlich nachsehen, dass für mich "Argumente" à la "Jena ist wirtschaftlicher erfolgreicher als Altenburg, weil es in Jena mehr Plattenbauten gibt" keine Grundlage einer Diskussion sind...

P.S.: Es wäre wünschenswert, wenn ein Moderator die letzten Beiträge aus dem Projektthread verschieben könnte.
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Alt 20.10.11, 10:38   #101
Untermieter
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Beiträge: 70
Untermieter befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
falsche Zuordnung

@lguenth, natürlich nicht. Aber das "Argument" hat nicht Klarenbach sondern der User arnold in die Diskussion gebracht, nur eben in umgekehrter Richtung. Er wollte einen Zusammenhang zwischen der positiven Entwicklung von Städten wie Dresden und den dort (angeblich; trifft so überhaupt nicht zu) getroffenen Entscheidungen gegen die Platte konstruieren. Dieser nicht zutreffende Zusammenhang wurde von Klarenbach lediglich widerlegt.
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Alt 20.10.11, 11:47   #102
Phoenix
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Registriert seit: 15.07.2009
Ort: Leipzig
Beiträge: 96
Phoenix befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
Der wachsende Anteil von jungen Studenten in Plattenbaugebieten wie Gorbitz oder Lobeda verweist aber zumindest die Absolutheit der Ablehnung ins Reich der Fabeln
Aber das liegt meines Erachtens weniger an der Beliebtheit des Bautyps "Platte" an sich und auch nicht daran, dass der Stadtteil Jena-Lobeda als besonders lebenswert eingeschätzt wird, sondern vielmehr daran, dass in Jena insbesondere zu Semesterbeginn ein Wohnungsmangel vorzufinden ist.
Bevor dann die Leute wohnungslos auf der Straße stehen, greifen sie wohl oder über auf Plattenbauwohnungen zurück. Aussagen über die Wertschätzung des Bautyps Platte würde ich deswegen daraus nicht ableiten wollen.
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Alt 20.10.11, 12:56   #103
Hannes Kuhnert
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Hannes Kuhnert sitzt schon auf dem ersten Ast
Die Plattenbausiedlungen haben gegenüber anderen Stadtteilen noch einen Vorteil, der hier bisher noch nicht zur Sprache kam: Durch die mehr oder weniger indifferente Anordnung funktioniert die Struktur nach dem Abriss von Einzelgebäuden vom Prinzip her immernoch genau so gut oder schlecht wie vorher.

Bei Blockrandbebauung sieht das völlig anders aus. Sie geht durch Einzelabrisse kaputt.

Zitat:
Zitat von Klarenbach Beitrag anzeigen
Was mir bei den Debatten über Altbauabrisse fehlt, ist die gesamtstädtische Betrachtung.
Gesamtstädtische, Stadtviertel- und Einzelhaus-Betrachtung müssen logischerweise immer zusammenkommen (was aber nicht heißt, dass man alles immer explizit erläutern müsste).

Klarenbach meint aus ihrer/seiner Perspektive, die sie/er gesamtstädtisch nennt, dass die im Vergleich eher schlechte Lage an der Neefestraße besser aufgegeben werden sollte.

Ohne Übersetzung in die Stadtviertel-Ebene ist ein solcher Vorschlag substanzlos.

Im Nordwestbereich des Musikerviertels wurde schon eine ganze Menge saniert, aber es gibt auch einige unsanierte Gebäude, Lücken in Reihenbebauung und eine leerstehende Schule.

@Klarenbach: Also, wie sieht dein Vorschlag für diesen Bereich aus? Zwar hast du schon oft im Einzelhaus-Fall für Abriss plädiert, aber auf eine Frage danach, was aus dem näheren Umfeld werden könnte bzw. sollte, noch nie eine Antwort gegeben.

Zitat:
Zitat von Klarenbach Beitrag anzeigen
Eine grundsätzliche Veränderung dieser Situation ist nicht in Sicht. Ein Grund ist, dass die hohen Leerstände dort auftreten, wo es erhebliche Lageprobleme gibt, wie die Lage an einer lauten Hauptverkehrsstraße, Mangel an Grünflächen und Spielplätzen, Mangel an Parkplätzen, Verschattungsprobleme aufgrund einer hohen Verdichtung.

Zu diesen Lageproblemen kommen noch Probleme auf der Gebäudeebene. Etliche Häuser sind so verwahrlost, dass eine Sanierung über die zu erwartenden Mieten nicht refinanziert werden kann. Zudem ist es so, dass viele Altbauten selbst nach einer Sanierung noch Vermarktungsschwierigkeiten haben. Ein Grund ist das Fehlen von Aufzügen, die gerade angesichts der zunehmenden Zahl an Senioren immer wichtiger werden. Zudem gibt es viele Altbauten ohne große Balkone, die ebenfalls an Bedeutung gewinnen. Ein weiterer Grund ist, dass viele Altbauten auch nach einer Sanierung schlechte Energiewerte aufweisen. Oft können die Stuckfassaden nicht mit effizienten Wärmedämm-Verbundsystemen verkleidet werden, für weitere Probleme sorgen die hohen Räume. Folgerichtig verbrauchen auch sanierte Altbauten viel mehr Energie. Dieses Problem wird sich bei weiter steigenden Energiepreisen noch verschärfen.

Diese Probleme werden dafür sorgen, dass die Nachfrage nach Altbauwohnungen in Chemnitz bestenfalls stagnieren, wahrscheinlich aber zurückgehen wird.
Bemerkenswert: Klarenbach beschränkt ihre/seine Betrachtung nicht auf Fragen, bei denen der Plattenbau prinzipiell besser dasteht als der Gründerzeit-Altbau. Nein, sie/er nennt auch noch ein paar weitere Dinge, wo der Vergleich weniger klar ausfällt, und verzerrt sie in die passende Richtung.

Nach diesem Prinzip könnte ich auch einen totalen Plattenbau-Verriss schreiben, der mit der Frage enden würde: Warum eigentlich wohnt da überhaupt jemand?


Ein anderes Ding: Du argumentierst gerne mit Motto: Wenn xyz bereit sind, darein zu investieren, dann kann es nicht falsch sein. Dann müsstest du angesichts der Investitionsbereitschaft konsequenterweise unbedingt auch für den Erhalt der Neefestraße 83 eintreten.


Für die Neefestraße/Kappler Drehe schiene mir angesichts der mittlerweile eingetretenen Lage auf ihrer Nordseite eine andere Lösung als die 200X umgesetzte sinnvoller: Die Hauptverkehrsstraße könnte unter Aufgabe der restlichen nördlichen Bausubstanz 20–50 m weiter nördlich verlaufen. Hinterher ist man immer klüger.

Geändert von Hannes Kuhnert (20.10.11 um 12:58 Uhr) Grund: Zitierfehler
Hannes Kuhnert ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.10.11, 14:33   #104
Hannes Kuhnert
Wichtiges Mitglied

 
Registriert seit: 13.07.2009
Ort: Chemnitz
Beiträge: 507
Hannes Kuhnert sitzt schon auf dem ersten Ast
Zitat:
Zitat von Klarenbach Beitrag anzeigen
Welchen vernünftigen Grund gibt es, altersgerechte, gut sanierte Plattenbauten, die wenig Energie verbrauchen und dadurch einen Beitrag zur CO2 - Einsparung leisten,
„CO2-Einsparung“, so ein Schmarrn …

Zitat:
Zitat von Klarenbach Beitrag anzeigen
abzureißen, damit Gründerzeithäuser erhalten werden können, die viel mehr Energie verbrauchen und oft nicht einmal einen Aufzug besitzen? Welchen vernünftigen Grund sollte es für solch eine sozial und ökologisch widersinnige Maßnahme geben?
Nachfragegründe bzw. (dahinterliegend) kulturell-ästhetische sowie von Klarenbach unter den Tisch gekehrte soziale und funktionale Gründe

Zitat:
Zitat von Klarenbach Beitrag anzeigen
Soll wirklich ein höherer Energieverbrauch in Kauf genommen werden, nur weil ein paar Gründerzeitfans den Stadtumbau durch die ideologische Brille betrachten?
Diesen Beitrag merk ich mir. Bisher hat Klarenbach stets vorgegeben, sachlich zu argumentieren.


Zitat:
Zitat von Klarenbach Beitrag anzeigen
Lesenswert ist übrigens auch die Stellungnahme des Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden zum Abriss von Altbauten, das in die gleiche Kerbe wie die Studie des IWH haut. Dort werden Altbauten aufgrund ihrer hohen Energieverbräuche als "Erblast für kommende Generationen" bezeichnet.
Falls sie tatsächlich aufgrund der Darstellung der energetischen Situation diese Generalbewertung von Altbauten vornehmen, dann argumentieren sie nicht seriös.

Gut, dass ich mir die Pressemitteilung angesehen habe: Dort ist gar nicht die Rede davon, dass Altbauten eine „Erblast für kommende Generationen“ (EfkG) seien. Es heißt nur, dass hohe Nebenkosten und die energetisch schwierige Sanierung der Altbauten zu einer EfkG werden können.

Das ist eine ganz andere Aussage, so kann man es nachvollziehen.

Gleichwohl weist die Formulierung eine gewisse Schärfe auf, die auf den Auftraggeber der Untersuchung oder den Hintergrund des Instituts zurückzuführen sein mag. Analog kann man bspw. die Aussage treffen, dass der Mangel an Gestaltqualität beim Plattenbau eine EfkG sein könne.

Zitat:
Zitat von Klarenbach Beitrag anzeigen
Sind die Wissenschaftler alles Dummköpfe? Also ich denke schon, dass man solche Argumente Ernst nehmen sollte.
Das denke ich auch, man sollte es ernst nehmen als das, was es ist: Ein Aspekt in der Diskussion verschiedener Gebäudetypen.

Zitat:
Zitat von Klarenbach Beitrag anzeigen
Und was das Vermietungsargument angeht: Die sanierten Blöcke der WG Einheit im Heckertgebiet sind alle voll vermietet. Leerstand gibt es in einigen Blöcken der GGG, und wenn man dann recherchiert, warum es dort Leerstand gibt, dann erfährt man schnell, dass diese Häuser überhaupt nicht mehr vermietet werden. Häufig wurden auch gut belegte Wohnblöcke gegen den erbitterterten Widerstand der Mieter leer gezogen.
Ich weiß nicht, um welche konkreten Fälle es da geht, aber im Interesse einer langfristig brauchbaren Struktur kann es sehr sinnvoll sein, einen gut vermieten Block abzureißen und einer aktuell noch weniger beliebten Block zu erhalten.

Zitat:
Zitat von Klarenbach Beitrag anzeigen
Von einer mangelnden Beliebtheit der Plattenbauten kann überhaupt keine Rede sein.
Was soll der Maßstab für einen Mangel an Beliebtheit sein? Wenn man von der Vermietungsquote ausgeht, liegt auf der Hand, dass der Plattenbau derzeit im Großen und Ganzen ganz gut dasteht. Hat jemand gegenteiliges behauptet?
Hannes Kuhnert ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.10.11, 17:49   #105
rotwang
 
Beiträge: n/a
Übrigens wurden die Plattenbauten in Ostdeutschland in keiner funktionierenden Volkswirtschaft gebaut und die Wohnungsmiete war subventioniert und die konk. Altbaubestände waren vernachlässigt und deshalb nicht gefragt. In Westdeutschland war derart Bauen nur eine Randnotitz.
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