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Alt 24.08.08, 20:39   #91
Ahligator
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Abschließend noch ein paar aktuelle Eindrücke vom Riedberg. Das Gesicht des neuen Stadtteils verändert sich von Monat zu Monat. Wo vor einem Jahr noch freies Feld war, stehen heute schon zum Teil geschlossene Häuserzeilen. Das Viertel füllt sich mit Leben - links die erste Pizzeria:



Nicht nur Einfamilien- und Reihenhäuser werden gebaut, auch folgendes ist in den letzten Monaten entstanden:



Blick auf die künftige Trasse der Stadtbahn:



.... und hier wird sie mal aus Richtung Niederursel hochführen. Die Strecke wurde mittlerweile abgesteckt. Vielleicht ein Zeichen für einen baldigen Baubeginn?



Nachdem in den vorherigen updates nur der Erdaushub zu sehen war, ist nun das Biologicum in Bau. Viel sieht man aber nocht nicht:



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Alt 25.08.08, 09:38   #92
Torben
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Zitat:
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Die Strecke wurde mittlerweile abgesteckt. Vielleicht ein Zeichen für einen baldigen Baubeginn?
Baubeginn war wohl offiziell am 30. Juni. Die Schilder der Baufirma (Hartung Bau) stehen schon. An der Heddernheimer Landstraße stehen Baucontainer. Bisher hat sich aber nur an der Kurve am Reiterhof östlich der Riedbergallee etwas sichtbares getan (Stand: Freitag).
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Alt 25.08.08, 13:53   #93
Schmittchen
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Anders als am Samstag war ich gestern wohl früher als du unterwegs, Ahligator. Universität, FIZ und Riedbergzentrum folgen später, zunächst etwas Wohnungsbau.

An der "Parkstadt" im Quartier Bonifatiusbrunnen baut nun ein neuer Investor weiter. CKV Grundbesitz ist nicht mehr tätig, die von dieser Firma errichteten Bauabschnitte sind in Goschios Fotoserie aus dem Jahr 2004 (#10) zu sehen. Offenbar wird nun ein wenig gefälliger gebaut.



Weitere Abschnitte sind in Bau:





Inzwischen entsteht auch vermehrt Geschosswohnungsbau.



Wie das Gebäude oben, stehen auch diese Häuser an der Straße namens Skylineblick (die diesen Namen völlig zu Recht trägt):



Hier geht es ebenfalls zügig weiter:



Stadthäuser an der Konrad-Zuse-Straße im Quartier Universität:



Deren Ausblick (mit Gegenlicht fotografiert):


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Alt 25.08.08, 14:34   #94
Wagahai
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Richtig netter Ausblick, gibt sicher auch einen klasse Nightview. Auch perspektivisch macht sich der Ginnheimer Spargel in der "Mitte" gar nicht schlecht.
Die Häuser in Bild 5 finde ich ganz gut gelungen.
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一犬影に吠ゆれば百犬声に吠ゆ。 (Ikken kage ni hoyureba hyakken koe ni hoyu)
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Alt 12.09.08, 09:48   #95
Chewbacca
 
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Kurzes Update:

Die Baulücke an der Straße Zur Kalbächer Höhe wird geschlossen.
Das Gebäude wird einen Discounter, oder Supermarkt beinhalten. (Oh Wunder, ein Gedanke an die Nahversorgung verschwendet!)



Das Riedbergzentrum gestern:



Ich kann irgendwie nicht umhin, auf die bisher einzige gastronomische Lokalität in dem ganzen Viertel nochmal optisch hinzuweisen:



Das war sogar der -ich glaube Rundschau- einen eigenen Artikel wert, und das spricht für sich!

Ich bin heute dort nach längerer Zeit mal wieder vorbeigekommen, und ich war sehr enttäuscht, denn mir drängten sich doch so einige Fragen auf, angesichts des bisherigen Ergebnises, und angesichts der Tatsache, dass sich an den Strukturen, die sich immer klarer herauskristallisieren, wohl nicht mehr so viel ändern wird:

Das Viertel nennt sich in den dort überall aushängenden Plänen "Universitätsstadtteil Riedberg". Mir ist nicht im Mindesten klar, wie das Viertel diesem Marketingtitel gerecht werden soll.

Zum Beispiel ist die einzige andere Gastronomie, die mir in dem ganzen Viertel aufgefallen ist, bezeichnenderweise ein Würstchenstand an der Altenhofallee gegenüber der Uni. Ich kann nur sagen, da möchte ich als Student nicht tot übern Zaun hängen!
Der Anspruch, hier jungen Familien Wohnen im Grünen zu bieten, ist ja gerechtfertigt, aber diese Schlafstadtmonokultur, die derzeit auf dem Riedberg entsteht, halte ich für eine krasse Fehlkonstruktion.

1. In direkter Nachbarschaft zur Uni
Die Naturwissenschaftlichen Fakultäten der Uni werden mehrere Tausend Studenten beherbergen, Ich nehme an, im fünfstelligen Bereich. Was sollen die in Uninähe mit einem Wohnangebot anfangen, das sich nur an junge Familien richtet? Sollen die WGs in Reihenhäusern gründen? Die Erschliessung per ÖPNV ist jetzt dürftig für Studenten, die in Frankfurts inneren Bezirken wohnen, und wird vielleicht noch erträglich mit der U-Bahn. Aber als Auswärtiger, der erst nach Frankfurt reinpendeln muss, um dann wieder zum Riedberg "rauszupendeln", stelle ich mir das Leben schon hart vor. Da liegt es doch auf der Hand, die Alternative, direkt in die Nachbarschaft der Uni zu ziehen, lecker zu machen! Ein Studentenwohnheim ist da nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Und wo sollen die ihre Freistunden totschlagen und Abende durchdiskutieren, und die vielbeschworenen Netzwerke knüpfen, wenn es nirgendwo Cafes, Kneipen, Livemusik und Kicker gibt?
Wo ist der Platz für die Freie Wirtschaft (also im Klartext mehr Ladenflächen), wenn es darum geht, Strassenzuge entstehen zu lassen, gesäumt von Copyshops, Internetcafes, Fachbuchhandlungen, Computerbedarf, und alles was der Student sonst so braucht, und gerne hat?

Da steigt mancher sicher lieber aufs Auto um, wenn er sich denn leisten kann. Die rennen in die Vorlesung, und rennen wieder raus, in ihr Auto, und flüchten!
Ein Viertel rund um die Uni, welches Studenten gerecht werden würde, würde doch mindestens folgendes bieten:
Geschosswohnungsbau mit erschwinglichen Mieten, und eine gesunde Einzelhandels/Gastronomie Infrastruktur.

Ich kann jetzt da Innere der Gebäude nicht beurteilen, aber wenn es innerhalb des Unigeländes attraktive informelle Treffpunkte geben sollte, dann sieht man die von aussen jedenfalls nicht. Da gibt man sich im Westend leidlich Mühe, wenigstens in Bezug auf den Unicampus selber die Fehler von Bockenheim zu vermeiden, dafür wiederholt man sie hier im Quadrat.Alles leidlich nett bebaute Baufelder, denen sichtbar jeder Masterplan fehlt

Zum derzeit einzigen Italiener läuft man von der Uni schätzungsweise 10-15 Minuten, je nachdem. Zum Riedbergzentrum werden es 8-10 Minuten sein.

2. Das ist meiner Meinung nach auch nicht nur das Problem der Studenten, sondern auch der sonstigen Anwohner.
Wo ist der Bäcker um die Ecke, wo der Metzger? Wo die Eisdiele?
Warum hat man es versäumt, die wirklich schön gestaltete Promenade am Nordrand des Bonifatiusparks auch als solche zu nutzen? Wo ist die Nutzungsdurchmischung, aber auch die soziale durchmischung, die das Viertel daran hindert, irgendwann abzukippen, wenn die Kinder der dann nicht mehr so jungen Familien aus dem Haus sind? Wie kann man dort kurz gesagt überhaupt ohne Auto überleben?
Ist das gelungener Städtebau?
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Alt 12.09.08, 13:41   #96
Schmittchen
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Das immer wieder zu vernehmende Gejammer darüber, dass in einem Neubaugebiet zunächst nicht die gesamte Infrastruktur vorhanden ist, kann ich nicht so recht nachvollziehen. Vor allem wenn das Baugebiet so wie hier noch nicht einmal zur Hälfte entwickelt ist, aber dennoch erste Einrichtungen wie Schule und Kitas vorhanden und weitere in Bau oder zumindest in Planung sind. So wie die U-Bahn, womit die Verkehrserschließung dann aus meiner Sicht gut ist. Wer am Anfang der Entwicklung in ein solches Gebiet zieht, der muss eben Geduld aufbringen. Oder es sein lassen und in einen fertig entwickelten Stadtteil ziehen.

Studenten werden vorwiegend nicht in ein italienisches Restaurant, sondern in die selbstverständlich vorhandene Mensa gehen. Auch sollte man nicht vergessen, dass es gerade einmal 800 Meter zu Fuß oder mit dem Fahrrad bis nach Alt-Niederursel mit seinen Fachwerkhäusern sind. Oder, in wenigen Jahren, eine Station mit der U-Bahn. Dort gibt es ein ganz ansehnliches Angebot, das mit neuer Kundschaft vom Berg bestimmt noch wachsen kann. Ohnehin halte ich es für außerordentlich schwierig, aus der Retorte studentisches Flair zu schaffen. Jedenfalls kann ich es gut verstehen, wenn Investoren so etwas nur mit spitzen Fingern anfassen. Weitere Studentenwohnheime sind offenbar in Planung, vielleicht wird im Zusammenhang damit noch die eine oder andere Kneipe für Studenten entstehen.

Nun noch die in #95 angekündigten Fotos vom 24. August. Das FIZ geht der Fertigstellung entgegen, hier zwei Fotos aus dem Innenhof:



Solitärbau im Innenhof:



Nochmals das Riedbergzentrum:





Das wird einmal die Ladenpassage. Anders als ich auf Grundlage der Renderings erwartet habe, wird sie in Nord-Süd-Richtung verlaufen.



Schließlich noch zum Campus. Außer dem Großprojekt Biologicum entsteht derzeit eine Werkstattzentrale (Webcam):



Straßenansicht:



Rückwärtige Ansicht (es sind zwei Gebäudeflügel):



Das Ende 2007 bezogene Gebäude der Geowissenschaften hatten wir wohl noch nicht. Einige Eindrücke:








Bilder: Schmittchen
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Alt 19.09.08, 18:56   #97
Torben
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Das Gerüst am Riedbergzentrum wird abgebaut:





Die Reihenhäuser in der Riedbergallee werden auch enthüllt:



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Geändert von Torben (22.04.11 um 19:20 Uhr)
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Alt 20.09.08, 03:16   #98
Chewbacca
 
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Ich glaube nicht, dass jemand hier über das Fehlen der gesamten Verkehrsinfrastruktur gejammert hat. Von der Unterversorgung mit Schulen oder Kitas auch nicht.
Die Verkehrsanbindung wird mit der U-Bahn den Umständen enstprechend gut sein, richtig. Optimal ist sie aber auch dann noch nicht. Es ist und bleibt ein Ziel, zu dem man unter Umständen mehrmals umsteigen muss. Das ist aber gar nicht der Kritikpunkt, denn es gibt in Anbetracht der Lage ÖPNV-technisch wohl auch nicht viel mehr zu wünschen.
Sondern die Frage nach attraktiven Alternativen.

Ich habe die bisherige Diskussion zugegebenermassen erst nach meinem eigenen letzten Beitrag nochmal durchgelesen, aber erkenne da doch einiges meiner eigenen Zweifel: Das "Gejammer" dreht sich doch im Großen und Ganzen eher darum, ob das Riedbergviertel nicht etwas zu suburban gerät.
Wenn da noch kommende Dinge dazu geeignet sind, diesem Eindruck zu wiedersprechen, dann gut. Allerdings sehe ich die nicht, und auch kaum noch genug Platz. Der Plan, der dort überall aushängt, macht doch deutlich, wo überall Gewerbeflächen vorgesehen sind, und wo nicht.

Es ist aufgrund der Größe des ganzen Neubaugebiets auch nicht so, dass der Weiterentwicklung des Konzepts, jungen Familien das Wohnen innerhalb Frankfurts Grenzen wieder zu ermöglichen/schmackhaft zu machen, zu Gunsten der einbrechnden Studentenflut ein Riegel vorgeschoben werden müsste.
Das Riedbergareal ist riesig, da ist es durchaus möglich, rund um die Uni die Nutzungsdichte zu erhöhen, ohne dass dabei die umliegenden Areale in Mitleidenschaft gezogen werden.

Es ist doch so:
Der Student von ausserhalb wird mindestens 1-3 mal umsteigen müssen, und bald die Schnauze voll haben. Dann steigt er aufs Auto um, oder möchte in Uninähe ziehen, und wird vor ne Wand laufen. Er (aus meinetwegen Friedberg?) wird an der Uni vielleicht neue Freunde finden (Vielleicht aus Neu-Isenburg?), deren geografischer und sozialer gemeinsamer Nenner die Uni und ihre Umgebung ist. Und wo sie deshalb auch gemeinsam Freizeit verbringen wollen. Vielleicht finden sie ein Frühstückscafe oder einen Studentenstammtisch angenehmer, als die Mensa, die sie nicht gerade als das Epizentrum geselliger Athmosphäre empfinden, und die abends noch nicht mal geöffnet ist. Vielleicht stehen sie aber auch mehr auf Italienisches Essen, als auf Mensafraß. Vielleicht würden sie sich aber darüberhinaus auch noch über einen Griechen, einen Chinesen, einen McDonalds, ein Subway freuen? Vielleicht verliebt sich der Student aus Rödermark in die hübsche Studentin aus Bad Vilbel. Dann wollen die bestimmt nicht mittags in der Mensa speisen, und abends jeder wieder seiner Wege gehen. Vielleicht wollen sie zusammenziehen, um gemeinsam weiterzustudieren, und das vermessenerweise auch noch in Uninähe?
Von dann noch nem Programmkino will ich ja gar nicht erst reden, sind ja schliesslich alles Naturwiisenschaftler, aber wie wärs mit nem Elektronikfachhändler?
Studentisches Flair kann man tatsächlich nicht aus der Retorte kreieren, das können nur die Studenten selber - wenn sie denn überhaupt die Möglichkeit dazu haben!
Der Einwurf, ein Italienisches Restaurant sei nicht das richtige Marktsegment für Studenten, besagt ja auch nichts anderes, als dass dort noch Platz für diverse andere Gastronomie ist. Es ist doch sicher kein Zufall, dass sich als einzige weitere provisorische Fressgelegenheit eine Würstchenbude direkt gegenüber des Unigeländes angesiedelt hat. Denn die wäre da ja nach den Gesetzen des Marktes wohl auch nicht, wenn die Mensa alleine schon alle Bedürnisse befriedigen könnte.
Mag ja der gehobene Italiener eher von der gutsituierten jungen Familie frequentiert werden.
Der Punkt ist aber, dass dort in all den Reihenhäusern nirgendwo auch nur die Räumlichkeiten für irgendwelche Gastronomie, oder Läden zu entstehen scheint. (Und ich lasse mich sehr gerne eines Bessern belehren!)

Niederursel mag da für manchen zu bestimmten Gelegenheiten eine attraktive Alternative darstellen.Es wäre Niederursel zu wünschen. Aber die 800m scheinen mir schon sehr optimal gerechnet. Je nachdem, aus welcher Fakultät man gerade kommt, und wo in Niederursel man genau hin will, können das auch schnell mal ein paar hundert Meter mehr werden, oder auch eine gute Viertelstunde zu Fuß hin, und ein gute Viertelstunde wieder zurück! Für nen gemütlichen Kafee um die Ecke etwas weit....

Diese Hypothese mag man mir einem selbstkreierten Modellstudenten, der im Wohnheim leben und in der Mensa essen soll, widerlegen wollen.
Aber Erfahrungssache ist doch dass eine Uni Studenten als Wohnbevölkerung und als Konsumenten für umliegendes Gewerbe anzieht.
Ich bevorzuge da eher einen Vergleich zwischen langjährigen, quirligen, lebendigen studentisch geprägten Vierteln, oder gar ganzen Städten, und der Monokultur, die da in Gefahr zu entstehen ist.

Ich muss da nochmal auf die Größe des ganzen Areals zurückkommen.
Die Fußwege aus diversen Ecken des Viertels, sei es zur U-Bahn, sei es zum Riedberg-Zentrum scheinen mir generell teilweise enorm. Ich sehe da kein Viertel entstehen, in dem man eben mal um die Ecke zum Bäcker geht. Nein, man fährt (hoffentlich wenigstens mit dem Fahrrad) ins Riedberg-Zentrum. Und da geht es gar nicht nur um die Studenten. Generell ist das ganze Gebilde sehr "flächig". Schon nahe dran, an dem was die Amerikaner gerne als Urban Sprawl bezeichnen.

Und was ich überhaupt nicht verstehen kann: Wie kann man eine so reizvolle Situation wie die Promenade so verpuffen lassen, indem man Wohnsolitäre dort entstehen lässt? Der angesprochene Metzger, Bäcker, Eisdiele, Stammtisch, Supermarkt, Restaurant, Café, alles eben, was nicht nur die Nahversorgung jedes funktionierenden Dorfes oder Stadviertels, sondern auch seinen sozialen und emotionalen Mittelpunkt ausmacht, wäre hier auch als verbindende Schnittstelle für die Parkstadt und das nördlich angrenzende Viertel perfekt platziert gewesen, und hätte der Promenade Ihren Namen zu Recht verliehen.
Darüberhinaus hätte sich die Altenhöferallee angeboten, entlang der Uni und bis weit nach Norden hin, den dahinterligenden, weniger verdichteten Gegenden Geschäfte und Gastronomie (und Geschosswohnungsbau) anzubieten.
Stattdessen baut man ein Riedbergzentrum.

Auch wenn die Stuation natürlich nicht im Detail übereinstimmt: Es gab schon andere Stadtteile in Frankfurt, die innerhalb weniger Jahre aus dem Boden gestampft wurden, und die heute zwischen Hochschule und altem Ortskern ehemals eigenständiger Dörfer liegen. Aber hat schonmal jemand was von einem "Nordend-Zenrum" gehört?
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Alt 20.09.08, 13:51   #99
garcia
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Ich kenne die örtlichen Gegebenheiten am Riedberg nicht, allerdings werden hier Äpfel mit Birnen verglichen. Im Bezug auf die Studenten kann ich Chewbacca nur zustimmen. Wenn dem so ist, ist da tatsächlich etwas falsch gelaufen. In Campusnähe sollte es immer ausreichend Geschosswohnungsbau und wenigstens Raum für einen Copyshop, ein Cafe und ein kleines Restaurant geben. Allerdings ist es auch nur ein relativ kleiner Außenstandort. Das enorme Angebot, wie es z.B. derzeit in Bockenheim mit der Leipzigerstraße zur Verfügung steht, kann es dort natürlich nicht geben.

Denn eines wird bei der Kritik übersehen: Der Riedberg ist vor allem ein Reihenhaus-Gebiet. Damit ist automatisch die Wohnbevölkerung wesentlich froßflächiger verteilt als in den Gründerzeitvierteln. Das Angebot muss dementsprechend wie auf dem Dorf gebündelt werden. Die Nachfrage für einen Bäcker, Metzger etc. alle 500m besteht einfach nicht.

Man hätte allerdings von Seiten der Stadt so planen müssen, dass das Riedbergzentrum in unmittelbarer Nähe des Campus liegt und die Studenten so nicht nur ovn dem Angebot profitieren können, sondern vor allem auch das Areal am Tag beleben!
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Alt 20.09.08, 22:14   #100
Schmittchen
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Statt vieler Worte eine Luftaufnahme von Februar 2008. Rot markiert die Nordostecke des Campus Riedberg mit den Physikalischen Instituten (Fotos in Torbens Beitrag #91). Oben das Riedbergzentrum. Dazwischen noch das FIZ. Es kann nun jeder selbst entscheiden, ob er/sie das als enorme Entfernung, als unmittelbare Nähe oder als Katzensprung sehen möchte.

Im Riedbergzentrum, das noch in diesem Jahr eröffnet wird, sind neben 114 Mietwohnungen mehrere Restaurants sowie eine Dependance des Café Wacker vorgesehen. Ganz in der Nähe baut NCC Deutschland weitere 170 Wohnungen (Quelle). Unabhängig vom Riedbergzentrum ist zur Zeit ein Supermarkt in der südöstlichen Ecke des Areals (Parkstadt, Fotos in #95) in Bau, vermutlich wird es dort auch noch zusätzliche Angebote geben. Bäcker und Metzger an jeder zweiten Ecke gibt es leider nicht mehr, der Riedberg ist insofern keine Ausnahme. In Bockenheim, einem gewachsenem Stadtteil mit mehr als doppelt so vielen Einwohnern wie der Riedberg im Endausbau haben wird, gibt es noch genau eine Bäckerei die Brot an Ort und Stelle komplett selbst herstellt. Und die liegt bezeichnenderweise nicht an der Leipziger. Aufbackware kann man ebenso im Supermarkt kaufen - was dementsprechend viele auch tun.

Eine Campus-Universität ist eben etwas anderes als es die Uni Bockenheim (noch) ist. Mit Vorteilen und Nachteilen. Ich habe auch an einer Campus-Universität studiert, ohne dadurch Schaden genommen zu haben. Und schreibt jetzt bloß nichts Falsches!
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Alt 03.12.08, 11:49   #101
Schmittchen
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Nach dieser Meldung hat heute das Riedbergzentrum eröffnet. Erstaunlich, wenn man die Fotos vom 24. August in Beitrag #98 ansieht. Erstaunlich auch, dass man sonst nichts davon liest.

Einem FNP-Bericht von letzter Woche zufolge werden die Chemischen Institute der Goethe-Universität abgerissen und neu gebaut. Hier ein Foto der in den 1970er-Jahren errichteten Gebäude. Baubeginn könnte schon 2010 sein, zuvor soll es einen Architekturwettbewerb geben.
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Alt 03.12.08, 18:16   #102
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^^Das war mir neu. Ich wusste nicht, dass der Reidberg das "größte Wohnbau-Projekt Deutschlands" ist.

Was die 70er Institute angeht kann man nur "gottseidank" sagen, schön dass die abgerissen werden sollen.
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Anerkennung ist eine seltene Pflanze die meist auf Gräbern wächst
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Alt 30.01.09, 11:23   #103
Torben
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Die Frankfurter Rundschau berichtet heute, dass das Schweizer Büro Atelier 5 den Wettbewerb gewonnen hat für ein neues Gemeindezentrum der katholischen Kirche. Dazu gehört auch ein Wohnhaus. Das Zentrum soll am Nelly-Sachs-Platz gebaut werden, wo auch die evangelische Kirche ein Gemeindezentrum plant.

Link zum Artikel: Kirche im Profanen

Renderings aus zwei Perspektiven:


Quelle: Atelier 5


Quelle: www.atelier5.ch


Ergänzung:

Hier zum Vergleich nochmal das Rendering des evangelischen Gemeindezentrums nach dem Entwurf von Juri Martinoff aus Hamburg:


Bild: martinoff architekten

Geändert von Torben (30.01.09 um 12:06 Uhr)
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Alt 30.01.09, 11:45   #104
Schmittchen
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Na servus, jetzt heißt es sogar bei Kirchen: Living in a box (verstaubter Soundtrack). Zugegebenermaßen scheint die städtebauliche Lösung durchaus gelungen. Sofern die Fassaden tatsächlich aus Naturstein bestehen sollen, wonach es auf dem Rendering aussieht, dürften auch die Bauten selbst ganz passabel werden.

Eine Fotostrecke von der Eröffnung des Riedbergzentrums gibt es hier.
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Alt 30.01.09, 15:22   #105
Crimplene
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Crimplene sitzt schon auf dem ersten Ast
Wirklich klasse, dass diese Siedlung so früh schon ausreichend Einkaufsmöglichkeiten hat. Aldi, Rewe und dm plus Bäckerei und Wacker, nicht schlecht!

Die Innenaufnahmen sehen allerdings langweilig aus. War schon jemand drin?

Das ev. Gemeindezentrum wirkt auf mich wie eine Notkirche aus der Nachkriegszeit, im Gutleut (Wurzelstraße? Hirtenstraße?) gibt es - glaube ich - noch sowas.

Insgesamt scheint sich der Riedberg schnell und positiv zu entwickeln. Die räumliche Gestaltung um den Bonifatius-Park gefällt mir sehr gut. Die Architektur südlich des Parks rund um die Renoir-Allee ist allerdings grauslich.
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