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Alt 26.09.14, 18:19   #196
Dunkel_Ich
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^^^^Sorry efhdd, aber dein letzter Beitrag steht in Sachen Polemik und Niveauabsenkung dem von dir kristisierten Beitrag in Nichts nach.

Ich hatte gehofft, dass hier keine ellenlange Dämmdiskussion vom Zaun gebrochen wird und kaum ist man mal paar Tage offline, ist hier der Bär los.

Da das Kind eh schon in den Brunnen gefallen ist, ein paar wenige Worte von mir noch.

Natürlich wird hier die Lobby der Dämmstoffindustrie bedient. Nicht jedes Haus muss mit dicken Styroporpaketen einhaust werden. So hat ein 60er-Jahre Bau eine vollkommen andere Energiebilanz als ein Gründerzeitbau oder ein Fachwerkhaus, was an den verbauten Materialien, der Wanddicke usw. liegt.

Einem Fachwerkhaus kannste mit so einer Plattenorgie sogar richtig den Garaus machen, wenn nicht künstlich belüftet wird. Dann haste ansonsten deine "Schimmelbude" ganz bestimmt.

Wie übrigens so ne sanierte Fassade nach kurzer Zeit aussieht, lässt sich allentorten beobachten. Wenn man nicht will, dass die Fassade nach ein paar Jahren gänzlich in grau-grün-schimmeliger Optik mit Pünktchen daherkommt, muss der ganze Kram bereits wieder erneuert werden. Eh sich der Krempel für den Mieter nach Sanierung (und Mieterhöhung, denn die Sanierungkosten wollen wieder hereingeholt werden) rechnet - nämlich bestenfalls nach 25-30 Jahren, im schlechtesten Fall nach 50-60 Jahren (!)), muss also schon wieder nachgebessert werden. Von Bauschäden, die dadurch entstehen können, wollen wir jetzt gar nicht erst anfangen.

Dazu eben die optischen Zumutung, die so manchner Altbau (und Neubau...siehe Treuwobau...was der Ausgangspunkt dieser Diskussion war) bietet.

Da hier mit Links um sich geschmissen wird, hier sind noch welche

http://www.youtube.com/watch?v=s4FMDg7wCLI

http://www.wdr2.de/service/serviceze...usweis138.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...-a-891797.html

Ich wäre dafür, diese ganze Diskussion zu verschieben. Die hat mit dem Blasewitz/Striesen-Strang nur noch sehr wenig zu tun.

Zustimmung. Grüße RianMa
__________________
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Alt 26.09.14, 23:44   #197
efhdd
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Zitat:
Zitat von Dunkel_Ich Beitrag anzeigen
Nicht jedes Haus muss mit dicken Styroporpaketen einhaust werden. So hat ein 60er-Jahre Bau eine vollkommen andere Energiebilanz als ein Gründerzeitbau oder ein Fachwerkhaus, was an den verbauten Materialien, der Wanddicke usw. liegt.
Ich kenne nicht alle einzelnen Epochen der Baugeschichte. Effiziente monolithische Baustoffe sind aber meines Wissens eine Erfindung der letzten 10-15 Jahre. Der T9-Stein wurde vor rund 10 Jahren erfunden.

Sollen jetzt die Gründerzeitbauten Energiesparwunder sein oder die 60er-Jahre Bauten? Ich wohne jedenfalls in so einem denkmalgeschützten Gründerzeitbau (in Striesen). Sehr gut saniert mit Stiltüren, Parkett, schicker Innenputz, hohe Wände usw. - aber die Heizkosten für 80qm sind wie bereits geschrieben abartig. Und das trotz dessen, dass wir Nachbarn an allen Seiten wie auch oben und unten haben. Auch dieses Jahr heizen wir schon seit ein paar Tagen.

Das andere ist die Luftqualität hier drin. Da waren wir eigentlich immer ganz zufrieden, aber seitdem wir wissen, was möglich ist, finde ich es ganz schön miefig. Also wird mehr gelüftet, obwohl wir eigentlich schon vorher "Lüfter" waren, weil uns durchaus auch der Zusammenhang mit Schimmel usw. bekannt ist. Aber wenn mal in ein paar Musterhäusern mit KWL war und diese Frische genossen hat, das ist echt eine ganz andere Wohnqualität.

Wir sind hier nach dem Studium hingezogen und für mich, bisher eher in Neubauten aufgewachsen (Wohnung wie Haus), kam eigentlich nur Altbau aus der Gründerzeit und Striesen in Frage. Ich fand diese Häuser schon immer schick, mit den ganzen Verzierungen und den hohen Räumen.

Mittlerweile schaue ich da auch nicht mehr hin und es fällt einem immer mehr die ganzen Nachteile auf. Wir müssen heizen wie die bekloppten, dadurch wird auch die Luftfeuchtigkeit sehr niedrig (da durch die Undichtigkeiten etwa bei Fenstern viel trockene Luft von draußen herein kommt). Heizkörper und ein Haus ohne KWL sind vom Komfort einfach nur der letzte Mist. Jedes Mal, wenn ich die Wohnung betrete erinnere ich mich wehmütig an das letzte Musterhaus mit KWL. Sowas ist mir vorher gar nicht aufgefallen. Sowas fällt einem erst auf, wenn man sich damit beschäftigt.

Also zurück zum Thema. Gründerzeit - Fachwerk - 60er Jahre - wo sind hier Vor- und Nachteile bei der Wärmedämmung?
Zum Thema Gründerzeit meine Erfahrung: Besser als ein Bauernhof, schlechter als alle anderen Gebäude die ich so kenne...
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Alt 26.09.14, 23:50   #198
efhdd
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Zitat von Dunkel_Ich Beitrag anzeigen
Natürlich wird hier die Lobby der Dämmstoffindustrie bedient.
Überall steht eine Lobby dahinter. Wenn es um Dämmsysteme geht, dann kämpfen hier die Hersteller von Porenbeton, Ziegeln und anderen Baustoffen (außer Kalksandstein, welcher der einzige Baustoff ist, welcher perfekt mit WDVS interagiert) sowie die Energiekonzerne und die Öl- und Gasfirmen auf der einen Seite. Auf der anderen Seite stehen die Hersteller von Dämmstoffen. Meine Vermutung ist einfach mal, dass ein einziger großer Energiekonzern oder ein einziger Öl- oder Gaskonzern mehr Lobbymacht hat, als die gesamte "Dämmindustrie" zusammen. Daher finde ich diese Lobbybehauptung völlig abstrus.

Schaut euch die 100 größten Unternehmen der Welt an und ihr findet mindestens 25, welche ganz klar davon profitieren würden, wenn wir mehr Energie verbrauchen würden, mehr Gas und mehr Öl. Dazu die Ziegelphysiker und die Porenbeton-Lobby. Das ist x-tausend mal größer als die "Dämmindustrie".
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Alt 26.09.14, 23:55   #199
efhdd
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Zitat von Dunkel_Ich Beitrag anzeigen
Wie übrigens so ne sanierte Fassade nach kurzer Zeit aussieht, lässt sich allentorten beobachten. Wenn man nicht will, dass die Fassade nach ein paar Jahren gänzlich in grau-grün-schimmeliger Optik mit Pünktchen daherkommt, muss der ganze Kram bereits wieder erneuert werden.
Meine Eltern haben vor knapp 15 Jahren gebaut und da ist noch nix. Wie auch im gesamten Baugebiet vom Bauträger. Alles komplett Styropor außen, innen Porenbeton. Wenn gepfuscht wird, dann kann es natürlich eher zu Problemen kommen. Aber das ist für mich kein Argument. Lieber einen Bausachverständiger engagieren und bezahlen, statt hier zu argumentieren, dass bei Baupfusch auch schon nach kurzer Zeit Algen an der Außenfassade entstehen könnten.

Selbst unser Spinner vom Dienst, Konrad Fischer, gesteht dem WDVS eine 40 jährige Lebensdauer zu.
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Alt 27.09.14, 00:00   #200
efhdd
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Zitat von Dunkel_Ich Beitrag anzeigen
Dazu eben die optischen Zumutung, die so manchner Altbau (und Neubau...siehe Treuwobau...was der Ausgangspunkt dieser Diskussion war) bietet.
Ich möchte hier nicht über einzelne, individuelle Bauwerke diskutieren. Da gibt es auch verschiedene Geschmäcker und wenn es Käufer oder Mieter für die Wohnungen gibt, dann hat es ja wenigstens den Geschmack von irgendjemandem getroffen.

Allerdings lässt sich mit der Kombination KS+WDVS architektonisch alles errichten, was man monolithisch machen kann. Kalksandstein ist ein extrem fester und tragfähiger Baustoff, gar kein Vergleich zu T9 oder vergleichbarem Porenbeton. Je nach gewünschter Dämmung sind Mauerstärken inkl. WDVS von ca. 30-38 cm möglich. Weniger ist mit monolithischen Konstruktionen aus Ziegeln oder Porenbeton auch nicht möglich. Um den Dämmwert einer 38er Konstruktion KS+WDVS zu erreichen, ist aber durchaus mehr notwendig an Wandstärke.

Wenn wir also von Architektur reden, dann hat das KS+WDVS-System darin keine Schuld. Alles was konstruktiv monolithisch gemacht werden kann, kann genauso oder sogar mit geringerer Mauerstärke auch mit KS+WDVS errichtet werden.
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Alt 27.09.14, 00:39   #201
efhdd
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Zitat von RianMa Beitrag anzeigen
Interessant, dass sich die erste große Diskussion im Dresden-Bereich um Dämmsysteme dreht.
Wir können auch mal darüber diskutieren, wer hier eigentlich die Vorstellung von so manchem finanzieren soll? Am besten alles historisch korrekt rekonstruiert und dabei natürlich auch die historischen Baustoffe verwendet. Ich verstehe es manchmal nicht ganz, wie hier diskutiert und kritisiert wird ohne dabei irgendwie daran zu denken, dass dort drin auch Menschen leben müssen. Ich hatte es ja schon mal erwähnt, wir sind hier bei, wie ich finde, mittelmäßigen Bauten in guter, aber nicht sehr guter oder exzellenter, Lage bei Preisen von 3.500 - 4.000 EUR je qm angekommen. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Wohnfläche ist in Deutschland bei 45 qm oder anders gesagt für eine 4 köpfige Familie bei 180 qm. An sowas ist ja gar nicht zu denken in Dresden, rechnen wir mal mit bescheidenen 125 qm für eine Familie. Dann macht das einen Preis von 440k-500k.

5/6 der Familien in Dresden haben 4.000 EUR Nettoeinkommen oder weniger. Gehen wir mal davon aus, dass man 4.000 EUR hat, davon sollte man nicht mehr als 40% für Zins- und Tilgung aufwenden. Bei 2,5% Zinsen hätte selbst diese Oberschicht-Familie gute 34 Jahre abzuzahlen, neben den Nebenkosten und Hausgeld. Ich gehe vom günstigsten Beispiel von 440k EUR aus. Und ich weiß auch nicht, ob man bei Tilgung über 34 Jahre 2,5% festgeschrieben bekommt.

Wer nicht zu dem oberen 1/6 gehört, der hat noch schlechtere Karten.

Wenn wir jetzt nochmal 100-200k pro Wohnung rechnen, damit es auch ja dem ästhetischen Anspruch eines jeden hier genügt, dann ist Wohnen in Dresden, außerhalb Prohlis, Gorbitz, Pieschen, eigentlich nur noch ein Thema für Doppelverdiener, wobei einer mindestens in leitender Stellung aktiv sein sollte.

Deswegen das nächste mal, wenn hier wieder an 350-700k Wohnungen herumkritisiert wird, dass diese architektonisch langweilige oder öde wären, daran denken, dass es auch jemand bezahlen muss. Wenn die Forenuser pro Projekt 0,4-0,8 Mio. beitragen, dann könnten wir sicher auch architektonisch andere Sachen machen.

Zweitens sollte man auch irgendwann mal den Blick von der Vergangenheit in die Zukunft wenden. An manchen Stellen wie um die Frauenkirche herum ist dieses "wir bauen auf dem historischen Keller auf" sicher eine nette Sache. Früher fand ich es dort auch ganz nett, mittlerweile ist es eher eine quietschbunte Disney-Landschaft für mich. Alte Häuser sind nun mal alt und haben entsprechende Gebrauchsspuren. Das macht den Charm aus, nicht irgendwelches Gerede über Kleinteiligkeit und historischem Vorbild. Aber an anderen Stellen muss man auch mal mit der Vergangenheit abschließen und mit der Zukunft anfangen. Dieses ständige Gerede über historische Vorbilder nimmt wahrscheinlich jedem ambitionierten Architekten auch die Lust, in Dresden etwas zu bauen. Die wollen eh nur ihren alten Scheiß in neuen Farben wiederaufgebaut haben...

Architektur ist kein Selbstzweck und wie gesagt, am Ende muss jmd. darin leben. Eine etwas nüchternere Perspektive würde hier ganz gut tun. Sicher, man läuft halt mal an dem Gebäude vorbei und findet es gut oder schlecht. Nach drei Minuten ist alles wieder vergessen. Die Person darin muss innen drin für 10, 20... 50, 60 Jahre leben. Tagtäglich den größten Teil des Tages...

Wo wir auch wieder beim Thema Finanzen sind. Niemand möchte 15-20 Jahre länger abzahlen, finanziell meist gar nicht möglich aber wir bedenken mal die theoretische Möglichkeit, nur damit es außen ein wenig schicker aussieht.

Schlussendlich außerdem... Warum bauen wir Gründerzeitbauten wieder auf? Warum nicht die Stein- und Lehmhütten unserer Vorfahren? Diese sind doch auch historisch. Gab es in Dresden Palisadenwälle? Was machen die Städte, welche keine historischen Vorbilder haben - bauen die die historische Altstadt einer anderen Stadt nach oder müssen die mit Neubauten leben? (Oh mein Gott... Nein!!!)

Ist wirklich die Mehrheit aller Dresdner für einen historischen Aufbau in jeder Ecke und sei diese noch so unbedeutend? Sind Themen wie Schulsanierungen, KiTa-Aufbau, Straßenbahnausbau, Straßensanierungen, Fahrradwege usw. nicht vielleicht wichtiger für den Durchschnitts-Dresdner?
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Alt 28.09.14, 00:58   #202
Elli Kny
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^ ich selbst sehe den dämmwahn eher skeptisch, bin aber kein fachmann. richtig ist, dass dadurch energie gespart wird, andererseits ist es fraglich, warum es in deutschland so dermaßen übertrieben wird, während viele länder kaum was tun. die anordnenden politiker lassen sich vermutlich immer noch zuviel von versprechungen einer wie auch immer starken bauwirtschaft blenden. ich habe anfänge dessen mitbekommen, wonach zunehmend in wissenschaftlichen studien, die es zuvor gar nicht gab (da zeitraumbetrachtungen nötig sind), nachgewiesen wird, dass die beworbene effizienz von energiesparbauweisen längst nicht die werte erreicht wie vorab berechnet. das liegt v.a. am verhalten der bewohner, die eben nie mechanisch programmiert handeln sondern anders. die ganze sache wird also überbewertet, während zB der verkehrssektor noch überhaupt nicht ausm knick kommt, was dessen CO2-reduktionsbeitrag angeht. verkehrs- wie auch gebäudebereich sollen bekanntlich je 40% zur einsparung beitragen. was den dämmwahn angeht, sehe ich aber durch weitere erhoffte studiennachweise eine infragestellung der sache auf uns zukommen, was die politiker vielleicht ein stück weit aus ihrem blinden vertrauen auf die "baumafia" holen könnte. unter umständen ist das alles auch so gewollt: eine konjunkturmaschine für die baulobby, denn es verspricht zahlreiche folgeaufträge. was mE eher nicht aufkommt, ist eine breite debatte über die deutschen stadtbilder, die - ohnehin kriegs- und kriegsfolgegeschunden - jetzt auch noch ihre reste an stil über den jordan werfen. der "normalbürger" nimmt zB einen scheußlich überdämmten altbau doch kaum wahr, dies ist leider nur dem geschulten auge möglich - also eine folge einer durchspezialisierten gesellschaft, wo niemand von nachbars profession ahnung hat. damit wird dann alles beliebig und gleichgültig, da nie eine protestierende mehrheit entstehen kann, die die dinge durch erzeugten politischen druck ändern kann. also alles eine verfahrene situation, die auf kosten unserer stadtbilder geht, auch wenns wohl noch nicht ganz so weit ist. es ist also so wie überall heutzutage.

der weitere große punkt bei der gebäudeeffizienz ist, dass - ebenso durch wiss. studien nachgewiesen - der betrachtungsschwerpunkt auf die dämmung völlig irrelevant ist. ob ein gebäude überhaupt gedämmt ist, spielt also erst am rande eine rolle. vielmehr muss das gesamtkonzept eines hauses stimmen und das hängt hauptsächlich von der befeuerungsanlage bzw. -art ab, aber auch vielen anderen kleineren parametern. hinzu kommt auch, dass natürlich die bis heute zu gern externalisierten ressourcenverbräuche und CO2-rucksäcke von der herstellung all der selbsternannten "wohltaten" bis sonstwohin miteinzurechnen wären. auch behaupten manche professoren für nachhaltigkeit, dass jedes passivhaus solange kein ökohaus ist, solange es zusätzlich hinzukommt und eben kein bestehendes haus ersetzt. fazit: insgesamt betrachtet hat es dieses heutige wirtschaften (vielleicht fast) noch nie fertiggebracht, etwas tatsächlich ökologisch sinnvolles bzw. echt-nachhaltiges auf die reihe zu kriegen. überall steigt nach wie vor der ressourcen-input, werden kosten rausgerechnet, kommt die wissenschaft nicht hinterher usw. usf.. daher bin ich zutiefst skeptisch und lehne übertriebene dämmung wie auch die siedlungsart des EFH strikt ab.

beim EFH könnte ich jetzt die nächste aufstellung des grauens bringen, aber in so einem forum ist es wohl doch verlorene liebesmüh, lieber efhdd, alles auszuklamüsern oder lange eigenberechnungen anzustellen, die dann keiner lesen will. ich denke, du solltest dein EFH bauen, denn du scheinst darauf geeicht, persönlich und auch familiär vorgeprägt (eltern bauten vor jahren), und auch vorrangig technisch denkend, dich kann man vermutlich nicht mehr bekehren. aber derer, denen es auch so geht, werden immer weniger. jetzt ist wieder stadtleben angesagt, geschossbauen in der stadt und freude am stadtleben, wo eben nicht alles laut, dreckig und abgasbelastet ist. die stadt wird dabei auch weiterhin steuern, und die restlichen, die ins grüne müssen, die bekommen auch noch alle ihr häuschen. wichtig sind die großen trends und echte aufklärung bezüglich energieeffizienz und klimaschutz. dabei spielt nicht nur das einzelhaus eine rolle, wenns dann steht, sondern der gesamte aufwand von herstellung bis zu siedlungs- und infrastrukturkosten für die allgemeinheit. wer lärm, mief und dreck vermeiden will, muss kompakt in der stadt wohnen und möglichst nicht aufs auto angewiesen sein.
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Alt 28.09.14, 02:34   #203
efhdd
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Zitat von Elli Kny Beitrag anzeigen
^ ich selbst sehe den dämmwahn eher skeptisch, bin aber kein fachmann. richtig ist, dass dadurch energie gespart wird, andererseits ist es fraglich, warum es in deutschland so dermaßen übertrieben wird, während viele länder kaum was tun.
Welche anderen Länder tun denn nichts? In Skandinavien wie auch in nördlichen Staaten der USA läuft der sehr wohl viel. Aber die meisten Länder liegen nun mal klimatisch günstiger als Deutschland. Ob das Frankreich, Spanien, Italien sind oder der größte Teil der USA sowie Australien, die größten besiedelten Teile von Südamerika etc.

Und dass in manchen Entwicklungsländern nicht passiert - das sollte nun nicht der Vergleich sein.
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Alt 28.09.14, 02:37   #204
efhdd
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Zitat von Elli Kny Beitrag anzeigen
während zB der verkehrssektor noch überhaupt nicht ausm knick kommt, was dessen CO2-reduktionsbeitrag angeht.
Wie gesagt, das ist von der Wirkung nicht annähernd vergleichbar. Ein ungedämmtes Haus ist eine zig-fache Energieschleuder wie ein Auto. Wenn wir von Energieeinsparungen reden, dann müssen wir uns den Häusern zuwenden. Autos sind nettes Beiwerk und Symbolpolitik.
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Alt 28.09.14, 02:40   #205
efhdd
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Zitat von Elli Kny Beitrag anzeigen
auch behaupten manche professoren für nachhaltigkeit, dass jedes passivhaus solange kein ökohaus ist, solange es zusätzlich hinzukommt und eben kein bestehendes haus ersetzt.
Und das würdet du gut finden? Da wird doch ein ach so wertvolles Altbau-Gebäude zerstört...

Ernsthaft, bei vielen Gebäuen ist das der sinnvollere Weg und im Westen durchaus nicht ungwöhnlich. Der Preis für das Grundstück ist dann Bodenwert abzüglich Abrisskosten und es wird neu gebaut, statt für das doppelte Geld das alte Gebäude einigermaßen auf den aktuellen Stand herzurichten.

Genau genommen ist es aber nicht so wichtig, ob für den Neubau ein altes Haus abgerissen wird. In der Gesamtzahl werden wie Wohnungen in Deutschland ja nicht mehr, ob man nun ein Haus abreißt oder eben irgendwo in Deutschland ein Haus mehr leer steht.
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Alt 28.09.14, 02:51   #206
efhdd
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Zitat von Elli Kny Beitrag anzeigen
beim EFH könnte ich jetzt die nächste aufstellung des grauens bringen, aber in so einem forum ist es wohl doch verlorene liebesmüh, lieber efhdd, alles auszuklamüsern oder lange eigenberechnungen anzustellen, die dann keiner lesen will. ich denke, du solltest dein EFH bauen, denn du scheinst darauf geeicht, persönlich und auch familiär vorgeprägt (eltern bauten vor jahren), und auch vorrangig technisch denkend, dich kann man vermutlich nicht mehr bekehren. aber derer, denen es auch so geht, werden immer weniger. jetzt ist wieder stadtleben angesagt, geschossbauen in der stadt und freude am stadtleben, wo eben nicht alles laut, dreckig und abgasbelastet ist. die stadt wird dabei auch weiterhin steuern, und die restlichen, die ins grüne müssen, die bekommen auch noch alle ihr häuschen. wichtig sind die großen trends und echte aufklärung bezüglich energieeffizienz und klimaschutz. dabei spielt nicht nur das einzelhaus eine rolle, wenns dann steht, sondern der gesamte aufwand von herstellung bis zu siedlungs- und infrastrukturkosten für die allgemeinheit. wer lärm, mief und dreck vermeiden will, muss kompakt in der stadt wohnen und möglichst nicht aufs auto angewiesen sein.
Mietskasernen sind ein gutes Wohnkonzept für Studenten, junge Singles oder Paare und für Rentner. Kindern sollte man sowas nicht antun. Ansonsten habe ich jetzt aber auch genug von zig Nachbarn drum herum. Eine ältere Frau im Haus bekommt dauernd und vor allem auch nachts Schreikrämpfe. Ist immer ganz angenehm wenn man dann nachts um 2 aufwacht. Anderer Nachbar hat eine echt schicke Anlage mit fettem Bass. Musikgeschmack hat er leider keinen. Allgemein ist es hier nicht so ruhig, aber beschwert habe ich mich nie. Vor kurzem habe ich dann kurz nach 22h Freunde an der Tür verabschiedet (bei normaler Lautstärke) und die Nachbarin keift mich doch tatsächlich an, dass wir gefälligst leiser sein sollen. Es ist ja 22:xx und es wäre Nachtruhe. Dass sie selbst auch öfters mal und auch später mal lauter ist, kein Thema... Und so eine Verabschiedung in 2 Minuten... das kann man sich doch nicht bieten lassen...

(Ich frage mich auch, was die wohl sagen wird, wenn bald das Kind die halbe Nacht durchschreit... Wir ziehen quasi nur aus Rücksicht um )
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Alt 28.09.14, 02:53   #207
efhdd
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die anordnenden politiker lassen sich vermutlich immer noch zuviel von versprechungen einer wie auch immer starken bauwirtschaft blenden.
Der größte Teil der Bauwirtschaft, Ziegelphysiker wie Porenbeton-Jünger, sind aber contra WDVS!
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Alt 28.09.14, 03:11   #208
efhdd
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der "normalbürger" nimmt zB einen scheußlich überdämmten altbau doch kaum wahr, dies ist leider nur dem geschulten auge möglich - also eine folge einer durchspezialisierten gesellschaft, wo niemand von nachbars profession ahnung hat. damit wird dann alles beliebig und gleichgültig, da nie eine protestierende mehrheit entstehen kann, die die dinge durch erzeugten politischen druck ändern kann. also alles eine verfahrene situation, die auf kosten unserer stadtbilder geht, auch wenns wohl noch nicht ganz so weit ist.
Wenn die Mehrheit der Gesellschaft es gut findet oder sich zumindest nicht daran stört bzw. keine Veränderung bemerkt - wo ist dann das Problem? Wir könnten das Stadtbild ja nicht anhand der Kriterien von einigen, wenigen ausrichten und dabei auch noch zig. Mrd. verbraten.
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Alt 28.09.14, 03:19   #209
efhdd
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jetzt ist wieder stadtleben angesagt, geschossbauen in der stadt und freude am stadtleben, wo eben nicht alles laut, dreckig und abgasbelastet ist. die stadt wird dabei auch weiterhin steuern, und die restlichen, die ins grüne müssen, die bekommen auch noch alle ihr häuschen.
Ich habe nichts gegen Stadtleben. Wir waren heute im Kino und danach noch in einer Kneipe. Aber mit Kindern sollte es dann, auch den Kindern zu Liebe, doch ein Haus mit Garten sein. Das muss auch nicht im Grünen stehen, kann auch gerne in der Stadt sein, solange es dort einigermaßen ruhig ist. (Bzw. es sollte auf jeden Fall in der Stadt sein, da wir eben sonst sowieso mit dem Auto in die Stadt fahren würden... - aber ich denke mal Stadtrand wie Leubnitz-Neuostra oder Nickern ist ok... Freunde & Familie sind alle im Dresdner-Südosten)
Wenn es in Dresden so viele Brachflächen gibt, dann sollten wir die doch mal bebauen.
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Alt 28.09.14, 03:23   #210
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wer lärm, mief und dreck vermeiden will, muss kompakt in der stadt wohnen und möglichst nicht aufs auto angewiesen sein.
Und selbst dann bräuchten wir 2 Autos, weil meine Arbeit ein gutes Stück außerhalb ist und meine Freundin öfters mal die Verwandtschaft besucht. Beides zwei Orte, welche per ÖPNV nicht erschlossen sind. Da könnten wir in der Frauenkirche wohnen...
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