Ex-Funkkaserne / Domagkpark (1.700 WE) [im Bau]

  • Ex-Funkkaserne / Domagkpark (1.700 WE) [in Bau]

    Um mal von der aktuellen Kirchturmpolitik in Muenchen abzulenken, will ich mal folgendes Projekt vorstellen. Es handelt sich um das Stadtentwicklungsgelaende der ehem. Funkkaserne, beziehungsweise um ( derzeit fuer die Oeffentlichkeit geschlossene) Gewerbegebiete von Siemens und der Telekom.
    Noerdlich der neuen Parkstadt Schwabing ist die ehemalige Funkkaserene, welche nun 2005 angefangen wird neu zu bebauen.
    Stadtplandienst


    Hier der Siegerentwurf:

    In der Mitte wird die neue Strassenbahnlinie von der Muencher Freiheit aus gebaut, welche auch die neue
    Parkstadt Schwabing von Westen aus erschliessen soll.
    Schade finde ich, dass diese anscheinend nicht weiter nach Norden (ueber das Gelaende der Funkkaserne hinaus), sowie wntlang der Herzogstrasse von der Muenchener Freiheit aus (entlang der Herzogstrasse ) gebaut wird

    Die nach den verkehrlichen Plandaten und gesamtwirtschaftlich günstigere Variante Herzogstraße hat Nachteile, die bei den anderen Varianten geringer oder gar nicht auftreten. Hierzu gehören eine unausgeglichene Parkplatzbilanz und Veränderungen im Lebensumfeld, die von den Anwohnern nicht akzeptiert werden.


    Ausserdem ist es so fuer die Stadt sicher billiger....
    Quelle


    Weitere Kritikpunkte, die ich so habe:
    - Aehnlich wie in der Parkstadt Schwabing stehen die Anzahl der Wohngebaeude und der geplanten Arbeitsplaetze in keinem normalen Verhaeltnis
    (1800 Wohnungen - 3000 Arbeitsplaetze)
    Allerdings hoffe ich, dass davon viele Arbeitsplaetze schon sicher von Siemens und der Telekom kommen, auf deren Gelaende ja auch Gebaeude abgerissen werden und somit zuerst mal Arbeitsplaetze verschwinden.
    - Anscheinend keine Geschaefte (wie Parkstadt Schwabing)
    - wieder ein Parkaree ...
    (wie Arnulfstrasse, Siemensstadt, Parkstadt Schwabing)


    Interessant fuer die Hochhausfreunde ist, dass man anscheinend einen 99-Meter Haus Standortplatz
    an der Strassenbahnschleife auf dem Siegerentwurf entdecken kann.


    mehr dazu und unter anderem Quelle
    http://www.muenchen.de/Rathaus…b/domagk/41189/index.html


    Nachtrag:
    Ich frag mich eigentlich, warum das Schrebergartengelaende noerdlich der Domagkstrasse nicht in das Konzept miteinbezogen wurde....
    Der Schrebergarten ist doch als solches gedacht, dass die
    Stadtbevoelkerung (weil in der Stadt zuwenig Platz ist....und der Platz auch zu teuer ist) in billigeren Plaetzen einen Raum fuer einene Wochenendgarten hat....
    Machen Schrebergarten noch Sinn, wenn an der Domagkstrasse zB an der anderen Strassenseite ein Hochhaus entstehen soll....Aehnliches gilt zB fuer den Schrebergarten noerdlich des Petueltunnels....

  • So wie es aussieht, wird man das Konzept der Parkstadt dort weiter fortsetzen... allerdings stimme ich dir voll zu dass man hier (vor allem im westlichen Bereich) verstärkt Wohnungen hätte bauen sollen - gerne auch etwas höher.


    Interessant fuer die Hochhausfreunde ist, dass man anscheinend einen 99-Meter Haus Standortplatz
    am dem der Strassenbahnschleife auf dem Siegerentwurf entdecken kann.


    Da scheint tatsächlich was geplant zu sein, allerdings halte ich den Standort für falsch. Ein Hochhaus sollte weiter südlich stehen und näher an der Autobahn.

  • Also am 2-spurigen Frankfurter Ring macht das schon Sinn....jedenfalls sicher viel mehr als an der 1-spurigen Domagkstrasse, denk ich. Ausserdem hat der Ring auch einen Autobahnanschluss, waehrend die Domagkstrasse nur eine Bruecke.

  • Ich habe das mit dem Standort auch eher auf den städtebaulichen Kontext bezogen - schließlich grenzt das Areal ja direkt an die Parkstadt Schwabing an, da kann man schon was draus machen...

  • Die Stadt München will das Gelände jetzt bis spätestens zum 1. Juli kaufen.


    Quelle: SZ
    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/artikel/740/54686/


    Wo heute Deutschlands größte Künstlerkolonie Clubs, Ateliers und Werkstätten betreibt, sollen bald 1400 Wohnungen und 35000 Quadratmeter Gewerbefläche sein.


    ...


    Die Stadt will das Gelände 2008 an Investoren weiter verkaufen. 1400 Wohnungen, eine Grundschule und 35.000 Quadratmeter Geschossfläche für Gewerbe und Handel sollen laut Birgit Gessner, Sprecherin des Planungsreferats, in der ehemaligen Funkkaserne entstehen.

  • Unglaublich.....


    Diese Kaserene steht anscheinend schon seit 10 Jahren leer....
    aber wie im Artikel geschrieben, ist der Kaufvertrag zwischen Bund und Stadt immer noch nicht fertig und nun diese Zeithetze, damit das bis zum 1. Juli noch alles fertig wird, da sonst kein extra-verbilligter Verkaufspreis vom Bund mehr moeglich ist (laut artikel).


    Und dann will man erst 2008 Grundstuecke an Investoren verkaufen?


    Also zusammengefasst:
    - Kaserne wird leer, Stadt will neues Stadtteil bauen
    - Stadt wartet 10 Jahre um dann in den letzten 3 Wochen einen verbilligten Kaufvertrag zu machen
    - Stadt wartet dann wieder 2 1/2 Jahre, bis das Gelaende 2008 verkauft werden kann....


    Das nenne ich mal eine unfaehige Stadtentwicklung.
    :Nieder::Nieder::Nieder:

  • Das meiste von dem Gelaende soll ja anscheinend auch mit Wohnungsbau zugebaut werden. Bueros und Gewerbe hingegen gehen eindeutig schlecht. Die Stadt hat in der letzten Zeit auch nicht ihr selbstgestecktes Ziel von 8000 neugebauten Wohnungen / Jahr erreicht.
    Das Alabama / Banduebungsraeume und Kuenstlerkolonien sind schoen und gut, waere es aber stadtplanerisch nicht besser solche sachen dort anzusiedeln, wo sie eh Zukunft haben und nicht ueber kurz oder lang abgerissen wird?


    Im Prinzip stoert mich nur auch diese super-hochpreispolitik im Mieten&Wohnungsbereich die durch die (soziale?) StadtSPD in Muenchen gemacht wird.

  • Ich verstehe auch nicht weshalb in München ständig neue Areale für großflächige Bürobebauung ausgewiesen werden... das mit den Wohnungen ist noch nachvollziehbar, aber Büros??? Alleine das Bahnflächenprojekt dürfte den Bedarf an Büroflächen für die nächsten 10 Jahre abdecken.

  • Besser als geplant anscheinend, allerdings kann ich mir schlecht vorstellen, was er genau plant....Die qm-Daten lassen aber nicht auf eine hoehere Bebauung schliessen (wenn man das in Bezug zu der 200 Meter Laenge zur Strasse sieht, die genannt wird)
    Der Frankfurter Ring hat meiner Meinung ein starkes Potential zu einer wichtigen Buero ung Geschaftsstrasse Muenchens aufzusteigen. Eine Belebung und staedtisches Flair (was auch immer ein BA darunter versteht....) waere sicher sehr wuenschenswert, sowie ein Quantensprung in der Entwicklung Nord-Muenchens.



    PS: Nachdem das Highlight anscheinend so schnell voll wird, sehe ich wieder optimistisch neuen Bueroflaechen entgegen.

  • Wir müssen einfach die ersten Bilder abwarten... vielleicht ist in der Zeitung ja bereits ein Modell oder Rendering zu sehen.

  • Zum Teil hat der Frankfurter Ring ja schon mehr oder weniger interessante Gewerbebauten die in den letzten Jahren so entstanden sind. Allerdings komme ich da nicht mehr so oft vorbei... Das von der Funkkaserne hört sich ja ganz interessant an.

  • Geplanter Baubeginn: 30. Juni 2008 (?)

    Am 22.11.07 schrieb die SZ, Baubeginn sei der 30. Juni 2008. Schon seit 1993 steht die Kaserne leer und wird seitdem von Künstlern und Kreativen für Ateliers und Werkstätten genutzt - die etwa 300 Künstler in 250 Ateliers sprechen von "Europas grösster Künstlerkolonie". Nur eines der Gebäude soll auch nach 2008 für Künstler erhalten bleiben, die Stadt übernimmt die Sanierung.


    Vollständiger Artikel in der SZ: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/artikel/92/142777/

  • Mein Gott, was es in München alles für europäische Superlativen gibt!!!


    größte Künstlerkolonie :lach:
    größte Diskothekenkolonie :lach:
    meistbefahrene Brücke :lach:
    meistbefahrene Eisenbahnstrecke :lach:
    boomenste Stadt :lach:
    innovativste Stadt :lach:



    Ein Zeichen von Provinzialität ist die permanente Selbsüberschätzung - man könnte es auch Ignoranz nennen.

  • Immerhin existiert in M noch ein gewisser Bezug zur Realität. Verglichen mit einer anderen deutschen Großstadt, deren gesamte Entwicklung von Selbstüberschätzung dominiert wird, sind die Münchner in geradezu übertriebenem Maße bescheiden...

  • Kuenstler haben es in Muenchen schwer, gerade da denke ich hat Berlin durch die billigen Mieten, den grossen Absatzmarkt, sowie zahlreichen Austausch mit anderen Kuenstlern und Kreativen inzwischen eine wahre Sogwirkung entwickelt.


    Ich faende es schoen, wenn Kuenstler in Muenchen mal eine echtes Kuenstlerviertel bekommen, etwas was nicht auf Zeit ist.

  • ^^ Wahre Worte. Langfrsitig muss sich München auch um solche "weiche" Standortfaktoren bemühen und darf nicht einzig und allein auf die quantitative Ansiedlung von Gewerbe und Wohnraum setzen.