Zurück   Deutsches Architektur-Forum > Architektur, Städtebau und Bauwesen: Regionale Themen > Osten > Berlin/Potsdam

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 02.12.17, 23:52   #76
Konstantin
Diamant-Mitglied

 
Benutzerbild von Konstantin
 
Registriert seit: 05.10.2009
Ort: Potsdam
Beiträge: 3.765
Konstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle Zukunft
Ihr seid auf dem richtigen Weg.

Im Umweltrecht ist nur eine Lärmart privilegiert: der Verkehrslärm. Wenn dieser im Wohnungsbau und im Bestand genauso gewertet würde wie der Krach der Autowerkstatt nebenan oder eben des Kraftwerkes müsste Berlin ca. 30 % des Wohnungsbestandes stilllegen. Aber Verkehrslärm ist per definitionem nicht so schädlich wie der Gewerbenachbar.

Bei der Problematik der "an das Gewerbe herannahende Wohnbebauung" (juristisch das Stichwort) hat in den vergangenen Jahren stets nur der Schutz des Kleingewerbes in der Innenstadt gestanden. So sind die Grenzwerte der "Technischen Anleitung Lärm" stets verschärft worden.

Einen ersten Grenzfall gab es Dresden, wo die Stadt neben dem Kulturpalast Wohnungen bauen wollte. Da es nicht auszuschliessen ist, dass nach einem Konzert in ebendiesem es zu Lärmstörungen kommt verfügte die Stadt den Bau von Festverglasungen, d.h. die Nutzer der Wohnungen können ihre Fenster nicht mehr öffnen, nicht einmal zu Reinigungszwecken (beim benachbarten Hotel wurde die Montage der Fenster mit abgenommenen Griffen erlaubt, da da nur Fachpersonal unterwegs sei). Die Sache ist knapp vor der Ausführung dadurch abgebogen worden, dass der Bauträger dem Kulturpalast eine mobile Einhausung seines Bühneneingangs zur Straße bezahlt hat.

Das ist aber bei dem Kraftwerk nicht möglich. Ich hatte selbst einen Fall in Pankow, bei dem die Behörden wegen einer benachbarten Lackiererei und Autowerkstatt Festverglasung forderte. Ich weiss nicht ob ihr s bei einer Mietwohnung akzeptieren würdet, dass auf der einen Seite der Wohnungen die Fenster nicht zu öffnen sin? Wahrscheinlich wäre das bei dem Berliner Markt auch egal. Deshalb aber ist die Entscheidung der WBM, die langfristig denken muss, nur konsequent.
__________________
Ubi bene, ibi patria. Aristophanes
(C) für Abbildungen, soweit nicht anders angegeben, bei mir
Konstantin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.17, 00:32   #77
Saxonia
Diamant-Mitglied

 
Benutzerbild von Saxonia
 
Registriert seit: 26.08.2011
Ort: Werdau/Erfurt
Beiträge: 3.175
Saxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz sein
Dieser Fall in Dresden hat mich in der Tat an der geistigen Zurechnungsfähigkeit der Verantwortlichen zweifeln lassen. Denn was heißt das denn in der Konsequenz? Das der Gesetzgeber und offenbar auch die Gerichte, einem Menschen in diesem Land nicht zutrauen, eigenmächtig und eigenverantwortlich zu entscheiden, ob er ein Fenster öffnen oder schließen möchte. Denn für den Geräuschpegel ist es völlig egal, ob ich ein festverglastes oder ein öffenbares Fenster habe. Ich hab schon an Haupverkehrsstraßen mit Haltestellen von Bus- und Straßenbahnverkehr vor der Haustür gewohnt. Bei geschlossenem Fenster hört man so gut wie nichts. In dieser Form ist Lärmschutz nichts anderes als staatliche Bevormundung, die statt den Menschen wie beabsichtigt zu "schützen", letzlich nur in seiner Freiheit einschränkt.
__________________
Für den Erhalt der Zittauer Mandaukaserne
Kontoinhaber: Freunde der Mandaukaserne e.V.
IBAN: DE17 1207 0024 0568 8833 60 BIC:DEUTDXXX Deutsche Bank PGK
Saxonia ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.17, 01:10   #78
Taxodium
Mitglied

 
Registriert seit: 08.11.2015
Ort: Berlin
Beiträge: 156
Taxodium ist im DAF berühmtTaxodium ist im DAF berühmt
^^
Die WBM macht sich hier eine „Eigenart“ der sog. TA-Lärm zu nutzen, dass einen passiven Schallschutz durch Schallschutzfenster als Maßnahme gegenüber Gewerbelärm nicht zulässig ist. Das Gesetzt dient dazu die Lärmbelästigung die von Gewerbe (hier Bewag/Vattenfall) ausgeht an der Quelle zu begrenzen.

Ob das Kraftwerk Mitte (Gewerbe) wirklich die zulässigen Schallschutzwerte (nachts 45 dB!) überschreitet ist fraglich, weil sonst findige Juristen in Auftrag von lärmgestörten Berlinern bereits längst gegen das Kraftwerk vorgegangen wären. Schließlich ist das Gebiet von Wohnungen umgeben.

Verkehrslärm ist erstaunlicherweise von diesem Lärmschutzgesetz ausgenommen. Die Bewohner der Köpenicker Straße können die 45 dB Lärmbelästigung von Vattenfall gar nicht hören weil sie von der geschätzten 60 dB Verkehrslärm übertönt wird.

Dass die WBM bis vor kurzem ohne weiteres bereit war einen Wohnturm auf der Fischerinsel an den innerstädtischen Highway des Mühlendamms (90 dB oder mehr) zu errichten wurde an anderer Stelle bereits thematisiert.

Und trotzdem (!) ist der Gedanke Büros zu errichten nicht ganz so doof. Schließlich müssen die vorgegebene Mieten von 6,50 €/m² für den sozialen Wohnungsbau irgendwie (quer-) finanziert werden können. Und Arbeiten müssen die Alt- und Neuberliner auch.

Das Problem fängt dann wie üblich bei der WBM beim Städtebau an, das Thema unseres Forums. Sie agiert nicht nach den Regeln einer Stadt-Mitte mit Dichte, Funktionsmischung (Gewerbe und Wohnen), Kleinteiligkeit, Blockrandbebauung als Waffen gegen Lärm (egal ob gewerblich oder vom Verkehr), sondern mit den Mitteln von Marzahn: Monofunktionalität, Großform, Zeile und Punkthaus, geringe Dichte.

Die Senatsbaudirektorin findet die Retro-Moderne auch ganz gut und lässt deshalb Architekten in den öffentlichen Wettbewerben antreten die diese Vorgaben bedienen.

Ein hervorragendes Mittel um andauernd Bauvorhaben anzuschieben die von unzufriedenen Bürgern wieder ausgebremst werden.

Dabei manövriert sich RRG in Richtung der totalen Blockade des Wohnungsbaus, denn die Alternative ist großflächig am Stadtrand zu bauen: Neo-Marzahn mit der WB-Marzahn. Die Grünen freuen sich schon: Zerstörung unbebauter Grünräume, immense Erschließungskosten, etc. Protestmärsche, Sitzblockkaden, Baumbesetzungen sind vorprogrammiert.

Und die Mieten und Kaufpreisen der Immobilien steigen derweil weiter und weiter.
Taxodium ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.17, 01:24   #79
Konstantin
Diamant-Mitglied

 
Benutzerbild von Konstantin
 
Registriert seit: 05.10.2009
Ort: Potsdam
Beiträge: 3.765
Konstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle Zukunft
Ich kann deine Erregung verstehen, Taxodium, jedoch hat "RRG" damit gar nichts zu tun. Die Lärmgesetzgebung mit ihren Ausführungen ist Bundesrecht. Die Bestandsbauten des Wohnungsbaus sind auch nicht das Problem - die TA Lärm wird bei Neubau geprüft. Der Bestandsmieter dürfen weiter leiden - unter welcher Lärmquelle auch immer.

Im den Verordnungstext klar zu nennen: es muss bei "geöffnetem Fenster" im Wohnungsbau "50 cm vor dem Fenster" der Richtwert, mithin 45dB, eingehalten werden.
Dies ist nur einhaltbar, wenn das Fenster eben nicht zu öffnen ist. Die Alternative ist ein Doppelkasten - aussen fest, innen zu öffnen - und 49 cm tief. Dann geht es mit der Lüftung besser.

Beschwerden bitte an die Bundesbauministerin. Überhaupt ist die Hauptquelle des Irrsinns im Bau die Verbrüderung aus Grünen und Industrie, siehe Fa. BASF mit dem Polysterolprodukt "Styropor®"
__________________
Ubi bene, ibi patria. Aristophanes
(C) für Abbildungen, soweit nicht anders angegeben, bei mir
Konstantin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.17, 03:24   #80
Taxodium
Mitglied

 
Registriert seit: 08.11.2015
Ort: Berlin
Beiträge: 156
Taxodium ist im DAF berühmtTaxodium ist im DAF berühmt
Zitat:
Zitat von Konstantin Beitrag anzeigen
Ich kann deine Erregung verstehen, Taxodium, jedoch hat "RRG" damit gar nichts zu tun. "
Meine „Erregung“ richtet sich, wenn man aufmerksam liest, gegen mehrere Sachen.

Gegen den TA-Lärm insofern, dass es hier in der Gesetzgebung eine absurde Trennung gibt zwischen Gewerbelärm und Verkehrslärm. Wenn der Laster auf der Straße fährt reicht es in der Wohnung ein Schallschutzfenster einzubauen. Biegt er allerding nachts in den Gewerbehof gegenüber ein, produziert er Gewerbelärm. Dagegen kann der Wohnraum nicht mehr mittels Schallschutzfenster geschützt werden.

Meine Kritik an die WBM ist, dass sie eine Baupolitik der Betonköpfe der Sechziger und Siebziger des letzten Jahrhunderts betreibt. Jetzt wird durch ein Hintertürchen ein Bürohaus eingefügt. Kann m.E. sehr sinnvoll sein. Die Art der Kommunikation ist allerdings nicht gerade vertrauensfördernd. Und der verquaste Solitär ist es auch nicht.

Der städtischen Block ist das natürliche Ordnungsinstrument einer Stadt. Er erlaubt sowohl eine Funktionsmischung in der Höhe als in der Tiefe des Baufelds. Der Lärmschutz gegenüber dem öffentlichen Raum ist quasi um sonst. Es entsteht einen definierten und erfahrbaren städtischen Raum.

Ich wohne selber in einem spätgründerzeitlichen Block an einer stark befahrenen Straße, Tankstelle inklusive, aber hinten zwitschern (streng nach Tucholsky) die Vögel im Grünen.

Die „Modernen“ aus dem letzten Jahrhundert haben zwar ganz ansehnliche Bauten gemacht, aber das gilt nicht für den Städtebau. Dort gibt es nichts vorzuweisen.

Senatsbaudirektorin Lüscher betreibt eine Politik der Retro-Moderne. Sie möchte Avantgarde sein, sich vom Mainstream absetzen. Ihre Baupolitik nimmt die Bedürfnisse der Bürger nach einer identitätsstiftenden Architektur nicht ernst. Deshalb lösen die Bauvorhaben oft Widerwillen oder sogar Widerstand aus. Auch in diesem Forum.

Die dringend notwendige Nachverdichtung kommt nicht vom Fleck. Bebauung von überdimensionierte Verkehrsflächen, Schließung von Baulücken, Aufstockung von niedriger Bebauung. Die Bevölkerungsdichte in Berlin ist seit dem Krieg dramatisch zurückgegangen, liegt vielleicht noch bei 35-40 % des Vorkriegswertes. Wer sich die Schwarzpläne der inneren Stadt anschaut, fragt sich wo die Stadtfigur geblieben ist.

Die Alternative die jetzt droht ist die Erweiterung ins Umland hinein. Wenn diese Aufgaben in den Händen von WBM und Co landen, werden neue Schlafstädte entstehen. In Mitte haben sie bereits bewiesen Stadt nicht zu können. Ich bin schon der Meinung, dass es RRG an Antworte mangelt.

Geändert von Taxodium (03.12.17 um 11:26 Uhr) Grund: Rechtschreibung
Taxodium ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.17, 12:44   #81
Konstantin
Diamant-Mitglied

 
Benutzerbild von Konstantin
 
Registriert seit: 05.10.2009
Ort: Potsdam
Beiträge: 3.765
Konstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle Zukunft
Ich komme normalerweise nicht in die Gefahr landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften zu verteidigen, aber hier können sie kaum etwas anderes tun. Der Blockrand wird geschlossen und zur Lärmquelle hin entsteht eben Gewerbe, damit die Gesetz- und Verordnungslage eingehalten ist. Irgendetwas anders machen zu wollen hiesse auf Jahre an diesem Ort gar nicht zu bauen. Dass die Häuser wieder im aktuellen Lüscherstyle errichtet werden war schon während der Rotschwarzen Koalition so.

Das andere ist die Verdichtung. Erstens spürt man diese ja überall innenhalb des S-Bahnrings. Baulücken, tankstellen, selbst provisorische Bauten am Kaiserdamm deren Grundstücke wir für Wohnungsbau vor zehn Jahren nicht mal im Vorbeifahren angeschaut haben, werden jetzt bebaut. Das ist gut.

Allerdings zweitens ist das große Thema eher die Nachverdichtung der Nachkriegssiedlungen - in Ost- und West. Hier tritt die Bausenatorin aus Klientelgründen auf die Bremse und die Wohnungsbaugesellschaften bekommen nur etwa die Hälfte ihrer Pläne durch, z. B. an der Frankfurter Allee oder Karl-Marx-Allee. Hierzu würde es politische Entscheidungen benötigen: Nordseite der Leipziger Straße, Fischerinsel, Köpenicker Straße - und, und und. Der B-Plan am Molkenmarkt ist im 16. Jahr. Das Areal des ehem. Bauministeriums liegt auch schon 5 Jahre brach. Hierzu war schon der letzte Senat (rotschwarz) nicht in der Lage und r2g schafft es auch nicht.

Stattdessen wird am Stadtrand gebaut und entstehen die gleichen Verkehrsprobleme wie in den 70ern, weil die Leute nicht mit dem OPNV von Nordspandau ins Zentrum kommen. Da hast Du Recht. Ich sehe nur in diesem Versagen überhaupt keinen Unterschied zu dem Vorgängersenat unter Rotschwarz.
__________________
Ubi bene, ibi patria. Aristophanes
(C) für Abbildungen, soweit nicht anders angegeben, bei mir
Konstantin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.17, 13:57   #82
Baukörper
Wichtiges Mitglied

 
Registriert seit: 18.08.2017
Ort: Gummersbach
Alter: 49
Beiträge: 619
Baukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfach
Zitat:
Zitat von Konstantin Beitrag anzeigen
Hier tritt die Bausenatorin aus Klientelgründen auf die Bremse
Könntest Du mir das bitte erläutern? Ansonsten bin ich (diesmal) Deiner Meinung.
Es gibt eine Vielzahl an Gesetzten und Verordnungen die heute das Bauen beeinflussen und schließlich verzögern. Wobei ich nicht der Meinung bin, dass diese Gesetzte und Verordnungen falsch sind, sie passen aber nicht zu der aktuellen "Notlage" im Wohnungs- und Verkehrssektor. Hinzu kommt noch, dass es immer deutlichere Kapazitätsengpässe gibt (Fachkräftemangel aus verschiedenen Gründen).

Was das WBM Projekt angeht, kann ich mich nur wiederholen: Man hätte vorher wissen müssen, dass dort kein Wohnhochhaus entstehen kann.
Baukörper ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.17, 14:13   #83
DickesB
Senior-Mitglied

 
Registriert seit: 03.07.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 271
DickesB sorgt für eine nette AtmosphäreDickesB sorgt für eine nette AtmosphäreDickesB sorgt für eine nette Atmosphäre
Manchmal hilft Google:

Lompscher wird Ausbremsen von Neubau vorgeworfen:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/kr.../20318534.html

Streit um Wohnungsneubau - Es knirscht im Koalitionsgebälk:
https://www.morgenpost.de/berlin/art...nsgebaelk.html
DickesB ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.17, 23:16   #84
Klarenbach
Goldenes Mitglied

 
Registriert seit: 18.11.2010
Ort: Berlin
Beiträge: 1.266
Klarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz sein
Dass Frau Lompscher aus Klientelgründen den Wohnungsbau ausbremsen würde, steht ja nun nicht in dem Brief der Wohnungsbaugesellschafften. Es werden 4 Punkte genannt, die nach Meinung der Wohnungsbaugesellschaften den Wohnungsbau bremsen würden:

1. Unzureichende Übertragung von Baugrundstücken an die städtischen Wohnungsbaugesellschaften
2. zu langsame Schaffung von Baurecht durch die Bezirke
3. fehlende Baukapazitäten aufgrund der angespannten Marktlage
4. Partizipation
Der Vorwurf geht hier dahin, dass die vom Senat versprochenen Partizipationsmöglichkeiten zu vermehrten juristischen Klagen gegen Bauprojekte führen würden.

Der erste Punkt ist tatsächlich wichtig, aber er ist keine neue Entwicklung, sondern er hängt damit zusammen, dass seit Ende der neunziger Jahre alle Senate keine vorausschauende Bodenvorratspolitik betrieben haben und deshalb das Land tatsächlich zuwenig Grundstücke besitzt. Allerdings gibt es derzeit Aktivitäten, um den Prozess umzukehren.

Auch der zweite Punkt, der mit der personellen Ausdünnung der Bezirke zusammenhängt, geht auf das Konto aller Senate seit Ende der neunziger Jahre. Aber auch in diesem Fall erhalten die Bezirke mehr Geld, damit sie mehr Personal einstellen können.

Den dritten Punkt kann der Senat nur begrenzt beeinflussen.

Und der vierte Punkt spielte eine große Rolle während des Wahlkampfes 2016, und rot-rot-grün hat auch deshalb die Wahl gewonnen, weil sie mehr Partizipation versprochen haben. Deshalb ist nur demokratisch, wenn jetzt auch mehr Partizipation umgesetzt wird. Dass mehr Partizipation auch zu mehr Klagen führt, würde ich auch bezweifeln.

Ich denke also, dass holzschnittartige Polterei nicht weiterführt, sondern eine differenzierte Analyse der Probleme. Und da denke ich auf jeden Fall, dass Berlin auf einem guten Weg ist.

Und das Wohnhochhaus auf der Fischerinsel wurde ja nun durch diverse historistische Vereine, wie das Bürgerforum Berlin oder der Berliner Historische Mitte e.V., mit Unterstützung durch Hans Stimmann verhindert. Dass die jetzt zur Klientel von Frau Lompscher gehören, wäre mir neu.
Klarenbach ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.12.17, 00:02   #85
Taxodium
Mitglied

 
Registriert seit: 08.11.2015
Ort: Berlin
Beiträge: 156
Taxodium ist im DAF berühmtTaxodium ist im DAF berühmt
Zitat:
Zitat von Konstantin Beitrag anzeigen
Ich komme normalerweise nicht in die Gefahr landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften zu verteidigen, aber hier können sie kaum etwas anderes tun.
Konstantin, ich glaube unsere Meinungen liegen gar nicht so weit auseinander.

Nur die Einschätzung, dass die WBM beim Bauvorhaben in de Köpenicker Straße kaum etwas anderes tun konnte, teile ich nicht. Die Ausbildung einer dreigeschossigen, aufgelösten Pavillon-artigen Randbebauung an dieser Stelle beweist, dass der Willen einen städtischen Raum auszubilden nicht vorhanden ist. Die Planung hat durch die fehlende Höhe und der zerklüfteten Baukörper einen Peripherie-Charakter bekommen. Die Spiegelung des Punkthochhäuschens an der Heinrich-Heine-Straße ist ein formales Spiel ohne erkennbaren Zugewinn an Urbanität oder Wohnfläche. Das Ganze ist aus dem Objekthaften der Architektur entwickelt.

Interessant wird der Vergleich mit diesem Bauvorhaben in der Friedrichstadt werden. Auch hier eine ähnliche Situation im Schatten eines Scharounschen Riegels aus den Siebzigern.

Bezüglich der Baupolitik des Senats hat sich tatsächlich zwischen RS und RRG wenig geändert. Gerade die Grünen müssten aus ihrem Verständnis der Dinge eigentlich vehement für eine städtische Nachverdichtung eintreten. Aber aus Klientelpolitik schützen sie offensichtlich lieber das kleine grüne Idyll im Kiez als das große Ganze vor den Toren der Stadt. Das ist umso mehr enttäuschend.
Taxodium ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.12.17, 12:04   #86
Baukörper
Wichtiges Mitglied

 
Registriert seit: 18.08.2017
Ort: Gummersbach
Alter: 49
Beiträge: 619
Baukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfach
Ich störe mich an dem Begriff Klientelpolitik.
Natürlich sind die Wohngegenden, die die Innenstadt umschließen nicht so schick und die Bewohner nicht so wohlhabend. Außerdem macht es Sinn solche Gebiete nachzuverdichten, da die Infrastruktur vorhanden ist.
Aber trotzdem haben die Bewohner doch ein Recht auf Interessenvertretung oder Bestandsschutz.
Übertragen auf andere Gebiete würden sich doch auch schwarze und gelbe Politiker schützend vor ihre Klientel stellen, wenn z.B. vor Villen in Zehlendorf
ein Hochhaus mit Sozialwohnungen gebaut werden soll.

Das von taxodium gegebene Beispiel in der Franz-Klühs-Straße zeigt wie man es besser machen kann.
Es liegt nördlich des höheren Bestandes und beeinträchtigt diesen z.B. bezüglich Lichtverhältnissen kaum.
Leider sind solche Gegebenheiten selten.
Baukörper ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.12.17, 18:19   #87
Konstantin
Diamant-Mitglied

 
Benutzerbild von Konstantin
 
Registriert seit: 05.10.2009
Ort: Potsdam
Beiträge: 3.765
Konstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle Zukunft
^Da hast Du doch "Klientelpolitik" präzise beschrieben. Das ist in beiden Fällen zu kritisieren, wenn nicht gesamtstädtisch gedacht wird.
__________________
Ubi bene, ibi patria. Aristophanes
(C) für Abbildungen, soweit nicht anders angegeben, bei mir
Konstantin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.12.17, 20:54   #88
Hallole
Silbernes Mitglied

 
Registriert seit: 23.07.2017
Ort: Berlin
Beiträge: 770
Hallole braucht man einfachHallole braucht man einfachHallole braucht man einfachHallole braucht man einfachHallole braucht man einfachHallole braucht man einfach
http://www.berliner-woche.de/mitte/b...e-d139127.html
Lompscher & Baustadtrat Gothe "kämpfen" demnach jetzt für das WOHNhochhaus.
Laut Artikel behaupteten - nicht näher genannte - Kritiker, der "wahre Grund" für die BÜROhochhauspläne seien hohe Kosten der Architekturbüros Love architecture und Architektur Consult mit Tiefgaragen, begrünten Dächern und schicken Höfen - allerdings beim dreigeschossigen Flachbauriegel davor.
Hallole ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.10.18, 12:17   #89
Backstein
Diamant-Mitglied

 
Benutzerbild von Backstein
 
Registriert seit: 01.03.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 4.958
Backstein genießt höchstes AnsehenBackstein genießt höchstes AnsehenBackstein genießt höchstes AnsehenBackstein genießt höchstes AnsehenBackstein genießt höchstes AnsehenBackstein genießt höchstes AnsehenBackstein genießt höchstes AnsehenBackstein genießt höchstes AnsehenBackstein genießt höchstes AnsehenBackstein genießt höchstes AnsehenBackstein genießt höchstes Ansehen
WBM Mitte Schmidstraße

Bilder zuletzt hier

Nachdem die langweilig-grauen Neubaukisten südlich der Schmidstraße seit längerer Zeit fertiggestellt sind, hier noch aktuelle Bilder des inzwischen ebenfalls fertiggestellten Neubaus nördlich der Schmidstraße.

Immerhin mit Holz und kräftig farbigen Markisen:





__________________
Für von mir eingestellte Bilder gilt: ©Backstein
Sehr alte Bilder sind z. T. nicht mehr verfügbar.
Backstein ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.



Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 04:36 Uhr.


Powered by vBulletin (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2018, Jelsoft Enterprises Ltd.
©2003-2018 Deutsches Architektur-Forum