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Alt 15.10.06, 13:27   #1
Tessenow
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Rekonstruktionen in der Hansestadt - Meinungen, Wünsche und Aussichten

Wie den Meisten bereits aufgefallen ist, hat in den letzten Jahren in Deutschland ein neuer/alter städtebaulicher und architektonischer Trend eingesetzt: Rekonstrukionen, der Wunsch nach kleinteiliger und tranditioneller Bebauung und die Rückkehr zu historischen Stadtstrukturen erlebt zur Zeit eine Renaissance.

Franfurt mit Projekten wie der Rekonstruktion der Stadtbibliotek, dem Portikus, dem Palais Turn und Taxis, der Messehalle, dem Abriss des technischen Rathauses usw.
Berlin mit Bauakademie, Schlossplatz, Kommandantur, Abriss des PDR-->Humboldtforum, Patschke Neubauten, Stadthäuser uvm.

Dresden mit hinlänglich bekannten Projekten: Neumarkt, Kurländer Palais, Schloss

Wo steht Hamburg im nationalen Vergleich?

Nach meinen Berechnungen müsste dieser Trend dann in ca. 5-7 Jahren auch in Hamburg angekommen sein. Bis dahin werden weiterhin, Altbaubestände in der Neustadt vernichtet, Brahmsquartiere gebaut und Domplätze vergurkt.

Ernsthaft, wie seht ihr die Entwicklung. Mir sind nur wenige Projekte bekannt.
Vielleicht können wir hier noch eine kleine Liste erstellen mit Projekten, die euch einfallen:
Zitat:
-kritische Rekonstruktion Elbschlossbrauerei
-kritische Rekonstruktion des Kaffeehauses im Stadtpark
-Neubau Patschke in der Altstadt
-Stadthäuser
-Westend Ottensen


-Neubau "Hotel Elysee"
-Neubau an der Binnenalster
Das wars, jetzt seit ihr dran.
Meinungen, Wünsche und Aussichten!
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Alt 15.10.06, 17:13   #2
wmeinhart
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wmeinhart ist ein hoch geschätzer Menschwmeinhart ist ein hoch geschätzer Menschwmeinhart ist ein hoch geschätzer Menschwmeinhart ist ein hoch geschätzer Mensch
Nein danke.

Ich denke, dass die Denkmalschützer per Saldo eine gute Arbeit machen, aber Hamburg hat mangels adeliger Protzsucht eigentlich niemals große Prachtarchitektur zu bieten gehabt.

Niemand will heute in einem Gängeviertel leben - in Wohnungen mit niedriger Deckenhöhe, ohne fließendem Wasser, lichtlos, mit steilen Treppen, die heute feuerpolizeilich nicht mehr duldbar sind. Und vorgeblendete Pseudofassaden haben wir doch schon zu bieten (Peterstraße, Deichstraße).

Sollen die alten Fleete wieder aufgerissen werden? Mancher Abriss von Altsubstanz empfinde ich als schade, aber es bleibt doch fraglich, ob die damit verbundenen Lebensumstände heute erstrebenswert sind. Wenn diese Frage verneint wird, sollte man auch konsequenterweise auf Kulissenbauten verzichten.


Renaissanceportal in der Deichstraße


Fachwerkhäuser in der Reimerstwiete

Braunschweig und Berlin sind etwas anderes, wobei ich persönlich gegen die Rekonstruktion des Stadtschlosses bin.
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W.Meinhart, Hamburg
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Alt 15.10.06, 18:15   #3
Restitutor
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Grundsätzlich erst einmal ja zu Rekos, wobei ich mich persönlich nicht informiert habe bezüglich lohnender Projekte in Hamburg.

Fassadismus ist übrigens grundsätzlich nichts Schlechtes, sondern hat eine jahrhundertelange Tradition und wird auch heute bei anderen Gelegenheiten immer wieder vom Denkmalschutz abgesegnet.

Das Argument mit den Lebensumständen finde ich etwas abwegig.
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Alt 15.10.06, 19:19   #4
micro
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micro ist ein wunderbarer Anblickmicro ist ein wunderbarer Anblickmicro ist ein wunderbarer Anblickmicro ist ein wunderbarer Anblickmicro ist ein wunderbarer Anblickmicro ist ein wunderbarer Anblickmicro ist ein wunderbarer Anblickmicro ist ein wunderbarer Anblick
Gute Thread-Idee.

Als Wunsch fällt mir spontan die St.-Nikolai-Kirche ein, die wahrscheinlich mit Abstand Hamburgs schönste Kirche wäre, wenn man sie endlich restaurieren würde.

Stattdessen lässt man dieses gotische Prachtstück als finstere Ruine das Stadtbild verunstalten. Das integrierte Antikriegsmahnmal verbreitet mit erhobenem Zeigefinger Depressionen und bildet das Alibi für den jämmerlichen Zustand des Bauwerkes.
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Alt 15.10.06, 22:39   #5
Gordon
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Gordon wird schon bald berühmt werdenGordon wird schon bald berühmt werden
Die Nikolai-Kirche wär echt schon ein nettes Ding (à la Frauenkirche in Dresden)...würde die Umgebung jedenfalls aufwerten..naja Wünsche, und da wir ja schon beim thema sind:

Mir fällt da der alte Bahnhof Hamburg-Altona ein...bis heute ist mir der Abriss ein Rätsel! Sehr großer Verlust für Hamburg....
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Alt 22.10.06, 13:11   #6
Tessenow
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Zitat:
Zitat von wmeinhart
Niemand will heute in einem Gängeviertel leben - in Wohnungen mit niedriger Deckenhöhe, ohne fließendem Wasser, lichtlos, mit steilen Treppen, die heute feuerpolizeilich nicht mehr duldbar sind.
Weil die Gebäude heute sicherlich immer noch nicht über Sanitäranlagen und ähnliches verfügen würden, oder wie?
Zitat:
Braunschweig und Berlin sind etwas anderes
Ach ja? Und wieso, wenn ich fragen darf?


Im U-ahnhof Jungfernstieg hängt jetzt, zumindest an der Treppe zur U1, eine historische Aufnahme, vom heutigen Vorplatz der Europapassage. Dieses zeigt eindrucksvoll, wie erstrebenswert die Rekonstruktion oder wenigstens traditionelle Neubebauung, dieser beiden Gebäude wäre. Weiß denn jemand was mt dem linken hier passieren soll? Schließlich ist Wormland ausgezogen.
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Alt 22.10.06, 16:23   #7
Max Brauer
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Max Brauer könnte bald berühmt werdenMax Brauer könnte bald berühmt werden
Keine Ahnung. Zu hoffen wäre Abriss und Neubebeuung im klassischen Stil - oder eine Erneuerung der Fassade. Die Gliederung ist zwar ganz nett, aber es fehlt die Tiefe des Profils. Fenster, Gesimsbänder usw. schließen bündig auf einer Ebene ab, sodass die Fassade gegenüber den umliegenden Bauten viel zu flächig und unstrukturiert wirkt.
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Alt 23.10.06, 09:28   #8
maegis
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Da gabs dch hier schon mal ein rendering. ist aber schon recht lange her. konnte es auch nicht wiederfinden.... vielleicht war es aber auch ne ecke weiter ... bei den ganzen projekten da verliert man ja leicht den überblick
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Alt 23.10.06, 09:33   #9
Tessenow
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Meinst du das? Sieht heute ja so aus. Traurig fast, dass ich das schon mit in die Liste aufnehmen musste.

Hoffe du meinst es nicht und ein Neubau wird bald kommen.
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Alt 24.10.06, 09:35   #10
maegis
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Ne das meinte ich nicht das war ein ganz flashiges gebäude zwischen bergstraße und rathausmrkt soweit ich mich erinnern kann.... ich kann es aber bei kleinere projekte nicht finden und weiß nicht, wo ich sonst suchen soll
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Alt 25.10.06, 01:20   #11
allday
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allday wird schon bald berühmt werdenallday wird schon bald berühmt werden
es ist schwierig eine feste Meinung dazu zu haben.
Muss ein Gebäude wegen Sanierungsfall verändert werden, und bleiben die Nachbarbauten stehen und entsprechen dem gleichen Stil, würde ich für eine passende Fassade plädieren.

Ist es ein ganzer Straßenzug, der eher blass ist, vielleicht eher nicht, weil sich sonst die Moderne oder das Moderne nicht durchsetzen könnte.

Ein Bismarck-Bad abzureissen nur weil es nicht rentabel war?
Der Altonaer Bahnhof?
Nun ja, die Gleisanlagen dahinter sind wohl auch nicht mehr in Betrieb, so dass insgesamt ein modernes Altona entstehen könnte.
Andererseits, die Schellfischbahn (Hafen-Altona) soll wieder in Betrieb meine ich zu erinnern. Natürlich nict wie damals, um den Fisch vom Hafen zum Markt zu fahren, sondrn eher für de Tourismus oder tatsächlich auch als Verkehrsweg.

Was ich als sehr entstellt empfinde sind z.B. die Riverkasematten - dort ist nun ein gutes Restaurant, aber ich finde die Front - es ist als solches nciht mehr auszumachen, welchen Zweck die mal hatten.

Wenn ich allerdings an den Thread: Kostbarkeiten in Hamburg denke und alles was ich kenne trägt eine Denkmalsplakette - wäre das nciht auch eine Form der Übersättigung, zumal wenn nur noch die Fassaden stehen? Sind das nicht trojanische Pferde, die die Besucher eher an der Nase herumführen? (Ja, durchaus auch in anderen Städten, gar Dörfern üblich: künstliches aufblähen von nicht mehr vorhandenen Werten.)
An der Nase herumgeführt werden mag ich nicht.
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Alt 13.04.07, 17:06   #12
Escobar
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Escobar könnte bald berühmt werdenEscobar könnte bald berühmt werden
Ich muss diesen Thread mal wieder rauskramen. Meiner Meinung nach könnte Hamburg viel mehr Rekonstruktionen vertragen. Nach 100-jähriger Abrisswut, die ja bis heute keineswegs abgenommen hat, droht das historische Gesicht irgendwann zu verschwinden. Ich frag mich manchmal, obs hier überhaupt sowas wie Denkmalschutz gibt? Alleine in meiner unmittelbaren Umgebung wurden in den letzten drei Monaten drei (!!!) schöne Altbauten (in fast kompletten Gründerzeitstraßen) abgerissen. In meiner alten Heimatstadt durfte ich noch nicht mal entscheiden in welcher Farbe ich mein Haus streiche (dank deftiger Auflagen des Denkmalschutzes) und in Hamburg scheint offenbar jeder fröhlich alles abreissen zu dürfen was ihm nicht passt.
Ich könnte mir gut ein Gesetz vorstellen, das vorschreibt in bestimmten Vierteln mit hohem Altbaubestand (Altstadt, Neustadt, Eppendorf, Harvestehude, Ottensen, teilweise Altona, St. Pauli und St. Georg) bei einer Neubebaung eine historische Fassade einer modernen vorzuziehen. Im besten Fall eine Reko des Vorkriegszustand (soweit der es wert ist und Pläne noch vorhanden sind) ansonsten eine stilechte Orientierung an den Nachbarhäusern. Natürlich nicht in allen Fällen, aber gerade auf die Lücken in geschlossenen Altbaustraßen bezogen, ist ein historischer Neubau meist die besser Alternative als etwas modernes. Und für spekatuläre moderne Architektur gibt es ja auch genügend blasse Viertel, z.B. die typischen 50er-Jahre-Backstein-Teppiche á la Hamm, Horn etc...

Und nochmal was konkretes (hatte ich schonmal kurz im Utopia-Thread gepostet passte da aber nicht wirklich hin):
Einer der größten Dornen in meinem Auge (und da stecken viele) ist der Turm der St. Jacobi-Kirche. Der obere Teil wurde im Krieg zerstört und in den 60ern durch einen schrecklich hässlichen Turmhelm ersetzt. Eine Rekonstruktion stand hier (soweit ich weiss) nie zur Debatte. Ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel, da diese Kirche nach dem Michel und St. Nikolai die optisch präsenteste ist und zumal auch noch die Mönckebergstraße total dominiert. Schon irgendwie komisch, wo man doch in Hamburg in jeglichem Kontext von der Kirchensilouette der Innenstadt schwärmt, dass eine Kirche davon eine Ruine ist und eine andere ehemals schöne Backsteinkirche als 60er-Jahre-Dorfkirche verkleidet wurde...

Jacobikirche heute / Jacobikirche vor dem Krieg

So könnte eine Reko im heutigen Stadtbild aussehen (Originalbild von Samuel - zum Vergleich):
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Alt 13.04.07, 19:51   #13
allday
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allday wird schon bald berühmt werdenallday wird schon bald berühmt werden
an der gr. Elbstr. 138 wird ein Haus restauriert - hab mir leider nicht mehr gemerkt, weil von Gerüsten umzingelt.
Und neben dem Stilwerk ist auch noch ein weisses flachdachhaus aus dem 18.Jh. sehr heruntergekommen, aber von der Buttstraße aus, konnte man das Dekor noch gut ausmachen. Das ist nun abgehängt.
Werkhaus, gr. Elbstraße - daneben wird auch den Buttberg hochgebaut- da war noch eine schöne alte Treppe.
Die Gebäude jetzt sind noch winzig und entsprechen dem alten Fischmarkt Flair.
(Das ist alles gegenüber dem Sandstrand, der dort nun wie eine Müllkippe liegt.)
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Alldays Fotowiese
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Alt 13.04.07, 22:21   #14
Gordon
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Gordon wird schon bald berühmt werdenGordon wird schon bald berühmt werden
Zum Thema Rekonstruktion. Hat jemand zufällig die Rekonstruktion des Eckbaus neben der roten Flora schon mal gesehen? Sieht ganz gut aus bis jetzt...mache mal demnächst ein Foto.
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Alt 13.04.07, 22:23   #15
maegis
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das ist ne rekonstruktion? (der eckbau?) ich hab schon gehofft da kommt was modernes hin.
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