Eschenheimer Tor bis Katzenpforte (inkl. Wohnturm "Edge")

  • Wird ja mal Zeit dass sich da was tut. Sowohl das Kino als auch das Gebäude an sich haben sich seit mindestens 15 Jahren überlebt. Nix gegen schicke Balkons mit Wäscheständern - aber nicht an dieser Stelle.
    Bin schon gespannt auf die ersten Renderings für die Neubebauung.

  • Bebauungsplanverfahren eingeleitet

    Die Stadt möchte nun planungsrechtliche Grundlagen schaffen. Daher wurde ein Aufstellungsbeschluss vorbereitet, damit also die erste Phase eines Bebauungsplanverfahrens eingeleitet. Die Bebauungsplan "Katzenpforte" wird die Nummer 874 erhalten. Einem Magistratsvortrag vom 10.09.2010 zufolge wird mit dem Bebauungsplan das Ziel verfolgt, "die städtebaulichen Defizite in diesem innerstädtischen Bereich zu beheben". Auch soll mit dem Bebauungsplan Baurecht für das im aktuellen Hochhausentwicklungsplan vorgesehene Wohnhochhaus geschaffen werden. Näheres in der Vorlage M 186 (PDF).


    Das Plangebiet ergibt sich aus diesem Lageplan (PDF, 1,8MB). Daraus ist auch ersichtlich, dass das Turmpalast-Areal in ziemlich viele Parzellen aufgeteilt ist, was die Neuentwicklung nicht gerade einfacher machen dürfte.

  • Kulturelle Nutzung: Aus dem Turmpalast soll möglicherweise ein Museum werden. Aber auch ein kommerzielles Fremdsprachen-Kino ist im Gespräch. Laut Stadtparlament ist eine kulturelle Nutzung Voraussetzung für eine Zustimmung der Stadt zu dem Bauvorhaben (in dem geplanten Neubau sind rund 800 Quadratmeter für kulturelle Zwecke vorgesehen). Der Stadt gehört der größte Teil des Grundstücks, der Wiesbadener Immobilienkaufmann Gert Rieche hat ein Erbbaurecht.


    Die anvisierten 800 Quadratmeter für kulturelle Zwecke wolle Rieche der Stadt zu einer vergleichsweise günstigen Miete überlassen, heißt es im Römer. Dies aber reicht wohl nicht, um ein kostendeckendes Angebot auf die Beine zu stellen. Zusätzliche Subventionen aus dem Kulturetat dürften angesichts der angespannten Finanzlage der Stadt nur schwer durchzusetzen sein.


    Bei der Suche nach einer Lösung konkurrieren derzeit zwei Frankfurter Museen um die künftige Nutzung. Zum einen das Museum für Moderne Kunst (MMK), dessen Konzept ohne städtische Mittel mit Unterstützung von Sponsoren verwirklicht werden könnte. Im Gespräch ist nach Informationen der FNP eine Ausstellung unter dem Titel "MMK Kids", mit der Kindern und Jugendlichen moderne Kunst nahegebracht werden kann. Vorbild ist ein ähnliches Konzept im Museum of Modern Art in New York.


    Das MMK bestätigte gestern entsprechende Überlegungen, äußerte sich aber nicht zu Details. Vertretern der schwarz-grünen Koalition im Römer liegt jedoch bereits ein ausgearbeitetes Konzept vor - es soll auf positive Resonanz gestoßen sein. Problematisch ist allerdings, dass ein Angebot für Kinder das Turmpalast-Areal nur tagsüber beleben würde. Nach dem Willen der Stadtverordneten soll die Gegend am Eschenheimer Turm aber auch abends belebt werden - Lösungsmöglichkeiten werden zurzeit diskutiert.


    Für eine abendliche Belebung würde die Idee des Deutschen Filmmuseums beitragen. Zwei neue Kinosäle könnten auf dem Turmpalast-Areal eingerichtet werden, so der Vorschlag des Deutschen Filmmuseums. Die Lichtspiel-Tradition am Eschenheimer Turm würde somit fortgesetzt werden und das Deutsche Filmmuseum könnte sein Angebot an Filmen erheblich ausweiten (der Kinosaal im Filmmuseum am Schaumainkai, das derzeit umfassend renoviert wird, hat nur beschränkte Kapazitäten). Das Problem ist allerdings die Finanzierung, denn der Etat des Deutschen Filminstituts lässt keine großen Sprünge zu.


    Eine Entscheidung soll in den nächsten Wochen fallen (Quelle: FNP).

  • Mensch, die beste Lösung wäre eigentlich, wenn beide Museen mit ihren Konzepten zum Zuge kommen würden. Denn wenn beide Vorschläge kombiniert werden würden, wäre es ein großer Beitrag, dass die Ecke sowohl tagsüber als auch abends belebt wäre bzw bleiben würde.


    Beide Vorschläge haben ihren Charme, wobei ich aber deutlich zur KinoLösung tendiere, wenn ich mich für einen Vorschlag entscheiden müsste!

  • Möglich, das beide oder sogar mehrere Varianten zum Zug kommen. Im Gespräch ist auch ein Kinder- und Jugendkulturhaus, welches verschiedene Sparten der Kultur zusammen führt (die FDP schlägt ein gemeinsam entwickeltes und geführtes Nutzungskonzept des Museums für Moderne Kunst, des Kinder-Museums und des Filmmuseums vor). Die Rede ist von Musik, Theater, Film, Fotografie, Malerei, Bildhauerei, Tanz und Literatur. Quelle.

  • ^106. Vermutlich oute ich mich hier als absoluter Kulturbanause, aber ein Haus für Musik, Theater, Film, Fotografie, Malerei, Bildhauerei, Tanz und Literatur, klingt mir ziemlich nach einem neuen Subventionsmonster.
    Das wird vermutlich nur von einer recht überschaubaren Anzahl Menschen genutzt und bringt wohl kaum genug Publikumsverkehr in diese Ecke.


    Mehr Wohnungen, oder ein neues Turm-Kino würden vermutlich für mehr urbanes Leben sorgen und auch des Stadtsäckel nicht belasten.

  • Ja, mehr Wohnungen wären für diese Ecke nicht schlecht! Allerdings sollte die Frontseite weiterhin auch urbanes Leben ausstrahlen, deshalb fände ich die Installation von großflächiger Leuchtreklame etc. toll.


    Bzgl. Kino: Das wiederbeleben des englischsprachigen Kinos ist für die internationale Stadt FFM zwingend nötig und die Lage dort ist wie geschaffen. Was spräche dagegen, wenn man sich für eine KombiLösung entscheiden würde, zB 2 oder 3 Säle, die sowohl privat als auch öffentlich betrieben werden (Fremdsprachenkino und DAM) und entsprechend der tatsächlichen Nutzung würden dann die Kosten aufgeteilt werden?! Dadurch hätten die Betreiber auch eine höhere Flexibilität bei entsprechender Planung der Nutzung der einzelnen Säle.

  • Eschenheimer Turm erstrahlt nun auch abends mit Beleuchtung

    Zum Eschenheimer Turm:
    Jahrelang war der Turm, der Anfang des 15. Jahrhunderts errichtet wurde, bei Anbruch der Dunkelheit nur zu erahnen, nun kommt der Bau seit einiger Zeit wieder besser zur Geltung. Nachdem inzwischen die Ausbesserungsarbeiten an der Fassade abgeschlossen sind, wird der Eschenheimer Turm jeden Abend mit effektvoller Beleuchtung angestrahlt. Vielleicht ist dies bisher niemanden aufgefallen, da dies relativ dezent gemacht wurde (wie beim Dom) anstatt mit grellen LED Lichtern. So erscheint der 47m hohe Turm von weitem fast mysteriös. Ebenso wurde das Kaminzimmer der Turmwächter im OG der Turm-Bar wieder eröffnet, der wirklich ein gemütlicher Geheimtipp ist.


    Zum Turmpalast Areal:
    Es läuft also alles auf eine vertrackte Hängepartie hinaus, bis sich eine noch so an den Haaren herbei gezogene kulturelle Nutzung gefunden hat. Vor einem halben Jahr wurde man hier noch lächerlich gemacht, dass eine Gruppe von Facebook Befürworten und Turmkino-Fans das Fremdsprachen-Kino erhalten wollte. Wo sind denn jetzt die hoch gelobten Investoren, die das Neubau Projekt unbedingt an dieser Stelle verwirklichen mussten, aber keinen Cent für eine Aufwertung des Kinos ausgeben wollten? Die extreme Geheimhaltung um die zukünftige Architektur dieser Ecke (wie auch dem Rundschau Haus) hat hoffentlich nicht mit mangelnder Solvenz zu tun.


    Das englischsprachige Kino im Metropolis ist übrigens horrend schlecht (miserable Filmauswahl, ahnungsloser Service, lange Schlangen). So wurde der Film des Jahres "Social Network" in den letzten Wochen zu den unmöglichsten Zeiten kurz vor Mitternacht ausgestrahlt. Seitens der Stadt muss mehr kommen um die angebliche Wertschätzung der English-speaking Community in die Realität umzusetzen. Ein OV-Kino am Honsell-Dreieck wird dessen nicht gerecht.

  • Das Problem ist eigentlich, dass das Cinestar schon ausgelastet ist mit dem deutschen Programm. Englische Filme wurden nur irgendwo passend reingequetscht. Als jahrelanger Sneakgänger kann ich mich war nicht nicht über Heizung und Klimaanlage beschweren, aber das Gesamtkonzept stimmt einfach nicht mehr. Die Sneak mit ihrer freien Sitzwahl und den "besondere Atmosphäre" hatte ihre Charme, die sie vollkommen im Konsumtempel Metropolis verliert.
    Die Sneak war zwar ausnahmslos immer gut gefüllt, aber andere Filme waren weniger gut gefüllt im Turmpalast. Ich saß glaub ich zusammen mit 30 anderen in einer Abendvorstellung von The Dark Night. Schien mir nie wirklich lohnenswert das Geschäft, aber an Atmosphäre nicht zu überbieten. Das schafft auch kein neues Fremdsprachenkino mehr, davon bin ich überzeugt.


    Ich hoffe aber, dass die Ecke sowohl architektonisch gelingt als auch das Nachtleben dort beflügelt. Zwar befinden sich bereits das Extrablatt und das Turmcafé dort, aber irgendetwas fehlt. Ein weitere 0815-Club/Bar würde der Ecke wohl genauso wenig Leben einhauchen wie ein Kluturangebot, dass nur tagsüber wahrgenommen werden kann.


    Eine schwierige Situation. Die Detektiv-Tudor-Reklame finde ich im übrigen äußerst erhaltenswert ;)

  • Antrag zur Magistratsvorlage zur Aufstellung ... (zu lang :)

    Am Donnerstag (27.1.) werden die Stadtverordneten über einen Antrag der FDP aus einer Anregung des Ortsbeirates 1 beraten, in denen es um die städtebauliche Gestaltung der zukünftigen Bebauung des Areals geht. Zur Erinnerung: Der Magistrat hatte im September 2010 die Vorlage M186 mit neuem Bebauungsvorschlag zur Abstimmung eingebracht mit dem Ziel eines Bebauungsplanverfahrens (für zukünftigen B-Plan 874).


    Die Begründung aus dem Antrag der FDP - von dessen Beschluss sie wohl ihre Zustimmung zu M186 abhängig macht:


    Im zu erstellenden Bebauungsplan sollte das vorgesehene Wohnhochhaus in einer Weise eingefügt werden, dass durch ihn für das Skylight-Gebäude keine unzumutbaren Beeinträchtigungen entstehen. Dies sollte möglich sein, ohne dem Ziel zu widersprechen, mehr Wohnraum zu schaffen.


    Im Stadtmodell erscheint das eingeplante Wohnhochhaus als zu massiv, was bei Anwohnern und Betroffenen zu Irritationen führen kann. Deshalb sollte klargestellt werden, dass die Modellkubatur nicht Grundlage der Planung ist.


    Zur Abstimmung steht folgende Formulierung:


    Der Magistratsvorlage M 186 wird unter der Maßgabe zugestimmt, dass der neu zu planende Hochpunkt sich an der Grundfläche und der Kubatur des sich in der Nähe befindlichen „Skylight“-Gebäudes orientiert und eine Ausrichtung erhält, die eine eventuelle Beeinträchtigung des Skylight möglichst minimiert. Vor der Baugenehmigung für einen Hochpunktes sind eine Sichtfeld-, Verschattungs- und Klimaanalyse durchzuführen.


    Wohnt jemand von der FDP im Skylight? Scherz beseite, ich kann die Sorge prinzipiell nachvollziehen. Neubauten sollten generell möglichst umsichtig geplant sein und auf ihre Umgebung Rücksicht nehmen (bezugnehmend, wenig beeinträchtigend, hervorhebend etc.). Es schadet nicht, dies zu einer Vorgabe des Bebauungsplanes zu machen.

  • Antrag beschlossen

    ^ Obiger Antrag ist seit letzter Woche beschlossen. Eine Ergänzung hatte ich noch vergessen:


    [Der Magistratsvorlage M 186 wird unter der Maßgabe zugestimmt, dass] sich das neu zu planende weitere Wohnhochhaus an der Grundfläche und der Kubatur des sich in der Nähe befindenden Skylight-Gebäudes orientiert.


    Die Grundflächen- und Kubator-Leitlinie gilt also sowohl für den "Hochpunkt" als auch für ein weiteres "Wohnhochhaus" - für den Fall, dass es nicht den einzigen Hochpunkt der Bebauung bildet. Sicher ist sicher.

  • Wie "Golden Age" schon schrieb, wird der Eschenheimer Turm seit einigen Monaten nachts angestrahlt.
    Die Wirkung ist klasse!


    Leider haben es die Verantwortlichen immer noch nicht geschafft, den schwarzen, ziemlich angeschlagenen Monolithen rechts neben dem Turm (auf dem Foto nicht zu sehen) entfernen zu lassen.


  • "Monolith"

    Es geschehen Zeichen und Wunder. Heute morgen, einige Monate nach meiner und drei Tage nach Beggis Jammerei über den unansehnlichen Annex am Eschenheimer Turm rückt doch tatsächlich die Firma E. Hennrich GmbH ("Steinmetzgeschäft", Website) an und werkelt an dem kleinen Bauwerk:



    Vorhin nahmen sie Platten ab, wohl, um demnächst neue Platten zu montieren. Der "Monolith" selbst wird nicht verschwinden, weil er die Außenwand zur kleinen Erweiterung des Gastraumes im Eschenheimer Turm darstellt. Er ist mit Glaswänden mit dem Turm verbunden. Allerdings finde ich ihn unnötig hoch und präsent. Eine niedrige Stahl-/Glaskonstruktion hätte sich meiner Meinung besser eingefügt. Eventuell müssen die Gäste aber durch eine dicke Mauer vor Unfällen geschützt werden.

  • Hallo zusammen,


    nachdem ich hier schon knapp zwei Jahre mitlese, habe ich mich heute zu einer Registrierung entschlossen.


    Die Thomas Daily Morning News berichten heute, dass die Schweizer Fitnessstudio-Kette Migros sich im Zuge ihrer Deutschland-Expansion im "Turm-Carree" am Eschenheimer Turm eingemietet hat.


    Quelle: https://www.thomas-daily.de/ne…ngnews/id/052111410365634


    Das sollte zuversichtlich stimmen, dass es bald voran geht...

  • Danke und willkommen im Forum. Dass das Büro KSP in Gert Rieches Auftrag etwas geplant hat, wurde ja schon im vergangenen Jahr bekannt, mit dem Projektnamen ließ sich nun diese Visualisierung ergooglen:



    Bild: KSP Jürgen Engel Architekten / Macina / borowski-3d


    Ein für dieses Büro typischer Standardentwurf, würde ich sagen, der sich aber zugegebenermaßen recht gut in die Umgebung und die anschließende Bestandsbebauung einfügt. Denn das von einigen Usern heiß geliebte "Nitribitt-Haus" mit der Detektiv-Tudor-Werbung ist noch da.

  • „Typischer Standardentwurf“, ja, austauschbar und seelenlos trifft es meines Erachtens aber noch besser. Die Kiste könnte so überall zwischen München und Peking stehen. Diese Ecke verdient auf jeden Fall etwas mit wesentlich mehr Originalität.

  • Hier fehlt allerdings der Wohnturm. Sofern mir nichts entgangen ist, strebt die Stadt den Turm weiterhin an. Als Eigentümerin eines Teils der Grundstücke hat sie da auch die Zügel in der Hand. Vermutlich handelt es sich daher nur um einen Vorschlag seitens Hr. Rieches.

  • Es ist also genauso gekommen wie befürchtet. Eine über Jahrzehnte hinweg bewährte, lebendige Ecke mit Lokalkolorit wird durch einen gelackten Hochglanz-Bau aus der Retorte ersetzt. Der Bau wirkt zu massiv, gleichförmig und wenig kleinteilig. Zugegeben, die Migros-Kette wird zweifelsohne für Belebung sorgen, aber man wird sich wieder mal nur um die höchsten Einkommen bemühen. Ein neues Luxusobjekt also, dass die bunte "English-speaking Community" des Turmpalasts (und Reader's Corner) nun endgültig verdrängen wird. Der Verlust des beliebten englischsprachigen Kinos wurde zu keiner Zeit adäquat aufgefangen und das ist eine Blamage für die Stadt.


    Die KSP Planung für das Fitness First an der Hanauer Landstrasse war übrigens ebenso beliebig und wenig ambitioniert. Der Entwurf würde besser ins Gateway Gardens oder Europaviertel passen, aber nicht an eine zentrale Kreuzung der Innenstadt. Mir hätte eine Architektur wie beim Schillerhaus, das mehr auf einen kleinteiligeren Blockrand Rücksicht nimmt, deutlich besser gefallen. Auf keinen Fall würde ich aber für den Erhalt des in der Tat abrissreifen Gebäudes plädieren.

    2 Mal editiert, zuletzt von Golden Age ()