Leipzig: Neufassung des Wohnungspolitischen Konzeptes

  • Hallo DrZott und alle, auch dieser Vergleich hat wieder das Problem, dass die unterschiedliche Wohnfläche pro Kopf nicht berücksichtigt wird. Am Ende der DDR-Zeit 1989 lag sie im Durchschnitt bei 27,4 Quadratmetern ( http://www.sueddeutsche.de/gel…flaeche-platz-da-1.554164 ). Auf die Schnelle konnte ich noch eine weitere Zahl ergoogeln: 1981 betrug die durchschnittliche Wohnfläche in Leipzig 24,1 m² ( http://books.google.de/books?i…ved=0CC8Q6AEwAw#v=onepage ). Zahlen für Leipzig in den 1970er Jahren liegen mir nicht vor, sie dürften aber angesichts der allgemeinen Entwicklung - in den 1950er und 60er Jahren betrug sie noch um die 15/16 m² - und dem damals herrschenden Wohnungsmangel noch geringer gewesen sein.


    Heute beträgt die durchschnittliche Wohnfläche in Leipzig um die 40 m² pro Person, also in etwa das Doppelte. Auf die gleiche Fläche der gründerzeitlichen Stadtviertel paßt damit nur etwa die Hälfte der Bewohner_innen, wenn man annimmt, dass sich neue Wohnflächen in ehemaligen Industriegebäuden und Neubauten auf Brachflächen auf der einen Seite und Abbrüche und Umnutzungen in die andere Richtung auf der anderen in etwa die Waage halten.


  • Beachten Sie bitte, daß die steigenden Bevölkerungszahlen von einem Niveau ausgehen, bei dem ganze Straßenzüge leer stehen und etliche Brachflächen die Umgebung veröden.


    Ist die Nachfrage erlaubt, wo in Leipzig noch ganze Straßenzüge leerstehen? Mir ist durchaus bekannt, dass es im Leipziger Osten noch Konzentrationen von bis zu sieben, acht leerstehenden Häusern in unmittelbarer Nachbarschaft gibt, etwa am Torgauer Platz, an der vorderen Wurzner Straße oder z.B. an der Mierendorffstraße Ecke Herbartstraße, aber gleich "ganze Straßenzüge"?


    Für Hinweise und Ergänzungen wäre ich sehr dankbar:


    Liste leerstehender und in Sanierung bzw. Vorbereitung befindlicher Gebäude im Stadtbezirk Leipzig-Ost
    http://www.deutsches-architekt…m/showthread.php?p=432327

  • Von dem von Ihnen genannten Bereich und den zugehörigen Stadtteilen ausgehend bis hinab nach Anger-Crottendorf, über viele Häuser in den Hauptausfallstraßen (Gorki-, Schumann-, Riebeck-, Zschochersche- ...) an den komplett (noch) leerstehenden Blöcken der 20er und 30er Jahre (Otto-Adam-Straße, Lützow-/Coppistraße, Schiebestraße ..) vorbei hin zu leeren Fabriken oder Kasernen oder Brachflächen, die allesamt auch an Straßen liegen, die man zu Zügen erklären kann ....

  • Zitat von LE Mon.hist.

    Hallo DrZott und alle, auch dieser Vergleich hat wieder das Problem, dass die unterschiedliche Wohnfläche pro Kopf nicht berücksichtigt wird. Am Ende der DDR-Zeit 1989 lag sie im Durchschnitt bei 27,4 Quadratmetern (...) Heute beträgt die durchschnittliche Wohnfläche in Leipzig um die 40 m² pro Person


    Und dein Vergleich hinkt, wenn er die tatsächlich verfügbare Gesamtwohnfläche von damals und heute außer Acht lässt. Die Wohnungsnot damals resultierte ja nicht daraus, weil die Stadt voll war (das war sie mitnichten), sondern einzig und allein aus dem geistigen wie wirtschaftlichen Unvermögen des DDR-Wohnungsbauprogramms. Viele Altbauten, die heute wieder für Wohnzwecke hergerichtet werden, standen damals leer oder teilweise leer, weil sie schlicht unbewohnbar waren. Unter der Prämisse, dass - wie in Westdeutschland - Altbauten in den 1960er bis 1980er-Jahren schon saniert und nutzbar gemacht worden wären und Brachflächen und Lücken bebaut worden wären; die Stadt hätte mit ihren 580.000 Einwohnern damals keine Wohnungsnot gehabt und die Errichtung der Trabantenstädte Grünau und Paunsdorf wäre völlig überflüssig gewesen. Heute erleben wir das Gegenteil dessen, was zu DDR-Zeiten passiert ist: Die Stadt wächst wieder von innen nach außen, nicht, weil uns das wieder irgendein staatliches Wohnungsbauprogramm aufdrückt, sondern weil das der (freie) Markt so verlangt.


    Natürlich ist es richtig, sich Gedanken darüber zu machen, wie sich die Wohnungssituation bei einem Einwohnerzuwachs von gegenwärtig 10.000 + X pro Jahr künftig entwickeln wird. Mit aberwitzigen Thesen wie in drei bis vier Jahren sei das Boot voll oder das Schüren von Feindbildern, bloß weil die Preise in einigen Vierteln anziehen, ist keinem gedient. Selbst mit 750.000 Einwohnern wäre Leipzig nach meinem Dafürhalten noch längst nicht voll. Im Moment holt die Stadt ein bisschen das auf, was sie in den letzten 7 Dekaden verloren hat.

  • Um nicht weitere Diffamierungen und Unterstellungen und Androhungen abbekommen zu müssen, werde ich mich aus diesem und dem Gentri-Thread künftig raush alten, außer es wird wieder, um bei deiner wundervollen Wortwahl zu bleiben, absoluter STUSS geschrieben. Denn da kommt auch von anderen, die wie die Verteidiger von Immobilienmaklern und einem allgemeinen Mietniveau von mindestens 10 Euro kalt klingen, genug.


    Und nur mal nebenbei: Wenn die 3, 4, 5, 6 Euro kalt doch so unwirtschaftlich und schädigend wären, warum sind dann in den letzten 10 Jahren nicht massenhaft Eigentümer Pleite gegangen? Komisch, komisch ... es gab ein großes Überangebot, trotzdem sind die Eigentümer der bewohnten wie unbewohnten Gebäude nur in wenigen Fällen Pleite gegangen (unter 1%) und es wurde auch an vielen Stellen investiert.


    Ich zitiere ich mal einen Kommentar der LIZ, der diese ganze Diskussion in wenigen Sätzen wohl gut zusammenfasst:
    "Guter neutraler Bericht. Die Immobilienhändler möchten € 10,00 pro qm. die Mietvereine € 4. Die Wahrheit wird wohl in der Mitte liegen. Leider wird auf der einen wie anderen Seite immer überzogen, diesmal eben nicht. Man (die Stadt) sollte allerdings dieses Thema mit aufnehmen, denn ob Schule oder Kita - da ist so manches verschlafen worden. Vielleicht wird auch der entsprechende Dezernent mal wach."


    PS: Ganze Straßenzüge stehen bis auf wenige Ausnahmen nirgendwo leer und das meist nur aufgrund von Eigentümerwechseln (LWB > private Investoren, LICON > GRK etc.) oder unklare Eigentumsverhältnisse oder schlechter Lage.
    Auf der Schumann-Straße bin ich seit Monaten unterwegs, dort stehen auch keine Straßenzüge leer, sondern eher viele einzelne Gebäude. Aber auch dort wird immer öfter saniert. Rund um die Coppistraße sind Sanierungen angedacht, tlw. gehören die Gebäude der GRK, ein Teil gehört(e?) der VLW Genossenschaft.
    "leeren Fabriken oder Kasernen oder Brachflächen, die allesamt auch an Straßen liegen" >>> eben, es sind KEINE Wohngebäude. Insofern kann man diese wohl kaum als Wohnanlage, der (noch) inaktiv ist, anpreisen. Es sind Industriegebäude, die maximal umgenutzt werden, aber bisher nicht zum Wohnen vorgesehen waren, ergo auch nicht in die Leerstandstatistik des Wohnungsmarktes zählen.


    PPS: "Mit aberwitzigen Thesen wie in drei bis vier Jahren sei das Boot voll"
    Du verkennst eines. Leipzig hat vielleicht Potential für 750.000 Bewohner, jedoch gehen wir bei der aberwitzigen Diskussion davon aus, dass weiter ca. 5.000-6.000 Haushalte neuen Wohnraum suchen, der Leerstand (incl. inaktivem Bestand) bei ca. 20.000 WE liegt und maximal 1.000 WE pro Jahr neu entstehen, diese aber zu 95% für teils deutlich über 8 Euro kalt. Ergo könnte man davon ausgehen, dass der Leerstand - bei gleichem Zuzug - in ca. 4 Jahren bei unter 3% liegt, außer das Neubau- und Sanierungsvolumen von bisherigem Leerstand zieht weiter an. Die Zuzügler verdienen zudem oft deutlich weniger, da Studenten, Azubis, Berufseinsteiger. Ergo ist für viele das Segment >8,00 kalt und >100qm eher uninteressant. Außerdem kann man durch die deutlich größere Wohnfläche pro Person in der alten Stadtgrenze (d.h. ohne Bebauung von Bayr. Bahnhof etc.) gar keine 750.000 Leute unterbringen, da dann die Belegung pro WE von z.Z. knapp 1,7-1,9 Personen pro HH wieder deutlich über 2,0 steigen müsste. "Damals" war die Einwohnerdichte viel höher, das werden wir heute nicht mehr schaffen, ergo braucht man für 750.000 Leute mehr Fläche oder baut mehr in die Höhe. Natürlich muss man andererseits nun wieder die Umwandlung ehem. Industrieanlagen Kasernen etc. drauf rechnen, wo vor 30, 40 Jahren niemand wohnte. Vollkommener Vergleich ist schwer, da die Gebäudestruktur heute an einigen Stellen ganz anders ist, Plattenbauten und 60er-Jahre-Gebäude oft kreuz und quer gebaut wurden und somit die engen Gründerzeitgebiete "entdichtet" haben.

  • Sehr geehrter Herr Dr. Zott, irgendwie habe ich den Eindruck, dass hier nicht nur von gefühlten Wahrheiten, sondern auch von gefühlten Leerständen die Rede ist.


    An der Zschocherschen Straße gibt es nach meiner Zählung aktuell nur noch zwei leerstehende Gebäude mit (mir) unbekannter Perspektive:
    - Zschochersche Straße 5 - kleines, vorgründerzeitliches Haus
    - Zschochersche Straße 55
    Alle anderen Häuser sind aktuell in der Sanierung - kürzlich begann die Sanierung der Nr. 66 durch die Hölzel Wohnbau GmbH - oder unsaniert/teilsaniert bewohnt. http://www.deutsches-architekt…m/showthread.php?p=432330


    Wohnungsbaupläne gibt es bekanntlich für das Gelände der ehemaligen Brauerei C.W. Naumann in der Zschochersche Str. 79. Ob aus der geplante Wohnanlage in der ehem. Maschinenfabrik Swiderski in der Zschocherschen Straße 78 etwas werden kann ist unklar. Aktuell sehen Flächennutzungsplan und Bebauungsplan eine gewerbliche Nutzung vor.


    Auf der Georg-Schumann-Str. gab es der Karte im SOP-Feinkonzept im Januar 2011 zufolge 53 ruinöse und 43 unsanierte, aber darunter auch bewohnte Häuser, von denen etwa 20 in der Zwischenzeit saniert worden sind oder zumindest mit einer Sanierung begonnen wurde. http://www.deutsches-architekt…m/showthread.php?p=432334


    Die Gorkistraße und Nachbarschaft habe ich mir kürzlich genauer angeschaut. Jetzt will ich noch mal abends dort entlang, weil mehrere äußerlich unsanierte Gebäude zumindest teilweise bewohnt sind und sich das mit beleuchteten Wohnungen besser abschätzen läßt. Komplett leerstehen dürften nur noch etwa ein Dutzend Häuser, doch dazu genauer in der nächsten Woche.


    Riebeckstraße, Zweinaundorfer Straße und andere werden anschließend in Angriff genommen.


    Ich schätze die Zahl der vollständig leerstehenden, unsanierten Gebäude in ganz Leipzig aktuell auf um die 1000 bzw. etwa 12.000 nicht marktaktive Wohnungen (3,7 Prozent), in allererster Linie in der Gründerzeit. In den letzten Jahren wurden pro Jahr jeweils etwa 1.500 Wohneinheiten bzw. 150 bis 170 Gebäude saniert und wieder auf den aktiven Wohnungsmarkt gebracht. Diese Zahl wird noch etwas steigen, aber sie kann es nicht unbegrenzt, denn schon jetzt ist es nicht immer einfach, Fachfirmen für die Sanierungen zu bekommen. Für einen beträchtlichen Teil der ca. 1000 Häuser liegen bereits Sanierungsankündigungen vor, fast ausschließlich im "gehobenen Segment" oder ausdrücklich im Luxussegment, selbst an den eher bescheidenen Lagen wie der genannten Zschocherschen Straße 66. Für die Stadtbezirke Südwest und Altwest (ohne Böhlitz-Ehrenberg und Rückmarsdorf) habe ich ca. 150 leerstehende Gebäude ohne mir bekannte Perspektive und etwa 100 Gebäude mit Sanierungsankündigungen gezählt.


    Aber es wird auch nicht wenige Häuser geben, die aufgrund ihres schlechten Bauzustandes und/oder komplizierten Eigentumsverhältnissen in den nächsten Jahren nicht saniert werden können und daher für den Wohnungsmarkt so gut wie nicht relevant sind. Ihre Zahl ist aber nur schwer abzuschätzen.

  • PM B90/Grüne Leipzig, 1.8. - „Stadt für Alle – statt für Wenige"

    Pressemitteilungen des Kreisverbandes B'90/GRÜNE Leipzig, 1. August 2014
    http://presse.grueneleipzig.de…ur-alle-statt-fur-wenige/


  • "In der Berechnung der Immobilienwirtschaft fließt zudem nicht ein, dass Leipzig nach wie vor eine Stadt mit einer überdurchschnittlich hohen Arbeitslosenquote und einem unterdurchschnittlichem Einkommensniveau ist. Der Verweis auf andere Städte hilft daher nicht."
    Auch wenn Herr Kasek nicht unbedingt der ist, den ich wählen würde, so stimmt diese Aussage doch sehr deutlich. Trotz wirtschaftlicher Verbesserung gibt es in Leipzig einfach nicht die Masse an Einkommen, die deutlich höhere Mieten einfach von heut auf morgen zahlen kann. Das Durchschnittseinkommen ist immer noch weit unten gegenüber vielen anderen Städten.
    Und da ich einen sehr umzugsfreudigen Freundes- und Bekanntenkreis habe, der vom Professor bis zum Studenten und Arbeitslosen reicht, weiß ich, dass die Wohnungen zu ca. 90% nach Auszug teurer werden. Selbst wenn daran nicht ein Stück renoviert wird.


    So kostet eine Wohnung statt 300 dann eben 350 kalt, obwohl der Zustand wie vorher ist. D.h. das oft gebrachte Argument, der Neubau im gehobenen Segment und der damit verbundene Umzug von Leuten aus günstigen Wohnungen in die "teuren" Wohnungen ab 8 Euro kalt würde die Mieten senken oder entlasten, ist absoluter Nonsens und wurde auch schon X mal wissenschaftlich wie nicht-wissenschaftlich widerlegt.
    Zieht Mieter X aus einer Wohnung aus, wird diese danach teurer, selbst wenn das Angebot auf dem Markt breiter wird. Ich habe noch keinen Fall erlebt, wo eine WE nach Auszug günstiger geworden wäre, auch stabile Preise gibt es (fast) nicht. Das allgemeine Mietniveau steigt also mit jedem Umzug - trotz Neubau und Sanierung von über 1.000 WE im Jahr.
    "Mehr Neubau führt zu sinkenden Preisen", wie die FDP vor kurzem pauschal und ahnungslos in den Raum warf, ist eines der größten Schwachsinnsargumente die es im Bereich Mietwohnungsbau gibt. Es führt lediglich dazu, dass das Angebot im gehobenen Segment wächst und die Mietpreise moderater steigen als wenn nicht neu gebaut würde.
    Und klar bleibt auch: Mietwohnungen für unter 8 Euro kalt gibt es nur mit staatlicher Förderung oder wenn Investoren mal auf Designerbäder, Echtholzparkett und Fußbodenheizung verzichten und "normale Bäder", Laminat und "normale" Heizungen einbauen - aber dann kauft die Eigentumswohnungen sicher niemand mehr, da die Anleger an "Durchschnitt" z.Z. wohl kein Interesse haben, sonst würde es ja gebaut werden (?).
    In Österreich gibt es da sehr interessante Ansätze, leider wird in Deutschland selten über den Tellerand geschaut und nur an Symptomen herumgedoktert (z.B. mit der Mietpreisbremse).


  • Und da ich einen sehr umzugsfreudigen Freundes- und Bekanntenkreis habe, der vom Professor bis zum Studenten und Arbeitslosen reicht, weiß ich, dass die Wohnungen zu ca. 90% nach Auszug teurer werden. Selbst wenn daran nicht ein Stück renoviert wird.


    Naja, alleine um einen Inflationsausgleich zu gewährleisten muss der Vermieter die Miete alle 5 Jahre um 10% anheben. Und dass bei Neuvermietung so kräftig zugelangt wird, liegt auch und gerade daran, dass Mieterhöhungen bei Bestandsmietern nur sehr selten durchgeführt werden.



    [...] das oft gebrachte Argument, der Neubau im gehobenen Segment und der damit verbundene Umzug von Leuten aus günstigen Wohnungen in die "teuren" Wohnungen ab 8 Euro kalt würde die Mieten [...] entlasten, ist absoluter Nonsens [...]


    [...] Es führt lediglich dazu, dass das Angebot im gehobenen Segment wächst und die Mietpreise moderater steigen als wenn nicht neu gebaut würde.


    Da widersprichst du dir doch: Langsamere Mietsteigerungen sind Entlastung. Und eine allgemeine Mietsteigerung im Rahmen der Teuerungsrate ist nun wirklich nichts besorgniserregendes.


    Und klar bleibt auch: Mietwohnungen für unter 8 Euro kalt gibt es nur mit staatlicher Förderung oder wenn Investoren mal auf Designerbäder, Echtholzparkett und Fußbodenheizung verzichten und "normale Bäder", Laminat und "normale" Heizungen einbauen


    Sorry, aber bei 2000-3000€/m² machen die 30€/m² für Echtholzparkett oder die "Designerbäder" (die mit Design gar nichts am Hut haben und meistens nur großformatige Fliesen, eckige Wasserhähne und Echtglasduschen beinhalten)
    auch nichts mehr aus.
    Preistreiber sind der Denkmalschutz (wobei der durch Denkmal-AFA kompensiert wird) und vor allem die Grundstückspreise. Aber wie will man dem Eigner eines Grundstückes zu günstigem Verkauf verleiten, wenn er in einer aufstrebenden Stadt eine fast garantierte jährliche Wertsteigerung von mehreren Prozenten hat?

  • Ich denke einige davon hätten auch kein Problem damit in einer nicht allzu weit entfernten Kleinstadt zu wohnen. Auch für viele, die sich das Leben in einigen Vierteln nicht mehr leisten können oder wollen, wäre das keine unmenschliche Alternative.


    Das führt dazu, dass sich Mieter die Wohnviertel nach wie vor aussuchen. Offenbar brauchen wir noch weiteren Preisdruck nach oben, bis auch Lagen wie Anger-Crottendorf für Mieter interessant werden. Am Angebot liegt es nicht, aber an den Vorlieben der Mieter. Aus meiner Sicht ist die Entscheidung, von der Südvorstadt nach Anger oder Reudnitz ziehen zu "müssen" ein Luxusproblem.


    Blicken wir doch mal ganz kurz in die Hauptstadt, wo die damalige Senatorin für Stadtentwicklung Ingeborg Junge-Reyer (SPD) 2011 versicherte, es gäbe keinen Wohnungsmangel und es könne ihn angesichts von angeblich über 100.000 leerstehenden vermietbaren Wohnungen auch in naher Zukunft nicht geben, und wo der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) 2012 behauptete, allein in Kreuzberg-Friedrichshain stünden 10.000 Wohnungen leer und daraus schlussfolgerte, an bezahlbarem Wohnraum herrsche in Berlin kein Mangel ( http://www.deutsches-architekt…m/showthread.php?p=337844 , http://www.prenzlberger-stimme.de/?p=22412 ).


    Drei bzw. zwei Jahre später stellt der FDP-Politiker Lars Lindemann (43), Vorstandsmitglied des Berliner Stadtverbandes und seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestags, nun ähnliche Forderungen auf, wie hier auch schon so oder ähnlich mehrfach erhoben wurden: Lars Lindemann fordert von Sozialhilfe-Empfängern die Bereitschaft, in die Randbezirke zu ziehen. „Das Prinzip ‚In Mitte geboren – in Mitte gestorben‘ darf es nicht geben. ... Jemand, der von Sozialhilfe lebt, kann nicht denselben Anspruch haben wie jemand, der sein Geld selbst verdient!“ Investoren, die Geld im Ausbau von Wohnraum anlegen, wollen damit natürlich Gewinne erwirtschaften. Doch das sei mit Hartz IV-Sätzen eben nicht zu machen. In diesem Fall könne man Leuten, die ganz oder teilweise von Sozialleistungen leben, sagen, dass es auch Berliner Bezirke gibt, die eine andere Kostenstruktur haben als Mitte. „Das ist doch keine Zumutung!“ Wie üblich in solchen Debatten spitzt er die Problematik wiederum extrem zu. Man könne nicht den Ehrgeiz haben, Botschafter und Hartz IV-Empfänger in einer Straße unterzubringen. Doch auch in den Randbezirken gebe es akzeptablen Wohnraum, „aber der ist halt mit einer Villa in Dahlem nicht zu vergleichen“. Dabei geht es in Berlin nicht um Dahlem oder den Bezirk Mitte, sondern um den gesamten Bereich innerhalb des S-Bahn-"Hundekopfes".


    BILD, 31.7.2014
    FDP-Politiker will, dass Sozialhilfe-Empfänger aus der City ziehen
    Hartz-IV-Empfänger an den Stadtrand!
    http://www.bild.de/regional/be…dtrand-37060156.bild.html


    B.Z., 2.8.2014
    Wohnungsnot
    Wie bekommt Berlin die Wohnungsnot in den Griff?
    http://www.bz-berlin.de/berlin…-wohnungsnot-in-den-griff


    Und da auch in den östlich gelegenen Leipziger Stadtvierteln wie Anger-Crottendorf und Reudnitz die Mieten steigen - zumindest deutlich über den aktuellen Satz für die Kosten der Unterkunft von 4,48 Euro/m² Kaltmiete - , würde das für Leipzig übersetzt bedeuten: Grünau und Paunsdorf/Schönefeld-Ost. Oder gleich Weißenfels, Altenburg, Zeitz ... Ist das eine erstrebenswerte Entwicklung?

  • ^
    Ich glaube niemand hat ein Problem, in Leipzig mal umziehen zu müssen. Es sollte nur nicht so enden, dass sich die "Armut" am Ende in wenigen Stadtteilen konzentriert oder gar auf die Umlandstädte abgewälzt wird, wo jeder weg zieht, der einen Job will.


    Ein gesundes Mittelmaß von Mietsteigerungen, Aufwertung und Erhalt einer halbwegs gemischten Bevölkerungsstruktur ist schwer, aber nicht unmöglich und braucht die Beteilung aller - Stadt, Mietervereine, Investoren, Bauträger, Immobilienverbände, Makler, Genossenschaften, LWB.


    Wenn irgendwelche Immobilienfirmen oder Vermieter permanent 10- und 7-Punkte Pläne vorlegen, wird es jedenfalls nicht besser, da jeder nur seine Interessen einbringt und eine Gesamtsicht fehlt. Genauso wie in Leipzig ein differenzierter Mietspiegel bis heute nicht vorliegt und die genauen Zahlen über Leerstände und Neubauvorhaben immer sehr wacklig sind.


    "Da widersprichst du dir doch: Langsamere Mietsteigerungen sind Entlastung."
    Nein, tue ich nicht. Es ging um das Argument "mehr Neubau führt automatisch zu SINKENDEN Mieten", welches hier schon öfter kam bzw. auch die FDP gerne pauschal äußert. Eben das ist nicht der Fall, die Mieten sinken nicht, sie STEIGEN nach jeder Neuvermietung, egal wie viel aktuell neu gebaut wird. Lediglich der anhaltende Neubau führt dazu, dass die Bestandsmieten (nicht Erstvermietung) etwas gedämpfter steigen.


    Und zum Thema Grundstückspreise: Da gab es ja schon Ideen, diese künftig nicht meistbietend zu verkaufen, sondern so, dass die Investoren mit den besten Wohnkonzepten den Zuschlag bekommen, d.h. die z.B. verschiedene Mieten in einem Haus verwirklichen (Querfinanzierung, z.B. Penthouse ganz oben für 12 Euro kalt, EG-Wohnungen für 6 Euro kalt - gibt es in anderen Städten auch) oder Baugemeinschaften bilden statt der Standard-Luxus-Eigentumswohnung vom Bauträger/Makler/Investor etc.
    Nur ob das wirklich "klappt"... wenn dann wohl nur auf städtischen Grundstücken, ein Privateigentümer wird wohl kaum sein Grundstück für 100 statt 200 Euro pro qm verkaufen.

  • Antrag auf Durchführung einer wohnungspolitischen Stunde

    Antrag der Fraktion Die Linke auf Durchführung einer wohnungspolitischen Stunde in der Ratsversammlung am 17.09.


    Antrags-Nr.: V/A 536/14
    Beschluss-Nr.:
    Datum: 10.04.2014
    Einreicher: Fraktion DIE LINKE
    Beschlussfassung in: öffentlicher Sitzung
    Aktueller Antrags-Status:
    2. Lesung mit Beschlußfassung
    Betrifft: Durchführung einer wohnungspolitischen Stunde
    http://notes.leipzig.de/appl/l…FFA1061BAC1257CB6003C0FDF


  • Wohnungspolitik mit der kommunalen LWB

    In einem Artikel in einer recht speziellen überregionalen Tageszeitung wird über die Ergänzung der Eigentümerziele für die LWB berichtet. Eigentlich soll die LWB dauerhaft 36 000 Wohnungen in ihrem Bestand haben, momentan sind es 35 500. Die wohnungspolitische Sprecherin der LINKEN, Naomi-Pia Witte, fordert "einen Kernbestand der LWB von 40 000 Wohnungen durch Neubau und Erwerb, um bezahlbare Mieten zu garantieren."


    Bis 2016 werden neben der neuen Zentrale am Wintergartenhochhaus zwei Häuser mit etwa 100 Wohnungen entstehen. Samira Sachse, Pressesprecherin der LWB: "In den nachfolgenden Jahren sind weitere Neubauprojekte in anderen Stadtbezirken vorgesehen." Dabei soll die LWB vor allem in jenen Stadtvierteln neu bauen, in denen ihr Marktanteil bei unter fünf Prozent liegt (auf die gesamte Stadt bezogen beträgt er zehn Prozent). Der LWB gehören bekanntlich vor allem Objekte in den großen Neubaugebieten am Rande der Stadt, in Grünau und Paunsdorf, wenige dagegen in teuren Vierteln wie Schleußig oder rund um die Waldstraße. Dazu Samira Sachse: "In drei von zehn Stadtbezirken liegt der Anteil unter fünf Prozent, in Südwest, Nord und Nordwest." Dies liegt der Pressesprecherin zufolge daran, dass zu diesen Bezirken Ortsteile gehören, die erst in den vergangenen Jahren nach Leipzig eingemeindet wurden und in denen es daher keine LWB-Wohnungen gibt. [Das auch dort in Größenordnungen LWB-Wohnungen verkauft wurden, wird nicht erwähnt.] "Die LWB bemüht sich jedoch um die Erweiterung ihres Wohnungsbestandes vorrangig in diesen Stadtbezirken". Dabei sei das Unternehmen natürlich vom Immobilienmarkt abhängig. Daher wird es "schwierig" - ja, eigentlich unmöglich - sein, in teuren Vierteln neu zu bauen und dann (ohne Förderung) unter fünf Euro pro Quadratmeter zu vermieten.


    Nicht in dem Artikel benannt wird jedoch, dass gleichzeitig weiterhin unsanierte Wohnhäuser verkauft werden, darunter etwa drei um 1940 errichtete zweigeschossige Wohnhäuser im Walter-Albrecht-Weg 111-115 in Mockau-Nord mit insgesamt 12 Wohnungen zwischen 40 und 50 m², die teilsanierte Grunertstraße 10 in Mockau-Süd mit 10 Wohnungen, davon 7 vermietet, oder die Holbeinstraße 73 in Schleußig mit 9 Wohnungen, davon 7 vermietet.


    Dem Artikel zufolge liegt die durchschnittliche Kaltmiete der LWB-Wohnungen derzeit bei 4,85 Euro/m². In den letzten sieben Jahren ist sie um 8,7 Prozent gestiegen. Laut einer Stadtratsentscheidung soll die LWB 20 Prozent ihres Bestandes und damit etwa 7000 Wohnungen auf einem Mietniveau halten, der es auch Hartz IV-Empänger_innen ermöglich, diese anzumieten. Derzeit gibt es 11 000 Wohnungen auf diesem Niveau. LINKEN-Sprecherin Witte weist darauf hin, dass der Bedarf an Wohnungen steige, was zu Mietpreissteigerungen führe: "Hier muss langfristig vorgebeugt werden, unter anderem mit sozialem Wohnungsbau."


    Neues Deutschland, 04.08.2014
    Wie Leipzig bezahlbaren Wohnraum sichern will
    Von Heidrun Böger, Leipzig
    http://www.neues-deutschland.d…ohnraum-sichern-will.html


  • Dort steht u.a., es sei ein Problem, "Geringverdiener und Bezieher höherer Einkommen" würden in Leipzig "besonders stark voneinander getrennt" leben. Sämtliche nach der Vermischung rufenden Stadtsoziologen schulden weiterhin eine plausible Erklärung, wieso dies eigentlich ein Problem sein sollte. Wenn etwa einer die Schule schmiss, keinen guten Job finden kann und in die Nähe eines erfolgreichen Ingenieurs zieht - was konkret kann er von diesem alleine durch die Nachbarschaft lernen?


    Wie so oft erwähnt wurde, die menschliche Natur ist seit eh und je so, dass man am liebsten unter sich wohnt. Falls die Stadtplanung auf verordnete Sozialexperimente als Hauptanliegen ausgerichtet werden sollte - wer Einkommen hat, kann sich dem durch erneuten Wegzug in eine EFH-Vorstadt entziehen. Das einzige mögliche Ergebnis des Sozialexperimentierens könnte sein, dass der aus ökologischen und anderen Gründen positive Trend der Rückkehr in die City zerstört wird.


    Dazu gehören z.B. Ideen der Sozialwohnungen-Anteile in jedem Neubau, obwohl man genau weiß, dass bei teuren Wohnungen Exklusivität das Hauptargument ist. Manch ein Gutmensch kann sich naiv Wohngemeinschaften mit Hartz-IV-Empfängern und Multimillionären unter einem Dach vorstellen, real würden die Vermögenden wieder in ein eigenes EFH ziehen. (Und der Mittelstand dahinter.) Abgesehen davon - solche Pflicht-Anteile sind nichts anderes als drastische Besteuerung der frei finanzierten Wohnungen, damit ein Teil per Quersubventionierung billiger wird - statt dass die öffentliche Hand diese Sozialwohnungen besorgt, wird dies einfach den Nachbarn aufgebürdet.


    Die Bereitschaft, sich brav zu vermischen, wurde zuletzt u.a. hier angesprochen.
    Zur Veranschaulichung könnte u.a. dieser Artikel dienen - wo in NYC und London aus etwa steuerlichen Gründen Mischanlagen gebaut werden, dann oft mit separaten Hauseingängen für Sozialwohnungen - sonst wären die teuren kaum zu vermieten. Symptomatisch aber auch, dass den "Armen" nicht reicht, überhaupt ein Dach über dem Kopf zu haben, sogar im noblen Viertel, nein - man beschwert sich sofort, dass man nicht eben jene Exklusivität geniessen kann, die sonst teuer gekauft wird. (Der arme Eingang ist ja nicht schlechter als jene etlicher Sozialwohnungen-Anlagen - nur ohne Marmor des anderen halt.) Dass diese Exklusivität mit dem Status gar kein Bedürfnis sein könnte, ist anscheinend beim Menschen nicht hinzukriegen.


    Diese Schweizer Studie verschiedener Bundesämter sagt gleich in der Zusammenfassung aus, es gebe keinen Zusammenhang zwischen der Bevölkerungsstruktur und den sozialen Problemlagen - es könne nicht empirisch belegt werden, dass soziale Mischung etwas bringt.

    6 Mal editiert, zuletzt von Bau-Lcfr ()

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    Ich merke bei dir nur das, was mir oft vorgeworfen wird, wenn es um "exclusive Stadtteile" und "Entmischung geht". Du bist einfach dagegen dagegen dagegen. Aber was du tun würdest, um bezahlbares Wohnen (ich rede dabei nicht von "alle Hartz4-Leute müssen 10 min vom Hbf wohnen können"!) zu finanzieren, lesen wir nirgendwo.


    Es gibt übrigens lustigerweise gerade in der Schweiz eine sehr starke "Mischung" ... ;)

  • Du bist einfach dagegen dagegen dagegen.


    Aha. Die "Reichen" wollen nicht einmal gemeinsame Mülleimer haben, während die "Armen" was vom "Apartheid" schreien bloß weil sie am Eingang angeblich zu wenig Marmor haben (welchen sie ohnehin in einer Sozialsiedlung nie hätten) - ein "Problem", welches sie nie gehabt hätten, gäbe es die Sozialwohnungen und die teuren nicht unter einem Dach (s. verlinkter Artikel). Die Zwangsbeglückung per Zwangsvermischung beglückt tatsächlich keinen, sondern erzeugt nur zusätzliche Spannungen.


    Aber was du tun würdest, um bezahlbares Wohnen (ich rede dabei nicht von "alle Hartz4-Leute müssen 10 min vom Hbf wohnen können"!) zu finanzieren, lesen wir nirgendwo.


    Die Lösung liegt auf jeden Fall nicht im per se teuren Neubau, sondern im per se preiswerteren gebrauchten Bestand. Wenn bereits die kommunale Wohngesellschaft tätig sein soll - dass diese besser besonders vornehme Stadtteile auslassen sollte, weil diese zu teuer sind, hat man in Leipzig bereits bemerkt. Die nächste fällige Frage wäre, ob man in Leipzig X Sozialwohnungen preiswerter per Neubau schafft oder diese Gesellschaft lieber ein etwas heruntergekommenes MFH mit X Wohnungen kauft.

  • Bau-Lcfr:


    Du scheinst eine ziemlich komische Vorstellung von "Arm" und "Reich" zu haben, und die Wünsche des reichen Klientels als Gottgegeben hinzunehmen.


    Es geht im Fall Leipzig ja nicht darum irgendwelchem Geldadel Obdachlose in das Penthouse zu setzen, es geht darum in Stadtteilen wie Schleußig, dem Waldstraßenviertel oder Gohlis Süd einen Teil der Wohnungen auf einem Mietniveau zu halten, dass auch für Harz4-Bezieher zu bezahlen ist. Und dort ist der "visuelle, kulturelle und intelektuelle" Unterschied zwischen regulärem und "armen" Mieter sicherlich nicht so groß, dass es große Spannungen geben wird. Es geht auch überhaupt nicht darum, dass die Bevölkerungsschichten voneinander lernen. Das wäre naiv anzunehmen. Es geht darum, Ghettos zu vermeiden. Denn wenn wir "arme" und zum Teil hoffnungslose Menschen auf bezahlbaren Punkten in der Pheripherie einer Stadt konzentrieren, gibt es dort enorme Probleme und Folgekosten. Seien es Schulkosten, Kosten für Sozialarbeit oder Kosten für eine erhöhte Polizeipräsenz. Gleichzeitig nimmt man den Menschen durch "Ansiedlung im Elend" die Sicht auf erfolgreiche Mitmenschen und untergräbt ihr Selbstbewusstsein.
    Eine Stadt ist eine hochverdichtete Ansammlung verschiedenster Gesellschaftsschichten und Lebensmodelle. Der Wunsch nach Exklusivität ist, wenn auch verständlich, in diesem Kontext Blödsinn. Wer trotzdem innerhalb von "gated Communities" leben möchte, muss das dann eben in Vororten tun. Das tut den Städten nicht weh (prozentual machen solche Menschen ja nur einen Bruchteil der Bevölkerungsmasse aus). Dafür müssen solche Menschen eben auf die Vorzüge einer Stadt (sofortige Verfügbarkeit von fast allen Dienstleistern, Kultur, Verkehr und Einkauf) verzichten.



    Den preiswerten Bestand den zu kaufen es sich lohnt, musst du mir übrigens mal zeigen. Der Preisnachlass für Bestandsbauten rührt doch eher von einer näherliegenden Renovierungsbedürftigkeit (in Wohnungen sowie an der Substanz) her. Wenn einem seitens der LWB die Grundstücke bereits gehören, spricht meiner Meinung nach nichts gegen Neubauten.

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    Ich frage mich, wer diesen Schwachsinn mit dem Marmor permanent wieder aufgreift?? Niemand hat irgendwo geschrieben, dass "Arme" Marmor in der Wohnung brauchen, sondern dass es im Neubau auch für einfachen Standard reichen würde (und eben keine Designerbäder etc!). Mittlerweile glaube ich, dass einige hier bewusst alles so falsch drehen, dass sie sich besser aufregen können.
    Zudem besitzt die LWB zahlreiche Brachflächen, so dass sie dort ohne Erwerbskosten mit Neubauten beginnen kann.


    "Wenn bereits die kommunale Wohngesellschaft tätig sein soll - dass diese besser besonders vornehme Stadtteile auslassen sollte, weil diese zu teuer sind, hat man in Leipzig bereits bemerkt."
    -> schon wieder Unsinn. Die LWB hatte in ALLEN Stadtteilen, auch in den Bestlagen, zahlreiche Altbauten und hat diese in den letzten Jahren, bewohnte wie unbewohnte Gebäude, zu 99% verkauft und somit preiswerten Wohnraum selbst vernichtet. Beispiele gibt es abseits der Windmühlen-Kiez-Debatte hunderte von ganz normalen Gründerzeitlern. Jetzt soll sie also wieder heruntergekommene MFH kaufen, die sie bis 2013 erst verkauft hatte. Auch in Schleussig wird z.Z. ein Gebäude zum Kauf angeboten - bewohnt! Logisch?!
    (Wobei dies ja ernsthaft geprüft wird, nur zahlt die LWB jetzt ein vielfaches dafür, obwohl sie genug "heruntergekommenen Bestand" hatte, der teilweise auch bewohnt wurde, sogar mit Fernwärme/Gas und ohne Kohle...)


    Nicht zuletzt gibt es auch so aberwitzige Beispiele des kommunalen Unternehmens wie in der Balzacstraße.
    Dort kostet eine ca. 58 qm Wohnung im 60er Jahre Bau bei der LWB 545 Euro warm, d.h. fast 10 Euro warm.
    Bei einer Genossenschaft bzw. sogar bei verschiedenen, in einer der parallel laufenden Straßen (Springerstraße, Trufanowstraße usw.) kostet die gleiche Wohnungsgröße mit zudem vergleichbarer Ausstattung nur 410-430 Euro (!) warm.
    Wo da der "soziale Auftrag" der LWB ist, bleibt fraglich. Und damit wären wir wieder beim Wohnungskonzept, was die LWB wirklich für Aufgaben hat.


    Auch in der SüVo gibt es unsanierte / teilsanierte Wohnungen der LWB für 10 Euro warm, da kann man in einigen früher sanierten Beständen der GRK - etwas abseits der Citylagen - sogar (noch) billiger wohnen.