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Alt 05.07.18, 02:08   #1396
Bau-Lcfr
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^ Ich glaube, Sachsen liegt näher an Polen als an Frankreich - 2,65 EUR Mindestlohn die Stunde. In Griechenland, Spanien usw. irgend etwas um 3,35 - 4,29 EUR/Stunde.

Wollen wir nicht vergessen, dass dies Leute betrifft, die nichts gelernt haben, trotz der vielen Möglichkeiten. Ein Ingenieur verdient in Polen oft kaum weniger als im Westen und das können auch mehr als die 4000 EUR/Monat sein. Da spielt die Mindestlohn-Höhe keine Rolle. Einfache Arbeit kann überall getätigt werden - wenn nicht eh ganz automatisiert.

Wir haben übrigens in der Firma einen Entwickler, der bereits dreimal kündigte und doch gehalten wurde - zuerst mit einer kräftigen Gehaltserhöhung, dann mit Stundenreduzierung auf 30/Woche (und ja, er arbeitet wirklich so viel oder wenig, ohne Überstunden). Da haben wir unbefristete Teilzeit.
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Alt 05.07.18, 02:38   #1397
Urbanist
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Urbanist ist ein LichtblickUrbanist ist ein LichtblickUrbanist ist ein LichtblickUrbanist ist ein LichtblickUrbanist ist ein LichtblickUrbanist ist ein LichtblickUrbanist ist ein Lichtblick
Sorry, das ist genau der typische neoliberale Whataboutism ohne jeden ökonomischen Sachverstand den ich von dir erwartet habe.
Es gibt EINEN Mindestlohn für ganz Deutschland, und der gilt im übrigen auch für Westdeutschland wo sich die Leute deiner Logik folgend ja auf gar keinen Fall mit Polen, sondern eher mit F oder NL vergleichen sollten.
Zudem ist eine definitive Lohnuntergrenze nicht nur ein Gnadenbrot für Leute die "nichts können" (hoffentlich bist die nicht mal auf die Dienstbarkeit eines solchen "Nichtskönners" angewiesen) , sondern beeinflußt auch das Tarifgefüge in den Etagen darüber.
Dass der von dir angeführte Entwickler (ein Einzelfall aus deinem persönlichen Umfeld ist natürlich eine statistisch vollkommen hinreichende Datenbasis) sich in der gegenwärtigen Lage die gebratenen Tauben in den Mund fliegen lassen kann ist schön für ihn, ändert aber nichts daran dass vor allem die unteren 30%-50% der Beschäftigten im Verhältnis zu ihrer Produktivität mit zu geringen und teilweise unterirdischen Löhnen abgespeist werden.
Zu gering für eine wirklich gut laufende Binnenkonjunktur, und zu gering für ein gutes Leben.
Und ja, ein gutes Leben steht auch Leuten zu die deiner Meinung nach "nichts können" und daran natürlich alle selbst schuld sind.

Geändert von Urbanist (05.07.18 um 03:03 Uhr)
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Alt 05.07.18, 08:01   #1398
Bau-Lcfr
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^ Wie immer - wo links wird, wird gleich gepöbelt und beleidigt. Wenn man sich verschiedene Statistiken anschaut, die Gehälter sind in Deutschland besonders gleichgeschaltet - woanders verdient man für qualifizierte Arbeit mehr, für unqualifizierte weniger.

Wenn etwa das Autonome Fahren kommen sollte, sind zuallererst Busse, Bahnen (und LKWs) dran (zum Teil bereits jetzt, etwa Londoner DLR mit Automatikbetrieb). Muss ich traurig sein? Alle 2 Jahre streiken die Fahrer gleich 24 oder 48 Stunden, ob Pendler im Regen kilometerlang latschen müssen oder nicht - interessiert die Typen einfach rein gar nicht. Nach dem letzten Warnstreik wurde meine Frau nach so einem ÖV-Ersatz-Gang krank. Dann muss mich auch nicht besonders interessieren, wie die zurechtkommen, wenn die Technik soweit ist.

BTW: Es heisst, Entwickler verdienen im Raum Düsseldorf ab 50-55 Tsd./Jahr, nicht nur ein Einzelfall. Dass alle einen gleich großen Magen haben und deswegen einem alles "zusteht", hiess es öfters im Sozialismus - falls nicht jeder es mitgekriegt hat, das System ist mit lautem Knall zusammengebrochen.
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Alt 05.07.18, 10:01   #1399
stormcloak
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Zitat:
Zitat von Bau-Lcfr Beitrag anzeigen
^ Wie immer - wo links wird, wird gleich gepöbelt und beleidigt. Wenn man sich verschiedene Statistiken anschaut, die Gehälter sind in Deutschland besonders gleichgeschaltet - woanders verdient man für qualifizierte Arbeit mehr, für unqualifizierte weniger.
Quelle? Tatsächlich ist die Einkommensverteilung in Deutschland nicht besonders ungleich, aber auch nicht besonders gleich. Quelle

Zitat:
BTW: Es heisst, Entwickler verdienen im Raum Düsseldorf ab 50-55 Tsd./Jahr, nicht nur ein Einzelfall. Dass alle einen gleich großen Magen haben und deswegen einem alles "zusteht", hiess es öfters im Sozialismus - falls nicht jeder es mitgekriegt hat, das System ist mit lautem Knall zusammengebrochen.
Strohmannargument.

Zitat:
Wenn etwa das Autonome Fahren kommen sollte, sind zuallererst Busse, Bahnen (und LKWs) dran (zum Teil bereits jetzt, etwa Londoner DLR mit Automatikbetrieb). Muss ich traurig sein? Alle 2 Jahre streiken die Fahrer gleich 24 oder 48 Stunden, ob Pendler im Regen kilometerlang latschen müssen oder nicht - interessiert die Typen einfach rein gar nicht.
Natürlich interessiert die das! Genau deswegen machen sie's ja. Streiks lohnen sich nur da, wo es weh tut und öffentlicher Druck entsteht, und da sind ÖPNV-Fahrer eben in einer sehr vorteilhaften Position.

Der Mindestlohnvergleich mit Polen ist albern - was hat denn geografische Nähe mit Einkommen zu tun? Der Hunsrück liegt zwischen Rhein-Main und Luxemburg, trotzdem wird es sich dort nur schwer reich.
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Alt 05.07.18, 10:32   #1400
Bau-Lcfr
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Im Artikel Gini-Koeffizient wurde Deutschland mit Dunkelgrün markiert, viele EU-Länder aber heller - was weniger gleiche Einkommen bedeutet. Selbst wenn man annimmt, Deutschland läge in der Mitte - dann wüsste ich keinen Grund, wieso es (noch) gleicher sein sollte.

Wenn also jemand mit wenig Qualifizierung und einem simplen Job der Gesellschaft weh tun kann (und es hemmungslos ausnutzt), das sei in Ordnung? Es spricht nicht gerade dafür, mit den Herrschaften Mitleid zu haben - dann darf man sogar Genugtuung empfinden, sobald die Technik die Druckmittel samt Jobs und erzwungenen langen Gängen im Regen alle 2 Jahre beseitigt.
Schon seltsam, wie sehr der sog. linke Gedankengut auf Rücksichtslosigkeit steht - sobald einer nur in der Position dazu ist.

Um wenigstens etwas Sachsen-Bezug zu schaffen - in Dresden wurde bereits ein fahrerloser Bus getestet. Der LVB--Geschäftsführer denkt bereits über solche Busse nach - und wenn ein kleiner Bus fahrerlos fahren kann, wieso nicht eine große Straßenbahn?
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Geändert von Bau-Lcfr (05.07.18 um 11:22 Uhr)
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Alt 05.07.18, 15:30   #1401
BautzenFan
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@Bau-Lcfr
Warum diese Geringschätzung für die vermeintlich „simplen“ Tätigkeiten? Glaubst Du, dass Du (um nur mal 2 Beispiele zu nennen) einen (was reguläre Abschlüsse betrifft) gering qualifizierten Pflegehelfer (Stichwort: permanente Empathie und Überwindungsvermögen bei diversen Hygienetätigkeiten) oder einen Spargelstecher/Erntehelfer (Stichwort: recht krasse körperliche Belastung) oder, oder oder – ersetzen könntest – und zwar dauerhaft (im Sinne einer lebenslangen Tätigkeit) und vor allem – was die Leistung betrifft – GLEICHWERTIG ersetzen könntest? Jetzt wirst Du natürlich (mit Recht) sagen – Muss ich ja auch nicht. Ich will auf etwas Anderes hinaus: Wenn man weiß, dass man eine bestimmte NOTWENDIGE Arbeit nicht ausführen könnte (weil man es physisch und / oder psychisch auf Dauer nicht oder zumindest nicht gut durchstehen würde), sollte dann aus diesem Wissen nicht ein gebührender Respekt erwachsen, und zwar für diejenigen die solche Arbeiten machen müssen? Woher kommt die Einstellung, dass einem relevanten Teil der arbeitenden Bevölkerung nur noch so eine Art Domestikenstatus zugestanden wird (in der Hinsicht, wie sie behandelt werden und in Bezug auf das ihnen zugebilligte Einkommen)? Und was soll die Unterstellung, den Kritikern der Einkommensentwicklung gehe es um Einkommensgleichmacherei? Dass jemand gegen die in bestimmten Branchen wuchernden Hungerlöhne ist, erklärt sich also zwingend daraus, dass er dem diesbezüglich genau entgegen gesetzten Extrem anhängt?

P.S. Es gibt so einige berufliche Tätigkeiten, wo man jedem schlechten Wetter ausgesetzt ist, nicht nur aller 2 Jahre.
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Alt 06.07.18, 15:15   #1402
LE Mon. hist.
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+1.349 Einwohner_innen im ersten Halbjahr 2018

Einwohner_innen mit Hauptwohnsitz:
31.12.2017: 590 337
31.03.2018: 590 888 - +551
30.06.2018: 591 686 - +798

+1.349 im ersten Halbjahr 2018

Ich weiß nicht, ob da auch Registerbereinigungen dabei sind. Dennoch dürfte es sehr eng oder eher nichts werden mit den 600.000 Einwohner_innen noch zum Jahresende.

https://statistik.leipzig.de/statcit...=2&rub=4&per=q

Hier mal zum Vergleich die (bereinigten) Zahlen für jeweils das erste Halbjahr aus der Landesstatistik:

2012: +3156
2013: +2881
2014: +4170
2015: +3977
2016: +3833
2017: +4267



L-IZ, 6. Juli 2018
Meldung aus dem Frühjahr bestätigt sich
Leipzigs Bevölkerungswachstum wurde 2018 völlig ausgebremst
https://www.l-iz.de/politik/kassenst...ebremst-224127

Geändert von LE Mon. hist. (06.07.18 um 15:46 Uhr)
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Alt 06.07.18, 17:18   #1403
hedges
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^ die Zahl verwundert mich nun aber doch schon stark. Dass es Schwankungen gibt ist klar. Aber das ist ein regelrechter Einbruch, der sich mir nicht so richtig erklärt. Mit 600.000 EW am Wechsel '18/'19 wird's damit aber eher nichts.

Ich stimme dem Artikel aber nicht zu und glaube das es am Wohnungsmarkt liegt. Fragt sich also woran.
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Alt 12.07.18, 21:43   #1404
LE Mon. hist.
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LE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfach
591.686 Einwohner_innen zum 30.06.2018 - mehr als in Essen

Bitte bei Gelegenheit in "Stadtleben" verschieben - ist gerade dicht.

Noch mal zu den Einwohner_innenzahlen der kommunalen Statistik:

591.686 Einwohner_innen mit Hauptwohnsitz zum 30.06.2018

Wanderungssaldo im 1. Halbjahr 2018: +2128
nat. Saldo: -104 (3404 Geburten, 3508 Sterbefälle)
Gesamtsaldo: +2024;
Registerbereinigung: -675
absolute Zahl der EW mit Hauptwohnsitz: +1349

Einwohner_innenzuwächse jeweils im ersten Halbjahr vor Registerbereinigungen:
2014: 4548
2015: 4722
2016: 6390
2017: 3532
2018: 2024

LVZ, 09.07.2018
Geringer Anstieg im ersten Halbjahr
Leipzigs Einwohnerwachstum schwächt sich deutlich ab
http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Le...ch-deutlich-ab

Jens Rometsch bat Prof. Harald Simons vom Berliner Forschungsinstitut Empirica und der HTWK um eine Einordnung: „Das alles folgt einem bundesweiten Trend.“ Schon vor 2015/2016 habe es eine hohe Zuwanderung nach Deutschland gegeben, damals vor allem aus dem EU-Raum. „Auf jede Zuwanderungswelle folgt immer eine etwas schwächere Abwanderungswelle, bei der viele Leute zurück in ihre Heimat gehen. Das wirkt sich zurzeit überall in der Bundesrepublik aus.“

Hinzu kommt laut Simons für Leipzig, dass in den wichtigsten Quellgebieten des Zuzugs – den ländlichen Regionen Mitteldeutschlands – nur noch relativ wenige junge Menschen lebten. „Die Meisten sind dort schon weg.“

Simons ist jedoch davon überzeugt, dass Leipzig dennoch die deutsche Wachstumshauptstadt bleiben werde. „Dafür spricht allein schon die hervorragende Entwicklung bei den Arbeitsplätzen.“ Wenn die aktuellen Zahlen als wenig erscheinen, dann liege das daran, dass die Stadt mit einer „über-optimistischen Bevölkerungsprognose“ (720 .000 Einwohner_innen bis 2030) falsche Erwartungen geschürt habe. „Die Kapazitäten bei Bau und Infrastruktur gäben das ja niemals her.“ Immerhin habe die Stadt aber "durch die übertriebene Prognose" die richtigen Weichen z.B. beim Bau von Kitas und Schulen gestellt: „Die werden auch bei 650 000 Einwohnern gebraucht.“


Bei all dem Zittern und Zagen wegen der niedrigeren Zahlen ist noch gar nicht aufgefallen, dass mittlerweile das eingetreten ist, was im Oktober letzten Jahres noch für Schlagzeilen sorgte: Leipzig ist nun neuntgrößte Stadt Deutschlands und nimmt Kurs auf Platz 8, den aktuell noch Dortmund einnimmt.

Leipzig überholt Essen bald bei der Einwohnerzahl
https://www.nrz.de/staedte/essen/lei...212351817.html

Einwohnerzahl schrumpft immer weiter: Essen wird bald von Leipzig überholt
https://www.derwesten.de/staedte/ess...212356177.html

Essen hatte laut kommunaler Statistik am 30.06.2018 590.099 Einwohner_innen mit Hauptwohnsitz
https://www.essen.de/rathaus/statist...kerung.de.html

Geändert von LE Mon. hist. (12.07.18 um 22:13 Uhr)
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Alt 13.07.18, 08:11   #1405
LE Mon. hist.
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In dem Zusammenhang noch ein LVZ-Artikel vom März, über den ich mich etwas gewundert hatte:

LVZ, 03.03.2018
Wanderungssalden
Umland zieht weniger Leipziger an
http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Um...r-Leipziger-an

"Die Landkreise Leipzig und Nordsachsen haben 2017 nicht mehr so viele Leipziger angelockt wie im Vorjahr. Experten vermuten, dass daran die auch dort steigenden Grundstücks- und Mietpreise eine Rolle spielen könnten."

Wanderungssalden Leipzig - Landkreis Nordsachsen
2006 bis 2013: Wanderungsplus für Leipzig
2014: -117
2015: -226 (+ 93 Prozent)
2016: -627 (+ 177 Prozent)
2017: -190 (im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 69 Prozent).

Wanderungssalden Leipzig - Landkreis Leipzig
2006 bis 2013: Wanderungsplus für Leipzig
2014: -156
2015: -663 (+ 325 Prozent)
2016: -1031 (+ 55 Prozent).
2017: -719 (im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 30 Prozent)

Die LVZ fragte Peter Dütthorn vom Amt für Statistik und Wahlen nach den Gründen. Er vermutet, dass diese Entwicklung mit den gestiegenen Preisen für Grundstücke und Mieten in den beiden Nachbarkreisen zusammenhängen könnte. Er meint, offenbar seien die Preisdifferenzen nicht mehr ganz so attraktiv wie noch vor einigen Jahren.

Erstmals hatte der Saalekreis einen leicht positiven Wanderungssaldo gegenüber Leipzig. 16 Leipziger_innen zogen mehr dorthin als von dort zuwanderten. 2016 war es mit -22 noch anders.

Leipzigs positiver Wanderungssaldo gegenüber Halle hatte sich 2017 fast halbiert:
2016: 603
2017: 356 (-40 Prozent)

gegenüber Chemnitz:
2016: 389
2017: 342 (-12 Prozent)

Altenburger Land:
2016: 158
2017: 103 (- 34 Prozent)

Dresden:
2016: 403
2017: 476 (+ 18 Prozent)

Auch aus dem Landkreis Mittelsachsen (+ 93 Prozent), dem Erzgebirgskreis (+ 66 Prozent) und Städten wie Zwickau (+ 39 Prozent), Jena (+ 28 Prozent), Meißen (+ 328 Prozent) oder dem Vogtlandkreis (+ 127 Prozent) ist der Zustrom 2017 deutlich gewachsen.
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Alt 13.07.18, 12:09   #1406
hedges
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^ zum ersten Beitrag: naja unter ging die Einwohnerentwicklung im Kontext der anderen Städte nicht. Und ich würde jetzt auch mal behaupten, dass wenn sich der Zuwachs in Leipzig halbiert, andernorts nicht nur komplett zum erliegen kommt sondern sogar wieder (sehr) leichte Schrumpfungsprozesse stattfinden. Siehe eben dein Verweis auf Essen. Die Stadt Stuttgart hatten wir ja hier auch schon einmal. Diese verlor schon im zweiten Halbjahr 2017. Genau so wie München. Falls Leipzig weiter im mittleren vierstelligen Bereich pro Jahr wächst, wird sich die Stadt schon in den Ränken stetig nach oben schieben.

----

Der Unterschied ist aber - und nun zum zweiten Beitrag - dass diese Städte in das Umland verlieren. Sprich, der seit den 1970er so stark getriebene suburbane Raum dennoch nicht verliert und der Ballungsraum die Arbeitsleistung weiter erbringen kann. Vor allem in Städten wie München, wo der Beschäftigungszuwachs trotz sehr hohen Niveaus seit Jahrzehnten anhält. Im Raum Stuttgart ja kleinere Städte wie Böblingen, Sindelfingen, und Ludwigsburg ja nicht nur von Stuttgart profitieren sondern sogar noch selber Industrie im Raum Stuttgart generieren bzw. beitragen.

Das ist in Leipzig natürlich noch nicht der Fall. Wenn also der Zuzug in die Stadt deutlich nachlässt, wird sich das wesentlich deutlicher auf die Beschäftigungsentwicklung bzw. wirtschaftliche Entwicklung auswirken. Und Leipzig konkurriert bei den weiteren Kreisen als im direkten Umland nicht nur mit Berlin sondern auch mit den Klassikern wie Erlangen-Nürnberg, Frankfurt, München, etc. Sprich, wo kommen die Leute her, wenn das direkte Umland von 100km leer ist?

Das ist mein persönlich größtes Problem an einer Abschwächung, obwohl sie wohl der Stadt eher einmal etwas Luft zum planen geben würde. Aber wie ich hier letzte Woche schon schrieb, sehe ich nicht den Wohnungsmarkt als Problem für eine weitere Zuwanderung an. Das hängt es an anderen Schrauben die im Großen und Ganzen das gegenwärtige Klima in Dtl. ausmachen.
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Alt 13.07.18, 14:31   #1407
LE Mon. hist.
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Dortmund hat seine Einwohner_innenzahlen (am Ort der Hauptwohnung) noch nicht veröffentlich.

Aber Stuttgart:
30. Juni 2017: 609735
31. Dezember 2017: 611666
30. Juni 2018: 612189

Plus 523 Einwohner_innen.

Und ganz stimmt es auch mit der zweiten Jahreshälfte 2017 dort nicht, denn es kamen 1931 Einwohner_innen hinzu.

https://www.stuttgart.de/item/show/646354/1
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Alt 13.07.18, 22:03   #1408
Cowboy
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Der Stadtleben-Thread ist wieder freigeschaltet.

Zur Einwohnerhysterie sei von mir kurz angemerkt, abzuwarten, was am Jahresende steht, bevor die Wörter Abschwächung oder gar Stagnierung weiter die Runde machen. Das erste Halbjahr ist traditionell von schwachen Zuwächsen gezeichnet. Dass das in den letzten Jahren etwas anders war, hatte mit der Flüchtlingssituation oder wie im letzten Jahr mit der nächsten Stufe der Zweitwohnsitzsteuer zu tun gehabt. Es war von der Stadt richtig, die 700.000 für 2030 auszurufen, um den Wohnungsbau und den dringend notwendigen Ausbau der Infrastruktur daran auszurichten (wenigstens schon mal auf dem Papier). Und wenn’s dann doch „nur“ 670.000 Einwohner oder weniger werden, dann wird der Fokus auf die „magischen“ 700.000 trotzdem der richtige gewesen sein.

Denn im Moment ist die Stadt in allen Belangen (außer auf dem Arbeitsmarkt) nicht darauf vorbereitet, weiter Jahr für Jahr per Saldo über 10.000 neue Einwohner aufzunehmen.
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Alt 13.07.18, 23:07   #1409
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Nur sollte dann beim Wohnungsneubau, beim Verkehr, speziell ÖPNV und Radverkehr, und anderen Themen auch mal was passieren außer großen, bunten Konzepten und langen Prüfungen und Abwägungen.

Angesicht der derzeitigen Entwicklung und der beiden Bevölkerungsvorausberechnungen und -vorausschätzungen ist wohl davon auszugehen, dass es 2030 irgendwas zwischen den 618.000 der 6. Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für den Freistaat Sachsen 2015 bis 2030 und deutlich unterhalb der 674.000 in der unteren Variante der kommunalen Bevölkerungsvorausschätzung 2016 werden könnte:
http://www.deutsches-architektur-for...d.php?p=588526

Nicht nur der Zuzug ist derzeit geringer als bei der kommunalen Vorausschätzung, sondern auch die Geburtenzahl. Ein Grund könnte in der Großstadtflucht planender oder werdender junger Mütter und Elternpaare liegen, obwohl die ja oft erst etwas später einsetzt.

Doch wer weiß schon, was in den nächsten Jahren wird? Solche Prognosen können ja immer nur aktuelle Entwicklung in die Zukunft fortschreiben. Eher zweifelhafte Zukunftsforscher halten ja in der LVZ (von morgen) an den Jungschen Zielwerten fest:
"Dann müssen aber genug [Kita-]Plätze da sein.
Auf jeden Fall. Sonst wird es mit den 700 000 Einwohnern nichts, dann werden keine jungen Leute mehr her- und viele wegziehen."
Aber die übrigen Aussagen sind ja auch kaum belastbarer.

Ich tippe jetzt mal frei auf 630.000 Einwohner_innen in 2030 (ohne Eingemeindungen) und auf eine Rangelei mit Stuttgart und Düsseldorf um Platz 6 der deutschen Großstädte. Bis dahin hat vielleicht auch der nächste Zensus so manche Diskrepanz zwischen kommunalen und Landesstatistiken bereinigt. Gegengebote werden gern entgegengenommen.

Demnächst soll wohl erst mal eine neue Bevölkerungsvorausschätzung der kommunalen Statistiker_innen erscheinen.

Spannender ist jedoch tatsächlich die Frage, wie sich in den nächsten Jahren die Suburbia und das nähere und weitere Umland entwickelt. Vor allem für die Frage des Verkehrsentwicklung ist das zentral.

Geändert von LE Mon. hist. (13.07.18 um 23:23 Uhr)
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Alt 13.07.18, 23:34   #1410
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Und noch zwei Zahlen der Woche vom Sächsischen Ausländerbeauftragten:

Zitat:
Jeder dritte anerkannte Asylbewerber lebt in der Stadt Leipzig. Von den insgesamt 23.555 in Sachsen erfassten anerkannten Asylbewerbern nach § 25 Abs. 1-3 Aufenthaltsgesetz (Ausländerzentralregister zum 30.09.2017) waren mit 7.285 die meisten auf die Stadt Leipzig verteilt. Bei einer Gesamtbevölkerungszahl von 564.305 zum 30.06.2016 entspreche das einem Anteil von etwa 1,3 Prozent. Im Landkreis Bautzen liegt der Anteil der anerkannten Asylbewerber an der Gesamtbevölkerung bei 0,2 Prozent (561 Anerkannte bei einer Wohnbevölkerung von 305.724 Menschen)."
Quelle: http://edas.landtag.sachsen.de/viewe...&dok_id=242393

Zitat:
... Zum 30.06.2017 lebte etwa ein Drittel der Sachsen in den drei großen Städten Chemnitz, Dresden und Leipzig, während der Großteil in den Landkreisen Sachsens lebt. Die ausländische Bevölkerung Sachsens lebt zu 58 Prozent in den drei Kreisfreien Städten und 42 Prozent in den Landkreisen.
https://sab.landtag.sachsen.de/de/za...e-12034.cshtml

Deutsche und ausländische Bevölkerung
nach kreisfreien Städten und Landkreisen

Kreisfreie Städte - Gesamtbev. - Deutsche - Ausländer_innen
Chemnitz - 246538 - 229268 - 17270 (7,0 %)
Dresden - 547289 - 511445 - 35844 (6,5 %)
Leipzig - 575355 - 525512 - 49843 (8,7 %)

Landkreise - Gesamtbev. - Deutsche - Ausländer_innen
Bautzen - 303452 - 297417 - 6035 (2,0 %)
Erzgebirgskreis - 342376 - 335861 - 6515 (1,9 %)
Görlitz - 257480 - 247130 - 10350 (4,0 %)
Leipzig - 258035 - 252287 - 5748 (2,2 %)
Meißen - 243534 - 236558 - 6976 (2,9 %)
Mittelsachsen - 309037 - 299646 - 9391 (3,0 %)
Nordsachsen - 197760 - 190729 - 7031 (3,6 %)
Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge - 245473 - 239266 - 6207 (2,5 %)
Vogtlandkreis - 230259 - 223051 - 7208 (3,1 %)
Zwickau - 320876 - 311298 - 9578 (3,0 %)
https://sab.landtag.sachsen.de/dokum...b.20170625.pdf
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