Der Kulturthread

  • Der Kulturthread

    Gemäß einer Studie der Stadt fehlt es – wie hier und anderswo vermutet – an Proberäumen für Bands in der Stadt.


    Der deutsch-israelische Kunstsammler und Investor Gil Bronner richtet jetzt zusammen mit der Stadt 94 Proberäume in dem Bunker am Gatherweg in Lierenfeld ein. Die Stadt mietet alles und vermietet an Musikgruppen weiter. Untervermietungen von Bands an Bands sind ausdrücklich erwünscht, sodass die Zahl der beherbergten Gruppen noch deutlich höher liegen könnte.



    2014 geht es los.


    http://www.duesseldorf.de/top/…ews/gatherweg/index.shtml

  • Kunstszeneviertel Flingern

    Um etwas Betrieb in den Thread zu bringen verlinke ich diesen letzte Woche erschienenen WZ-Artikel, nach dem Flingern sich in ein Zentrum der Avantgarde-Händler verwandelt. Zum Artikelanlass wurde ein Event von zehn Galerien, die im Quartier um die Lindenstraße, Ackerstraße und Birkenstraße versammelt sind. Manche Galeristen sind aus Köln, Karlsruhe oder Berlin nach Düsseldorf-Flingern zugezogen. Der Stadtteil könne als Zentrum der Gegenwartskunst sogar mit manchem Museum mithalten.
    Als Standortvorteile wurden die Nähe des Hauptbahnhofs (von dem man in 30 Minuten Bahnfahrt die Messe Art Cologne erreichen kann) sowie günstige Mieten um 10 EUR/Qm angegeben, ferner eine spannende Akademie wie auch potente Sammler, die Privatmuseen unterhalten sowie die Dichte der Düsseldorfer Szene.

  • BI "Rettet das NRW-Forum"

    In einem anderen Thread wurde vor Monaten über die mögliche Schließung des NRW-Forums berichtet. Vorgestern erinnerte die Zeitung Welt an die Hintergründe und berichtete über die Gründung einer Initiative von u.a. Künstlern und Anwälten zum Erhalt des Forums. Es sei hilfreich, "Kreative nach Düsseldorf zu locken", die sich sonst für Hamburg oder Berlin entscheiden könnten. Die Initiative überzeugte die bisherigen Leiter, möglicherweise ein oder zwei Jahre länger tätig zu werden und fand einen möglichen strategischen Partner: Das Londoner Victoria & Albert Museum. Leider wird nicht verraten, was genauer diese Partnerschaft bringen sollte.
    Weiter wurden attraktive und konstruktive Vorschläge gemacht, wie das Forum weiterentwickelt werden könnte - ob sie auch ein Finanzierungskonzept jenseits mehr Geld vom Staat enthielten, erfährt der Leser nicht.


    Übrigens - als unkreativer Ingenieur entschied ich mich zwischen Düsseldorf und Meerbusch, weil Düsseldorf viel mehr Urbanität bietet (und leichter erreichbar ist). Interessiert leider keine BI.

  • Eine kleine subjektive Meinung zu dem Thema:
    Die Ausstellungen im NRW.Forum sind grandios und passen auch sehr gut zur Modewelt in Düsseldorf. Sicherlich sind die Werke nicht die tiefgründigsten und lassen nicht unendlichen Raum für künstlerische Interpretationen, jedoch ist dies z.B. genau das was mir an dieser Kunst gefällt. Ich bin Rational, wenn ich mir im Zuge der Nacht der Museen ab und an mal die Dinge im KIT angucken, graus, ich weis nicht was mir das dort gezeigte sagen sollte.
    Wenn man sich überlegt, dass alleine 20.000 Menschen innerhalb der ersten 18 Tage bei der aktuellen Ausstellung waren ( Quelle ) und im folgenden RP-Atirkelvon 90.000 Besuchern im Jahr gesprochen wird, denke ich, dass mit Rankin, Kraftwerk und Bryan Adams drei wundervolle Ausstellungen gezeigt wurden.

  • NRW-Forum: Internationale Kontakte, viel Glamour

    Die RP veröffentlichte heute einen neuen Artikel über das NRW-Forum und die kommunalpolitischen Auswirkungen der Briefe der darüber erwähnten BI an verschiedene Politiker. Es heisst darin, Oppositionspolitiker hätten bereits über internationale Kontakte und viel Glamour geträumt. Kulturangelegenheiten im Ehren, doch wenn öffentliches Geld (die Rede ist von 700 Tsd. EUR jährlich aus der Stadtkasse) ausgegeben werden soll, darf man nach dem Nutzen fragen - abgesehen von viel Glamour für einige Ratsleute.
    Dass OB Elbers der BI vorschlug, sich um das fehlende Geld zu kümmern, wurde als unhöflich eingeordnet.

  • Es ist das Land, das eines der wenigen kulturellen Aushängeschilder des Landes fallen lässt, obwohl es 'NRW' sogar im Namen trägt. Die Stadt hat das Budget nicht gekappt.


    Zur Erinnerung: Es gibt in Düsseldorf keine Staatsoper, kein Staatstheater, kein Staatsorchester. Das Land beschränkt sich bereits auf geringe Beteiligungen und auf die landeseigenen Ausstellungshäuser K20 und K21. Das ist für ein Land des Formats NRWs schon ausgesprochen dürftig. Der Bund und etwa Bayern unternehmen da wesentlich mehr.


    Es besteht schon die Gefahr, dass das Land gegenüber seiner Hauptstadt immer parasitärer wird. Düsseldorf dient als Jobmotor und als sprudelnde Steuerquelle, soll aber möglichst nichts kosten.

  • Es beginnt halt das allbekannte "blaming game". Die Opposition versucht der Stadt es nun in die Schuhe zu schieben, dass das NRW-Forum schließt. Alltägliches politisches Geschäft.

  • Deutsche Oper am Rhein

    Diese wird alleine von Düsseldorf und Duisburg (ohne das Land) gestemmt - die RP berichtete gestern, dass man sich auf ein Zukunftskonzept einigte, nach dem der Opernvertrag vorerst bis 2017 verlängert wird. Duisburg darf den Zuschuss um eine Million jährlich auf 9,5 kürzen, außerdem wird vom Ausgleich der Tarifsteigerungen ausgenommen. Düsseldorf zahlt jährlich 26,3 statt 24,3 Mio. EUR - dafür darf 180 Aufführungen im Jahr behalten, während die Anzahl in Duisburg von über 100 auf 70-80 pro Saison reduziert wird.

  • NRW-Forum

    Die RP berichtete heute, dass der neu gegründete Freundeskreis des NRW-Forums einen Brief an den NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin schickte, die Landesregierung möge weiterhin jene 650.000 EUR jährlich Zuschuss zahlen, derer angekündigte Streichung das Forum durch Schließung bedrohte. Die Absender wollen sich in den nächsten Tagen mit dem Minister treffen. Die Landesregierung macht jedoch laut Artikel wenig Hoffnung auf die Änderung der Entscheidung.

  • Mir wäre kein Beispiel bekannt, bei dem das Land für so wenig Geld eine derartige Aufmerksamkeit samt Namensnennung ('NRW') bekommt. Man kann dem Land nur wünschen, dass es die Kurve noch einmal bekommt und demnächst nicht mehr der Stumpfsinn regiert.

  • Rheinoper: Sparplan bis Juni

    Da sonst im Thread nicht viel passiert, fasse ich diesen heutigen RP-Artikel zusammen, nach dem die Rheinoper bis Juni einen Sparplan vorlegen soll, der aus den Absprachen zwischen Düsseldorf und Duisburg resultiert. Wie drei Beiträge zuvor bereits erwähnt, ab 2014/15 wird es mit 9,5 eine Million EUR jährlich aus Duisburg weniger geben. Die Tariferhöhungen werden von Duisburg gar nicht und von Düsseldorf nur teilweise ausgeglichen - so muss die Oper in jedem weiteren Jahr 0,3 Mio. mehr sparen oder einnehmen.
    Geplant sind Kooperationen mit den Opern in Bonn und Dortmund - sämtliche Kinderopern sollen gemeinsam produziert werden. Die erste wird im Februar 2014 ihre Premiere haben. Mein Senf: Da könnte man konsequent noch mehr optimieren und einen Rhein-Ruhr-Kulturbetrieb anstreben.

  • 40°C Urban Art Festival

    Die WZ schrieb vor wenigen Stunden über das erste Streetart-Festival, das im September stattfinden soll. Der Artikel nennt einige Adressen der Immobilien, die von ausgewählten Künstlern besprüht werden dürfen, darunter an der Blücherstraße und an der Ellerstraße. Bisher haben zwölf Immobilienbesitzer zugesagt.

  • Stadtklang ist ein sehr schönes Projekt. Musiker werden an Locations vermittelt – vornehmlich Bars, Kneipen, Biergärten etc.


    Die Bands bekommen Publikum, die Gastronomen Werbung und Düsseldorf noch mehr gute bis phantastische Musik.

  • Kulturachsen

    Die WZ veröffentlichte gestern einen Artikel über Kulturachsen und mögliche wechselnde Ausstellungen im öffentlichen Raum. Konkreter wird dieser Artikel, der die möglichen Kulturachsen präzisiert - entlang der Graf-Adolf-Straße und eine andere vom NRW-Forum, über den Hofgarten, hinter dem Opernhaus, eine dritte soll die beiden anderen verbinden. Die ersten vier Fundamente sollen bald zwischen dem HBf und dem Rheinpark Bilk gegossen werden und 40.000 EUR kosten.


    Ein möglicher Standort steht wohl bereits im Raum - der gähnend leere Gustaf-Gründgens-Platz, dieser könnte zur Achse vom NRW-Forum südostwärts gehören.

  • Ein möglicher Standort steht wohl bereits im Raum - der gähnend leere Gustaf-Gründgens-Platz


    Woraus entnimmst Du das?


    Auf einer Achse Ehrenhof -> Heinrich-Heine-Allee steht der GGP nicht. Und den Platz muss man nmE zuerst neu erfinden, bevor man ihn mit Kunst versieht. Im Moment ist er von Baustellen und den Resten des Weihnachtsmarkts geprägt.

  • ^ Ich dachte an diese Aussage über die GGP-Gestaltung:


    Ich tendiere eher zu Kunst als zu Bäumen


    Die wohl Kunst im öffentlichen Raum anregt - da wäre die Einbindung in einen der Kulturpfade die logische Konsequenz. Wenn man vom NRW-Forum in den Hofgarten geht, kann man südwestlich Richtung Heinrich-Heine-Allee gehen (das wäre wohl der dritte Verbindungspfad) oder weiter Richtung Südosten - bis man auf die begradigte Düssel trifft. Eine der wenigen Brücken darüber führt zum kleinen Garten am Schauspielhaus, einmal um dieses und schon landet man auf dem GGP.


    Natürlich wird etwas dauern, bis der ganze Pfad eingerichtet ist. Ab und zu könnte man den Platz für Wechselausstellungen großer Exponate an der Stelle der kürzlich abgebauten Eislauffläche nutzen. Sonst gewöhnen sich die Leute weiterhin, dass der Platz einzig zum schnellen Durchqueren da ist.

  • Quadriennale

    Die RP schrieb gestern über die zum Festival gehörende Ausstellung Kandinsky, Malewitsch, Mondrian, die gestern geschlossen und bis dahin von 80 Tsd. Besuchern gesehen wurde. Zum Schluss kam das Beste, nämlich freier Eintritt seit Freitag in sämtlichen Quadriennale-Museen - in die Kunstsammlung NRW wurde man bereits am Donnerstag reingelassen. Gerne könnte man wieder ab und zu freie Tage veranstalten, mir wurde erzählt, dass es sie früher öfter gab - erst in den letzten Jahren wurden sie genauso abgeschafft wie der generell freie Eintritt in das stadthistorische Museum.

  • Teure Bühnen

    Erst kürzlich sorgten sich die Grünen darum, ob die feinen (aber seltenen) Schauspielhaus-Besucher derer ökologisch korrekten Wagen standesgemäss parken und dann in Stöckelschuhen inmitten Lichtinstallationen zum fast leeren Theater gehen können. Heute berichtete die RP, dass die Bude neben der Oper den höchsten Zuschuss in NRW pro Besucher benötigt - 162 EUR (dafür kriegt man z.B. eine Busreise nach London samt Übernachtung im Einzelzimmer). Es folgen Dortmund (154) und Köln (144) - in Duisburg sind es nur 66 EUR. Der Steuerzahlerbund fordert die Prüfung der Ausgaben - es Fallen Stichworte wie Fusionen und Senkung der Spielstättenzahl. Dass wohl "Kulturbanause geschrien wird", wurde schon mal vorsorglich gewarnt.


    Was könnte man im Schauspielhaus einrichten, wenn das Haus geschlossen wird? Oder sollte lieber der Standort einfach neu bebaut werden? Für das Schauspielhaus alleine wurden sogar 203 EUR/Zuschauer errechnet - angeblich wegen Umbauten im Haus und verkürzter Spielzeit. Nun ja - seitdem im 19. Jahrhundert ein Theater bar Film&Fernsehen&Internet der gesellschaftliche Mittelpunkt und bevorzugte Freizeitbeschäftigung war, hat sich einiges verändert.

  • Rauch und Nebel

    Viele Leser kennen bestimmt die Nebelmaschine am Eingang der Kunsthalle - sie erinnerte mich beim ersten Erleben an ähnliche Nebelmaschinen in Athen, mit den Außentischen der Restaurants im Sommer angenehmes Klima vergönnt wird. Später machte ich eine Führung mit, während der ich erfuhr, es sei ein Kunstwerk - der Autor habe einen ganzen Betrieb, in dem er für ähnliche Werke ca. 50 Leute beschäftigt. Das klingt nach Millionenumsatz - ich habe gefragt, was die Düsseldorfer Maschine gekostet hat, aber erhielt keine Antwort.


    Heute berichtete die RP, dass am Samstag die Feuerwehr zur Kunsthalle gerufen wurde - es stellte sich heraus, dass den Alarm eine Nebelanlage auslöste. (Wahrscheinlich diese - eine weitere dort kenne ich nicht.) Sicherheitshalber wurde der weitere Einsatz der Nebelanlage untersagt. Kriegt man in diesem Fall vom Künstler einen Teil des Geldes zurück?