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Alt 23.01.15, 20:23   #16
nothor
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BV Ostendstraße Ecke Thusneldastraße

Die Bebauung der Brache an der Ostendstraße Ecke Thusneldastraße in Mögeldorf gestaltet sich offensichtlich schwieriger als gedacht. Bereits 2012 lagen konkrete Pläne für eine Bebauung mit Hotels vor, die nicht verwirklicht wurden. Offenbar hat das Grundstück seitdem den Besitzer gewechselt, mindestens aber setzt man nun auf einen anderen Architekten und eine andere Nutzung. Ein Hotel scheint hier nicht mehr vorgesehen, sondern ein normales Wohn- und Geschäftshaus. Das schwierige weil spitzwinklige und direkt an einer Hauptausfallstraße gelegende Tortenstück hat indes tatsächlich wenig zu bieten. Die beliebte Westseite ist kaum nutzbar, da Brandwand zu den Nachbargrundstücken, und die Thusneldastraße bietet lediglich eine südöstliche Ausrichtung.



An dieser Straße allerdings lässt sich bereits der beliebte Charakter des Stadtteils erahnen.



Nun haben der Bauherr und das Planungsbüro dem Baukunstbeirat neue Pläne vorgelegt:


Quelle: Architekturbüro Peteranderl, Vorlage BKB am 14.01.2015

Diese sehen einen dreischenkligen Neubau vor, der einen kleinen Vorplatz nach Süden aufweist. Richtung Osten udn Süden zeigen auch die Balkone der Wohneinheiten, die jeweils über Laubengänge an der Nordseite, also direkt an der Ostendstraße angeordnet sind.


Quelle: Architekturbüro Peteranderl, Vorlage BKB am 14.01.2015

Die genauen Pläne lassen sich auf der Seite des BKB einsehen: http://www.nuernberg.de/internet/ref...015_01_14.html

Ebenso findet sich jetzt dort auch das Protokoll, in dem der BKB seine Ablehnung zur Planung zum Ausdruck bringt, und insbesondere die Laubengänge an der Ostendstraße kritisiert. Hier wird mindestens eine Verglasung gefordert, statt der offenen und damit dem Lärm und Schmutz ausgesetzten Bauweise. M.E. hat er hierbei vollkommen Recht. Treppenhäuser werden gerne mal der Hauptverkehrsstraße zugewandt errichtet, allerdings (schallschutz-)verglast. Laubengänge desöfteren ebenso, dann aber bitte auch verglast. Zusätzlich werden noch weitere Hinweise gegeben, zu denen man sich durchaus differenziert positionieren kann. Da um Wiedervorlage gebeten wurde hoffe ich, den Fortgang entsprechend verfolgen zu können.
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Alt 24.01.15, 01:08   #17
Scritch
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Furchtbar. Ich vermisse ein Satteldach. Ein Bau in der Größe mit Flachdach wirkt wie ein riesiger Betonklotz.

Katastrophal auch die Lösung an der Nordspitze. Nutzflächenmaximierung bis an das absolute Maxiumum. Die Fußgänger dürfen sich unter dem Gebäude durchzwängen. Das wird richtig angenehm wenn dort erstmal ein paar Hunde/Katzen den trockenen Platz für ihr Geschäft entdeckt haben. Klassische Schmuddelecke. Unbegreiflich, wie man sowas planen kann.

Die Laubengänge kann ich weder hier noch an irgend einem Gebäude verstehen. Dieser Gang entzieht den Wohnungen doch lediglich Licht. Lieber ein Treppenhaus ohne Fenster und dafür die Nutzflächen bis zur Gebäudegrenze gezogen. Wo ist bei einem solchen Gang der Nutzen? Ich komme aus Berlin. Da gibt so was praktisch gar nicht. Zurecht, wie ich finde.
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Alt 24.01.15, 01:58   #18
KurushiX
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KurushiX sitzt schon auf dem ersten Ast
Diesen Laubengangtrend versteh ich auch nicht. Es war ca 40 Jahre lang Ruhe mit den Laubengängen ... und auf einmal werden wieder diese schrecklichen Laubenganghäuser gebaut.
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Alt 24.01.15, 13:42   #19
nothor
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Vielleicht weil dieser Begriff historisch anheimelnd und damit latent positiv besetzt ist, und, weil man sich so ein Treppenhaus spart. Insbesondere bei BV mit Kleinstwohnungen beliebt.

Scritch, du hast Recht, aus Berlin kenne ich das auch nicht, dort bin ich ebenfalls aufgewachsen. Dort hat jede Wohnung ihren eigenen Treppenhauszugang. Allerdings wohnt ein guter Freund von mir in einem Wohnblock aus den dreißiger Jahren in der Großen-Leege-Straße in Lichtenberg/Hohenschönhausen, und er erreicht seine Wohnung auch nur über einen Laubengang. Gibts also auch dort, nur im Neubausegment wohl absolut nicht. In Budapest waren Laubengänge in der Gründerzeit üblich, allerdings liegen sie dort in den Innenhöfen und dienen somit gleichzeitig als Balkone.
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Alt 25.04.15, 19:22   #20
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Abriss Werkstatt Stuck Jacob Gleisshammerstr./Waldmünchenstr.



Das Grundstück der früher sicherlich bekannte Stuck- und Fassadenwerkstatt des Stukkateurmeisters Karl Jacob liegt schon seit einigen Jahren im Dornröschenschlaf. Während das schnieke Wohnhaus des Meisters in der Zerzabelshofstr. 81 einen guten Eindruck macht....



Detail:



liegt über der Werkstatt seit Längerem das Leichentuch. So wird das ausgedehnte Werkstattareal an der Gleisshammerstraße Ecke Waldmünchenstraße bald verschwinden und Platz machen für neue Eigenheime, die der Prägung der Umgebung durchaus entsprechen. Eigenheimbau Holzammer aus Altdorf hat hierfür Pläne unter dem Projektnamen "Waldmünchnerstraße 2 & 2a" vorgelegt:


Quelle: Eigenheimbau-Holzammer

Derzeit sieht es dort noch recht verwahrlost aus.



Dabei hat der Stukkateurmeister an verschiedenen Orten und in verschiedener Materialität sein Können vorgeführt, z.B. in Beton



oder in zeittypischer Prägung am Nachbargebäude Gleisshammerstraße 94 aus dem Jahr 1958. Das Gebäude bleibt allerdings bestehen und wird von einem direkten Anbau an die Giebelwand verschont bleiben. Der Bauherr hat hier eine Gartenzuwegung vorgesehen.




Somit bleibt sicherlich auch das Fassadenbild an der östlichen Giebelwand erhalten:



Detail:



Um die Beseitigung der vergammelten Werkstattgebäude ist es sicherlich nicht schade, hieran kann ich nichts Negatives erkennen. Sie vermitteln selbst heute noch den Eindruck, als seien fluchtartig verlassen worden ohne aufgeräumt zu haben:




Die Umgebung kann hier eigentlich nur gewinnen.
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Alt 10.07.15, 22:47   #21
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Ostendstraße 85-87

Lange war es still um die große Lücke an der Ostendstraße, inmitten des Ensembles aus Wohnhäusern der WBG im Reformstil aus den späten 1920'er Jahren. Zuletzt gezeigt am 06.05.13 und am 26.07.13. Der letzte Entwurf des Bauherrn WBG Nürnberg vom Juni 2013 wurde abermals gründlich überarbeitet, und herausgekommen ist anscheinend dieses hier:



Finde ich ein wenig befremdlich, da man sich hier anscheinend komplett von den bisherigen Planungen, die sich den Nachbarhäusern durchaus angenähert hatten, verbschiedet hat. Jetzt wird es wohl einer der allseits bekannten kubischen Neubauten mit versetzten Fenstern und Flachdach. Wie enttäuschend, wenn auch an sonsten der Entwurf ja durchaus zeitgemäß ist, aber naja.
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Alt 06.02.16, 22:06   #22
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Neubau: Erhardstraße 6-8

Gegenüber dem Versicherungstower an der Ostendstraße plant die WBG den Neubau eines Bürohauses. Das Unternehmen hatte hierzu einen Architektenwettbewerb durchführen lassen, aus dem das Münchner Büro Leuschner von Gaudecker als Gewinner hervorging. Das Büro bietet auf seiner Website http://leuschnervongaudecker.de/startseite/ ein paar Grafiken dazu, u.a. eine Visu:


Visualisierung: Leuschner von Gaudecker

Zurzeit steht da noch ein unsaniertes Wohnhaus und eine Vertriebsbaracke der WBG:



Das Wohnhaus steht ziemlich exponiert an der lauten Straßenkreuzung und ist auch nicht originalbestandteil der denkmalgeschützen Wohnsiedlung der WBG, die als komplett durchsaniert gilt.
Mit diesem Projekt scheint sich auch an einer weiteren wichtigen Torsituation zur Innenstadt eine Neubebauung anzubahnen. Hier sieht allerdings die stadtauswärtige Seite der Kreuzung ziemlich zerfranst aus, wobei die Nutzung als Gewerbe niemanden stören dürfte.

Die Nordostecke, das frühere Coca-Cola-Gelände:



und die Südostecke, genutzt von der Chemiefirma Staub & Co.



Für dieses Gelände hatte die Stadt ja schonmal einen Entwicklungswunsch geäußert. Als gäbe es nicht auch andere Brachen, die man mit Druck entwickeln wollen könnte.
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Alt 03.09.16, 22:28   #23
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In der Ostendstraße auf Höhe der Nr. 185 entsteht derzeit ein unscheinbares Wohn- und Geschäftshaus, beworben mit "Wohnen und Arbeiten am Wöhrder See":



Der Neubau entsteht eher im rückwärtigen Bereich des Grundstücks. Die abgebildete Fassade zeigt sich nach Norden und ist im Straßenbild daher nicht präsent.



Geografisch ist die Beschreibung "am Wöhrder See" jetzt nicht so falsch, aber man sollte hier nicht an Seeblick denken. Die Nordfassade präsentiert sich eher versteckt sichtbar dem Wanderweg "Weigelshofer Weg", der hier durch eine reizvolle Auenlandschaft führt.





Im Sommer schön kühl ist es eine angenehme Oase in der Stadt. Mit den Nachteilen für die ihm auf dem Laib rückende Bebauung, z.B. Mücken, die durch die künstliche Zimmerbeleuchtung angelockt werden, oder eben auch den Specht, den wir vor Ort hören und sehen konnten, falls der die Vorteile einer wärmegedämmten Fassade für sich entdeckt.
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Alt 04.09.16, 19:18   #24
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BV Ostendstraße Ecke Tusneldastraße

Das Projekt ist nun endlich in der Realisierung. Nachdem es mehrfach im Baukunstbeirat besprochen werden musste und immer wieder angepasst worden ist war die ganze Mühe also nicht umsonst, es ist nun im Bau.





Ich wüsste nun bald keine handvoll Brachen mehr in der Nürnberger Innenstadt.
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Alt 03.10.16, 19:53   #25
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Ostendstraße 85-87

Wie erwartet schlecht.



Bereits von Weitem fällt der Neubau unangenehm auf und stört die giebelständige Fassadenreihe und die Dachlandschaft mit seiner Banalität empfindlich.



Auch von Nahem kann dieser Neubau nur wenig begeistern. Klar, es ist nicht ganz so hässlich wie die meisten stadtrandigen Schultheiss-Bauten, aber in diesem Umfeld ist dieser Kasten doch eine ziemliche Zumutung. Wenn man ihm wenigstens das Farbkonzept des Gesamtviertels angediehen hätte, würde es wie eine immerhin gewollte, wenn auch nicht ganz gekonnte Weiterentwicklung des denkmalgeschützten Ensembles der ältesten WBG-Siedlung aussehen.



Hier ging die Planung gemeinsam mit dem Bauklunstbeirat, der die Pläne schon seit 2013 mehrfach begleitet hatte, nicht wirklich auf. Die WBG hat anscheinend kein Interesse daran gezeigt, hier etwas zur Auwertung der Adresse beizutragen. Im Gegenteil, der Neubaublock entwertet das bislang sauber durchgestaltete Ensemble deutlich. Übel.
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Alt 19.10.16, 13:12   #26
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Ostendstraße 153

Auf der KIB-Website findet sich eine Visualisierung für ein Neubauprojekt eines Bürohauses in der Ostendstraße 153 in Mögeldorf:


Quelle: KIB Projekt GmbH

Aktuell werden womöglich noch Investoren/Mieter für das zu errichtende Objekt gesucht. Damit würde eine weitere Brache entlang der sich wirtschaftlich prächtig entwickelnden Ostendstraße endlich bebaut.



Ein Wehrmutstropfen dabei ist sicherlich das dann verschwindende Wandbild. Zwar ist es nur Reklame für eine Malereifirma, allerdings ist es m.E. das prächtigste seiner Art in Nürnberg und für mich gefühlt immer das Tor nach Mögeldorf. Anstatt "Schultheiss - Kompetenz in Farbe" lese ich da eher "Willkommen in Mögeldorf". Man beachte insbesondere die Illusionsmalerei an den Balkonen, die tatsächlich keine Seitenfenster haben.



Schade, das diese Art von Fassadendekoration langsam in Vergessenheit gerät. Hässliche Monotonie lässt sich so leicht vertreiben. Heute überlässt man das schon offiziell ausschließlich der sog. "Street-Art", die soetwas allerdings wohl auch hinbekommen würden.
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Alt 06.03.17, 21:50   #27
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Abriss & Neubau: Zerzabelshofer Hauptstraße 58-60

In Zabo kündigen sich Änderungen im Ortsbild an. In der Zerzabelshofer Hauptstraße auf Höhe des Wirtshauses "Zur Sängerlust" verschwinden zwei kleine Wohnhäuser aus Gründerjahren dieses Vorortes. Vorzustand

An Ort und Stelle baut Siebentritt & Donauer einen angepassten Neubaukomplex mit 29 Eigentumswohnungen "in exklusiver Lage":


Visualisierung: Siebentritt & Donauer

Dabei bleibt der Bauträger seinem Stil treu und errichtet die Wohnanlage mit bekannten Stilmitteln, wie sie bereits in der Peterstraße in St. Peter oder der Schwanhardtstraße in Glockenhof: Farblich deutlich erkennbare Treppenhäuser, ein dunkel abgesetztes Erdgeschoss und das ebenso dunkel gedeckte Ziegeldach. Sehr rustikal und sich selbst stiltreu.
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Alt 07.03.17, 22:02   #28
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Abriss Waldluststraße 113-121



In Zabo tut sich aber noch mehr. Die Heimgartensiedlung z.B. besteht noch als nahezu unangetastetes Ensemble der Gartenstadtkultur aus den 1920'er Jahren, die in den 1950'er Jahren fortgeführt wurde, also jeweils nach den Weltkriegen. Die Gebäude gehören dem Wohnungsunternehmen Nürnberg-Ost, und dies plant einen folgenschweren Eingriff in das Ensemble: Das städtebaulich wichtige Eckgebäude Nr. 113-121 an der Straßenecke Waldluststraße Ecke Valznerweiherstraße soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Dieser soll das Grundstück besser ausnutzend näher an die Straße rücken und an das Gebäude rechts im Bild angesetzt werden.



Für die übrige Siedlung könne das mittelfristig zu einem Problem werden, die sie verliert dadurch ihr architektonische Geschlossenheit. Denn wie leicht erkennbar ist sprechen die Gebäude an der Waldluststraße und dem Heimgartenweg die selbe Architektursprache, obwohl sie im Abstand von 30 Jahren von unterschiedlichlichen Generationen gebaut worden sind:



Der Heimgartenweg, eine ruhige Stadtoase direkt im Rücken des Ben-Gurion-Rings, den Autofahrer eher als Schnellstraße erleben dürften.



Architektonischer Nukleus der Siedlung ist der stumpfwinklig angelegte Flügelbau hinter dem Heidekrug:



Der Heidekrug selbst ist vor wenigen Jahren aufwändig saniert worden und zeigt zur Waldluststraße hin ein beachtliches Maß an Gespühr für das bestehende Ortsbild:



Erst von hinten erkennt man die tiefgreifende Überformung des ehemaligen Gasthauses. Die Nutzung als Wohnhaus machte Balkone und zusätzliche Treppenhäuser erforderlich, die wenig sensibel angefügt wurden.



Im hinteren Bereich gibt es noch Kleingärten und eine unternutzte Spielfläche, die Abstand schafft zwischen den Wohnhäusern und der Ringstraße, die noch vor den Hchhäusern liegt. Hier ist aber zu erwarten, dass das Gelände auch noch bebaut werden wird. Man muss sich aber fragen: Womit? Wer will da wohnen und wollen die Bewohner immernoch da wohnen, wenn man mehrgeschossige Hochbauten in die Gärten setzt?



In Zabo ist also gemeinsam mit dem riesigen Bauprojekt an der Regensburger Straße eine enorme Verdichtung geplant, die das vorhandene nicht wirklich eingehend betrachtet. Vielmehr scheint eine ziemliche Überformung beabsichtigt zu sein. Parallel zum laufenden Abriss in der Schillingstraße kann man kaum optimistisch sein, dass der Neubau in der Waldluststraße eine kompatible Entwicklung i dieser Gegend sein soll. Zumal es auch noch keine Entwürfe für den Neubau gibt, obwohl der Abriss schon in wenigen Wochen erfolgen soll: Die Abrissgenehmigung müsste in jedem Fall an eine genehmigte Neubauplanung geknüpft sein, damit man die Allgemeinheit nicht mit einer Brache erpressbar machen kann. Denn wenn erstmal abgerissen ist, dann schiebt man die Schuld an der Brache schnell auf die Stadtverwaltung, die einem Neubau zu hohe Hürden stelle.
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Alt 28.03.17, 18:10   #29
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Die geplanten großflächigen Abrisse in der Waldluststraße sind nicht ganz unumstritten. Die NN berichtet hierzu heute davon, dass es im Vorfeld hinter den Kulissen geheime Gespräche zwischen dem Wohnungsunternehmen Nürnberg-Ost und der Stadt Nürnberg gegeben habe, in denen sich das Unternehmen verpflichtet ein Gutachten zu erstellen wie das Gebiet weiter entwickelt werden könne:

Nordbayern: Zabo - Sechs Häuser vor dem Abriss

Passend dazu noch ein Beitrag zur Geschichte der Siedlung, die eng mit dem FCN verwoben war: http://www.nordbayern.de/region/nuer...?searched=true
Ob der Nachwuchs des FCN heute vor der PlayStation rekrutiert wird...

Da hat sich die Stadt wieder dem Profitgedanken der Immobilienwirtschaft gebeugt und breitschlagen lassen. Ob das zu erstellende Gutachten, die anschließend angedachte Beauftragung eines gutes Architektenbüros und die Mitbestimmung durch den Baukunstbeirat tatsächlich die richtige Antwort auf die Frage nach der Notwendigkeit der Preisgabe des Ensembles sind, darf man anzweifeln. Jeder unabhängige Architekt wird sagen, die Siedlung ist als Ensemble und lebenswerter Wohnraum genau so richtig, wie sie jetzt dasteht. Stattdessen gehen Denkmalschutz und Stadt Hand in Hand:
- Der Denkmalschutz deklassiert die Siedlung als nicht herausragend genug und lässt sie schutzlos,
- Die Wohnungsgesellschaft kann aber nur hier bauen weil sie keine geeigneten entwickelbaren Grundstücke bekommt,
- Die Stadt sagt wenn es eh kein Denkmal ist kann es weg, so können wir die anderen bebaubaren Grundstücke besser an die Bauträger für Eigentumswohnungen abgegeben, spült mehr Geld in die Kassen.

So - etwas überspitzt - funktioniert der Regelkreis in Nürnberg, der Schritt für Schritt das Gesicht der Stadt verändert. Erneuerung ist an sich kein ungewöhnlicher Prozess - wenn denn mal etwas hochwertiges oder innovatives nachkommen würde. Aber der streng aufgeteilt Immobilienmarkt ohne überregionale Einflüsse, die einen Qualitätssprung nach oben bedeuten würde, erzeugt halt immer wieder dieselben Rezepte: Gestalterisch auf geringem Niveau wird in Nürnberg überwiegend Wegwerfarchitektur gebaut. Mich hat letztens jemand gefragt, ob ich herausragende Neubauten in Nürnberg nennen könne. Eingefallen sind mir da nur die

- Sebalder Kontore (mittlerweile 5 Jahre alt)
- Teambank (mittlerweile 4 Jahre alt)
- Wohnhaus Hadermühle 5 (für Nürnberger Verhältnisse wirklich sensationell)
- Das Datevgebäude (im Deutschlandvergleich aber dann doch eher durchschnittlich)

Für eine Großstadt wie Nürnberg ist das eher mau. Die meisten, durchweg sehr hochpreisigen Bauprojekte sind dann im Deutschlandvergleich eher unterdurchschnittlich, z.B. in Thon am Kleinreuther Weg oder um den Nordbahnhof: Einfallslose Styroporfassaden, langweilige Fensterformate, Farbkonzept Weiß-Grau und die Außengestaltung überwiegend in Beton bzw. Betonformsteine. Würde man downgraden wollen, das ginge gar nicht mehr. Für Zabo habe ich an dieser Stelle kein gutes Bauchgefühl, denn so wie es jetzt ist ist es stimmig. Das was kommt wird Gewurschtel. Und es geht los, die Bagger haben heute ihr Abrisswerk begonnen.
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Alt 06.04.17, 23:55   #30
Planer
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Planer könnte bald berühmt werden
Zitat:
Zitat von nothor Beitrag anzeigen
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Mich hat letztens jemand gefragt, ob ich herausragende Neubauten in Nürnberg nennen könne. Eingefallen sind mir da nur die

- Sebalder Kontore (mittlerweile 5 Jahre alt)
- Teambank (mittlerweile 4 Jahre alt)
- Wohnhaus Hadermühle 5 (für Nürnberger Verhältnisse wirklich sensationell)
- Das Datevgebäude (im Deutschlandvergleich aber dann doch eher durchschnittlich)

Für eine Großstadt wie Nürnberg ist das eher mau. Die meisten, durchweg sehr hochpreisigen Bauprojekte sind dann im Deutschlandvergleich eher unterdurchschnittlich....
Hallo Nothor,

mir fallen da spontan noch ein paar ein (Baujahr habe ich aber nicht recherchiert )
- VR Bank am Wöhrder See
- Landeskirchliches Archiv, auch am Wöhrder See
- Fraunhofer IIS im Nordostpark (hier gibt es überhaupt einige solide Bürogebäude)
- E-Center / TM 50 Thomas-Mann-Straße (v.a. die Holz-Dachkonstruktion)
- die neue (und alte) Stadtbibliothek
- Messehalle 3A
- Neubau Langwasserbad
- Neubau Justizzentrum (Rohbau steht)

Das ist jetzt nicht unbedingt alles herausragend, aber zumindest überdurchschnittlich.

Und natürlich wünschen wir uns mehr und besseres und sind kritisch. Aber mal ehrlich, wo ist das der Fall?

Nbg. vergleicht sich gerne mit den Metropolen. Und natürlich gibt es in Frankfurt, Berlin, München aber auch Stuttgart mehr hochwertige (Neu-)Bauten. Insbesondere Büros und Wohnen in zentralen Lagen sowie Bauten der öffentlichen Hand. Aber das ist nicht der Vergleichsmaßstab für Nürnberg (übrigens wird dort auch genug einfaches und billiges wie hier gebaut).

Vergleicht man Nbg. mit Hannover, Dortmund, Essen, Bremen, Duisburg, Leipzig, Dresden, Bochum usw., dann wirst Du überall viel Mittelmaß, viel Unterdurchschnittliches und ein paar Glanzstücke finden. Hier fehlt Nachfrage und ggf. auch Geld für hochwertige Bauten. Die öffentliche Hand ist hier auch nicht so prägend.

Aber so sind die Zeiten: alles muss schnell gehen, nach wenigen Jahren amortisiert sein und viele viele Vorschriften erfüllen. => Kopf hoch, das wird auch wieder anders!
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