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Alt 23.07.08, 20:03   #16
Kostik
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Bochum: Umbau Nordbahnhof

Die Privatbrauerei Fiege plant das alte Bahnhofs-Gebäude zu revitalisieren.
Dafür soll das Gebäude durch einen gläsernen Aufbau um einen Geschoss aufgestockt zu werden.

im Erdgeschoss soll ein Gastro-Betrieb mit Terrasse installiert werden. Die übrigen Etagen will Fiege dann als Büroflächen am Markt anbieten.

Der Bauantrag wurde bereits gestellt, die Stadt klärt derzeit dazu noch statische Fragen, da die U-Bahn Linie direkt daruter verläuft.

Hier ein Foto vom Nordbahnhof

Quelle: WAZ
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Alt 23.07.08, 20:27   #17
Kostik
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Umbau Nordbahnhof

Die Entwicklung ist wirklich interessant...

Nach dem das Justizzentrum dort errichtet wird, kommt jetzt mit dem Umbau des Nordbahnhofs ein weiters wichtiges Projekt für die Innenstadt dazu.

Ich bin gespannt was mit der grossen Fläche hinter dem Nordbahnhof passiert.

Siehe hier
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Alt 25.07.08, 23:07   #18
Kostik
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Unweit von der Stadtbadgalerie, an der Bleichstraße, plant ein privater Investor ein Geschäftshaus mit Läden und Parkhaus.

Des Weiteren soll am Platz am Kuhhirten bis zum Herbst eine neue Treppe entstehen und ein Wasserlauf zwischen Boulevard und Untere Marktstraße.

Quelle: WAZ

Wirklich sehr positiv die Entwicklung in der Innenstadt...

Ich bin gespannt wie das neue Geschäftshaus aussehen wird.
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Alt 21.11.08, 20:35   #19
Kostik
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Neubau mit Glücksspielbetrieb

Auf dem Gelände des ehemaligen Hotels Eden am Eckgrundstück Rott-/Humboldtstraße, die als Verbindungsachse zum Bahnhof führt, soll ein Neubau mit Glücksspielbetrieb errichtet werden.

Geplant sind zehn Spielhallen á 150 Quadratmeter, dazu soll es einen Bistrobereich geben.
Der Glücksspielbetrieb soll über zwei Etagen gehen, darüber plant der Bauherr ein Restaurant mit 60 Plätzen.

Im dritten Geschoss soll Platz sein für zwei Büros, und darüber eine Penthousewohnung samt Dachgarten mit 215 Quadratmetern. Zudem sind in einer Tiefgarage 43 Stellplätze vorgesehen.

Insgesamt will der Investor acht Millionen Euro investieren.
Die Bauzeit wird etwa ein Jahr betragen.
Sobald die Genehmigung durch die Stadt erteilt ist, soll mit der Abriss des Eden begonnen werden.

Quelle: WAZ

Hier gibt es zahlreiche Fotos vom vergammelten alten Eden Hotel und ein Rendering des geplanten Kasinos.

http://www.derwesten.de/nachrichten/...44/detail.html
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Alt 22.11.08, 13:53   #20
nikolas
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Hotel Eden Abriss + Neubau

... eines ist klar. Das Eden muss weg. Dafür nehme ich sogar eine Spielhölle + den schmierigen Investor in Kauf. Die Spielhalle passt ja in diesem Kiez ganz gut ins "Cluster". Da kann ich mir schon einige Synergieeffekte mit den angrenzenden Pornokinos, "Eierberg" u.ä. vorstellen.
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Alt 25.11.08, 13:36   #21
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Hotel Eden Abriss + Neubau

Hallo, ich melde mich hier als ehemaliger Bewohner der "Blume im Revier", und ich muß sagen, daß es mich schockiert, mit welcher Leichtfertigkeit mancher hier das in die Mülltonne kloppen des baulichen Erbes der Nachkriegszeit bejubelt...
Gerade die Physiognomie Bochums ist bis heute durch keine andere Epoche so sehr geprägt wie durch die Zeit des Wiederaufbaus der 1950er/60er Jahre; Bochums Innenstadt kann trotz der bereits erfolgten Zerstörungen (als Stichwort seien hier nur das Ensemble am Hbf mit Altem Stadtbad und Altem Arbeitsamt genannt) als flächig vorhandenes Beispiel eines gelungenen, moderat modernen Wiederaufbaus gelten, und ich verstehe nicht, warum Bochum diese Qualität auch in einem touristischen Zusammenhang nicht viel offensiver nach außen trägt, da durchaus nicht wenige Interessierte die Architektur und Ästhetik dieser Zeit schätzen.
Die Zerstörung des Eden zu Gunsten eines Spielhallenzentrums (!!!) ist ein Akt des praktizierten Vandalismus...
Das Hotel Eden ist ein (zumindest für BO-Verhältnisse) großstädtischer Bau mit repräsentativen und bis heute erhaltenen zeittypischen Details in städtebaulich exponierter Lage; natürlich besteht nach jahrelangem Leerstand Sanierungsbedarf, aber es gibt mittlerweile gute Beispiele für eine denkmalgerechte und energetischen Erfordernissen genügende Rehabilitierung von Bauten der Nachkriegsmoderne (siehe z.B. Haus Hardenberghttp://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Hardenberg).
Mit einem entsprechenden Betreiberkonzept sollte es doch eigentlich möglich sein, an diesem Standort gleich in der Nähe des Hbf und des Bermudas ein Hotel zu betreiben, was gerade die 50er-Jahre Ästhetik des Hauses als Alleinstellungsmerkmal nutzt, zumal der Hotelmarkt in BO ja weitgehend von Allerwelts-Ketten-Zombies a la "Holiday Inn" geprägt wird, und das Segment der smarteren Hotellerie eher unterbesetzt ist.
Zum guten (?) Schluß:
Was sagt eigentlich BO's Denkmalpflege zu diesem Irrsinn?
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Alt 25.11.08, 14:00   #22
nikolas
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Hotel Eden Abriss + Neubau

@urbanist
der ehemalige Stadtbaurat Hr. zur Nedden wollte mal eine öffentliche Diskussion zur Denkmalwürdigkeit der Bochumer Nachkriegsmoderne anstoßen. Doch der ist jetzt in Leipzig....
Ein Herr Hanke hat sich im Rahmen seiner Dissertation diesem Thema gewidmet...
Mit Außnahme dieser beiden Herren hat die Wiederaufbaumoderne kein gutes "Standing" in der Stadt.
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Alt 25.11.08, 14:13   #23
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@nikolas

Stimmt, Hanke ist mir auch noch aus der Zeit der Stadtbaddiskussion als engagierter Streiter bekannt; daß zur Nedden jetzt in Leipzig ist war mir noch nicht bekannt...
Ich hab mir in der Zwischenzeit mal die Bilder in dem WAZ-Artikel angeschaut; daß das Eden mittlerweile verdammt abgerockt aussieht ist unbestritten, aber wenn die Feuchtigkeit und der Schimmel nicht die konstruktive Grundsubstanz angegriffen haben (das kann ich aus der Ferne nicht beurteilen) wäre es immer noch zu retten...
Zu den "Investoren": Schmierig ist ja wohl ein Euphemismus...;-)
Und genauso besch...en sieht auch das Mafia-Outlet-Center aus, was sie da hinrotzen wollen...
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Alt 25.11.08, 18:29   #24
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Hotel Eden Abriss + Neubau

Es tut mir Leid, aber ich persönlich finde, dass die Nachkriegsarchitektur hier in Bochum ästhetisch betrachtet nicht wirklich reizvoll ist.

Praktisch gesehen hat sie sicherlich ihre Funktion nach dem Krieg erfüllt, doch genügt diese meiner Meinung nach
heute den Ansprüchen an eine moderne Stadt nicht mehr.

Einige Bauten sind natürlich erhaltenswert und sind davon ausgenommen, doch der grösste Teil muss der Zeit angepasst oder abgerissen werden.

Übrigens könnten die Pläne für das Eden Hotel wegen einem Streit um die Sperrstunde platzen und die Stadt müsste sich dann nach einem anderen Investor umsehen.
Ich finde die Idee mit der Spielhalle auch nicht gut, aber weitere 14 Jahre auf einen Investor zu warten wäre für mich auch keine Option.

Q: RN

Geändert von Kostik (25.11.08 um 21:56 Uhr)
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Alt 25.11.08, 23:44   #25
Wohnklotz
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Hotel Eden Abriss + Neubau

@(Anti-)Urbanist

Konny hat es ziemlich gut getroffen.

Es ist ziemlich ignorant ausschliesslich den schnellen Wiederaufbau der unmittelbar nach dem Krieg erfolgte als maßgeblich für die Zukunft oder "erhaltenswert" anzusehen.

Die Gebäude wurden SO nur realisiert, weil sie einfach billig und schnell aufzubauen waren - mehr nicht.
-Kein Vergleich zu den Gebäuden die man durch den Krieg verloren hat...

Der Wiederaufbau geht doch immer noch weiter!!!??!


Was haben denn einige hier gerade speziell im Falle von Bochum mit der Denkmalhysterie der besch.....enen Nachkriegsarchitektur....
Hier soll wohl am besten jeder Wellblechverschlag für alle Ewigkeit konserviert werden...?

Wird in Berlin nichts verändert gegen das man sich "wehren" / engagieren könnte??
Z.B. historische Rekonstruktionen von Gebäuden oder Statuen die schon seit etlichen Jahrzehnten überhaupt nicht mehr vorhanden sind? usw.
Denn DIE würden ja auch in die Geschichte eingreifen, indem sie vortäuschen, nicht dem Krieg anheim gefallen zu sein.

Man könnte jetzt auch noch einen Schritt weiter gehen und kritisieren, dass überhaupt die Trümmer weggeräumt wurden....
-denn jetzt erinnert sich ja niemand an die Zustände ZUR ZEIT DES KRIEGES....???

Muss man sich jetzt schon in die Angelegenheiten der für dich "Kleinstadtmäßigen" Stadt Bochum einmischen, wenn man in Berlin wohnt?

Die Stadt hat doch keine Zukunft als Museum für die Notarchitektur die durch Geldmangel noch nicht ersetzt werden konnte...?!?
Bochum wie das gesamte Ruhrgebiet verliert massenhaft Einwohner.
-sicher nicht, weil immer alles so schön war (Jahrzehnte lang!! an denen man sich daran "erfreuen" konnte....) oder weil das Hotel Eden jetzt vielleicht durch ein neues Haus (von dessen Gestaltung ich auch nicht begeistert bin) ersetzt wird...

Wieso gibt es dieserlei "Beschwerden" denn eigentlich erst immer, wenn bekanntgegeben wird, dass etwas umgebaut/abgerissen wird und nicht schon, wenn etwas deutlich vor sich hingammelt und in diesem Falle auch mittlerweile schon seit 14 Jahren leersteht???

Die Behauptung dass das "Hotel Eden" (die Namensgebung ist wirklich Ironie Pur) "für Bochumer Verhältnisse Grossstädtisch ist, ist absolut lächerlich.
Bist Du dir sicher, mal in Bochum gewohnt zu haben??

Im gleichen Atemzug dann noch die Stadtbadgalerie zu verteufeln, die "selbst für Berliner Verhältnisse" ein auffälliger und grosstädtischer Bau wäre, setzt dem Ganzen dann noch die Wahrnehmungsverzerrte Krone auf.
Hat Berlin vielleicht irgendwie dein Gedächtnis getrübt??
Was ist denn das für ein Provinzgeschwätz???
Diese "denkmalwürdige" Architektur a la "Hotel Eden" gibt es noch in den allermeisten Städten Deutschlands und viele werden noch Ewig zwangsweise darauf sitzten bleiben, da niemand Geld hat oder etwas investieren will.
Das "Hotel" unterscheidet sich ausser durch seinen (sogar überdurchschnittlich) maroden Zustand kaum von den umliegenden Wohnreihenhäusern.

Ich würde deshalb auch sagen, dass ein "Paar" dieser Schandflecke in einer Stadt auch reichen. -und nicht, dass die gesamte Stadt für immer aus dieser homogenen Masse bestehen muss...

Wenn man solch eine provinzielle entwicklungsblockierte Museumsstadt für Nachkriegszweckgebäude erzwingen will, könnte man sich auch dafür eine deutlich kleinere und ärmere Stadt aussuchen, mit der es eh zuende ist.
Um die "Entwicklung" von Bochums veramter Vorstadt "Herne" braucht man sich also keine Sorgen zu machen. (da nicht vorhanden)

Hier ist man auch ganz verbissen "Stolz" auf den abgewrackten Zustand und redet den Leuten ein, dass dies das Paradies sei.
Ein paar Zitate aus Zeitung und Plakaten:
-"Urlaub in Herne -gerne!"
-"Kauft in Herne - ist doch alles da!"
-"Nirgends ist Karneval so schön wie in Herne!"
-"Wir sind Mitte. Herne."
-"Wir sind Kultur. Herne."
-"Wir sind Wohnen. Herne."
etc.

Ich nenne die sog. "Stadt" deshalb (und auch wegen des vielen wuchernden Getrüpps auf den Straßen (bei beeindruckend idyllischen 15% unversiegelter Fläche insgesamt)) oft den "Märchenwald" oder auch "Garten Eden"....

Nur so´ne lustige Parallele am Rande...
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Mit der bevorstehenden Grundgesetzänderung wird nun auch die "deutsche" Nationalhymne angepasst in: Banken, Banken über alles...
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Alt 26.11.08, 13:17   #26
Urbanist
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Hotel Eden Abriss + Neubau

@Wohnklotz

Mea Culpa, aber ich weiß gar nicht, was ich verbrochen habe, daß ich so eine emotionale Reaktion ernte...

Ich wollte eigentlich nur darauf hinweisen, daß es bedauerlich ist, wenn ein Zeugnis einer ganz bestimmten Epoche, die keineswegs nur aus ärmlicher Notarchitektur besteht verschwindet.
Das ärmliche mag für die frühen 50er gegolten haben, aber das Eden ist ja schon eher der zweiten Hälfte der 50er zuzurechnen, und es weist eine ganze Reihe von Details zeittypischer Repräsentanz auf, die eher auf Witschaftswunder-Käseigel-ToastHawaii Stolz verweisen denn auf Lebensmittelmarkentristesse...;-)
Ich habe das Gefühl, daß die Abneigung gegen die Nachkriegsmoderne, und auch der Unwille, sich nur ansatzweise differenziert mit ihr zu beschäftigen eher auf einen Phantomschmerz verweist, der den Verlust des Alten im Krieg immer noch nicht überwunden hat, und deswegen alles was danach kam pauschal abwertet; das gilt im übrigen auch für Städte außerhalb des Ruhrgebiets, denn...

Zitat:
Wird in Berlin nichts verändert gegen das man sich "wehren" / engagieren könnte??
Z.B. historische Rekonstruktionen von Gebäuden oder Statuen die schon seit etlichen Jahrzehnten überhaupt nicht mehr vorhanden sind? usw.
auch anderswo will man so tun, als ob nie etwas passiert wäre, und als ob man eine Stadt wie einen Themenpark oder eine Mall je nach Lust "stylen" könnte, und das lehne ich genauso ab...

Zitat:
Muss man sich jetzt schon in die Angelegenheiten der für dich "Kleinstadtmäßigen" Stadt Bochum einmischen, wenn man in Berlin wohnt?
Definitiv ja...;-)
Wäre ja auch schlimm, wenn sich nur aktuelle Einwohner einer Stadt zu ihrer Entwicklung äußern dürften...

Zitat:
Bochum wie das gesamte Ruhrgebiet verliert massenhaft Einwohner.
-sicher nicht, weil immer alles so schön war (Jahrzehnte lang!! an denen man sich daran "erfreuen" konnte....) oder weil das Hotel Eden jetzt vielleicht durch ein neues Haus (von dessen Gestaltung ich auch nicht begeistert bin) ersetzt wird...
Daß das Ruhrgebiet Einwohner verliert hat doch wohl eher ökonomische Gründe, und liegt weniger daran, daß seine Einwohner wegen der Architektur fliehen...

Zitat:
Die Behauptung dass das "Hotel Eden" (die Namensgebung ist wirklich Ironie Pur) "für Bochumer Verhältnisse Grossstädtisch ist, ist absolut lächerlich.
Bist Du dir sicher, mal in Bochum gewohnt zu haben??
Ja, ganz sicher, elf Jahre lang...
Wenn man berücksichtigt, daß Bochum auch in seinem inneren Stadtbereich eine durchschnittliche Geschossigkeit von 3-4 aufweist, dann ist das Eden mit seinen 5 Geschossen, seiner Lage am die Innenstadt umschließenden Straßenring, und seiner Ausprägung als kommerziell genutztes Haus sehr wohl ein Beispiel einer für Zeit und Ort "großstädtischen" Lösung...
Ich denke, daß es sogar ein Potential für die Bochumer Innenstadt darstellt, das Erbe der Nachkriegszeit zu rehabilitieren und neu zu nutzen, anstatt das, was den Charme Bochums ausmacht wegzuwerfen und einer "Großstädtischkeit" und "Entwicklung" hinterherzuhecheln, die man an tausend Orten schon gesehen hat und eigentlich niemanden hinter dem Ofen hervorlockt...
Ich würde mir einen Weg wünschen, der das Spezifische (z.B. ein denkmalgerecht qualifiziertes und von gescheiten Betreibern, die das Potential des Hauses erkennen gemanagetes Hotel Eden) mehr Wert schätzt als das Typische (z.B. ein "großstädtisches" Holiday Inn, was vollkommen austauschbar und peinlich ist).
Gerade die Lage des Eden am Scharnier zwischen Bermuda und Rotlichtviertel ist doch sehr interessant, um dort ein Hotel in einer Stilimmobilie der 50er zu betreiben, die ganzen schwülen Assoziationen, die einem da in den Sinn kommen...(das Mädchen Rosemarie...; Wiederaufbau im Puff bei Faßbinders "Lola";-)
OK, das war es eigentlich, wenn du willst, kannst du dich ja mit einem ordentlichen Berlinbashing revanchieren...
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Alt 26.11.08, 15:40   #27
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Hotel Eden Abriss + Neubau

@ urbanist
Im Prinzip gebe ich dir Recht. Die Debatte um den Erhalt der 50er Jahre Architektur darf geführt werden und ja, am besten auch ohne "ideologische" Scheuklappen. Gegen eine Revitalisierung des Eden im 50er Jahre chic als corporate design ist ja gar nichts einzuwenden. Nur findet sich dafür seit Jahren kein Investor. Wenn dann die Abrissbirne winkt, weil die Geduld der stadtplanerischen Akteure am Ende ist, darf man sich nicht wundern.
Selbst im Vergleich zu den anderen Ruhrgebietsstädten befinden sich in der Bochumer City überdurchschnittlich viel 50er Jahre Architektur.
Ob das zu begrüssen oder zu bedauern ist, muss letztlich jeder für sich selbst entscheiden.
ist, dass es damals von Clemens Massenberg u.a. (nach 1945ff Leiter der Bauverwaltung) so gewollt war und man heute auch nicht mehr dahinter zurück kann!!!
Anstatt seinen Fokus ausschließlich in "heimattümelnder" Manier auf das bishen vermeintlich Historische und Historistische in der City zu konzentrieren, sollte man sich ernsthaft Gedanken machen, wie mit dem dominanten Rest zu verfahren sei.
Das Wort "Denkmalschutz" als Drohkeule muss dabei noch nicht mal geschwungen werden. Vielmehr geht es darum, durch eine ausgeruhte Stadtplanung eine gewisse gestalterische Nachhaltigkeit im Stadtbild zu erzeugen.
In der Tat hat es die funktionale 50er Jahre Archtitektur in diesem Kontext besonders schwer. Während ungepflegte historisierende Fassaden implizit auf ihre vermeintliche "Alterswürde" verweisen und damit per se als Erhaltenswert gelten , assoziert man mit einer funktionslos gewordenen Moderne immer nur eins: Verfall. Die Forderung lautet dann meistens Abreißen, um Platz für Neues, vermeintlich Modernes zu schaffen.
So verfahrend würde die Bochumer City natürlich immer Provisorium bleiben.
Um das zu umgehen bleibt - ob man will oder nicht - meist nur das Bauen und v.a. Gestalten (!!!) im Bestand. Die behutsame Sanierung des Bochumer Hbfs bietet hierfür sicher ein gutes Beispiel.
Wo dies jedoch augenscheinlich nicht mehr möglich ist (Hotel Eden), droht als letzte Konsequenz nur Abriss und Neubau.
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Alt 26.11.08, 15:52   #28
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Nachschlag
Anscheinend diskutieren wir hier noch über ungelegte Eier. So schreiben die Ruhr Nachrichten, dass man von Seiten der Stadt keinesfalls bereit sei die Sperrstunde von 1h auf 3h zu verlängern.
Dies hatte der Investor bekanntlich als conditio sine qua non für den geplanten Neubau ausgegeben.
Quelle: Ruhr Nachrichten
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Alt 26.11.08, 16:39   #29
Urbanist
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@nikolas

Ja, ich sehe es im Großen und Ganzen auch so ähnlich; das eigentliche Drama im Fall des Eden Begann ja schon Mitte der 90er, als das Haus brachfiel und es keinerlei Zwischennutzung oder dergleichen gab. Daß nach 14 Jahren die leerstandsbedingten Schäden viel größer sind und potentielle Investoren abschrecken ist kein Wunder, und wenn der Bau konstruktiv so hinüber ist, daß er nicht mehr oder nur mit ökonomisch nicht darstellbarem Aufwand gerettet werden kann, dann muß man ihn wohl preisgeben.
Allerdings sollte es für die Zukunft ein Ziel sein, im Falle von Leerstand bei vergleichbaren Bauten seitens der Stadtentwicklungsbehörden gezielt Eigentümer und Zwischennutzer zusammenzuführen; Zwischennutzung schont nicht nur die Gebäudesubstanz, sondern kann auch einen Weg zu einer kulturellen Inwertsetzung der jeweiligen Immobilien bedeuten, und so auch deren Attraktivität für neue Investitionen für eine Revitalisierung erhöhen.
Es müßte eine Art Netzwerk geknüpft werden zwischen den Eigentümern solcher stadtbildprägender Nachkriegsbauten, der Stadtplanung, dem Amt für Denkmalpflege, potentiellen Zwischennutzern, Architekten mit Erfahrung im Bereich der sensiblen Revitalisierung solcher Bauten, und nicht zuletzt engagierten Freunden und Streitern für das Erbe dieser Epoche, um auch einen Bewußtseinswandel in der Öffentlichkeit herbeizuführen. Daß heute Gründerzeitfassaden per se als erhaltenswert gelten ist ja schließlich auch die Folge eines Bewußtseinswandels und war noch vor 30-40 Jahren ganz anders...
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Alt 26.11.08, 19:16   #30
Wohnklotz
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"....aber ich weiß gar nicht, was ich verbrochen habe, daß ich so eine emotionale Reaktion ernte..."
"....und ich muß sagen, daß es mich schockiert, mit welcher Leichtfertigkeit mancher hier das in die Mülltonne kloppen des baulichen Erbes der Nachkriegszeit bejubelt..."
"Die Zerstörung des Eden zu Gunsten eines Spielhallenzentrums (!!!) ist ein Akt des praktizierten Vandalismus..."
"Was sagt eigentlich BO's Denkmalpflege zu diesem Irrsinn?"


Wenn Du schon empört von "Vandalismus" und "Irrsinn" sprichst, bist Du wohl der letzte der mein Posting quasi als emotionale Strafrede bezeichnen sollte...
Ich hätte auch furztrocken kontern können, dann hätte es aber ein wenig Unterhaltungswert eingebüßt.


"...Ich habe das Gefühl, daß die Abneigung gegen die Nachkriegsmoderne, und auch der Unwille, sich nur ansatzweise differenziert mit ihr zu beschäftigen eher auf einen Phantomschmerz verweist, der den Verlust des Alten im Krieg immer noch nicht überwunden hat, und deswegen alles was danach kam pauschal abwertet..."

1. Ist mir ein bisschen zu viel peinlich spekulative Pseudopsychologie....
2. Alles wird doch garnicht abgewertet. Du hingegen hast ziemlich pauschal alles neue abgewertet, wessen Bau nicht in die direkte Nachkriegszeit sondern in die Neuzeit fiel...
Haben nur die 50/60er eine Existenzberechtigung? Davon gibt es auch in z.B. München mehr als genug.
-In den eher billigeren Gegenden....


..."auch anderswo will man so tun, als ob nie etwas passiert wäre, und als ob man eine Stadt wie einen Themenpark oder eine Mall je nach Lust "stylen" könnte, und das lehne ich genauso ab..."

Ja, die Geschichte und deren NATÜRLICHE Entwicklung VOR dem Krieg ist natürlich keinen Pfifferling wert.... -sehe ich auch so...

Wurden die Städte nicht nach dem Krieg auch (wie eine Mall) gestylt? - Wo ist da die Logik????


Eigenes Zitat:
"Muss man sich jetzt schon in die Angelegenheiten der für dich "Kleinstadtmäßigen" Stadt Bochum einmischen, wenn man in Berlin wohnt?"


-Ich wollte nur wissen, ob in Berlin nicht genug los ist, wenn Du dich schon für ein (für Bochumer Verhältnisse meiner Meinung nach) eher durchschnittlichen Bau so interessierst...

"Daß das Ruhrgebiet Einwohner verliert hat doch wohl eher ökonomische Gründe, und liegt weniger daran, daß seine Einwohner wegen der Architektur fliehen..."

Das ist einer der Gründe.
Ein anderer ist auf alle Fälle die mangelnde Lebensqualität durch die grottige, aber dafür massenhafte Verbauung und die daraus resultierende Tristesse.
Wie sollte man sonst erklären, dass die kleineren ländlicheren Städte um die großen Kernzentren des Ruhrgebietes weniger Abwanderung bzw. sogar Zuwanderung aus diesen haben...?
Entschuldigung, aber ich finde es tatsächlich etwas lächerlich das zu leugnen...
"Gute" Gegenden (auch in anderen Städten/Stadtteilen) bieten einfach ANDERE Architektur als die durchschnittliche Ruhrgebietswohnbebauung oder das Hotel Eden.
Wie ich schon erwähnte, gibt es auch Wohnhäuser in München, die in Bochums Armenvierteln stehen könnten.
Allerdings hat München doch ein durchschnittlich deutlich besseres Erscheinungsbild.
Warum sind Städte wie z.B. Paris denn so begehrt, wenn nicht auch durch ihre Architektur? Warum reicht den wohlhabenden Leuten dann nicht ein Sowjetähnlicher-Vorort von Paris??


"Wenn man berücksichtigt, daß Bochum auch in seinem inneren Stadtbereich eine durchschnittliche Geschossigkeit von 3-4 aufweist, dann ist das Eden mit seinen 5 Geschossen....."

.....im Schnitt 1-2 Etagen höher.............. - als die anderen WOHNHÄUSER.
-Sehr auffälllig....


"Ich denke, daß es sogar ein Potential für die Bochumer Innenstadt darstellt, das Erbe der Nachkriegszeit zu rehabilitieren und neu zu nutzen, anstatt das, was den Charme Bochums ausmacht wegzuwerfen und einer "Großstädtischkeit" und "Entwicklung" hinterherzuhecheln, die man an tausend Orten schon gesehen hat und eigentlich niemanden hinter dem Ofen hervorlockt..."


Wieso sollte man denn sämtliche Zweckbauten auf biegen und brechen "rehabilitieren"?? -schön, dass Du aber das Wort verwendet hast.
Etwas was allgemein als schön empfunden wird, müsste man gar nicht entschuldigen...

Im Übrigen empfinde ich es genau anders herum.
Und Bochums schlechter Ruf (von Dir als "Charme" bezeichnet) als häßliches Entlein kommt wohl nicht von ungefähr...
Ich weiß garnicht warum man sich diese 100.000.000 grauen Klötze gerade im Ruhrgebiet immer so schön reden muss...-sie waren halt zweckmäßig.
Sie sind aber doch nicht "gottgegeben"...?? Und nirgends wo man sich es anders leisten kann, wird soetwas gebaut.

Es gibt sicher noch viele häßlichere Städte, die einfach zu klein oder unbekannt sind, aber "schön" war Bochum auf keinen Fall.
Schon garnicht, vor den vielen Umbaumaßnahmen der letzten Jahre, die wirklich zum grössten Teil äusserst gelungen sind und durch die man sich auch vor z.B. Düsseldorf nicht mehr verstecken muss. (Massenbergstraße, Bahnhofsvorplatz und Schützenbahn z.B.)


"...z.B. ein "großstädtisches" Holiday Inn, was vollkommen austauschbar und peinlich ist..."

Weiss nicht, was daran peinlich sein soll.
Man sollte es aber mal neu verkleiden und richtig in Szene setzen. -und nicht wieder so ne halbe Nummer....

Nicht nur die 50er Jahre haben eine Existenzberechtigung.
Und wie Du ja auch schon selbst geschrieben hast:


..."Daß heute Gründerzeitfassaden per se als erhaltenswert gelten ist ja schließlich auch die Folge eines Bewußtseinswandels und war noch vor 30-40 Jahren ganz anders..."

Das heisst jetzt für mich allerdings auch, dass man auch neuen Gebäuden die Chance geben müsste, sich irgendwann mal zu den Schandflecken oder Klassikern von morgen entwickeln lassen zu können.... -logisch oder?

-Diese Art von Architektur ist aber nicht umsonst zu teuer zu realisieren für heutige Verhältnisse....


"... mit einem ordentlichen Berlinbashing revanchieren..." ??

-Danke für das Angebot, kein Interesse...
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