Mercator Quartier [Planung&Bau]

  • Mercator Quartier [in Planung]

    Die Stadt Duisburg hat einen städtebaulichen Wettbewerb zur Neuordnung des 28.600 qm großen Gebietes im Bezirk Duisburg-Mitte [zwischen Burgplatz, Oberstraße, Gutenbergstraße und Kuhlenwall innerhalb der historischen Stadtmauer] ausgelobt.


    Standort:


    • PM: "Das Areal bildet eine Art Scharnier zwischen Innenhafen und Stadtzentrum.


    • Zurzeit befinden sich auf dem Wettbewerbsgrundstück Schulen, die im Zuge der Neuentwicklung des Quartiers aufgegeben bzw. an einen anderen Standort verlegt werden sollen.


    • Der nordöstliche Bereich des Wettbewerbsgrundstücks (östlich der Bohnengasse) wird derzeit als öffentlicher Parkplatz genutzt. Die östliche Grenze des Grundstücks wird durch Reste der rekonstruierten, historischen Stadtmauer bestimmt.


    • Die derzeitige städtebauliche Ausprägung des Wettbewerbsgrundstücks wird seiner innerstädtischen Bedeutung nicht gerecht. In seiner monofunktionalen Nutzung als Schulstandort sowie durch seine eher solitärhafte Bebauungsstruktur und den städtebaulich mindergenutzen Stellplatzbereich Bohnengasse trägt es kaum zum urbanen Charakter der Altstadt bei.


    Projektinhalt:


    • Gegenstand des Werkstattverfahrens (Gutachterverfahren) ist die städtebauliche Neuordnung des aktuell als Schulstandort genutzten innerstädtischen Grundstücks zwischen Ober- und Gutenbergstraße. Dieser beinhaltet sowohl die Definition adäquater Nutzungen wie auch der städtebaulichen Gestalt auf Basis des Masterplans Innenstadt.
      Die Aufgabe stellt hohe Anforderungen an die städtebauliche, freiraum- und verkehrsplanerische sowie architektonische Qualität und sucht nach Lösungen für ein vitales, urbanes Stadtquartier im Spannungsfeld zwischen historischem Standort und zeitgemäßen Nutzungsansprüchen.
    • Im Jahr 2007 wurde durch das Architekturbüro Norman Foster & Partners ein Masterplan für die Innenstadt Duisburgs entwickelt. Dieser Masterplan beinhaltete ein nachhaltiges Verkehrskonzept, eine Aufwertung des öffentlichen Raums sowie die Nachverdichtung des Innenstadtbereichs inklusive der Empfehlung zur Umgestaltung einzelner Stadtquartiere. Darauf aufbauend sollen städtebauliche Ideen entwickelt werden, die dem Standort einen eigenen, unverwechselbaren Charakter geben sowie ein attraktives, urbanes Stadtquartier generieren. Das Bauvorhaben soll der besonderen Lage im Stadtzentrum und der unmittelbaren Nähe zum Rathaus durch eine selbstbewusste architektonische Gestaltung Rechnung tragen.


    Die städtebaulichen Ziele sind:


    • Eine Nutzungsmischung aus Wohnen, Dienstleistung/Büro, Hotel/Gastronomie sowie kleinteiligem Einzelhandel
    • Ein hoher Wohnanteil mit privaten Freiflächen
    • Eine hochwertige architektonische Gestaltung mit kompakten Baustrukturen
    • Eine Erhöhung der Attraktivität des innerstädtischen Lebensraumes einschließlich der angrenzenden Straßenräume"


    Termine:


    • Bewerbungsschluss 29. November 2010


    Gutachterkolloquium 8. Dezember 2010
    Auswahlsitzung 8. Dezember 2010
    Mitteilung über Auswahl der Teilnehmer bis 13. Dezember 2010
    Ausgabe der Unterlagen voraussichtlich 17. Dezember 2010
    Download Wettbewerbsunterlagen voraussichtlich 17. Dezember 2010
    Online Forum voraussichtlich 17. Dezember 2010 - 7.Januar 2011
    Teilnehmerkolloqium 1 18. Januar - 20.Januar 2011
    Bürgerkolloqium voraussichtlich KW 3 2011
    Teilnehmerkolloqium 23. Februar 2011
    Abgabe der Arbeiten voraussichtlich bis 11. Februar 2011
    Gutachtergremium 4. März 2011
    Pressekonferenz voraussichtlich KW 9 2011
    Ausstellung voraussichtlich KW 10 - KW 12 2011


    Quellen:
    Stadt Duisburg - Mercator Quartier Duisburg - Städtebaulicher Wettbewerb
    [phase eins]. - Mercator Quartier Duisburg - Städtebaulicher Wettbewerb mit Parallelmehrfachbeauftragung

  • Mercator Quartier

    Am Mittwoch wurden im Stadt- und Kulturhistorischen Museum Zwischenergebnisse zu den Plänen der fünf Planungsbüros zum Mercator-Quartier vorgestellt. Dabei hatten Bürger die Möglichkeit, ihre Gedanken zu den Plänen zu äußern. Dabei tauchte ein Problem auf, denn wurde nicht beachtet, dass auf dem Grundstück noch eine Grundschule existiert, die nicht sofort umziehen kann. Es folgt ein kleiner Überblick der Pläne:


    1.) Grewers und Pudewill (Berlin): Wie alle anderen beteiligten Büros, sehen die Pläne vor, dass die alten Straßenzüge in diesem Bereich wiederhergestellt werden. So können drei Quartiere entstehen. Die Pläne sehen drei markante Punkte vor, an denen jeweils ein größeres Gebäude errichtet werden soll. Die Gebäude sollen zwar eine unterschiedliche, dafür aber zeitgenössische Architektur bekommen.
    2.) GfP (Berlin): An der Stelle, wo einst Gerhard Mercator lebte, soll ein Mercatorhaus errichtet werden, das Teil einer Verbindungsachse zwischen Rathaus und Dreigiebelhaus, dem ältesten Wohnhaus in Duisburg, werden soll. Das Quartier soll über einen zentralen Platz verfügen, in dessen Bereich kleinere Stadthäuser gebaut werden sollen. Am Rand sollen die Gebäude in Geschossbauweise errichtet werden, gegenüber des Rathauses ist ein Hotel geplant.
    3.) Niemann & Steege & weitere Partner (Düsseldorf): Dieses Büro will anstelle eines Mercator-Hauses einen Platz errichten. Das Gebäude der Grundschule soll nach einer Übergangszeit in ein Bürgerzentrum umgewandelt werden, ebenfalls sehen die Pläne mehrere kleine Quartiere vor.
    4.) Pesch und Partner (Herdecke): Nach ihren Plänen, soll durch eine konische Wegeplanung ein Gassencharakter nach Vorbild der Altstadt entstehen. Angedacht sind Stadthäuser in Stapelbauweise, was in etwa zwei übereinander liegende Doppelhaushälften darstellen soll. Verborgene archäologische Schätze, die in diesem Bereich vermutet werden, sollen in Glasvitrinen ausgestellt werden.
    5.) Wick und Partner (Stuttgart): Dieses Büro plant bis zu kleinere Quartiere, wobei einige Teile der Berufsschule erhalten bleiben und umgenutzt werden sollen. Die Planer legen zudem großen wert auf ein Altstadtgefühl, wofür im Bereich des Kuhlenwall der Blick auf die Stadtmauer und einen Graben gelegt werden soll. Dazu wird eher mit Mehr- statt Einfamilienhäusern geplant.


    Seitens der Bürger gab es zahlreiche Anregungen, darunter fallen beispielsweise eine ökologische Bauweise, begrünte Flachdächer, eine Teichanlage, zusätzliche Handelsflächen und eine Markthalle. Begrüßt wurde seitens der Bürger der Bau des Mercatorhauses, sowie die Einrichtung eines Bürgerzentrums.
    Etwa Anfang März wird eine Jury den besten Entwurf prämieren.


    Quelle: Planungs-Wettbewerb für Mercator-Viertel in der Altstadt von Duisburg angelaufen (der Westen vom 21. Januar 2010)

  • Siegerentwurf zum Mercatorquartier prämiert

    Die Preiskommision hat heute den Sieger des Städtebaulichen Wettbewerbes zum Mercator Quartier, der mit 6.000 Euro dotiert wurde, bekannt gegeben. Gewonnen hat der Entwurf des Berliner Architekturbüros Gewers & Pudewill. Dieser Entwurf orientiert sich an den Straßenverlauf der historischen Duisburger Altstadt, die bekanntlich im zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Es folgen nun einige Details zum Plan, der in wenigen Wochen auf der MIPIM vorgestellt werden soll:


    • Entstehen sollen bis zu 250 Wohnungen in Stadt- und höheren Punkthäusern, sowie in mehrgeschossigen Gebäudekomplexen, die über begrünte Innenhöfe verfügen sollen
    • Im Erdgeschoss der Randbebauung sollen Arkaden errichtet werden
    • Die gesamte Nutzfläche für Wohnungen und Büros soll bei 50.000 Quadratmetern liegen
    • Mit Hilfe eines Grünzuges soll der Bereich an den Innenhafen angeschlossen werden
    • Investitionsvolumen: 100 bis 120 Millionen Euro
    • Entwicklungszeitraum: fünf bis acht Jahre (in mehreren Bauabschnitten)


    Die Pläne sollen zudem Vorbild für die künftige Umgestaltung des Burgplatzes vor dem Rathaus sein.


    Teilnehmer waren fünf Planungsbüros sowie, außer Konkurrenz, ein Team von Studenten der Wiesbadener Rhein-Main-Universität.


    Quellen:
    Siegerentwurf zum neuen Mercator-Quartier in Duisburg vorgestellt (Der Westen vom 3. März 2011)
    Das Mercator-Quartier nimmt Formen an (Lokalkompass vom 3. März 2011)
    Bildergalerie: Mercatorquartier

  • Die Rückbesinnung auf die historische Stadt klingt schon mal gut und einige Entwurfselemente entsprechen diesem Leitbild - Blockrand, schmale Gassen im Blockinneren, Giebelhäuser, Kleinteiligkeit. Die beispielhafte Fassadengestaltung mit Fensterbändern/-Wänden wie auch die angedeutete Materialität sind meilenweit davon entfernt. Grundsätzlich würde ich für die Hausfassaden Backsteine nehmen (Naturstein wäre womöglich zu teuer). Solche schräge Linien wie auf dem Bild vorne gehören eher in eine Möchtegerne-Future-City als in die historische Stadt.


    Die großstädtischen Elemente in der Randbebauung vermag ich nicht zu erkennen, diese Bauten wirken wie alle anderen. Ich sehe auch nicht den Bedarf, gerade dort die Großstädtigkeit zu betonen, wenn die historische (einst eher kleine und beschauliche) Stadt erkennbar gemacht werden soll. Die Randbebauung muss versprechen, was im Blockinneren gehalten wird und das Quartier mit der benachbarten Rest-Altstadt verknüpfen.


    Im Idealfall könnte man niederrheinische Version von Schnoor anstreben.

  • Zeitplan für das Viertel

    Bis Ende Jahres will die Stadt die Investoren für das neue Wohnviertel auf dem ehemaligen Schulgelände vorstellen. Der Baubeginn soll bereits 2013 erfolgen, die Arbeiten sollen zwischen fünf und acht Jahre dauern. Vorher sollen an dieser Stelle archäologische Arbeiten durchgeführt werden, man vermutet in diesem Bereich unter anderem das Haus, in dem Mercator lebte. Als Größenordnung wurden erstmals 300 bis 340 Wohneinheiten genannt, hinzu kommen noch Handels- und Dienstleistungseinrichtungen.


    Quelle: Duisburg wirbt für neues Mercator-Viertel am Rathaus (Der Westen vom 5. Oktober 2011)

  • Ausschreibung der Fläche für das Mercatorquartier steht bevor

    Das Grundstück des künftigen Mercatorquartiers soll etwa Mitte des Jahres ausgeschrieben werden. Es wird damit gerechnet, dass das Verfahren im Herbst abgeschlossen wird. Bevor die ersten Baumaßnahmen anstehen, werden zunächst die Archäologen im Bereich tätig. Im Bereich des ehemaligen Lehrerparkplatzes wird das Haus des Kartographen Gerhard Mercator vermutet. Die archäologischen Arbeiten sollen maximal sechs Monate dauern.


    Quelle: Suche nach Mercators Anwesen (Der Westen vom 3. Februar 2012)

  • Baumfällarbeiten für Archäologen

    In dieser Woche sollen in vier Bereichen insgesamt 21 Bäume gefällt werden, damit die archäologischen Arbeiten auf dem Gelände des Mercator-Quartiers beginnen können. Die Arbeiten sollen frühzeitig umgesetzt werden, damit potenzielle Investoren bereits im Vorfeld über das archäologische Risiko informiert werden können. Als Ersatz für die gefällten Bäume sind Ersatzpflanzungen vorgesehen.


    Unterdessen werden die Räumlichkeiten des ehemaligen Berufskollegs von der Kunstszene belegt. Im Rahmen der Duisburger Akzente haben 40 Künstler eine Ausstellung zum Thema Gerhard Mercator vorbereitet, die am Freitag eröffnet werden soll. Derzeit laufen Verhandlungen, ob die Räumlichkeiten auch noch nach den Akzenten bis zum Abriss der Schulgebäude als Kunstquartier genutzt werden können.


    Quellen:
    Gerhard ist da (Der Westen vom 28. Februar 2012)
    Für das Mercator-Quartier fallen die ersten Bäume (Der Westen vom 28. Februar 2012)

  • bis zu 2000 neue Bürger für die Stadt?

    In einem Interview mit Der Westen erklärt der Chef der Innenstadt-Entwicklungsgesellschaft, Ralf Oehmke, auf die Nachfrage, ob Wohnungen und Büros zu wenig für diesen attraktiven Standort seien, dass man dort so viele Wohneinheiten wie möglich errichten will. Er nannte dabei auch neue Zahlen. Geplant ist eine Bruttogeschossfläche von rund 50.000 Quadratmetern, wovon 40.000 für Wohnen genutzt werden sollen. Mittlerweile wird von bis zu 500 Wohnungen gesprochen, ebenso wird mit bis zu 2.000 Einwohnern gerechnet.


    Außerdem spricht sich die Innenstadt-Entwicklungsgesellschaft dafür aus, die Grundschule, die bisher auf dem Gelände untergebracht ist, in der Nähe zu behalten.


    Quelle: Wir können zusammen durchaus etwas bewegen (Der Westen vom 21. April 2012)

  • Keine Alternative?

    Ja, ich weiss, der folgende Beitrag ist nicht wirklich produktiv, aber ich muss das loswerden :lach:.


    Gab es denn keine Alternative für diese prominente, altstädtische Lage? Etwas, das besser zu dem Standort passt? Ich finde die aktuelle Planung viel zu futuristisch für ein Gebiet, dass seit über 1000 Jahren besiedelt und bebaut worden ist.
    Ich hätte mir etwas "traditionelleres" gewünscht, dass mehr zum Titel "Altstadt" passt, sowohl vom Stil, als auch vom Material. Spitze Glasgiebeldächer sind da nun wirklich nicht ausreichend. :nono:

  • Naja es gab einen Wettbewerb und dieser Entwurf hat gewonnen. Von daher gibt es wenig Spielraum für Veränderungen sicherlich wird es noch einige kleinere Änderungen geben aber das Grundkonzept wird so bestehen bleiben.
    Aber das ganze ist doch eigentlich eine reine Geschmacksfrage, ich für meinen Teil finde die Idee wirklich gelungen und freue mich auf die Umsetzungen, ich finde das die Idee eine gelungene Kombination aus neuem (Material) und altem (Form etc.) gibt.


    Am tollsten wäre natürlich allg. im Altstadtbereich eine echte Altstadt mit entsprechenden Gebäuden jedoch gibt es die leider nicht mehr in einer entsprechenden häufung.

  • Naja, vor bestehende Gebäude einfach eine alte bzw alt wirkende Fassade anzubringen sollte nicht allzu schwer sein. Leider scheint es für den Altstadtbereich generell kein Konzept zu geben. Dabei würde ein historisches Stadtbild auf der Fläche mit Gastronomie und hochwertiger Einzelhandelsfläche aus dem Pott-Einerlei deutlich hervorstechen

  • Mercator? Fehlanzeige.

    @ Klangprozessor, das stimmt wohl.
    Obwohl ich auch ein großer Freund von einer gemischten, heterogenen Stadtgestaltung bin, wirken diese ganzen Ruhrpott-Neubaufronten auf Dauer doch sehr eintönig..


    Mich wundert vor allem, dass viele Duisburger "ihren Mercator" in den Himmel loben, ihn an jeder Stelle anbringen, aber dort, wo der gute Mann gelebt haben soll, nichts an ihn erinnert - bis auf den Namen (Der wurde aber ohnehin schon total inflationär verwendet^^).
    Wieso nutzt Duisburg denn nicht mal sein Potenzial und macht mal was anderes als der Rest im Pott? Man hätte mit strengeren Vorgaben an der Stelle eine altstädtische Bebauung schaffen können, wie sie mal existierte, ich kenne genug Investoren, die nur nach solchen Konzepten vorgehen. Sie müssten mehr investieren, dürften aber auch definitiv mehr verlangen.
    Ich würde jetzt nicht in diese Glaswüste ziehen, wenn ich Geld in eine Immobilie investieren wollte, auch nicht zur Miete.
    Würde sich aber attraktives, innerstädtisches Wohnen mit hohen Lebensstandards in historischem Ambiente präsentieren, wäre das ganze schon wesentlich interessanter. Was diese Neubauwüsten betrifft, sticht diese Planung überhaupt nicht aus irgendwas hervor. Da kann ich auch nach Essen oder Bochum ziehen.

  • Naja, vor bestehende Gebäude einfach eine alte bzw alt wirkende Fassade anzubringen sollte nicht allzu schwer sein.


    Eben - noch einfacher ist es, wenn die Bauten erst neu errichtet werden. Ich hoffe, dass zumindest die Fassaden hin zu den Straßen auf mehrere variiert entworfene Abschnitte aufgeteilt werden, um typische altstädtische Dimensionalität zu erreichen. Eine meiner Meinung nach akzeptable Lösung dieser Art findet man in Schnoor (Bremen), innerhalb der historischen Altstadt. Es muss nicht gerade so grell bunt wie dort sein - Hauptsache schmal und wiedererkennbar.

  • Natürlich mögen wir alle Altstädte. Aber was wäre eine Altstadt: Gebäude aus dem 19 Jahrhundert, aus dem 18. Jahrhundert, aus dem Mittelalter? Was sollte man im Mercator-Quartier kopieren? Wäre es überhaupt eine Kopie? Die Ansichten, die mir bekannt sind durch alte Stadtansichten und Zeichnungen, weisen eher darauf hin, dass das Viertel nie dem "Schnoor" in Bremen oder einer Münsteraner (ebenfalls egentlich neu entworfenen) Altstadt glich. Eine Rekonstruktion würde eher Straßenzügen gleichen, die es in Duisburg schon zahlreich gibt, auch in Meiderich, Neudorf und anderswo. Es wäre also nichts allzu Auffälliges, außer dass man dann sagen könnte: so sah das Patrizierhaus aus, in dem mal Mercator lebte.


    Der neue Entwurf versucht dennoch, sich abzuheben. Zum einen werden alte historische Wegebeziehungen wieder geschaffen, die durch den Bau des Schulkomplexes verloren gingen. Zum anderen geht es nicht nur um Spitzgiebel mit Glas. Bei der Vorstellung des Entwurfs wurde ausdrücklich betont, dass das Viertel nicht wie aus einem Guss erscheinen soll, sondern jedes einzelne Gebäude einen eigenen Charakter erhalten soll, insbesondere durch unterschiedliche Fassaden (genannt wurden etwa: Holzfassade, Blei, Eisen (wie am Essener Haus der Geschichte etwa), unterschiedliche Steinverkleidungen). So zumindest der Masterplan. Leider mangelt es oft bei der Umsetzung solcher Projekte in Duisburg. Aus der Duisburger Freiheit mit viel Grünfläche und Park wurde ein Möbelmarkt mit Riesen-Parkplatz, etwas Wasser und nur Straßenbegleitgrün als Aufenthaltsort für Passanten. Somit ist abzuwarten, was zwischen Wettbewerb für das Mercator-Quartier und Umsetzung einer Bebauung alles geschieht, abgewandelt wird, verloren geht.

  • Archäologischen Arbeiten beginnen

    Die archäologischen Arbeiten im Vorfeld der Realisierung des Mercatorquartiers stehen unmittelbar bevor. Um zeitnah beginnen zu können, wurde der Auftrag für die Grabungen per Dringlichkeitsbeschluss beantragt. Die nötigen Vorarbeiten, wie Baumfällungen und Rohrverlegungen sind bereits abgeschlossen, begonnen wurde mit dem Aufriss des alten Schulhofes. In diesem Bereich wird das Wohnhaus des Kartographen Gerhard Mercator vermutet. Werden die Überreste gefunden, so sollen sie erhalten bleiben, was Auswirkungen auf den Bau der künftigen Tiefgarage hätte.


    Sollten die Archäologen auf dem Gelände keine historischen Relikte finden, so soll der Stadtrat schon im Herbst über die Vergabe der Baugrundstücke entscheiden. Investoren aus München, Berlin, Hamburg, Köln und Düsseldorf hätten bereits ihr Interesse bekundet. Gewünscht wird, dass sich auch Duisburger Genossenschaften beteiligen. Nach der Grundstücksvergabe und Aufstellung eines Bebauungsplanes könnte Ende 2013 schon mit den Bauarbeiten begonnen werden.


    Quelle: Auf der Suche nach Mercators Keller (Der Westen vom 31. Juli 2012)

  • Grundschule schließt nächstes Jahr

    Am vergangenen Montag hat der Stadtrat beschlossen, dass die Grundschule Obermauerstraße auf dem Gelände des Mercatorquartiers im kommenden Sommer geschlossen wird. Die verbleibenden Schüler sollen nach Auflösung der Schule künftig die Astrid-Lindgren-Schule an der Aackerfährstrasse aufsuchen.


    Quelle: Die Grundschule Obermauerstrasse in der Duisburger Stadtmitte soll 2013 geschlossen werden. (Radio Duisburg Lokalnachrichten vom 25. September 2012)

  • Ausschreibung beginnt 2013

    Die Ausschreibung für das Mercator-Quartier könnte eventuell noch im ersten Quartal 2013 erfolgen. Gegenwärtig wird von 250 Wohnungen gesprochen, hinzu kämen Gastronomie- und Dienstleistungseinrichtungen sowie ein Hotel. Die Investitionssumme soll zwischen 100 und 200 Millionen Euro liegen.


    Quelle: Alle neugierig auf OB Link (Rheinische Post vom 10. Oktober 2012)

  • Überraschende archäologische Funde

    In der Nachbarschaft des Wohnhauses von Gerhard Mercator haben die Archäologen nach eigenen Aussagen einen sensationellen Fund getätigt. Man stieß auf Überreste eines Hauses, welches um 1100 erbaut wurde. Bei den Überresten handelt es sich um einen Keller aus Naturstein. Zum Zeitpunkt des Baus gab es in Deutschland nur sehr wenige Steinhäuser. Da sich zur damaligen Zeit kein gewöhnlicher Bürger ein solches Haus leisten konnte, geht man davon aus, dass dieses entweder von einem hohen Adligen oder einer hohen Geistlichkeit bewohnt wurde. Dies würde die damalige Bedeutung Duisburgs unterstreichen. Etwa an Stelle des heutigen Burgplatzes habe in der Nähe der Kaiserpfalz ein mächtiger Bau gestanden, in dem eine Person aus dem Umfeld des Kaisers lebte.


    Interessant ist zudem die Bauweise des Kellers. Sie ähnelt der der einstigen romanischen Kirche, dessen Nachfolgerin die Salvatorkirche ist. Aufgrund der Ähnlichkeit ist davon auszugehen, dass das Gebäude vom selben Bautrupp errichtet wurde.


    Entlang der Stadtmauer an der Obermauerstraße erhofft man sich weitere Funde. Hier soll die Bebauung besonders dicht gewesen sein. Von den Latrinenfunden erhoffe man sich mehr über das Leben der Bewohner herausfinden zu können.


    In wie weit die Funde, die bis Weihnachten andauern sollen, die Planungen beeinflussen, ist noch nicht klar. Nach Information von Der Westen wird zumindest im Bereich des Mercatorhauses an der Überarbeitung der Pläne gearbeitet.

    Quellen:
    Sensationeller Überraschungsfund bei Grabung in Duisburg (Der Westen vom 5. Oktober 2012)
    Duisburg – Stadt des Hochadels (Rheinische Post vom 5. Oktober 2012)
    Umplanungen am Mercator-Quartier (Der Westen vom 10. Oktober 2012)

  • Ergebnisse der archäologischen Arbeiten können bestaunt werden

    Die archäologischen Arbeiten auf dem Gelände des Mercatorquartiers sind so gut wie abgeschlossen. Die Ergebnisse der Arbeiten, historische Fotografien und Funde werden ab Donnerstag in einem Raum des Schulgebäudes ausgestellt. Aus diesem Informationsraum hat man außerdem einen Blick auf das Grabungsfeld rund um das einstige Mercatorhaus. Zu erkennen sind die Grundmauern des Hauses, ebenso wie Fußböden und Kelleranlagen. Die Geschichte des Hauses reiche bis ins 12. Jahrhundert zurück.


    Quelle: Einladung in Mercators Haus (Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 3. Dezember 2012)