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Alt 16.02.18, 09:40   #1771
Schachbrett
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Schachbrett könnte bald berühmt werden
Hinzu kommt jetzt noch das Volksbegehren gegen Flächenverbrauch
also eher weniger Einfamilienhäuser.
Jedoch wollen wir die Identität bewahren, gell ?

Wenn da kein Umdenken kommt, dauert es nicht mehr lang zum Bürgerbegehren gegen weitere Wirtschaftsentwicklung .......

Mal schaun.
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Alt 16.02.18, 10:46   #1772
MiaSanMia
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@Schachbrett:

Es ist nicht davon auszugehen, dass alle Menschen, die bspw. in Garching arbeiten, auch dort wohnen wollen. So kann der Wohnort kurz hinter den Gemarkungen der Gemeinde liegen oder ein paar Kilometer weit weg, im Falle Garchings z.B. München. Diese Wohnungen müsste die Landeshauptstadt z.T. also ebenfalls bereitstellen.

@Jöran:

Zitat:
parasitär die Umlandgemeinden vorgehen: Gewerbesteuer abgreifen, aber nicht für die entsprechenden Wohnungen und Infrastruktur sorgen.
Damit gebe ich dir grundsätzlich Recht. Aus rein finanzieller Sicht ist diese Haltung vieler Gemeinden zunächst auch nachvollziehbar, immer nur Gewerbe anziehen zu wollen. Doch: Wie sieht es aus, wenn eine wirtschaftliche Flaute über das Land hereinbricht und die Betriebe der Vorortgemeinden der Dorfkasse deutlich geringere Einnahmen einbringen? Stehen dann Gemeinden mit einer höheren Anzahl Einwohner nicht besser da? Unterföhring baut z.B. in ein bis zwei Jahren ein Wohngebiet mit 1.000 Wohneinheiten, trotzdem bleibt die Zahl der Arbeitsplätze in weiter Ferne. Unterföhring müsste wohl auf die Größe einer Kleinstadt anwachsen, um das Verhältnis halbwegs auszugleichen.
Die Diskrepanz zwischen Einwohnern und Arbeitsplätzen würde ich also als Kritikpunkt unterordnen. Denn es wäre nicht auszuschließen, dass viele Gemeinden dann dazu übergehen würden, auch kein Gewerbe mehr ansiedeln zu lassen, bevor sie dazu gedrängt werden, mehr Wohnraum zur Verfügung zu stellen.
Meiner Meinung nach haben die wachsenden Kommunen und der (Frei)Staat viel zu lange zugesehen, wie sich einige Dörfer eine goldene Nase verdienen. Es wird Zeit, dass diese aus ihrer Komfortzone herauskommen. Freiwillig passiert das nur bei wenigen, Poing z.B. Alle anderen Gemeinden müssen sanktioniert werden. Wie geht das besser, als mit dem, was ihnen am wichtigsten ist, eine gute Infrastruktur. So werden rückständige Gemeinden Stück für Stück vom restlichen Umland abgeschnitten, während letzteres leistungsfähig ausgebaut wird.
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Alt 16.02.18, 15:24   #1773
iconic
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"Architecture Matters!"

Aha, hier also die offizielle Stellungnahme des Planungsreferats auf die aktuelle Diskussion. Vermutlich hat das Elisabeth Merk persönlich verfasst, denn ungefähr so hat sie uns Ende Januar auch geantwortet. Und offenbar stehen die ersten Schritte für den Hochhausrahmenplan bevor...

Zitat:
Referat für Stadtplanung und Bauordnung: Stadtbaukultur geht alle an; Rathaus Umschau 33 / 2018, veröffentlicht am 16.02.2018

In der Ausstellung "München weiterdenken - 125 Jahre Stadtentwicklung" in der Rathausgalerie kann man sich davon überzeugen, dass die Frage nach dem richtigen Baustil die Stadt München über die Jahrzehnte hinweg immer beschäftigte. Konnte Theodor Fischer noch seine Vorstellung von der Stadt und öffentlichen Räumen in einen Generalbebauungsplan fassen und die entsprechenden architektonischen Leitbauten dazu selber entwerfen, stehen Stadtplaner und Architekten heute gemeinsam mit Akteuren der Politik, der Bürgerschaft und mit den Bauträgern in vielfältigen Prozessen. Die Stadt München fordert in vielen Fällen zu Recht Wettbewerbsverfahren aus der Überzeugung heraus ein, dass erst aus der Varianz und Entwurfsdiskussion die beste Lösung für die Aufgabe und den jeweiligen Ort gefunden werden kann. Dafür wirbt die Münchner Stadtplanung mit allen Instrumenten, die ihr zur Verfügung stehen.

Jedes Bauvorhaben ist anders; dies drückt sich in den unterschiedlichsten Formen von Gutachterverfahren, Workshops und Mehrfachbeauftragungen aus, die in München integrierte partizipative Elemente wie neue Formen der Bürgerbeteiligungen beinhalten. Offene Wettbewerbe wurden für die Prinz-Eugen-Kaserne durchgeführt, der Wettbewerb OpenScale richtete sich gezielt an die jüngeren Architekten. Das Planungsreferat stellt seit geraumer Zeit Standards und Regelwerke auf den Prüfstand und engagiert sich bei Bund und Städtetag in den entsprechenden Fachgremien, den Rechtsrahmen zu vereinfachen. Die Einführung des Urbanen Gebietes, die Änderungen im Abstandsflächenrecht sowie die aufgezeigte Reform des Vergaberechts sind darauf zurückzuführen. Zurecht fordert die Münchner Stadtplanung gemeinsam mit den Architekturverbänden eine Standardreduzierung auf Bundesebene ein.

Was kann die Stadt also selbst für gute Architektur tun?

Sie kann den Rahmen setzen, in welchem der Dialog über Architektur und Städtebauqualität geführt wird, und tut dies mit großem Engagement. Eigene städtische Wettbewerbe gehen neue innovative Wege: So wird beim Kreativquartier im Auftrag der Stadt von dem jungen Büro Teleinternetcafé aus Berlin eine ungewöhnliche, offene Konzeption umgesetzt. Beim Nockherberg und in der Bayernkaserne wurden partizipative Elemente bereits in den Wettbewerb mit eingebracht, und in Freiham entsteht von West 8 aus Holland ein innovatives neues städtebauliches Konzept, welches die Freiraumkonzeption und den öffentlichen Raum in den Mittelpunkt stellt. Die Stadt schlägt regelmäßig junge Architekturbüros und sehr unterschiedliche Architektenpersönlichkeiten aus ganz Europa für Wettbewerbe vor. So gewann Nieto Sobejano Arquitectos den ersten Preis für die Bavariatowers, der nun als neues Stadttor Ost am Vogelweideplatz als besondere architektonische Landmark entsteht. Auch der städtische Wettbewerb am Hanns-Seidel-Platz von Delugan Meissl Associated Architects und Helmut, Wien, wagt ein neues innovatives Zeichen für die Mitte in Neuperlach zu setzen.

Mit dem Pilotprojekt Dantebad – Wohnen über dem Parkplatz hat die Stadt in eigener Sache zusammen mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewofag und dem Architekten Florian Nagler ein deutschlandweit bemerkenswertes Pilotprojekt sowohl von der Nutzung als auch von der architektonischen Gestaltung in Rekordzeit umgesetzt. Die Stadt unterstützt Bauherrn bei Wettbewerben oder mit Beratergruppen in den einzelnen Quartieren und ebenso die Stadtgestaltungskommission als ein Gremium, welches die Architekturqualität zum Thema hat.

Gute Architektur braucht Architekten, die bereit sind, für Qualität einzustehen, und gute Bauherren, die sich für die Umsetzung der architektonischen und städtebaulichen Idee engagieren und ins Risiko gehen.

Die Stadt München fördert das genossenschaftliche Bauen, und die Genossenschaften zeigen, worauf es ankommt: großes Engagement und Identifikation mit dem Stadtquartier. Die Wohnanlage von WagnisART im Domagkpark hat dafür den diesjährigen Preis des Deutschen Architekturmuseums (DAM) erhalten, den DGNB Preis „Nachhaltiges Bauen“ und 2016 den Deutschen Städtebaupreis.

Es stellt sich also die Frage, weshalb die guten Projekte so wenig Nachahmer finden.

Hier gilt es, eine kulturelle Auseinandersetzung über das Bauen in München zu wagen. Denn es geht nicht nur um Wettbewerbe und ihre Zusammensetzung oder die Frage nach der Größe der Gremien und ihrer Teilnehmer, sondern vielmehr um den Willen zur Prägnanz und zur Gestalt. Deutlich zu machen ist, dass bei privaten Auslobern die Stadt auf die Auswahl der Architekten und die Art des Verfahrens nur begrenzt Einfluss hat. Es ist bedauerlich, dass viele private Bauträger auf Nummer sicher gehen und sich scheuen, Newcomer oder innovative Büros einzuladen. Gleichzeitig muss gewürdigt werden, dass in München sehr viele Bauherrn sich freiwillig auf ein Wettbewerbsverfahren einlassen. Damit ist es dennoch nicht getan, denn bei der Umsetzung von guten Wettbewerbsergebnissen braucht es den Mut der Bauherrn, die Qualität des ersten Preises umzusetzen. Wir appellieren an die Bauherrenschaft, mehr Mut zur kreativen und experimentellen Umsetzung zu wagen.

Das Instrument des Baurechtes bietet hier zu wenig, um die Qualität in der Baugenehmigung einzufordern. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung ist ständig dabei, Spielräume zu nutzen, stößt aber an Grenzen des Vergaberechtes und anderer gesetzlichen Vorschriften.

Hier ist die Haltung der Stadtgesellschaft und der Politik gefordert, sich dem Nivellieren von Qualität entgegenzustellen. Architektur braucht Unterstützer und nicht lokale Egoismen, die weniger Hoch, weniger Farbe, schlichtweg oft weniger Architektur wollen. Dennoch soll nicht einer Effekthascherei in der Architektur das Wort geredet werden.

Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung wird dem Stadtrat vorschlagen, eine stadtgestalterische Studie zu Hochhäusern für München zu beauftragen, um neue Wege zu gehen.

Die Stadtplanung in München fördert gute Architektur und Städtebau mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln. Die Frage, ob Qualität überhaupt über demokratische Prozesse in der Architektur erzielt werden kann, darf positiv beantwortet werden: immer dann, wenn architektonische Entwürfe in hoher Qualität zur Entscheidung vorliegen.

Gemeinsames Ziel aller muss also sein, prägnanter und in höherer Qualität die entsprechenden Entscheidungsgremien zu bestücken. Die Wege dahin sind vielfältig: vom offenen Wettbewerb für alle bis hin zur eingeladenen Stararchitektin. Die Diskussion ist eröffnet – Architecture Matters!
Quelle: https://ru.muenchen.de/2018/33/Stadt...-alle-an-76943
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Alt 16.02.18, 22:32   #1774
Munich_2030
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Das zentrale Statement ist für mich folgendes: "Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung wird dem Stadtrat vorschlagen, eine stadtgestalterische Studie zu Hochhäusern für München zu beauftragen, um neue Wege zu gehen. "

Und da stellt sich die Frage, mit welchem Zeitrahmen kann man dafür in München rechnen? Mit 3 Monaten, 6 Monaten...1 Jahr oder in 2-3 Jahren?

Darauf bin ich sehr gespannt.
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Alt 17.02.18, 00:38   #1775
MiaSanMia
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Seit langer Zeit darf man hier wirklich wieder etwas wie Fortschritt in den städtischen Organen erkennen. Das Planungsreferat will einen Hochhausrahmenplan, die Stadtrats CSU mutige Architektur und Hochhäuser 100m+, die SPD ist dem Thema ohnehin nicht verschlossen. Daraus könnte was werden. Und das ist genau die Art breiter Diskussion, die ich mir im Arabellahaus Abrissthread herbeihoffte. Frau Merk muss jetzt zeigen, dass sie noch die richtige in ihrem Amt ist und klotzen, klotzen, klotzen. OB Reiter muss seine vielen wohlklingenden Worte in klare Anweisungen umformulieren und beweisen, dass die SPD wenigstens auf kommunaler Ebene noch funktionieren kann. Und Minister Söder muss sich schließlich trotz seiner Liebe zu Franken, durchringen, die staatseigenen Flächen in München im Eiltempo neu zu überplanen und die Infrastrukturinvestitionen mindestens zu verdoppeln. Der Investitionsstau ist lang genug.
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