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Alt 17.05.18, 08:23   #76
AK-1982
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Es ist sehr einfach aufzuzählen was weggerissen worden ist und das zu kritisieren.
An jeden Ende müssen private Investoren etwas wirtschaftlich Tragfähiges auf die Beine stellen.

Zum AEG Gelände für die Uni, es wurde aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnt.
Der Investor wollte zu viel Geld was mit den massiven umbauten zu teuer war.

Wenn ich die Hallen anschaue dann fällt direkt auf das dort ein geringe Höhe vorhanden ist. In Lingen haben Sie Häuser mit 4 Stockwerken untergebracht (Paris 3 Stockwerke), bei uns sind gerade mal 2 Stockwerke möglich von der Höhe (Siehe Gebäude am Ende) . Die Fassade ist nicht gerade WOW, und die Dachkonstruktion nicht wie in Paris erhaltenswert.

Dazu müssten um die Identität der Hallen zu erhalten, die Gebäude außen rum zurückhalten niedrig usw. sein.

Schaut Sie euch doch an.. also bitte warum sollten diese Hallen erhalten werden? Wäre ein Witz!

Und ja ich habe auch die Befürchtung das die Neubauten "Langweilig" werden, Copy und Paste, irgendwo schon mal so gesehen.

Qualitative Neubauten mit eigenständigen Charakter und klaren Konzept für das Gelände wären sehr wünschenswert.
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Alt 17.05.18, 08:52   #77
nenntmichismael
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Zitat von nothor Beitrag anzeigen
... Wichtig wäre m.E. hier dass man vorher gut durchdenkt was man will und ob sich das vorhandene nicht doch nutzen ließe. Immerhin ist das ganze Gelände um die Brunecker Straße riesig, dort gibt es nichts, alles entsteht neu, und das einzige, was dem eine Identität gibt sind die Hallen. Man nenne mir mal ein vergleichbares Neubauprojekt dieser Größenordnung, das es zu einer Marke, zu einer attraktiven Identität gebracht hat ohne einen gewissen historischen Kern zu haben. Dazu müsste man auch nicht die gesamte Halle in der heutigen Form erhalten, denn es gibt keinen Denkmalschutz der das erzwingt. Hier kann man viel freier und kreativer drangehen!

Man sollte nicht vergessen, vor nicht all zu langer Zeit noch sollte die Uni in die alten Hallen auf AEG ziehen, das war offenbar aber kein Problem für die Schaffung einer modernen und zukunftsfähigen Uni.
Ich stimme Dir ja grundsätzlich zu. Natürlich plädiere ich nicht dafür, die Abrissbirne zu schwingen, bevor man nachgedacht hat. Und ja, die Hallen sind das einzige an Substanz, das identitätsstiftend wirken kann.

M.E. schießt man aber von Seiten der Befürworter genauso in der entgegengesetzten RIchtung übers Ziel hinaus: Da lautet die Forderung ja nicht "Die Hallen müssen bleiben", sondern sie lautet "Die Uni soll in die Hallen". Und das geht für mich zu weit. Für die Hallen kann man sich gerne alles Mögliche überlegen. Aber die Bauten für die Uni müssen sich nach deren Bedürfnissen richten, nicht die Uni nach den Rahmenbedingungen vorhandener Bauten.

Der Vergleich mit dem AEG-Areal trifft´s nicht. Denn Auf AEG wären nur einzelne Bereiche der FAU angesiedelt worden. Auf dem Areal Brunecker Straße geht es aber um etwas völlig anderes: Eine komplette eigenständige Universität, die z.B. i.Ggs zum AEG-Konzept auch eine Verwaltung braucht, die eine Campus-Universität sein soll und die inhaltlich ganz andere Schwerpunkte haben wird. Auf AEG ging es nur um die Verlagerung von bereits bestehenden Fachbereichen. Für die neue Uni Nürnberg geht es um die Schaffung von neuen und - zumindest nach den Worten vom Vorsitzenden der Strukturkommission Prof. Herrmann auch neuartigen - Fachbereichen.

Wenn das alles in den Hallen in optimaler Weise zu machen ist: gerne! Mit solcher alter Industriesubstanz kann man tolle Sachen machen. Wenn die Uni dafür aber Kompromisse eingehen müsste: Dann muss man sich für die Hallen was anderes ausdenken.
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Alt 18.05.18, 22:08   #78
nothor
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Zitat von nenntmichismael Beitrag anzeigen
Wenn das alles in den Hallen in optimaler Weise zu machen ist: gerne! Mit solcher alter Industriesubstanz kann man tolle Sachen machen. Wenn die Uni dafür aber Kompromisse eingehen müsste: Dann muss man sich für die Hallen was anderes ausdenken.
Genau darum geht es, ein Konzept für die Uni zu machen, gucken wie es an den Ort mit seinen Gegebenheiten passt, und das heisst auch mal denken ob die Hallen ganz oder wenigstens teilweise irgendwie nutzbar sein könnten. Deckenhöhen oder absolute Flächen können da kaum limitierend sein, sowas lässt sich ändern. Momentan ist es aber so dass man lieber verschweigt dass da überhaupt welche stehen, weil man wohl seitens der Stadt lieber ein schneeweißes Blatt, ein jungfräuliches Gelände anbieten würde. Mir kommt das wie eine Denkblockade vor: Als ob es auch international jemanden gäbe der ersthaft erwartet man könne in Nürnberg irgendwo ein riesiges Baugelände finden wo es noch rein gar nichts gibt. Wenn es aber ein Unikonzept wird welches ein Niemandsland benötigt weil es baulich so revolutionär ist, dass es nicht auch nur ansatzweise in etwas vorhandenes integrierbar ist, dann wird das wohl so sein und die Hallen verschwinden halt. Ich glaube aber irgendwie nicht daran dass wir eine Uni der Innovations- und Preiskategorie "Elbphilarmonie" bekommen - wobei selbst diese in ein historisches Gewand gepasst hat. Dafür kommen mir alle anderen Hochschulneubauten der Metropolregion doch reichlich bodenständig und integrierbar vor, und wer würde behaupten dass die rückwärtsgewandt und halbe Sachen sind...

Hey, es wird eine Uni und kein Flughafen oder Braunkohletagebau.
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Alt 23.05.18, 18:30   #79
nenntmichismael
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Zitat von nothor Beitrag anzeigen
Wenn es aber ein Unikonzept wird welches ein Niemandsland benötigt weil es baulich so revolutionär ist, dass es nicht auch nur ansatzweise in etwas vorhandenes integrierbar ist, dann wird das wohl so sein und die Hallen verschwinden halt. Ich glaube aber irgendwie nicht daran dass wir eine Uni der Innovations- und Preiskategorie "Elbphilarmonie" bekommen - wobei selbst diese in ein historisches Gewand gepasst hat. Dafür kommen mir alle anderen Hochschulneubauten der Metropolregion doch reichlich bodenständig und integrierbar vor, und wer würde behaupten dass die rückwärtsgewandt und halbe Sachen sind...
Ich glaube, dass inhaltliches Uni-Konzept und ästhetischer Baukultur-Aspekt zwei Paar Stiefel sind. Bei der Uni geht es aus meiner Sicht zuallererst um Funktion. Beim zweiten staatlichen Großprojekt, dem Konzerthaus, geht es hingegen wie bei der Elbphilharmonie auch ums Prestige. Insofern hätte ich mir bei Letzterem baulich durchaus etwas Strahlenderes vorstellen können als den kürzlich vorgestellten Siegerentwurf. Bei der Uni hingegen würde ich persönlich beim Baulichen Abstriche machen, wenn gleichzeitig gewährleistet ist, dass das wissenschaftliche Konzept passt, dass Geld für eine optimale Ausstattung zur Verfügung steht, dass potentiellen Profs konkurrenzfähige Gehälter geboten werden können etc. Natürlich wäre es schön, wenn der künftige Campus auch baulich etwas her machen würde, einen Wiedererkennungseffekt hätte usw. Aber seien wir uns im Klaren darüber: Hochschulbauten sind in erster Linie Zweckbauten. Selbst die Neubauten für zwei der absoluten deutschen TOP-Universitäten LMU und TU München sind keine architektonischen Glanzstücke, sondern voll auf Funktionalität getrimmt:
http://www.deutsches-architektur-for...?t=9752&page=3

So gesehen bin ich schon wieder geneigt Dir zuzustimmen, dass die Hallen eine Chance für einen Wiedererkennungseffekt und eine gewisse "Identität" der neuen Uni darstellen. Trotzdem ist mir wie gesagt für meine Heimatstadt am Ende wichtiger, dass die Uni ein möglichst hohes Niveau bei Forschung und Lehre bietet. Erst in zweiter Hinsicht darf sie dann gerne auch noch architektonisch glänzen.

Noch weiter ausgeschweift: Größere Chancen als in den Bauten liegen möglicherweise sogar mit geringerem Aufwand in der landschaftsarchitektonischen Dimension: Gleich auf der anderen Seite der Münchner Straße liegen der Volkspark Dutzendteich, der Silbersee. Wenn man die Uni und dazugehörigen Wohnheime in deren Nähe rücken und dann über die Straße im wahrsten Sinne des Wortes "Brücken bauen" könnte, oder die trennende Rennpiste der Münchner Straße einhausen und verbergen, könnte das eine "Universität am/im Park" werden. Das würde mir gefallen.

Im Grunde ist der Standort Brunecker Straße aus studentischer Lebensqualitäts-Sicht sowieso ideal: Arena, Stadion, Rock im Park, Z-Bau, Volksfest - alles in Laufreichweite. Studentische Freunde der Hochkultur schaffen es auch noch zu Fuß zum Konzerthaus. Und wer in die Innenstadt möchte, hat die U-Bahn vor der Tür.
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Alt 09.06.18, 00:07   #80
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Am kommenden Samstag, den 10.06. laden die Grünen im Rahmen der Aktionsreihe "Grüne Wege" ein zu einer Fahrradführung über das Gelände Brunecker Straße:

https://gruene-mittelfranken.de/grue...ene-wege-2018/

Treffpunkt für die Tour ist um 16:00 Uhr an der Ingolstädter Straße Ecke Brunecker Straße. Die Grüne Angeordnete Verena Osgyan vertritt dabei den nachvollziehbaren Standpunkt, dass die Hallen nicht abgerissen werden dürfen bevor das Konzept für die neue Uni steht und geprüft wurde, ob sich beides miteinaner verbinden lässt.

http://www.nordbayern.de/region/nuer...?searched=true

Genau so sehe ich das auch. Die aktuelle, nicht so ganz öffentlichen Pläne sehen stattdessen vor, dass die Hallen schleunigst beseitigt werden um das Gelände erst an den Freistaat zu verkaufen. Und das ohne das es überhaupt ein Uni-Konzept gibt! Ist doch echt ein Unding! Aus Gründen des Umweltschutzes werden Stohhalme verboten, aber massive Bauwerke, deren mögliche Nutzung ungeprüft ist, sollen mit Millionenaufwand abgerissen werden wobei Tonnen an CO² frei werden und tausende Kubikmeter Schutt entstehen. Was für ein unsinniges Vorgehen.
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Alt 13.06.18, 19:18   #81
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Der Tour am 10. Juni kam mit über 50 Besuchern ein überraschend hohes Interesse zu, denn die Veranstalter hatten mit weniger Resonanz gerechnet. Die weitgehend einhellige Meinung war es, dass der anstehende Abriss der Hallen völlig überhastet wäre und man ernsthaft in Erwägung ziehen sollte den Erhalt der Hallen nochmal zu überprüfen, besonders da noch keinerlei Konzeption für die Uni existiert.



Unterdessen ist heute von Aurelis, dem Noch-Grundstückseigentümer eine Pressemitteilung ausgegeben worden, die den Beginn der Abrissarbeiten ankündigt:

https://www.aurelis-real-estate.de/n...eckbau-der-uml

Damit besteht wohl kaum noch die Hoffnung, dass hier eine attraktive Uni mit Gesicht entsteht. Merke, was der Freistaat zuletzt als Hochschulgebäude in Nürnberg bauen ließ war das hier:



Interessant dass solche Entwicklungen gerade in der Phase hochlaufen, in der sich Nürnberg als Kulturhauptstadt profilieren will. Wie passen da die Abrisse der Umladehallen und der Hauptpost, der Stillstand im Volksbad, die unnötige Diskussion um den sinnfreien Erhalt des Pellerhausersatzes und nicht zuletzt das Abtreten des Pilatushauses an die Altstadtfreunde zusammen? Was versteht Nürnberg eigentlich unter Kultur? Quo vadis, Nürnberg?
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Alt 13.06.18, 22:17   #82
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Lieber @nothor, ich kann Deine Haltung ja nicht nur verstehen und nachvollziehen, sondern ich teile sie auch in vielen Punkten.

In puncto Kulturhauptstadt-Bewerbung ist allerdings zu berücksichtigen, dass es sich um einen EU-Wettbewerb nach EU-Vorgaben handelt. Wenn Nürnberg hier erfolgreich sein will, muss es nach den EU-Regeln spielen. Lies Dir mal durch, welche Ziele und Kriterien die EU in der entsprechenden Verordnung festgelegt hat, konkret in den Artikeln 2 und 5:

https://eur-lex.europa.eu/legal-cont...4D0445&from=DE

Die Kulturhauptstadt-Initiative der EU ist gedanklich v.a. ein Stadtentwicklungswettbewerb. Das historische Erbe der beteiligten Städte bildet dabei nur einen der Ausgangspunkte. Es geht um Zukunftskonzeptionen und um Gesellschaftsentwicklung. Da kann überall das bauliche Erbe hineinspielen, aber sein Erhalt ist ebensowenig ein Kernkriterien wie die Ästhetik zeitgenössischer Architektur.

Die Stadt Nürnberg liegt mit dem, was sie im Rahmen der Bewerbungsvorbereitung so tut, nach meiner Einschätzung recht gut auf Kurs - wenn man die EU-Spielregeln als Maßstab nimmt. Du und ich (und viele andere hier) würden uns mehr Bewusstsein für das bauliche Erbe und mehr Gefühl für bauliche und städtebauliche Ästhetik wünschen. Aber das ist zu trennen von der Kulturhauptstadt-Bewerbung.
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Alt 15.06.18, 18:40   #83
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Man sollte hier auch etwas differenzieren. Ja, das Hochschulgebäude der TH Nürnberg für Architektur ist wirklich ein schlechter Scherz in so einer prominenten Lage. Man kann nur hoffen, dass die Architekten von damals das als sarkastische Vorlage für die nächste Architektengeneration gemeint hatten ein solches Gebäude zukünftig nicht an solchen Stellen zu planen.

Trotzdem sind die Umladehallen nichts was das Stadtbild beeinflusst hat, noch hat ein Großteil der Bevölkerung sie bisher gekannt. Hier kann man wirklich sagen endlich bewegt sich etwas und es wird nicht wieder erst Jahre oder Jahrzehnte (siehe Frankenschnellwegausbau) diskutiert und Gutachten erstellt. Das ist doch genau das was Deutschland schon in den letzten Jahren so viel Fortschritt gekostet hat. Hier wird ständig diskutiert, nur weil eine kleine Randgruppe irgendwas auszusetzen hat. Man sollte hier nicht nu die Eigeninteressen versuchen durchzusetzen, sondern wirklich etwas mehr an das Gemeinwohl denken. Und hier wird eine neue Uni dem Standort gut tun, egal ob wirtschaftlich oder kulturell - je früher desto besser. Dass man hier versucht hat zwanghaft wieder irgendwelche Bestände zu halten für die sich Jahrzehnte niemand interessiert hat ist schon etwas heuchlerisch - wobei das Verzögern von Projekten hat Nürnberg und Umgebung ja wirklich drauf. Vermutlich läuft hier deshalb auch nicht viel in punkto Veränderung.
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Alt 17.06.18, 12:32   #84
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Also ich sehe das ein wenig anders. In Nürnberg ist man mit dem Abreißen immer schnell dabei, schneller als irgendwo anders. Die Umladehallen sind im übrigen schon sogut wie abgerissen:

http://www.nordbayern.de/region/nuer...?searched=true

Ist doch erstaunlich, wie schnell soetwas geht wenn einen plötzlich die Furcht davor packt, man könne vielleicht doch nicht so schnell wie man will. Außer das Söder vor wenigen Tagen ins goldene Buch der Stadt schrieb "PS: Die Uni kommt!" steht noch nichts. Eine Uni hätte man auch schon vor Jahrzehnten nach Nürnberg bringen können, spätestens mit dem Niedergang der Industrie in Nürnberg vor 20 Jahren wäre das nötig gewesen. Das hier also "Randgruppen" wichtige Entwicklungen verhindern würden ist schlichtweg falsch. Gegen eine Uni kann niemand etwas haben. Dass das nun aber alles inenrhalb weniger Monate laufen soll, oder gar könnte, ist einzig mit der anstehenden Landtagswahl zu erklären. Söder wird von seinem Wort kaum zurückweichen können, das wird er auch nicht wollen. Aber er muss immerhin im Herbst erstmal eine Wahl gewinnen...

Wenn man sich mal anschaut was andere Städte mit ihren Industriedenkmälern so anfangen und sie in Richtung Zukunft hieven wird mir einfach nur schwummrig wenn ich sehe was wir in Nürnberg stattdessen machen, siehe Bahnhofstraße, einfach zum schämen. Nürnberg kennt nur einen Weg in die Zukunft und den geht man mit dem Abrissbagger.

http://www.deutsches-architektur-for...t=8325&page=42
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Alt 03.07.18, 15:06   #85
nenntmichismael
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Jetzt erfährt man mal einen Zwischenstand bei den Planungen für die Technische Universität Nürnberg:
http://bayern.de/bericht-aus-der-kab...18/?seite=1617
http://www.nordbayern.de/region/nuer...-uni-1.7779593

Für mich hört sich das in Bezug auf das Fächerspektrum interessant und zukunftsweisend an. Und in Bezug auf die geplante Fläche scheint man mir sogar etwas größer zu planen als bisher bekannt. Nach meiner Erinnerung war davon die Rede, man wolle "ein Drittel" des Gesamtareals Brunecker Straße für die Uni nutzen. Nach dem heutigen Kabinettsbeschluss sollen es jetzt 37ha werden - bei m.W. 90ha Gesamtfläche wären das über 40% des Areals. Wenn dort tatsächlich der angekündigte "moderne urbane Campus" für 5000-6000 Studierende entsteht, wird das für die Stadt Nürnberg ein kaum hoch genug einzuschätzender Gewinn. Meine Hoffnung ist auch: Wenn man schon die erste neue bayerische Universität seit 40 Jahren gründet, dann muss es etwas werden, das in neue Dimensionen vorstößt. Nur eine Feld-, Wald- und Wiesen-Ausbildungsstätte für ein paar Studenten mehr würde der Tragweite des Vorhabens nicht gerecht, um die es sich hier handelt: die erste Universitäts-Neugründung in ganz Europa in diesem Jahrtausend. Wenn es nach den Plänen von Präsident Herrmann als Vorsitzendem der Strukturkommission geht, dann sieht es gut aus, nicht zuletzt in puncto Betreuungsrelation von Lehrenden und Studierenden. Hoffen wir, dass die Neider nicht dazwischengrätschen.

(Und mit der angekündigten Gesamtinvestitionssumme von 3 Mrd. Euro, die über die nächsten Jahre an die neue Uni, an die FAU Erlangen-Nürnberg und an die TH Nürnberg fließen soll, lässt sich für den Bildungs- und Wissenschaftsstandort Metropolregion Nürnberg schon was machen. Sehr erfreulich.)
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Alt 16.07.18, 18:40   #86
Goho_live
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Goho_live hat die ersten Äste schon erklommen...
Bebauungsplan und Bürgerbeteiligung

Die Stadt will den Bebauungsplan und die Bürgerbeteiligung noch dieses Jahr auf den Weg bringen. http://www.nordbayern.de/region/nuer...oran-1.7832647

Schaun wir mal, ob es dann 2019 grünes Licht von allen Seiten gibt!
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Alt 17.07.18, 11:34   #87
Planer
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Nicht Architektur im engeren Sinne aber trotzdem lesenswert:
https://www.jmwiarda.de/2018/07/03/v...eutschen-unis/


In diesem Interview beschreibt Prof. Herrmann Konzept und Ideen für die TUN. Die großen Anforderungen und Ziele müssen sich auch in einer entsprechenden Architektur und Gestaltung der Gebäude und des Gelände niederschlagen.=> Da könnte wirklich was richtig gutes entstehen.
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Alt 17.07.18, 12:54   #88
nothor
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Na das ist doch sehr zu hoffen. Wenn man eine völlig neue, wegweisende Uni einrichten möchte zu der man nur mittels Auswahlverfahren einen studienplatz bekommen soll, so haben ich oben genannten Artikel verstanden, sollte sich das auch in einer entsprechend repräsentativ-innovativ-elitären Architektur wiederspiegeln. das würde dann auch mehr als entschädigen für den vorfristigen Abriss der Hallen, die man hätte zumindest Teilweise ja einbinden können. Dazu die Pressemitteilung der Stadtbildinitiative Nürnberg:

http://stadtbild-initiative-nuernber...len_180620.pdf

Mit dem Abriss der Hallen kann ich gut leben, wenn denn etwas wirklich besseres nachkommt. Und das meine ich im Hinblick auf die Architektur, die nicht nur in Nürnberg ihres Gleichen suchen sollte. Wenn das so kommt bin ich am Ende versöhnt. Im Übrigen finde ich die Einrichtung einer Uni mehr als wichtig. Wenn ich mir anschaue, was die Stadt Nürnberg in den Schulneubau investiert, und mir dann vergegenwärtige welcher Brain-Drain einsetzt wenn die Studierfähigen nach dem Abitur aus Nürnberg ausschwärmen und anderswo an den Universitäten und Hochschulen zu studieren kann man kaum verstehen, wieso man diesen Zustand so lange hingenommen hat.
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Alt 20.07.18, 20:45   #89
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In einer heutigen Bildergalerie auf Nordbayern.de über anstehende Großvorhaben in Nürnberg findet sich auch eine jedenfalls mir bisher nicht bekannte Darstellung (*klick*) der Planung für das Areal Brunecker Straße - immer noch unter dem Signum "Lichtenreuth", aber jetzt unter Berücksichtigung der geplanten Flächen für die Technische Universität Nürnberg.

Größte Unterschiede zu den Planungen, die noch auf der 2016er Lichtenreuth-Projekt-Homepage zu finden sind, scheinen mir zu sein, dass man eine schlangenförmige Verlängerung der Straßenbahn quer durch das ganze Gelände Richtung Südosten andenkt, und dass der bisher langgestreckte Park, der in West-Ost-Richtung quer durch das Areal laufen sollte, in der Mitte zu einer Art Plaza zusammenkomprimiert wird, sich dafür Richtung Osten trichterförmig stark ausweitet.

So ganz überzeugt mich der östliche Park-Dreieck rein städtebaulich nicht. Ob ein Park, der direkt an die Münchner Straße grenzt, große Aufenthaltsqualität hat? Umgekehrt hätte man, wenn man geeignete Hochschulgebäude als Riegel näher an die Straße heranrücken würde, sowohl die Möglichkeit, einen ruhigeren Park im Inneren zu schaffen, als auch entlang der Münchner Straße einen modernen städtebaulichen Akzent zu setzen.

Natürlich alles noch Spekulation. So ganz geht auf dieser Darstellung für mich außerdem die Verhältnismäßigkeit der Flächen nicht auf: Von den 90 Hektar Gesamtfläche will der Freistaat Bayern ja ca. 37 Hektar für die Universität kaufen, also etwa 40% des Geländes. Auf der hier verlinkten Darstellung sind noch deutlich mehr Flächen für die Universität vorgesehen. Insofern wäre interessant, ob das ein offizieller Planungsstand ist, oder ob hier ein Fehlerteufelchen mit im Spiel ist. Es ist wohl sicher noch nicht das letzte Wort gesprochen, sondern es handelt sich wohl eher um Projektstudien, da der genaue Zuschnitt der Universität und entsprechende Bedarfe bisher nur in Grobzügen feststehen. (Dass das nicht der allerletzte Stand sein kann, lässt sich auch daran erahnen, dass hier, wenn ich es richtig entziffere, noch ein Erhalt der "Kopfteile" der Umladehallen in Erwägung gezogen wird.)

In jedem Fall gut zu sehen, dass die Planungen seitens Stadt, seitens Aurelis, seitens der Staatsregierung und seitens des Architekturbüros mit Nachdruck weiterzugehen scheinen.
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Alt 20.07.18, 23:33   #90
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Dass das nicht der allerletzte Stand sein kann, lässt sich auch daran erahnen, dass hier, wenn ich es richtig entziffere, noch ein Erhalt der "Kopfteile" der Umladehallen in Erwägung gezogen wird.
Interessant ist aber, dass in bislang keiner einzigen Planung die Umladehallen überhaupt eine Rolle spielten. Die aktuell auch in der Printausgabe gezeigte Skizze von "Lichtenreuth" zeigt das jedoch erstmals, außerdem hat man das vorher in strengem Raster gegliederte Areal nun mit einem Schwung versehen und gedreht. Daher habe ich nicht den Eindruck, dass es sich hierbei um eine alte Planung handelt, wenngleich es auch nicht die finale sein dürfte. Und mal abgesehen von dem "Umladehallen"-Detail gefällt mir der aktualisierte Plan schon deutlich besser. Die 'neue Brunecker Straße', der auch die Straßenbahn mit bis zu drei Haltestellen folgen soll, muss schließlich die gesamte Erschließung des neuen Viertels übernehmen, und so finde ich es gut dass die bebauung nicht bis an die Münchner Straße heranrückt. Wer von Äuswärts kommt wird schon an der Bauernfeindstraße eine völlig neue städtebauliche Situation vorfinden, z.B. durch die Straßenbahnhaltestelle/oder -wendeschleife, sowie eine deutlich aufzurüstende Straßenkreuzung nach Lichtenreuth hinein. Insofern schadet es nicht, wenn auf Höhe des Dutzendteichs weiterhin das Grün dominiert. Langfristig, in 20 Jahren oder so wird man aber darüber diskutieren, ob die den Park durchschneidende Straße nicht unter die Erde gehört...
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