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Alt 11.08.08, 17:17   #1
baukunst-nbg
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baukunst-nbg sitzt schon auf dem ersten Ast
Schwedenhaus-Museum und Nürnberger Bauernhausfreunde

Dieses Thema ist für die interessant, die sich auch für die bäuerliche Architektur in Nürnberg und Umgebung erwärmen können. Dazu gehört auch die Diskussion von Entwicklungsfehlern sowie Zukunftsperspektiven im städtisch-dörflichen Bereich.

Schon längst fällig ist der Hinweis auf die Nürnberger Bauernhausfreunde. Ich gebe gleich zu erkennen, daß ich selbst in dem Verein engagiert bin.

Kern unserer Tätigkeit ist die Idee, in Nürnberg ein Museum für die drei noch erhaltenen "Schwedenhäuser" zu errichten. Das ist ein ziemlich beeindruckender mittelalterlicher Bautyp eines Bauernhauses, der jedenfalls in Franken dominant war, wohl noch weit in die Neuzeit hinein. Kennzeichnend ist ein innenliegendes Ständergerüst von häufig 4-5 m Höhe, worauf ein stehender Dachstuhl ein mächtiges Walmdach trägt.
Mehr Informationen sind u. a. hier zu finden. Neben zwei noch stehenden Gebäuden - einem in Großreuth h. d. V. und der Scheune Mittelbüg - haben wir die Balken des Thoner Schwedenhauses von 1551, welches 1966 mit der Intention des Wiederaufbaus in einem Museum abgetragen worden war.

Der Verein hat jedoch ferner zum Ziel, daß auch die bisher ohne Lobby dahinsiechenden einzigartigen Bauernhäuser auf Nürnbergs Stadtgebiet erhalten und gepflegt werden. Die Verstädterung hat in Nürnberg viele unersetzliche Bauernhäuser gekostet, und ehemalige Dörfer haben sich aufgrund architektonischer und anderer "Maßnahmen" - vorsichtig ausgedrückt - unvorteilhaft entwickelt. Hier soll Informationsarbeit und Meinungsbildung die nötige Sensibilität fördern, um den Stellenwert der wertvollen Kultur des "Bauernlands im Stadtgewand" bei der Bevölkerung zu erhöhen.

Aktivitäten finden sich auf der Website, ansonsten erlaube ich mir anzukündigen was folgt:

Mo., 22.09.2008: Vortrag "Die Dörfer im Knoblauchsland" - Eine durchaus nostalgische Zeitreise. Lichtbildvortrag von N. Bencker, H. May, M. Taschner

Sa., 11.10.2008: Stadtteilführung "Süd-Länd(l)ische Architektur rund ums Wasserschloss" - Rundgang durch Kornburg. Zeit: 14 bis 16 Uhr, jeweils zur vollen Stunde. Treffpunkt: beim Hirschendenkmal (Kornburger Hauptstraße 31)

Mo., 10.11.2008: Vortrag "Wo die Herren saßen..." Entwicklung und Gestalt der Nürnberger Herrensitze. Lichtbildvortrag von Robert Giersch, Historiker und Heimatpfleger im Landkreis Nürnberger Land.

Mo., 24.11.2008: Vortrag: "Kellerhaus, Hofhäuslein, Hofkästlein" - Ehemalige Nebengebäude auf den Bauernhöfen im Nürnberger Raum. Lichtbildvortrag von Prof. Dr. Konrad Bedal, Direktor des fränkischen Freilandmuseums Bad Windsheim

Wer das Jahresprogramm und unseren Prospekt zugeschickt haben möchte, dem übersende ich das gerne kostenlos und unverbindlich, ich bitte hierzu nur um eine P.N.!
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Alt 29.08.08, 09:36   #2
Altbaufreund
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Altbaufreund befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Gibt es denn noch mehr erhaltene Schwedenhäuser in der Region?

Und wäre es denn auch möglich, daß solche Häuser im Laufe der Zeit baulich soweit verändert und "überformt" wurden, daß der ursprüngliche Haustyp nur noch schwer zu erkennen ist?
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Alt 04.09.08, 11:39   #3
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Das im Freilandmuseum Bad Windsheim stehende Höfstettener Haus aus dem 13. Jahrhundert wurde erst um 1980 als Schwedenhaus erkannt, da es äußerlich überformt war. Ich könnte mir durchaus vorstellen, daß es irgendwo noch versteckte mittelalterliche Konstruktionen gibt, aber in den letzten Jahrzehnten wurden die fränkischen Dörfer schon ziemlich durchforstet. Aber man weiß ja nie - ich selbst halte immer die Augen offen. Ein Hinweis auf ein "Schwedenhaus" wäre beispielsweise ein annähernd quadratischer Grundriß von 15x15 Metern ...
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Alt 18.09.08, 16:28   #4
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Veranstaltungshinweis Montag 22.09.08

VERANSTALTUNGSHINWEIS vor allem für alle in Nürnberg und Umgebung:

Mo., 22.09.2008: Vortrag "Die Dörfer im Knoblauchsland" - Eine durchaus nostalgische Zeitreise. Lichtbildvortrag von N. Bencker, H. May, M. Taschner

Ort/Zeit: Neunhof, Gaststätte "Altes Forsthaus", Untere Dorfstraße 6, 90427 Nürnberg, 19:00 Uhr
Veranstalter: Nürnberger Bauernhausfreunde e. V.

Aus aktuellem Anlaß möchte ich nochmals auf obige Veranstaltung hinweisen. Ich habe kurzfristig den Part von Herrn May übernommen, der verhindert ist, und würde mich freuen, den einen oder anderen dort zu treffen.
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Alt 24.10.08, 10:21   #5
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Veranstaltungshinweis Sa, 24.10.08 - KORNBURG

Ich möchte kurz zu unserer morgigen Veranstaltung in Kornburg einladen:

Stadtteilführung "Süd-Länd(l)ische Architektur rund ums Wasserschloss" - Rundgang durch Kornburg. Zeit: 14 bis 16 Uhr, jeweils zur vollen Stunde. Treffpunkt: beim Hirschendenkmal (Kornburger Hauptstraße 31)

Ich selbst werde diesmal aus Zeitgründen leider nicht von der Partie sein, aber es wird sehr interessant, soviel ist klar. Man kommt auch in den Schloßhof und sogar in das heute skurril anmutende, ehemalige Dorf-Gefängnis hinein, was sonst nicht möglich ist.

EDIT:

Heutige Ankündigung in der NN und in der NZ
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Geändert von baukunst-nbg (24.10.08 um 13:45 Uhr)
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Alt 28.10.08, 13:16   #6
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Die NZ berichtet heute über die Führung der Nürnberger Bauernhausfreunde durch den im äußersten Süden Nürnbergs gelegenen Ortsteil Kornburg.

Ich darf ergänzen, daß etwa 180 Interessierte an den Führungen teilnahmen, was ein großer Erfolg ist.
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Alt 23.06.13, 20:44   #7
nothor
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Irgendwo waren mir mal Informationen zu diesem Bauernhaus begegnet, der akut vom Verfall bedroht ist, ebenfalls in Schniegling direkt der Mühle gegenüber. Rundherum ist der Sanierunsgstand eigentlich sozusagen bei 100 %, nur dieses eine Gebäude macht einen bemitleidenswerten Eindruck.



Es geht um das linke /östliche von beiden:



Bei den Bauernhausfreunden Nürnberg steht dieses auf der Liste der "Bauernhäuser in Not" auf Nr. 17. Man erkennt auch dass das Bauschild auch jetzt noch vor Ort steht, nur dass es eben verhüllt ist.
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Alt 04.03.14, 14:01   #8
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Sandstein-Bauernhaus Schnepfenreuther Straße 65

Aus aktuellem Anlass hole ich den Thread mal nach vorne:

Die Nürnberger Nachrichten berichten heute mit Teaser-Text auf der Titelseite und fast ganzseitigem, bebilderten Artikel auf Seite 10 über das jüngste Schicksal des Bauernhauses Schnepfenreuther Straße 65. Fotos von gestern:



Das Bauernhaus hat giebelseitig eine repräsentative Sandsteinfassade mit Datierung 1803, die zusammen mit dem benachbarten Fachwerkhaus, das augenscheinlich sehr liebevoll hergerichtet wurde, ein wunderbares Ensemble bildet, das auf den alten Ortskern hinweist. Jetzt muss man sich das sandsteinerne Bauernhaus natürlich mal restauriert vorstellen. Leicht zu erkennen, was für ein wunderbares Bild dieses Ensemble jedem Betrachter bieten würde.

Nun ist aber bereits Dämmung auf die Wand gedübelt worden und alles mit Putz zugeschmiert:



Darunter ist die Fassade weitgehend noch vorhanden. Laut NN habe der Eigentümer gemeint, er wisse nichts vom Denkmalschutz. Wenn dem so ist unterstreicht das ein bedauerliches Desinteresse an seinem Eigentum, denn neben der Bauordnungsbehörde hätte ihm sicherlich auch der Verein der Bauernhausfreunde ( http://www.bauernhausfreunde.de/ ) mit Rat und Tat zu Seite gestanden bei seinem Bauvorhaben.

Die Behörde verlangt nun den Rückbau und die denkmalgerechte Sanierung. Insbesondere die noch vorhandene originale Dacheindeckung mit den Gauben scheinen ja noch unversehrt. Zudem wird von einem Bußgeld gesprochen, wobei die behörde da Ermessen hat und der Behördenleiter, Herr Ulrich, Entgegenkommen signalisiert. Denn anstatt einer Strafe wäre das Geld bei der denkmalgerechten Sanierung sicherlich besser aufgehoben.

Wer mehr dazu wissen möchte, die Seite der Stadtbildinitiative Nürnberg hat einige Hintergrundinformationen dazu zusammen getragen:
http://stadtbild-initiative-nuernberg.de/?page_id=190
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Alt 04.03.14, 18:31   #9
Hans Ebert
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Hans Ebert könnte bald berühmt werden
@nothor: Danke für die Bilder und Deinen Beitrag! Sieht wirklich traurig aus. Ich hoffe, dass der Schaden einigermaßen repariert werden kann, auch der zerbrochene Firstgiebel. Ich gebe Dir Recht, dass man – anstatt nun allzu sehr zu bestrafen – vor allem dem Eigentümer Hilfestellung geben sollte, damit er sein Haus auf eine dem Denkmal würdige Weise saniert bzw. restauriert. Klar darf ein solches Vorgehen nicht ungesühnt bleiben, aber mit drakonischen Strafen gewinnt man keinen Blumenstrauß. Wenn sich die Besitzer gut beraten und in ihrem Wunsch nach Wohnkomfort und finanziellen Ersparnissen verstanden fühlen, dann unterstützen sie auch eher den Denkmalschutz.
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Erst wenn die letzte Fassade gedämmt, die letzte Villa entkernt, der letzte Garten zugebaut ist, werden die Menschen feststellen, dass Denkmalschutz doch sinnvoll ist.
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Alt 05.03.14, 18:55   #10
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Der von @nothor erwähnte Artikel in den "Nürnberger Nachrichten" ist jetzt auch online verfügbar:

http://www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten/nuernberg/baudenkmal-verliert-sein-gesicht-1.3495021
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Alt 23.05.16, 15:56   #11
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Sandstein-Bauernhaus Schnepfenreuther Straße 65

Zitat:
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Aus aktuellem Anlass hole ich den Thread mal nach vorne:

Fotos von gestern:



Das Bauernhaus hat giebelseitig eine repräsentative Sandsteinfassade mit Datierung 1803, die zusammen mit dem benachbarten Fachwerkhaus, das augenscheinlich sehr liebevoll hergerichtet wurde, ein wunderbares Ensemble bildet, das auf den alten Ortskern hinweist. Jetzt muss man sich das sandsteinerne Bauernhaus natürlich mal restauriert vorstellen. Leicht zu erkennen, was für ein wunderbares Bild dieses Ensemble jedem Betrachter bieten würde.
Es geht doch, und es ist wunderbar geworden:



Das Ensemble wurde wiederhergestellt und das kleine Bauernhaus ist das vielleicht schönste im alten Ortskern geworden. Bis ins Details ist es ganz wunderbar geworden, dem Betrachter geht hier das Herz auf:







Hier sieht man anschaulich, was man mit Denkmalschutz alles erreichen kann. Was wäre der Ortsteil Schnepfenreuth, wenn man alles in Styropor verpacken und verputzen würde. Eine endlöse Einöde aus vor sich hin gammelnden, toten Dämmstofffassaden.
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Alt 01.07.16, 23:36   #12
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Sanierung ehem. Gasthof "Schwarzer Adler"

Es ist zwar wohl kein Bauernhaus im gebräuchlichen Sinne, aber es gehört zweifelsfrei in die Reihe der hier vorgestellten Projekte. Der Stadtanzeiger berichtete am Dienstag ausführlich von den Planungen bezüglich des seit vielen Jahren leerstehenden "Schwarzer Adler" in Almoshof:



Das 401 Jahre alte Gebäude hat einen neuen Eigentümer gefunden.



Der Eigentümer beabsichtige die denkmalgerechte Sanierung des Gebäude und damit den Rückbau von modernen Ein- und Anbauten, wobei unter "modern" wohl alles aus dem 20. Jahrhundert zu verstehen ist.



Geplant ist zudem die Umwidmung zu einem reinen Wohnhaus. Eine Gaststätte soll das Haus nicht mehr beherbergen. Es werden Wohnungen zwischen 30 und 290 qm entstehen - ich vermute mal dass die Details noch nicht feststehen, da wohl die historische Bestandsaufnahme nicht abgeschlossen ist.



Denkmalbehörde und die Nürnberger Bauernhausfreunde, die dem Eigentümer wohl beratend unter die Arme greifen, zeigen sich zuversichtlich dass hier ein Schmuckstück an der Almoshofer Hauptstraße entstehen wird - vielleicht so gut wie das zuletzt hier vorgestellte Objekt.
Ich bin gespannt und wünsche viel Erfolg und viel Geduld!
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Alt 14.07.16, 23:13   #13
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Denkmalschutz in Grossreuth h.d.V.

Eine erfreuliche Nachricht für den Nürnberger Norden macht die Runde. Das prägnante Anwesen Großreuther Straße 77 steht nun unter Denkmalschutz. Es drohte der Abriss und der Neubau von Stadthäusern, wie sie unweit dieser Adresse in der Kilianstraße verkauft werden. Das natürlich diese Schuhschachtelarchitektur nun nicht überall hinpasst, und der Denkmalschutz ein wirksames Steuerungsintrument für positive Stadtentwicklung sein kann, sehen wir nun nicht nur in den blühenden Großstädten in den neuen Bundesländern, sondern hofentlich bald auch in Großreuth hinter der Veste.
Das Anwesen besteht aus drei Baukörpern, die einen Hof einschließen. Im Kern stammen Teile noch aus dem 18. Jahrhundert, aber der prägende Giebel, der bereits von der Rollnerstraße richtung Norden fahrend deutlich sichtbar ist, ist ein Wiederaufbau der 1950'er Jahre.



Das behutsam wiederaufgebaute Ensemble ist damit gebauter Beweis für die Strahlkraft des engagierten Wiederaufbaus des zerstörten Nürnbergs, das sogar in die damaligen Umlandgemeinden ausstrahlte und auch hier das Ortsbild wieder reparierte.



Warum dieser Teil des Ortskerns so wichtig ist erkennt man schnell, wenn man mal die knapp 300 Meter lange Großreuther Straße entlang geht und sich umsieht:



Das Straßenbild ist geprägt von giebelständigen Häusern aus mehreren Jahrhunderten, die ein wunderbares Ensemble bilden, nur wenige Kilometer von der Nürnberger Burg entfernt. Hier finden sich überwiegend gepflegte Bauernhäuser wie dieses später aus Sandstein errichtete von 1745 (bez.).



Dieser Sandsteinquaderbau ist zwar ohne Giebelseitige Datierung, die klassizistischen Verzierungen weisen aber auf die Biedermeierzeit hin, so um 1830. Der bayerische Denkmalatlas datiert es auf 1840:



Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt die Rekonstruktion eines Ensembles einige Meter weiter.



Es besteht aus einem gründerzeitlichen Werkstattgebäude von 1902, das noch am Anfang seiner Wiederauferstehung steht.



Sowie dem deutlich älteren ehem. Wohnhaus Großreuther Straße 93 mit vorgeblendeter Sandsteinfassade von 1733, bei dem die Arbeiten schon weiter sind. Die Fassade wurde komplett repariert und das Dach erneuert. An der Dachkante sind Rekonstruktionsarbeiten zu erkennen...



... während die Fenster noch auf den Einbau warten. Die behelfsmäßig zugesetzten Fensteröffnung bieten einen interessanten Blick für den interessierten Laien auf der Baustelle: Gut zu erkennen ist die vorgeblendete Fassade aus Sandstein, sowie die dahinter liegende mit Lehmputz gedämmte Fachwerkkonstruktion, die das Haus im Innern trägt. Ich hoffe dass das Haus Ende des Jahres fertig und bewohnt sein wird.



Wenige Meter weiter überrascht eines der letzten sogenannten Schwedenhäuser, die im Focus der Aktivitäten der Nürnberger Bauernhausfreunde (http://www.bauernhausfreunde.de/) stehen. Das sind wohl sehr schwierige Immobilien für die sich nicht so leicht Ideen für eine wirtschaftliche Nutzung finden lassen. Umso wichtiger ist die Pflege dieser mittlerweile seltensten Zeugnisse der mittelalterlichen Zeit aus dem Nürnberger Umland, bis sich ein Konzept für die Nutzung gefunden hat.



Am östlichen Ende dieses Abschnitts der Großreuther Straße, wo sie sich mit dem Kurzen Steig kreuzt, ist der wohl ehemalige Dorfanger mit dem Maibaum zu finden.



Im Hintergrund sieht man ein Bürogebäude an der Kilianstraße.





Großreuth h.d.V. liegt also wirklich nicht weit draußen auf dem Lande, sondern eigentlich mitten in Nürnberg. Nur knapp 4 Kilometer von der Nürnberger Altstadt entfernt, hat sich wie in einer Zeitkapsel ein alter, wunderbarer Ortskern erhalten, der gottseidank auch von Durchgangsverkehr verschont bleibt. Denn die Kilianstraße fängt davon alles ab. Die KfZ-Zulassungsstelle der Stadt Nürnberg hat bislang viel Verkehr in diese Gegend gebracht. Da sie aber bald an zentraler Stelle an den Rathenauplatz (Beitrag) umziehen wird, ergeben sich neue Chancen für Großreuth h.d.V. Ich nehme an dass das Gelände der Stadt Nürnberg aufgelassen und bebaut wird. Der konsequent geschützte Ortskern wird auf die an sonsten übliche Verdichtung in Nürnberg hier sicherlich einen positiven Effekt haben und ein gefragtes Wohnquartier entstehen lassen. Dies wäre so sicherlich nicht zu erwarten, wenn man begänne die Altbausubstanz schrittweise zu zerstören und so den Bereich baukulturell zu perforieren. Wir können gespannt bleiben.
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Alt 26.07.16, 21:41   #14
Planer
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...
Die KfZ-Zulassungsstelle der Stadt Nürnberg hat bislang viel Verkehr in diese Gegend gebracht. Da sie aber bald an zentraler Stelle an den Rathenauplatz (Beitrag) umziehen wird, ergeben sich neue Chancen für Großreuth h.d.V. Ich nehme an dass das Gelände der Stadt Nürnberg aufgelassen und bebaut wird. Der konsequent geschützte Ortskern wird auf die an sonsten übliche Verdichtung in Nürnberg hier sicherlich einen positiven Effekt haben und ein gefragtes Wohnquartier entstehen lassen. Dies wäre so sicherlich nicht zu erwarten, wenn man begänne die Altbausubstanz schrittweise zu zerstören und so den Bereich baukulturell zu perforieren. Wir können gespannt bleiben.
Chancen und Risiken...

Eine nicht weit entfernte Baufirma ist schon fleißig am "auftreten", um das Grundstück der noch Kfz-Zulassung zu ergattern. Dann wird es bekannte Stangenware.

Mal sehen, an wen die Stadt verkauft. Einige Verkäufe in der letzten Zeit machen ja zumindest etwas Hoffnung.
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Alt 01.08.16, 00:20   #15
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Rettung: Schnieglinger Straße 237

Ein weiteres Bauernhaus sieht seiner Rettung entgegen. Die Bauernhausfreunde (http://www.bauernhausfreunde.de/) zeigten bis vor Kurzem das alte Sandsteinhaus in der Schnieglinger Straße 237 als noch zu rettend an. Die wohl veraltete Liste "Bauernhäuser in Not" ist nicht mehr online.
Zwischenzeitlich entwickeln sich die Dinge vor Ort positiv, das Gebäude befindet sich in der Sanierung und scheint damit gerettet:



Dem Vernehmen nach werden die Eingriffe zwar sehr heftig ausfallen, da mehrere modern geschnittene Wohnungen unterzubringen sind, aber die Grundstruktur des Gebäudes, seine Gestalt und die Dachform bleibt erhalten und somit das schnuckelige Ensemble in dieser ruhigst gelegenen Ecke Nürnbergs.



Ich schätze das wird noch bis 2017 dauern.
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