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Alt 04.12.14, 08:58   #271
Dvorak
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Zitat:
Zitat von efhdd Beitrag anzeigen
Wo wird der Taupunkt unterschritten? Richtig, nicht im Mauerwerk.
Und was sagt die EPS-Platte zur Feuchtigkeit? Richtig, die juckt es nicht.
Das ist der Zustand nach einer Heizperiode auf einer normalen Wand. Folgende Aspekte werden in der Glaser-Berechnung nicht berücksichtig:

-geometriche Wärmebrücken (Außenecke)
-Konstruktive Wärmebrücken (Isokorb für Balkon)
-unterschiedliche Ausrichtung (Nordseite)
-Beschattung (...)
-andere Feuchtequellen als Diffusion (Feuchte kann nicht in die Dämmung hinein, erhöht aber den Wasserdampfpartialdruck und damit die Diffusion)
-Ein Lüftungsverhalten, das nicht so aussieht, dass jede Stunde 5min quergelüftet wird (macht niemand)
-etc.

Wenn ich da sehe, das in diesem Wandaufbau schon unter Außerachtlassung dieser Aspekte Tauwasser anfällt reicht mir das als Bewertungsgrundlage. Wenn ich einem Bauherren sage: "Innehalb meiner Gewährleistungsfrist brauchen sie nicht mit Schimmelbildung auf ebenen, von der Sonne beschienenen, intakten, Außenwandflächen ohne Balkone Fenster oder Türen rechnen." wird der sich sicher nicht für dazu entscheiden, das so zu machen.

Dir machen Fungizide, Algen, "optische Beeinträchtigung" etc. überhaupt nichts aus. Was machst Du dann in einer Diskussion, die sich explizit auf Denkmäler bezieht, wenn Dir solche Aspekte fremd sind?
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Alt 04.12.14, 09:18   #272
efhdd
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Die Berechnung beachtet auch nicht Verdunstung durch Sonneneinstrahlung und wie lange es überhaupt dauert, bis in den Kunststoff auch nur kleinste Mengen von Wasser eingedrungen sind. Die Berechnung geht implizit von einem unendlichen Zeithorizont aus, bei welchem es dauerhaft -10 Grad mal ist bei 80 Prozent Luftfeuchtigkeit.

Realistisch betrachtet wird der Kunststoff in einem Winter von wenigen Monaten nicht annähernd so feucht, wenn überhaupt Feuchtigkeit eindringt. Ist ja nicht diffusionsoffen.

Zur Lüftung: Wer manuell nicht richtig lüften kann, sollte sich eine Lüftungsanlage einbauen.

Schlussfolgerung ist also, dass zwischen Klimaschutz und Denkmalschutz ein Zielkonflikt herrscht. Habe ja auch nichts anderes behauptet. Wer im Bewusstsein dessen, dass sein Verhalten bei einer Sanierung ohne Dämmung ein Klimakiller ist, schlimmer als zig Autos und sich bewusst dafür entscheidet, d.h. für Fassade und gegen Klima, der soll das machen. Aber bitte kein Märchen wie bringt nix, Schimmel usw. und nur deswegen mache ich es nicht, mein Gewissen ist rein, blablabla
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Alt 04.12.14, 12:09   #273
Dvorak
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Wie kann man bloß so unglaublich viel Mist erzählen!

Zitat:
Das Märchen von der diffussionsoffenen Wand ist eine Erfindung der Ziegelphysiker.
Ist in der DIN 4108-3 enthalten und planierisch immer zu beachten!

Zitat:
Und ein Wandaufbau kann theoretisch noch so diffusionsoffen sein, handelsübliche Produkte im Bereich Farbe, Tapete, Grundierung, Malervliese, Vinyltapeten usw. machen das sofort alles null und nichtig weil vieles hier tlw. ganz und gar nicht diffusionsoffen ist.
Wenn man die von außen anbringt.

Zitat:
Die Dämmplatten nehmen kaum Feuchtigkeit von draußen auf (nicht diffussionsoffen, super Sache), von drinnen ist das Mauerwerk sowieso "trocken".
Diffusion von außen? Die Dämmplatten nehmen kein Wasser auf, aber durch die Feuchte auf der Außenwand, bzw. im Putz erhöht sich die Wasserdampfsättigung und deshalb taut mehr Wasserdampf im Bauteil. Wasser und Wasserdampf ist nicht das Gleiche.

Zitat:
Die Berechnung beachtet auch nicht Verdunstung durch Sonneneinstrahlung und wie lange es überhaupt dauert, bis in den Kunststoff auch nur kleinste Mengen von Wasser eingedrungen sind.
Siehe oben. Ansonsten beachtet sie dies schon, nämlich über die Wasserdampfsättigung.

Zitat:
Wer im Bewusstsein dessen, dass sein Verhalten bei einer Sanierung ohne Dämmung ein Klimakiller ist, schlimmer als zig Autos und sich bewusst dafür entscheidet, d.h. für Fassade und gegen Klima, der soll das machen.
Zitat:
Beim Thema Verkehr, welcher nicht mal die Hälfte des CO2-Ausstoßes von Gebäuden ausmacht, inkl. des kompletten Gewerbe- und Transit-Verkehrs und bei welchem sich maximal 1-2% des deutschen CO2-Ausstoßes einsparen lässt, wird scheinheilig argumentiert mit Förderung des Radverkehrs, ÖPNV, usw. und bei der Dämmung von Gebäuden, wo wir locker 25% des deutschen CO2-Ausstoßes sparen könnten, geht man jedem Wichtigtuer auf dem Leim.
23% der CO²-Emissionen per Bundesbürger entstehen im Bereich Mobilität, 18% durch den Heizwärmebedarf. Bei 18% Anteil kann man schon keine 25% mehr einsparen. Von diesen 18% geht max. 1/4 durch die Fassade, macht 4-5% gegen 18%. Das ist das Dreifache. Das durch den Neubau erst einmal enorme CO²-Emissionen entstehen, die sonst gar nicht anfallen würden, lässt Du natürlich unerwähnt, weil es nicht in Deine Welt passt. Das erinnert mich an den Werbespot mit den Geissens, der zur Zeit läuft: "Je mehr wir verbrauchen, desto mehr sparen wir." Was genau wird denn durch Deinen Neubau gespart, wenn in Deine Wohnung wieder jemand einzieht?

Zitat:
Die Berechnung geht implizit von einem unendlichen Zeithorizont aus, bei welchem es dauerhaft -10 Grad mal ist bei 80 Prozent Luftfeuchtigkeit.
Berechnet wird nach Glaser immer die Heizperiode von 60 Tagen, nie ein unendlich langer Winter. Wo steht das? Ähnliches gilt für die Trocknungsperiode.

Zitat:
Die Berechnung beachtet auch nicht Verdunstung durch Sonneneinstrahlung und wie lange es überhaupt dauert, bis in den Kunststoff auch nur kleinste Mengen von Wasser eingedrungen sind.
Wasser ist nicht Wasserdampf. Nochmal Wasser kann nicht in oder aus dem Kunststoff entweichen, Wasserdampf sehr wohl. Er kondensiert im Bauteil und verbleibt dort als Wasser. Er kann auch nur durch Wasserdampfdiffusion entweichen. Es ist auch nicht das Styropor- das ist relativ diffusionsoffen, sondern der Putz den man dafür nehmen muss. Man könnte auch einen Kalkputz nehmen, leider funktioniert das schon mechanisch nicht mit Styroporplatten.

Zitat:
Und wenn 100 Bauexperten A behaupten und ein einzelner vermeintlicher Experte B, dann sollte man da auch trennen können, zwischen Expertenmeinung und Wichtigtuer.
80% der Bausachverständigen haben eine andere Meinung als Deine, dennoch fallen die in die Kategorie "Wichtigtuer". Das Du selbst nun nicht gerade Bauphysik studiert hast (anders als einige andere hier im Forum und unter den Bausachverständigen) lässt Dich nicht zweifeln.
Zitat:
So ist das mit der Meinungsfreiheit, jeder kann jeden Scheiß schreiben.
Und da hast Du Recht, das muss ich Dir lassen!

Und ich schreibe jetzt hier nicht mehr weiter, weil es überhaupt nichts bringt mit jemandem zu reden, der dem Anschein nach selbst von Fassadendämmung profitiert. Ich würde ja auf Fassadenbauer als Beruf tippen - Architekt, Stadtplaner, Denkmalschützer, Stadtbildpfleger, Architekturhistoriker kann man denke ich ausschließen.
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Alt 04.12.14, 12:57   #274
efhdd
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18 Prozent des CO2-Ausstoßes entsteht im Bereich Verkehr, davon allerdings ein großer Teil öffentliche Verkehrsmittel und ein noch viel größerer Teil LKWs. PKWs machen nur einen Teil davon aus. Dann ist aber mehr als jeder zweite PKW gewerblich genutzt, so dass der CO2-Anteil des privaten MIV bei unter 5 Prozent liegt. Darum ging es mir, nicht um Verkehr gesamt. Eine Verlagerung komplett auf zB Bahn ÖPNV usw. Sorgt dort aber für neue Emissionen. So ist ein PKW mit zwei Personen besetzt umweltfreundlicher als die Bahn oder ein halb besetzter Linienbus. Realistisch kann man aus 5 Prozent privater MIV 3-4 Prozent ÖV machen bei Komplettumstieg. Da ein Komplettumstieg unrealistisch ist, diskutieren wir hier über Nachkommastellen.

Gebäude machen 1\3 der CO2-Emissionen aus. Du hast vermutlich nur Privathäuser betrachtet. Auch Büros und selbst gewerbliche Arbeitsplätze müssen geheizt werden. Wenn wir hier von 33 Prozent auf 5 Prozent herunter gehen, ist viel mehr geholfen ohne auch nur einen einzigen Menschen in seiner Mobilität einzuschränken.
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Alt 04.12.14, 13:29   #275
Dvorak
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Zitat:
Zitat von efhdd Beitrag anzeigen
Dann ist aber mehr als jeder zweite PKW gewerblich genutzt, so dass der CO2-Anteil des privaten MIV bei unter 5 Prozent liegt. [...] Du hast vermutlich nur Privathäuser betrachtet. Auch Büros und selbst gewerbliche Arbeitsplätze müssen geheizt werden.
Merkst 'e selber dass das ein nicht ganz kohärenter Versuchsaufbau ist. Gewerbliche Gebäude zählen, gewerbliche Kraftfahrzeuge nicht? Sind das keine PKW? Und nein, die Daten stammen aus einer Territorial-Bilanz, des ifeu im Auftrag des Umweltbundesamtes.

Ein Reduktion der Heizkosten im Mittel um 85% ist vollkommen illusorisch. Außerdem sind solche Einsparungen nicht durch eine Fassadendämmung zu erreichen, das sind max. 25%. Es geht hier aber um Wärmedämmung, das ist auch das was Du geschrieben hast: "Wer im Bewusstsein dessen, dass sein Verhalten bei einer Sanierung ohne Dämmung [hier ist nur Fassadendämmung erwähnt] ein Klimakiller ist, schlimmer als zig Autos [Autos sind auch dann Autos, wenn sie gewerblich genutzt werden] und sich bewusst dafür entscheidet, d.h. für Fassade und gegen Klima, der soll das machen." Anmerkungen in [...] von Mir.
Ein Bus hat in einem konkreten Beispiel 57gCO²/Personenkilometer, ein Auto im Schnitt 197gCO²/Personenkilometer unter Beachtung aller Lebenszykluskosten. Habe ich letzte Woche für eine Einheimischenbilanz aus konkreten Zahlen für eine norddeutsche Großstadt errechnet.

Du denkst Dir einen Mist aus, das habe ich in diesem Forum noch nicht erlebt. Und mir ist meine Zeit zu schade, aber es ist wie Nothor sagt, man darf das nicht unbeantwortet lassen, sonst glaubt das noch einer.
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Alt 04.12.14, 15:40   #276
efhdd
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57g CO2? Das glaubst du wohl selbst nicht, evtl. ein voll besetzter Reisebus ohne Gepäck auf absolut ebener Strecke als einziges Fahrzeug auf der Autobahn.

Ein halb besetzter Stadtbus landet bei 200-300g CO2 je Personen-km. Ich bin allerdings nicht nur einmal als einziger Fahrgast mitgefahren, will nicht wissen ob dann vierstellig noch reicht.

Aber noch ein Tipp für dich, bitte die zusätzlich Strecke einrechnen. Als Pkw nimmt man den kürzesten Weg, ÖPNV erst mal zum nächsten Knotenpunkt und von dort mit einer anderen Linie zum Ziel, häufig werden hier deutlich mehr km gefahren, falls Start- und Zielort nicht gerade von der gleichen Linie bedient werden und diese Linie schnurstracks fährt. Häufig werden ja selbst bei einer Linie Quartiere abgefahren, statt auf kürzestem Weg von Startpunkt der Linie bis zum Ziel zu fahren.

Und ein neuwertiges Auto landet eben auch nicht bei knapp 200. Und falls vollbesetzt gilt wie gesagt: Mit Abstand das umweltfreundlichste Gefährt.
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Alt 05.12.14, 00:29   #277
nothor
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nothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiell
Hahnebüchen. Da rechnet mir tatsächlich jemand vor, dass der ÖPNV hinsichtlich des Umweltschutzes dem Individualverkehr gleichkommt, ja teilweise sogar mehr Belastung erzeugt. Naja, eines Tages wird der Döner den Menschen ersetzen....

efhdd, beeindruckend hast du mit deinem dummen Zeug diesen Thread ruiniert. Hut ab! Wenn man Menschen mit deinen Denkfähigkeiten, deinem Halbwissen und deiner Einstellung zum Gemeinwesen Entscheidungen treffen lässt, dann ist jedwede Anstrengung für den Umweltschutz für die Katz.
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Alt 05.12.14, 00:55   #278
efhdd
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Da hat sich mal jemand getraut, diese "unbequeme Wahrheit" auszusprechen:

http://www.faz.net/aktuell/wissen/kl...edArticle=true

Primärenergiebedarf Bahn: 7,2 Liter je km je Passagier
Primärenergiebedarf PKW: 9,8 Liter je km je Auto

Schon bei 2 Personen geht die Rechnung easy für den PKW aus. Bei 4-5 Personen, naja, kann jeder selbst berechnen.

Noch dazu ist der PKW-Weg fast immer kürzer. Da direkt von Start zu Ziel. Bei einer Bahnreise fahre ich erst mit durchschnittlich 1x Umsteigen zum Hauptbahnhof und das gleiche am Zielort. Auch Straßenbahnen und Busse kurven durch die Quartiere, um möglichst viele Passagiere aufzunehmen.

Für die Zeit 6:30 bis 9:00 und 15:30 bis 17:30 lohnt sich ÖPNV sicher auch klima-technisch, in anderen Zeiten hat man ja teilweise quasi Leerfahrten. Da bewegt ein zig Tonnen Bus oder Straßenbahn (!) einige wenige Personen über Umwege. Da kann sich jeder Sachen wie CO2, Platzbedarf je Passagier, usw. ausrechnen. Zudem fahren Busse morgens und Abends zum Busbahnhof, diese unnötigen Fahrten unterlässt ein PKW.

Es ist einfach eine riesige Verschwendung, wenn Fahrzeuge wie Bus, Bahn, Straßenbahn, U-Bahn nicht bedarfsgerecht fahren. Beim PKW wird kritisiert, dass teilweise nur 1 Passagier mitfährt, in Bussen und Bahnen ist es manchmal auch nur einer auf die x-fache Fläche, Masse, Verbrauch. Straßenbahnen mit Extra-Spuren sowie Bus-Spuren (und auch Fahrrad-Spuren) verbrauchen eine große Fläche an öffentlichem Raum. Nicht dass ich jetzt dagegen bin, aber aus dem Grund, dass den sozial schwächeren auch Möglichkeiten gegeben werden müssen, sich fortzubewegen. Das Klima werden wir damit nicht retten und bezüglich Lärmbelastung ist jeder Bus oder jede Straßenbahn um einiges lauter und weiter zu hören als eine Auto-Kolonne.

Die Zukunft der Mobilität könnte in öffentlichen, automatisch fahrenden Taxis liegen. Schon in 5-6 Jahren soll das automatisch fahrende Auto Realität sein. Diese automatischen Fahrten könnten zu automatischen Fahrgemeinschaften verknüpft werden, wobei aber jede an seinem Zielort ankommt und nicht x-mal umsteigen muss, damit er an einer Station in der Nähe seines Ziels ist. Keinesfalls werden die Menschen in 50-100 Jahren noch Busse quasi leer durch die Stadt kurven lassen. Das ist Verschwendung. Und bei halb-voller Fahrt oder gar geringerer Auslastung sind wir beim CO2-Ausstoß im Bereich eines vielfachen von einem einzeln besetzten PKW. Warum fahren die Busse trotzdem? Damit sich jeder Rentner, Schüler, Student, H4ler, Aufstocker, Geringverdiener Mobilität leisten kann. Und das sollte auch so bleiben.

Nun gut, worauf ich eigentlich hinaus wollte: Eine Umstellung von MIV auf ÖPNV bringt klimatechnisch kaum was. Es geht hier bestenfalls um 0,x Prozentpunkte der deutschen CO2-Produktion.

Gewerbeverkehr wird man sowieso nicht auf ÖPNV umstellen können. Will mal sehen was die Leute sagen, wenn der halbe Bus voll ist mit den Werkzeugen der Handwerker, der Torte des Bäckers oder LKW-Ladungen im Bus transportiert werden...

CO2-Sparen im großen Stil geht im Bereich Heizung im privaten Bereich wie bei Gewerbebauten. Ein Passivhaus ohne Heizung ist möglich, theoretisch könnten wir 100% aller Heizkosten sparen.

Maßnahmen dazu sind Dämmung, dichte, neue Fenster und Türen, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, moderne Heizsystem, falls Heizung erforderlich, ... aber Dämmung ist eben ein Teil der Maßnahme.
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Alt 05.12.14, 07:01   #279
HelgeK
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Ist hier eigtl OT... Zum Primärenergiebedarf der Bahn: Ja, alles plausibel und in Fachkreisen unstrittig. Für die CO2-Bilanz ist es allerdings entscheidender, woher die Energie kommt, weniger, wieviel verbaucht wird. Bei Auto und Flugzeug derzeit zu nahezu 100% aus fossilem Mineralöl. Die Bahn hingegen ist so sauber oder schmutzig wie der Energiemix des Stromnetzes, dass ein Zug gerade nutzt. In Frankreich dank Atomenergie oder in Norwegen dank Strom aus Wasserkraftwerken also weitgehend CO2 neutral und damit "sauber", in Deutschland dank unser halbgaren Energiewende, der guten Politik der Kohlelobby und den atomscheuen Wählern leider sehr "schmutzig".

P.S. Eine moderne Straßenbahn ist nicht lauter als eine "Autokolonne", sondern leiser als ein einzelner PKW. Straßenbahnen haben öfters das Problem, dass sie von Fußgängern und Radfahrern akustisch nicht wahrgenommen werden.

Und zum Flächenverbrauch des Fahrradverkehrs gegenüber dem Autoverkehr sollte man als Autofahrer IMHO besser schweigen.
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Alt 05.12.14, 09:38   #280
efhdd
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So, dann Back2Topic. Hier mal eine interessante Diskussion von Experten, Ingenieuren, Architekten und Handwerkern:

http://www.bauexpertenforum.de/showt...-SPON-unlesbar

Da kommt das aktuelle Spiegel-Thema nicht sonderlich gut weg, wenn man es mal ohne ideologische Verblendung analysiert.
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Alt 05.12.14, 10:15   #281
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nothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiell
Ich habe mir den Thread mal angesehen, der ist von der Inhaltstiefe und der Qualität der Argumente aber nicht vorzeigbar. Es gibt ja keine inhaltliche Auseinandersetzung damit, sondern man redet und lästert über die Zeitung allgemein. Die erwartbare Reaktion in einem Forum, in dem sich jene treffen die Ihr Brot mit dem Verkauf des Kritisierten verdienen. Erst die jüngeren Kommentare werden sachlicher, differenzierter, glaubwürdiger.

Trotzdem, die handwerklich-technische Seite ist nur ein Aspekt, das ganze ist ein gewichtiges Instrument in der gesellschaftlich getragenen Energiewende, die von der Politik verantwortet wird. Und die läuft eben nicht konsistenz, ich sage eben nur Kohlekraftwerke. Überhaupt ist nach meinem dafürhalten der ruf der Politik nach "Konsumanreizen" und "Wachstum" auch nicht mit Ressourcenschonung und Umweltschutz vereinbar. Die gesamte Politik ist nicht konsistent und damit sind ihre Einzelprogramme nicht überzeugend. Aber das ist wiederum ein anderes Thema.
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Alt 05.12.14, 21:37   #282
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57g CO2? Das glaubst du wohl selbst nicht, evtl. ein voll besetzter Reisebus ohne Gepäck auf absolut ebener Strecke als einziges Fahrzeug auf der Autobahn.
Die Daten die ich meiner Berechnung zu Grunde lege, sind Personenkilometer und Gesamtverbrauch eines Busunternehmens in einer Großstadt, allerdings darf ich diese nicht veröffentlichen. Wenn man diese Daten hat, ist es irrelevant, welche Wege die Menschen konkret fahren, welche Besetzung man zu Grunde legt o.Ä. Ich nehme den Dieselverbrauch, den die Busse in einem Jahr an der Tankstelle des Unternehmens getankt haben, teile diesen durch die Personenkilometer, multipliziere mit dem CO²-Faktor von Diesel (2,56 KgCO²/L) und teile durch 1.000 um von KgCO²/Personenkilometer auf gCO²/Personenkilometer zu kommen. Hinzurechnen muss man noch die Emissionen aus der Produktion und dem Recycling geteilt durch die Lebenslaufleistung mal die Kilometer pro Jahr und Bus, was dann in Summe 57gCO²/Personenkilometer ergibt.
Wenn ich über die durchschnittliche Auslastung den spezifischen, durchschnittlichen Verbrauch eines Busses ausrechne, lande ich bei 30-40L/100Km, was den Angaben namhafter Omnibushersteller entspricht. Also funktioniert auch die Gegenprobe.

Für das Auto gibt es die die Untersuchung "TREMOD 2013" die vom IFEU im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellt wurde. Dort sind auf Seite 30 die realen Werte der Verbräuche und Emissionen angegeben, die nach dem Modell errechnet wurden, das auch ich genutzt habe. Der Vorteil dieser Methode ist, dass die Verbräuche den realen entsprechen und nech denen auf den Versuchsanlagen, auf welche Autos heute optimiert werden. Folgende Werte wurden ermittelt und werden so auch vom Umweltbundesamt vertreten:

Zitat:
Pkw:Otto: 8,1l/100 km, Diesel: 6,6l/100 km
LNF: Otto: 8,8l/100 km, Diesel:8,3l/100 km
Sattelzug:34-40t Diesel: 30,8l/100 km(mittlere Beladung 48%)
Die entsprechenden CO2-Werte sind nachfolgend aufgelistet:
Pkw: Otto:188 g/km, Diesel: 174g/km
LNF: Otto: 205 g/km, Diesel: 218g/km
Sattelzug, 34-40t Diesel: 813g/km
Quelle: TREMOD 2013

Hinzuzurechnen sind noch die Emissionen der Produktion, da die Verbrauchswerte eben nur die Verbrauchswerte und nicht die Lebenszykluskosten darstellen, damit kommt man dann auf ca. 200gCO²/Km für einen durchschnittlichen deutschen PKW. Diese Daten decken sich mit denen namhafter deutscher Autobauer.

In meinem Universum sin 57g weniger als 200g. Aber sicher hast Du ein stichhaltiges und nachprüfbares Argument, wieso 200 doch weniger als 57 sind. Damit die "Umwege" des ÖV so groß wären, dass das Auto hier besser abschneiden könnte, müsste man mit dem Bus die 3,5-fache Strecke zurücklegen - eher unrealistisch.

Übrigens hat der von Dir angesprochene Reisebus, wenn er vollbesetzt ist einen CO²-Verbrauchskennwert von ca. 20gCO²/Kilometer.

Dieser Vergleich, bei dem das Auto besser abschneidet, als die Bahn ist natürlich wieder typisch. Man nimmt die Strecke bei der Bahn, bei der diese am schlechtesten abschneidet, nämlich die Fernstrecke und vergleicht mit der Strecke, bei der das Auto am besten abschneidet, auch hier die Fernstrecke. Tendentiell sind die Verbräuche des SPNV im Nahverkehr geringer die des MIV größer. Wieso also der Vergleich im Fernverkehr ein Argument sein soll, mit dem man es für gut heißt, im Nahverkehr mit gleich zwei Autos durch die Stadt zu gurken erschließt sich mir nicht.
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Alt 05.12.14, 22:57   #283
efhdd
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Selbst wenn ich diese 57 mal glaube, setzt sich diese zusammen aus 25-40 aus der Hauptverkehrszeit (mit dem größten Personenaufkommen, daher "drückt" diese Zeit den Schnitt auch stark nach unten, da hoher Anteil am Gesamtaufkommen) und mindestens 100 in der Nebenzeit und mindestens 500 in der Abend-/Nachtzeit. Im Mittel eben 57.

Wenn das durchschnittliche Auto (0-50 Jahre alt, tlw. deutlich übermotorisiert, SUVs, 7er BMWs, gewerbliche Kleintransporter usw...) mit mehr als 8 Litern Verbrauch an Benzin auf ca. 190 kommt, dann kommt etwa ein spritsparendes Modell (Golf Bluemotion usw.) auf maximal 100. Bei einem eigenen PKW habe ich die Wahl, so ein Auto zu benutzen, im Gegensatz zum Bus.

Damit kommt das Auto allein gefahren schon auf bessere Werte in der Neben-/Abend-/Nachtzeit. In der Hauptverkehrszeit würde man zu zweit etwa auf die Werte vom Bus kommen. Ohne Beachtung der längeren Wege.

Bei dem reinen Vergleich von 57 mit 200 vergisst du allerdings, dass ein Auto im Schnitt mit 1,5 Personen besetzt ist. Schon wenn wir Bestand mit Bestand vergleichen und deine Daten nehmen (57) sowie 200 von oben, dann sind das eben 133 pro Personenkilometer.

Das spritsparende Modell ist bei der durchschnittlichen Belegung bei etwa 60-70 und damit mit dem durchschnittlichen Bus (57) vergleichbar.

Was am Ende herauskommt? Mal ist Bus/Straßenbahn besser (Hauptverkehrszeit, voll besetzt oder übervoll), mal ist es das Auto (Bei mehreren Personen fast immer, bei einer Person in der Neben/Abend/Nachtzeit und falls der ÖPNV deutliche Umwege fährt im Gegensatz zu persönlich kürzesten Start/Ziel-Route.)

Sparen lässt sich hier etwas. Aber keine signifikanten Mengen, da kein Verkehrsmittel den anderen strikt überlegen ist. Wenn wir wirklich jedes Dorf erschließen etwa (im 10 Minuten Takt) und zahlreiche Querverbindungen einstellen, dann wird die durchschnittliche Belegung der Busse drastisch abnehmen, was zu einem Anstieg von CO2/P-km führen wird.

Im Gegenteil dazu die Heizkosten. Machen deutlich mehr CO2 als der private MIV aus und lassen sich theoretisch als Passivhaus auf 0 bringen, ohne dass jemand sich einschränken müsste. Es kostet halt. Selbst komplett ohne Dämmung könnte man, rein theoretisch, jedes Haus per Erdwärmekollektoren beheizen und die notwendigen Energiekosten komplett regenerativ erzeugen.
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Alt 05.12.14, 23:35   #284
Dvorak
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Das spritsparende Modell ist bei der durchschnittlichen Belegung bei etwa 60-70 und damit mit dem durchschnittlichen Bus (57) vergleichbar.
Für das "spritsparende Modell" gibt der Hersteller einen CO²-Kennwert alleine aus der Produktion von 74gCO²/Kilometer an. Das Fahrzeug selbst hat einen CO²-Verbrauchskennwert (auf der Versuchsanlage!) von 88gCO²/Kilometer laut Herstellerangabe. Zusammen macht das 164gCO²/Kilometer. Das soll jetzt besser sein als 57gCO²/Personenkilometer? Stimmt, wenn im Schnitt 3 Personen in einem solchen Wagen sitzen. Und was soll uns der Vergleich zwischen einem durchschnittlichen Dieselbus mit einem top-modernen Elektro-Hybrid-Wagen sagen? Neue Autos sind besser als alte Busse. Wieso vergleichen wir den Golf Bluemotion nicht gleich mit einer Adler? Und wieso nicht mit einem Elektrobus? Vermutlich passt Dir das Ergebnis nicht.

Die Belegung von 1,5Personen/PKW bezieh sich auf die gesamt gleisteten Personenkilometer innerhalb Deutschlands. Auf Basis der Wegehäufigkeit liegt der Wert bei lediglich 1,2 Personen/Km. Daraus kann man schließen, dass die Belegung im Stadtverkehr unter 1,1 liegt, das steht auch alles in der Studie Mobilität in Deutschland 2008, die ich schon erwähnt habe, aber gerne als Quelle noch einmal verlinke. Frage am Rande:

Deine Vergleiche sind hahnebüchen. Ein Elektroauto, am besten vollbesetzt, mit 100% Naturstrom gegen einen Bus im Nahverkehr. Du ziehst Dir so lange "Argumente" aus der Nase, bis Du das "Ergebnis" erhälst, welches Dir passt. Die Aussagekraft ist null. Für nichts nennst Du eine Quelle und beziehst Dich auf deinen "Glauben". Ich habe für alles Quellen und gebe diese auch an und sowohl Industrie, als auch Bundesregierung, Forschungsinstitute nutzen die gleichen Quellen.

Zitat:
... als Passivhaus auf 0 bringen,...
LEBENSZYKLUSKOSTEN!!! Häuser fallen nicht vom Himmel.
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Alt 05.12.14, 23:52   #285
efhdd
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Ok, du hast mich überzeugt. Ich halte die Klimaerwärmung um einige Grad Kelvin jetzt auch für unabwendbar. Dann sollten wir mit dem Klimaschutz aufhören und das Geld lieber dahin investieren, um die Folgen des Klimawandels besser zu verarbeiten. Außerdem heißt Grönland nicht Grönland, weil dort so viel Schnee gelegen hat, als es entdeckt wurde.

Wer Hummer H2 fahren will oder mit seiner Ölheizung 4.000 Liter Heizöl im Jahr verbrennen möchte, soll es machen, wenn er es sich leisten kann. Außerdem wird Öl im Moment eh immer billiger und billiger.

Nochmal kurz Eingangspost gelesen (Zitat): "Öko-Manie"!
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