Goethehöfe und Deutsches Romantik-Museum (realisiert)

  • Goethehöfe und Deutsches Romantik-Museum (in Bau)

    Die Stadt und der Trägerverein Freies Deutsches Hochstift denken über ein neues Museum nach, in dem die vorhandene Sammlung von Handschriften, Briefen und Gemälden der Romantik ausgestellt werden soll. Die Sammlung gilt als so bedeutend, dass die FAZ in einem heutigen Artikel Frankfurt die Hauptstadt der Romantik nennt.


    In Betracht käme das demnächst frei werdende Areal des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels am Großen Hirschgraben, gleich neben dem Goethe-Haus. Prof. Christoph Mäckler, der auch Mitglied im Verwaltungsausschuss des Hochstifts ist, soll laut FAZ bereits an Planungsskizzen arbeiten. Auch eine Museumskonzeption wurde schon entwickelt. Die Kosten für einen Museumsbau dürften nach Schätzungen des Kulturdezernenten "im niedrigen zweistelligen Millionenbereich" liegen.

  • Mit dem geplanten Romantikmuseum befasst sich ein aktueller Magistratsbericht (PDF). Demnach wird nach dem Umzug des Börsenvereins an die Braubachstraße, dies wird voraussichtlich Ende 2011 oder Anfang 2012 geschehen, ein Abriss des "Hauses des Deutschen Buchhandels" am Großen Hirschgraben angestrebt.


    Anschließend soll ein Neubau errichtet werden. Einerseits für die Romantik-Sammlung des Freien Deutschen Hochstifts. Diese Sammlung gehört dem Magistratsbericht zufolge "zu den ungehobenen Schätzen der deutschen Literatur- und Kulturgeschichte". Das geplante Deutsche Romantikmuseum mit seiner "europaweit einmaligen Sammlung" wäre unmittelbar an das Goethehaus angebunden. Andererseits für ein "Haus der Künste und Wissenschaften". Mit diesem soll "zum einen der Forderung nach günstigen Büromieten für kleinere und Start-up-Unternehmen im Buchsektor entsprochen werden", zum anderen könnten dort "einige bedeutende kulturelle Einrichtungen ein neues Domizil finden".


    Der noch aktuelle Sitz des Börsenverein des Deutschen Buchhandels, geplant von dem Frankfurter Architekten Wilhelm Massing und 1956 bezogen. Ein Foto von 2008:



    Bild: Schmittchen

  • Ein FAZ-Artikel von letzter Woche berichtete zum Planungsstand von diversen Ausbau-Plänen bei Frankfurter Museen.


    Romantikmuseum:
    Wenn der Börsenverein des Deutschen Buchhandels das Areal am Großen Hirschgraben verlässt, wollte man direkt gegenüber des Goethe-Museums ein angeschlossenes Romantikmuseum planen. Das Land Hessen (in Form des Trägers Freie Deutsche Hochstift) will aber keine finanziellen Mittel hierfür genehmigen. Alternativ möchte man die Akademie für Sprache und Dichtung aus Darmstadt versuchen anzuwerben. Fehlende Gelder im Kulturetat erschweren die Planung allerdings erheblich.

  • Frau Roth hat noch mal alles gegeben und Bewegung in die Sache gebracht. Der hessische Ministerpräsident ist nun doch bereit, das geplante Museum zu unterstützen. Der Bund soll weiterhin zu der Zusage stehen, sich an der Finanzierung zu beteiligen. Das teilt das städtische Presse- und Informationsamt heute an =9060821"]dieser Stelle mit.


    Übrigens verstehe ich die bisherigen Presseberichte nicht so, dass der mögliche Umzug der Akademie für Sprache und Dichtung von Darmstadt nach Frankfurt eine Alternative zu dem Museum sein soll, Golden Age. Vielmehr soll beides möglich sein, wobei für die Akademie Räumlichkeiten in den anstelle des alten Buchhändlerhauses geplanten "Goethehöfen" vorzusehen wären.


    Bereits am 23. Februar berichtete die FAZ in der gedruckten Ausgabe von der Absicht, das Museum als in West-Ost-Richtung langgezogenen Riegel mit schmaler Fassade zum Großen Hirschgraben zu bauen. Sowohl für die Goethehöfe als auch das Museum will die Eigentümerin des alten Buchhändlerhauses, die ABG Frankfurt Holding, einen beschränkten Architekturwettbewerb ausloben.


    Nachdem die beiden Projekte als gesichert gelten können und das Forum bestimmt noch eine Weile beschäftigen werden, habe ich einen eigenen Strang spendiert.

  • Das Areal 2002 vom Satelliten:



    Bild: Google


    Auf der folgenden (eingenordeten) Karte habe ich Bestand und Planung markiert, Grundlage war unter anderem der im vorhergehenden Beitrag erwähnte FAZ-Artikel vom 23. Februar 2012. Weiß ist das Goethemuseum und Freies Deutsches Hochstift, blau das Goethehaus, rot die geplanten Goethehöfe und gelb das ebenfalls geplante Romantikmuseum. Letzteres könnte aus zwei Gebäuden bestehen, eines davon mit schmaler Straßenfront zum Großen Hirschgraben. Die beiden Gebäude könnten laut FAZ über den äußeren Teil des Goethegartens (jenseits der Mauer vom Goethehaus gesehen, grüne Markierung) hinweg miteinander verbunden werden.



    Grafik: Kartengrundlage OpenStreetMap und Mitwirkende, veröffentlicht unter CC-BY-SA 2.0 / Bearbeitung Schmittchen


    Fotos von Ende März 2012. Nordwestseite vom Hof aus gesehen:



    In dem westlichen Teil ist auch ist der Cantate-Saal, seit 1975 Stammhaus des Volkstheaters Frankfurt.



    Südwestliche Ecke:



    Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der langjährige Hauptnutzer der Gebäude, ist ein paar Wochen zuvor ausgezogen. Blick nach Süden:



    Nordöstliche Ecke mit Goethehaus und dem vom Goethemuseum genutzten Gartenflügel. Hinter der mit Efeu bewachsenen Mauer ...



    ... ist der äußere Teil des Goethegartens. Über diesen Bereich des Gartens hinweg könnten die beiden Museumsbauten verbunden werden.



    Bilder: Schmittchen

  • Volkstheater gibt auf

    Heute hat das Volkstheater Frankfurt bekannt gegeben, dass nach der kommenden Spielzeit und nach 42 Jahren Schluss ist. Als Gründe wurden die immer schwerer werdende wirtschaftliche Situation und der - wegen dies hier vorgestellten Projekts - notwendige Umzug genannt. Der Intendantin Gisela Dahlem-Christ zufolge würde das Publikum des Volkstheaters "revolutionäre Veränderungen, den Verlust der vertrauten Spielstätte" nicht akzeptieren.


    Die Stadt hat laut FR zugesagt, dass das Theater bis zum Ende der Spielzeit 2012/2013 an seinem Stammsitz bleiben kann. Demnach könnte der Abriss in der zweiten Jahreshälfte 2013 beginnen.

  • Ja, traurig, traurig, diese Meldung. Auch das/ein Volkstheater ist (bald war:Nieder:) m.M.n. ein Alleinstellungsmerkmal einer Stadt. Was nutzt das x-te Museum und der wievielste Club, wenn altgediente, bodenständige Institutionen aus dem Stadtbild verschwinden? Ich jedenfalls war immer gerne dort und eine Vorführung war eine Abwechslung zum 1.000-sten Kinofilm.
    Schade, schade, da muss ich etwas polemisch und oberflächlich argumentieren, daß Millionenbeträge in Stadien für Profifussballvereine gesteckt werden (in die ich übrigens auch gerne gehe) und für ein Theater reichts in Frankfurt dann halt nicht...:nono:

  • Das angekündigte "Haus der Buchkultur" wird es eher nicht geben. Weder die großen noch die kleinen Verlage haben Interesse an einem neuen Standort, sondern sind mit ihren derzeitigen Räumlichkeiten zufrieden. Dies ergibt sich aus einem aktuellen Magistratsbericht.


    Nun sind auch Wohnungen geplant, außerdem Büros und natürlich nach wie vor das Deutsche Museum der Romantik. Weiterhin laufen Verhandlungen mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung über eine Verlagerung des Geschäftssitzes an den Großen Hirschgraben. Bauherr wird die ABG Holding sein, die derzeit die Ausschreibung eines beschränkten Architektenwettbewerbs vorbereitet.

  • Bund und Land Hessen bleiben laut =14677789"]heutiger PM der Stadt Frankfurt bei ihrer Finanzierungszusage. Für den an sich der Stadt Frankfurt zufallenden Anteil sollen nun private Förderer und Geldgeber einspringen, so soll der noch ausstehende Betrag von vier Millionen Euro aufgebracht werden. Reichlich pathetisch meint Kulturdezernent Semmelroth dazu, es gehe nicht um irgendein weiteres Museum, es gehe um unsere Glaubwürdigkeit als Kulturstandort in Deutschland. Na, wenn das so ist, dann sollte es ja auch klappen mit den vier Millionen.


    Auch berichtet die FAZ heute in ihrer Printausgabe, dass der Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main dazu beitragen möchte, die Finanzierungslücke zu verkleinern und womöglich zu schließen. Dies habe der Vorsitzende des Kulturausschusses Ulrich Krebs (CDU) gestern bei der Vorstellung eines Jahrbuchs der Gesellschaft angekündigt. Edit: Jetzt online.

  • Spende

    Die FAZ berichtet gerade, ein Kölner Galerist spende 1 Mio. Euro für den Bau des Romantikmuseums. Damit steigt nach dem städtischen Rotstift zusammen mit der Finanzierungszusage von Land und Bund (Vorbeitrag) die Wahrscheinlichkeit für den Bau des Museums. Zur Finanzierung des noch fehlenden Betrags - von jetzt wohl 3 Mio. Euro - habe die Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts, Anne Bohnenkamp-Renken, eine Spendenkampagne gestartet, die von Friedrich von Metzler und von Ex-OB Petra Roth geführt werde.


    EDIT: Hier geht's direkt zum Spendenformular. Es funktioniert - ich habe es eben ausprobiert ;)

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  • Realisierungswettbewerb beginnt demnächst

    Noch in diesem Monat soll der Wettbewerb für den Bau des Romantikmuseums beginnen. Vorgeschaltet ist ein Bewerbungsverfahren, der Realisierungswettbewerb selbst mit zehn bis 15 Teilnehmern schließt sich im Oktober an. Auslober wird die ABG Frankfurt Holding sein, betreut wird das Verfahren vom Büro ANP aus Kassel.


    Die Aufgabe wird voraussichtlich darin bestehen, das Museum zu entwerfen, auch Wohnungen auf dem Areal einzuplanen und den Cantate-Saal, die frühere Spielstätte des Volkstheaters Frankfurt, zu erhalten und zu integrieren. Letzteres hängt davon ab, ob das damit beauftragte Büro Bollinger + Grohmann die Bausubstanz für sanierungsfähig erachtet. Insgesamt soll die Bruttogrundfläche rund 7.500 Quadratmeter betragen, wie es in der Print-FAZ von heute heißt.

  • Einzelheiten zum Architekturwettbewerb

    Die Teilnehmer des im Vorbeitrag erwähnten Realisierungswettbewerbs und weitere Details ergeben sich aus einer Pressemitteilung der ABG Frankfurt Holding von heute:


    In einem Architekturwettbewerb sollen bis Mitte März nächsten Jahres Ideen für den Bau des Romantikmuseums gesammelt werden. Ausgeschrieben hat den Wettbewerb die ABG FRANKFURT HOLDING in Abstimmung mit Bund, Land, Stadt und Freiem Deutschen Hochstift.


    Das Projekt heißt „Goethehöfe“. Es geht um eine neue innerstädtische Wohnanlage im Großen Hirschgraben direkt neben dem Goethemuseum. Goethehaus und die Gemäldegalerie der Goethezeit sollen um das „Deutsche Museum der Romantik“ ergänzt werden. In dem Wettbewerb für die neuen Goethehöfe soll auch geklärt werden, ob der nach dem Auszug des Volkstheaters freigewordene Cantatesaal abgerissen oder erhalten wird.


    Zu dem Architekturwettbewerb eingeladen hat die ABG in Abstimmung mit Bund, Land, Stadt und Hochstift insgesamt 15 Büros. Neben den Frankfurter Büros Jo.Franzke, Turkali, Landes + Partner, Christoph Mäckler, Woerner und Partner, Dirschlfederle Architekten und Braun & Schlockermann, die in Berlin beheimateten Büros Staab Architekten, Holzer Kobler sowie Jan Kleihues, die in Eichstätt ansässigen Diezinger Architekten, das Stuttgarter Büro Lederer/Ragnarsdóttir/Oei, das Aachener Büro Kadawittfeldarchitektur, Morger + Dettli aus Basel sowie dreibund architekten aus Bochum.


    „Nach dem Abschluss dieses Wettbewerbs wollen wir möglichst zügig die Goethehöfe realisieren“, sagte ABG-Geschäftsführer Frank Junker am Donnerstag. Er hoffe, dass die Auslobung des Wettbewerbs und der sich damit abzeichnende Start des Projekts möglichst viele Bürger zu weiteren Spenden für das Romantikmuseum motiviere, setzte Junker hinzu.

  • Vielleicht ganz interessant: das geplante Romantikmuseum hat es auch in den Koalitionsvertrag geschafft. Dort ist im Kulturteil auf Seite 128 zu lesen:


    Die Förderung folgender national bedeutsamer Kulturorte soll vorrangig geprüft werden: Romantikmuseum in Frankfurt am Main, Schaumagazin für Künstlernachlässe in der Abtei Brauweiler (NRW), Residenzschloss Dresden und Internationales Tanzzentrum Pina Bausch.

  • Das Romantikmuseum ist gesichert. Sollte die noch benötigte Summe nicht durch Spenden zusammenkommen, dann wird die Stadt den Fehlbeitrag aufstocken. Das meldet Journal Frankfurt mit Bezug auf eine gemeinsame Pressemitteilung des Kultur- und des Planungsdezernats.


    Noch erstaunlicher ist die Mitteilung, dass der Cantatesaal nun doch erhalten bleiben und zur dauerhaften Spielstätte für Michael Quasts Fliegende Volksbühne werden soll. Denn noch gestern wurde verbreitet, dass der Saal im kommenden Mai endgültig geräumt werden muss. Nun ist der Umbau des Cantatesaals nach Ende der Spielzeit 2014/15 geplant. Laut Welt wird der Umbau 4,6 Millionen Euro kosten.

  • Realisierungswettbewerb gestartet

    Der oben erwähnte Architekturwettbewerb wurde jetzt ausgelobt. Die Besetzung des Preisgerichts und natürlich besonders die Liste der 15 Teilnehmer lässt gewisse Tendenzen erahnen, denke ich. Aber warten wir das Ergebnis ab. Das sind die wesentlichen Einzelheiten (Quelle:(


    Wettbewerb Goethehöfe/Romantikmuseum Frankfurt/Main
    Auslober: Frankfurter Aufbau AG, ein Unternehmen der ABG FRANKFURT HOLDING GmbH
    Betreuung ANP – Architektur- und Planungsgesellschaft mbH, Kassel
    Preisrichter: Jürgen Braun, Olaf Cunitz, Thomas Eckert, Ferdinand Heide, Prof. Nikolaus Hirsch, Prof. Silvia Malcovati, Prof. Gesine Weinmiller, Carl-L. von Boehm-Bezing, Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken, Dr. Horst Claussen, Frank Junker, Prof. Dr. Felix Semmelroth, Dr. Heinrich Wefing, Kirsten Worms


    Gegenstand des Wettbewerbs sind der Neubau eines Museums, von Wohnungen und ggf. einiger standortverträglicher Nutzungen. Zur Teilnahme aufgefordert sind:


    -Braun & Schlockermann, Frankfurt/Main
    -Diezinger Architekten, Eichstätt
    -Dirschl federle architekten, Frankfurt/Main
    -dreibund architekten, Bochum
    -Holzer Kobler Architekten, Zürich/Berlin
    -Jan Kleinhues, Berlin
    -jo franzke architekten, Frankfurt/Main
    -kadawittfeldarchitekten, Aachen
    -Landes + Partner, Frankfurt/Main
    -Lederer Ragnarsdóttir Oei, Stuttgart
    -Morger + Dettli, Basel
    -Prof. Christoph Mäckler Architekten, Frankfurt/Main
    -Staab Architekten, Berlin
    -Turkali Architekten, Frankfurt/Main
    -Woerner und Partner, Frankfurt/Main


    Ausgaben der Unterlagen: 28.01.2014
    Kolloquium: 25.02.2014
    Abgabe Pläne: 11.04.2014
    Abgabe Modell: 29.04.2014
    Preisgerichtssitzung: 28.05.2014

  • Drei zweite Preise im Realisierungswettbewerb vergeben

    In dem im vorstehenden Beitrag geschilderten Wettbewerb sind erste Entscheidungen gefallen. Das Preisgericht vergab drei zweite Preise und empfiehlt die Überarbeitung der prämierten Entwürfe. Preisträger sind Staab Architekten, Landes & Partner sowie Prof. Christoph Mäckler Architekten.


    Auszüge aus einer Pressemitteilung von heute:


    Im Wettbewerb für das Deutsche Romantik-Museum in Frankfurt am Main hat die Jury drei zweite Preise vergeben und die Überarbeitung der Entwürfe empfohlen. Die Preise dachte das Gremium dem Berliner Büro Staab Architekten und den beiden in Frankfurt am Main ansässigen Büros Landes + Partner sowie Prof. Christoph Mäckler zu. Sie hatte die unabhängige Jury unter fünfzehn Beiträgen ausgesucht. Ihre Bewertung stellte die Jury am Donnerstag im Goethemuseum vor.


    Mit dem Auszug des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und des Volkstheaters von Liesl Christ ergab sich die Chance, das Goethe-Haus und die Gemäldegalerie der Goethezeit um das „Deutsche Museum der Romantik“ zu ergänzen. Gleichzeitig sollte der Eingangsbereich zum Goethe-Haus und zum Museumsneubau gestaltet werden. Auf 3.000 Quadratmetern will die ABG Frankfurt Holding Wohnungen errichten.


    Es war den Wettbewerbsteilnehmern freigestellt, den Baubestand ganz oder teilweise zu erhalten und für die Umsetzung des Raumprogramms zu nutzen. Eine Ausnahme blieb der Cantate-Saal, der zwar nicht unter Denkmalschutz steht, jedoch laut Aussage des Denkmalamtes der Stadt denkmalwürdig ist. Dort spielt künftig das Theater „Fliegende Volksbühne“ von Michael Quast. Das innerstädtische Grundstück für den Wettbewerb ist etwa 2.500 Quadratmeter groß.


    Ausgeschrieben hatte den Wettbewerb „Goethehöfe“ die ABG Frankfurt Holding in Abstimmung mit Bund, Land, Stadt und Freiem Deutschen Hochstift. Zu dem Architekturwettbewerb eingeladen waren insgesamt fünfzehn Büros. Der Jury gehörten neben Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken, Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts/Frankfurter Goethe-Museum, auch Carl-L. von Boehm-Bezing, Vorsitzender des Verwaltungsausschusses des Freien Deutschen Hochstifts, Bürgermeister Olaf Cunitz und Frank Junker, der Vorsitzende der Geschäftsführung der ABG Frankfurt Holding, auch die Architekten Ferdinand Heide und Nikolaus Hirsch an.


    [...]


    „Nach dem Abschluss dieses Wettbewerbs wollen wir möglichst zügig die Goethehöfe realisieren“, sagte ABG-Geschäftsführer Frank Junker am Donnerstag: „Wir werden jetzt unverzüglich mit den drei Büros in die Optimierungsphase eintreten, damit in der zweiten Jahreshälfte 2015 der Bauantrag für das spannende Projekt eingereicht werden kann.“


    Die Arbeiten der Wettbewerbsteilnehmer werden bis 13. Juli 2014 im Arkadensaal des Freien Deutschen Hochstifts, Großer Hirschgraben 23-25, gezeigt.



    Ansichten jeweils der Straßenseite zum Großen Hirschgraben, demnach immer rechts im Bild das Romantikmuseum und links die Bauteile mit anderweitiger Nutzung. Originalauflösungen sowie weitere Ansichten und Grundrisse können hier heruntergeladen werden.


    Der Entwurf von Staab Architekten:



    Grafik: Staab Architekten


    Ein zweiter Preis für den Entwurf von Prof. Christoph Mäckler Architekten:



    Grafik: Prof. Christoph Mäckler Architekten


    Der Entwurf von Landes & Partner:



    Grafik: Landes & Partner


    Nicht zu den Preisträgern gehört das Büro Turkali Architekten. Der Entwurf wird demnach nicht weiterentwickelt, eine Anerkennung hat er allerdings erhalten:



    Grafik: Turkali Architekten

  • Irgendwie einer schlimmer als der andere :(


    Am besten gefällt mir noch der Mäckler-Entwurf, wobei mich dort besonders der zweistöckige Eingang im linken Gebäudeteil stört. Dieser wirkt total deplaziert.

  • ^
    Ganz deiner Meinung.


    Eine Frechheit ist auch die Anerkennung für Turkali, dessen Entwurf ganz klar für die Tonne ist ... man könnte ebenso gut Schiffscontainer übereinander stapeln, miteinander verbinden und braun anmalen.

  • Gerade habe ich nochmal den Titel des Themenstrangs nachgelesen. Würde er "Luftschutzbunker neben dem Goethe-Haus" heißen, wäre ich nicht verwundert. Dass Museen im Normalfall wenig Fenster benötigen, ist unumstritten, ansprechendere Fassaden sind aber dennoch möglich. Ausgerechnet dem Deutschen Romantikmuseum ein so unromantisches Äußeres zu verpassen, ist schon eine Zumutung. Caspar David Friedrich hätte vermutlich bei diesem Anblick auf dem Absatz kehrtgemacht. Insbesondere der Entwurf von Staab Architekten ist eine Qual für das Auge. Wie so etwas einen zweiten Preis erhalten kann, ist mir ein Rätsel.