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Alt 22.12.17, 19:50   #16
Altbaufan_
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^^
Die Antwort(en) einiger User zeigen, was sie gern hätten, ohne es direkt auszusprechen:
Arme und Co. bitte schön raus aus dem Sichtfeld an die Ränder der Stadt.

Dass das Objekt der LWB seit mindestens Ende 2016 leer steht, dort Wachschutz der einzige Mensch ist, der das Haus noch betritt, scheint egal zu sein. Wurde hier schon alles geschrieben incl. Fotos.
Sozialromantik hin oder her, die LWB vernichtet an dieser Stelle >100 WE im preiswerten Segment. Nach der Sanierung werden sicher ähnliche Mieten wie im Wintergartenhochhaus und anderen citynahen Objekten fällig, d.h. mind. 7-8, eher ab 9 Euro kalt, schließlich wird da vor 2019 keiner einziehen und die Mietpreise kennen bis dahin nur eine Richtung: aufwärts.

Für die Lage durchaus nicht ungewöhnlich und markttauglich, aber die LWB verlagert ihren "sozialen" Auftrag immer weiter in die Außengebiete und trägt damit zur Ausdifferenzierung der Stadt bei, statt sie zumindest ein bisschen zu bremsen. Es ist ja schon seltsam, dass diverse Genossenschaften selbst recht innenstadtnah (v.a. in den 60er-Jahre-Bauten) noch Wohnungen für tlw. 4,50-6 Euro kalt anbieten und die Wohnungen vorher komplett sanieren (Stichwort "Generationenwechsel", viele Mieter, die da seit 40, 50 J. wohnen, sterben weg), bei der LWB man vergleichbare Mieten, Ausstattungen etc. in ähnlich zentralen Lagen vergeblich sucht.
Bestes Beispiel ist und bleibt das LWB-Objekt Balzacstraße vs. Lipsia, Wogetra und BGL in der direkten Umgebung - die gleiche WE mit fast identischer Ausstattung und sogar kleinerem Balkon (3-R-WE mit ca. 58 qm) kostete 2016 bei der LWB 100 Euro warm mehr und das lag nicht an den NK. Einige hundert, oft bewohnte und mind. teilsanierte Altbauten, hat die LWB bekanntlich zudem verkauft und die Masse davon wird/wurde luxussaniert.
Hier zu beklagen, dass am Astoria "ganz unten angekommene" wohnten, zeigt das Verständnis von sozialer Mischung... natürlich muss das Objekt saniert werden, aber müssen es immer Mieten für Besserverdiener ab 8, 9 € kalt oder ein Abriss + Neubau mit 13 Euro kalt sein? Auch Arbeitslose, Geringverdiener, arme Rentner usw. gehören zur Stadt dazu und nicht nur nach Grünau und Paunsdorf (!). Nur weil Menschen arm sind, sind nicht alle gleich kriminell oder "Sprengstoff". Die LWB kann bei Neubezug ja auswählen, wen sie dort einziehen lässt. Aber die Preise werden eh weit jenseits von günstig liegen, da bin ich mir zu 100% sicher. Ob Sozialwohnungen (Förderung Freistaat) entstehen, bleibt fraglich und wenn ich das richtig sehe, kosten die WE dann immer noch 6,50 kalt. Der ALG II-Satz liegt bei 4,50 bis 4,73 € kalt. Ich denke, das beendet jedwede Diskussion, ob dort auch nur ein "Problemfall" einzieht. Übrigens gibt es Problemfälle auch bei Leuten, die sich höhere Mieten leisten können, laute Partys feiern oder alkoholabhängig sein gibt's auch abseits von Armut, ich spreche aus negativer Erfahrung mit einem Nachbarn im schönen Gohlis-Süd.

@hedges
Das Areal ist wie es ist. Muss man die Stadt überall wieder so bauen, wie sie irgendwann mal war und alles abreißen? Die DDR-Architektur ist im citynahen Bereich schon weitgehend verschwunden (Brühl, Uni, Robotron usw.), da werden wir diesen 10er durchaus verkraften. Der "Gründerzeithauptstadt" tut dies keinen Abbruch. Zumal die meisten Neubauten - zumindest im Wohnbereich - eh nur billige Investorenarchitektur (Stichwort hier und anderswo "weiße Kiste") sind.
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Alt 22.12.17, 22:23   #17
Birte
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^ Steht irgendwo geschrieben, dass Leute mit wenig Geld nur in unsanierter Platte mit ungünstigen Grundrissen wohnen dürfen? Oder sogar müssen? Niemand hier will Leute mit wenig Geld an den Stadtrand drängen - aber es muss doch erlaubt sein, auf die Schwachstellen eines Gebäudes hinzuweisen.

Ich bin jemand, der zwar knapp nicht auf öffentliche Mittel angewiesen ist, aber auf das Geld achten muss, gehöre also zur Zielgruppe - und ich würde derzeit dort aus verschiedenen Gründen nicht wohnen wollen, egal wie günstig es ist. Und es sollte ja wohl das Ziel sein, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, in dem man wohnen WILL und nicht MUSS. Und der auch noch schön anzusehen und einigermaßen zeitlos ist, insbesondere wenn er sich direkt im Stadtzentrum befindet.

Wir werden sehen, was die LWB sich für den Riegel einfallen lässt. Ich bin übrigens der Meinung, dass Abriss und Neubau eine gute Investition darstellen könnte (auch für die LWB) und man mit Hilfe von gestaffelten Mieten je nach Ausstattung und Lage im Gebäude auch nicht allzu viele günstige Wohnungen verlieren müsste - die dann aber dafür eine höhere Chance auf Vollauslastung hätten und eine bessere Durchmischung bewirken würden. Aber das ist ja alles Spekulation, wenn die LVZ Recht hat und der Riegel erhalten bleibt.

Und ja, vielleicht hast du Recht und die Preise werden auch nach "nur Sanierung" höher. Aufgrund der ranzigen Umgebung sehe ich dann aber eher schwarz für die Auslastung. In der von dir genannten Preisgruppe gibt es in Leipzig zumindest derzeit noch keinen Wohnungsmangel.

Geändert von Birte (23.12.17 um 00:07 Uhr) Grund: Zwei Rechtschreibfehler berichtigt
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Alt 23.12.17, 14:41   #18
Altbaufan_
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Nun,
"Vom sozialen Aspekt her glaube ich nicht, dass die LWB imstande ist, hier für einen nötigen sozialen Ausgleich zu sorgen"
"enn es hart kommt, bekommen wir einen Zehngeschosser mit lauter Problemfällen"
oder in anderen Beiträgen "das
... sind jetzt nicht unbedingt zustimmende Worte zu preiswertem Wohnen. Ich bin dort seit 2007 fast täglich vorbeigekommen mit Bahn und / oder zu fuß, eine übermäßige Polizeieinsatzfrequenz habe ich dort nicht wahrgenommen, da war am Hbf mit den Punks oder im Park hinter der Oper (Drogenkriminalität) mehr los, zumindest zu Uhrzeiten, wo ich mich dort bewegt habe.

Die "ranzige" Umgebung scheint gutbetuchten Mietern übrigens wenig auszumachen. In der Kurt-Schumacher-Straße (siehe http://www.ls-immobiliengruppe.de/node/172) wurde erst im November ein Altbau fertiggestellt. Der ging für >4.000 Euro pro qm an Kapitalanleger weg. Die Mieten sind entsprechend für die wenig hübsche Umgebung sehr hoch. Trotz der ranzigen Lage mit KiffKiff, vier Straßenbahnen, schlechten Straßen, dem 10er-Riegel auf der Rückseite und Co. sind dort bereits mehrere Wohnungen bezogen, im Netz findet man nicht mal mehr Angebote, da anscheinend schon voll vermietet, obwohl Erstbezug wohl (erst) zum 1.12. war. Die Nachfrage würde sicher auch bei einem LWB-Gebäude mit 9 Euro kalt hoch sein, da so zentral gelegen. Anscheinend sind manchen Mietern Lage und so wichtiger als die Umgebung, anders kann ich mir nicht erklären, warum manche Leute an lauten Hauptstraßen wie der Jahnallee oder Eutritzscher Str. (z.B. Nr. 13) tlw. 10, 11 Euro kalt hinlegen.

Und die LWB hat den sozialen Ausgleich bereits geschafft, da das Objekt durch seinen Zustand m.E. nur leergezogen saniert werden kann. Insofern hoffe ich mal, dass Cowboys Ausführungen auf der Unwissenheit über den bereits bestehenden Leerstand des Gebäudes beruhten und mildere damit meine Ausführung gern ab.
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Alt 23.12.17, 15:23   #19
Birte
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^ Es stehen in der Gerberstraße im LWB-Block immer etliche Wohnungen leer - obwohl derzeit "nur" für 6,10 kalt vermietet wird. Und derzeit müsste der Druck ja noch höher sein, da der eine Block leergezogen ist. Ist aber offenbar nicht der Fall. Auch in den LWB-Gebäuden innerhalb des Innenstadtrings sind immer viele Wohnungen frei, wenn ich danach gucke. Also hat man entweder Probleme, die Wohnungen vermietet zu bekommen oder die Fluktuation ist enorm hoch. Wer will auch schon in einer Wohnung mit 4,40 qm Küche ohne Fenster wohnen??? Ich kenne niemanden.

Das hört sich auf Dauer auch nicht rentabel an. Das heißt, man hat von außen unansehnliche Gebäude, die oft nicht im Blockrand gebaut sind, deren Grundrisse nicht der derzeitigen gesellschaftlichen Situation entsprechen und von daher schwer vermietbar sind - was einer durchmischten Mieterschaft schon mal entgegensteht. Für mich ist das eine lose-lose-lose (englisch) Situation. Das Stadtbild verliert, die verhältnismäßig günstigen Wohnungen stehen im Prinzip nicht für Leute zur Verfügung, die gern zentral in der Stadt wohnen wollen, nicht aber auf ein Fenster und einen Sitzplatz in der Küche verzichten wollen - und für den jeweiligen Eigentümer ist es auch nicht die beste Einnahmequelle. Zumal man oft (aber nicht dort) bei einem Neubau auch noch deutlich mehr Wohnungen auf dem Grundstück unterbringen könnte.
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Alt 23.12.17, 15:58   #20
Cowboy
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@Altbaufan, es wäre der Diskussion dienlich, wenn du die Zitate insofern kennzeichnen würdest, damit jeder gleich weiß, wer was geschrieben hat und sie auch in einen Zusammenhang bringst, der Sinn ergibt. So macht das doch keinen Spaß. Desweiteren wäre es schön, wenn du genauer liest. Ich habe die Zustände in der Vergangenheit beschrieben, wo der Block noch bewohnt war und habe von „vorsätzlicher Vernachlässigung“ durch die Eigentümerin gesprochen. Ich habe sogar das Jahr 2009 erwähnt und die Feststellung, dass wer hier wohnte, in aller Regel ganz unten angekommen war. War das so schwer zu verstehen?

Ansonsten hören wir von dir wieder sehr viel, was du nicht willst, statt du mal erläuterst, was dir in der Gerberstraße so vorschwebt (und wer das dann bezahlen soll). Hau‘ in die Tasten!
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Alt 23.12.17, 23:38   #21
PhilippLE
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PhilippLE sitzt schon auf dem ersten Ast
Zitat:
Zitat von Birte Beitrag anzeigen
Also hat man entweder Probleme, die Wohnungen vermietet zu bekommen oder die Fluktuation ist enorm hoch.
Innerhalb des Rings hat die LWB aktuell ausschließlich 1- und 2-Raum-Wohnungen in der Vermietung. Also für Singles, Renter und vielleicht noch Studenten (mit Blick auf die Mieten nicht mehr, das war vor ein paar Jahren noch anders) relevant. Dass es da eine gewisse Fluktuation gibt, ist jetzt nicht so überraschend. Dazu sind die Angebotsmieten mittlerweile ziemlich heftig. In dem hier so gern kritisierten Komplex Reichsstr. 13 sind z.B. gerade zwei Ein-Zimmer-Wohnungen für 10 Euro/qm kalt zu haben.
Wenn sie analog versuchen, die Bestandsmieten hochzuziehen, wird da wohl auch mal eine Wohnung unfreiwillig leergezogen werden. Wobei man sich die Angebote auch mal im Detail ansehen muss - der größte Teil der angebotenen Wohnungen ist noch gar nicht leergezogen, sondern zur Anschlussvermietung irgendwann in 2018 eingestellt. In Zeiten deutlich steigender Mieten ist Fluktuation für den Vermieter doch wunderbar - muss er Mieterhöhungen gar nicht erst durchsetzen, sondern zieht die Miete bei jedem neuen Mieter einfach auf das aktuelle Wunschlevel. Sieht für die LWB doch wirtschaftlich prima aus.
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Alt 28.12.17, 15:25   #22
Cowboy
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^ Ist ja alles schön und gut, aber irgendwelche Mietpreisvergleiche bringen uns hier nicht weiter. Was wünschst du dir denn für Klein-Bukarest mitten in Leipzig? Der zweite, fast identische Riegel längs zur Gerberstraße (hier die Ansicht von der K.-Schumacher-Straße zu sehen) scheint ja noch fast vollständig bewohnt. Hier dürfte auch eine andere Klientel vertreten sein als zuletzt in der Gerberstraße 14-16. Weil das hier manche interessiert: Ein aktuelles Mietangebot dort liegt bei knapp über 5 Euro kalt.


Zitat:
Zitat von LeipzigSO
Was es mit dem angekündigten Hochhaus auf sich hat, weiß hier keiner, oder !?
Das weiß wohl nur der Investor. Intown hält an den 200 Wohnungen im Neubau fest, wie die LVZ schreibt, als Boardinghouse-Apartments, für die ein Teil der alten Fassade bewahrt werden soll. Wenn wir das Bild unten betrachten, so könnte es sein, dass der linke, von der Höhe her der Nachbarbebauung angepasste Teil des nach dem Krieg wiederaufgebauten Astorias künftig als Wohnhaus genutzt wird. Die zwei Füllbauten bis zum Querriegel würden dann komplett neu gebaut werden und von der Höhe entsprechend angepasst werden müssen, wenn insgesamt 200 Apartments entstehen sollen. Aber egal, was gebaut wird: Rie-gel-muss-weg!


Bild: QM-magd
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Alt 28.12.17, 18:43   #23
Altbaufan_
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^
Antwort zum Beitrag 23.12. und heute:
Ja, ich hatte da etwas falsch gelesen. Insofern: Sorry! Vor allem deine Aussage "Vom sozialen Aspekt her glaube ich nicht, dass die LWB imstande ist, hier für einen nötigen sozialen Ausgleich zu sorgen." klang für mich danach, als würde dort immer noch das gleiche Klientel wohnen wie 2009 - auch nach der Sanierung. Das ist aber nahezu ausgeschlossen, da nach der Sanierung die Mieten keineswegs bei 4 oder 5 Euro bleiben werden. Insofern wird ganz automatisch eine Klientel-Aufwertung erfolgen.
Ob die LWB das Objekt absichtlich hat so verfallen lassen, bezweifle ich. Vielleicht ging man schon viel früher davon aus, dass das Astoria saniert wird und man den Block verkauft oder leerzieht und saniert. Der Stillstand beim Astoria hat sicher bei der LWB zu abwarten und somit zum Herunterkommen des Hauses geführt. Anscheinend wurden dort auch befristete Mietverträge vergeben, da ich mir nicht vorstellen kann, dass die LWB >100 Mieter einfach so mit Auszugsfristen gekündigt hat, ohne dass das je in den Medien aufgetaucht ist?!


Zum Objekt Gerberstraße LWB - hier wäre eine vollständige Preisanalyse der vorhandenen drei Angebote sinnvoll, sonst erweckt es eher den Eindruck des einseitigen Herauspickens des preiswertesten Angebots.

Dein genanntes Angebot liegt bei 5,40 kalt. Die anderen beiden im gleichen Haus liegen jedoch bei 6,20 und 6,50 €/m² kalt. Alles noch günstig für so eine zentrale Lage, aber eben auch der Ausstattung geschuldet. Viele andere Objekte der LWB im citynahen Bereich , tlw. auch unsaniert oder nur teilsaniert, liegen deutlich über diesem Preis. KdU trotz jährlich steigender Angebots-Mietpreise seit Jahren bei max. 4,73 kalt. Finde mal für diesen Preis eine Wohnung als Single oder Alleinerziehend oder als Familie. Du wirst fast nur in Grünau oder Paunsdorf u. selten in Volkmarsdorf u. vereinzelt an lauten Hauptstraßen landen, alle anderen Stadtteile sind reine Glückstreffer - selbst bei LWB, Genossenschaften und in unsanierten Objekten sind 5 Euro, oft 6 Euro die Untergrenze.

Zu deiner Frage, was ich für Vorschläge hätte:
- die LWB könnte die Fassadengestaltung des Astoria aufnehmen (Material, Farbe, ...) und somit die Differenzen vermindern ... was aber ggf. wieder zu Widerstand führen wird, da Fassade des leeren Blocks mit dem des 10ers korrelieren und eine Einheit ergeben.
- man könnte zwei Etagen abtragen (was vermutlich den Mietpreis allgemein hochziehen würde)
- die Wohnungen oben könnten teuer sein als unten, um querzufinanzieren - auch zusätzlich (!) zum sozialen Wohnungsbau (da hier der Preis bei 6,50 kalt liegen soll, ist damit NIEMANDEM geholfen, der ALG II bezieht oder im Niedriglohnsektor arbeitet oder in Teilzeit oder mit 600 Euro Rente nach hause geht, insofern ist dieses Programm eigentlich schwachsinnig, wenn die KdU-Richtlinie fast 2 €/m² kalt tiefer liegt!!)
- man könnte sich an Modellen wie in Wien ein Vorbild nehmen
- bei der Mieterauswahl sollte man vielleicht gerade nicht auf Klein-Bukarest setzen, sondern Senioren, Alleinerziehende, Singles usw. auswählen, die aus irgendwelchen Gründen arm sind.
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Alt 28.12.17, 21:18   #24
Cowboy
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^ bei der Mieterauswahl sollte man vielleicht gerade nicht auf Klein-Bukarest setzen, sondern Senioren, Alleinerziehende, Singles usw. auswählen, die aus irgendwelchen Gründen arm sind.

Mieterauswahl? Sieh an, und schon betreibst selbst du Segregation, sogar rein unter Armen, in jene, die dir lieb sind und dort wohnen sollten, und jene, die dir nicht so lieb sind und dort lieber nicht wohnen sollten. Wie soll das funktionieren bei geschätzt 120 bis 150 Wohnungen? Mich dünkt außerdem, dass du wirklich überzeugt davon bist, dass es eine gute Sache sei, wenn das Gros der künftig sanierten Wohnungen der KdU-Richtlinie entspricht. Nach dem Motto: Ein (auf der Seite liegendes) Hochhaus mit lauter vom Amt bezahlten Wohnungen, was kann da schon schief gehen?


Zitat:
Zitat von Altbaufan
Ob die LWB das Objekt absichtlich hat so verfallen lassen, bezweifle ich.
Natürlich hat die LWB das Objekt absichtlich verfallen und leer ziehen lassen. Einen Grund dafür hast du gleich im Anschluss genannt, die jahrzehntelange Ungewissheit, wie es mit dem Astoria weitergeht. Und jetzt, wo der Riegel leer steht und das Astoria endlich saniert wird, wäre die einmalige Chance gekommen, ihn zu beseitigen und den Weg für eine städtebaulich wie auch sozialverträglich bessere Lösung frei zu machen. Findest du nicht? Das hätte auch gern die LWB selbst in die Hand nehmen können, wo sie ja vor ein paar Tagen schon vollmundig eine Neubauoffensive in der Stadt angekündigt hatte. Mit einer Sanierung des Riegels hingegen ist niemanden geholfen.
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Alt 29.12.17, 17:12   #25
hedges
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Zitat:
Zitat von Altbaufan_ Beitrag anzeigen
@hedges
Das Areal ist wie es ist. Muss man die Stadt überall wieder so bauen, wie sie irgendwann mal war und alles abreißen? Die DDR-Architektur ist im citynahen Bereich schon weitgehend verschwunden (Brühl, Uni, Robotron usw.), da werden wir diesen 10er durchaus verkraften. Der "Gründerzeithauptstadt" tut dies keinen Abbruch. Zumal die meisten Neubauten - zumindest im Wohnbereich - eh nur billige Investorenarchitektur (Stichwort hier und anderswo "weiße Kiste") sind.
Nein, kein Areal oder eine Bebauung ist wie sie ist. Das wäre ja fatal - wie soll denn eine Stadt aussehen? Eine mit Lagen der Geschichte überzogen Chimera, bei dem jede Generation meint, etwas erhalten zu müssen?

Vielmehr geht es hier doch um eine Neuinterpretation mit anderen Gesichtspunkten als vor 40 Jahren. Und es sei auch mal dahingestellt, ob das nun das Absolut zur damaligen Zeit war, oder eher städtebauliche und architektonische Kompromisse einer schon sehr schlechten Wirtschaft. Auch würde ich das nicht als einen Archetypen der DDR betiteln. Denn die sog. "DDR-Architektur" ist in Leipzig ja noch gut erhalten. Mehr noch, stellt sie in einigen Teilen den gesellschaftlich-kulturellen Mittelpunkt an prominenter Stelle. Siehe das "Neue Gewandhaus", die Oper, die ehemalige Hauptpost, und die Ringbebauung am Roßplatz, der "Uni-Riese", sowie das Messehochhaus. Prägende Bauten der neueren Leipziger Geschichte.

Aber es muss eben passen und seinem Zwecke entsprechen. Wie schon andere User im Forum, finde auch ich den Riegel absolut unpassend und dem Ensemble des Blockrands mit dem 'Astoria' städtebaulich nicht dienlich. 'Cowboy's' Bild zeigt es ja sehr deutlich.

Was genau soll dann erhalten werden? Die unpassende Traufhöhe? Die freien Wände über den Dächern des alten 'Astoria' Blockrands? Oder eher die unstrukturierte Fassade? Die zugemauerte EG-Zone welche jegliche Nutzung für Gastronomie und Einzelhandel verbietet? Was genau macht diesen Bau zu einem, welche der architektonischen wie auch gesellschaftlichen Tristesse an diesem Ort besser macht? Vor allem wenn wir mit den umliegenden Gebieten einen Verbesserungsprozess erleben?


PS: mir gehts auch nicht um eine soziale Zusammensetzung der ehemaligen Bewohner
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Alt 02.01.18, 21:05   #26
Cowboy
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Mal ein Blick aus 130 Meter Höhe auf das Astoria-Areal in der Bildmitte, das "ist wie es ist". Es ist schwer vorstellbar, dass alles so bleiben soll, wie es ist, und auf dem Areal trotzdem 270 Hotelzimmer (70 mehr als vorher) + 200 Wohnungen im Neubau an der Gerberstraße + geschätzt bis zu 150 Wohnungen in diesem doofen Querriegel entstehen sollen. Als ich die Planungen mit den 200 neuen Wohnungen zum ersten Mal gelesen habe, die - unter anderem - in einem neuen Punkthochhaus entstehen sollten, dachte ich sogleich daran, dass es auf einer Achse mit Sparkassenhochhaus, Hotel Westin und dem Wintergartenhochhaus liegen würde. Aber wie will man da so ein Hochhaus noch reinquetschen, um die 200 zusätzlichen Wohnungen zu realisieren, wenn baulich fast alles so bleibt wie es ist und Klein-Bukarest außerhalb des Astoria-Projekts von der LWB saniert wird? Auf die gemeinsame Pressekonferenz mit der Stadt Ende Januar, bei der die Baupläne vorgestellt werden, bin ich gespannt. Mich dünkt inzwischen, dass Intown gar nicht vor hatte, den Querriegel zu beseitigen, um Baufreiheit für das geplante Hochhaus zu schaffen, was die Sache letztendlich nur noch kurioser erscheinen lässt.


Bild: Cowboy


Es war aus meiner Sicht schon ärgerlich, das Brühlpelzhaus links im Vordergrund zu sanieren, obwohl es jetzt als Adina-Hotel - nun ja, seht selbst - eher nach gepimpter DDR-Architektur aussieht als nach waschechter mit Denkmalstatus. Und hier war es genauso einfach, den Riegel abzureißen und die historischen Kanten zumindest teilweise wieder zu schließen, weil er vorher weitestgehend leer stand.
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Alt 02.01.18, 21:39   #27
Birte
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Birte ist im DAF berühmtBirte ist im DAF berühmt
^ Danke, das Bild zeigt gleich mehrere Problemzonen...

Für die 200 Wohnungen/Appartements kommt wohl das Grundstück der beiden Füllbauten an der Gerberstraße infrage - ich würde auch vermuten, dass das ursprünglich so geplant war. Dass intown (laut eigenen Angaben) trotzdem am Erwerb des Riegels interessiert war, liegt sicher daran, dass man gern mehr Bewegungsspielraum auf der Baustelle gehabt und die Neubebauung dieses Teils dann später geplant hätte. Eine Neubebauung durch wen auch immer hätte wirklich interessante Möglichkeiten geboten. Hätte, hätte, .... - scheint ja nun nicht so zu sein. Mal sehen, was man sich stattdessen einfallen lässt.

Ich kann mir derzeit sowieso nur schwer vorstellen, wie man die Teilabrisse, das Abstützen der Fassaden, den Tiefgaragenbau so mitten in der Innenstadt in einem geschlossenen Karree bewältigen wird. Zudem ja dort noch ein Hotel in Betrieb ist. Daher würde ich mal auf einen Komplettabriss der beiden Füllbauten tippen.

Mich würde außerdem interessieren, wie sich die Stadt künftig die Kurt-Schumacher-Straße vorstellt - und natürlich, was am alten Zoll geplant ist und wann es damit losgeht.

Dann besteht vielleicht auch mal wieder etwas Hoffnung für den weiteren Verlauf bis zum Wilhelm-Liebknecht-Platz.
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Alt 02.01.18, 22:49   #28
hedges
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hedges ist im DAF berühmthedges ist im DAF berühmt
Dass es dazu extra eine PK geben wird, ist sicher bezeichnend. Aber auch mir leuchtet der Plan noch nicht so richtig ein. 'Birtes' Szenario würde für mich aber ganz gut passen.

Das einzige was sich mir bisher nicht erschließt ist der Riegel. Wenn man diesen wirklich mit einer hohen Qualität weiterentwickeln wollte, dann steht das kaum im Verhältnis mit den Kosten für Abriss und einem Neubau. Deshalb glaube ich immer noch an ein Grauen seitens der LWB a la Großwohnsiedlung. Na dann Prost!
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Alt 23.01.18, 10:54   #29
DAvE LE
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Die Bild deckt das "Geheimprojekt ASTORIA" auf: http://www.bild.de/regional/leipzig/...9416.bild.html
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www.baustelle-leipzig.de
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Alt 23.01.18, 12:30   #30
Saxonia
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Ich bin gespannt, wie man das mit dem Wasser im Keller löst. Da scheinen mir aufwendige Arbeiten notwendig zu sein. Wie hat man das früher eigentlich hinbekommen, das dürfte doch kein neues Phänomen sein?
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