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Alt 07.12.14, 17:20   #1
Dexter
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Bauphase ehem. Hauptpost am Hbf. - Abriss, Sanierung und Neubau

Nach den Investitionen in drei neue Hotels in der Bahnhofstraße (Novotel, Hampton by Hilton, Holiday Inn Express) und dem Umbau des alten "Bavarian American" in Park Plaza zeichnet sich nun ein ungleich größeres Investment in der Nachbarschaft des Hauptbahnhofs ab.

Die Alte Hauptpost,
in verschiedenen Etappen errichtet, steht vor grundlegender Neuordnung. Dabei soll der Rundbau aus den 1920er Jahren teils erhalten bleiben (Fassade, Treppenhäuser) während sämtliche Anbauten aus den 1930er bis 1960er Jahren beseitigt werden können/sollen. Interessant dabei: Der bestehende Denkmaschutz, der bislang nur für diesen Teil der Anlage besteht, soll für diesen auch danach bestehen bleiben.
Insbesondere der markante, aber schon zu seiner Erbauungszeit als misslungen betrachtete Turmbau direkt neben dem Bahnhof wird aber wohl für etwas Neues platz machen.

Was soll nun entstehen?
Die Rede ist von weiteren Hotels (2 und 4 Sterne), evtl. ein Kongresszentrum und Büroflächen. Die Post soll Ihre Filiale dort weiter betreiben, Gastronomie und kleinere Dienstleistungseinheiten sind erwünscht. Derzeit verfügt das Ensemble über ca. 22 000qm, weitere 3000qm könnten an Fläche maximal dazukommen.

Da dem Areal eine besonders hohe städtebauliche Bedeutung zukommt, wird ein privater, vom Investor durchgeführter, nichtöffentlicher Wettbewerb ausgelobt. 15 Archtitekturbüros sollen daran teilnehmen. Dieser soll bereits Anfang 2015 starten. Besonderen Wert legt man offenabr auf das Thema Kommunikation, hierfür wird eine PR Agentur eingekauft welche die Öffentlichkeit mit nötigen Infos versorgt. Tja...

Baubeginn solle nach Wünschen des Investors bereits 2016 sein.
http://www.haupt-immobilien.de/aktue...hauptpost.html

Mein Fazit:
Die Investition ist zu begrüßen und mit Ausnahme des Rundbaus ist in der Tat der Rest gut verzichtbar. Ich hoffe sehr das hier etwas passableres als das heute bereits bestehende errichtet wird.

d.
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Alt 08.12.14, 22:48   #2
nothor
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...heute in den Nürnberger Nachrichten, Seite 9. (Online noch nicht)

Von den Planungen betroffen sind ja insbesondere die Gebäude, die aus der Königstraße von der Altstadt kommend sichtbar sind. Zum einen der Kopfbau aus den dreissiger Jahren mit dem flachen Walmdach und den Arcaden, sowie der Verbindungsflügel zum Rundbau aus den siebziger Jahren:



Ich denke gerade den markanten Kopfbau sollte man sich so schnell abtun, denn der Bau hat eine für den Bahnhofsvorplatz enorm wichtige raumfassende Wirkung. Das Gebäude ist auch Historisch und Architektonisch nicht ganz uninteressant. Eigentlich seltsam, dass es nicht unter Denkmalschutz steht.
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Alt 08.12.14, 23:33   #3
KurushiX
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ehem. Hauptpost am Hbf. - Abriss, Sanierung und Neubau

Finde den Bau auch Klasse . schon allein wegen den wuchtigen Arkaden.

Wenn das alles abgerissen wird .. oh weia . dann kommt an die Stelle bestimmt ein 5 geschossiger Kasten mit Rauputz .

Hab Angst vor so einer Horrorvorstellung
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Alt 08.12.14, 23:41   #4
Dexter
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Die Fassade des Kopfbaus wurde von Max Kälberer entworfen. Der siebegeschossiger Stahlskelletbau war ursprünglich mit anderem Aussehen geplant, die Nazigranden der Stadt stoppten jedoch die ursprünglichen Pläne nach der Machtergreifung und schrieben einen Wettbewerb aus. Heraus kam ein insgesamt unpropotionierter Bau der einen deutlichen Bruch zu der damals noch sehr historisierenden Umgebung, inklusive des zu dieser Zeit noch deutlich opulenteren Hauptbahnhofs darstellte.

Das oben gezeigte Bild zeigt auch recht gut, welche erdrückende Wirkung der Bau mit dem zugegebenermaßen noch deutlich missglückterem Anbau auf den Bahnhofsplatz hat.

Die städtebauliche Situation ist in der tat heikel, allerdings ist man sich dessen auch bewusst. Sofern man hier neu baut, wird sicher ein mindestens ähnlich akzentuierender Baukörper entstehen. Nur hoffentlich einer, den Bahnhofsplatz ästhetisch nicht derart "unterjocht".

@ Kurushix: Rauputz wird es hier sicherlich NICHT geben. Ein Lochfassade inkl. Naturstein ist erwünscht...

d.

Geändert von Dexter (09.12.14 um 00:07 Uhr)
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Alt 09.12.14, 00:19   #5
omanUt
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Finde gerade die Quelle nicht, meine aber das der Ursprüngliche Entwurf mit Flachdach und moderner Fassade auf Anweisung der Nazis überarbeitet werden musste und es so zur Verpackung des Stahlbaus kam.
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Alt 09.12.14, 22:24   #6
nothor
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Der initialisierende Zeitungsartikel ist zwar nicht én Detail nachzulesen, allerdings ein allgemein gehaltener zu "Nürnberg und seine [endlosen] Bauprojekte": http://www.nordbayern.de/region/nuer...tand-1.4059996

Zum Postgelände heisst es dort:
Zitat:
In den Unterlagen für den Stadtrat heißt es, dass der Kopfbau, der aus den dreißiger Jahren stammt, und der Anbau aus den siebziger Jahren abgerissen werden. Sie stehen nicht unter Denkmal- oder Ensembleschutz. Vom Rundbau, der in den zwanziger Jahren entstanden ist, werden nur die Fassade und die originalen Treppenhausanlagen übrigbleiben. Beide stehen unter Denkmalschutz. Erhalten wird auch die derzeitige Dachfigur. Im Rundbau wurde über Jahrzehnte hinweg die Briefpost für ganz Nürnberg verteilt. Abriss und Teilabriss werden mit der nicht sanierungsfähigen Statik begründet. Das Bayerische Landesamt für Denkmalschutz und die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt haben den Plänen zugestimmt. Geplant ist auch, die eingeschossige Halle zwischen Rundbau und Gleisen abzureißen.
Zu den Planungen wird ausgeführt:
Zitat:
Die Altbauten sollen durch Gebäude mit Lochfassaden, die sich an die Umgebung anpassen, ersetzt werden. Um die architektonische Qualität sicherzustellen, wird 2015 ein einstufiger, nicht offener Wettbewerb für 15 Büros durchgeführt. Baubeginn soll 2016 sein.
Quelle: NZ online.

Anscheinend ist die Stadt daran interessiert, hier schnell und ohne lange Prozesse Ergebnisse zu sehen, Stichwort "nicht offener Wettbewerb", d.h. also es soll sich nicht jeder beteiligen können. Allerdings, unter "an die Umgebung angepasste Lochfassade" stelle ich mir nun kein Highlight vor. Das kann ja was werden....
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Alt 16.12.14, 20:53   #7
nothor
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Hintergrundinformationen

Die Stadtbildinitiative Nürnberg befasst sich ebenfalls mit dem Thema der Entwicklung des Hauptpostareals am Bahnhofsplatz. Auf deren Seite sind dazu eien Reihe interessanter Informationen und historisches Bildmaterial zusammengestellt worden:

http://stadtbild-initiative-nuernberg.de/?page_id=190

Von besonderem Interesse ist dabei der Kopfbau mit den Arcaden, da der Rundbau bestehen bleibt und der mittlere Trakt einmütig als nicht erhaltenswert beurteilt wird. Und die Geschichte des Kopfbaues in den ersten 20 Jahren seines Bestehens ist dort gut nachgezeichnet: Zunächst der strenge und konsequente Entwurf des Architekten Kohl in der neuen Sachlichkeit als Stahlskellettbau. Der Entwurf hatte für damalige Verhältnisse schon etwas Sensationelles. Die Stahlskellettbauweise kannte man damals ja nur aus dem Hochhausbau, z.B. aus New York oder aus Chicago. Die Nazis haben sich den Entwurf im Rahmen Nürnbergs Funktion als Stadt der Reichsparteitage vorgenommen und "eingedeutscht". Nürnberg wurde eine strenge Programmatik in der Architektur und im Stadtbild übergestülpt, in dem verschiedene Bestandbauten äußerlich stark verändert worden sind. Die meisten davon sind heute jedoch verschwunden. Unter diesem Zwang wurde der Entwurf des Kopfbaus durch Architekt Kälberer stark abgewandelt, es kam das Walmdach hinzu, die Arcaden wurden eingefügt,d as Gebäude verjüngt sich nach oben hin und erhält durch den ausladenden Sockel etwas Burgartiges.
Schließlich kamen Krieg und Zerstörung, und der abermals veränderte Wiederaufbau in den 1950'er Jahren.

Demnach steht dieser Bau für so einiges im 20. Jahrhundert:
- der Einzug der Moderne in dem Stil, den wir heute "Bauhaus" nennen,
- wegweisende, moderne Bauweise bei Großbauten, Alternative zum konventionellen Massivbau
- gestalterisch als zunächst fortschrittlicher, dann nazifizierter und später wieder entnazifizierter Bau, an dem sich heute noch alle Entwurfsstadien ablesen lassen.

Und wenn man denn so will ist nicht das Hochhaus am Plärrer Nürnbergs erstes Hochhaus, sondern dieses hier. Denn es zeigt ganz klar die bis heute gültigen konstruktiven Merkmale eines Hochhauses, auch wenn es allein anhand der Etagenanzahl keines ist. In meinen Augen sollte man hier nicht vorschnell Geschichtsbereinigung mit dem Abrissbagger machen.
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Alt 16.12.14, 22:24   #8
KurushiX
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Kopfbau unbedingt stehen lassen !!!

Mittelbau wegreissen und im Neubau, der weiter Richtung Straße gehen sollte, die Arkaden quasi verlängern.

Arkaden haben was "gemütliches".. außerdem sind sie bei schlechtem Wetter sehr praktisch
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Alt 20.12.14, 11:52   #9
Gelber Löwe
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Zitat:
Zitat von KurushiX Beitrag anzeigen
Kopfbau unbedingt stehen lassen !!!

Mittelbau wegreissen und im Neubau, der weiter Richtung Straße gehen sollte, die Arkaden quasi verlängern.

Arkaden haben was "gemütliches".. außerdem sind sie bei schlechtem Wetter sehr praktisch
Das sehe ich genauso.

Leider hat das den Telefonzellen auch nicht geholfen!
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Alt 20.12.14, 15:07   #10
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Sehe ich auch so, @nothor. Ich begreife nicht, warum das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege den Bau bisher nicht unter Schutz gestellt hat. Es geht meiner Meinung nach nicht an, einerseits Hymnen auf heterogene, historisch gewachsenen Baudenkmale zu singen und dann den Listeneintrag mit der Begründung abzulehnen, es sei zuviel nachträglich verändert worden. Das mag mit Bezug auf Veränderungen in der jüngsten Vergangenheit (also seit den 1970er Jahren) in Ordnung sein; die Wiederaufbau- und Wirtschaftswunderzeit ist aber meines Erachtens eine historisch wie kunstgeschichtlich abgeschlossene Epoche. Deshalb: Erhalt und Aufnahme in die Denkmalliste – jetzt!
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Erst wenn die letzte Fassade gedämmt, die letzte Villa entkernt, der letzte Garten zugebaut ist, werden die Menschen feststellen, dass Denkmalschutz doch sinnvoll ist.
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Alt 20.12.14, 16:00   #11
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Absolut!

Wenn man sich das Gebäude von außen genauer ansieht wird es zunehmend schwer daran zu glauben, dass hier tatsächlich etwas gleich oder höherwertiges nachkommt. Eindrücke von heute, zunächst die Kolonaden:



Auch hier fällt mir nichts vergleichbares in Nürnberg ein, leider fehlt beiderseits eine gelungene Anbindung der Kolonaden an die Fußwege, sodass einjeder nur hindurch hetzt. Zum Beispiel findet sich dort ein Hauszeichen, dessen Bedeutung ich allerdings nicht kenne. Vermutlich befindet sich unter der Postbank-Reklame noch ein Schriftzug:



Die Gebäudegeometrie erinnert tatsächlich etwas an Italien. Hier erkennt man gut den ausladenden Sockel bis in ca. 10 Meter Höhe:



Von hinten zeigt sich ebenfalls eine gewisse Zeitlosigkeit und Moderne des Kopfbaues - im Gegensatz zum Mittelteil, der qualitativ deutlich abfällt (allerdings stark den Hotelneubauten in der übrigen Bahnhofstraße entspricht):



Unzweifelhaft schön ist allerdings der Rundbau, der vom Innenhof allerdings deutlich attraktiver ist als von der Allersberger Straße aus gesehen. Gottseidank bleibt er erhalten:



So richtig überzeugt davon, dass man aus dem Kopfbau nichts machen kann, bin ich nicht. Er sieht ja irgendwie jetzt schon aus wie ein Hotel.
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Alt 20.12.14, 16:14   #12
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Danke für die aktuellen Bilder, @nothor! Auf Deinen Ansichten kommt die Qualität des Kopfbaus sehr gut rüber. Das Relief könnte eine Allegorie auf das Postwesen oder eine Illustration der Postgeschichte sein, vielleicht ein Bote der Antike mit Empfänger oder sowas. Scheint mir aus der Nachkriegszeit zu stammen und erinnert an die (zerstörten) Reliefs am Nordportal der Stadtbibliothek.
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Alt 07.01.15, 19:23   #13
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Ein gesundes, erfolgreiches neues Jahr an alle, die hier hereinschauen!

Gestern berichtete die Nürnberger Zeitung über wachsende Kritik an den Abrissplänen bei der Hauptpost:

http://www.nordbayern.de/region/nuer...baus-1.4110445

Dabei stützen sich die Argumente hauptsächlich auf den bislang nur unzureichend gewürdigte architektonische Qualität und historische Bedeutung des Kopfbaus (wieso kein Denkmalschutz!?), sowie auf die difusen Pläne eine nicht näher zu spezifizierenden späteren Nutzung eines Neubaus angesichts des hohen Büroleerstands rund um die Altstadt. Allein die DATEV, die demnächst ihren Neubau in der Fürther Straße bezieht, als auch die Team-Bank, die ihren Neubau in der Beuthener Straße bereits bezogen hat, haben großen Leerstand auf dem Büroflächenmarkt hinterlassen. Dabei ist das seit Jahren leerstendene alte Arbeitsamt nicht mitgezählt, und die immensen Neubauflächen der Marienzeile kommen noch hinzu.

Für die Meinungsbildung zur Bedeutung des Kopfbaues sei also jedem Architekturinteressierten die Ausarbeitung der Stadtbild Initiative Nürnberg (Link) ans Herz gelegt. Diese Argumente sollte man m.E. berücksichtigen, bevor man sich auf einen tolles, neues Bürohochhaus am Bahnhof freut. Soweit ich gehört habe ich auch der Businesstower nicht voll belegt. Daher glaube ich schon dass uns hier noch ein interessanter Meinungsaustausch erwartet. Die Plaunungen zum Hauptpost-Komplex erhalten daher einen eigenen Thread.
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Alt 07.01.15, 21:57   #14
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Zitat:
Dabei stützen sich die Argumente hauptsächlich auf den bislang nur unzureichend gewürdigte architektonische Qualität ...
Meiner Auffassung nach geht es eher um die Architekturgeschichte des Bauwerks, nicht um dessen tatsächliche Qualität. Der von dir verlinkte Artikel macht das ziemlich deutlich, vor allem in der Passage zu einer möglichen Aufstockung "des Stummels"

Zitat:
...sowie auf die difusen Pläne eine nicht näher zu spezifizierenden späteren Nutzung eines Neubaus angesichts des hohen Büroleerstands rund um die Altstadt
Wieso sind die Pläne des Investors difus? Eher ist es diese Form der Argumentation. Der Büroleerstand in Nürnberg ist recht niedrig, der Hauptteil der Büroflächen am Altstadtring jedoch aus den 50ern und 60ern Jahren und für heutige Nutzungskonzepte daher kaum brauchbar. Hier ist doch der wahre Hintergrund für Leerstand in dieser Lage. Das nun hier an prominenter Stelle Abhilfe geschaffen werden soll, noch dazu mit dem allseits herbeigesehnten Kongressräumen inklusive, ist zu begrüßen. Schon urkomisch ist der im Artiekl vorgebrachte Verweis auf den möglichen "zukünftigen Leerstand" einer heute ja bereits leerstehenden Immobilie.

Frankfurt hat übrigens eine deutlich höhere Leerstandsquote, doch da wird stetig in repräsentative Immobilen investiert die dann auch erfolgreich vom Markt gehen. So funktioniert eben wirtschaftlich orientierter Städtebau.

Von mir aus kann man den Bau auch stehen lassen, ich find ihn nicht besonders, aber naja. Aber es wäre ein rechter Schuss ins Knie wenn die Pläne stecken blieben und der marode und viel reizvollere Rundbau dann endgültig zusammen bräche.

D.
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Alt 07.01.15, 23:05   #15
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Die architekturgeschichtliche Qualität habe ich ja auch gemeint, wobei das Gebäude auch ohne das Detailwissen um dessen Geschichte sicherlich nicht das hässlichste ist. In dem Artikel werden im übrigen verschiedene Meinungen zitiert. Die Aussage zu dem "Stummel" ist ja aus einer anderen Richtung gekommen als die über die architekturgeschichtliche Qualität.

Der Vergleich mit Frankfurt indes hinkt ja irgendwie, denn wie du schon sagst wird in Frankfurt aus Prestigegründen hoch gebaut, in Nürnberg ist das weniger ausgeprägt. Wobei die DATEV, die Neubauten am Wöhrder See und die Teambank ja schon in die Richtung gehen, allerdings kein Vergleich mit Frankfurt. Demgegenüber zeigen zusätzlich das ehem. Arbeitsamt und diverse kleinere Leerstände direkt an der Achse Bahnhofstraße - Frauentorgraben einen tatsächlich vorhandenen Leerstand, und das in deutlich moderneren Bürohäusern. Ist ja leicht zu sehen an den außen an den Fenstern angebrachten "zu vermieten"-Schildern. Soll heißen, die Nachfrage an Büroflächen in Nürnberg würde ich nicht als boomend einschätzen. Der Investor Haupt hat ja auch noch keinen Mieter für den jetzigen oder einen künftigen Neubau. Das ist ihm sicherlich nicht vorzuwerfen, mir fällt da auch so schnell keiner ein. Aber wenn ich dann ein Standard-Bürohaus-Neubau im Zeitgeschmack wie die übrigen nun nicht mehr nagelneuen Bürohäuser dort errichte ist die Bemerkung mit dem Leerstand nicht ganz von der Hand zu weisen. Dabei ist man noch nicht bei der Frage Erhalt vs. Neubau. Mir persönlich ist es ja eher egal, wer die Räume dort bezieht, ich habe nur ein Interesse daran, dass es entweder im bestehenden Gebäude (saniert) ist, oder ein wirklich gelungener repräsentativer Neubau entsteht. Nach meiner Beobachtung entstehen solche repräsentativen Neubauten nur dann, wenn es bereits einen potenten Ankermieter gibt bzw. der Nutzer auch der Bauherr ist. Da Haupt allerdings noch nach Mietern und Nutzern sucht, sehe ich da eher Durchschnittsarchitektur entstehen (Stichwort "B2" in der Bartholomäusstraße). Aber wir werden sehen, es wird ja einen Wettbewerb geben.
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