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Alt 26.03.18, 12:55   #511
Dexter
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Dexter braucht man einfachDexter braucht man einfachDexter braucht man einfachDexter braucht man einfachDexter braucht man einfachDexter braucht man einfach
Mercer-Bewertung zu den lebenswertesten Städten der Welt

Nürnberg kam erneut unter die Top-30 (von über 230) der Städte mit der höchsten Lebensqualität, bewertet durch Expatriats. Dabei verbesserte sich die Position um zwei Plätze im Vergleich zur letzten Messung.

https://www.mercer.de/newsroom/quali...ving-2018.html

Kurzer Auszug:
"Mit Berlin (13), Hamburg (19), Nürnberg (23) und Stuttgart (28) haben es neben München vier weitere deutsche Städte unter die ersten 30 des Rankings geschafft. Deutlich dahinter auf Rang 60 findet sich Leipzig, was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass das Angebot an internationalen Schulen hier begrenzt ist."

d.
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Alt 17.06.18, 13:02   #512
markus.t-nbg
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markus.t-nbg sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäremarkus.t-nbg sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäremarkus.t-nbg sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäre
Architektouren 2018 am 23. und 24. Juni

Die Architektouren stehen wieder an, das Booklet kann bestellt werden und die Projekte können eingesehen werden, am 23./24. Juni können die Bauten besichtet werden, mehr unter:
https://www.byak.de/aktuelles/newsde...d-24-juni.html
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Alt 10.07.18, 20:37   #513
nothor
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Wo wir gerade bei erläuterungsbedürftiger Stadtgestaltung sind, was ist das hier auf der Straße (Welserstraße/Elbinger Straße):



Als passionierter Radfahrer habe ich mich da schon mehrmals drüber gewundert. Ich nehme an das ist ein Linksabbiegestreifen für Radfahrer. Aber wie zur Hölle ist der zu benutzen? Ich komme also die Ringstraße herunter und warte dort gemeinsam mit den Autos auf Grün, denn ich kann ja bei Rot nicht auf die Kreuzung fahren. Wenn es Grün wird, dann fahre ich den kleinen Bogen und stelle mich wieder hin und warte erneut auf Grün. Um also linksabbiegend über die Kreuzung zu kommen, die alle anderen Verkehrsteilnehmer mit nur einer Ampelphase bewältigen, soll ich als Radfahrer derer zwei abwarten? Oder wie ist das gemeint?

Dasselbe auf der anderen Straßenseite:



Hab ich was verpasst, wie funktioniert das und wo lernen Radfahrer, also Schulkinder, Rentner und viele andere ohne Führerschein, wie man sich hier verhalten soll?
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Alt 10.07.18, 22:41   #514
Mendelbruder
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Mendelbruder befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Das ganze firmiert wohl unter dem Begriff indirektes Linksabbiegen und scheint bei den meisten Radfahrern eher für Verwirrung als für ein höheres Sicherheitsgefühl zu sorgen.

GEwusst wie: Indirektes Linksabbiegen

Ja, man braucht tatsächlich zwei Ampelphasen anstatt einer. Dafür soll es sicherer sein, als sich auf die eigentlich für Autos gedachte Linksabbiegerspur einzuordnen. Letzteres würde ich mich gerade bei großen Kreuzungen auch nicht trauen.
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Alt 10.07.18, 22:58   #515
KurushiX
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KurushiX sitzt schon auf dem ersten Ast
Da steht doch vorher schon ein Verkehrsschild was die Situation beschreibt .. das hab sogar ich als autofahrer innerhalb von 2 sekunden begriffen.
Und Fahrradfahrer sind doch sonst auch so Clever beim nichtbeachten von Lichtsignalen..
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Alt 10.07.18, 23:19   #516
nothor
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Wo sind da Schilder?
Naja ist auch egal, ich fahre den Ring dort nicht mit dem Fahrrad. Das ist lebensgefährlich, und man kann genausogut die Parallelstraße fahren. Ich habe gelernt, man soll auf den Fahrradaufstelltaschen warten. Bin mal gespannt wann ich das erste mal jemanden sehe der das tut.
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Alt 24.10.18, 14:21   #517
nothor
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"Statt Bauen: Platz schaffen in alten Häusern"

Ganzseitig findet sich in der heutigen Printausgabe der NZ ein Artikel von Daniel Fuhrhop (Stadtwandel in Zeiten des Klimawandels), der sich gegen die grassierende Bauwut stemmt und argumentiert, dass das ganze Bauen nichts nütze. Ich denke da ist etwas dran, denn wie jeder von uns weiß stagniert die Bevölkerungszahl der BRD seit den 1990'ern.

Wichtige Grundaussagen sind:
  • Der Bauboom kostet extrem viel Geld und Energie und widerspricht damit dem Umweltschutzgedanken.
  • Die Einwohnerzahl in Nürnberg entspricht der von 1970, aber es gibt über 100.000 Wohnungen mehr als damals, und trotzdem sprechen alle von Wohnungsmangel.
  • In jedem zweiten Haushalt wohnt einer allein.
  • Deutschlandweit wohnen 6 Millionen Menschen allein in 4-Zimmer-Wohnungen, davon 600.000 Menschen in 7 und mehr Zimmern.

Fuhrhop wirbt dafür intelligenter an die Wohnungsfrage heran zu gehen und die von der Bundesregierung versprochen 15 Milliarden intelligenter zu verwenden als sie der Bauindustrie zu spenden und so zu verschwenden. Wohnraum soll geschaffen werden wo er bereits besteht, in Altbauten und in Schrumpfregionen, indem das Geld für die richtigen Anreize eingesetzt wird. Das "Wohnungsproblem" könne nicht nur durch bauen beseitigt werden, wie es die Bauindustrie immer postuliert. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt das. Vielmehr muss mehr umgebaut werden, hinhören, was sich die Menschen wünschen und so Potenziale besser nutzen. Es gäbe Millionen Menschen, die in zu großen Wohnungen lebten und sich Mitbewohner wünschten, die ihnen im Alltag helfen könnten. Ein wesentlicher Teil des "Wohnungsmangels" ließe sich durch mehr Miteinander, Mehrgenerationenkonzepte usw. lösen. das gibt es zwar bereits, aber sehr hochschwellig. Ich erinnere mich an eine Annonce der Win GmbH in der NZ, in der man händeringend Familien gesucht hat die in einem ihrer Wohnprojekte mitwohnen wollten. Sie müssten dazu aber 20.000 EUR Genossenschaftsanteile kaufen usw. usf., wenn ich mich recht entsinne...

Dazu findet heute ein Kongress im Hotel Hilton in Zabo statt, und morgen stellt er sein Buch vor "Einfach anders Wohnen" in der Villa Leon, ab 19:30 Uhr vor.
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Alt 25.10.18, 22:10   #518
Silesia
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Schon richtig, solche Gedanken mache ich mir schon seit vielen Jahren. Nur, was ist mit der Mehrheit derer, die es sich leisten können und wollen allein in ihrer 4-Zimmer-Wohnung zu leben. Dürfte die große Mehrheit sein. Jedem dieser "Einsamen" steht es doch frei seine Wohnung zu öffnen für Gesellschaft und entsprechend zu inserieren.
Ebenso gibt es "Schrumpfregionen" und es ist ja nicht so dass diese nicht schon seit Jahren (wenn nicht bald seit Jahrzehnten) offensiv mit ihren Vorzügen werben, wie etwa keine Kita-Gebühren, günstige Mieten, sichere unbefristete Arbeitsplätze etc. Nur was ist mit jenen Leuten die eben in Stuttgart oder Nürnberg (& Regionen) bleiben wollen, trotz verschiedener Widrigkeiten. Dabei gibt es seit längerer Zeit wieder eine stetig zunehmende Rückbewegung in ländliche und mittlere "Schrumpfregionen". Der Zuzug in die Ballungsräume ist dennoch weiterhin deutlich stärker. Dabei macht es v.a. für den niedrigen Lohnsektor und zunehmend auch für den mittleren Lohnsektor kaum mehr Sinn. Für die Ballungsräume im Süden und Südwesten hilft sehr wohl v.a. zunächst mal viel mehr bauen!

Die Feststellung, wonach vor 50 Jahren Städte teils drastisch mehr Wohnungen, aber nicht mehr Einwohner hatten, geht schon in Richtung Milchmädchenrechnung, denn die Wohnverhältnisse und auch die Ansprüche waren Welten(!) entfernt von den heutigen. Wer würde in solchen kleinen Einheiten heute noch wohnen wollen? Mit der Ausstattung? Wer noch so lange bei seinen Eltern? Auch gab es damals nicht so viele Zweitwohnungen, bedingt durch die heutige Arbeitswelt. Man könnte so viele Gründe aufzählen.

Die Punkte sollten natürlich aber nicht davon abzuhalten intelligente Wohnformen zuzulassen, wo diese gewünscht wären. Bei mir gäbe es da keine Denkverbote, solange kein Mensch zu vermeintlichen Verbesserung genötigt oder gar umgesiedelt wird.
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Alt 25.10.18, 22:59   #519
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Das ist ja einer der Punkte, die in der Fuhrhop'schen Kritik mitschwingt, das Thema Ansprüche. Er sagt in dem kurzen Zeitungsartikel eben auch, dass es nicht darum gehen würde jene, die es lieben wie sie leben aus ihren Gefilden zu vertreiben.
Ich kenne aber auch Fälle, da wohnen Menschen alleine in großen Wohnungen, Familie ist ausgezogen, aber ein Umzug lohnt nicht weil der Neuvertrag in einer kleineren Wohnung teurer kommt als in der großen Wohnung zu bleiben, die dank Altvertrag viel günstiger ist. Das ist paradox und nur mit den freien Kräften des Marktes zu erklären, aber es entspricht nicht einer volkswirtschaftlich korrekten Bewertung von Ressourcen und Bedürfnissen. Genauso wie Rendite durch Leerstand, weil die Wertsteigerung höher ist als der Ertrag mit einer gebundenen Nutzung durch Mieter. Hier mit sinnvollen Mechanismen zu regulieren könnte viele auch sinnlose Bautätigkeit vermeiden. Der Eigentümerverein Haus und Grund hat schon gewarnt, der Bauboom von heute sei der Leerstand von morgen. Ich reibe mir schon manchmal die Augen, in welchen Lagen Luxuswohnungen und Oberklassewohnungen gebaut werden. Die Lage an sich ändert jedoch nämlich nicht, aber die Baukosten müssen über Jahrzehnte abgeschrieben werden, in denen sich ein (Miet-)markt vielleicht garnicht stabil wird halten können.

Aber Fuhrhop will m.E. auch darauf garnicht hinaus, sondern eher auf die eindimensionale Antwort auf den Wohnungsmangel, nämlich bauen bauen bauen, und die ökologischen Kosten, die das mit sich bringt. Ein Neubau amortisiert sich selbst bei einem Passivhaus energetisch frühestens nach 50 Jahren, so Fuhrhop. Ist ja nicht so dass da Second-Hand-Ziegel verbaut würden, oder gebrauchtes Parkett verlegt wird. Solange Deutschland einen Wirtschafts- und Bauboom erlebt werden sämtliche Klimaziele gerissen, das ist unausweichlich.
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Alt 25.10.18, 23:23   #520
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Solche Fälle kenne ich auch, leider eine der Krankheiten unserer Zeit. Ebenso müssen wir nicht über "Rendite durch Leerstand" diskutieren. Bauen darf natürlich nicht die eindimensionale Antwort auf den Wohnungsmangel sein. In diesen Punkten bin ich völlig bei dir.
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Alt 28.11.18, 18:18   #521
nenntmichismael
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Weil jedenfalls bei mir immer der Eindruck entsteht, dass die obersten Baumeister in der Nürnberger Stadtverwaltung (bis hinauf zum OB) gerne zwanghaft modern sein möchten und dass es auf ein stimmiges Stadtbild nur sekundär ankommt, hier mal eine Aufnahme aus Brüssel, die zeigt, dass man auch genau anders herum an die Sache ehrangehen kann. Man sieht hier die Place Jourdan im Europaviertel. Das Haus ganz rechts hat in den Obergeschossen eine glatte Betonfassade. Nur ist die Malerei so gestaltet, als ob es sich um ein typisches Brüsseler Stadthaus des Bezirks Etterbeek handeln würde. Bei ein paar anderen Gebäuden dieses Platzes steht auch nur noch die Fassade, dahinter verbirgt sich dann ein moderner Neubau.



Und wenn ich schon dabei bin, dann im Sinne des vergnügten Off-topic auch das noch... Brüssel gilt ja landläufig als hässlich. Vor allem bei den Bewohnern deutscher kriegszerbombter Wiederaufbaustädte. Neben der grandiosen Grand Place und wunderbaren Gründerzeitvierteln, in denen sich ein wohlhabendes Bürgertum üppig verwirklicht hat, gibt es auch gelungene zeitgenössige Architektur zu sehen. Hier das Sitzungsgebäude des Rates der EU mit seiner "Lampe", in der sich die unterschiedlich großen Sitzungssäle für die Regierungschefs sowie für die Fachminister und für die Arbeitsebene befinden. Vor allem bei Nacht ein echter Hingucker. Rechts anschließend und in den Gebäudekomplex integriert ist ein m.W. denkmalgeschützter Steinfassaden-Altbau.



Die photographisch miese Bildqualität angesichts der Verwendung einer mittelprächtigen Handykamera bitte ich im Übrigen zu entschuldigen. Auch für das nasskalte Wetter übernehme ich keine Verantwortung.
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Alt 28.11.18, 21:10   #522
nothor
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Danke für die Fotos, vorallem das zweite Bild, das auch recht typisch ist für die Fassadengestaltungen der gigantischen EU-Bürogebäude, erinnern mich immer wieder an Borg-Kuben aus Star-Trek... Ich kann nicht sagen dass ich sie schön finde, aber es ist ein eindeutiges Statement.

Zur etwas wahrnehmungsverzerrten Sichtweise vieler Fachleute auf Architektur in Deutschland ist schon sehr viel gesagt worden, und vielerorts finden da immernoch Fehlentscheidungen statt. Ich finde zum Beispiel nicht, dass ein Stadtbild gleich ein Geschichtsbuch sein sollte, man muss nicht jeden geschichtlichen Bruch sehen, in jedem Detail, man darf auch nicht lapidar "weg ist weg" sagen, und man muss auch nicht zwanghaft darauf achten Schönes keinesfalls "schön" zu nennen. Ein Stadtbild ist Lebensraum, Menschen müssen sich darin wohlfühlen und wiederfinden können, mit ihren Wünschen und Vorstellungen. Nachdem nun der Staat durch Liberalisierung nahezu jede gestalterischen Maßgaben aus Bauvorschriften getilgt hat, nun also grundsätzlich jeder bauen kann wie er will, bleibt nur noch der Denkmalschutz als staatliches Gestaltungsinstrument übrig. Und hier wünschte ich mir viel mehr intensivere Öffentlichkeitsarbeit, die Hintergründe erklärt und sich v.a. kontroversen Diskussionen stellt, Z.B. im Falle des aktuellen Pellerhaus. Seine aktuelle Unterschutzstellung wird u.a. auch von mir kritisch gesehen, überzeugende Gründe dafür kenne ich keine. Andererseits werden wichtigere Bauten eben nicht denkmalgeschützt, obwohl sie viel älter, historisch bedeutsamer und geschichtlich wesentlich aussagekräftiger waren, z.B. die Hauptpost. Unterm Strich bleibt der Eindruck, dass es bei den meisten Entscheidungsträgern an Hingabe zum Stadtbild mangelt, und man sich lieber hinter schmalen bzw. nicht vorhandenen Vorschriften verschanzt. In anderen Ländern geht man damit viel unbefangener um, und wenn es nicht um Architektur geht, sondern um antike Möbel, Oldtimer usw. hantiert auch niemand mit gewollten "Kontrasten" oder "Brüchen" sondern arbeitet stets Originalgetreu. In Nürnberg fällt mir diese Diskrepanz besonders stark auf: Wenn jemand ein restauriertes Mofa aus der Werkstatt schiebt klatscht es Beifall, wenn ein Gebäude restauriert wird heisst es sofort "Disneyland".
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Alt 18.12.18, 10:42   #523
nenntmichismael
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Stimme Dir zu, @nothor: Ein Stadtraum muss etwas Lebendiges, Fließendes sein und Platz für alle geschichtlichen Abschnitte bieten. Herausragende Bauten früherer Epochen sollten instandgehalten oder ggf. rekonstrukiert werden. In einen Geschichsrevisionismus sollte das aber nicht zwanghaft ausarten. Bei zwei städttebaulichen Elementen fällt mir die Toleranz aber schwer: Bei den spuckhässlichen und schon nach wenigen Jahrzehnten abbruchreifen Bauten aus den 1970ern. Und bei der Schuhschachtel-Zweckarchitektur, mit der wir in der Gegenwart unsere Städte veschandeln, v.a. da wo schnell viel billiger Wohnraum entstehen soll.

Nochmal kurz zu Brüssel: Interessant, wie die EU-Bauten auf Dich wirken. Das oben dargestellte Gebäude des Rates ist für mich eigentlich ein Ausnahmefall. So viel Glas, Luft und Transparenz bieten nur wenige andere EU-Gebäude. Und - abgesehen von einigen Ausgeburten des Grauens - sind die meisten Gebäude v.a. der EU-Kommission eigentlich recht unspektakuläre und m.W. meist angemietete Bürobauten, bei denen nur das Türschild verrät, dass dort die EU haust. Ein gelandetes Riesen-Ufo ist natürlich das Parlament, für das ganze historische Straßenzüge platt gemacht wurden. Aber selbst das hat was mit seiner vollverglasten futuristischen Fassade.
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Alt 10.01.19, 20:48   #524
FranzFerdinand
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Beiträge: 3
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Hat eigentlich jemand Kontakt zum Betreiber dieses schönen Blogs über Nürnberg Architektur und Stadtansichten: http://dernuernberger.blogspot.com/

Neuerdings (ich meine seit Mai, also vielleicht im Rahmen der Datenschutz-änderungen) ist der Blog nur noch für "geladene Leser" erreichbar, aber man kann sich nicht "einladen" lassen. Vielleicht muss ja nur eine Einstellung im Blog geändert werden, und es war keine Absicht?

Würde mich jedenfalls freuen, den Blog wieder lesen zu können.
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Alt 11.01.19, 11:49   #525
nothor
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Der Blog wird durch Steffen Setzer betrieben, ich habe aber den Eindruck, dass der Blog eingestellt wurde. Die Antwort der Website "nur für geladene Leser" verstehe ich da eher als Euphemismus für 'nicht mehr erreichbar' bzw. 'eingestellt'. Wäre allerdings schade, denn er war informativ, aktuell und sehr mobil.
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