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Alt 28.12.13, 19:37   #1246
jan85
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Dass Berlin anno dazumal schon mal deutlich mehr Einwohner (zu großen Teilen Arbeiterfamilien) hatte, ist mir natürlich auch bekannt. Aber damals haben die Leute sich ja mW auch regelrecht gestapelt. Heute könnte man z.B. den damaligen Wohnraum pro Person kaum noch vermitteln und die notwendige Infrastruktur für die anderen Lebensgrundlagen und -gewohnheiten (kürzere Arbeitszeiten, mehr Freizeitverhalten usw.) ist natürlich auch nicht ganz so leicht zu vergleichen. Zudem hat man glaube ich den ÖPNV damals generell nicht ganz so häufig bzw. so intensiv genutzt wie heute was wohl auch an dem recht chaotischen System bzw. den teils inkompatiblen Systemen (umsteigen zwischen den Verkehrsmitteln) gelegen haben dürfte (ich meine jedenfalls das mal irgendwo gelesen zu haben). So viele Besucher wie heute hatte die Stadt sicher damals auch nicht, auch wenn sie nach damaligen Maßstäben natürlich absolut als Weltstadt galt (aber damals war eben auch noch nicht so ein leistungsfähiges Fernverkehrssystem vorhanden).
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Alt 28.12.13, 22:27   #1247
Eisber
 
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Da hast du wirklich einen falschen historischen Eindruck. NIE WIEDER war Berlin so "buzzing", die Straßen und Plätze und Boulevards etc. so voller Menschen, wie in den "Goldenen 20ern". Aus dieser Zeit stammen auch die "Mythen" des Alex, des Ku'damm usw., von dem Nimbus, der in dieser Zeit entstand, zehren die noch heute. In ganz tollen zeitgenössischen Romanen wurde das Berlin dieser Zeit verewigt, solltest du unbedingt lesen. Exemplarisch sei Döblins "Berlin Alexanderplatz" genannt, das rastlose Lebensgefühl des Berlins dieser Zeit überträgt sich richtig auf den Leser.

ÖPNV in Berlin war schon immer preisgünstig und stark nachgefragt. Und wie gesagt, die ganze Infrastruktur aber auch die Quartierplanung, die Parks usw. sind ja für eine gute Mio. mehr Menschen ausgelegt. Und zu Zeiten des Kaisers, auch der Weimarer Republik und auch der Nazizeit hatte Berlin ja eine viel größere Bedeutung als heutzutage (politisch und ökonomisch), heute ist die politische Macht in Deutschland föderal verteilt, wobei Berlin v.a. Treffpunkt ist, weniger hat Berlin selbst groß mitzureden. Das war sehr anders. Ebenso das ökonomische Gewicht. Heute ist Berlin die größte Stadt unter Gleichen in Europa, auch innerhalb Deutschlands. Das heißt natürlich umgekehrt dass man früher in Berlin wesentlich großzügiger planen konnte (finanzieller Spielraum) und auch wollte (Prestige).
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Alt 28.12.13, 22:52   #1248
tel33
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Zitat:
Zitat von Chandler Beitrag anzeigen
Während die Nutzer heute überwiegend aus diesen ärmeren Teilen der Einwohnerschaft kommen. Es ist deshalb wohl schwierig jetzt einen sinnvollen Vergleich mit der Vorkriegszeit zu machen.
Falls es so ist, liegt dies aber keineswegs an den günstigen Fahrpreisen heutzutage, sondern in erster Linie an den subventionierten Sozial-Tickets für Bedürftige.
Was die Einkommensrelation betrifft, so lässt sich z.B. für 1940 festhalten, dass ein Fahrschein 25 Pfennig kostete und ein einfacher Arbeiter so ca. 200 RM nach Hause brachte. Da sehe ich jetzt keine wesentliche Verbesserung.
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Alt 28.12.13, 23:55   #1249
Chandler
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Naja, regelmäßige Nutzer haben ein Jahresabo z.B. Berlin AB für 60€ Monat. Das Sozialticket liegt bei 36€ Monat. Schüler/Azubis/Studenten/Rentner bekommen auch unterschiedliche Ermäßigungen. Dann gibt es noch ermäßigte Monatskarten über den Arbeitgeber (Firmentickets).

Ein Auto kostet ein Vielfaches dieser Beträge pro Monat.
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Alt 28.12.13, 23:55   #1250
jan85
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@Berchen: Ich glaube, Du verstehst mich da einfach etwas falsch. Ich weiß doch selbst, dass Berlin damals eine pulsierende Metropole war und auch dass seit Ende des Krieges nie wieder so viele Menschen auf so engem Raum lebten wie davor. Dass damals auch schon sehr viele Menschen den ÖPNV nutzten, habe ich doch auch gar nicht bestritten. Ich hatte aber eben auch mal gelesen, dass es damals lange Zeit mit dem Umsteigen komplizierter war als heute weil es verschiedene Anbieter für die verschiedenen Transportmittel gab. Das hat sich dann wohl irgendwann durch eine Fusion der Anbieter verbessert. Zudem hatten die Leute ja damals deutlich mehr zu arbeiten und entsprechend weniger Freizeit als heute. Daher war ich schon davon ausgegangen, dass viele Leute primär einen Weg gesucht haben mit möglichst wenig Umsteigen von zu Hause zur Arbeit und zurück zu kommen und sich sonstige nötige oder erwünschte Fahrten für Freizeit, Einkauf womöglich nicht ganz so stark niederschlugen wie heute. Zudem gab es damals ja sicher nicht ganz so viele Besucher in der Stadt wie heute.

Aber ich habe inzwischen mal etwas recherchiert und habe tatsächlich gestaunt: So gab es z.B. 1929 allein weit über 900 Mio Fahrgäste bei der Straßenbahn die damals wohl ihren Höhepunkt hatte bevor der Omnibus ihr dann immer mehr das Wasser abgrub (der hatte zum etwa gleichen Zeitpunkt wie auch die U-Bahn schon deutlich über 200 Mio Fahrgäste pro Jahr und legte dann auf Kosten der Trams immer mehr zu, zur S-Bahn habe ich keine genauen Zahlen gefunden). Und die verschiedenen Anbieter brachten zwar tatsächlich Chaos ins System, aber sorgten durch die Konkurrenzsituation für absolute Kampfpreise und damit auch für diese gewaltigen Zahlen Fahrgäste. Das war mir so nicht bekannt. Insgesamt komme ich so aber immer noch auf recht ähnliche Zahlen wie sie heute wieder vorliegen. Zudem haben die Leute eben heute andere Ansprüche, da kann man nicht so viele Leute in einen Bus oder Waggon quetschen wie früher ebenso wie die Menschen heute nicht mehr so beengt wohnen wollen. Und der seit dem Ende des 2. Weltkriegs in neuem Ausmaß hinzugekommene Individualverkehr sowie der Lieferverkehr nutzt ja heute an vielen Stellen die gleiche Infrastruktur wie der ÖPNV. Von daher mache ich mir schon gewisse Sorgen, ob die Infrastruktur dem gewachsen ist. Wenn da wirklich in absehbarer Zeit noch mal ca. 250.000 Einwohner hinzukommen und die Besucherzahlen steigen, könnte das mE schon sehr eng werden...

http://www.berliner-verkehr.de/thistori.htm
http://www.bvg.de/index.php/de/3903/...e+der+BVG.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Busverkehr_in_Berlin
http://de.wikipedia.org/wiki/Geschic...bahn_in_Berlin
http://de.wikipedia.org/wiki/Geschic...erliner_U-Bahn
http://de.wikipedia.org/wiki/Geschic...erliner_S-Bahn
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Alt 02.01.14, 15:44   #1251
jan85
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BVG rüstet sich für zunehmenden ÖPNV

Passend zu unserer jüngsten Diskussion fand ich einen aktuellen Artikel in der MoPo. Dort geht es eigentlich um die neue Langversion der Flexity (245 vs. 185 Passagiere). Nebenbei wird aber auf die generelle Entwicklung bei den Passagierzahlen eingegangen, die die Verkehrssparten "vor erhebliche Anforderungen" stelle. Insbesondere während des Berufsverkehrs herrsche "in Busse und Bahnen drangvolle Enge". Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Eine dauerhafte Entlastung könne nur durch "zusätzliche und vor allem größere Fahrzeuge" kommen. Da sei man mit den bestellten und teils ausgelieferten neuen Trams besser aufgestellt als in anderen Bereichen.

http://www.morgenpost.de/berlin-aktu...erlin-ein.html
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Alt 14.01.14, 15:21   #1252
Backstein
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Neues Empfangsgebäude Bf. Gesundbrunnen 2015 fertig

zuletzt #1185

Das in Bau befindliche Empfangsgebäude des Bahnhofs Gesundbrunnen wird ein Jahr später fertig als ursprünglich geplant - nämlich erst im Frühjahr 2015.
Das berichet die Morgenpost.

Gründe für die Verzögerung sind u. a. die große Dachfläche und undichte Stellen in der Bahnhofsplatte, wodurch öfter mal Regenwasser in den unterirdischen Verbindungsgang lief.

BTW: Ich selbst war seit längerem nicht mehr oben auf der Straßenebene des Bahnhofs, aber vor kurzem konnte man in einem RBB Beitrag sehen, dass bereits erste horizontale Dachträger für die Halle montiert wurden.
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Alt 14.01.14, 17:40   #1253
Ostkreuzblog
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Dazu gibt es jetzt seit letzter Woche auch eine Webcam
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Alt 20.01.14, 20:01   #1254
ruhrbaron
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Zitat:
Zitat von jan85 Beitrag anzeigen
. Insbesondere während des Berufsverkehrs herrsche "in Busse und Bahnen drangvolle Enge". Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Eine dauerhafte Entlastung könne nur durch "zusätzliche und vor allem größere Fahrzeuge" kommen.
Da könnte sich m.E. der Bau einer U-Bahn lohnen.

Also in den Planungen von Mitte 90

die U3 vom Alex nach Karow/Falkenberg
und die U11 vom Alex nach Marzahn

http://www.u-bahnbilder.de/PDF/u_planung_1995.pdf
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Alt 20.01.14, 22:03   #1255
necrokatz
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necrokatz ist ein hoch geschätzer Menschnecrokatz ist ein hoch geschätzer Menschnecrokatz ist ein hoch geschätzer Menschnecrokatz ist ein hoch geschätzer Mensch
^^ Interessant, diese Planungen kannte ich gar nicht. Mittlerweile würde es sich vielleicht sogar lohnen, die U-Bahn in Pankow weiter auszubauen, dem starken Wachstum sei dank.
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Alt 21.01.14, 15:10   #1256
Backstein
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^ Interessant allemale, mehr leider nicht. Solche Wunschtraum-Netzpläne gibt es zuhauf und basieren z. T. auf dem alten 200-km-Plan.

Immerhin wurden ja einige wenige Stationen, die im oben verlinkten Plan als geplant eingezeichnet sind, tatsächlich umgesetzt (Hermannstr., Pankow und Warschauer Str.) - zzgl. der in Bau befindlichen Kanzlerstrecke.

Das meiste davon wird aber nie realisiert werden.
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Alt 21.01.14, 20:09   #1257
Kleist
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Wie man vom Rathaus Steglitz zur Neuen Filandastraße kommt, dürfte das Geheimnis des - Wünsch Dir was U-Bahn Streckendesigners- bleiben. Da müsste man eine steile ~ 100 ° Kurve hinlegen.

Die einzigen Neubau Wünsche die ich noch hätte, wäre der Anschluß des Märkischen Viertel und die Verlängerung der U3 von Krumme Lanke bis zur S Bahn Mexikoplatz. Was ich wichtiger finde, ist die Investition in bestehende Strecken und in moderne, klimatisierte Züge.
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Alt 21.01.14, 20:42   #1258
ruhrbaron
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Zitat:
Zitat von Kleist Beitrag anzeigen
Wie man vom Rathaus Steglitz zur Neuen Filandastraße kommt, dürfte das Geheimnis des - Wünsch Dir was U-Bahn Streckendesigners- bleiben. Da müsste man eine steile ~ 100 ° Kurve hinlegen.
Also der Abzweig vom Rathaus Steglitz zur Neuen Filandastraße existiert bereits.
http://upload.wikimedia.org/wikipedi...hloßstraße.png

Ich finde die U-Bahn Richtung Marzahn würden Sinn machen, da die Strecken stark gefragt sind (Straßenbahn) und am günstigsten von allen Ubahnen zu bauen ist.
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Alt 21.01.14, 21:26   #1259
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StadtLandFluss wird schon bald berühmt werdenStadtLandFluss wird schon bald berühmt werden
Bis Marzahn stimme ich euch auf jeden Fall zu. Ich finde aber auch die Verlängerung der U5 (U55) bis Turmstraße (würde auch dem Hauptbahnhof gut tun) und die Verlängerung der U1 über die Warschauer bis zum Frankfurter Tor wirklich wichtig, das diese Strecken häufig nur mit mehrfachem Umsteigen und mit großem Zeitaufwand verbunden sind. Aber wie schon @Kleist geschrieben, ist ja kein "wünsch dir was" und wir werden wohl noch sehr lange bis sehr sehr lange auf solche Erweiterungen warten müssen. Toll wäre es allemal.
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Alt 22.01.14, 01:53   #1260
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Zitat von Kleist Beitrag anzeigen
Was ich wichtiger finde, ist die Investition in bestehende Strecken und in moderne, klimatisierte Züge.
Ich hoffe das man den Fehler die U-Bahnzüge mit Klimaanlagen auszustatten nicht auch in Berlin macht.

Wer im Sommer schon mal in New York mit der U-Bahn gefahren ist, der weiss wovon ich schreibe.
Da unten sind es ungelogen 50°C. Das System heizt sich dabei immer weiter auf. Die warme Abluft der Klimaanlage wird in den Tunnel geblasen, das Gesamtsystem heizt sich auf was wiederum dazu führt dass die Klimaanlagen stärker arbeiten müssen was wiederum mehr Abwärme erzeugt....usw.

Lediglich Nachts haben die Tunnel im Felsgestein die Gelegenheit sich etwas abzukühlen. An einigen Stellen hat man extra Schächte vom Tunnel zur Straßenoberfläche gebaut. Das sind keine Notausgänge wie bei uns, sondern Abluftschächte für die Warmluft.

Für die Erweiterung der Linie 7 auf der WestSide baut man sogar ein extra Gebäude für die Ventilation der Tunnel.

Und es wird immer mehr Energie verbraucht.
Wollen wir das hier in Berlin wirklich auch?

Ich denke man kann auf die Klimaanlage in der U-Bahn sehr gut verzichten.
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