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Alt 12.09.18, 23:36   #931
DUS-Fan
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^ Deine "Bilbao" und "China"-Vergleiche passen nicht zum Thema, denn leider hast du nicht verstanden, dass es in dem Artikel nicht um das Wachstum der Stadt an sich geht, sondern darum, dass das Wohnen für Normal- oder Geringverdiener in der Stadt immer schwerer wird!
Durch die immer weiter steigenden Mieten werden diese immer weiter an den Statdtrand und in die umliegenden Gemeinden gedrängt, was wiederum auch zu mehr Verkehr in der Stadt führt.
Und gerade diese Bevölkerungsschichten sind es doch, die die Stadt am Leben halten oder wer fährt z.b. die Straßenbahnen und Busse, damit die Besserverdienenden an ihren Arbeitsplatz kommen?
Glaub man Ernsthaft, das ein Busfahrer mit 2.400 Euro Brutto! und einer Familie mit 2 Kindern in Düsseldorf noch eine Wohnung bezahlen kann?
Ich sage nein - dazu passt auch dieser RP-Artikel, dass die Rhenbahn kein Personal findet und auch die Fahrgastzahlen zurück gehen (ob das nur an fehlenden Fahrern liegt, steht nicht im Artikel).
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Alt 14.09.18, 02:05   #932
Bau-Lcfr
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^ Bereits im letzten Satz der Einleitung heisst es, das "rasante Wachstum" sei ein Problem - muss man wirklich jeden Satz dreimal besprechen? (Später beschweren sich die Moderatoren ob der Wiederholungen - wie gerne würde ich in einer Welt leben, in der ein paar Sachargumente sofort einschlagen uns schwupp - die Realität ist schon eine andere.) Bilbao hat etwas über 8 Tsd. EW/Km² auf den 41 Km² des Stadtgebiets, das ist etwas mehr als die 7508 EW/Km² im Stadtbezirk 1 (die D-Dorfer Innenstadt). Im Zentrum (51 Tsd. EW / 2,14 km²) sind es fast 24 Tsd. EW pro Quadratkilometer und in den Tagen dort habe ich die Stadt als sehr lebenswert empfunden. Würde sich die Dichte der Düsseldorfer Stadtmitte (Bezirk 1) entsprechend erhöhen, ergäbe dies alleine auf den 11 Km² Platz für fast 200 Tsd. weitere Einwohner - wenn es irgendwelche Wachstumsgrenzen geben sollte, sind diese sehr, sehr weit entfernt.

Ohne die Busfahrer-Gehälter zu besprechen - mit dem vermeintlichen Recht auf das Wohnen in der Stadtmitte ist es so eine Sache: Wenn fast alle dort wohnen wollen, können doch nicht alle und auf irgend einem Weg muss die Auswahl erfolgen. Stell Dir vor, die halbe Stadtbevölkerung möchte in den Bezirk 1 ziehen - wenn nicht durch Geldbörse und Miethöhe, wie willst Du entscheiden, wer darf und wer nicht?

Dieses Dilemma kann durch Verdichtung im Zentrum zumindest geschwächt werden (dann passen mehr Leute rein), leider kommen immer wieder Lokalpolitiker mit Rheinhattan-Sprüchen. Sie sollten nur auf die Partnerstädte schauen - in Moskau soll 2018 ein Bau-Rekordjahr werden, mit 140 Wohnkomplexen mit insgesamt 30 Mio. Qm Wohnfläche. Warschau wächst ebenfalls, wobei die neuen Türme weit mehr Vielfalt aufweisen als die im Quartier Central auf dem Foto neben dem Kommentar. In Düsseldorf haben die Lokalentscheider keine größere Sorge als zumindest ein Geschoss eines Nicht-Wirklich-Hochhauses an der Berliner Allee zu streichen - oder nicht verschlafene Nächte wenn in Benrath zwischen Bahngleisen und Industriegebieten an gerade mal zwei Stellen mit 7 statt mit 5 Geschossen gebaut werden sollte. In Rath gab es sofort Geschrei auf die Anregung einiger Höhenakzente nördlich der Westfalenstraße (aber seltsamerweise nicht, dass die bereits gebauten niedrigen Klötze uniform und öde geraten sind). Wie viele Busfahrer hätten dort einziehen können.
Wenn sich nie-nie-niemals irgend etwas ändern darf, sind die Wachstumsgrenzen eng, doch nach solcher Prämisse wäre die Menschheit längst ausgestorben - Anpassung war das Erfolgsrezept.
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Geändert von Bau-Lcfr (14.09.18 um 08:02 Uhr)
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Alt 14.09.18, 20:49   #933
DUS-Fan
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^ Da du den Artikel scheinbar immer noch verstanden hast und zudem einzelne Sätze aus Kontext ziehst, machen eine Diskussion darüber für mich leider keinen weiteren Sinn.
Deine Erwartung, dass ein paar "Sach"-Argumente die gewünschte "Realität" erzeugen, ist nicht gerade realistisch und auch nicht gerade demokratisch.

Aber zu einem Teil deiner Ansichten muss ich doch noch kommentieren:
Zitat:
Zitat von Bau-Lcfr Beitrag anzeigen
Ohne die Busfahrer-Gehälter zu besprechen - mit dem vermeintlichen Recht auf das Wohnen in der Stadtmitte ist es so eine Sache: Wenn fast alle dort wohnen wollen, können doch nicht alle und auf irgend einem Weg muss die Auswahl erfolgen. Stell Dir vor, die halbe Stadtbevölkerung möchte in den Bezirk 1 ziehen - wenn nicht durch Geldbörse und Miethöhe, wie willst Du entscheiden, wer darf und wer nicht?
Weder in meinem letzten Beitrag, noch im RP-Kommentar ist die Rede davon, dass sich die Wohn- und Mietenproblematik der Normal- oder Geringverdiener sauf die Innenstadt bezieht, es geht um fast alle Stadtteile!
Auch wenn du jetzt vom Bezirk 1 sprichst (und damit die Stadtteile Stadtmitte, Altstadt, Carlstadt, Pempelfort, Golzheim und Derendorf meinst) - es kann doch nicht dein Ernst sein, das nur der Geldbeutel entscheiden soll, wer wo wohnen darf!
Auch in diesen Statdteilen muss viel stärker das Handlungskonzept Wohnen durchgesetzt wird - die Anteile an Sozialwohnungen und preisgedämpften Wohnen sollten soar noch erhöht werden!
Zudem muss die Mietpreispremse viel schärfer greifen (und kontrolliert werden!) und auch endlich mit einem Zweckemfremdungsverbot gegen die AirBnB-FeWo-Vermietung vorgegangen werden - denn nur durch bauen alleine kann man die Mieten nicht im Griff halten.
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Alt 17.09.18, 01:01   #934
Bau-Lcfr
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Park(ing) Day

Zufällig ergoogelte ich diesen Text zur internationalen Aktion Park(ing) Day am 21. September, während der Parkplätze temporär u.a. als Grünflächen umgewidmet werden - ein Foto zeigt eine längerfristige Umwidmung in Breslau. In Deutschland gibt es Aktionen u.a. in Berlin, Hamburg, München und Frankfurt - wie ich ergoogelt habe, neulich auch in Düsseldorf.

Der Text steht zwar auf einer Klimaschutz-Webseite, doch zum Anfang und auch weiter wird der Flächenverbrauch für die Autos und besonders das Parken erinnert. Die empfohlenen Verknappung und Bepreisung der Parkplätze empfehlen viele Stadtplaner schon länger, leider setzt es sich gegen ein vorstädtisches Leitbild vieler Leute mit EFHs und PKW nicht durch - etwas, was man im Rahmen der Anpassung an die Urbanisierung aufgeben müsste.
Laut Text kostet das Parken in London das Doppelte der Berliner Preise. Das Anwohnerparken sei in Deutschland (auch in Düsseldorf) via Bundesgesetz auf maximal 30,70 EUR beschränkt - in Kopenhagen sind es 535 EUR, in Stockholm 827 EUR.

In der Wikipedia fand ich, dass der New Yorker Times Square 2009 im Rahmen der Aktion zum Teil in eine Fußgängerzone umgewandelt wurde - was so sehr gefiel, dass eine dauerhafte Umwandlung beschlossen wurde. Wenn in Düsseldorf eine Aktion auf der Brunnenstraße geplant ist - etwa den Karolingerplatz könnte ich mir durchaus dauerhaft ohne Parkplätze und gerne mit weniger Verkehrsfläche vorstellen, dafür mit mehr Begrünung und Aufenthaltsqualität.

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BTW: Eine interessante Erkenntnis aus München - ein DAF-Moderator schreibt, dieselben Leute würden genauso gegen Mietpreise protestieren, wie auch gegen Nachverdichtungen - die überhaupt eine Lösung bzw. Linderung des Preisproblems ermöglichen. Den gleichen Verdacht habe ich schon länger, auch auf unsere Gegend bezogen. Ob sich auch bei uns etwas in den Köpfen ändern könne, bin ich gespannt.
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Geändert von Bau-Lcfr (17.09.18 um 12:14 Uhr)
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Alt 17.09.18, 21:49   #935
VflBorussia
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VflBorussia hat die ersten Äste schon erklommen...
https://rp-online.de/nrw/staedte/due...u_aid-33022255

Heute ist in der RP ein ganz interessanter Beitrag über die Optionen für die Oper inklusive verschiedener Ideen der Projektschmiede samt Visualisierungen erschienen.
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Alt 17.09.18, 22:55   #936
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^ Zu prüfen ob die Option, Neubau an gleicher Stelle statt Sanierung Sinn macht, ist nicht verkehrt.
Die Option, Sanierung und Erweiterung geht für mich gar nicht, es wäre sträflich, weiter in den Hofgarten reinzubauen.
Ebenso halte ich einen Umzug an andere Stelle (etwa den Medienhafen) nicht nur aus dem Grund, dass die Kulturmeile "rund um den Hofgarten" nicht auseinander gerissen werden sollte, für falsch.
Auch der Verkauf des jetzigen Grundstücks mit der Prämisse, möglichst viel Geld einzunehmen, so dass dort ein Hochhaus entstehen könnte, ist ein Unding!
Der Hofgarten sollte von weiteren Bauprojekten verschont bleiben, der Kö-Bogen I reicht und die Zusammenführung der beiden Hofgartenteile ist Dank der verbliebenen Straßenbahnschienen leider auch nur Stückwerk!
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Alt 18.09.18, 00:06   #937
Bau-Lcfr
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Zumindest in der Bundesregierung scheint die Erkenntnis angekommen zu sein, dass man die Wohnungsmarkt-Lage nur dann stabilisieren kann, wenn man genügend Wohnungen baut - um bis 2021 1,5 Mio. neue WE zu bauen, wurden Steueranreize beschlossen, über die Handelsblatt gestern berichtete. Förderfähig seien Wohnungen bis zu 3000 EUR/Qm Herstellungskosten - laut Artikel rätseln Experten, ob dies auch die Grundstückskosten beinhalte oder nur reine Baukosten. Der wohnungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion erinnert, dass in Ballungszentren (wo Wohnungen besonders fehlen) die Baukosten besonders hoch sind.
Der Präsident des Immobilienverbandes Deutschland hofft, dass "populistische Maßnahmen" ausbleiben werden wie der von der SPD angeregte "Mietenstopp". Ich hoffe, ich muss hier nicht erklären, dass ein solcher absolut nichts am Fehlen der Wohnungen ändern könnte, welches Fehlen die Preise steigen lässt. Das wäre irgendwie so, als ob man das Gesundheitswesen durch ein staatliches Verbot des Hustens ersetzen möchte.

Der IVD-Präsident regt noch zwei Massnahmen an - Hilfe des Bundes bei der Sanierung der Altlastenflächen sowie beim Infrastruktur-Aufbau für neue Wohngebiete. Ich würde lieber stattdessen den Infrastruktur-Ausbau für Nachverdichtungen unterstützen - wenn man neue Flächen ausweist und minimal nutzt, braucht man gleich weitere samt neuer Infrastruktur. Nachverdichten ist viel effizienter.
Dazu muss sich aber wirklich was ändern wie die bisherige Priorität für allerlei Heilige Kühe wie Kleingärten in bereits erschlossenen Gegenden - oder die ewige Totschlag-Keule der Luftschneisen, wo nie verraten wird, wie genau in Zahlen die Lüfte ausgebremst wären. Oder alle solche Initiativen wie in Seestern, die das Halbieren eines Wohnhochhauses bewirken können, unter Berufung auf verfiefte Marktanalyse, wie sie eine der Zeitungen zitierte - "das kriegen die niemals vermietet". Wie denn - Wohnungen fehlen und welche würden im mittleren Marktsegment (es sollte dort kein Luxusturm werden) angeblich leer stehen?
Und noch die weitere ewige Keule der Verkehrsprobleme - absolut lösbarer, wenn die Stadt konsequent auf eine Verschiebung der Verkehrsmittelanteile hin zu platzsparenden arbeitet.
Wenn man sich anschaut, was alles in der planungspolitischer Praxis unantastbar bleibt, kann man unmöglich glauben, die Wohnungen würden fehlen - in so einem Fall müsste hier und da ein Umdenken stattfinden.

Eine Gewerkschaft will wiederum Bundes-Geld für den sozialen Wohnungsbau - das Pestel-Institut errechnete, dass eine Sozialmietwohnung im Schnitt 80.000 EUR Förderung benötigt. Es ist ehrlicher, wenn dieses Geld Politiker bereitstellen, die so gerne über Soziales reden - statt Nachbarn via Pflichtschlüssel usw.
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Geändert von Bau-Lcfr (18.09.18 um 07:53 Uhr)
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Alt 18.09.18, 19:46   #938
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^ Wenn man einen Artikel wiedergibt, bitte keine "alternativen Fakten" verbreiten!
Zitat:
Zitat von Bau-Lcfr Beitrag anzeigen
Zumindest in der Bundesregierung scheint die Erkenntnis angekommen zu sein, dass man die Wohnungsmarkt-Lage nur dann stabilisieren kann, wenn man genügend Wohnungen baut - um bis 2021 1,5 Mio. neue WE zu bauen, wurden Steueranreize beschlossen, über die Handelsblatt gestern berichtete.
Wo steht, dass nur mit bauen alleine die Wohnungsmarktlage stabilisiert werden kann?
Es wurden noch gar keine neuen Steueranreize beschlossen, nur das Baukindergeld kann ab heute beantragt weerden, ansonsten gibt es nur Vorschläge und morgen einen Termin, einen Beschluss zu fassen.

Zitat:
Zitat von Bau-Lcfr Beitrag anzeigen
Der Präsident des Immobilienverbandes Deutschland hofft, dass "populistische Maßnahmen" ausbleiben werden wie der von der SPD angeregte "Mietenstopp". Ich hoffe, ich muss hier nicht erklären, dass ein solcher absolut nichts am Fehlen der Wohnungen ändern könnte, welches Fehlen die Preise steigen lässt. Das wäre irgendwie so, als ob man das Gesundheitswesen durch ein staatliches Verbot des Hustens ersetzen möchte.
Mal davon abgestehen, dass du das Wörtchen "nur" vor "populistische Maßnahmen" unterschlagen hast - was hat der von der SPD gewünschte Mietenstop mit neu bauen zu tun?
Dieser greift doch nur bei fertigen Wohnungen und was ist dagegen einzuwenden, dass die Mieten dort, wo der Wohnungsmarkt angespannt ist, in den nächsten 5 Jahren nur in Höhe der Inflationsrate teurer werden dürfen?
Das schützt die Bestandsmieter, zumal die wenigsten Gehaltserhöhungen oberhalb der Inflationsrate bekommen.
Dein Vergleich mit "Das wäre irgendwie so, als ob man das Gesundheitswesen durch ein staatliches Verbot des Hustens ersetzen möchte." hinkt - richtig wäre aber in dem Fall, den Preis des Hustensaftes zu reglementieren, um das Problem zu lösen!

Das ewige Bashing und die Verteufelung der Kleingärten, neuen Wohngebiete, Luftschneisen und Autos erspare ich mir zu kommentieren, da diese mir zu weltfremd sind....
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Alt Gestern, 00:41   #939
Bau-Lcfr
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Solche populistische Aktionen wie Mietpreisbremsen bzw. Stops wurden schon öfters durchgekaut - wenn es zu wenige Wohnungen gibt steigen halt die Preise und dagegen hilft nur Bauen, wie der Düsseldorfer OB es sogar dreifach ausspricht. Dafür muss man allerdings allerlei Zöpfe überwinden - durchaus zentrale Gebiete, wo man gar nicht oder zuwenig bauen darf, weil hier XY einen Privatgrillplatz auf fast umsonst gepachteten Land haben will, da sollen angeblich Luftmoleküle ausgebremst werden (dann müssten die Bewohner der Tausenden richtig dicht bebauten Städte längst erstickt sein), woanders wiederum möchte jemand am liebsten kilometerweit um sein Haus möglichst nur EFHs sehen (in Seestern wären die paar protestierenden Anwohner nicht mal vom Schatten des Wohnhochhauses tangiert) und so weiter, aus etlichen Threads bekannt. Wenn sowas von Firlefanz wichtiger als Bautätigkeit bleibt, ist der Leidensdruck offenbar gar nicht so groß.
Zum Vergleich: in Singapur werden sogar Friedhöfe bebaut, DAS ist Leidensdruck.
Stadthäuser auf einem Gebiet mit Strab-Erschliessung kaum 1000 Meter von der Stadtmitte entfernt? Dann wundert man sich, dass Bauland ausgegangen ist.

Zumindest die Stellplatzsatzung konnte inzwischen flexibler werden - in London gibt es gar Projekte mit Luxuswohnungen je eine WE pro Geschoss (oder Penthouse auf zwei Etagen) mit weniger Stellplätzen als Wohnungen.

Ein Verbot des Preissteigens bedeutet lediglich, dass es immer längere Interessentenschlangen bei den Mietercastings gibt, wie in vielen Städten beobachtet werden kann - und dann bekommt eh der solventeste Interessent die Wohnung, nicht der Ärmste. Der Preisanstieg ist wie das Husten ein Symptom der Angebot/Nachfrage-Kluft - die Heilung möglich nur dann, wenn das Angebot größer wird, zur Nachfrage passend. Gelingt das nicht, ist ein Verbieten der Symptome absurd.

Ich hoffe, bei den Sozialwohnungen setzt sich die Erkenntnis durch, dass wenn die Politik welche wünscht, sollte sie gefälligst mit je 80 Tsd. EUR (wie von einem Institut geschätzt) pro Sozial-WE kommen. Beim Googeln fand ich schon mal einen Text, wo die Düsseldorfer Grünen mindestens 50% wünschen - wozu Haushaltsmittel suchen, wenn der Nachbar zwangssponsern könnte? Ich verknif mir die Erwähnung mit dem Sarkasmus, dass man so bald bei 100% ankommen könnte, da es mir bereits zu sarkastisch schien. Die Realität hat meine Vorstellungen übertroffen - ich fand dieses Interview mit einem Düsseldorfer Bürgermeister von den Grünen, der wirklich "eine 100-Prozent-Quote für Sozialwohnungen" fordert. Würde heissen - kein einziger Nachbar, der zwangsquersponsern könnte - der Investor möge den Fehlbetrag wohl aus eigener Tasche auf den Tisch legen. Das ist doch schlimmer als Trump mit seinen unüberlegten Sprüchen - aber spätestens jetzt müsste die Sackgasse des Zwangssponserns sichtbar sein.
Davor kommt noch die Aussage, Düsseldorf sei mit 635 Tsd. EW am Limit - ach was, wie sind denn etliche Millionenstädte entstanden? Limit ist dann, wenn niemand mehr zuziehen will, bis dahin sollte sich die Stadtplanung und die Verkehrsplanung auf das Wachsen anpassen, davon sehe ich aber wenig.
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