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Alt Gestern, 14:16   #1441
MiaSanMia
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@Munich_2030:

Zitat:
der weiß, dass München in Deutschland ein sehr einsames und sehr kleines Schlusslicht darstellt in der Liga zeitgenössischer Wohnarchitekturen.
Nun ja, mit solchen Aussagen gewinnt der SZ-Autor allerdings auch nicht die Herzen der Bürger, da solche geradezu provokant überspitzt formuliert sind. Ich war jüngst in Hamburg, Köln und Düsseldorf. Nein, einen großen Unterschied konnte ich auch dort nicht erkennen, an sich soll dies die berechtigte Kritik am heutigen Städtebau aber nicht einschränken, nur ausweiten auf ein vielmehr gesamtdeutsches, wenn nicht oft sogar weltweites Problem.
Die Realität in München sieht auf der einen Seite die monotonen und wenig funktionsgemischten, dichtelosen Neubauviertel, wie z.B. den Hirschgarten oder die Funkkaserne. Auf der anderen Seite, besuchen regelmäßig Delegationen anderer Städte eben diese Viertel, um sich diese zum Vorbild zu nehmen (ebenfalls des Öfteren in der SZ erschienen). Längst nicht alles ist im Münchner Wohnungsbau schlecht (vgl. auch Genossenschaftsbau Funkkaserne). Vielfach werden Preise vergeben, für Projekte, die für uns augenscheinlich keinerlei städtebaulichen Wert besitzen.
Das Denken von Stadtplanern / Architekten und Bürgern ist vermutlich nicht selten völlig gegensätzlich (vgl. John Cranko Schule Stuttgart).
Die Lehre hat sich im Verlaufe der letzten 100 Jahre stark vom Kapitalismus prägen lassen, der Städtebau hat sich vielfach den Idealen und Gesinnungen von Architekten hingegeben, anstatt dem Auge des Betrachters zu gefallen, auch unterstützt von neuen Baustoffen, wie Beton und Glas, die mehr zu einer funktionsgetriebenen Wegwerfkultur beigetragen haben, als zu einer nachhaltigen, urbanen und lebensfreundlichen Umgebung. Ohne Zweifel ist die Wohnqualität durch die technischen Neuerungen wie Zentralheizung, Dämmung und allerlei elektronischem Zubehör deutlich gestiegen, für das Auge bleibt im öffentlichen Raum allerdings nur noch wenig übrig.

Zitat:
Und was man da für horrende Preise für die allerletzten Löcher sah, das spottet jeder Beschreibung.
"Löcher" (was verstehst du darunter?) gibt es in jeder Stadt, in Mailand mit Sicherheit deutlich schlimmere als in München (das CityLife steht nicht für die Mailänder Durchschnittswohnung und schon gar nicht kann es als Ausnahmeprojekt als Referenz herangezogen werden), hierzulande gibt es ja nicht einmal richtige Brennpunkte bzw. verwahrloste Gegenden, egal wo, jeder Bereich ist hier mehr oder weniger gepflegt. Das Mietniveau beider Städte bewegt sich dabei ziemlich auf Augenhöhe (wobei das Durchschnitteinkommen in Mailand geringer ist). Es ist kein Alleinstellungsmerkmal Münchens, dass sich hier jede Wohnung vermieten lässt. Dies haben sämtliche Boomstädte der Welt gemeinsam. Noch vor 100 Jahren, drängten sich in London bspw. 100 Leute auf eine Toilette und eine ganze Familie schlief in einem Bett. Und das für fast den gesamten Monatslohn eines Fabrikarbeiters. Es ist also auch längst keine Auswucherung unserer heutigen Zeit.

Zitat:
Dann schauen wir mal in 10-15 Jahren, ob man eine 60-70qm Neubauwohnung immer noch für 1.500€-2.500€ warm vermieten kann?
In Toplagen werden solche Preise auch bei ansonsten niedrigerem Preisniveau aufgerufen werden können. Daran ändern auch 15.000 Neubauwohnungen pro Jahr nichts. In Randlagen sind 900-1.400 Euro (kalt) für 60-70qm üblich bzw. laut Mietspiegel aufrufbar.

Zitat:
Wie eigentlich in den meisten Städten in Europa üblich!
Welche Städte sind denn damit gemeint? Überall dort, wo es viele Arbeitsplätze, die noch dazu mit hohen Gehältern locken, gibt, sind die Mietpreise entsprechend hoch. Die Mietpreise in Deutschland sind im Schnitt verglichen mit anderen europäischen Ländern nicht sehr hoch. Klar, ist München hier in DL die Nummer 1, auch wenn in einem Mietpreisranking der 30 teuersten europäischen Städte, München seltsamerweise überhaupt nicht auftaucht (FFM und HH dagegen schon) Nur die Mietpreise zu betrachten, wird dem Geldbeutel allerdings sowieso nicht gerecht.
An den gesamten Lebenshaltungskosten gemessen, landet München weltweit auf Platz 35, u.a. hinter Frankfurt, Hamburg oder Wien.


@Theseus_532:

Zitat:
Die ganzen gegenwärtigen Projekte sind nach einem ähnlichen Schema angeordnet. Wir wissen von Planung bis Umsetzung vergehen 15 bis 20 Jahre, das heißt, die nächsten 20 Jahren wird alles ähnlich aussehen.
Welche Projekte meinst du denn genau?
Ich erkenne keine Ähnlichkeit zwischen Baumkirchen Mitte oder der Funkkaserne, zwischen der Bayernkaserne oder der PEK, zwischen der Ratholdstraße oder der Hochäckerstraße, zwischen der Parkstadt Schwabing Nord oder der Lilly-Reich-Straße, zwischen der Macherei oder dem Arnulfpark. Nein, ich erkenne Besserung.
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Alt Gestern, 16:55   #1442
Theseus532
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Bitte nicht böse sein, aber du erinnerst mich wirklich an einen bestellten Jubelperser der in München immer als toll findet und jeder auch nur im Ansatz geäußerte Kritik widerspricht, deine Beiträge sind so vorhersehbar.
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Alt Gestern, 19:28   #1443
MiaSanMia
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Naja, dich zwingt ja keiner meine Beiträge zu lesen, Theseus.

Wenn deine Beiträge hier aber einzig und allein daraus bestehen, alle heiligen Tage mal ins Münchner Subforum vorbei zu schauen, und zwar zuverlässig dann, wenn der Münchner Städtebau kritisiert wird (...vorhersehbar...), du kaum Informatives, noch Nachprüfbares, sondern selten mehr als deine subjektive Schwarzmalerei (...bitte nicht böse sein...) beizutragen hast, wie soll dann eine Diskussion entstehen? Du antwortest mir, wie ich sehe, lieber mit der ewig gleichen Nummer, mir die rosarote Brille vorzuwerfen, anstatt dich einmal objektiv und ohne Polemik mit der Materie auseinanderzusetzen.
Wenn dir die Dinge in München nicht passen, dann setz dich doch dafür ein, dass sich daran was ändert. Geht halt schlecht, wenn man in Berlin wohnt. Dann wirf mir aber nicht vor, ich würde Kritik nicht zulassen. Ich glaube kaum, dass du mich persönlich kennst. Seit Jahren setze ich mich - ohne in einer Partei aktiv zu sein - in Bogenhausen dafür ein, dass die SEM MNO keine zweite Messestadt wird, dass die U4 verlängert wird. Gar nicht so einfach, wenn ein Großteil der Bevölkerung eine völlig andere Meinung vertritt und bei Kritik an der Bürgerschaft Zustände wie im Tollhaus entstehen.
Zuletzt musste ich wieder eine Privatwohnung vermieten, 300 gut geeignete Interessenten hatte ich da binnen einer Woche zur Auswahl, 60 Leute bei den Besichtigungen. Meinst du, es fällt mir da leicht, mich bei der Vielzahl netter Leute, für einen zu entscheiden und diese Zustände dann auch noch zu begrüßen, ganz davon abgesehen, was das an Zeitaufwand bedeutet? Nichts liegt mir ferner, als den Wohnungs- und Büromarkt in München zu bejubeln und ich denke diese Position wird hier in den verschiedensten Threads (insb. Hochhausbau, Funkkaserne oder Ackermannbogen) auch klar herausgestellt.
Ich darf aber wohl noch zwischen konstruktiver Kritik und eben nicht konstruktiver, bei den Haaren herbeigezogener Kritik unterscheiden, und genau bei Letzterer erlaube ich es mir dann, zu widersprechen. Was erwartest du denn auf die Aussage, alles in den kommenden 20 Jahren wird gleichaussehen oder die Mieten in Europa wären meist niedriger als die in München? Einen bestellten Jubelperser?

Erläutere doch einfach sachlich, welche meiner Ausführungen im vorangegangen Post #1441 nicht zutreffen. Ich bin gerne offen für Richtigstellungen.
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Alt Gestern, 19:33   #1444
Isek
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Zitat:
Zitat von Theseus532 Beitrag anzeigen
Bitte nicht böse sein, aber du erinnerst mich wirklich an einen bestellten Jubelperser der in München immer als toll findet und jeder auch nur im Ansatz geäußerte Kritik widerspricht, deine Beiträge sind so vorhersehbar.
Is ja irgendwo nachvollziehbar. Schließlich ist er mit München reicher geworden als was man aktuell jemals durch normale Lohnarbeit reich werden kann. An seiner Seite würde ich auch schnell zum Jubelperser. ;-)
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Alt Gestern, 19:36   #1445
Munich_2030
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@Theseus: Das ist aber eine etwas harsche Kritik .

Allerdings bin ich auch immer wieder verwundert, wie jemand die Stadt München bzw. deren Architektur, Miet und Wohnpreispolitik dermaßen verteidigen kann?

Vor Allem wenn man davon ausgeht, daß viele hier im Forum ja auch Städte bereist haben, die München in dieser Sicht meilenweit vorraus sind.

Es gibt viele tolle Dinge hier. Aber in architektonischer Sicht...naja, da ist die Zeit 20-30 Jahre stehen geblieben.

OB Ude war ein großartiger "Redner"...aber in städtebaulicher Sicht das Schlimmste, was München passieren konnte.

Ein Mann ohne Visionen. So langsam befürchte ich das bei Reiter auch.

Keine Visionen.
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Alt Gestern, 20:04   #1446
Isek
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^^

Wobei man die Miesere nie auf eine Person reduzieren kann. Hinter dem System Ude bzw. dem System München so wie wir es kennen stecken viele viele sagen wir zehntausende vielleicht sogar hundettausende Jubelperser, die nur durch den Standort München in den letzten 20 Jahren steinreich geworden sind.
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Alt Gestern, 20:20   #1447
MiaSanMia
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Zitate Munich_2030:

Zitat:
, wie jemand die Stadt München bzw. deren Architektur, Miet und Wohnpreispolitik dermaßen verteidigen kann?
Dazu interessieren mich dann doch konkrete Belege, in denen ich die Wohnungspolitik der Stadt München bzw. darüber hinaus die Architektur "dermaßen" verteidige.
Nur vorneweg: Verteidigen heißt für mich, ich schreibe bewusst, wie toll der Stadtrat seine Ziele definiert und einhält, wie wohldosiert die Anzahl der Neubauwohnungen in der Stadt ist, wie unkompliziert und toll der ÖPNV hier ausgebaut ist und welche sagenhaft mutige Architektur der Neuzeit wir doch hier haben.

Zitat:
Vor Allem wenn man davon ausgeht, daß viele hier im Forum ja auch Städte bereist haben,
Ja, dazu würde ich mich selbst auch zählen, ich habe sogar jahrelang in London gelebt und lebe dort mehrmals im Jahr immer noch. Ich komme also aus München schon noch raus .

Zitat:
die München in dieser Sicht meilenweit voraus sind...
...und da widerspreche ich dir ganz und gar nicht...

Zitat:
So langsam befürchte ich das bei Reiter auch.
Ich habe mein Profilbild prophylaktisch geändert. Allerdings kann ein OB allein nicht viel ausrichten, weniger als je zuvor, da die "Macht" der Bürger so groß wie nie ist. Ich habe es jüngst erst bei der Veranstaltung zur Eggenfeldenerstraße erlebt. Die Stadt würde ja gerne dicht bauen, doch die Bürger wehren sich notfalls bis vor´s Gericht. Es liegt halt leider nicht alles allein in den Händen des Bürgermeisters oder des Stadtrats, auch wenn natürlich gerade Letzterer in ÖPNV Fragen so einiges verschleppt, vorwiegend durch Parteiengezanke. Stehen einem die Bürger nicht im Weg, so sind es ein andermal die Gesetze (siehe Carl-Wery-Straße). Schließlich kann man noch einen Schuldigen für die oft zu mutlose Architektur suchen. Ja, da weiß ich auch keine eindeutige Ursache, als dass es wohl eine Mischung aus ambitionsloser Stadtverwaltung, Architekten, Jurys, Lokalpolitiker oder besorgter Bürger ist.

Zitat Isek:

Zitat:
Schließlich ist er mit München reicher geworden als was man aktuell jemals durch normale Lohnarbeit reich werden kann
Da fällt mir jetzt nur noch Heinrich Haffenloher aus Kir Royal ein...
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