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Alt 10.11.11, 08:31   #121
LE Mon. hist.
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In der FP werden einige interessante Daten und Fakten über Chemnitz aus dem aktuellen Jahrbuch des Statistischen Landesamts vorgestellt:

Was Zahlen über Chemnitz verraten
Jahrbuch des Statistischen Landesamts enthält Unmenge von Daten über die Stadt
http://www.freiepresse.de/LOKALES/CH...kel7812282.php

137.000 Haushalte wurden im vergangenen Jahr gezählt. Die meisten waren Ein- (66.700 Haushalte/48,7 Prozent) und Zwei-Personen-Haushalte (48.600/ 35,5 Prozent). 21.700 Haushalte (15,8 Prozent) zählten drei und mehr Personen. Damit unterscheidet sich Chemnitz nur unwesentlich von den anderen sächsischen Großstädten und Landkreisen.

Das Stadtgebiet von Chemnitz ist 221 Quadratkilometer groß. Statistisch gesehen lebten somit im Vorjahr jeweils 1101 Einwohner_innen pro Quadratkilometer. Damit hatten die Chemnitzer deutlich mehr Platz als die Leipzigerinnen (297 Quadratkilometer Fläche und 1758 Einwohner je Quadratkilometer) und Dresdner (328/1593). Am geräumigsten lebten jedoch die Bewohner des Landkreises Nordsachsen nördlich von Leipzig (2020/102) - deutliches Ergebnis der aktuellen Entvölkerungstendenzen.

Im vergangenen Jahr wurden 2051 Kinder geboren, während zugleich 3170 Einwohner_innen verstarben. Mit 8,4 Babys je 1000 Einwohner_innen liegt die Stadt hinter Dresden (11,2) und Leipzig (10,4). Die wenigsten Geburten im Verhältnis zur Einwohnerzahl gab es im Vogtlandkreis mit 6,7. Wird die Zahl der Neugeborenen nur den Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren gegenübergestellt (die Statistiker nennen das allgemeine Fruchtbarkeitsziffer), gehören die Chemnitzerinnen allerdings mit 52,5 Geburten je 1000 Frauen zur Spitze im Freistaat. Nur die Dresdnerinnen (55,7) sind gebärfreudiger, die Leipzigerinnen bringen es lediglich auf 52,1.

10.461 Zuzüge verzeichnete Chemnitz im Vorjahr. Gleichzeitig zogen 9184 Einwohner_innen weg. In den meisten Fällen handelt es sich um Umzüge aus oder in die Nachbarlandkreise Mittelsachsen, Zwickau und Erzgebirgskreis.

2010 lernten 16.477 Schüler_innen an 82 Schulen. Die meisten von ihnen, nämlich 6624, besuchen die 46 Grundschulen. Die acht Gymnasien zählen 4095 und die 15 Mittelschulen 3792 Schüler. Hinzu kommen zwölf allgemeinbildende Förderschulen mit 1731 und die Freie Waldorfschule mit 235 Schülern.

144.300 Erwerbstätige waren 2009 (eine aktuellere Zahl enthält das Statistische Jahrbuch 2011 nicht) in Chemnitz registriert. 46.400 von ihnen arbeiteten im öffentlichen und privaten Dienstleistungsbereich, 35.400 auf dem Gebiet der Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleistungen, 32.200 in Handel, Gastgewerbe und Verkehr sowie 18.800 im produzierenden Gewerbe. Mit 937 Erwerbstätigen je 1000 Einwohner im Alter von 15 bis 64 Jahren hielt Chemnitz 2010 die Spitzenposition im Freistaat vor Dresden (893) und Leipzig (841).

Das verfügbare Jahreseinkommen jedes Chemnitzers und jeder Chemnitzerin betrug im Jahr 2009 16.641 Euro. Laut Statistischem Landesamt hält Chemnitz damit schon seit 2006 das höchste aller kreisfreien Städte und Landkreise im Freistaat. Das niedrigste Pro-Kopf-Einkommen wurde mit 15.003 Euro im Landkreis Görlitz festgestellt. Das sächsische Durchschnittseinkommen betrug 15.881 Euro im Jahr.

2561 Gewerbeanmeldungen wurden 2010 in Chemnitz verzeichnet. Das waren 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr, während die Zahl der Anmeldungen im sachsenweiten Durchschnitt um 1,1 Prozent abnahm. 2387 Gewerbeabmeldungen in Chemnitz waren 5 Prozent weniger als 2009.

151.707 Wohnungen gab es am 31. Dezember 2010 in Chemnitz, das waren 624 Wohnungen je 1000 Einwohner_innen. In Leipzig standen zum gleichen Zeitpunkt nur 604 und in Dresden 548 Wohnungen für je 1000 Einwohner_innen zur Verfügung.
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Alt 18.11.11, 17:53   #122
rotwang
 
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Kreise: Derzeit wird die Saxonia für den Saxoniabrunnen gegossen. Sponsor ist ein in Chemnitz ansässiges Unternehmen.
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Alt 18.11.11, 20:26   #123
Saxonia
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Wow, super Nachrichten. Konntest du auch in Erfahrung bringen ob nur die Hauptfigur oder auch die beiden Figuren am Sockel in Arbeit sind?
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Alt 18.11.11, 21:31   #124
rotwang
 
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Kreise: Nur die Saxonia.
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Alt 02.12.11, 18:34   #125
Klarenbach
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Gestern fand die Abschlussveranstaltung des Projekts "Konserviertes StadtQuartier" Chemnitz-Sonnenberg statt. Insgesamt war die Veranstaltung recht informativ, vor allem der Vortrag von Frank Feuerbach über die Schrumpfung in der amerikanischen Großstadt Akron hat interessante Informationen gebracht.

Allerdings stellt sich mir nach der Veranstaltung und der Besichtigung des "Konservierten Stadtquartiers" an der Zietenstraße die Frage nach dem Sinn des Projektes, das ja mit öffentlichen Fördergeldern subventioniert wird. Der Leiter des Stadtplanungsamtes, Börries Butenop, hat in seinem Vortrag die weiteren wohnungswirtschaftlichen Perspektiven von Chemnitz ausgeführt. Demnach gibt es in Chemnitz derzeit rund 15000 leere Altbauwohnungen, diese Zahl wird in den nächsten Jahren bis 2020 in etwa gleich bleiben, für die Zeit nach 2020 wird eine weitere Leerstandswelle erwartet.

Im Bereich Zietenstraße beträgt der Leerstand derzeit 55 Prozent, mit dem Projekt "Konserviertes Stadtquartier" soll dieser Leerstand reduziert werden. Zu diesem Zweck werden erhebliche öffentliche Fördermittel investiert, es gab diverse PR-Aktionen, wie eine Freiluftgalerie, eine Theaterfestival etc. etc., es gab Fördergelder für die Gebäudesanierung, Beratung für Investoren, einen "Hauskümmererer", der die Hauseigentümer zu Investitionen ermutigen soll etc. etc.

Das Problem ist nur, dass unter den Bedingungen eines stagnierenden oder schrumpfenden Wohnungsmarktes der Leerstandsabbau in einem Altbauquartier zwangsläufig mit einem Leerstandsanstieg in einem anderen Altbauquartier verbunden ist. Ein Leerstandsabbau im "Konservierten Stadtquartier" hätte zur Folge, dass ein anderes Quartier, das vielleicht auch mit öffentlichen Fördergeldern saniert worden ist, wieder dem Leerstand anheim fällt. Und was will man dann mit dem neuen Leerstand machen? Wird man wieder öffentliche Fördergelder ausgeben, um dann dort den Leerstand zu bekämpfen? Es ist wie mit der Tischdecke, die zu klein ist: Man kann sie von einer Seite zur anderen ziehen, ein Teil des Tisches wird trotzdem unbedeckt bleiben. Ich denke also, dass die öffentliche Förderung des "Konservierten Stadtquartiers" eine Verschwendung von Steuergeldern ist.

Auffällig ist zudem, dass rund 25 Prozent aller Wohnungen im "Konservierten StadtQuartier" der GGG gehören. Die GGG will diese Häuser allerdings nicht sanieren, sondern verkaufen. Offenbar ist selbst die GGG nicht von den Zukunftschancen dieses Quartiers überzeugt, denn sonst würde sie ihre Gebäude sanieren. Zudem kommt angesichts dieser Lage ein Verdacht auf: Nach meinem Eindruck dient das ganze Projekt vor allem dazu, den Kaufpreis für die GGG-Häuser nach oben zu treiben. Nachhaltig ist dieses Konzept allerdings nicht, da die Käufer mit diesen Häusern kaum ein gutes Geschäft machen werden. Daher sind Insolvenzen vorprogrammiert.

Geändert von Klarenbach (02.12.11 um 18:57 Uhr)
Klarenbach ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.12.11, 19:11   #126
rotwang
 
Beiträge: n/a
Ja, ich sehe das auch so. Ich schlage deshalb vor, die Zietenstraße bis in Höhe Fürstenstraße komplett abzureisen. Links und rechts der Zietenstraße könnte man dann Spielwiesen und Blumenwiesen anlegen.
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Alt 02.12.11, 19:30   #127
LE Mon. hist.
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LE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfach
Zitat:
Zitat von Klarenbach Beitrag anzeigen
Das Problem ist nur, dass unter den Bedingungen eines stagnierenden oder schrumpfenden Wohnungsmarktes der Leerstandsabbau in einem Altbauquartier zwangsläufig mit einem Leerstandsanstieg in einem anderen Altbauquartier verbunden ist. Ein Leerstandsabbau im "Konservierten Stadtquartier" hätte zur Folge, dass ein anderes Quartier, das vielleicht auch mit öffentlichen Fördergeldern saniert worden ist, wieder dem Leerstand anheim fällt.
Der zu große Tisch unter der zu kleinen Decke ist aber nicht die Kernstadt mit ihren Gründerzeitvierteln, sondern die gesamte Stadt. Deutlich an Bevölkerung verlieren werden in Chemnitz genauso wie in anderen vergleichbaren ostdeutschen Städten wie etwa Leipzig, aber auch in vielen Großstäden Westdeutschlands mittelfristig zum einen die Altneubau- und Neubauviertel wie das Heckertgebiet, Yorkgebiet, Beimlergebiet und kleinere andere und zum anderen die in den 90ern an den Stadträndern und damals noch selbstständigen Nachbargemeinden aus den Boden geschossenen Einfamilienhaussiedlungen.

Dazu am Beispiel Leipzigs heute ein Artikel in der LIZ:

LIZ, 02.12.2011
Leipziger Quartalsbericht, Teil 3: Ein bisschen was zu Demographie, Suburbias und Strukturinvestitionen
http://www.l-iz.de/Politik/Kassenstu...l-3-30818.html
LE Mon. hist. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.12.11, 18:13   #128
rotwang
 
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Karl-Marx-Stadt im SUPER 8 Film - 1982
http://www.youtube.com/watch?v=edps_...layer_embedded

stadtbild-chemnitz.de/Videodokumentationen
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Alt 14.12.11, 13:40   #129
aguti
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aguti befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
heute in FP

link

VG aguti
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Alt 14.12.11, 22:15   #130
Gärtner
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Gärtner befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Danke für den Link und danke an die FAZ

Zitat:
Zitat von LE Mon. hist. Beitrag anzeigen
Böse, aber sehr lustitsch:

FAZ, 26.10.2011
Perspektiven der Stadt (9): Chemnitz Geriatriker aller Länder: Vereinigt euch!
Wenn man im Alterungsanzug künstlich vergreist in Deutschlands ältester Stadt unterwegs ist, hat man nicht nur Spaß, sondern auch Visionen. Denn man sieht die Zukunft.
Von Oliver Maria Schmitt
http://www.faz.net/aktuell/reise/per...-11505562.html
Vielen Dank für den Link. Ich habe sehr gelacht. Der Autor (Oliver Maria Schmitt) war ja Chefredakteur des TITANIC-Magazin, das merkt man und er zeichnet ein durchaus sympathisches und treffendes Bild einer Stadt, mit großer Vergangenheit (wann wird das schonmal erwähnt in einer überregionalen Tageszeitung) und kleinen Lichtblicken und viel Ehrlichkeit der Menschen in Chemnitz. Im Gegensatz bspw. zum gemeinen Leipziger, der meint eine Weltstadt zu bewohnen, bleibt man hier am Boden, hat aber letztlich in einigen Bereichen viel mehr zu bieten und kann getrost auf pseudoweltstädtisches Gehabe verzichten. Toller Artikel - danke für den Link.
Gärtner ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.12.11, 22:53   #131
rotwang
 
Beiträge: n/a
Eine interessante Sichtweise zum Artikel. Danke dafür.
(trotzdem sieht Leipzig scharf aus)
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Alt 29.12.11, 00:16   #132
rotwang
 
Beiträge: n/a
Hier hat sich mal jemand Gedanken um die Zukunft der Leipziger Straße gemacht:

http://www.youtube.com/watch?v=VKaEA...eature=related
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Alt 29.12.11, 11:17   #133
aguti
Junior-Mitglied

 
Registriert seit: 11.12.2011
Ort: Chemnitz
Beiträge: 21
aguti befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
sehr interessant, dieses Video. Bin mir nicht ganz sicher, aber dieses Eckhochhaus scheint an der Ecke Altendorfer/Leipziger platziert zu sein ? Klasse gemacht die Hinterfront mit den Balkonen nach südwest ausgerichtet auch die Bebauung im Karree.

VG aguti
aguti ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.01.12, 17:19   #134
lguenth1
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Registriert seit: 16.10.2008
Ort: Rochlitz
Beiträge: 2.408
lguenth1 sorgt für eine nette Atmosphärelguenth1 sorgt für eine nette Atmosphärelguenth1 sorgt für eine nette Atmosphäre
Die TAZ hat sich an einer Satire über Chemnitz versucht und ist daran grandios gescheitert: Link.

Viel lesenswerter ist dagegen folgender Text von Gregor Eichhorn: Link.
lguenth1 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.01.12, 17:38   #135
rotwang
 
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... ziemlich peinlich für die TAZ der Artikel
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