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Alt 10.11.11, 10:43   #1
DaseBLN
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Leipzig: Gentrifizierung (ehem. "Windmühle vs. Abschwiff")

Was die Windmühlenstraße betrifft: welcher Konsens wird denn seitens der Casa Concept gesucht? Eine Woche, nachdem man die Bestandsmieter als "Kultmieter", die man unbedingt halten wolle, bezeichnet hat, ist dem Tschau Tschüssi die Kündigung ins Haus geflattert. Auch wurde betont, behutsam zu sanieren und die Mieten moderat zu erhöhen, kurz darauf stellt sich heraus, dass dies nur bis zum Ende der Renovierungsarbeiten gelten soll. Sehr großzügig. Was man dann von den anderen Versprechungen, den Innenhof, oder die Sanierung selber betreffend schlussfolgern kann, kann sich jeder selbst denken. Ich weiß jedenfalls nicht, inwiefern dort ein Aldi-Markt, der sogar dem Zentren-Konzept der Stadt zuwiderläuft, ein Zeichen des Fortschritts darstellen soll. Genau wie die Stadt strukturelle, städtebauliche und architektonische Vorgaben macht, wenn neugebaut wird, um den Wildwuchs des "Laufes der Zeit" in geordnete Bahnen zu lenken, ist auch der Schutz funktionierender Milleu- oder Kiezstrukturen ein legitimer Wunsch - der auch ohne weiteres zu erfüllen wäre, wenn die LWB wenigstens ein paar Vorgaben hätte, was den Verkauf ihrer Liegenschaften angeht. Was nicht heißt, dass dort alles so bleiben soll, wie es ist. Das hat aber auch keiner gefordert.
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Alt 10.11.11, 17:08   #2
giroplus
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@Ungestalt Ich glaube nicht, dass in der Windmühlenstraße Angst vor Veränderung herrscht. Es ist auch, denke ich Konsens, dass sowohl die bauliche Hülle des Karrees als auch im Inneren eine Sanierung stattfinden muss. Die Frage ist aber in welchem Ausmaß das geschieht bzw. wie mit den Mietern umgegangen wird. Zwischen dem heutigen Zustand und einer Luxussanierung gibt es viele Graustufen. Es hätte sich sicher eine Mitte mit moderat steigenden Mieten und einer Aufwertung finden lassen können. Wohingegen die jetzige Entwicklung eher in eine andere Richtung zeigt.
Viel spannender ist doch die Frage, warum die LWB die Immobilie nicht selbst weiter entwickelt. An anderer stelle tut sie das doch auch.
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Alt 10.11.11, 23:34   #3
dj tinitus
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die diskussion um die sanierung der windmühlenstraße wird meines erachtens seitens der ig windmühlenstraße unseriös geführt.

vorwurf "luxussanierung": es werden nur dach, fassaden und fenster erneuert, hinzu kommen balkone. das sind dinge, die jeder andere vermieter auch machen müsste.

vorwurf "drastische mieterhöhung": natürlich werden die mieten nach der sanierung prozentual gesehen stark steigen. aber diese steigerung erfolgt doch von einem extrem niedrigen niveau aus. derzeit liegt dort die durchschnittsmiete bei 2,87 euro! da ist es irreführender unfug, die formel mieterhöhung = hohe mieten zu verbreiten. mehr als die ortsüblichen rund 5 euro werden die wohnungen nicht kosten, sonst würde dort ja niemand einziehen. niedriger geht auch nicht, die sanierungskosten müssen ja wieder eingespielt werden. außerdem werden die heizkosten sinken, bisher wird ja dort nach außen geheizt.

vorwurf "kleinteiligkeit vs. supermarkt": um die wohnungsmieten gering halten zu können, will der neue eigentümer mehr gewerbemieten einnehmen werden. darum der geplante supermarkt - mit nur 700 qm und nur 2 schaufenstern. die bisherige reinigung hat 6 schaufenster...

vorwurf "mangelnde mitbestimmung": ob und welche sanierungen innerhalb der wohnungen vorgenommen werden, kann jede mietpartei individuell abklären. auch für die gestaltung des innenhofs erhofft sich der neue eigentümer vorschläge, hat dafür extra ein mieterbüro eingerichtet. bis heute sind dort noch keine 5 leute vorbei gekommen.

wenn man das alles zusammenfasst, kann man sich nur an den kopf fassen, dass diese ig gar nicht begreift, was für ein glück die leute mit dem neuen eigentümer haben. wobei auch mal hinterfagt werden muss, wie repräsentativ diese ig eigentlich ist. ich war ende oktober bei der "mieterdemo", dort waren (von rund 700 betroffenen mietern) maximal 60 leute da. der ig-chef rief durch megafon sätze wie "redet nicht mit dem neuen eigentümer! redet nicht mit den gewerbetreibenden! macht druck auf die stadt!"

ehrlich gesagt: ich verstehe nicht, wie erwachsene menschen sich der logik verschließen können, dass die häuserzeile endlich saniert werden muss und die mieten danach höher sein müssen. mir ist auch unerklärlich, dass ausgerechnet ein prgmatisch agierender eigentümer dafür auch noch als buhmann herhalten soll. zumal er offensichtlich klarer denkt, als die ig.

anbei noch das passende interwiew in der l-iz:
http://www.l-iz.de/Politik/Brennpunk...ept-30282.html
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Alt 11.11.11, 11:42   #4
Cowboy
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^ Ein sehr aufschlussreiches Interview. Ich würde mir wünschen, dass es auch zu einem mit der IG kommt.

Es herrscht sicher Konsens darüber, dass akuter Sanierungsbedarf des 1950er-Jahre-Ensembles besteht. Zudem ist es unstrittig, dass eine Durchschnittsmiete von 2,87 Euro für diese zentrale Lage lächerlich ist, und wenn die Miete nach der Sanierung auf 5 Euro steigt, ist das gewiss auch nicht zuviel verlangt. Den Mietern (außer dem tschautschüssi, die Gründe dafür sind mir nicht bekannt) wird nicht gekündigt, die Wohnstruktur soll weitestgehend beibehalten werden. Eine Gentrifizierung, wie sie gegenwärtig medial kursiert und Parallelen zu Berliner Verhältnissen schlägt, findet demnach nicht statt. In der Hauptstadt wird oft rigoros den Mietern gekündigt, um teure Eigentumswohnungen für Vermögende zu schaffen und dadurch entstehen ganz andere Wohn- und Sozialstrukturen. Das Gegenteil passiert nach meiner Wahrnehmung mit dem Wohnensemble in der Windmühlenstraße.


Ein paar (wenn auch leider nur kleine) Visualisierungen des Investors für besagtes Areal Windmühlenstraße:








...und noch eine schöne Bestandsaufnahme:

Bilder: casa-gobau.de
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Alt 11.11.11, 17:41   #5
giroplus
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@ cowboy: dem Tschau Tschüssi wurde gekündigt, da laut neuem Eigentümer das Vertrauensverhältnis zerstört war/ ist. Das geht aus einem Brief hervor, den die Stadtratsfraktionen in dieser Woche erhalten haben. Miriam Paulsen (die Inhaberin) wird durch die Blume vorgeworfen, dass sie andere Mietparteien gegen den neuen Eigentümer aufgebracht hat.
Das die derzeitigen Mieten lächerlich niedrig sind mag sein. Aber wie DaseBLN schon geschrieben hat, gibt es gar keinen Bestandsschutz für die Mieter bzw. eine Äußerung seitens der neuen Eigentümer wie hoch die Mieten nach der Sanierung tatsächlich liegen.
Es gibt zudem kein Konsens zwischen Casa Concept und der IG Windmühlenstraße bzw. irgendwelcher anderer Mieter was tatsächlich gebaut wird. Bestes Beispiel ist der geplante Discounter. Er wird gebaut, auch wenn alle Mieter dagegen sind.
Zu den viel zitierten Mietergesprächen: Bei ihnen hat es häufig vollkommen divergierende Angaben gegeben, was aus dem Karree werden soll. So wurde den Gewerbetreibenden etwas anderes erzählt als den privaten Mietern.
Von dem unbefriedigten baulichen Zustand einmal abgesehen, frage ich mich was die Verwaltung denn für eine Stadt haben will. Vor einem Jahr wurden noch ganz selbstverständlich Bewohner des Gängeviertels in Hamburg nach Leipzig eingeladen, um ihnen hier "Asyl" zu geben bzw. die Möglichkeit günstige Arbeits- und Lebensräume zu bekommen. Durch die bevorstehende Sanierung wird sich das Viertel sozial wandeln. Vielen Mietern, den der bisherige Zustand recht und billig war, weil sie sehr niedrige Mieten bezahlten, werden sicher in andere Stadtteile ziehen. Ob man das nun gut oder schlecht findet ist egal. Das Karree bzw. das umliegende Viertel wird in einigen Jahren weniger sozialer gemischt sein und es wird einen ähnliche Entwicklung wie in der Südvorstadt stattfinden: wer es sich leisten kann bleibt dort, alle anderen ziehen weiter.
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Alt 12.11.11, 06:02   #6
dj tinitus
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sorry, aber das ist in weiten teilen unsinn.
in deutschland ist alles gesetzlich geregelt, natürlich auch der mieterschutz. ebenso die rechte von hauseigentümern. beides ist zu respektieren, auch von dieser ig.

sätze, wie "das die derzeitigen mieten lächerlich niedrig sind mag sein" und "von dem unbefriedigten baulichen zustand mal abgesehen..." sind pure lyrik. jetzt zur prosa:

der marode zustand des hauses ist nicht zu übersehen und die derzeitigen mieten sind tatsächlich zu niedrig, um das gebäude erhalten und erneuern zu können.

der eigentümer hat daher ein finanzierungskonzept für die sanierung des hauses ausgearbeitet, welches den bau eines supermarktes beinhaltet. sollte dieser - wie auch immer - verhindert werden, würden ihm fest eingeplante einnahmen aus den gewerbemieten fehlen. folglich wäre er gezwungen, diese einnahmeausfälle durch höhere als die bisher kalkulierten wohnungsmieten zu kompensieren.
denn die derzeitige kalkulation läuft darauf hinaus, dass die gewerbemieten die wohnungsmieten quasi quersubventionieren sollen. scheitert diese idee, schießen sich die mieter damit also selbst ins knie.

was ist daran so schwer zu begreifen? man kann über gott und die welt kontrovers diskutieren, aber doch nicht über mathematik.

nebenbei bemerkt: leipzigs mieten gehören zu den niedrigsten aller deutschen großstädte. wenn aldi & co als zeichen für gentrifizierung fehlgedeutet werden, dann sei gesagt: sie findet dort statt, wo lebensmittelgeschäfte zugunsten von klim-bim-shops verschwinden. von solchen - wirklich ernsten - problemen ist die stadt zum glück meilenweit entfernt.

man kann wirklich nur hoffen, dass die weitere diskussion sachlicher verläuft.
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Alt 12.11.11, 16:20   #7
DaseBLN
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^ Ich weiß nicht, ob es sachlicher ist, die Ansiedlung eines Supermarktes (der dann sein derzeitiges Domizil nicht weit entfernt verlassen würde, das dann entweder leer steht oder mit einem noch nicht in der Gegend vorhandenen Kettenmarkt gefüllt werden würde), als Voraussetzung für die Sanierung eines Gebäudes zu akzeptieren. Da fragt man sich schon, wie es sich andere Sanierer die Kosten leisten können, Gebäude zu sanieren, ohne dort einen dem Zentrenkonzept widersprechenden Discounter ansiedeln zu müssen. Zumal die avisierten Mieten einer (ja angeblich angedachten) Nicht-Luxus-Sanierung entsprechen. Die Querfinanzierung ist für mich daher erst einmal eine Behauptung. Genausowenig zielführend ist es, die Aussagen und Behauptungen einer der beiden Parteien als pure, ungeschönte Wahrheit in die Diskussion einzubringen.

Hier geht es im Übrigen weniger um Gentrifizierung (der Ursprungsartikel handelte von Connewitz), sondern darum, zu erkennen, dass in einer Stadt, die das Label "Kreativ" für sich beansprucht, entsprechende Millieus als schützenswert erkannt werden sollten. Das finge dann allerdings idealerweise mit dem Verkaufsgebaren seitens der LWB an.
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Alt 13.11.11, 03:25   #8
dj tinitus
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dann fangen wir doch mal mit der lwb an. die zahlen für 2010:

schuldenstand: 794 millionen euro
operativer verlust: 1,2 millionen euro

angesichts dessen wäre auch ein weitaus rigoroseres verkaufsgebaren gerechtfertigt. denn aus eigener kraft ist die lwb nicht in der lage, ihre bestände zu erhalten und zu sanieren.

und vor was soll denn das - angeblich dort geballte - "kreative millieu" geschützt werden? vor einem supermarkt unter einem begrünten hochgarten? das ist doch albern.

der "protest" kommt aus dem bauch heraus. darum ist er so laut, heftig und letztlich auch kontraproduktiv, wie das beispiel tschau-tschüssi zeigt. der chef vom cantona hat hingegen kein problem mit der sanierung und dem supermarkt und denkt sogar an eine erweiterung seines lokals. weil er seine rechnungen und angestellten bezahlen muss und dafür mehr umsatz, eine erträgliche miete und endlich niedrigere heizkosten braucht.

wer gehört denn da zum "kreativen millieu", dass "schützenswert" sein sollte? diejenigen, die sich angeblich keine normalen mieten leisten können, es aber gleichzeitig ablehnen, in der nähe von einem aldi zu wohnen? oder nicht eher jene, die den ist-zustand nicht verklären und dafür offen sind, etwas neues zu kreieren?

Geändert von dj tinitus (13.11.11 um 03:35 Uhr) Grund: fehlerhafte großschreibung
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Alt 13.11.11, 20:48   #9
giroplus
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@ Dj Tinitus Im Moment gibt es zwei gegensätzliche Interessen im Windmühlenstraßen-Karree. Jede Seite wird versuche ihre Interessen durchzusetzen. Wenn der IG der Discounter oder etwas anderes an der Sanierung nicht passt, dann kann sie alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel einsetzten, um diese Entwicklung abzuwenden. Ob sie sich dadurch ins eigene Fleisch beißt ist zweitrangig. Vorrangig ist es ein Interessenkonflikt, den eine der beiden für sich entscheiden wird. Sie können gerne eine der beiden Seiten vertreten oder dessen Meinung, aber Sie können es niemanden vormachen, dass sie oder er einfach nur eine Entwicklung mitgestalten will.
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Alt 17.11.11, 21:25   #10
LE Mon. hist.
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LE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfach
Mehr zu den Argumenten und Forderungen der IG Windmühlenstraße in einem neuen LIZ-Artikel vom 17.11.2011

Windmühlenstraße im Fokus: Interessengemeinschaft stellt Online-Petition zur Verfügung
Daniel Thalheim
http://www.l-iz.de/Politik/Brennpunk...ion-30535.html

und - zusammen mit besagter Petition an den Stadtrat - auf der eigenen Website http://www.windmuehle-unser-kiez.de/ .
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Alt 21.11.11, 08:51   #11
dancingdwarf
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Zitat:
Zitat von dj tinitus Beitrag anzeigen
nebenbei bemerkt: leipzigs mieten gehören zu den niedrigsten aller deutschen großstädte.
Das hängt sehr von der Wohnungsgröße ab. Nach wie vor gibt es viel Raum für wenig Geld. Wer aber wenig Raum für wenig Geld sucht, hat in Leipzig keinen Vorteil gegenüber vielen anderen Großstädten.
Zitat:
Zitat von dj tinitus Beitrag anzeigen
wenn aldi & co als zeichen für gentrifizierung fehlgedeutet werden, dann sei gesagt: sie findet dort statt, wo lebensmittelgeschäfte zugunsten von klim-bim-shops verschwinden.
Wichtiger Punkt. Aldi und Parkplatz sind zuverlässige Degentrifizierungsmaßnahmen. Eigentlich müssten die Bewohner das begrüßen. Gefahr geht von Cantona und Tschau Tschüssi aus. Die müssten ausgetauscht werden durch Automatenvideothek und Erotikmarkt.
Zitat:
Zitat von DaseBLN Beitrag anzeigen
die Ansiedlung eines Supermarktes (der dann sein derzeitiges Domizil nicht weit entfernt verlassen würde, das dann entweder leer steht oder mit einem noch nicht in der Gegend vorhandenen Kettenmarkt gefüllt werden würde)
Der Aldi wird nicht abgeworben, er muss (oder will?) ohnehin raus aus der Sternwartenstraße.
Zitat:
Zitat von DaseBLN Beitrag anzeigen
darum, zu erkennen, dass in einer Stadt, die das Label "Kreativ" für sich beansprucht, entsprechende Millieus als schützenswert erkannt werden sollten.
Deshalb sollte die Stadt jetzt den Fokus auf das Atelierhaus legen. Dort ist noch nichts entschieden und viel zu retten.

Label "kreativ": Die Hauptmieter auf dem Spinnereigelände sind der Computermarkt "Zur 48" und ein Callcenter. Die Künstlerkolonie taugt eher zum Marketing, trotzdem haben sich die Atelierkosten seit dem Eigentümerwechsel mehr als verdoppelt.

Geändert von dancingdwarf (21.11.11 um 09:26 Uhr)
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Alt 21.11.11, 14:38   #12
DaseBLN
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Zitat:
Zitat von dancingdwarf Beitrag anzeigen
Der Aldi wird nicht abgeworben, er muss (oder will?) ohnehin raus aus der Sternwartenstraße.
Natürlich will er sich vergrößern. Ist doch immer so. Ändert aber nichts daran, dass dort dann Netto oder das dänische Bettenlager einzieht und damit Summa Summarum ein weiterer Discountmarkt entsteht.

Zitat:
Zitat von dancingdwarf Beitrag anzeigen
Deshalb sollte die Stadt jetzt den Fokus auf das Atelierhaus legen. Dort ist noch nichts entschieden und viel zu retten.
Wobei hier die Einflussmöglichkeiten geringer sind, da das Grundstück und Gebäude dem Bund gehören und die Stadt es (wenn ich richtig gelesen habe) nur verwaltet. Zumindest aber ist die Stadt sensibilisiert und will auf den neuen Eigentümer (wer auch immer das ist) zugehen. Die 450.000 Euro waren für das Künstlerkollektiv innerhalb eines Monats ja nicht zu stemmen.

Zitat:
Zitat von dancingdwarf Beitrag anzeigen
Label "kreativ": Die Hauptmieter auf dem Spinnereigelände sind der Computermarkt "Zur 48" und ein Callcenter. Die Künstlerkolonie taugt eher zum Marketing, trotzdem haben sich die Atelierkosten seit dem Eigentümerwechsel mehr als verdoppelt.
Worauf die Stadt aber leider keinen Einfluss (mehr) hat.
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Alt 21.11.11, 15:23   #13
dj tinitus
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zum halb leer stehenden spinnereigelände: das zeigt doch nur, dass es in leipzig viel mehr (potenzielle) atelierräume gibt, als von künstlern überhaupt bespielt werden könnten.

was freilich nichts daran ändern wird, dass bei einer sanierung des jetzigen frühauf mal wieder der kulturelle weltuntergang prophezeit werden wird...
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Alt 22.11.11, 13:20   #14
dancingdwarf
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Natürlich will er sich vergrößern. Ist doch immer so. Ändert aber nichts daran, dass dort dann Netto oder das dänische Bettenlager einzieht und damit Summa Summarum ein weiterer Discountmarkt entsteht.
Ist das eine reine Mutmaßung oder hast Du konkrete Informationen dazu? Der neue Aldi soll ja auch nicht groß sein, und der alte ist nicht klein.
Zitat:
Zitat von DaseBLN Beitrag anzeigen
Zumindest aber ist die Stadt sensibilisiert und will auf den neuen Eigentümer (wer auch immer das ist) zugehen. Die 450.000 Euro waren für das Künstlerkollektiv innerhalb eines Monats ja nicht zu stemmen.
Den Verkauf des Atelierhauses hatte ich nicht mitbekommen. Im Blog wird er nicht vermeldet, und dass sich Paule Hammers Rede auf das Atelierhaus, nicht auf das Wohnhaus bezog, erschloss sich mir nicht. Wie auch?

"Innerhalb eines Monats" klingt so, als wären die Nutzer überrumpelt worden. Aber das kann man nun wirklich nicht behaupten. Ich war um 2004 bei offenen Ateliers (zum Rundgang?) das erste Mal in dem Hinterhaus, und schon damals hieß es, dass man ja vielleicht bald raus müsse, weil das Haus verkauft werden soll. Schon damals gab es die Idee, das Haus selbst zu kaufen. Sie hatten also mindestens sieben Jahre Zeit, darauf hinzuwirken.

Das ist auch, was mich stört: Ich sehe den Grund für die Empörung nicht. Alle wussten schon lange, was passieren wird, der Aktionismus setzt zu spät ein. Auf mich wirkt das nun allzu strategisch und scheinheilig. Der Blog dient nicht der Information, sondern der reinen, nicht mal gutgemachten
Stimmungsmache.

Prinzipiell teile ich die Ziele, aber nicht in dieser Engstirnigkeit und Unfairness.

Eine Verdopplung der Miete hielte ich für inakzeptabel.
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Alt 23.11.11, 14:37   #15
DaseBLN
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Ist das eine reine Mutmaßung oder hast Du konkrete Informationen dazu? Der neue Aldi soll ja auch nicht groß sein, und der alte ist nicht klein.
Die Lageoptimierung und Vergrößerung bei Umzug ist absolute Discounter-Standard-Praxis und im gesamten Bundesgebiet seit Jahren zu beobachten. Darum ging es mir aber nicht: problematisch ist, dass auch die alte Immobilie höchstwahrscheinlich weiter ähnlich genutzt werden würde. Nach allem, was ich weiß, hätte man als Stadt dort keine rechtliche Handhabe dagegen.

Zitat:
Zitat von dancingdwarf Beitrag anzeigen
Den Verkauf des Atelierhauses hatte ich nicht mitbekommen. Im Blog wird er nicht vermeldet, und dass sich Paule Hammers Rede auf das Atelierhaus, nicht auf das Wohnhaus bezog, erschloss sich mir nicht. Wie auch?

"Innerhalb eines Monats" klingt so, als wären die Nutzer überrumpelt worden. Aber das kann man nun wirklich nicht behaupten. Ich war um 2004 bei offenen Ateliers (zum Rundgang?) das erste Mal in dem Hinterhaus, und schon damals hieß es, dass man ja vielleicht bald raus müsse, weil das Haus verkauft werden soll. Schon damals gab es die Idee, das Haus selbst zu kaufen. Sie hatten also mindestens sieben Jahre Zeit, darauf hinzuwirken.
Sowohl im Interview mit Paul Hammer als auch in einem L-IZ-Artikel gibt es dazu Informationen. Es ist auch müßig, jetzt darüber zu mutmaßen, ob man da seitens der Mieter auf etwas hätte hinwirken können. Das Bundesamt für Immobilienaufgaben, dem das Grundstück seit geraumer Zeit gehört, ist jedenfalls ähnlich wie die TLG keine Institution, bei der man als Mieter oder Kaufinteressent großartig was zu melden haben wird. Die halten, wenn sie halten wollen und verkaufen, wenn sie verkaufen wollen. Entsprechend wurde das Angebot augenscheinlich Anfang Oktober für 450.000 Euro eingestellt und ist zum 28. Oktober ausgelaufen. Eine Verlängerung hat man laut L-IZ abgelehnt und eine halbe Million Euro (die als Summer vorher sicherlich auch nicht bekannt war) legt man sich ja nicht jahrelang unters Kopfkissen, um sie dann, wenn der Besitzer endlich verkaufen möchte, aus dem Hut zu zaubern.

Zitat:
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Das ist auch, was mich stört: Ich sehe den Grund für die Empörung nicht. Alle wussten schon lange, was passieren wird, der Aktionismus setzt zu spät ein.
Nur - das Kleinod Windmühlenstraße mit den Synergieeffekten und dem Kiezgefühl hat sich so richtig erst in den letzten Jahren entwickelt. Und gerade dieses ist doch einer der Hauptgründe für die Proteste.
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