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Alt 17.08.13, 08:26   #106
Xalinai
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Xalinai ist essentiellXalinai ist essentiellXalinai ist essentiellXalinai ist essentiellXalinai ist essentiellXalinai ist essentiellXalinai ist essentiellXalinai ist essentiellXalinai ist essentiell
Handwerk hat fleckige Klamotten

Zitat:
Da mich nichts mehr wundert, hatte ich die prächtigen neobarocken Fassaden schon abgeschrieben, umso erfreuter war ich heute, festzustellen, dass man sich nur an der wohl schon vor Jahrzehnten vom Stuck befreiten Nr. 87 am Dach und (wohl der Lehrling?) mit dem Pinsel ausgetobt hat:
Ich dachte erst Du meinst den fleckigen Giebel am Ende von Nr. 89 (oder ist das schon 91?), aber wenn die die Farbkleckse und Überstreifungen an der Nr. 87 meinst, dann gilt: Nix Lehrling Effiziente Arbeitsweise! Dein Bild zeigt recht deutlich, dass der Anstrich das Erdgeschoss noch nicht erreicht hat (A), dort also noch gestrichen werden wird - warum sollte man dann am Übergang abdecken oder abkleben? Das wird mit dem Erdgeschossanstrich übermalt.
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Alt 17.08.13, 12:55   #107
HöchsteZeit
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Ergänzung

Folgende Ergänzungen kann ich noch beizusteuern:

Kreishaus Rückseite. Hier waren auch schon die ersten Umzugswagen zu sehen. In dem Fenster oben links, das auf dem Foto noch eine Plane ziert ist inzwischen schon ein Topfpflanze zu sehen.



Breuwiesenstraße / Mehrfamilienhäuser der KEG







----
Details zu dem Projekt Bolongarostraße 102 findet man hier:

http://www.mp-immobilien-gmbh.de/

Ich hoffe sehr auf eine postive Wirkung für den ganzen Abschnitt. (extra Schallschutz )
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Alt 17.08.13, 13:47   #108
Schmittchen
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Durchaus erfreulich, der Entwurf für die Bolongarostraße 102, und klar besser als erwartet. Mehr noch: Im Kernbereich entstehen seit langem mal wieder frei finanzierte Neubauwohnungen. In allen anderen in den Vorbeiträgen erwähnten Neubauten sind es Sozialwohnungen, gebaut von einer städtischen Gesellschaft. Man muss den Bauherrn der Bolongarostraße 102 für den Mut loben.

Ob die frühere Bolongarostraße 102 wirklich so alt war, wage ich zu bezweifeln, denn es waren jede Menge Stahlträger darin verbaut (Foto). Vielleicht sind die erst bei einem späteren Umbau hineingekommen, vielleicht wurde damals aber auch auf älteren Kellergeschossen gebaut.
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Alt 19.08.13, 11:29   #109
MarLow
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MarLow befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
Im Kernbereich entstehen seit langem mal wieder frei finanzierte Neubauwohnungen.
Leider hat man dies nicht bereits vermehrt in der Breuerwiesenstraße versucht. Zumindest 2 der dort entstehenden 4 Gebäude hätten gerne derartige Neubauwohnungen sein dürfen.
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Alt 10.11.13, 14:16   #110
HöchsteZeit
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Standesamt Höchst

Beim Standesamt Höchst ist der Gerüst inzwischen zum größten Teil abgebaut.

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Alt 19.12.13, 13:49   #111
HöchsteZeit
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Goldener Adler

Der Verkauf des "Goldenen Adler" an die KEG steht laut

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/...;art675,711812

kurz vor dem Abschluß.
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Alt 20.12.13, 01:04   #112
RMA
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RMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle Zukunft
Hervorragende Nachrichten, da fällt mir ein, dass ich schon diesen Oktober 2013 ausgerechnet in Bamberg (!) im Schaufenster eines Haus eines Bauforschungsunternehmens den Goldenen Adler wiederfand. Die Bamberger Geller - Bornschlögl sind offenbar vom Denkmalamt der Stadt bereits im Sommer / Herbst 2012 mit einer Untersuchung des Hauses beauftragt worden, was sehr interessante Details zu Tage brachte.

Das Gebäude ist nun erstmals dendrochronologisch genau datiert, es wurde demnach 1658 kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg erbaut und hat somit das bedeutende Alter von über 350 Jahren erreicht. Die Gaststätte „Goldener Adler“ gab es bereits seit Mitte des 18. Jahrhunderts, im Zuge dieser offenbar erfolgreichen Nutzung wurde das Gebäude im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts mehrfach nach Norden erweitert. Im 19. Jahrhundert erfolgte der Anbau des Hauses Nach dem Brand 2 und die Zusetzung der Tordurchfahrt an der Albanusstraße, noch heute gut zu erkennen. Unter dem Haus befinden sich (wie häufig) gleich mehrere Keller verschiedener Vorgängerbauten, die, da das Gebäude auf ältestem Höchster Stadtgebiet bzw. innerhalb der ersten bekannten Stadtmauer aus der Mitte des 14. Jahrhunderts steht, wohl mindestens auf die Zeit des Wiederaufbaus nach der Zerstörung der Stadt durch die Frankfurter 1396 zurückgehen.

Das nachfolgende Bild ist eine Abfotografie der ausgestellten Tafel, leider nur mit der dürftigen Kamera meiner Begleitung. Interessant neben der Bau- und Nutzungsgeschichte vor allem das Bild unten links aus dem oberen Teil des (Ost-)Giebels zur Albanusstraße von innen, das einen gewissen Vorgeschmack der Schönheit des nun hoffentlich bald zu restaurierenden Fachwerks liefert:

__________________
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Geändert von RMA (20.12.13 um 09:15 Uhr)
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Alt 31.12.13, 15:51   #113
HöchsteZeit
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Melchiorstraße 20

Das Projekt Melchiorstr. 20 (vgl. #98) ist inzwischen fertig und ein echtes Schmuckstück geworden. Es ein Restaurant mit gehobener Küche, die "Höchster Genuss Schmiede" (siehe auch FNP).

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Alt 13.01.14, 12:04   #114
Schmittchen
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Bolongarostraße 156 und Melchiorstraße 10

Es ist vollbracht, die KEG hat den Goldenen Adler gekauft. Außerdem die ehemalige Gaststätte Melchiorstraße 10, auch dieses Haus wird saniert. Die soeben eingegangene Pressemitteilung der Stadt:
KEG erwirbt Goldenen Adler und Stadtschänke in Höchst

(pia) „Nach langen Verhandlungen konnte die KEG Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH jetzt den Goldenen Adler in der Bolongarostraße 156 und die ehemalige Stadtschänke in der Melchiorstraße 10 erwerben“, berichtet Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der KEG ist. „Das ist eine hervorragende Nachricht für Höchst, da beide Gebäude nach jahrelangem Verfall nun saniert werden können und das Erscheinungsbild des Stadtteils aufwerten werden.“ Der Besitzübergang für beide Liegenschaften soll Ende Januar 2014 erfolgen. Unmittelbar danach kann mit den Arbeiten an diesen beiden Projekten begonnen werden.

Das Gebäude in der Melchiorstraße 10 wird von der KEG durchgreifend saniert. Zukünftiger Nutzer wird der Verein Arbeits- und Erziehungshilfe sein, der hier in zehn kleinen Wohneinheiten betreutes Wohnen anbieten wird. Darüber hinaus wird das Erdgeschoss zu einer Verwaltungs- und Beratungseinheit umgebaut. „Der Bauantrag befindet sich schon in Arbeit, er kann wahrscheinlich noch in diesem Frühjahr bei der Bauaufsicht eingereicht werden. Wenn alles gut läuft, können die Sanierungsarbeiten im Sommer 2014 beginnen“, sagt KEG-Geschäftsführer Rainer Wrenger.

„Mit der Sanierung dieses Hauses wird dann das letzte große Projekt in der Melchiorstraße in Angriff genommen. Die Melchiorstraße zwischen Justinuskirchstraße und Königsteiner Straße wird sich dann, nach dem Neubau des ehemaligen Hertie-Kaufhauses, der Sanierung des Biringer-Geländes durch die KEG und diversen privaten Sanierungsmaßnahmen, wieder äußerst ansehnlich darstellen“, so Bürgermeister Cunitz. „Das ist nicht zuletzt auch ein Verdienst des städtischen Förderprogramms für Höchst, für welches auch die KEG bei dem Projekt Melchiorstraße 10 einen Förderantrag einreichen wird.“

Der Goldene Adler in der Bolongarostraße ist schon seit Jahren ein Stein des Anstoßes in der Höchster Altstadt. Dieses hochwertige Baudenkmal soll jetzt ebenfalls von der KEG entwickelt werden. In Abstimmung mit dem Denkmalpfleger sollen hier zunächst einmal die dringend notwendigen Instandsetzungs- und Sanierungsarbeiten an den Dächern und den Fassaden durchgeführt werden. Teile der Innenhofüberdachung sollen zurückgebaut werden. Ziel ist es, hier ein Modellprojekt der Denkmalpflege zu schaffen.

Die KEG beabsichtigt, nach Durchführung der Sanierungsarbeiten den gesamten Gebäudekomplex mit rund 500 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche an einen Nutzer oder eine Nutzergruppe zu veräußern, die ein hohes Maß an Wertschätzung für dieses hochkarätige Baudenkmal aufbringt und dort ein Projekt des gemeinsamen Wohnens und Arbeitens realisieren möchte. Die Wiederherstellung einer gastronomischen Nutzung ist nicht beabsichtigt. Grundsätzlich werden Nutzungen priorisiert, die die Entwicklung der Höchster Altstadt nachhaltig fördern. Auch für dieses Projekt wird die KEG Fördermittel des Programmes für Höchst beantragen.

Die Arbeiten werden im Frühjahr beginnen. Aufgrund der Komplexität der Arbeiten und des Umfangs der Schäden ist mit einer Bauzeit von etwa zwei Jahren zu rechnen. Danach kann dann der spezifische Ausbau durch die Nutzer starten. Interessierte können sich bereits jetzt mit der KEG mbH in Verbindung setzen. Ansprechpartner ist Rainer Wrenger.
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Alt 13.01.14, 13:53   #115
sipaq
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sipaq ist ein Lichtblicksipaq ist ein Lichtblicksipaq ist ein Lichtblicksipaq ist ein Lichtblicksipaq ist ein Lichtblicksipaq ist ein Lichtblicksipaq ist ein Lichtblick
Das sind hervorragende Nachrichten für die Höchster Altstadt.
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Alt 21.01.14, 17:32   #116
tunnelklick
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Nach einer Pressemeldung der Stadt Frankfurt liegt jetzt ein Magistratsbeschluss zum Umbau des Vorplatzes und des Busbahnhofs am Höchster Bahnhof vor.

Anlage 1
Anlage 2
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Alt 25.03.14, 11:33   #117
HöchsteZeit
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Während anderorten in wenigen Wochen ganze Hochhäuser entstehen, geht es in Höchst doch deutlich langsamer voran.

An der Bolongaroresidenz werden die Balkone montiert und der rückseitige Platz wurde neu gepflastert.



An der Zuckschwerdtstraße 1 steht der Baubeginn wohl unmittelbar (also in wenigen Wochen) bevor.



Und auch am Schloßplatz tut sich endlich etwas.

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Alt 31.03.14, 16:18   #118
HöchsteZeit
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JVA Höchst

Wie die FNP berichtet (FNP-Artikel) wurde die JVA Höchst an einen Investor verkauft. Es soll Wohnraum entstehen. Konkrete Bau- und Zeitpläne gibt es wohl noch nicht.
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Alt 23.04.14, 21:37   #119
RMA
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RMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle Zukunft
Kaum zu glauben, wie lange das letzte Update schon wieder her ist. Also dann, wenn auch quantitativ nicht allzuviel passsiert (bei Bolongarostraße 156 aka „Goldener Adler“ ist noch nichts zu erkennen), so doch zumindest qualitativ so einiges.

Wie HöchsteZeit bereits berichtete (vgl. u. a. #91, #119) erreichen die ja bereits seit Ende 2011 am Gebäude Höchster Schloßplatz 14 laufenden Restaurierungsarbeiten nun auch die sichtbaren Fassaden zum Burggraben im Westen respektive zum Schloßplatz im Süden. Das Haus ist ein zumindest im Hochbau – unter der Parzelle liegen mittelalterliche Keller – vermutlich kurz nach dem Höchster Stadtbrand von 1586 entstandes Anwesen für ein Mitglied des Mainzer Dienstadels oder eines reichen Kaufmanns. Ersteres halte ich aufgrund der Nähe zur Zollburg für wahrscheinlicher.

Ungewöhnlich ist die massive Ausführung der beiden Untergeschosse, erst spätere Reparaturen und Anbauten erfolgten in Fachwerkbauweise. Ausnahme ist das zweite Obergeschoss, insbesondere dessen bereits weitgehend restaurierte Fassade zum von der Bolongarostraße aus zugänglichen Hof, die sich der Kernbau dort mit der Rückseite des spätgotischen Fachwerkbaus Bolongarostraße 173 teilt. Das Gebäude zeigt dort eine Schaufassade in den typischen mitteldeutschen Zierformen des Holzbaus des späten 16. Jahrhunderts.

Damit besteht eine nicht unerhebliche typologische Ähnlichkeit mit dem fast zeitgleichen Anwesen Bolongarostraße 186 (zwei Geschosse in Stein, darüber ein Fachwerkgeschoss), wobei sich dieses in seiner exponierten, freistehenden Lage im Gegensatz zu seinem Verwandten am Schloßplatz mit seinem komplizierten Grundriss wohl weniger den räumlichen Gegebenheiten unterordnen musste. Die dort gesicherte Bauherreneigenschaft durch Hartmuth XIII. von Kronberg aus dem Reichsritterstand verweist auf die hohe Bedeutung von Schloßplatz 14.

Zunächst der bisherige Zustand in zwei Bildern von mir aus dem Jahre 2010. Das erste zeigt das Haus ganz links, vom Schloßplatz bzw. Südosten aus gesehen, das zweite die Draufsicht vom Burggraben mit dem senkrecht daran stoßenden Anbau, der wohl erst aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt:


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Nun einige Ansichten von heute bzw. dem jetzigen Sanierungsstand. Zunächst zwei den vorigen Bildern entsprechende Motive. Viel ist nicht zu erkennen, interessant dürfte sein, ob das zweite Ober- und das Dachgeschoss auch zum Schloßplatz in Zierfachwerk ausgeführt waren – wovon ich eigentlich ausgehe – und wenn, ob dieses noch erhalten, ggf. rekonstruiert und wieder freigelegt wird. Die beiden Untergeschosse aus Bruchstein werden dagegen mit Sicherheit wieder verputzt.


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Detail des Erdgeschosses an der Ecke von Burggraben und Schloßplatz. Da, wie vor allem aus dem zweiten von oben (aus 2010) gezeigten Bild ersichtlich, mit dem Anbau Richtung Burggraben auch der Fassade zum Schloßplatz eine Fensterachse (im ersten Obergeschoss) hinzugefügt wurde, sehen wir dort ohne Verputz nun die Baunaht zwischen dem Wechsel von massiver Bruchstein- zu Fachwerkbauweise:


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Rück- bzw. Nordseite des Anbaus, wo abermals der Wechsel der Bauweise zu beobachten ist. Hier sind bereits sehr schöne fachmännische Restaurierungs- bzw. Zimmermannsarbeiten zu erkennen, die auf einen maximalen Erhalt von Originalsubstanz gerichtet sind. Interessant auch das Fenster im Erdgeschoss des Kernbaus, das dort wohl erst im 18. Jahrhundert eingebrochen wurde, weswegen um dessen Gewände schon nicht mehr die Bauweise in Bruchstein, sondern vorindustrielle Ziegel Anwendung fanden:


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Schließlich sehen wir von der Bolongarostraße aus zwischen den Häusern 171 und 173 die schon weitgehend fertig gestellte Hoffassade mit den schönen steinernen Fenstergewänden sowie dem Zierfachwerk, eventuell also eine Vorschau auf die künftige Fassade zum Schloßplatz? Noch fehlen die Fenster, laut mündlicher Aussage eines Bewohners vor einigen Jahren haben sich im zweiten Obergeschoss zum Hof solche des 18. Jahrhunderts erhalten, die die ältesten im gesamten Stadtgebiet sein dürften (man merke, es gibt schon in der Römerstadt von 1927–29 nicht einmal mehr ein einziges originales Fenster), man darf also hoffen, dass sie gerade aufgearbeitet und wieder eingesetzt werden, sofern sie nicht im Museum landen:


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Nun zum Grundstück der ehemaligen Bolongarostraße 102 (vgl. v. a. #107, zuletzt #119). Die Arbeiten an der Baugrube sind in vollem Gange, wobei mittlerweile auch der Gewölbekeller der Vorgängerbebauung beseitigt wurde. Nachfolgend ein paar Impressionen der Baustelle.

Gesamtansicht von Südosten, erkennbar ist Züblin Auftragnehmer, was auf eine professionelle und vor allem zügige Abwicklung hoffen lässt:


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Gesamtansicht von Nordosten aus der Zuckschwerdtstraße, der Aushub wurde erstmal brav von allen Seiten in der Mitte aufgetürmt, im Vordergrund die Schienen der Straßenbahnlinie 11:


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Direkt an der Südostecke der Baugrube, wo man gerade mit einer mir nicht definierbaren, rechts im Bild angeschnitten Maschine am Werkeln war (die Fachleute hier im Forum können sicher sagen, was das ist), sind die Reste des offenbar sogar mehrschiffigen Kellers noch am besten zu erkennen:


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Zum Abschluss bzw. zur Komplettierung noch eine Ansicht von der Südwestecke der Baugrube:


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Das wars für heute.
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Alt 23.04.14, 21:54   #120
Schmittchen
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Sehr schönes Update, vielen Dank. Bei der Maschine sollte es sich um ein Ankerbohrgerät handeln. Damit werden Verpressanker zur Rückverankerung von Baugrubenwänden hergestellt.
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