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Alt 14.10.17, 15:16   #4456
Leonidas
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Leonidas hat die ersten Äste schon erklommen...
In der Karl-Liebknecht 58 gehts voran die Fenster sind schon in Vorbereitung






Dach und Böden in den Etagen sind auch mit neuen Balken gemacht. Mal sehen wie es weiter geht.
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Alt 14.10.17, 17:36   #4457
Willie
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Hier kann man sich übrigens Bilder von innen ansehen ... ich würde das mal kaputtsaniert nennen. Die überall gleichen Parkettböden, Dielen natürlich weg, Decken vermutlich abgehängt, glattgeputzte Wände. Der Charme eines Altbaus ist - wie bei fast 100% der hochwertigen Sanierungen - weg, da oftmals nur die Gebäudehülle (Fassade) und das Treppenhaus unter Denkmalschutz stehen und innen Räume teilweise komplett verändert werden, Wände werden rausgerissen u tlw. durch Gipskarton ersetzt, so dass natürlich auch der originale Stuck + die originalen Türen nicht mehr passen oder dort sind, wo sie mal waren.
Mendelssohnstraße 7 von innen https://www.immowelt.de/expose/2G4XS43
Richtig, da gibt es rein gar nichts zu beschönigen. Der Charme ist weg, und das für immer.
Dass man Böden, originale Türen oder Kastenfenster auch aufarbeiten kann, das sogar energie-, kosteneffizient und hochwertig sein kann, davon wollen Investoren natürlich meist nichts wissen.
10€ kalt für abgehangene Decken, Pressspantüren, Katalogparkett und Deckenspots. Das ist kaputtsaniert und Gentrifizierung.
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Alt 14.10.17, 23:57   #4458
nothor
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nothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiell
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Viel mehr noch, durch die veränderte Raumgeometrie geht das Wohlgefühl verloren, dass in einem echten Altbau-Innenraum vorhanden ist, indem Raumhöhe, -tiefe und -breite meist ein angenehmes Raumgefühl ergeben. Zumindest ist den Wohräumen. Richtig ist, dass in original Altbaugrundrissen Küchen und Bäder nicht optimal sind. Aber bei Sanierungen wird m.E. zuviel Augenmerk auf das Bad gelegt, und dabei ganze hergebrachte Grundrisskonzepte verworfen. Und das für einen Raum, in dem ich mich nicht länger aufhalte als nötig. Das ist in meinen Augen eine Fehlentwicklung und macht die meisten Sanierungen zur Zumutung.
__________________
Fotos von mir, andernfalls ist die Urheberschaft angegeben.

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Alt 15.10.17, 00:30   #4459
Saxonia
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Saxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz sein
Also das Bad ist für viele schon nicht unwichtig und natürlich eine Herausforderung bei Altbausanierungen. Bei einer gehobenen Sanierung sollten auf jeden Fall Wanne und Dusche vorhanden sein, gelegentlich auch Platz für Waschmaschine und Trockner. Dann möchte man sich da drinn mindestens mal problemlos drehen können. Fenster sollte es nach Möglichkeit auch haben. Das muss man schon sinnvoll einpassen. Zudem erwarten viele mittlerweile auch in größeren Mietwohnungen ein Gäste-WC.
Ansonsten haben auch viele Altbauwohnungen häufig keinen schönen Schnitt, insbesondere jene, die eher nicht von Großbürgertum bewohnt waren. Ich erinnere mich an die Kindheit im unsanierten Altbau neben einer Tuchfabrik. Schlauchige und zum Teil fensterlose Räume, Durchgangszimmer etc.
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Alt 16.10.17, 17:45   #4460
Cowboy
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Also ich kann die hier vorgetragene Kritik nicht nachvollziehen. Mag sein, dass man in 20 oder 30 Jahren anders darüber denkt, aber die Grundrisse entsprechen den heutigen Wohnansprüchen, zumal diese in einem Eckhaus wie bei besagtem deutlich schwieriger umzusetzen sind. Ist das außerdem euer Ernst, "Katalogparkett", glatt geputzte Wände oder Deckenspots als "Kaputtsanierung" und "Gentrifizierung" zu geißeln? Vor zwanzig Jahren war man noch froh, Klick-Laminat statt Teppichboden in der Mietwohnung vorzufinden oder was anderes als Raufasertapete an die Wand anbringen zu dürfen. In anderen Städten ist das heute noch der Fall. Und knarzende Dielen, bei denen jeder hört, wo sich der andere in der Wohnung befindet, ist auch nicht jedermanns Geschmack.

Wer darüberhinaus klagt, dass der Denkmalschutz "nur" für Fassade, Dach und Treppenhaus gilt, vergisst, dass es diese Unterschutzstellung überhaupt erst gibt, seitdem der Denkmalschutz eingeführt wurde. In den vorangegangenen Epochen wurden die Gebäude viel radikaler überformt (oder besser gleich abgerissen und neu gebaut). Wer dennoch behauptet, dass Investoren kein Gespür für Denkmalschutz haben und nur auf das schnelle Geld aus sind, der kann ja mal beispielsweise nach Schkeuditz fahren und schauen, wie der "kleine Mann" dort seine denkmalgeschützte Immobilie saniert und zu welchen Preisen und Konditionen vermietet.

Das Raumgefühl bei besagter Wohnung auf Immowelt ist zudem weniger auf eine vermeintlich abgehängten Decke zurückzuführen, sondern aufgrund des als Mezzanin ausgeführten 4. Obergeschosses.
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Alt 16.10.17, 22:48   #4461
Altbaufan_
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Um mal einiges richtig zu stellen...
1. Es ist gut, dass Bauträger Bauerbe retten. Klar. Sonst wären einige 100 Altbauten zusammengefallen.
2. Von Gentri habe ich hier nichts geschrieben, aber wenn BEWOHNTE Objekte saniert und von 3 oder 4 auf 10 Euro kalt verteuert werden, ist dieser Begriff durchaus passend, da die alten Bewohner zu 100% verdrängt werden. Solche Beispiele nehmen aktuell deutlich zu, da es kaum noch leerstehende Altbauten gibt.
3. Nur weil es mal irgendwann keinen Denkmalschutz gab, kann man also einen Altbau kaputt sanieren und seines Flairs berauben?
4. Ist das Eckhaus ein BEISPIEL! Es gibt davon hunderte, diverse Referenz-Galerien kann man sich bei GGH und Co. selbst ansehen.
5. Was ist daran Denkmalschutz, Grundrisse komplett zu verändern, Altbautüren die original erhalten sind (!!!) durch billige Standard-Imitationen, die man tlw. im Baumarkt privat kaufen kann, zu ersetzen oder Decken abzuhängen, so dass einen der Stuck eher "erschlägt" als wirkt, überall das gleiche Parkett zu verlegen, Dielen komplett zu entfernen? Teilweise werden sogar Stuckdecken ersatzlos entfernt.
Ich habe mal in einem sanierten Altbau gelebt, der der LWB gehörte. Da waren auch noch Dielen drin, die leider mit billigem Linoleum überklebt waren. Man hat das Quietschen der Nachbarn fast nicht gehört, die Raumhöhe von 3-3,5 m wurde incl. Stuck original erhalten. DAS ist Altbauflair und es war alles andere als ein Abbruchhaus. Es geht also auch anders, bis auf das unpassende Linoleum...
6. Ansprüche ändern sich. Teppich will heute niemand mehr. Was hat das aber damit zu tun, wenn ein Altbau, der über 100 Jahre sein Flair erhalten konnte, auf diesem Wege in Standard-Bauträger-Räume umgewandelt wird, die bei manchem Bauträger wirklich überall gleich aussehen, egal wie der Zustand vorher war?

@Saxonia
Die Altbauten, die du beschreibst, stehen oftmals in den einfachen Gegenden. Beispiel habe ich mir von innen selbst angesehen, das Quartier Eisenbahnstraße / Hildegardstraße / Hermann-Liebmann-Str. hatte 2013 "Tag der offenen Tür" und da waren wirklich ungünstige Schnitte. Jedoch hatten alle Räume Fenster.
In gehobenen Vierteln wie Schleussig oder Waldstraßenviertel sind viele WE gut geschnitten, auch vor Sanierung. Meine WE in Gohlis-Süd war auch (ohne Grundrissänderung) sehr gut geschnitten, lediglich ein Raum war ein "Schlauch".
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Alt 17.10.17, 00:28   #4462
nothor
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nothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiell
Also ich habe mir in meiner Wahlheimat Nürnberg und in Fürth so einige Altbauwohnungen angesehen. Und daraus resultiert auch mein Statement, zahlreiche dieser Wohnungen waren tatsächlich eine Zumutung, und das grundsätzlich immer aufgrund gut gemeinter aber schlecht gedacht und gemachter Sanierungen. Wenn ein Raum vergrößert wird, wird ein anderer kleiner oder verschwindet sogar. So entstehen oft sinnlose tote Ecken oder seltsame Winkel. Da müssen in Badezimmer unbedingt Fußbodenheizungen rein (In einem Obergeschoss in einem Mehrfamilienhaus - wozu?), mit der Folge dass eine riesige Stufe im Bad genommen werden muss. So manch hiesiger Bauträger geht noch weiter und vertauscht einfach Wohn- und Wirtschaftsräume, weil der Balkon denkmalschutzbedingt nur an die Rückfassade gebaut werden darf. Ergo wird kurzerhand Bad, WC und Küche zum Wohnzimmer und das Bad in das ehemalige Wohnzimmer mit Stuckdecke verfrachtet. Ehrlich, ich habe noch nie in einer unsanierten Altbauwohnung mit den Augen gerollt. Die originalen Grundrisse waren immer die stimmigeren. Das, was dort nicht gepasst hat ließe sich mit weniger Aufwand machen, z.B. undichte Fenster, nicht schließende Türen oder unebene, knarzende Böden.
In der Praxis ist doch das erste Kommando bei Sanierungen oft "erstmal alles raus", und das ist kritikwürdig. Hier geht es dann nur darum den Altbau als Fassadenkulisse im Sinne eines Blendwerks zu erhalten, um damit den Käufer anzusprechen der die eierlegende Wollmilchsau sucht, im Innern soll es billig, schnell und standardisiert zugehen.

Zugegeben, die Wohnungen die ich dabei beurteilt habe sind mittlerer bis gehobener Standard, die billige muffige Hinterhofbutze ohne Fenster und Bad meine ich gewiss nicht, aber dort gibt es dann auch nichts erhaltenswertes, wonach der Altbaufan suchen würde.
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Alt 17.10.17, 10:32   #4463
LE Flaneur
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Hallo erstmal alle zusammen!
Als Leser treibe ich mich schon seit ca. 2 Jahren in diesem Forum herum, nun bin ich auch Mitglied.Einen Dank an Alle, die diesen netten digitalen Ort fleissig mit Inhalt füttern.
Seit 2010 lebe ich nun in Leipzig und von Anfang an war ich von dem Stadtbild begeistert, als ich dann noch viele andere deutsche Städte besuchte, wurde mir langsam klar was für eine Perle wir hier eigentlich haben.Gleichzeitig muss man sich auch hier zu oft die ein oder andere Träne verkneifen (was ist denn zB der Kaufhof im Zentrum bitte für ein Ungetüm?).Auch bin ich, denke ich, zu einem spannenden Zeitpunkt hergezogen, seitdem gibt es viel Entwicklung zu beobachten - nicht nur, dass die Stadt durch das Schliessen der Baulücken viel urbanen Charme zurückbekommt, ich finde auch die Architektur nimmt langsam aber stetig wohltuende Schritte weg vom Schuhkarton.Soweit erstmal zu mir und meinen Gründen euch hier beizuwohnen.

Jetzt aber auch ein wenig Futter: beim Spaziergang gestern Abend ist mir bei einem meiner Lieblinge, dem (auf dieser Strasse vielleicht sogar letzten?) unsanierten Eckhaus Scharnhorst-/August-Bebel-Str. aufgefallen, dass es bis auf eine Wohung leergezogen wirkt.Steht da vielleicht eine Sanierung an? Hat irgendjemand alte Bilder von diesem Haus und/oder ein paar Infos?Ich glaube einmal irgendwo gelesen zu haben, dass der Architekt im Dachgeschoss für einen befreundeten Künstler extra ein Atelier entworfen hat, mit Oberlicht , welches zumindest an der Nordseite des Hauses noch vorhanden ist.
Bis dahin erstmal, ahoi.
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Alt 17.10.17, 18:25   #4464
Altbaufan_
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^^
Ich suche in Hinterhofbutzen auch nicht nach erhaltenswertem . Mir ging es schon um die klassischen Altbauten direkt an den Hauptstraßen und Seitenstraßen, egal ob Gohlis, SüVo oder Schleußig.

Es gibt bei den alltbekannten Bauträgern auch Bilder von vorher/hinterher, da waren Beispiele dabei, wo Stuck vorher da war und hinterher wegsaniert, Decken abgehängt, alte Türen durch Baumarkt-Imitation ersetzt. Sowas fällt vermutlich nicht nur in meiner Auffassung unter Kaputtsanierung, egal was Cowboy davon hält und ob der Denkmalschutz vor 30 Jahren noch nicht da war oder sich auf die Hülle + Treppenhaus beschränkt . Wenn man es überspitzen will, ist es genauso wie am Dresdner Neumarkt - DisneyLand - alte Fassade mit neuem Innenleben und das ist mE nicht Sinn und Zweck von "erhalten und erneuern". Behutsame Sanierungen gehen auch mit mehr Erhalt, aber vielleicht schrumpft dann die Rendite. Während ich Parkett statt Dielen noch nachvollziehen kann, hört der Spaß beim entfernen der originalen Türen (kann man aufarbeiten), Stuck oder deutlich abgehängten Decken auf tlw. gerade so 2,50 m auf, ebenso wie bei der tlw. 100%igen Grundrissänderung.
Ansonsten stimme ich northor zu, ich sehe das sehr ähnlich.
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Alt 17.10.17, 18:27   #4465
Altbaufan_
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Scharnhorstraße 2:
Habe dazu nur dies hier gefunden
http://www.stadtbild-deutschland.org...-bauplan-1903/

Leider findet sich im Web nichts zu Eigentümer, Sanierung usw. - aufgrund der Lage gehe ich aber davon aus, dass auch hier bald eine hochwertige Sanierung erfolgt und die Altmieter dafür im Weg waren (oder das Haus so marode ist, dass es bewohnt nicht saniert werden kann, Zustand 2008).++


Im Waldstraßenviertel sind einige Zweitsanierungen (Fassaden) im Gange, davon 3 in der Friedrich-Ebert-Str. (1x ggü. Neubau CG, 2 x Richtung "Sportforum Ost") u.a.
Fotos konnte ich leider nicht machen.
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Alt 17.10.17, 20:49   #4466
Cowboy
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Cowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes Ansehen
Hallo LE Flaneur und Willkommen im Forum. Die Scharnhorststraße 2 / August-Bebel-Straße 55 wurde von Georg Wünschmann errichtet, der in Leipzig einige Gebäude entworfen hat. Zwei der bekannteren dürften Wünschmanns Hof sowie die Karli 8 - 14 sein. Da Wünschmann mit einer österreichischen Opernsängerin verheiratet war, hat er auch dort seine Spuren hinterlassen. Für mich eines der schönsten Bauwerke von ihm: Die Vier-Evangelisten-Kirche in Arriach / Kärnten (Ansicht außen, Ansicht innen).

Was die Scharnhorststraße 2 angeht, hoffe ich, dass sie sehr hochwertig saniert wird. Ich glaube zu wissen, dass auch innen noch viel Originales erhalten ist. Aber so langsam verfällt das Gebäude zusehends. Fotos von diesem Gebäude gab es zuletzt im März hier.
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Alt 18.10.17, 19:49   #4467
lguenth1
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lguenth1 sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphärelguenth1 sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphärelguenth1 sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäre
Wegen der Diskussion zur Sanierungsqualität sollte ich vielleicht noch eine Klarstellung einwerfen, weil mehrfach angedeutet wurde, dass man trotz Denkmalschutz im Inneren der Gebäude wohl freie Hand hätte. Dies ist nicht der Fall, wie man der Seite des Landesamtes für Denkmalpflege entnehmen kann:

Zitat:
Grundsätzlich erstreckt sich die Denkmaleigenschaft auf Substanz und Erscheinungsbild insgesamt, auch des Inneren. Abweichendes gilt nur, wenn ausdrücklich nur Teile geschützt sind (z. B. nur die Fassade).
Da das Denkmalschutzgesetz ein relativ zahnloser Tiger ist, muss das natürlich noch nicht allzu viel heißen.
__________________
D-A-F Projektkarte Chemnitz
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Alt 19.10.17, 21:04   #4468
LEonline
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Die GutsMuthsstraße 39 wurde einer Zweitsanierung unterzogen:



vorher:

https://www.google.de/maps/@51.33197...7i13312!8i6656

Rückmarsdorfer Str. 1 vorher:



und nachher bei nervigem Gegenlicht:




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Alt 20.10.17, 23:50   #4469
Leonidas
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Leonidas hat die ersten Äste schon erklommen...
Scharnhorststraße 2

Zitat:
Zitat von Cowboy Beitrag anzeigen
Was die Scharnhorststraße 2 angeht, hoffe ich, dass sie sehr hochwertig saniert wird. Ich glaube zu wissen, dass auch innen noch viel Originales erhalten ist. Aber so langsam verfällt das Gebäude zusehends. Fotos von diesem Gebäude gab es zuletzt im März hier.
Ja, das stimmt. Das Treppenhaus ist im originalen Zustand mit Fenstern in die Wohnungen, Jugendstiel Wohnungstüren sowie originaler Bemalung mit Rosenmotiv und auch die kompletten Wohnungsausstattungen. Mit Oberlichtern über den Flügeltüren mit original Türklinken und Schlüsseln. Die Decken sind fast 5 Meter hoch und haben Kassetten aus Stuck es gibt noch die originalen Parkettböden in den Zimmern zur Straße und Dielen in Küche und Bad.

Die Grundrisse sind auch im Original erhalten. Es gibt pro Etage zwei Wohnungen mit einer Größe um die 130/150 m² und 4-5 Räumen. Das bedeutet, dass eher WGs dort wohnten und wohnen. Außerdem ist der Standard mit Ofenheizung und Boilern auch eher der des Jugendstils und dementsprechend günstig, was die Mietpreise betrifft.

Die unteren Wohnungen scheinen jetzt leer zu sein. Da waren vorher eher StudentenWGs drin. Dort scheint sich auch etwas zu tun. (wie wir gelesen haben) Die oberen Wohnungen sowie das Atelier sind schon über mehre Jahre von denselben Mietern bewohnt. (Das Atelier wurde übrigens für Bruno Héroux (Maler, Grafiker, Schrift- und Exlibriskünstler) von Wünschmann geplant und gebaut).

Das Haus gehört zur Zeit einer Erbengemeinschaft in den alten Bundesländern. Mehrere Eigentümer haben auch unterschiedliche Meinungen und das verzögert, so könnte ich mir vorstellen, auch einige Entscheidungsfindungen. Das kann Vorteile haben: Das Haus hat die brutalen Sanierungen in den 90er und Nuller Jahren überstanden, aber auch Nachteile: die Bausubstanz wird dadurch auch nicht besser.

Aber einen entscheidenden Vorteil hat das Haus, es war immer bewohnt und dadurch auch gegen den Zerfall geschützt. Ich denke wenn Altbaufan da mal in einer Wohnung stehen würde, wäre es für ihn das reinste Paradies.

Ich kann mir vorstellen, dass der Denkmalschutz, nicht nur wegen des prominenten Architekten, ein besonderes Augenmerk auf dieses Haus haben wird. Es ist heute ja schon eine Rarität ein Haus in Leipzig zu finden mit diesem originalen Innenleben.

Für mich ist und bleibt es im aktuellen Zustand das letzte verwunschene Haus auf der August-Bebel-Straße. Denn da sieht mal wie würdevoll ein Haus altern kann. Es braucht einen starken Charakter, sich gegen die gelifteten Nachbarn zu behaupten.
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Alt 21.10.17, 00:36   #4470
Leonidas
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Leonidas hat die ersten Äste schon erklommen...
Zitat:
Zitat von Altbaufan_ Beitrag anzeigen
^^
Ich suche in Hinterhofbutzen auch nicht nach erhaltenswertem . Mir ging es schon um die klassischen Altbauten direkt an den Hauptstraßen und Seitenstraßen, egal ob Gohlis, SüVo oder Schleußig.

Es gibt bei den alltbekannten Bauträgern auch Bilder von vorher/hinterher, da waren Beispiele dabei, wo Stuck vorher da war und hinterher wegsaniert, Decken abgehängt, alte Türen durch Baumarkt-Imitation ersetzt. Sowas fällt vermutlich nicht nur in meiner Auffassung unter Kaputtsanierung, egal was Cowboy davon hält und ob der Denkmalschutz vor 30 Jahren noch nicht da war oder sich auf die Hülle + Treppenhaus beschränkt . Wenn man es überspitzen will, ist es genauso wie am Dresdner Neumarkt - DisneyLand - alte Fassade mit neuem Innenleben und das ist mE nicht Sinn und Zweck von "erhalten und erneuern". Behutsame Sanierungen gehen auch mit mehr Erhalt, aber vielleicht schrumpft dann die Rendite. Während ich Parkett statt Dielen noch nachvollziehen kann, hört der Spaß beim entfernen der originalen Türen (kann man aufarbeiten), Stuck oder deutlich abgehängten Decken auf tlw. gerade so 2,50 m auf, ebenso wie bei der tlw. 100%igen Grundrissänderung.
Ansonsten stimme ich northor zu, ich sehe das sehr ähnlich.
Für die Fassade und das Treppenhaus gibt es verschiedene Förderungen und diverse Abschreibungen. Beim Innenleben der Wohnungen sieht es da anders aus. Deswegen werden die Treppenhäuser und Fassaden immer so toll saniert und die Wohnungen eher weniger.

In den 90er Jahren war das leider Gang und Gebe und viele Häuser hätten es auch nicht überlebt ohne schnelles Handeln. Deswegen war es möglich, dass soviel Innenleben einfach rausgerissen und vernichtet wurde. Auch war der Geschmack anders. Aber das hatten wir ja schon.

Es ist auch schwierig, da die Wohnungen Sondereigentum sind, den Eigentümern dort Auflagen zu erteilen. Jeder will etwas anderes und der eine mag Stuck der andere eher nicht usw.

Außerdem ist es doch so, dass die wenigsten Eigentümer in den Wohnungen selber wohnen. Da ist es einfacher und billiger einen Schaden durch Mieter in einer 0815 Tür zu ersetzen, als eine Gründerzeit reparieren zu lassen. Da trifft Kapitalismus auf Idealismus.

Es ist natürlich schade, aber leider läuft es so auf dem Wohnungsmarkt. Fassade und Treppenhaus sind Gemeinschaftseigentum, da bestimmen mehrere Eigentümer über die Sanierungsmaßnahmen.

Aber ich verstehe, was uns Altbaufan sagen will. Die Seele wird dem Haus genommen.

Und meist werden die Wohnungen vom Bauträger in der Planungsphase an die Interessenten verkauft, die dann das nehmen, was dieser Ihnen anbietet und verspricht. Da, wie schon oben erwähnt, die meisten nicht selbst dort wohnen wollen, ist Ihnen nur wichtig was kann dort für Miete verlangt werden. Und da bringt die Fußbodenheizung locker 30 Cent pro m² mehr als die normale. Ebenso ein Gäste WC oder auch der Handtuchtrockenheizkörper ( 25 Cent pro m²) und so kommen dann noch die Spots dazu und weil die Nebenkosten nicht die potentiellen Mieter abschrecken sollen, wird die Decke eben abgehängt.

Und so stehen dann die Wohnungen im Kontrast mit dem Rest des Hauses.
Bei den Grundrissen ist es leider häufiger in den 90er und 2000er Jahren zu den Verkleinerungen auf 2 Raumwohnungen gekommen, weil der Markt nicht für die großen Wohnungen da war.

Jetzt fehlten 3 und 4 Zimmerwohnungen, weil plötzlich und unerwartet die Familien da sind, die in der Stadt leben wollen und nicht am Rand auf der grünen Wiese im Eigenheim. Das sind die Singles und Paare aus den 2 Raumwohnungen der 90er, die jetzt Nachwuchs haben und kaum eine bezahlbare passende Wohnung in der Stadt finden. Aber das konnte sich vor 15 bis 20 Jahren keiner vorstellen. Auch verkauften sich kleine Wohnungen besser, weil diese billiger waren.

Aber ein Umdenken findet ja schon statt.
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