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Alt 12.06.18, 16:39   #1006
Stadtträumer
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Stadtträumer sitzt schon auf dem ersten Ast
Also ich hab mir die Altstadt vor 2 Wochen angeschaut - noch recht frisch also. Ich bin über die Qualität über die Maßen begeistert. Ihr habt richtig umgesetzt, was Dresden noch falsch gemacht hat (und wohl weiter machen wird).

Zur "Veschmutzung", welche Adama anführt: Ok, es ist ärgerlich und sicher nicht schön, aber führt das Ende nicht sogar zu einer gewissen "Patina", welche dem Ort ein Flair verleiht, dass er nicht mehr so frisch, sondern eben als angenommen und immer schon im Dasein verhaftet daherkommt? (logisch, dass man es mit gewissen Sachen nicht übertreiben darf).

Ich freu mich drauf, wenn die ersten Geranien die Fenster schmücken, die Läden öffnen, Alltag einzieht. Meine Güte habt ihr euch es schön gemacht! Applaus.

p.s.: bei meinem Rundgang habe ich die Ohren gespitzt - EGAL, welches Klientel da lang lief - jeder hatte nur Gutes für die Gegend übrig gehabt... bis auf eine Person: Sie zeigte auf die Schirn und meinte nur: "Das Ding ist ja so hässlich und passt hier überhaupt nicht hin." ;-)
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Alt 12.06.18, 21:29   #1007
OllaPeta
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OllaPeta sorgt für eine eindrucksvolle AtmosphäreOllaPeta sorgt für eine eindrucksvolle AtmosphäreOllaPeta sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäre
Ich habe heute mal einen kurzen Abstecher gemacht um mir die Altstadt endlich auch einmal anzusehen. Ich denke zur Architektur und zum Thema Reko vs. inspirierte Neuschöpfung ist im Grunde genug geschrieben worden. Mir persönlich gefällt die Mischung und die Intention ein Gefühl für die frühere "alte Altstadt" zu vermitteln, ist aus meiner Sicht gelungen. Was aber, wie mir heute auffiel, noch viel zu wenig gewürdigt wurde, ist eine wiedererlangte Qualität, die eine kleinteilige Altstadt oft auszeichnet und so auch die frühere Frankfurter Altstadt besaß, und zwar die Durchwegung. Stadt eines Klotzes wie dem Technischen Rathaus, existieren nun wieder kleine Gassen und Wege bspw. vom Hühnermarkt zur Braubachstraße. Dies ist für mich auch eine Qualität, die bei Altstädten häufig über die Jahrhunderte gewachsen, in modernen Überplanungen plötzlich keine Rolle mehr spielte.
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Man ersetze sinnlose Arbeit durch produktives Nichtstun!
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Alt 13.06.18, 13:53   #1008
epizentrum
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Zur Meldung oben zum Stoltze-Gitter ergänze ich eigene Bilder von eben jenem:



Der goldene Adler und ein Gitter-Detail:

Bild: http://www.dafmap.de/d/serve.py?2018/EPIAPC_1246.jpg Bild: http://www.dafmap.de/d/serve.py?2018/EPIAPC_1247.jpg
Bilder: epizentrum
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Alt 22.06.18, 11:55   #1009
SchwarzesSchiff
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Was mir bei dem Dom-Römer-Projekt besonders gefällt, ist die Einbettung des neuen Areals in seine Umgebung:
  • Der Dom bekommt ein kleinteiliges Umfeld, aus dem er herausragen kann. Der Römerberg bekommt ein Quartier, für das er seine Rolle als zentraler Platz ausfüllen kann. Und der Römer bekommt eine schnuckelige, süße Umgebung, über die er herrschen kann.
  • Die Folge von Plätzen wirkt intuitiv sehr stimmig. Dem hügeligen und lose eingefassten Römerberg wird am Hühnermarkt ein geometrisch strenger Kontrapunkt gesetzt. Und überall in der Umgebung sind kleine halb-eingefasste Plätze, die zum verweilen einladen (der Platz vor dem Kunstverein, der Platz auf dem Schirn-Plateau, der Platz vor der Goldenen Wage, der Domplatz, etc.).
  • Mir gefällt das Konzept sehr gut, wie man die Kontraste und Brüche der Umgebung „eingefangen“ hat. Das, was die Bauten der Umgebung gemein haben - nämlich die Satteldächer -, betont man indem man dieses Gestaltungselement bei den Neubauten übernimmt. Das, was die Bestandsbauten unterscheidet - nämlich Gliederung und Fassade - betont man, indem man weitere Variationen hinzufügt. Damit wirkt die Altstadt (alt + neu) gleichzeitig konsistent und bunt.
  • Gerade die etwas „unpassenderen“ Neubauten, wie das „Stadthaus“ oder das „Alte Kaufhaus“, besitzen eine sehr verbindende Kraft, mit der das Areal in die Umgebung integriert wird. Außerhalb des Dom-Römer-Gebiets sind es vor allem das Historische Museum und die Evangelische Akademie, die aus den sehr unterschiedlichen Bauten der Umgebung ein Ensemble machen.
  • Ich war nie Fan der 50er-Jahre-Bauten am Römerberg. Aber jetzt, wo sie nicht mehr dominant wirken sondern nur noch wie eine von vielen Varianten des gleichen Grundstils, sehe ich diese Gebäude zum ersten mal als Bereicherung.
  • Ein wenig enttäuscht bin ich von der Braubachstraße. Die Atmosphäre der bestehenden Altbauten (düster? frankfurterisch?, kleinbürgerlich?) wird von den Neubauten keineswegs aufgegriffen. Auch wenn ich die Neubauten einzeln betrachtet sehr gelungen finde, sind sie hier Fremdkörper.
  • Ansonsten finde ich alle Neubauten mehr oder weniger gelungen. Etwas mehr kreativer Umgang mit den Satzungen hätte sicher gut getan. Nur das Haus „Stadt Mailand“ empfinde ich als unangenehm anbiedernd.

Was kann man aus dem Bau des Dom-Römer-Areals für weitere Stadtentwicklungen lernen? Vieles. Nämlich...
  • dass Frankfurt mit detailverliebter und menschenfreundlicher Gestaltung viel gewinnen kann.
  • dass man aus einem Areal, das aufgrund seiner Brüche gar nicht als eigenes Quartier wahrgenommen wird, mit geschickten Eingriffen eine einheitliche Umgebung schaffen kann.
  • dass Frankfurt mit seiner vielseitigen Architektur in jedem Viertel ganz eigene Lösungsansätze benötigt, was Stil und Gestaltung betrifft.

Welche Projekte sollten in der Altstadt folgen?
  • Sehr schade finde ich, dass die Saalgasse so versteckt liegt. Deren post-moderne Interpretationen des typischen Altstadt-Hauses passen wunderbar zur Umgebung. Vielleicht könnte ein Neubau an der Stelle des Evangelischen Frauenbegegnungszentrums, also in Flucht des Platzes zwischen den beiden Bauten des Historischen Museums, etwas mehr Leben in die Saalgasse bringen.
  • Die Paulskirche und der angrenzende Rathaus-Bau sind immer noch ein wenig abgegrenzt von der restlichen Altstadt. Eine Bebauung des nördlichen Paulsplatzes könnte diese beiden Gebäude an die bestehende Altstadt heranrücken und gleichzeitig einen etwas intimeren Platz zum verweilen schaffen.
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Alt 01.07.18, 10:35   #1010
thomasfra
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Goldene Waage

Die Vergoldungen und farblichen Akzente an der Goldenen Waage sind wohl abgeschlossen und werden bewundert!



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Soweit nicht anders angegeben, sind die Bilder von thomasfra
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Alt 01.07.18, 12:51   #1011
Gammelfisch
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Ich finde es immer toll, wenn, wie hier, das Jahr des Wiederaufbaus mit im Bauwerk integriert ist. Das zeigt die Geschichte des Hauses auf, ohne einen "moderner Bruch" hineinzubauen.
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Alt 11.07.18, 09:39   #1012
epizentrum
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Kunstverein

Der neue Eingang zum Kunstverein ist fertiggestellt, ...



... und vor dem alten Haupteingang und vor Markt 40 wird im Boden gebuddelt und der Boden mit dem "Neuen Altstadt-Kopfstein" belegt. Zuletzt sah es dort so aus. Heut morgen:


Bilder: epizentrum
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Alt 12.07.18, 20:25   #1013
epizentrum
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Markt 34 - Parkhaus-Zugang

Ebenfalls fertiggestellt ist der Parkhaus-Zugang vom Haus Markt 34 aus. Ein Höllenschlund im Bauhaus-Stil:


Bild: epizentrum
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Alt 29.07.18, 16:00   #1014
epizentrum
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Hydrant

Er ist gekommen, um - erst einmal - zu bleiben. Die FAZ nimmt in ihrer Druckausgabe unter dem Titel "Muss das so aussehen?" das Kuriosum auf, das wir hier Ende Mai zum Thema hatten. Mit meiner Vermutung eines Zusammenhangs mit der Feuerwehrgroßgeräteschau Mitte Mai lag ich nicht so falsch; denn der Hydrant ist das Ergebnis einer Vorgabe der Feuerwehr, die einen Standort auf dem Hühnermarkt mit Abstand zu den Fassaden festlegte. Als noch dezentester Platz bot sich danach die Rückseite des Stoltze-Brunnens an. Gewählt wurde dann das Modell "Altstadthydrant 1905/95" der sächsichen Eisengießerei Keulahütte. Die Feinjustierung des Aufstellungsortes ergab sich dann aus den Gegebenheiten der Tiefgarage und der Leitungen im Boden. Dom-Römer-Geschäftsführer Guntersdorf wird dazu wie folgt zitiert: "[Der Hydrant] steht total bescheuert dort. Vielleicht kann man das später noch einmal angehen." Er habe zu spät von "der Sache" erfahren. Vom Gestaltungsbeirat war nur der nicht-stimmberechtigte Vertreter Wissenbach zu erreichen, der meinte, er habe davon "nie Kenntnis bekommen". Auch die "chinesisch anmutenden Drachenköpfe" an der Goldenen Waage störten ihn übrigens. Offen bleibt die Frage, warum der Einbau eines versenkbaren Hydranten nicht möglich gewesen wäre.

Dass zunächst übrigens ein anderes Modell aufgestellt wurde, nämlich das nachfolgend links abgebildete (vom 31.5.), war mir noch nicht aufgefallen. Das beschriebene, also aktuelle Modell sieht man auf dem 2. und 3. Bild sowie in der FAZ:

Bild: http://www.dafmap.de/d/serve.py?2018/EPIAPC_1233.jpg Bild: http://www.dafmap.de/d/serve.py?2018/EPIAPC_1311.jpg Bild: http://www.dafmap.de/d/serve.py?2018/EPIAPC_1312.jpg
Bilder: epizentrum
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Alt 29.07.18, 17:51   #1015
Odysseus
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Odysseus ist essentiellOdysseus ist essentiellOdysseus ist essentiellOdysseus ist essentiellOdysseus ist essentiellOdysseus ist essentiellOdysseus ist essentiellOdysseus ist essentiellOdysseus ist essentiellOdysseus ist essentiell
Auf welche Ideen man in Deutschland manchmal kommt. Bei dem Fetisch für Normen und Regeln fragt man sich schon manchmal, wie Städte wie Prag oder Rom überhaupt noch existieren können.

Sind dort in den letzten Jahrzehnten ganze Stadtviertel abgebrannt, weil eine Feuerwehrzufahrt nicht immer den europäischen Normen entsprach oder der Hydrant zwei Meter weiter entfernt war? Wurden ganze Straßenzüge überflutet, weil ein Brunnen eine Fehlfunktion hatte?

Manchmal wünscht man sich in den Amtsstuben etwas mehr Sinn für das Tatsächliche und weniger Panik vor dem maximal Möglichen!
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Alt 29.07.18, 18:35   #1016
Gammelfisch
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Gammelfisch sitzt schon auf dem ersten Ast
Der Hydrant an sich sieht gar nicht mal schlecht aus. Wie er allerdings im Kontext des Hühnermarktes wirkt, kann man auf den Fotos leider nicht gut einschätzen.
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Alt 29.07.18, 18:44   #1017
regulator
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regulator könnte bald berühmt werden
Zitat:
Zitat von Odysseus Beitrag anzeigen
Sind dort in den letzten Jahrzehnten ganze Stadtviertel abgebrannt, weil eine Feuerwehrzufahrt nicht immer den europäischen Normen entsprach oder der Hydrant zwei Meter weiter entfernt war?
Nun, ich denke, wir sollten froh sein, dass der Brandschutz und die Brandbekämpfung in Deutschland einen hohen Stellenwert haben. In Griechenland konnte man sehen, was passieren kann, wenn dem nicht so ist. Laut einem Bericht der Bild-Zeitung vom 26.07. "funktionierten in Mati drei von zehn Hydranten nicht", neben ganz anderen Versäumnissen.
Das heißt natürlich nicht, dass man nicht eine dem Umfeld passende Lösung suchen sollte. Glücklicherweise hat man das erste Modell auch gegen ein etwas schöneres ausgetauscht und den Pflasterbelag wiederhergestellt.
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Alt 30.07.18, 10:18   #1018
Beggi
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Verzögerungen im Innern der Goldenen Waage

Wie auf den Fotos von thomasfra (weiter oben) zu erkennen ist, sind die Außenwände des Gebäudes nahezu fertig, im Innern sind jedoch noch so viele Arbeiten zu erledigen, dass die Rekonstruktion nach Angaben des Architekten erst im Oktober übergeben werden kann. Sie wird also zur großen Altstadt-Einweihungsfeier Ende September nur im unfertigen Zustand präsentiert werden können. Das berichtet die FNP.

Insbesondere die Anfertigung der aufwändigen Stuckdecken dauert länger. Es standen nur wenige Vorlagen zur Verfügung und es müssen noch sehr große Flächen bemalt werden. Auch beim Belvederchen fehlt noch die Bemalung der Decke. Die Arbeiten sollen dort im August beginnen.

Die Verzögerungen sind aber zu verschmerzen, immerhin eröffnet schon in einigen Wochen das Café im Erdgeschoss.
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Foto(s) von Beggi, falls keine andere Quellenangabe vorhanden.
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Alt 30.07.18, 22:16   #1019
Äppler111
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Äppler111 könnte bald berühmt werdenÄppler111 könnte bald berühmt werden
Ich finde den Hydranten sehr passend. Ich denke, dass ihn nur die wenigsten Passanten bemerken werden, weil er vom Stil her wirklich gut da hinpasst. Wäre er in der Farbe des Brunnengeländers anstatt wie frisch gegossen würde man denken er ist so alt wie die Häuser.
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Alt 31.07.18, 07:38   #1020
frank353
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Hier macht sich die Stadt Gedanken, wie ein Altstadthydrant auszusehen hat und wo er zu platzieren ist? Ich bin wirklich detailverliebt und rekonstruktionfreudig, aber ich hätte mit dem schwarzen Hydranten gut leben können.

Es wäre wünschenswert, wenn die hohen Gestaltungsvorgaben des Dom Römerprojekts auch auf den Rest der Stadt zu Gute kommen würden, zum Beispiel bei der Gestaltung der großen Plätze.
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