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Alt 08.07.18, 10:04   #91
nenntmichismael
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Wenn die Quelle tatsächlich so filetiert und parzelliert würde, wie Du es skizzierst, @nothor, dann könnte das schon funktionieren. Da stimme ich zu.

Skeptisch bleibe ich trotzdem nach wie vor. Denn selbst wenn man Kleinteiligkeit herstellt, bleiben ja noch die anderen Herausforderungen: der rechtwinklige Beton-"Charme", die zu hoch gelegenen Fensterbänder und allgemein der äußere Eindruck des ganzen Komplexes als monströser Riesen-Block. Wenn das Ergebnis wie bei der Blockrandbebauung ausfallen sollte, dann müsste man die Vorderfront zur Fürther Straße an den Stellen der massiven "Türme" jeweils unterbrechen und zusätzlich in die verbleibenden Blöcke noch Innenhöfe hineinschneiden. Denn alleine die Vorderfront hat die Dimension von vier nebeneinanderliegenden blockrandbebauten Straßenzügen.

Aber ich gebe natürlich zu, das sind in Teilen rein subjektive Empfindungen, basierend auf meinem persönlichen Geschmack. Wenn das Ergebnis des Umbaus den Leuten gefällt und wenn sich die von Dir kalkulierten ca. 1800 Familien/Haushalte finden, die dort einziehen wollen, dann ist das natürlich völlig in Ordnung - und wäre noch dazu für die Lage auf dem Nürnberger Wohnungsmarkt erfreulich. Nur mich kann man jedenfalls aus dem Kreis potentieller Miet- oder Kaufinteressenten streichen.
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Alt 08.07.18, 11:59   #92
nothor
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Meine Kalkulation ist wohl etwas hoch gegriffen, aber grundsätzlich würde ich die immernoch unterschreiben. Ohne den Quellebau zu filetieren hat er meines Erachtens keine Überlebenschance. Selbst wenn man duzende Nutzer fände, die gemeinsam eine Gesamtfläche von 250.000 qm in Lagerhausqualität belegen wollten hat man noch immer das Erschließungsproblem von zu wenigen Zugängen. Wenn ich mir dagegen ansehe wie anderswo schwierige Denkmäler umgebaut wurden um sie zu erhalten, z.B. die Reithallen an der Bärenschanze oder die Poststadt in der Allersberger Straße ist schnell klar, dass es ohne sichbare und tiefgreifende Eingriffe nicht gehen kann. Das Problem mit der Blockgröße lässt sich auch lösen, es müssen ja nicht zwingend Straßen hindurchgeschnitten werden, aber es muss Wege geben. Es reicht wenn man dazu hinter der Fassade entsprechende Schächte hineinschneidet um die Zuwegung und Belichtung zu realisieren, die Fassade zur Straße hin könnte wie ein Schallschutz stehenbleiben. In meinem Kopf sprudelt es da schon vor Ideen, und ich denke bei motivierten Architekten dürfte das nicht anders sein. Auf jeden Fall ist doch positiv, dass der neue Eigentümer, anders als Sonea Sierra, nicht von Anfang an mit seinen Plänen auf Konfrontationskurs mit der Stadt ist. Ein gigantisches Einkaufszentrum. Da war so 90'er....
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Alt 08.07.18, 13:12   #93
nenntmichismael
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Ja, die Reithalle und die Postlofts sind ähnlich wie die Tramlofts oder das Tucher-Areal super Beispiele dafür, wie man aus alter Industriearchitektur das Optimum rausholen kann. Ich hatte früher auch immer gehofft, dass man aus den riesigen Sandstein-Hallen der Bahn an der Bahnhofsstraße gegenüber dem Rundbau der Post, wo heute das Novotel steht, etwas hätte machen können. Leider hat man die ja voreilig für das Sportkaufhaus abgerissen, aus dem dann nie was wurde. Solche alten Hallen und Bauten haben oftmals den riesigen Vorteil, dass sie von Zimmerhöhe, Fenstergröße, Raumgröße etc. weitaus mehr zu bieten haben als die heutige Einheitswohnung mit niedriger Decke und Guckloch-Fenstern.

Auch wenn die Quelle ein besonders schwieriger Fall ist (weil einige dieser Voraussetzungen eben fehlen), hoffe ich wie Du das Beste. Besser als ne Shopping-Mall lässt sich das Vorhaben alle Mal an.
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Alt 04.08.18, 16:49   #94
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Gestern war ich abends nochmal am Quellegebäude, denn dort ist an der Hauptfassade eine Stelle, an der man wohl schoneinmal das Problem der zu hoch liegenden Fensterunterkanten gelöst hatte. Im 3. Obergeschoss kann man einen Abschnitt sehen, bei dem etwa 8 Lagen der charakteristischen gelben Klinkerziegel abgenommen worden sind um die Fensterbank um etwa 70 cm (8,5cm x8) tiefer zu legen:



Ich weiß zwar nicht ob das reicht, aber in etwa stelle ich mir die Lösung des Problems vor. Der Bau behielte seine wesentliche Charakteristika, zumindest dann wenn man es umlaufend und überall tiefer legt. Zusätzlich würde man so eine Menge an Originalziegeln bergen können, die man für andere Ausbesserungs- Ergänzungs- und Anpassungsmaßnahmen hernehmen könnte. Probleme mit dem Denkmalschutz sollten nicht zu erwarten sein, denn der erlaubt schließlich anderswo ganz andere Eingriffe, wie z.B. Außendämmungen.
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Alt 21.08.18, 16:45   #95
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Dexter braucht man einfachDexter braucht man einfachDexter braucht man einfachDexter braucht man einfachDexter braucht man einfachDexter braucht man einfach
Die Gerchgroup wird nun konkreter was die zukünftige Nutzung betrifft.
Einen neuen Namen hat das Areal nun auch: "The Q"

Die veranschlagten Kosten von rund 700 Mio. EUR sind wohl für Nürnberg rekordverdächtig. Oder gab es in den vergangenen Jahren auch nur annähernd ein Projekt von dieser Größenordnung?

Die Aufteilung der 250.000qm sieht in etwa wie folgt aus:
  • 190.000qm für Wohnen, vorwiegend im ehem. Versandzentrum
  • Zusätzliche 10-15.000qm für Wohnen durch Neubau auf dem ehem. Parkplatz hinter dem Versandzentrum
  • Die übrigen Flächen sind für "kulturelle, gesundheitliche, sportliche, soziale und sonstige gewerbliche Nutzungen, Büro-, Geschäfts- und Verwaltungsnutzungen sowie ein Hotel mit bis zu 250 Betten" vorgesehen. Einzelhandel ist auf max. 18.800qm beschränkt

Nachzulesen hier:
https://www.immobilienmanager.de/nue...e-q/150/62651/

Oder auch hier:
http://www.nordbayern.de/politik/700...he-q-1.7962029

Und hier:
https://www.immobilien-zeitung.de/10...le-areal-the-q

d.
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Alt 06.10.18, 14:39   #96
nothor
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Ein gekürztes Interview mit Herrn Düsterdick von der Gerchgroup gibt es aktuell auf NN-Online zu lesen:

http://www.nordbayern.de/region/nuer...real-1.8156629

Darin deutet sich an, dass hier ein städtebauliches Konzept aus den 1970'ern wiederbelebt wird, mit Großwohnungsbau in den oberen Etagen und Gewerbe auf Straßenniveau. Herr Düsterdick sagt wohl auch expliziert, dass man es Zeiten in Deutschland gab, da niemand soetwas haben wolle. Ich vermute damit sind eigentlich die Städtebaulichen Konzepte der 1960'er und 1970'er gemeint, aber vielleicht irre ich mich. Nun denn, etwas andres könnte man im Quelleareal, das ja auch ein Kind dieser Zeit ist, nicht verwirklichen.
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