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Alt 10.01.16, 01:48   #46
nothor
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Straßenraster und Turmhelme - St. Leonhard



St. Leonhard ist in meinen Augen ein ganz besonderes Nürnberger Stadtviertel. Zum einen ist es ein sehr ruhiges, weil ungünstig zwischen vom übrigen Stadtgebiet abschneidenden Verkehrsarmen liegend. Im Norden haben wir die Bahnlinie nach Fürth (Leipzig/Berlin) und den stadtautobahnähnlichen Frankenschnellweg, die gemeinsam eine Barriere darstellen wie in Köln der Rhein. Selbst die Pegnitz lässt sich in Nürnberg stehts leichter queren. Im Südosten liegt die Bahnlinie nach Stuttgart und im Westen läuft das Viertel langsam aus in Mischgebiete an der Von-der-Thann-Straße, die dank Lärmschutzwänden wiederum wie eine Schnellstraße daherkommt. Das bedeutet aber auch, dass wer nicht muss auch nicht St. Leonhard ansteuertn sondern immer drumherum fährt. Man muss es schon auf dem Plan haben.
Andererseits allerdings wirkt das Viertel so heile und seelenberuhigend wie kaum ein anderes in Nürnberg: Architektur zu genießen ist in Nürnberg sehr schwer. Man findet zwar immer wieder mal hochwertige Objekte aus allen Epochen. Aber sie sind nur sehr selten gerahmt in gestalterisch entsprechende Nachbarn. Stets versetzt einem eine geschmackliche Entgleisung einen Schlag in die Magengrube. Das Stadtbild wird zu einer Ansammlung aus nach Aufmerksamkeit schreienden Solitären, wie die musikalische Beschallung duzender Kirmesbuden auf einem Rummel. Nicht so in St. Leonhard. Vom Krieg weitgehend verschont ist die Bausubstanz des Viertels weitgehend erhalten geblieben. Neubauten sind meist Lückenfüller und keine Ersatzbauten für Kriegsverluste, wie sonst oft der Fall. Das Viertel kommt dem Zugewanderten aus anderen Großstädten daher vertraut vor, hier findet man in Fülle was alle über Nürnberg sagen: Altbau.



Der historische Kern des Viertels ist die kleine Pfarrkirche St. Leonhard aus dem 14. Jahrhundert mit dem angrenzenden Friedhof, die um den einst als Siechkobel gegründeten Ort errichtet wurden. Die Nürnberger schickten damals wohl ihre hoch ansteckenden, dem Tode geweihten Leprakranken hierher, raus aus der engen Altstadt. Viel getan hat sich in den darauf folgenden Jahrhunderten hier nicht, denn die einzige, wohl damals als feste Straße existierende 'Schwabacher Straße', auch heute noch Hauptdurchfahrtsstraße, weist oft entsprechende niedriggeschossige Bebauung auf. Direkt um die Kirche herum entlang der Schwabacher Straße bleibt es bis ca. 1880 dreigeschossig, kein Denkmalschutz.





Welche Tradition also eine Apotheke am Ort hier haben könnte, dieses Haus ist von ca. 1925, kann ich leider nicht recherchieren. Es steht - wie im Übrigen alles östlich der Schwabacher Straße - nicht unter Denkmalschutz. Was ich ziemlich skandalös finde.



Dieses kleine Haus dürfte eines der ältesten in St. Leonhard sein. Es wird derzeit tapfer gehalten von einem Juwelier, wirtschaftlich gesehen. Natürlich kein Denkmalschutz.



Gehen wir die Straße weiter hinauf Richtung Nürnberger Innenstadt und damit weiter weg vom Ortskern "St. Leo's", wird die Bebauung höher. Die beiden Gründerzeitler links, westlich der Schwabacher Straße stehend, sind denkmalgeschützt. Das stolze Eckhaus aus den 1950'ern allerdings nicht:



Gerade diese Nachkriegszeithäuser lerne ich städtebaulich zunehmend wertzuschätzen. Zu schnell wird vernichtend über sie geurteilt, aber sie haben oft was heutigen Entwürfen in Nürnberg fast völlig fehlt. Eine Sockelzone, ein kräftiges Traufgesims und eine feingliedrige Gestaltung aus Fensterachsen, Balkon und meist Lisenen oder Risaliten. Heutige Entwurfsverfasser bekommen oft nichteinmal das hin und nennen es dann Bauhausstil. Nicht alle, aber recht viele dieser Nachkriegsbauten haben denen gestalterisch einiges voraus, insbesondere wenn es noch Fassadenmalerien oder Sgraffito gibt/gab. An sonsten findet sich im Norden St. Leonhards das ehem. Schlachthofgelände, das m.E. höchst unglücklich überverdichtet wurde mit Reihenhauszeilen. Es macht keinerlei Spaß dort irgend etwas zu fotografieren. Zusätzlichd as etwas besser gelungene Zuckerbär-Areal mit der geretteten Fabrikantenvilla (Link). Direkt daneben steht eines der wenigen, reinrassigen Jugendstiljuwelen Nürnbergs, die Villa Meck:



Diese steht in einem Straßenzug aus weitgehend gut erhaltenen Gründerzeitlern in hier bereits oft erwähntem Nürnberger Jugendstil. Und es deutet sich an, was in der Überschrift bereits steht: Erstaunlich viele der alten Häuser haben noch ihre intakte Dachlandschaft mit samt der Turmhelme, wie hier in der Holzschuherstraße:





Nicht wenige Gebäude haben sogar mehrere davon auf ihren Dachgauben, wie die Rothenburger Straße Nr. 142, wenn auch in jüngerem Gewand.



Gehen wir die Rothenburger Straße entlang.





Richtung Westen.





Am Ende der urbanen Altbauzeile findet sich ein ganz besonderes Stück Altbauensemble, eine Gruppe aus drei Jugendstilhäusern in Ecklage zur Zollerstraße:





Unter Denkmalschutz stehlt allerdings nur das Gebäude Zollerstraße 3, erbaut von Simon Hahn um 1909. Eine wunderbare Fassade mit üppigem Jugendstildekor, das im Somemr hinter dichtem Laub versteckt bleibt. Dieses Haus spricht so garnicht die Sprache des Nürnberger Stils, es ist eher ein internationaler Stil, den man so auch in Leipzig oder Prag oder Wien erwarten würde.



Als Nürnbergbesucher erwartet man freilich ganze Straßenzüge und Stadtviertel in diesem Standard. Is aber nicht. Nürnberg ist anders und man muss sich erst dran gewöhnen. Man lernt zu schätzen, wenn überhaupt noch eine gewisse Harmonie im Stadtbild vorhanden und historische Details aus der Blütezeit des Kunsthandwerks erkennbar sind, wie hier in der Heinrichstraße mit orginalen Balkongeländern und Fensterläden sowie vorhandener originaler Nachbarbebauung:



oder eine Reihe gepflegter, typischer Sandsteinfassaden mit nicht allzu hässlichen Dachgauben in der Kreuzerstraße:



oder in der Grünstraße:



Das Herumgelaufe im Norden des Stadtteils führt unweigerlich an einem der sehenswertesten Gebäude vorbei, einer der in Nürnberg glücklicherweise noch zahlreich erhaltenen "Schulpaläste", wie sie in der Zeit vor dem erstem Weltkrieg jährlich mehrere fertig gestellt wurden. Infrastrukturleistungen übrigens, die die Stadt heute bei weitem nicht erreicht.





Wir nähern uns von den westlichen Wohnstraßen kommend dem Kmplex der Mittelschule Schweinau-St. Leonhard:



Blick in den geschützt liegenden Schulhof innen, der heute freilich zu klein ist für die vielen Schüler und daher mit "Schulcontainern" zugestellt ist. Das Wachstum der letzten 100 Jahre kann man gut erahnen wenn man bedenkt, dass der Vorgängerbau dieses Komplexes auf dem ersten Foto in meinem Beitrag ganzoben, links mit den Treppengiebeln zu sehen ist. Der Nachfolgebau ist hier links angeschnitten (dummerweise kein Denkmalschutz)...



vielleicht weil das Haus nur wenige Jahre ausgereicht hat und man den Jugendstil-Neubau errichten musste. Ein kleiner Nebeneingang, mit original Eisentor, feinstes Spengler-Kunsthandwerk:



Und schließlich die Hauptfassade Richtung Osten gerichtet:



Als Volksschule 1904 mit reichem Jugendstildekor erbaut, richtet es an seine Schüler bereits vor dem Betreten motivierende Worte. Detail:



Schade, dass Schüler während ihres Schulalltags kaum gefallen an solchen Details finden können. Erst wenn man die Schule verlassen hat und Leute kennenlernt, in die stickigen, engen und hellhörigen Schulhausbauten aus den 70'ern und jünger gelernt haben weiss man so einen Schulpalast zu schätzen. Von hier geht es dann weiter in die oben angekündigen gründerzeitlichen Wohnstraßen. Später.
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Alt 10.01.16, 10:59   #47
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Schöner Rundgang. Wenn ich hier und da so lese, was alles nicht unter Denkmalschutz steht, kann man es aber schon mit der Angst zu tun bekommen.
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Geändert von Saxonia (10.01.16 um 12:38 Uhr)
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Alt 10.01.16, 12:08   #48
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Richtig, in St. Leonhard wird besonders deutlich, was Denkmalschutz für ein wirksames Instrument sein kann. Denn das Viertel westlich der Schwabacher Straße steht großzügig unter Ensembleschutz voller Einzeldenkmale. Und so dort Geld in die Hand genommen und etwas renoviert wird, schaut es hinterher sehr erfreulich aus. Freilich sind leider immernoch zu viele Bruchbudenfenster in den Fassaden. Aber man kann die positive Wirkung des Denkmaschutzes auf Stadtgestaltung gut nachvollziehen. Man sieht aber auch wiederum, wie inkonsequent Nürnberg Denkmalschutz betreibt. Zum Einen werden willkürlich Straßen als Grenzen hergenommen, d.h. die Gebäude an der westlichen Straßenflanke stehen unter Schutz, die östlichen nicht. Welche Art "Schutz" die Ensemble- und Denkmaleigenschaft hier dann entfalten soll ist mir schleierhaft, gerade in direkter Umgebung der Kirche und des Friedhofs. Wir haben zwar das Glück, dass die Hauptdurchfahrtsstraße sehr schmal und gestalterisch wenig beeinträchtigend ist, aber wenn die Hälfte der Bebauung einst gedämmt oder gar abgerissen und durch Schuhkartons ersetzt werden wird, wie z.B. das Juweliergeschäft oben, dann haben wir den "Schlag in die Magengrube"-Effekt auch hier und das Viertel geht kaputt. Auch sonst ist St. leonhard eines der dichtest besiedelten Stadtviertel und sollte meines Erachtens nicht weiter verdichtet werden, jedenfalls nicht hier in der Schwabacher Straße und Umgebung des Friedhofs.
Die oben gezeigten Bilder zeigen ein durchwachsenes, aber durchaus nicht hässliches Wohnviertel. Der südliche Teil allerdings ist wesentlich hübscher. Schon auf der Karte lässt sich die rasterförmige Straßenanlage erkennen, die zeigt wie schnell hier am reissbrett im 19. Jahrhundert Stadtentwicklung vorangetrieben wurde. Zack zack ein paar Straßen gezogen, die in wenigen Jahren nahezu komplett bebaut werden sollten. Und das in einer gestalterischen Qualität und Harmonie, dass es einem eine Freude ist dort herum zu spazieren. Allen voran die Schweinauer Straße, die direkt von Gostenhof Richtung Schweinau das Viertel durchschneidet und die neue Hauptstraße werden sollte:



Heute ist es eine Fußgängerzone und gleichzeitig Deckel des U-bahnschachtes darunter. Die Fußgängerzone allerdings hat viele Geschäfte lehrgefegt, hier herrscht Ladenleerstand.





Die Hausfassaden nehmen alle aufeinander Bezug, sie zitieren sich gegenseitig in Materialität und Gestaltung, und trotzdem sind sie alle verschieden. Ein harmonisches Zusammenspiel aus architektonischen Gestaltungsmitteln. Akustische Genießer hören Konzerte, optische Genießer mit Architekturinteresse finden Freude an soetwas. In Nürnberg halt leider wirklich sehr selten. Diese Straßenkreuzung z.B. mit allen vier erhaltenen Eckgebäuden Schweinauer Straße / Leopoldstraße ist äußerst selten in Nürnberg:









Zwar sind die Ladeneinbauten im Erdgeschoss oft versaut, aber die Dachlandschaft ist gut erhalten. Die Leopoldstraße ist durchaus auch einen Blick wert:







Genießen ist, wenn man nicht viel dazu sagen muss...





nach einigen hundert Metern allerdings endet die historische Bebauung und wandelt sich in ein Mischgebiet aus Nachkriegswohnblöcken, gewerbebetrieben, Reihenhaussiedlungen und dahinter dann die Von-der-Thann-Straße. Auch die Lücken werden größer und sind mit den Konstruktiven Errungenschaften jüngerer Jahrzehnte gefüllt. Zwei wunderbar gepflegte Jugendstilhäuser (wieder mal kein denkmalschutz weil zu weit von den anderen Gründerzeithäusern entfernt) neben einem Plattenbau:



An dieser Stelle findet der aufmerksame Rundgänger ein versteckt liegendes Kleinod in der Blücherstraße:



Eine ehemalige Frabikantenvilla, erbaut um 1900 und unter Denkmalschutz. Das Gebäude beherbergt mehrere einzelne Wohnungen:



Die Fabrikgebäude sind auch nicht untinteressant. Sie zeigen, wie schlicht eine Fassade gestaltet sein kann, und dennoch befriedigend aussieht wenn ein gekonnt angesetztes Gesims und ein Sockel es gleidern. Gleichwohl ist der Gesamteindruck der Anlage erschütternd (kein Denkmalschutz):



In der Geissseestraße laufen wir wieder zurück in das Wohnviertel, wo es aweng schöner ist. Dort begegnet und ein weiteres versteckt liegendes Art-Deco-Gebäude:



Das als Umspannwerk um 1927 von Walter Brugmann errichtete Gebäude steht gottseidank unter Denkmalschutz. Ich kannte es bis dato noch nicht, aber im Winter sieht man mehr. Zurück in der Schweinauer Straße:









Besonder herausstechend ist hier ein Betonklotz am U-Bahnhof St. Leonhard:



Kann man sich drüber ärgern, muss man aber nicht. Er passt farbig in das Viertel und ist nicht aus Styropor. Wer sich hierüber ärgert, den bringen aktuelle Bausünden anscheinend komplett um den Schlaf, denn das können wir heute alles noch viel besser als früher. Das Dogma des Kontrastes in der Architektur - in keiner Kunstform sonst gibt es ihn so - ist seither noch mächtiger geworden. Der Klotz ist allerdings vom Ensembleschutz umfasst und eingebettet in die übrigen Jugendstilhäuser. z.B. das Eckhaus zur Orffstraße:



Kurzer Walk durch die Orffstraße. Das Stadtarchiv hat hierzu aktuell einen kleinen Beitrag online gestellt.

http://www.stadtarchive-metropolregi...strassennamen/









Warum die Entwicklung in St. Leonhard so langsam voranschreitet würde ich mit den Eigentumsverhältnisse der Hauseigentümer begründen. Man sieht gut, wie oft die Fassaden verschiedenste Fenster in den jeweiligen Wohnungen führen - je nach Geschmack oder Geldbeutel der Eigentümer. Der Denkmalschutz bewirkt mithin, dass die Stellschraube Geschmack ausgeschaltet wird und sich kein Wettbewerb um das hässlichste, billigste Plastikfenster entwickelt. Dennoch dauert es bis jeder Wohnungseigentümer beschließt, seine Bruchbudenfenster mal gegen gescheite Denkmalfenster auszutauschen. Doch wenn es einmal gemacht wurde ist man meist sehr zufrieden damit, diese Fenster sind eben nicht nur schöner, sondern auch ergonomischer und praktischer.

Die Schwabacher Straße laufen wir zurück zur Dorfkirche. Auf der östlichen Straßenseite wieder die niedriggeschossige Bebauung, die es anscheinend nicht wert war geschützt zu werden:



Die Schwabacher Straße senkt sich zum Bahngleis hin ab um als Unterführung hindurchzulaufen. Vor über 100 Jahren hat es hier sicher eine Schranke mit Bahnwärter gegeben und ständig Verkehrsprobleme deswegen.



Das 50'er Jahre Wohn- und Geschäftshaus mit seinem reichen Reklameschmuck verrät wie es in der Nachkriegszeit hier gebrummt haben muss. Das Viertel war weitgehend intakt und wenig Kriegsbeshädigt und liegt auch noch nahe an den Industriebetrieben der Stadt. Hier war sicherlich ordentlich urbanes Gewühl. Die Reklame wird sicherlich bei der nächsten Sanierung verschwinden und das Haus dadurch nicht besser:



Lückenschluss oder verunstaltetes Gründerzeithaus? Vielleicht verrät es die Geschosshöhe.



Westliche Straßenseite, das großstädtische Gründerzeitviertel, hier das Eckhaus zur Orffstraße:









Wir kommen wieder bei der Kirche an, die am Nordnende eines Platzes liegt, der früher vielleicht Dorfanger gewesen ist.



Dessen Randbebauung ist sehr heterogen, hier mit einem Neubau aus den 80'ern oder 90'ern:



Und schönen Jugendstilhäusern mit Fensterkrankheit:



Detail Eingangstür:



Derzeit streitet man sich um den Erhalt des vermutlich ältesten Bürgerhauses am Platz, Bildmitte:



Die Stadt hat das Haus bereits zugunsten einer Neubebauung preis gegeben und den Denkmalschutz aufgehoben. Der Eigentümer möchte lieber neu bauen. Mir schwant schlimmes. Mehr dazu im entsprechenden Strang.
Damit soll der Spaziergang auch zuende sein. Das Viertel haben wir nicht ganz gesehen, und dennoch viel zu sehen bekommen. Einen fahlen Geschmack hinterlässt bei mir der Denkmalschutz. Dieses wirksame Instrument der Stadtgestaltung wird anscheinend von Unfähigen angewendet, und nimmt dadurch unnötig Schaden. Denn einerseits wird immer wieder auf den Denkmalwert, der sowohl kunsthistorisch-gestalterisch definiert werden kann, hingewiesen, andererseits wird auch eingeräumt, dass ein Denkmal nicht zwingend hübsch sein muss, hauptsache es gibt eine historisch belegbare Bedeutung.

Für beide Ansätze gibt es allein in St. Leonhard einige Beispiele, in denen der Denkmalschutz sich selbst nicht ernst nimmt. Das Ergebnis ist das Gefühl von Willkür und Unordnung im Stadtbild. Nicht zuletzt müssen dann Bürgerinitiativen und Baukunstbeiräte ran.
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