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Alt 11.07.09, 13:19   #1
lguenth1
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Baugeschehen: Zöllnerplatz

Die Ergebnisse des Gutachterverfahrens zur Neubebauung des Bereiches zwischen Zöllnerplatz und dem Chemnitz-Fluß (Luftbild: http://www.bing.com/maps/default.asp...3340&encType=1) verdienen eine ausführliche Darstellung hier im Deutschen-Architektur-Forum, vor allem vor dem Hintergrund, daß hier wohl tatsächlich gute Chancen auf Umsetzung eines der Entwürfe bestehen. Konkret sollte der Bereich von der Ecke Müllerstraße/Hauboldstraße über die Hauboldstraße bis zum Bereich nördlich und südlich der Eckstraße überplant werden. Wie man sieht, dominieren dort derzeit Brachflächen. Die beiden nördlichsten sowie die beiden südlichsten Gebäude in diesem Bereich der Hauboldstraße, allesamt denkmalgeschützt, waren offensichtlich nicht zwangsläufig in die Überlegungen einzubeziehen.
Ziel des Gutachterverfahrens war, die Eignung als auch die Qualitäten des Standortes für den Bau von Stadthäusern im Plangebiet deutlich herauszuarbeiten. Auf dieser Basis soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden, was dann wiederum Grundlage der weiteren Umsetzung sein soll. Vermutlich ist deshalb auch noch kein Sieger gekürt worden, die Gutachterbewertung ist jedoch mit veröffentlicht.

Alle Informationen in diesem Thema stammen von der Seite http://www.stadtwohnen-chemnitz.de/s...aus/start.html.

Die Architektenentwürfe im Einzelnen, wobei die Ordnung durchaus als gewisse Wertung verstanden werden kann (was dadurch eingeschränkt wird, daß sich einige Entwürfe nur zu Teilbereichen äußern):

ARCHITEKTURKANAL - FREIE ARCHITEKTEN - HENSEL-REBSKE
Entwurfsplanung: http://www.stadtwohnen-chemnitz.de/s...nal_2phase.pdf


Konzentration auf die Bereiche Spange am Chemnitzfluss und Terrassenhaus an der Müllerstraße. Ganz große Stärke des Entwurfs ist die Eingliederung in den Bestand unter Erhalt aller denkmalgeschützten Häuser, Schwäche die ungünstige Gestaltung der Wohnungsgrundrisse.

N.H.K. ARCHITEKTEN - INGENIEURE - GESTALTER
Entwurfsplanung: http://www.stadtwohnen-chemnitz.de/s...nhk_2phase.pdf


Die Schwerpunktfläche im Bereich nördlich der Eckstraße überzeugt durch ihre Gliederung. Die Gutachter empfehlen richtigerweise die Aufstockung der Blockrandbebauung. Besonders würdigen sie "die Reaktivierung der Gewerbezone im Bestandsgebäude an der Brücke Eckstraße/ Hauboldstraße und die Idee der Nutzung der vorhandenen Ladeneinheit".

WEIßE ARCHITEKTEN
Entwurfsplanung: http://www.stadtwohnen-chemnitz.de/s...se_2_phase.pdf
Städtebauliche Einordnung: http://www.stadtwohnen-chemnitz.de/s...sse_blatt1.pdf


Die Straßenseite zur Eckstraße finde ich wirklich hervorragend. Für die Müllerstraße wird richtigerweise ein Geschäftshaus vorgeschlagen.

HÖHNE FITSCHEN ARCHITEKTEN
Entwurfsplanung fehlt, da fehlerhaft verlinkt


Die Bilder zeigen die Bereiche Eckstraße und Further Straße. Insgesamt schwer zu beurteilen, da hier die Entwurfsplanung nicht einsehbar ist. Die Gutachter äußern ihre Skepsis bezüglich der Marktchancen eines Geschoßwohnungsbaues an der Further Straße, auch wenn die städtebauliche Qualität desselben gelobt wird.

ARCHITEKTURBÜRO Reyhe & Rössler
Entwurfsplanung: http://www.stadtwohnen-chemnitz.de/s...er_2_phase.pdf


Konzentration auf Eckbebauung Hauboldstraße/Eckstraße. Laut Gutachten "werden die vorgeschlagenen Gebäudetypen in ihrer jetzigen Form und Gestaltung den individuellen Anforderungen von Selbstnutzern bzw. Wohneigentümern noch nicht gerecht", was ich ebenfalls unterschreiben würde. Das oben dargestellte Café an der Chemnitz wird prinzipiell begrüßt, jedoch eher als Solitär denn als Anschluß an die Bestandsbebauung. Für mich ist diese Idee die große Stärke dieses Entwurfs.

HEINE-REICHOLD ARCHITEKTEN UND INGENIEURE
Entwurfsplanung: http://www.stadtwohnen-chemnitz.de/s...ine_2phase.pdf


Zwar hat auch dieser Entwurf ein vielversprechendes Café, ansonsten kann ich mich der positiven Beurteilung der Gutachter aber überhaupt nicht anschließen, weil solche quadratischen, zur Straße bunkerartigen Objekte nichts in einer Innenstadt zu suchen haben, noch dazu als Ersatz für wertvollen Denkmalbestand. Basta.

ARCHITEKTURBÜRO KELLER
Entwurfsplanung: http://www.stadtwohnen-chemnitz.de/s...ler_2phase.pdf


Konzentration auf Eckbebauung Müllerstraße/Hauboldstraße. Der Entwurf scheitert meiner Meinung nach nicht nur an den Anschlüssen zur Bestandsbebauung, auch die verschiedenen Entwürfe der Gestaltung der Fassade würden einen Neubau als Fremdkörper im Stadtgefüge entstehen lassen. Die Gutachter kritisieren zudem die Wohnnutzung an der verkehrsreichen Müllerstraße und die Anordnung von Garagenzufahrten an selbiger.

Fazit: Interessanter Wettbewerb mit guter Qualität. Persönlich würde ich mehr Wert auf die Integration der denkmalgeschützten Gebäude legen. Der ARCHITEKTURKANAL-Entwurf zeigt, daß dies gelingen kann. Trotzdem stimme ich in weiten Teilen mit den Aussagen der Gutachter überein. Ideal wäre aus meiner Sicht die Kombination der besten Elemente aller Entwürfe: Geschäftshaus an der Müllerstraße in der Kubatur des ARCHITEKTURKANAL-Entwurfes, Bau der Spange an der Chemnitz à la ARCHITEKTURKANAL (mit überarbeiteten Grundrissen, Bewahrung der Denkmale, Abschluß an der Ecke Haubold-/Eckstraße mit einem Café, südlich der Eckstraße der Entwurf von Weiße Architekten, nördlich der Eckstraße die Raumaufteilung von N.H.K. mit mehr Geschossen, entlang der Further Straße dann Geschoßwohnungsbau ähnlich HÖHNE FITSCHEN ARCHITEKTEN. So sieht dann meine Beteiligung am Wettbewerb aus, eine lobende Erwähnung der anderen Büros auf dem Richtfest werde ich in Erwägung ziehen .
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Alt 11.07.09, 14:51   #2
cherubino
 
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Die Entwürfe sind nicht schlecht und es wäre das erste mal seit langem das in Chemnitz eine geschlossene Bebauung entstehen würde. Einen Bebauungsplan hab ich leider noch nicht gesehen. Gut ist die Idee mit dem Kaffee. Ob das Projekt umsetzbar ist bleibt abzuwarten. Es wurde auch so ein Projekt Lückenbebauung iniziert. Ähnlicher Ablauf wie hier. Investoren haben sich bisher keine gefunden.

Traurig finde ich das Chemnitz' letzte Biedermeierreihenhäuser dafür verschwinden müssen. Die hätte man mit einbinden müssen.

Eine Kombination der Entwürfe wie von Dir vorgeschlagen wäre sehr interessant und ein wirklicher Gewinn für das Stadtbild. Ein Traum wäre eine Bebauung an der Müllerstraße/Ecke Hauboldstraße unter Einbindung der historischen Bauten. Ich weiß das es dort westdeutsche Eigentümer gibt. Hatte da mal angefragt.

Ein Lob für Deinen gelungenen Beitrag hier.

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Alt 15.07.09, 10:38   #3
chemnitzer
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Nicht alle abgegebenen Entwürfe sehen einen Abriss der Biedermeierhäuser vor. Zum Teil werden die neuen Häuser den vorhanden angepasst.
Besonders reizvoll ist der Gedanke an ein Kaffee direkt an der Chemnitz, welches in 2 Entwürfen vorkam.

Nach Aussage der Agentur Stadtwohnen gibt es bereits Anfragen von Selbstnutzern und auch potentiellen Mietern.
Die Preise für Selbstnutzer bewegen sich nach ersten Schätzungen zwischen 155.000 und 280.000 Euro.

Aktuell befindet sich die Stadt in Verhandlungen mit den Eigentümern der Grundstücke.
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Alt 17.07.09, 15:02   #4
cherubino
 
Beiträge: n/a
Nein, nicht alle Entwürfe sehen einen Abriss vor. ABER, zum Verständnis, für jedes gefährtete Baudenkmal können Fördermittel zur Sicherung beantragt werden. Hier haben wir es mit Gebäuden zu tun um die sich trotz ihrer hist. Bedeutung für Chemnitz niemand gekümmert hat. Kalter Abriss oder so.
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Alt 21.08.09, 07:10   #5
chemnitzer
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In der heutigen Ausgabe der Freie Presse mal wieder etwas zu dem Projekt. Leider habe ich den Artikel nicht im Netz gefunden, daher fasse ich kurz zusammen.
Nach Aussage der Agentur Stadt-Wohnen gibt es bereits 20 Kauf- und Mietinteressenten für das Stadthaus Pilotprojekt, welche alle die innerstädtische Lage gelobt hätten.
Demnächst werden weitere Werbeaktionen gestartet, um Bekanntheit zu erhöhen und Bauträger ins Boot zu holen.

Wenn man bedenkt, dass zum jetzigen Zeitpunkt lediglich eine schwer zu findende Internetpräsenz und ein paar Pressemitteilungen existieren, sind 20 Interessenten schon eine ganze Menge.
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Alt 20.10.09, 18:15   #6
chemnitzer
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chemnitzer befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Laut Aussage der Stadtverwaltung Chemnitz befindet sich das Projekt in Vorbereitung zur Realisierung.

Man kann also gespannt sein.
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Alt 10.05.10, 17:10   #7
felli
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Es scheint langsam etwas Bewegung in die Sache zu kommen. Es wurden scheinbar schon einige Bauvoranfragen gestellt.
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Alt 10.05.10, 17:38   #8
cherubino
 
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In dem Zusammenhang mal der Hinweis das gegenüber neben Schüffner bei Chemnitz letztem Bürgerhaus aus dem frühen 19. Jh. das Dach anfängt einzubrechen.
Mal sehen mit welchem Argument man hier wieder kommt, nichts zu machen.
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Alt 27.07.10, 10:28   #9
chemnitzer
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Gibt es das Projekt Stadthaus überhaupt noch? Es ist verdammt ruhig geworden und auf der Internetseite ist auch nichts mehr zu sehen.
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Alt 20.08.10, 10:54   #10
felli
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Zitat:
Zitat von chemnitzer Beitrag anzeigen
Gibt es das Projekt Stadthaus überhaupt noch? Es ist verdammt ruhig geworden und auf der Internetseite ist auch nichts mehr zu sehen.
Ja! Seitens der Agentur Stadtwohnen ist es tatsächlich absolut ruhig geworden. Die Seite gibt es aber noch
http://www.stadtwohnen-chemnitz.de/s...aus/start.html

2 Grundstücke sind bereits verkauft. Es laufen derzeit 3 Bauvoranfragen und mein Bauantrag. Ich würde am liebsten gestern anfangen zu bauen (es steht alles in den Startlöchern). Leider scheint es innerstädtisch doch alles etwas länger zu dauern.
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Alt 23.08.10, 22:55   #11
md.ciaol
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Das liegt wohl daran, dass die Agentur Stadtwohnen mittlerweile zu einer Art (Selbst)Verwaltung geworden ist, was durch die Integration in die Stadtumbau GmbH absehbar war.
Schade drum - wir haben damals mit viel Arbeit und Enthusiasmus dieser Agentur beim entstehen geholfen - und die meisten von uns waren erschüttert darüber, dass die Agentur ein Teil der Stadtumbau GmbH werden sollte. Solange Steffen Jüttner noch da gearbeitet hatte, war auch noch ein gewisser Wille etwas zu bewegen erkennbar - nun gibt´s nur noch schlechte Newsletter.
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Alt 30.09.10, 09:38   #12
felli
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Keine Angst, ich bin derartige Debatten gewöhnt und provoziere auch mal gern Kritik.

Man sieht mal wieder, es ist alles eine Ansichtsache, vor allem auch die Empfindung zum Begriff "schön".

Ich will jetzt hier mal keine Debatte zum Thema "historisierende Architektur" beginnen. Sie haben ja wenigsten den Begriff "interpretieren" anstatt "kopieren" verwendet. Ich bin jedenfalls dafür, dass sich auch heutige Architekten, wie ihre Kollegen in vergangenen Epochen, weiterentwickeln dürfen und sich nicht allem historsichen anpassen bzw. unterordnen müssen (wie leider vor allem in vielen kleineren deutschen Städten und Gemeinden üblich => "Heimatschutz"). Ein Blick zu unseren südlichen Nachbarn (A / CH) und deren Umgang mit Alt und Neu wäre da sicherlich ganz hilfreich. Außerdem mag ich Kontraste, sicher aber nicht brutal und mit aller Gewalt (auch wieder Ansichtssache).

Ihre Anmerkung "übliches einerlei" kann ich nicht nachvollziehen!? Für mich wird dieses im Eigenheimbereich durch Ziegelgedeckte Walm- und Satteldächer, riesige Gauben, Erker, Balkone, Messing-Fenstersprossen usw. geprägt, welche unsere Vororte überfluten. Sie können ja mal den von Ihnen gemeinten Bezug zu "üblichem einerlei" genauer erläutern. Übrigens verzichte ich in meinem Entwurf ja weis gott auf "großartige Verzierungen".

Um jetzt nicht alles an dem Standort festzumachen:
Sicherlich kann man diskutieren ob es andere oder gar bessere städtebauliche Lösungen für diesen Standort gibt. ist aber, dass es eine Nutzung bzw. entsprechende Nachfrage geben muss. Außerdem besteht Städtebau und Architektur nun mal nicht ausschließlich aus Kuben sondern muss im Wesentlichen auch auf die Belange der Nutzer / Nutzung eingehen. Diese müssen sich wohl fühlen und beleben erst Objekte und Quartiere! Wie "John28" schon so schön sagte: "In Anbetracht der häßlichen brachen Flächen erscheint mir die Idee mit den Stadthäusern als nahe wunderschön."
Ich wohne seit 6 Jahren in diesem Gebiet und kann eine ständig steigende Wohn- und Lebensqualität feststellen. Das Gebiet ist sehr belebt, die soziale Durchmischung ist sehr groß und trotz etlicher altengerechter Wohnanlagen, exsitiert ein, für Chemnitzer Verhältnisse, wahnsinnig niedriger Altersdurchschnitt bei sehr hohem Kinderanteil. Diese positiven Effekte und Entwicklungen werden die Stadthäuser sicherlich weiter unterstützen.
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Alt 30.09.10, 09:40   #13
felli
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Eine andere Anmerkung noch:
Die Kleingartenanlage "Helgoland" am westlichen Chemnitzufer (neben dem Volkswagenzentrum) wurde in den letzten 2 Wochen beseitigt. Ich hoffe hier auf eine Begrünung des Uferbereiches sowie eine Fortführung des Chemnitzradweges, was diese Gebiet weiter aufwerten würde.
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Alt 30.09.10, 10:10   #14
lguenth1
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Die Baumaßnahme an der Chemnitz wird von der Stadt in folgender Pressemitteilung beschrieben. Eine besonders naturnahe Gestaltung wird das nicht werden, auch der komplette Baumbestand muß weichen. Ob hier nicht auch einfaches Nichtstun unter Aufgabe der Kleingärten eine Option gewesen wäre? Eine schadhafte Ufermauer sollte eigentlich Chemnitz' kleinstes Problem sein:
Zitat:
PRESSEMITTEILUNG 681 Chemnitz, den 10.09.2010

Baumaßnahme: Uferstützmauer wird als Böschung zurückgebaut

Eine schadhafte Uferstützmauer zwischen Müller- und Eckstraße im Areal der ehemaligen Kleingartenanlage „Helgoland“ wird als Böschung zurückgebaut. Baubeginn ist in der nächsten Woche; beendet werden soll die Baumaßnahme des Grünflächenamtes noch in diesem Jahr.
Die Baukosten sind mit 186.500 Euro veranschlagt. Mit der Durchführung der Bauleistungen ist die Firma Thieme Tiefbau GmbH aus Pfaffroda-Dörnthal beauftragt.

Uferstützmauern im städtischen Eigentum werden regelmäßig kontrolliert. So war der Schaden an der linken Seite der Uferstützmauer bei einer turnusmäßigen Kontrolle festgestellt worden. Mit Ausnahme des bereits sanierten Abschnittes - angrenzend an die Müllerstraße - wird die Uferstützmauer zurückgebaut und das Ufer stattdessen zur Böschung. Der Böschungsfuß wird dabei in Beton verlegt und bis zu einer Höhe über der Sohle von ca. 2,40 m mit einem Steinsatz gesichert. Auch der auf der schadhaften Mauer noch vorhandene Baumbestand von 44 Laubbäumen, drei Nadelbäumen und elf Obstgehölzen muss mit der Baumaßnahme gefällt werden.

Bereits vor Beginn der notwendigen Baumaßnahme war gemeinsam von Stadt Chemnitz, Kleingartenbeirat und Stadtverband Chemnitz der Kleingärtner einvernehmlich eine Lösung zur Aufhebung der Kleingartenpachtverträge der „Helgoland“-Pächter zum Ende 2010 gefunden worden, da die Lauben zum Teil unmittelbar auf der Uferstützmauer gestanden hatten.
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Alt 30.09.10, 10:35   #15
cherubino
 
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Sie schreiben ja, dass sich heutige Architekten, wie ihre Kollegen in vergangenen Epochen weiter entwickeln dürfen. Das ist ein schöner Ansatz. Denn in vergangenen Epochen wurde immer auf den Erfahrungen der Vergangenheit aufgebaut. Ganz deutlich wird das an den zwei geschossigen Wohnhäusern, die über Jahrhunderte in Chemnitz gebaut wurden, bis das Gründerzeitmiethaus kam. Da gab es im Grunde immer die gleiche Basis, 2 Geschoss, Satteldach, Eingang zur Straße. Verändert hat sich nur der Stil, z.B. des Eingangsportales, Renaissance, Barock, Klassizismus und die Form des Daches, Krüppelwalmdach eine Zeit lang Mansardendach. Das würde ich mir wünschen, das ein Architekt heute, so ein Haus clever für unsere Zeit entwickelt. Das hätte was eigenes. Diese Häuser, so wie Sie Ihres entworfen haben, die ihre Gestaltung nur aus der Funktion ziehen, werden in einem historischen Stadtgefüge immer wie ein Fremdkörper wirken.

Über die heutige Eigenheimarchitektur zu diskutieren lohnt gar nicht. Da ist alles verloren.
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