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Alt 27.10.16, 13:39   #1
kato2k8
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Konversionsprojekt Campbell Barracks

Angrenzend zur Mark-Twain-Village soll die Campbell Barracks - ehemals Hauptquartier der US-Streitkräfte in Europa - überwiegend im Bestand umgenutzt werden.

Bei den Campbell Barracks handelt es sich um die 1937 gebaute ehemalige Großdeutschlandkaserne, die seit den 50ern um mehrere Gebäude ergänzt wurde. Es handelt sich dabei um ein geschlossenes Ensemble, die Originalgebäude stehen als solches unter Denkmalschutz.


Bildquelle: Bundesagentur für Immobilienaufgaben

Vorgesehen sind:
  • Umnutzung von drei Gebäuden durch die Polizei Baden-Württemberg
    • Kriminalpolizeidirektion und Verkehrskommissariat
    • Unterbringung von 520 Arbeitsplätzen, Konzentration von 90% aller Polizeidienstposten in Heidelberg
    • Bauliche Abtrennung von 2,45 Hektar im Südwesten des Areals
    • 14700 m² BGF in zwei Altbauten und einem 2006 erstellten Neubau
    • Spätere Ausbaumöglichkeit durch mögliche Erweiterungsbauten
    • Sanierungsinvestition 24,3 Millionen Euro
    • Umsetzung 2017-2020
  • Umnutzung der ehemaligen Stallungen als Kreativwirtschaftszentrum
    • In der ehemaligen Reithalle, durch die Army als Ballsaal umgebaut, soll das Kulturhaus Karlstorbahnhof (derzeit im gleichnamigen Gebäude in der Altstadt) untergebracht werden.
    • In den Seitenflügeln nördlich und südlich soll Raum für Vermietungen an Existenzgründer im Kreativwirtschaftsbereich geschaffen werden, insgesamt rund 4000 m² Nutzfläche. Es handelt sich dabei um das dritte entsprechend genutzte Gelände der Stadt Heidelberg, die ein Vielfaches an Mietinteressenten gegenüber verfügbarem Platz hat.
    • Hinzu kommen geplant Gastronomie, Ausstellungsflächen und ein "attraktiver Außenbereich"
    • Ansiedlung von insgesamt etwa 250-350 Arbeitsplätzen.
    • Umsetzung 2017-2018
  • Umnutzung von drei Gebäuden durch die praxisHochschule (private Fachhochschule)
    • Ausbildung von akademischen nichtärztlichen Berufsbildern inkl. dualen Studiengängen
    • geplant rund 500 Studenten und Mitarbeiter
    • Lehrbetrieb der Hochschule im zentralen Torhaus
    • Nutzung eines Gebäudes für studentisches Wohnen vor Ort
    • Nutzung eines Gebäudes für einen durch dieselbe Gruppe betriebenen Kindergarten
  • Umnutzung von Einzelgebäuden durch Gewerbe
    • Ansiedlung eines IT-Unternehmens (Mobisys, SAP-Add-Ons) in einem Kasernengebäude, Umzug aus Walldorf Industriegelände in "urbaneres Umfeld"
    • ggf. ähnliche Ansiedlungen im westlichen Areal, siehe unten

Überblick:


Bildquelle: Kartographie Peh & Schefcik / teleinternetcafe / TH Treibhaus via Stadt Heidelberg; Ausschnitt


Das mittig im Gelände gelegene Areal - in der Karte gelb - besteht hauptsächlich aus den nachträglich hinzu gekommenen Funktionsbauten, sowie drei der neun alten Kasernenbauten. Dieses Areal ist momentan Gegenstand eines Wettbewerbsverfahrens; ein Siegerentwurf soll hierzu bis Ende des Jahres gewählt werden.

Es gibt momentan drei anonym gehaltene Entwürfe, die die Stadt auch (bisher) nicht veröffentlichen darf:
  • Entwurf A: Abriss des nachträglich eingebauten Verbindungsriegels des H-förmigen Gebäudes sowie der mittig gelegenen Exerzierhalle; Bebauung der Flächen vor den Stallungen mit variierenden Gebäuden sowie Bau eines Parkhauses nördlich der Stallungen
  • Entwurf B: Keine Abrisse; Ausbau der Exerzierhalle zum zentralen Gebäudeensemble, Bebauung vor den Stallungen mit Atriumgebäuden sowie nördlich und südlich mit Gewerbehöfen. Umnutzung des H-Gebäudes im Bestand als Hotel.
  • Entwurf C: Abriss der Exerzierhalle; Schließung des Ensemble der Stallungen mit zweigeschossiger Bebauung in Nord-Süd-Richtung; parallel Neubauten in Nord-Süd-Ausrichtung zwischen diesem Ensemble und dem Paradeplatz zur gewerblichen Nutzung; Bau einer Parkgarage nördlich der Stallungen sowie Gewerbe südlich. Umnutzung des H-Gebäudes im Bestand als Hotel.
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Alt 17.01.17, 18:37   #2
kato2k8
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Interaktives Quartier Campbell

Im Endeffekt wurds ne Mischung aus Entwurf B und Entwurf C.

Vorgesehen sind nun:
  • Abriß Exerzierhalle und Ersatz und Ergänzung durch Neubebauung mit drei- bis viergeschossigen Gebäuden
  • Bau von zweigeschossigen Atriumgebäuden vor den Stallungen
  • Umnutzung des H-Gebäudes als Hotel
  • Parkgarage nördlich der Stallungen
  • Gewerbehof "produzierendes hochwertiges Gewerbe, z.B. Medizintechnik" südlich der Stallungen

Wettbewerbsgewinner des Investorenwettbewerbs ist BPD, die das Gelände im Dezember auch von der Stadt erworben haben. Kaufpreis waren 65 Millionen Euro.

Geplanter Baubeginn ist Q1/2018 - nach Detailplanung dieses Jahr - mit Abschluss bis Anfang 2023.


Bildquelle: BPD Immobilienentwicklung

In den Neubauten auf der Fläche der Exerzierhalle sollen dabei jeweils in den Erdgeschossen "vitale Dienstleistungen" (Arztpraxen, Wellness, Fitness etc) angesiedelt werden, zusätzlich eine Kita; in Neubauten nördlich und südlich dieses zentralen Kerns Ladengeschäfte im Erdgeschoss. In den Obergeschossen sollen 200 Wohnungen untergebracht werden. Vergleichbar soll auch das im Plangebiet liegende Bestandsgebäude im Süden genutzt werden.

Das H-Gebäude im Norden besteht aus zwei Altgebäuden der Großdeutschlandkaserne sowie dazwischen liegend als Querriegel dem ehemaligen "War Room", der äußerlich (bemalt) zwar den anderen Gebäudeteilen nachempfunden ist - allerdings ist das tatsächlich ein fensterloser Hochbunker, aus dem zu Friedenszeiten 50 Jahre lang die Siebte US-Armee und lange Zeit auch die gesamten NATO-Landstreitkräfte Europa geleitet wurden. Neben den Seitenaltbauten ist aufgrund dieser Bedeutung auch der "War Room" denkmalgeschützt.
Das Konzept von BPD sieht vor, in den Seitenbauten auf einer Seite ein Boarding House und auf der anderen Mikroapartments unterzubringen; der War Room soll im Erdgeschoss ein Bistro mit Außenbewirtschaftung und darüber - im Bunker - Mietlagerräume beinhalten.

Visualisierung (Blickrichtung aus Westen, über Stallungen hinweg - quasi von hinten):


Bildquelle: BPD Immobilienentwicklung

Die zentral geschaffene Allee ist dabei übrigens auch ein neues Bauelement. Das war aber für alle Entwürfe im Grunde so klar.
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Alt 17.01.17, 18:48   #3
kato2k8
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Kleiner Kommentar:

Der Gewerbehof Medizintechnik im südlichen Bereich ist insofern interessant, als dass von hier evtl. auch Entwicklungsmomente in Richtung des gegenüberliegenden Bosseldorn (hinter den Stallungen) ausgehen können - das einzige Gewerbegebiet der Südstadt, das eher schmuddelig wirkt, aber durchaus ein paar Potentiale hat. Grob artverwandt zur Medizintechnik ist im Bosseldorn z.B. die Plastinationsfirma von Gunter von Hagens ansässig.

Die Vorgabe der Stadt ließ dabei die südliche oder nördliche Ausrichtung der Ansiedlung von Gewerbe relativ zu den Stallungen offen; bei einer Konzeption nördlich wäre eine Anbindung Richtung Bosseldorn so nicht gewährleistet.
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Alt 01.02.17, 08:09   #4
ilpadre
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ilpadre sitzt schon auf dem ersten Ast
Während des deutsch-amerikanischen Freundschaftsfests im Mai 2016 war das Gelände geöffnet und mit einem Riesenrad von oben zu beschauen. Ich habe zumindest ein paar Fotos vom damaligen Zustand gemacht, so gut es eben aus der Gondel ging:





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Alt 01.02.17, 20:25   #5
kato2k8
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Zur Orientierung für Nichtheidelberger:

Das Riesenrad stand zwischen Kreativwirtschaftszentrum Nord und H-Gebäude. Ist übrigens derzeit auf Google Maps / Google Earth auf den Satellitenbildern mit Datum 7. Mai zu sehen, da wurde gerade aufgebaut.

Erstes Bild Richtung Norden mit Bauten wo die Parkgarage stattdessen hinsoll, dahinter Gebäude der Gemeinschaftswohnformen der Patrick Henry Village. Langgestrecktes Gebäude links wird abgerissen. Dach rechts ist das H-Gebäude.

Zweites Bild Richtung Osten mit Torgebäude, Umnutzung durch Praxishochschule, Paradeplatz davor bleibt grob so. Hintergrund Südstadt.

Drittes Bild Richtung Norden von weiter oben, unten Gebäude des nördlichen U mit geplanter Umnutzung durch BG Familienheim (am Bildrand U der Gemeinschaftswohnformen), rechts Heidelberg High School. Sportfeld dahinter gehört nicht zur Schule, sondern ist die Sportanlage des HTV hinter dem trennenden Einschnitt der S-Bahn.
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