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spock99
13.09.13, 14:28
Nach ein wenig Nachforschung im Internet bin ich auf das Stadtbahnprogramm 2020 gestoßen.
Dieses beinhaltet
- die Erweiterung der Linie 11 von Bühlau bis nach Weißig ab 2015
- die Umstellung der Buslinien 61 und 62 ab Strehlen bis nach Löbtau auf Straßenbahn
- neue Linie 5 von Plauen nach Johannstadt über Pirnaischer Platz
Der Gesamtkostenpunkt beträgt ca. 124 Millionen €.
-neuer Haltepunkt Linie S3 "Nossener Brücke".
Nähere Infos unter:
http://www.dvb.de/de/Aktuelles/DVB-Projekte/stadtbahn-2020/

Hoffe auf gute Diskussionen!
Bis bald.

LE Mon. hist.
05.10.13, 07:28
DNN-Online, 20.09.2013
http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/wirtschaft/detail/-/specific/Mietpreise-fuer-Wohnen-und-Verkaufsflaechen-in-gefragten-Gegenden-in-Dresden-steigen-enorm-102838901

Bauwirtschaft und Immobilien
Mietpreise für Wohnen und Verkaufsflächen in gefragten Gegenden in Dresden steigen enorm
Uwe Hofmann

Das Urteil des Immobilienverbands Deutschland (IVD) Mitte-Ost über den Immobilienmarkt in Sachsen und Sachsen-Anhalt lautet „sehr stabil“ und „sehr differenziert“:
http://www.ivd-mitte-ost.net/nachrichtendetail/archive/2013/september/article/veroeffentlichung-des-ivd-immobilienpreisspiegels-2013-fuer-sachsen-und-sachsen-anhalt.html

Die Mieten in Dresden ziehen laut dem jüngst veröffentlichen IVD-Mietpreisspiegel leicht an. Erwartet werden steigende Preise sowohl für Mietwohnungen, Eigentumswohnungen und Eigenheime als auch für Gewerbemieten. Hat z.B. eine Altbau-Wohnung in einer mittleren Wohnlage 2012 noch sechs Euro Kaltmiete gekostet, so sind dies laut aktuellen IVD-Preisspiegel nun 6,20 Euro.

In "Toplagen" wird der Wohnraum knapp. Hierzu gehören der Studie zufolge Weißer Hirsch, Neumarkt, Loschwitz und die Altstadt. Der Mietanstieg fällt in diesem Segment deutlicher aus, von 9 Euro im Jahr 2012 ging es auf 11,80 Euro Kaltmiete hoch. Damit gehört Dresden zu den teuersten Pflastern in Mitteldeutschland und wird nur von Leipzig mit 12 Euro übertroffen. Der sprunghafte Preisanstieg in den Toplagen beruht laut IVD Mitte-Ost auf einem immer knapperen Angebot. Auf Anfrage der DNN bestätigte Dresdens größtes Wohnungsunternehmen Gagfah diese Entwicklung. Auch nach dessen Einschätzung gehe der Leerstand in den beliebtesten Gegenden gegen Null.

Laut IVD Mitte-Ost würde der Wohnraum insgesamt jedoch nicht knapp und der Engpaß bei den gefragten Wohnlagen kein Problem. Der Regionalvorsitzende des IVD Mitte-Ost Karl-Heinz Weiss, selbst Eigentümer eines Immobilienunternehmens, verweist auf andere Stadtteile, die nun eine Aufwertung erfahren werden und nennt konkret Friedrichstadt und Plauen. „Auch alles entlang der S-Bahnlinie zwischen Heidenau und Radebeul ist attraktiv, weil es verkehrsgünstig ist.“ Der Mietboom in einigen Stadtteilen könne sich ausbreiten, jedoch sei es noch nicht so weit.

Mit Blick auf die Einwohnerprognosen läßt sich allerdings vermuten, dass es in den nächsten Jahren mit den Mietsteigerungen so weiter geht. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes werden 2030 mehr als 550 000 Menschen in Dresden leben (aktuell 525 671), wohingegen das Umland weiter Einwohner verliert. Nach den Prognosen soll der Landkreis Bautzen bis 2030 50 000 Menschen verlieren, der Landkreis Meißen 30 000 und der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 20 000. Dieser Zustrom nach Dresden wird zwangsläufig für einen Anzug auf dem Wohnungsmarkt sorgen.

Eigentumswohnungen bleiben weiter sehr gefragt. 2012 wurden in Dresden 3862 Eigentumswohnungen verkauft und 470,3 Millionen Euro umgesetzt, was einen Zuwachs um 15,6 Prozent bedeutet. Damit belegt die Stadt laut Accentro-Wohneigentums-Report deutschlandweit den siebten Platz bzw. beim Umsatz den 10. Platz . Der durchschnittliche Verkaufspreis von 121 776 Euro liegt im Bundesvergleich allerdings nur im Mittelfeld.

Bei den Gewerbemieten ist das Ergebnis zwiespältig. Während Ladenmieten teilweise enorm gestiegen sind - in Bestlage sind die bei kleinen ebenerdigen Räumen von 35 Euro auf 100 Euro Kaltmiete gestiegen - stagnieren Büromieten. Laut IVD Mitte-Ost weißt Dresden zehn Prozent Leerstand in Bürogebäuden und 15 Prozent ungenutzte Ladenfläche auf. Davon sind auch Innenstadtlagen betroffen, vor allem Altmarkt- und Centrum-Galerie. Der IVD-Hauptberichterstatter Karl-Heinz Weiss bezeichnet das Problem als hausgemacht. Wenn solche 1a-Lagen nicht vermietet seien, agiere das Center-Management nicht richtig.

LE Mon. hist.
05.10.13, 07:41
Sächsische Zeitung, 05.10.2013
http://www.sz-online.de/nachrichten/immobilienbranche-warnt-vor-wohnnot-2678528.html

Immobilienbranche warnt vor Wohnnot
Bis 2025 werden Tausende neue Wohnungen gebraucht. Damit mehr gebaut wird, soll die Stadt unbürokratischer handeln.
Von Tobias Winzer

Anders als der IVD Mitte-Ost sieht Frank Müller, Mitteldeutschland-Chef des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), in dem etwa 40 Dresdner Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertreten sind, die Stadt bereits jetzt auf eine Wohnungsnot zusteuern. „Wenn es so weitergeht wie jetzt, kommen auf uns Wohnungsmangel und auf Normalverdiener unbezahlbare Mieten zu.“

Er schätzt, z.T. anders als die offiziellen Prognosen der Verwaltung, dass sich das aktuelle Bevölkerungswachstum auch in den kommenden zehn Jahren ungemindert fortsetzen wird. Demnach könnten im Jahr 2025 bereits rund 580.000 Menschen in Dresden, die 320.000 Wohnungen benötigen. Dies sind rund 20.000 Wohnungen mehr als bislang von der Stadtverwaltung prognostiziert. Deren Statistiker gehen davon aus, dass sich das Bevölkerungswachstum nach 2020 abschwächt und 2025 maximal rund 550.000 Menschen in Dresden leben.

Der BFW fordert unbürokratisches Handeln von der Stadt, um den Wohnungsneubau voranzubringen. Da dies schneller gehen würde, sollten Müller zufolge Bebauungspläne für neue Wohngebiete künftig nicht mehr von der Verwaltung, sondern von den Investoren selbst erstellt werden. Die Stadtverwaltung solle die Konzepte dann nur noch "ansegnen".

Desweiteren fordert der Lobbyverband mehr innerstädtisches Bauland. Besonders geeignet seien Grundstücke am geplanten Kulturkraftwerk und in der Friedrichstadt.

Im Hinblick auf bezahlbare Mietwohnungen sieht der Mitteldeutschland-Chef des BFW nicht die freie Wohnungswirtschaft in der Pflicht, sondern setzt auf die Genossenschaften, da diese keine Gewinne erwirtschaften müssten. „Wir brauchen eine Aufgabenteilung in der Stadt“, sagte er. Um die drohende Wohnungsnot zu verhindern, seien künftig regelmäßige Treffen mit Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) geplant.

LE Mon. hist.
05.10.13, 07:54
DNN-Online, 17.09.2013
http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/wirtschaft/detail/-/specific/Dresdner-Bauunternehmer-Flaechendeckender-Neubau-von-Mietwohnungen-ist-unrealistisch-333801929

Bauwirtschaft und Immobilien
Dresdner Bauunternehmer: Flächendeckender Neubau von Mietwohnungen ist unrealistisch

Auch der Dresdner Bauunternehmer und Mitinitiator des Lokalen Bündnisses für Familie in Dresden ( http://familie.dresden.de/ ) Frank Wießner sieht einen beginnenden Wohnungsmangel in Dresden. Jedoch hält er den flächendeckenden Bau von Mietwohnungen für illusorisch. Unter einem Quadratmeterpreis von 10 Euro würde sich das Bauen schlicht nicht lohnen. Selbst Sanierungen seien unter 8,50 Euro nicht wirtschaftlich. Dies erläuterte Wießner auf einer Veranstaltung der Neustadt-SPD.

Als Grund für die hohen Mietpreise nennt er die zahlreichen Regelungen wie zum Brandschutz, der Wärmedämmung oder zum Schallschutz. „Das treibt den Preis um rund 20 Prozent“. Um günstiger zu bauen, gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder wird das Niveau der Bausubstanz gesenkt oder man erleichtere Bauherren mit Zinserleichterungen oder Abschreibungsmöglichkeiten die Finanzierung.

Vorrangig würden Eigentumswohnungen gebaut, da Investoren damit höhere Renditen erzielen. Der Preistrend würde dadurch verstärkt, dass Grundstücke aus rechtlichen Gründen zwingend an den Meistbietenden verkauft werden müssten.

Allerdings sind nach Ansicht von Wießner die Zustände in Dresden "noch immer luxuriös". Nach der Wende sei dank hoher Abschreibungsmöglichkeiten massiv gebaut worden, zudem zogen mehr Menschen aus Dresden weg als neu hinzukamen. Ein Umschwung sei erst um 2005 eingetreten. „Die Dresdner hatten sich an die paradiesischen Zustände gewöhnt“. Hierzu gehören freie Auswahl, geringe Mieten und keine Maklerprovision. Doch diese Verhältnisse ändern sich jetzt.

Bei der gleichen Veranstaltung gab Christian Demuth vom Verein Bürger Courage an, dass mittlerweile nur noch 18 Prozent der Dresdner Wohnungen für Geringverdiener bezahlbar seien. Der SPD-Stadtrat und Bundestagskandidat Thomas Blümel hält diese Situation für „selbstverschuldetes Elend“. Die Stadt habe viel zu spät mit dem Wohnungsabriss aufgehört und versäume es weiterhin, Investoren den Bau von bezahlbaren Mietwohnungen zur Auflage zu machen. Außerdem fordert Blümel, dass der Wohnungsbau direkt gefördert wird.

RianMa
08.10.13, 22:12
Ich finde dieses Stadtbahnprogramm wirklich äußerst spannend. Ich bin generell dafür, dass man den ÖPNV weiter ausbaut und so noch viel mehr Menschen dazu bewegt, mit der Bahn zu fahren. Das Fahrradnetz ist ebenso wichtig und hätte man mir nicht mein Fahrrad geklaut, würde ich auch ständig durch Dresden radeln. Die Stadt hat einfach die perfekte Größe dafür.
Für den Abschnitt der Nürnberger Straße wurden mittlerweile verschiedene Varianten ausgearbeitet, wie man sich den Straßenkörper in Zukunft vorstellt. Auf der Seite der DVB gibt es ausführliche Informationen (http://www.dvb.de/de/Stadtbahn-2020/Projekt-1-Loebtau-00729/Teilprojekt-1-2-Nos-00709/) zu diesem Teilabschnitt.

Variante 1 sieht vor, dass man die Straßenbahnen auf den beiden inneren Fahrbahnen d.h. straßenbündig fahren lässt. Das wäre gleich mein haushoher Favorit.

Bei der Variante 2 bekommt die Straßenbahn ein eigenes Gleisbett, das zwischen beiden Fahrtrichtungen angelegt wird.

Und in der Variante 3 soll es ebenfalls ein von der Fahrbahn getrenntes Gleisbett geben, welches aber auf der nördlichen Seite gebaut werden soll. Dort ist im Moment eh ein breiter Grünstreifen, der sich dafür eignen würde. Diese Variante kommt in Dresden an vielen Stellen vor: Albertstraße, Sankt-Petersburger Straße, Fritz-Löffler-Straße und andere.

Ich persönlich kann dieser Variante neben der zweiten aber am wenigsten abgewinnen. Das liegt aber daran, dass ich es generell nicht gut finde, dass Straßenbahnen ein eigenes Gleisbett bekommen. Der Straßenraum wird dadurch zu stark aufgeweitet und das ohne besonderen Grund. Durch die Verkehrsbetriebe wird oft das Argument gebracht, dass die Straßenbahnen durch den motorisierten Verkehr häufig gestoppt werden und daher ihren Fahrplan nicht exakt einhalten können oder es zu Unpünktlichkeit und Ungenauigkeit kommen kann. Ich sehe darin eher den Vorteil, dass durch eine gemeinsame Nutzung der Fahrbahn durch Auto und Straßenbahn stärker der Autoverkehr ausgebremst wird. Aber das muss von Fall zu Fall wohl neu betrachtet werden.
Ich fahre täglich mit dem Bus durch die Nürnberger Straße. Das Verkehrsaufkommen ist schon sehr hoch, aber durch die Größe der Verkehrsanlagen gibt es hier nie Staus und der Verkehr fließt (in beide Richtungen gleich gut). Sogar in Richtung Nürnberger Platz, wo die Linie 8 auf der inneren Fahrbahn fährt, gibt es keine Probleme. Daher sollte es auch zu keinen Störungen kommen, wenn der Busverkehr auf Bahnverkehr umgestellt wird und sich Auto und Bahn die Fahrspuren teilen.

Da fällt mir gerade das Beispiel Freiberger Straße ein, die letztes Jahr (oder schon 2011?) saniert worden ist. In dieser Straße ist so ein geringes Verkehrsaufkommen und dennoch hat man der Straßenbahn ein eigenes Gleisbett verpasst. Das Ergebnis ist ein unverhältnismäßig stark aufgeweiteter Straßenraum, der kaum genutzt wird. Eine üble Fehlentscheidung in meinen Augen. Als damals die Sanierung dieser Straße begonnen wurde, hatte ich gehofft, man würde sie um einige Meter schmälern und ihr so eine angemessene Breite geben, aber leider ist das nicht passiert.
In der Nürnberger Straße möchte ich gleich die beste Lösung umgesetzt wissen und das wäre Variante Nummer 1. Bisher hat sich der Busverkehr perfekt an den Autoverkehr angepasst und es gab keine Probleme. Dann sollte die Bahn das auch schaffen.

Ich hätte noch eine technische Frage und hoffe, dass mir da jemand weiterhelfen kann. In Dresden (und sicher auch in vielen anderen Großstädten) fahren die Straßenbahnen immer auf den inneren Fahrbahnen, sofern jeweils zwei Fahrspuren in beide Richtungen vorhanden sind. Dadurch sind immer beide Spuren blockiert, wenn die Bahn hält und die Passanten ein- und aussteigen (das ist zum Beispiel auf der Kesselsdorfer Straße so). Diese Art der Anordnung ist hier bei der Nürnberger Straße auch zu sehen.
Ist es technisch nicht möglich, dass die Straßenbahnen bei einer vierspurigen Straße die äußeren Fahrspuren nutzen??
Dadurch könnte auf den inneren Spuren der Verkehr die ganze Zeit über fließen, während auf den Gehwegen die Fahrgäste in aller Ruhe umsteigen können. So bestünde für alle Verkehrsteilnehmer keine Gefahr mehr. Und aufweitende Halteinseln in Mittellage müssten nicht geschaffen werden, weil hier einfach die Gehwege an den Seiten mitgenutzt werden....

spock99
11.10.13, 21:56
Ich finde, die Idee mit der Bahn auf der äußeren Fahrspur ist eine gute Idee, allerdings müsste man dort alles wieder umbauen. Da baut man lieber Haltestelleninseln, weil so der Verkehr nicht ausweichen muss. So wird ohne behindernde Einordnung der Fahrzeuge ein flüssiger Verkehr bewerkstelligt. Es ist außerdem billiger, eine Haltestelleninsel anzulegen, als komplett die Gleise zu verlegen. Klar an den Stellen wo das zu eng für eine Insel ist ist das eine gute Idee, aber hier spielt auch wiederum das Geld eine Rolle.
Ich finde es an sich besser, Straßenbahnen auf eigenem Gleisbett in Dresden rollen zu lassen. Solange Dresden an seiner Straßenbahn festhalten möchte und sofort aus allen Lagern verdammt, die S-Bahn wirklich zur S-Bahn auszubauen, fände ich es gut, wenn die Straßenbahn wenigstens hauptsächlich Stadtbahncharakter haben würde. In der Innenstadt ist das schon sehr gut umgesetzt, auf den Trassen Hauptbahnhof-Albertplatz, Postplatz-Karcher Allee und Hauptbahnhof-Kongresszentrum existiert das so, wie ich mir das vorstelle. Aber vor allem in den Straßen, wo man es bauen könnte, z.B. Schillerplatz Richtung Fetscherstraße fände ich es gut.
Eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 19 km/h einer Straßenbahn, die auch noch den restlichen Verkehr aufhält, ist wohl kaum akzeptabel.
An mancher Stelle würde es auch ohne Mittelstreifen recht gut laufen, da hast du Recht. Aber man sollte auch beachten, das Dresden rasant wächst und jetzige leere Straßen wie Freiberger Straße bald vielleicht voller Verkehr sind. Dort wird zum Beispiel sowohl die Gegend nördlich als auch südlich der Bahntrasse attraktiv gemacht.
Wenn man jetzt nicht aufpasst und vorausplant, kann es einem in 10 Jahren auf die Füße fallen.
Nebenbei macht eine schnellere Straßenbahn den ÖPNV noch attraktiver, was auch der Umwelt zu Gute kommt.

(dwt).
16.10.13, 00:06
Die Sächsische Zeitung schreibt über:

Stadt verkauft ihre Top-Grundstücke
Auszug:
Konkret sucht die Stadt Käufer für Grundstücke am Sachsenplatz, am Altmarkt hinter dem Holiday Inn,
auf Teilen des Ferdinandplatzes, am Postplatz neben dem Schauspielhaus
sowie auf dem Gewandhausvorplatz an der Ringstraße.

Überwiegend sind die freien Grundstücke für eventuelle Wohnbauvorhaben sowie Geschäftsneubauten angedacht.
Die Grundstücke werden auf der Immobilienmesse in München angeboten.
Hier (http://www.sz-online.de/nachrichten/stadt-verkauft-ihre-top-grundstuecke--2686599.html)dazu der ganze Bericht.

Eigentumswohnungen in Dresden gut nachgefragt

Immobilienverband IVD Mitte-Ost sieht steigende Preise in den sehr guten Lagen..

Dazu hier (http://www.sz-immo.de/artikel.asp?id=3295331) der Beitrag zum Thema..

Backstein
17.10.13, 15:00
^ bzgl. Straßenbahn auf innerer oder äußerer Spur bei mehrspurigen Straßen:

Die Straßenbahngleise auf der äußeren Spur (also die zu den Gehwegen) hätten den Nachteil, dass jedes Kfz, dass in eine Einfahrt abbiegen will oder aus einer herauskommt, die Gleise queren oder aber kurz blockieren muss. Das gleiche gilt für das Ein- und Ausparken am Straßenrand. Bei einem sehr dünnen Takt kann man damit leben, bei dichteren Takten käme es dabei ständig zu Konflikten. Zudem fahren LKW, Busse usw. überwiegend auf der rechten Spur, was auch zu mehr Konflikten mit den Straßenbahnen führt.

Für die Reisegeschwindigkeit, und die ist ja wichtig für die Akzeptanz des ÖPNV, sind Straßenbahngleise auf eigener Trasse von großem Vorteil. Auch wenn das manchmal zu optischen Verbreiterungen von Straßen und zu weniger Querungsmöglichkeiten für Fußgänger führt. Ich finde zwar durchaus Straßenbahngleise in schmalen Gassen gemütlicher oder bei schönen Altstadtgassen auch romantischer, aber wenn man als Tourist nicht gerade spazieren fährt, ist das flotte Vorankommen doch wichtiger.

Bei schmalen Straßen ist es eh zwangsläufig so, dass sich Autos, Radfahrer und Straßenbahnen den (knappen) Platz dann teilen müssen. Auf breiten Straßen ist m. E. eine Trennung besser.

spock99
17.10.13, 22:37
Backstein, Sie sprechen mir aus dem Herzen bezüglich der getrennten Fahrwege. Genau so sehe ich das auch.
In der Altstadt, z.B. am Theaterplatz sind Schienen ja immer noch so vorhanden, wie sie mal historisch angelegt werden. Ich sehe eine Kombination mit so vielen eigenem Fahrweg der Straßenbahn wie möglich als gute Lösung an.

Mit den Gleisen am Gehweg: Das stimmt, an so was habe ich gar nicht gedacht. Da sollten die Gleise am besten so bleiben wo sie sind. :-)

spock99
22.10.13, 14:34
In einem Vortrag im Militärhistorischen Museum warnt der amerikanische Stararchitekt Daniel Libeskind vor einer Barockbesessenheit in Dresden, so berichtete die DNN.
"Ich liebe Dresdens Altstadt sehr und finde es gelungen, wie der Neumarkt bisher umgesetzt wurde bzw. wird. Aber Dresden muss aufpassen, dass es nicht zu sehr nur am Alten festhält. Die gelungene Mischung aus rekonstruiertem und saniertem Barocken und gelungenem Modernen, so wie am Neumarkt, macht es aus."
Da spricht mir einer aus dem Herzen! Ein wahrer Meister.

Dunkel_Ich
23.10.13, 00:59
Am Mythos Dresden hat der Barock unter August dem Starken nur einen Anteil. Viel schwerer wiegt sicher das 19.Jhd, in dem Dresden zur Metropole und zur fünftgrößten Stadt des Dt. Reiches heranwuchs. Erwähnt sei hier die Semper-Nicolai-Schule, die sich an wiederkehrenden Motiven der ital. und dt. Renaissance orientierte oder die süddeutsch wirkenden Bauten von Hans Erlwein im frühen 20. Jhd. Die strengen Bauvorschriften, die im Barock ihren Anfang hatten und im 18/19.Jhd stetig erweitert wurden, haben Dresden erst zu "Elbflorenz" werden lassen.

Die Aussage Libeskinds ist mir ein bissl zu platt. Es ist sicher nicht verkehrt, sich dieser Vergangenheit bewusst zu sein um daraus eine Moderne zu entwickeln, die diese Motive modern aufgreift, interpretiert, damit spielt, was eben typisch Dresden ist. Ob es die Mansarddächer sind, der Sandstein in allen Variationen, die warmen Farbtöne. Wichtiger als ein Nebeneinander von Architektur (also von "neu"barocken Neumarkt und dem Rest der Innenstadt), erscheint mir nämlich das miteinander. Da ist eine gewaltige Aufgabe, die sich sicher nicht mit Solitärbauten à la Libeskind lösen lässt. Diese können ein Teil sein, aber wohl nur ein sehr kleiner. Den für die sehr heterogene Innenstadt so wichtigen Städtebau bzw. die Verdichtung möchte ich jedenfalls nicht in Form von lauter dekonstruktivistischer Kuben und Keilen sehen. Nix für ungut.

Bau-Lcfr
23.10.13, 01:24
Da spricht mir einer aus dem Herzen! Ein wahrer Meister.

Meister der medialen Selbstinszenierung auf jeden Fall. In den letzten Monaten habe ich viel Freizeit dem Fotografieren seines Düsseldorfer Kö-Bogens (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?t=10812&page=11) gewidmet - das fertige Ding erweist sich beim näheren Hinschauen als klobig und uninspiriert - leicht könnte ich ein Dutzend interessanterer Einkaufszentren wie Frankfurter MyZeil nennen. Wahrscheinlich würde er gerne mit ähnlichem 0815-Meisterwerk ein barockes gewachsenes Ensemble zerstören, doch nach all den Kriegs- und DDR-Wunden (als Kind und Jugendlicher war ich sehr oft in Dresden) sollte man das auf keinen Fall zulassen.

Bezeichnend finde ich, dass als Hauptstar der feuerlichen Eröffnung des Kö-Bogens eine Schauspielerin eingeladen wurde, die einzig aus einem 33 Jahre alten (http://www.imdb.com/title/tt0080453/) Film bekannt ist, der oft als Softporno gilt und ihr die Goldene Himbeere einbrachte. Dies symbolisiert irgendwie den Wert des Liebeskind'schen Werks - viel medialer Lautstärke, enttäuschende Wirkung des real Gebauten. Die barocke Architektur kann sich hingegen auch nach Jahrhunderten behaupten, ohne TV-Interviews der beteiligten Architekten.

spock99
23.10.13, 10:01
Ich weiß auch, die Aussage Libeskinds ist ein bisschen zu oberflächlich. Das könnte vielleicht daran liegen, dass es ein zusammenfassender Artikel ist, in dem nur das wichtigste steht, das muss aber nicht sein.
Was mir vor allem so zugestimmt hat, war die Aussage zum Neumarkt. Meiner Meinung ist der wirklich sehr schön geworden, eine gute, jedoch geplante Mischung aus Barock und naja Moderne. Wenn die letzten Lücken gefüllt werden, wird das sicherlich noch mehr wirken, denke ich.
Was ich allerdings nicht verstehe, ist, dass manche die vielen Rekonstruktionen als provokant empfinden.
Meiner Meinung nach hat man in Dresden von der Grundstruktur her einen guten Anfang gemacht. Von der barocken Innenstadt mit kleinen Gassen leiten 50er Jahre-Bauten im großen Stil in Richtung Prager Straße in die Moderne über.
Wo man bestimmt noch was tun kann, ist die Architektur. Es muss nicht überall etwas supermodernes und interessantes entstehen, doch so etwas sollte schon hier und da zu finden sein. Die restlichen modernen Gebäude sollten dann aber auch auf einem gewissen Niveau sein, und nicht einfach nur Lückenfüller, die sich auf das notwendigste beschränken.
Wenn Dresden sich noch etwas mehr Mühe bei der Moderne gibt, wird es sicherlich zu einer hervorragenden Stadt werden.

spock99
26.10.13, 08:26
Ich will der Idee von Cowboy noch mal folgen und einen Stadtthread erstellen.
Falls ihr über allgemeine Sachen wie Bevölkerungsentwicklung etc. und über organisatorisches im Dresden-Forum sprechen wollt, BITTE IN ZUKUNFT HIER REIN!
Danke an alle im Voraus.

Saxonia
29.10.13, 22:24
Uwe Steimle erlaubt sich als Günther Zieschong in seiner Laudatio für das bedrohte sächsische Wort "schnorbslich" einige Seitenhiebe auf die Stadtverwaltung und die Stadtplaner.

http://www.youtube.com/watch?v=uX00aMLKYsk

Elli Kny
30.10.13, 21:48
steimles hiebe sind gut für die satire-unterhaltung, jedoch fern jeder sachlichkeit. er benennt die "steinwüste postplatz", eine streitbare ansicht, verweist jedoch gleichsam auf die "zugigkeit" dieses platzes, gibt also zu, dass man vielleicht doch mal auf eine vollständige bebautheit warten müsste, um den gesamtentwurf beurteilen zu können.
desweiteren wird die OB, der finanzbürgermeister und eingekaufte berater kritisiert, was ja ok ist, jedoch höchstens als weiterleitung auf den stadtrat verweist, jedoch schon mal gar nicht auf die verwaltung. rat und verwaltung werden ständig in einen topf gehauen, haben aber miteinander nichts zu tun. selbst diese OB als qua amtes verwaltungschefin torpediert als cdu-parteisoldatin des öfteren ihre eigene verwaltung. spielt also eine falsche rolle als rats-politikerin und nicht ihre eigentliche amtsrolle.

ich mag den steimle auch gerne, aber er hat eben nur begrenzt durchblick, was ja auch nicht schlimm ist, denn er soll ja seine sachen gut machen. seine klo-aktion ca. 2007 war lustig und nachdenklich, und daraufhin kamen dann auch diese grünbeete. die problemlage am postplatz ist eigentlich eine ganz andere.

Elli Kny
30.10.13, 22:06
zur vorababklärung schlage ich vor, den strang "tiefbau" in "strassen- und tiefbau-projekte" umzubenennen, wo zB auch große fernwärme-projekte oder dergleichen hineinkämen.
desweiteren fehlt noch ein strang für alle sonstigen "infrastrukturprojekte" (bzw. "sonstige Infrastrukturprojekte"), wo u.a. die investitionen der deutschen bahn platziert würden (einschließlich der bahnhöfe und s-bahn-stationen, leider ausser strang Hbf), die bisher gar nicht erwähnt wurden, jedoch milliardenumfang ausmachen. diesbezüglich wäre dringend zu überlegen, den strang "u-bahn / metro" dafür umzubenennen, da die fixierung auf dieses unrealistische szenario sowie das auslassen der sonstigen wichtigen dinge zu schade wäre.

möglich wäre auch ein umfassender strang "infrastruktur-projekte" anstelle "tiefbau" und "u-bahn".

ich bitte um eure meinung, damit diese strukturveränderung einvernehmlich zustande kommen kann.

archo
31.10.13, 11:35
@ Elli Kny

Es wäre aber auch schön gewesen, wenn man konsequent an Schürmanns Planungen für den Postplatz festgehalten hätte. Jedoch wird seine Konzeption durch die Verschiebung des Baufeldes MK9 ad absurdum geführt. Statt ein Tor zur Altstadt zu schaffen, sucht man eine Fortführung der Wilsdruffer- in die Freiberger Straße. Dafür wird nun der Altstadtring, der über den Platz geführt werden sollte, abgeschnürt. Und die Postplatzfläche, die durch den Riegel des Motel One und den Kubus an der Ostra Allee geschaffen werden sollte, bleibt durch Wegfall des Letzteren vollkommen unbehaust. Ziel verfehlt!

Elli Kny
31.10.13, 16:14
heutzutage "konsequent an etwas festzuhalten" ist oft zu illusorisch. hier ist die stadt in einer zwangslage (wie so oft): entweder man baut geringfügig anders oder gar nichts wird gebaut. so einfach ist das. wir können ja noch 300 jahre warten bis der platz mal fertig ist. zu über 90 prozent bleibts aber sogar beim schürmann-plan. die verschiebung ist ohnehin relativ gering, eine grobe abweichung vom konzept sieht anders aus.

die kubusfläche neben dem schauspielhaus ist übrigens ein sträucherbeet, welches durchaus noch bebaut werden kann. falls statements dazu gefallen sind, sind es eh nur momentaufnahmen.

weiteres bitte im postplatzstrang

RianMa
31.10.13, 16:38
Bezüglich des neuen Stranges über Projekte des ÖPNV.
Es kam der Vorschlag, den Thread in "Projekte im ÖPNV und sonstigem Verkehr" umzubenennen. Ich finde die Umbennung an sich gesehen in Ordnung. Aber ich finde "sonstiger Verkehr" etwas zu allgemein. Habt ihr Vorschläge, das noch etwas genauer zu formulieren?

Ich habe generell noch eine Frage, weil ich die Aufteilung noch nicht so ganz verstehe.
Soll es so laufen, dass in dem neu angelegten Strang nur Projekte gezeigt oder diskutiert werden, die die Strecken der Deutschen Bahn betreffen? Weil das Wort ÖPNV ja auch auf die Straßenbahn verweist.

In dem Strang "Tiefbau in Dresden" wurden bisher Straßenbauprojekte gezeigt. Das betraf Straßen mit und ohne Beteiligung des DVB. An dieser Stelle würde ich auch keine Unterteilung vorschlagen, da die Sanierung des Straßenbahnnetzes nie ohne die Sanierung der Straße einhergeht. Und selbst wenn es nur um die Ausbesserungen einzelner Gleise geht, ist das ja nicht so relevant, dass sich ein Beitrag entweder nicht lohnt oder wenn jemand berichtet, würde das ja den Tiefbau-Strang nicht negativ beeinflussen.

Das bedeutet, der neue Strang bezieht sich ausschließlich auf Projekte der Deutschen Bahn oder des VVO....
Wahrscheinlich habt ihr euch das auch so vorgestellt, aber dann würde ich den Namen des Stranges noch viel genauer formulieren.

Bei "Projekte im ÖPNV und sonstigem Verkehr" würde ich zuerst an die Straßenbahnen denken, aber die sind ja im Tiefbau-Strang.

Vorschläge?

Elli Kny
31.10.13, 16:57
der VVO ist nur verwalter, baut mE nicht selbst. eher schon der RVD (regio verk. dd).

ich verweise auf meinen obigen vorschlag:

"Strassen- und Tiefbau-Projekte", wo auch alles der DVB reinkäme. also ggf mit zusatz:
"Strassen- und Tiefbau-Projekte (inkl. Straba)"

sowie:
"sonstige Infrastrukturprojekte (Schiene u.a.)"

ich mag das wort infrastruktur, das hört sich cool und modern an.
welchen ÖV es jeweils betrifft, ist doch im titel eigentlich unwichtig.
machts euch nicht zu kompliziert!

RianMa
31.10.13, 16:58
Ich hätte noch eine Anmerkung zu machen.
spock99 hat vorgeschlagen, vor die einzelnen Stränge unseres Forums jeweils den Index "Dresden:" zu schreiben. Ich finde diese Idee ziemlich gut. Das Leipzig-Forum ist genauso aufgebaut. Und obwohl das für längere Themennamen sorgt, ist doch die Übersichtlichkeit seltsamerweise ziemlich gut. Bei Einwänden einfach raus damit ;)

Sollte niemand etwas dagegen haben, würde ich das in den nächsten Tagen umändern.

spock99
31.10.13, 17:24
Mensch RianMa, hast du überhaupt mal meinen Einleitungstext im ÖPNV-Thread gelesen? ;)

Da steht drin, dass das Projekte der DB, der DVB und sonstige Projekte im Nichtindividualverkehr beinhaltet. Gut?
Achja genau ich würde es jetzt so machen, dass man noch Tiefbau in Straßenbauprojekte umbenennt, wie von Elli vorgeschlagen.
Um es noch mal zusammenzufassen:

1. Eigener Strang für Projekte im Nichtindividualverkehr. Wie der letztendlich heißt, wird ja noch ausdiskutiert. Hier gibt's ja viel Material dazu. Zusätzlich würde ich noch das Metro-Thema so wie das Stadtbahnprogramm da einfügen?

2. Eigener Strang für Projekte im Straßenbau und drum herum. Sollte da auch etwas auftauchen, was zum ÖPNV+anderes gehört, kann man ja einen kurzen Hinweis machen und auf den ÖPNV+a Thread verweisen.

Somit haben wir das fein säuberlich getrennt und nicht alles auf einem Haufen.

Ich hatte noch eine Idee: Wie wäre es, vielleicht noch ein Thema aufzumachen, wo größere abgeschlossene Projekte zusammengefasst sind?
Da könnte man dann auch Fotos davon reinstellen und darüber diskutieren wie es gelungen ist.
Gleichzeitig muss man aber auch aufpassen, dass das Dresden Forum nicht so überquillt vor Themen. Himmel ist das kompliziert. :$

RianMa
31.10.13, 17:37
:lach: Ja das ist kompliziert und natürlich habe ich deinen Einleitungsartikel gelesen. ;)

Aber das ändert leider nichts an der Situation, dass Elli und du, dass ihr beide aneinander vorbeiredet. Oder stehe ich vollkommen auf dem Schlauch.

Du möchtest alle Schienenprojekte zusammenstecken. Elli dagegen will Straßensanierungsprojekte mit DVB-Projekten zusammenlassen und die Bahnprojekte einzeln machen. Ist doch so oder?

Wie soll ich es denn nun organisieren? :lach: (aber die Diskussion gefällt mir)

RianMa
31.10.13, 21:06
So Verwandlung abgeschlossen. Ich hoffe, es gefällt.

Ich habe jetzt auch die Stränge zum Thema "Straße" und "Schiene" umbenannt. Sollte ich in Zukunft eine Straßenbaustelle fotografieren, würde ich sie aber weiterhin bei Straßenbauprojekten reinstellen, auch wenn hierbei Gleisstrecken und Haltestellen betroffen sind. Denn es wäre ja eine Straßenbaustelle....
Oder möchtest du, spock99, dass ich noch alle Projekte, die die DVB betreffen, aus dem "Straßenbaustrang" in den Infrastrukturstrang verschiebe? Aber dann würden dort auch wieder Straßensanierungen nicht erwähnt werden, weil sie im anderen Strang sind. Das finde ich auch nicht praktisch.
Ich finde es besser, der Infrastrukturstrang behandelt ausschließlich Projekte des richtigen Schienennetzes. Alle DVB-Projekte kommen in den Straßenbau-Strang, denn bei fast allen DVB-Arbeiten ist auch der Straßenbau betroffen. Anders ist es beim Schienennetz. Das kann unabhängig vom Straßenbau gesehen werden.

Ist das für alle verständlich?
Die Themen DB und DVB werden dann jeweils getrennt in einem der beiden Stränge behandelt. Das wäre dann eine klare Absteckung.
So wird das jetzt gemacht, sonst kommen wir nie zu einer Entscheidung. :)

@spock99: An welche abgeschlossenen Objekte hast du gedacht, über die man diskutieren könnte? Ein paar ältere Stränge gibt es ja, wo einzelne Projekte diskutiert worden sind und die wiedergenutzt werden können. Mir fallen da kaum Objekte ein, die man nicht auch in den bereits bestehenden Strängen unterbringen könnte.
;) Ich denke mal nicht, dass das Dresden-Forum überquillt. Natürlich ist es jetzt ein wenig Chaos, weil ja auch vieles erstmal zusammengetragen und geordnet werden muss. Aber in ein paar Wochen ist hier bei jedem die Übersicht eingetreten und dann können die Projekte genau verfolgt werden. Und ich freue mich über jeden, der das DD-Forum bereichern kann! Also Fazit: Ein Überquillen des Forums ist erwünscht.
Einen schönen Abend noch an alle. :daumen:

Elli Kny
31.10.13, 22:13
großes lob für das dresden-wort vorneweg vor allen strängen. das ist marketing pur, damit sieht man überall, dass dresden was postet und dadurch kommen (hoffentlich) allmählich viel mehr leute (besucher) zu uns.

zur infrastruktur:
so ist das im web, da entstehen schnell missverständnisse: beim thema verkehr hatte jeder seine eigene splittungsgrundlage im kopf, alle wollen das gleiche, nur eben auf einer anderen basis.
also ich bin ja für eine einvernehmliche lösung und da ist mein vorschlag auch nur einer unter vielen, den ich natürlich dennoch für am coolsten halte.
jetzt hat der moderator erstmal entschieden und falls nötig, kann ja jederzeit wieder umbenannt werden - natürlich nach ausgiebiger diskussion.

wichtig: es gibt ja noch etliche alte stränge zum integrieren, nur stellt sich die frage wo und wie das "alte zeugs" dann im jetzigen neustrang auftaucht? nicht dass jede(r) der reinschaut, immer den alten krams zu beginn durchsehen muss. das müsste mal geklärt werden wie sich das auswirkt. ich würde die beiden uralt-stränge von 2004 auch komplett löschen, was dagegen?

spock99
31.10.13, 23:18
Ja naja ich hab mitbekommen dass Leipzig sowas schon macht und hab nur mal die Idee weitergeleitet und vorgeschlagen.

Ja naja unter dem ich nenne jetzt mal Verkehrsstrang hatte ich mir, auch wenn das (noch) nicht drin steht auch Schiffsverkehr und Luftverkehr vorgestellt. Zum Thema Dampfschifffahrt gibt's ja manchmal was aber auch Frachtverkehr auf der Elbe und nen kleiner Hafen sind ja da.
Der Flughafen entwickelt sich positiv, da könnte es vor allem zur Luftfahrtindustrie (z.B. EFW, AOA, etc.) manchmal was geben.
Hauptsächlich würde in meiner Version natürlich die Schiene behandelt werden. Aber wenn der Moderator das jetzt so entschieden hat, will ich mal nix daran rütteln.

Zu abgeschlossenen größeren Projekten: RianMa, ich hatte geschrieben, dass es eine Art ZUSAMMENFASSUNG sein könnte, ein Überblick.
Da gibt es reichlich: Frauenkirche, Waldschlösschenbrücke, Hbf., Altmarktgalerie, Schloss, Centrum-Galerie, Militärhistorisches Museum, ...
Und ja es gibt schon Stränge zu den Themen, aber warum nicht bündeln? Die Stränge zeigen hauptsächlich die Projekte im Bau. Jesse hat schon als gutes Vorbild angefangen, Fotos von fertiggestellten Projekten reinzustellen. Wenn ich als Besucher ins Forum komme, bekomme ich einen guten Überblick was so geleistet wurde, wenn ich Näheres über den Bau wissen möchte, kann ich mich dazu in den einzelnen Strängen informieren.
Oder nicht?

@Elli Kny Mit den Uralt-Threads hast du Recht, solange nichts wirklich gutes darin vorkommt, wäre es gut zu reduzieren und die zu löschen.

RianMa
31.10.13, 23:52
Ich verstehe, was du meinst bezüglich der älteren Projekte. Das Problem bei der Zusammenlegung würde darin bestehen, dass man als Außenstehender nicht sofort erkennt, welche Projekte darin vertreten sind. Zumal ja generell alle Artikel chronologisch geordnet würden, was wiederum den zusammenfassenden Strang ziemlich unübersichtlich machen würde. Ich kann dein Vorschlag nachvollziehen, das funktioniert in der Art nur leider nicht.
Dass Jesse Fotos bei älteren Strängen reinstellt, finde ich auch ganz gut. Dadurch kommt da wieder ein wenig Aktualität rein. ;) Naja, ein wenig.
Die Projekte sind natürlich beendet.
Aber gerade deshalb würde ich diese als einzelne Stränge belassen. Ich finde, dass die Dresden-Liste selbst noch ganz übersichtlich ist. (Ich meinte vorhin mit dem Überquellen übrigens die bereits bestehenden Stränge. :D )

Nur die wichtigsten Projekte (die es in Dresden mal gab) haben im Moment einen eigenen Strang, auch wenn sie schon lange her sind. Aber so können andere Leser sofort den passenden Strang finden, wenn sie zum Beispiel nur etwas zur Frauenkirche lesen möchten.

Bei den ganz alten gucke ich nochmal nach, was da drin steht. Aber solange sie am Ende stehen, fände ich die jetzt auch nicht so schlimm. Das wäre ja auch nicht gerecht denen gegenüber, die sich hier vor fast 10 Jahren engagiert haben, wenn wir deren Diskussionen einfach löschen.

Übrigens spock99. Wenn du in dem Infrastrukturstrang auch über Bauprojekte am Flughafen oder bei den Fähranlegern schreiben möchtest, dann wäre es doch wirklich besser, den Strang in "Sonstige Infrastrukturprojekte" umzunennen. Da wären die Projekte allesamt gut aufgehoben. Und DVB und Straßen eben in dem anderen.
Ich ändere das gleich noch. ;)

Jetzt gibt es aber noch eine Sache. Wir haben noch den Strang über die U-Bahn-Metro-Sache und das Stadtbahnprogramm 2020. Ich würde die beiden ungern in einen der beiden Infrastruktur-/Straßenbaustränge packen, weil beide sehr thereotisch daherkommen. Ich denke, wir belassen die erstmal so. Genauso wie die alten Stränge. Die stören ja niemanden.

Elli Kny
01.11.13, 00:12
na einiges sollte man schon noch zusammenfassen:
es werden ja noch so einige dazukommen, vermute ich.
die ganzen altstränge zu einzelbauten kann man locker in sammelbecken a la "residenzkomplex" oder besser "kulturhistorisches zentrum - fertigstellungen" zusammenfassen und drumrum alles in sowas wie "Fertigstellungen Innenstadt" bzw. "F.. Stadtgebiet".
so richtig alten modder sollten wir in einen "Altpapier"-strang versenken.
ich halte etwaige empörung von seit jahren unengagiert gewordenen bezüglich des löschens für nicht wahrscheinlich, ganz im gegenteil, jeder kann ja gerne jetzt wieder mitmischen, die werden nach jahren nicht gegen das löschen sein, sondern es verkraften um der besseren sache willen. das alte zeugs vergrault uns doch die leser.

Elli Kny
01.11.13, 00:24
ich beantrage hiermit auch die umbenennung von "das dresdner stadtgespräch" in "Dresdner Forum-Talk", da unter stadtgespräch die inhaltlichen dinge zur stadt und nicht zum forumsumgang verstanden wird, es quasi für aussenstehende irreführend sein kann. für das stadtgespräch müssten wir uns noch einen fetzigeren titel ausdenken.
was meint ihr dazu?

man könnte auch gleich themen wie urbanität, visionen oder "wohin steuert die stadt" integrieren.

Saxonia
01.11.13, 09:59
@ Elly
Ein "fetzigerer" Name ist wohl ziemlich unnötig. Schließlich verkaufen wir hier nichts sondern wollen nur in allgemein verständlicher Art und Weise Informationen und Gedanken austauschen.
Diskussionen über die Forumsstruktur sollte man in der Tat auslagern aber sie dürften sich nach einer gewissen Übergangsphase hin zu einer allgemein akzeptierten Struktur ohnehin auf ein Minimum reduzieren. "Talk" scheint mir dafür jedenfalls nicht die richtige Bezeichnung zu sein.

Elli Kny
01.11.13, 19:36
das hat natürlich seine gründe, warum ich das so vorgeschlagen habe.
aber ok, lassen wir das "fetzige" und benennen das bisherige "stadtgespräch" zwecks erwünschter auslagerung um. in der tat wird es dort wohl ruhiger werden mit der zeit.
vorschläge? mein vorschlag: "dresdner forumspool" oder "dresden - forum intern"

den strang "Dresdner Stadtgespräch" (ganz unfetzig) dann erneut anlegen. ohne "das" davor bitte.
die kurze postplatz-diskussion könnte dorthin verschoben werden, passt dort besser als im postplatzstrang.

@saxonia: wir würden natürlich auch gerne mal was positiv konnotiertes von dir hören.
ich heisse im übrigen elli (mit "i")

Saxonia
01.11.13, 20:33
Rum wie num.
Ich bin ja kein Märchenprinz. Wenn etwas offensichtlich gelungen ist und das alle so sehen, gibt es entsprechend wenig Diskussionsbedarf, der mich zu Kommentaren verleitet. Wenn mir etwas nicht gefällt, habe ich natürlich mehr Mitteilungsbedürfnis. Die meisten Neubauprojekte (für deren fotografische und anderweitige Präsentation ich selbstverständlich dankbar bin) werden mir hier allgemein zu schön geredet. Einfach nur bauen reicht nicht und schon gar nicht in Dresden.
Da ich nicht in Dresden wohne und nur gelegentlich zwecks Familie und Bekanntenkreis in der Stadt weile, wird man mich auch nicht als Baustellenreporter erleben. Dieses "positiv konnotiert" einnert mich übrigens irgendwie an Vorwendezeiten a la "hat eine positive Einstellung zur Entwicklung in unserem sozialistischen Land". Das Auditorium wird mich also auch weiterhin wie bisher ertragen müssen. :)

vorschläge? mein vorschlag: "dresdner forumspool" oder "dresden - forum intern"
Ich verstehe nicht warum du es so kompliziert machen willst. "Pool", hier geht doch keiner baden. Den Strang für Diskussionen zur Forenstruktur würde ich auch ganz einfach "Diskussion zur Forenstruktur" nennen. Das "Dresdner Stadtgespräch" erfüllt dann die selbe Funktion wie das Chemnitzer Pendant oder das Leipziger "Café Mephisto". Wobei ich im Dresdner Forenteil noch nicht so die hohe Frequenz sehe, dass wie bei dem letzten Beispiel dazu ein eigenes Forum nötig wäre.

RianMa
01.11.13, 21:30
Meine Güte! Was ist denn das für eine Auseinandersetzung, bitte schön?
Können wir diese ganze Thematik nicht einfach sein lassen?

Wer Saxonia kennt, weiß, dass seine Beiträge sehr oft sehr kritisch verfasst sind, aber er bringt dadurch in vielen Fällen unverblümt und in einem sachlichen Ton seine Meinung auf den Punkt. (Diese Einstellung hast du, Elli, in einem Teil deiner Beiträge doch ebenso vertreten.)
Das DAF ist ein Diskussionsforum für Architektur und nicht dazu da, Städte in ein besseres Licht zu rücken oder Projekte schön zu reden. Kritische Stimmen gehören hierbei definitiv dazu. Die Antwort darauf wäre im idealen Fall eine gute Argumentation, aber nicht der Verweis, man könne auch mal positive Statements hinterlassen.

Ich möchte auch die Diskussion um die Benennung dieses Stranges hiermit beenden. Der Name des Stranges bleibt, wie er ist, denn diesen Namen halte ich für angemessen. Es wird auch keine Splitterung in zwei Stränge geben, da ich die Notwendigkeit dafür nicht sehe. Sobald die Organisation des DD-Forums abgeschlossen ist (und in dieser Hinsicht befinden wir uns auf der Zielgeraden), wird hier genug Freiraum sein, sich über allgemeine Themen zu unterhalten, die nicht speziell einem anderen Strang untergeordnet werden können.
Also alles paletti.
Einen schönen Abend noch. :daumen:

@Saxonia: Natürlich kann man das DD-Forum nicht mit dem L-Forum vergleichen. Das will ich auch nicht. Ich bin darüber zufrieden, was hier in den letzten Wochen auf die Beine gestellt worden ist. Aller Anfang ist schwer. Und den Anfang haben wir, vielleicht mit etwas Chaos, aber doch ganz gut gemeistert. Dafür ein großes Dankeschön an alle. ;)

spock99
01.11.13, 23:45
So Moment jetzt muss ich noch meinen Senf dazu geben.

Erst mal hat RianMa Recht, wozu zwei Stränge anlegen, wenn sich dazu sowieso in näherer Zukunft alles beruhigen wird?

@Elli Kny
Mir ist auch schon aufgefallen dass Saxonia hauptsächlich Kritik äußert. Saxonia, ich finde Kritik sehr gut. Die ist unbedingt notwendig. Doch schadet es ja nicht, hier und da auch ein Lob hören zu lassen. Nicht unbedingt zugunsten der Stadt, nene! Aber wenn man so viel kritisiert sollte man irgendwann nicht nur kritisieren um des Kritisierens willen. Verstehst du was ich meine?
Übrigens lassen sich ja Sachverhalte aus dem Internet ziehen. Baustellenreporter muss ja nicht sein aber hin und wieder ein Beitrag mit Informationsgehalt wäre gut.
Ich bin seit 1 Monat 900km von DD entfernt und stelle trotzdem ab und zu was rein.
Ich bin jetzt nicht Superman der allen zu sagen hat was sie tun müssen, das ist jetzt nur meine Meinung dazu gewesen.

@RianMa letzte PM
Eh ich's kompliziert über Nachrichten mache gleich hier:
Kannst du bitte jenen bescheuerten ankündigenden Beitrag in diesem Thread löschen? Damit wäre denke ich alles gesagt.

Erledigt. R.

Elli Kny
02.11.13, 00:48
lieber rianma, nicht gleich alles als auseinandersetzung sehen. die gibts hier doch gar nicht. worte sind hier eben sehr interpretations-offen und werden seltsamerweise mitunter negativ reflektiert. das sind nunmal die schwächen dieser art der kommunikation. jeder ist eingeladen und auch allzu subjektive bzw. fernbetrachtete meinungen sind auszuhalten. die wahrheit aber sollten wir alle nicht gepachtet haben.

die beibelassung des stadtgesprächs ist nun die beste lösung. ich wäre aber dafür, alles was dann davon nicht mehr von interesse ist (nebendiskussionen) nach einer zeit zu löschen.

ich denke, wir brauchen jetzt noch keine vergleiche mit anderen stadtforen zu bedienen. das können wir eh erst, wenn die sache hier mal eine längere zeit unter nunmehriger aktivität gelaufen ist. dann erst werden wir sehen, ob und wie dresdens forum im vergleich abschneidet.
aber schaut euch andere foren/stränge an, wie sich dort teilweise "gezofft" wird. das ist nicht schlimm, eher normaler bestandteil des austauschs der argumente. da braucht ein moderator nicht ins schwitzen kommen. den meinungen wird ja der raum gegeben, also muss es bei bedarf auch auseinandersetzung geben, sachlich und argumentativ - ja, emotional und persönlich werdend - nein. unter "chaos" verstehe ich daher unseren bestimmt noch hier und da über mißverständnisse führenden lernprozess als neulinge.

wir wollen noch viele neue mitstreiter gewinnen und viele leser, deshalb war mein heutiger hintergedanke, uns mit dresden nun auch eine chance zu geben - für die aufbauzeit des forums - und mit durchaus verständlichen herablassungen vorerst zu sparen. zugegeben, dies ist eine zu idealistische auffassung. aber wir bekommen das auch so hin.

Saxonia
02.11.13, 01:52
Um es mit den Worten des kürzlich leider von uns gegangenem Marcel Reich-Ranicki zu sagen: "Man soll die Kritiker nicht für Mörder halten; sie stellen nur den Totenschein aus." ;)


Übrigens lassen sich ja Sachverhalte aus dem Internet ziehen. Baustellenreporter muss ja nicht sein aber hin und wieder ein Beitrag mit Informationsgehalt wäre gut.
Ich bin seit 1 Monat 900km von DD entfernt und stelle trotzdem ab und zu was rein.

Und das hat doch bisher auch wunderbar funktioniert. Ich versichere, dass ich euch nichts von Relevanz mutwillig vorenthalte. :) Jeder wird das hier handhaben wie er lustig ist und ich denke wenn bisher von Projekten berichtet wurde, haben es die entsprechenden Personen nicht als Last empfunden uns dies mitzuteilen.

spock99
02.11.13, 11:34
In der heutigen Ausgabe der SZ wird über den geplanten Abriss des "Hotel Am Terassenufer" berichtet.
Die Stadt hatte bereits 2011 eine Klage eingereicht. Sie hat schon seit Jahren Pläne für die Bebauung des Areals. Der Besitzer Krapp weigerte sich bisher, es abreisen zu lassen. Er wollte es lieber für mehrere Millionen Euro sanieren lassen. Doch sein Antrag daraufhin löste Empörung aus und die Klage wurde eingereicht.
Mit der Festlegung des Gerichtstermins kommt jetzt neuer Wind in die Sache.
Das Hotel scheint eine Goldgrube für den Besitzer zu sein. Wie das die Richter sehen, ist abzuwarten.

Hier der Artikel:
http://www.sz-online.de/nachrichten/stadt-will-hotel-am-terrassenufer-abreissen-2699381.html

Elli Kny
13.11.13, 19:55
Dresden im Städte-Ranking weit vorn

im sog. zukunftsatlas des schweizerischen wirtschaftsforschungsinstituts prognos liegt dresden unter den grosstädten deutschlands über eine halbe million einwohner in der gesamtbewertung ihrer zukunftsfähigkeit auf platz 5, im vergleich aller 402 kreise und städte deutschlands auf platz 33. es wurden 29 indikatoren einbezogen. dresden punktete vor allem bezüglich dynamik, wirtschaftskraft und innovation. es wurde deutlich, daß die stadt nicht nur leuchtturm im osten ist sondern durchaus auf augenhöhe mit westdeutschen wirtschaftsräumen agiert. positiv war auch die senkung der arbeitslosenquote seit 2005 um 7 punkte auf nun 8,3 prozent, der anstieg der erwerbstätigen um 15 prozent im gleichen zeitraum auf nun 263000 sowie der dauertitel der geburtenhauptstadt.

LeipzigSO
13.11.13, 23:30
Ich hoffe, dass diese inflationären, nichtsaussagenden Rankings in einem solchen Forum nicht allzu ernst genommen werden. Man sollte bei solchen Rankings immer mal schauen, WER diese in Auftrag gibt und sie somit auch BEZAHLT. Kam dieses besagte Ranking nicht irgendwie aus dem Finanz-/Immobilienbereich!?

Ansonsten zieht angesprochenes Ranking haarsträubende Schlüsse, wirft alles mögliche durcheinander und heraus kommt dann etwas, was meiner Meinung nach kaum Relevanz hat.

Aber falls es die Dresdner Seele streichelt, möge man sich drüber freuen. Freude soll ja gesund sein! :lach:

by the way: Wie erklärt man dann, dass die Bevölkerung in Leipzig wesentlich schneller wächst als in Dresden?

Dunkel_Ich
14.11.13, 00:20
"Wie erklärt man dann, dass die Bevölkerung in Leipzig wesentlich schneller wächst als in Dresden? "

Weil Leipzig eben sowieso viel geiler und toller und was weiß ich was ist. Das wolltest du doch hören, oder? :beer:

Besagte Studien/Rankings gibt es übrigens auch für Leipzig und je nach dem, wer sie macht...wird auch Leipzig deftigst gepusht. Cui bono. Das ist nichts Neues.

Mal im Ernst. Schon mal darüber nachgedacht, dass in Dresden einfach weniger potentieller Wohnraum vorhanden ist als in Leipzig. Das heißt...in Leipzig besteht ein viel größer Altbaubestand, eine viel höhere Dichte an Wohnungen in Innenstadtlage. Diese müssen in Dresden erst neu gebaut werden. Dies passiert zudem vielfach eher in Stadthaus-Art oder der Eigenheimsiedlung, weil die Leute gern noch bissl Grün drumherum wollen, trotz Innenstadtlage. Das kann man Verschwendung von Innenstadtfläche nennen, ist aber aktuell vielfach so. Beispiele aus Friedrichstadt, Südvorstadt, Albertstadt, Neustadt etc. sind hier zur Genüge zu betrachten.
Es ist dennoch erfreulich, dass sich auch Geschosswohnbau wieder rentiert und so viele Lücken im Stadtbild nach vielen Jahren/Jahrzehnten geschlossen werden. Über die jeweilige architektonische Qualität lässt sich streiten.

Die Preise steigen indes deftig. Viele (Studenten, Familien, sowie Geringverdiener) flüchten mittlerweile vor die Tore der Stadt, weil es hier noch billigeren Wohnraum und Bauland gibt. Diese Leute fallen dann aber nicht mehr in die Statistik der Dresdner Einwohner und mindern hier den Aufwärtstrend, der dennoch weiter besteht, stärken aber dafür das nähere Umland um Dresden (Heidenau, Freital, Meißen, Radebeul, Pirna usw.).

(Was mittlerweile in den heruntergekommen Straßenzügen der ehemaligen Industrieklitschen Freital und Heidenau, in denen bis vor wenigen Jahren noch der Abrissbagger regierte, zu einem deutlichen Sanierungsboom geführt hat).

Mir gehen diese Schwanzvergleiche zwischen Leipzig und Dresden auf den Senkel. Wieso kann man sich nicht mal freuen, dass sich beide Städte positiv entwickelt haben und noch werden. Immer muss beim jeweils anderen das Haar in der Suppe gefunden werden. Welch Kleingeist, ehrlich!

(Ich weiß, dass es jetzt wieder rote Punkte hageln wird, tut euch keinen Zwang an.)

Cowboy
14.11.13, 02:19
Schon mal darüber nachgedacht, dass in Dresden einfach weniger potentieller Wohnraum vorhanden ist als in Leipzig.

In München oder Frankfurt ist Wohnraum noch viel knapper und trotzdem wachsen beide Städte vergleichsweise in rasantem Tempo. Und in Dresden gibt es genug freie Flächen, die bebaut werden könnten, um einer gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden. Da dies aber nur zögerlich geschieht, gehe ich davon aus, dass sich die Nachfrage eben in Grenzen hält. Trotz Geburtenüberschuss, Touristenboom, Studentenrekord und einem 5. Platz im Zukunftsatlas wächst die Landeshauptstadt gegenwärtig kaum schneller als Chemnitz.

Omnio
14.11.13, 06:34
In München oder Frankfurt ist Wohnraum noch viel knapper und trotzdem wachsen beide Städte vergleichsweise in rasantem Tempo.

schön, dafür sind sie auch beide die teuersten großstädte deutschlands. da ich aus familiären gründen öfters diese beiden städte besuche - bin ehrlich gesagt immer froh, wieder aus diesen schnöselstädten raus zu sein. ok, subjektive meinung. lassen wir das - bevor noch ein weiterer schw***vergleich aufkeimt.

zu dresden - in den letzten zehn jahren (2002 bis 2012+ zensus) hat die stadt um die 10 prozent an einwohnerschaft zugelegt. mehr als in frankfurt übrigens - in prozent sowie von der reinen bevölkerungsmenge. auch die prozentualen wachstumsraten sind die letzten jahre ziemlich konstant "hoch" (1,10 -1,40% pro Jahr). leipzig überholte dresden diesbezüglich erst 2011. das freut mich für diese wunderbare stadt.

als berliner besuche ich übrigens gerne die beiden sächsischen großstädte. für mich sind sie trotz makel mit die schönsten und lebenswertesten in deutschland. aber darüber lässt sich natürlich auch wieder streiten.

nichtsdestotrotz muss in dresden in den nächsten jahren viel neuer/bezahlbarer wohnraum geschaffen werden!

Elli Kny
14.11.13, 09:47
Zitat LeipzigSO
Aber falls es die Dresdner Seele streichelt, möge man sich drüber freuen.
man sollte sich heutzutage tunlichst davon verabschieden, immer auf vor ort domestizierte wesen zu treffen. auch den "dresdner" oder gar dessen "seelen" wird man hier kaum antreffen. mir ist diese gewisse leipziger bissigkeit bislang völlig fern gewesen und ich bin leicht verblüfft, dass da immer noch was da ist. mich interessiert das echt null, die zeiten sind vorbei.

die studie ist nur eine von vielen mit ähnlichem ergebnis, da sie aber hier mal vom ausland (naja, schweiz) kam und auch ganz deutschland betrachtete, zudem eben gerade nicht beliebiger boulevard zu sein scheint, entschied ich mich, nur diese kurz zu erwähnen (quasi stellvertr. für viele bisherige, die genannten zahlen sind zudem interessant). ansonsten ist es richtig, dass die substanz bzw. intention der meisten rankings völlig belanglos oder rein interesse-geleitet ist. daher gehe ich die idee mit, dem hier keinen weiteren raum zu geben.

immerhin führte es zu der interessanten diskussion, warum die eine stadt derzeit schneller wächst oder nicht als die andere.
ich denke, die entwicklungsschübe finden unterschiedlich statt. dd hat zwischenzeitlich baulich gelahmt, nun ändert sich das und geschieht nicht mehr "zögerlich". schon anfang 2013 sprach der BauBM von über 1000 bauanträgen nur im wohnbereich, da sind auch viele große projekte dabei, das baugeschehen wird sich aber erst bis ende 2014 einstellen.

dunkels idee mit wohnraumpotential spielt sicher eine große rolle, in dd steht nix mehr leer. und wer zuzieht, zahlt zuviel miete. in LE gibts noch alternativen. cowboys wachstumsvergleich mit chemnitz ist nicht zutreffend, dd ist gelinde gesagt ne andere liga.
dann kommt es sicher darauf an, wieviel immatrikulationen genehmigt werden, da hab ich jetzt keine ahnung, ob das auswirkungen hat, aber der zuzug nach neufünfland ist hauptsächlich den studenten zuzurechnen. oder gibts in LE so viele tolle arbeitsplätze?
und ganz wichtig: die verkehrsanschlüsse sind in LE viel besser, die lage mittendrin statt nur nebstbei wie DD. und dann das image von hypezich, das löst auch etwas aus. keine frage. aber mich würde nicht verwundern, wenn DD ganz ohne prognose und völlig schleichend die 600TEw-marke noch vor LE knackt, weil es auf die dauer von entwicklungen und deren substanz ankommt. ich glaub das zwar nicht, aber möglich wäre es.

Dunkel_Ich
14.11.13, 10:28
Ja, diese "Leipziger Bissigkeit" musste ich auch erst kennen lernen. Mir war hier im Tale Ähnliches über die ansonsten schöne und mir liebgewordene Messestadt bisher nicht begegnet.

Übrigens wuchern auch Frankfurt und München überwiegend ins Umland und wir sollten es sowieso unterlassen Dresden oder Leipzig mit diesen doch mittlerweile kranken Entwicklungen in diesen Boomregionen zu vergleichen. Damit begeben wir uns nämlich in ähnlich größenwahnsinniges Fahrwasser wie manch SenZationsgeile oder Gehypzigte Journaille

Ich möchte Münchner Zustände jedenfalls weder in L noch DD sehen.


Und in Dresden gibt es genug freie Flächen, die bebaut werden könnten, um einer gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden. Da dies aber nur zögerlich geschieht, gehe ich davon aus, dass sich die Nachfrage eben in Grenzen hält.

In Dresden stürzten sich die Investoren eben bisher auf die bereits gesunden Viertel, wie Striesen, Loschwitz, Neustadt etc. Dort wird jede kleine Lücke zugepflastert. Dass in der Innenstadt noch viel Platz besteht, ändert nichts an der Sache, dass sich Investoren lieber ins "gemachte Nest" setzen. Dazu gehörte eine durch Krieg und Sozialismus stark perforierte Friedrichstadt eben wohlgemerkt bisher nicht. Dass aber selbst Randlagen wie Cotta, Nachbarstädte wie FTL, Heidenau usw. und eben besagte FS einen deutlichen Aufschwung erleben (der sich mit dem (Kultur-)Kraftwerk Mitte sicher noch beschleunigen wird) zeigt mir eher schon, dass Bedarf besteht. Und das ist keine Scheinentwicklung, das sieht jeder, der durch diese besagten Viertel/Städte geht und an die Situation von vor 5-8 Jahren zurückdenkt.

Schön, wenn Leipzig etwas mehr wächst? Bricht nun die Welt zusammen, wenn's ins Dresden etwas weniger schnell geht? Leute, das sind Luxusprobleme, die hier bequatscht werden. Viele Gemeinden in Ostsachsen und auch Görlitz verlieren jedes Jahr noch immer weiter deutlich Einwohner und hier wird von Leipziger Seite darüber abgelästert (sorry, nix Anderes isses), wenn die Hauptstadt mal nicht anführt beim Wachstum.

LE Mon. hist.
14.11.13, 12:10
Die Längenvergleiche zwischen DD und LE in irgendwelchen Rankings sind mir eigentlich wumpe. Sekundär zeigt sie aber ziemlich gut, welche Städte gerade "gehypt" werden und das hat ja dann oft auch Auswirkungen auf das reale Leben. Insofern finde ich es völlig legitim, gelegentlich über diese zu berichten und auch deren Kriterien kritisch zu beleuchten. Der "Prognos Zukunftsatlas 2013" wurde ja so gut wie in jeder deutschen Tageszeitung aufgegriffen, kritisch und mit besonderem Blick auf Leipzig und ganz Sachsen auch diesmal wieder von Ralf Julke in der L-IZ:

L-IZ, 10.11.2013
Das nächste Ranking: Wer reich ist, scheut das Risiko - und investiert in Bayern
http://www.l-iz.de/Politik/Kassensturz/2013/11/Ranking-Prognos-Zukunftsatlas-52022.html

Die harten Fakten interessieren mich allerdings mehr als die anschließende Ausdeutung der Eingeweide.


dann kommt es sicher darauf an wieviel immatrikulationen genehmigt werden, da hab ich jetzt keine ahnung ob das auswirkungen hat, aber der zuzug nach neufünfland ist hauptsächlich den studenten zuzurechnen. oder gibts in LE so viele tolle arbeitsplätze?


Ja, Studierende machen einen großen Anteil am Leipziger Wanderungssaldo aus, aber sie sind es nicht allein - weder nach meinen persönlichen Erfahrungen mit Zugezogenen (wie mir selbst vor ein paar Jahren) noch nach den Zahlen. Und die TU DD ist immer noch die größte Uni in Sachsen mit den meisten Studierenden und Erstsemestern:

Uni Leipzig: 6.701 Erstsemester, 32 Prozent aus den westlichen Bundesländern, 9,8 Prozent ausländische Student_innen

TU Dresden: 8.948 Einschreibungen ins erste Fachsemester, 26 % aus Westdeutschland und 15,5 Prozent ausländische Studienanfänger_innen

http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?p=402249#post402249

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die TU-Erstis nun alle nur noch nach Heidenau, Freital, Meißen ... ziehen.


aber mich würde nicht verwundern, wenn DD ganz ohne prognose und völlig schleichend die 600TEw-marke noch vor LE knackt, weil es auf die dauer von entwicklungen und deren substanz ankommt. ich glaub das zwar nicht, aber möglich wäre es.

Danach sieht es im Moment nicht aus. Vielmehr dürfte nach der auf dem Zensus basierenden Bevölkerungsfortschreibung des Statistischen Landesamtes Leipzig die Landeshauptstadt bei der Bevölkerungszahl noch in diesem Jahr oder spätestens in der ersten Hälfte 2014 (mal wieder :lach: ) überholen. Im dritten und vierten Quartal ist das Bevölkerungswachstum - sowohl Zuzug als auch bei den Geburten - deutlich höher als in der ersten Jahreshälfte und die letzten Zahlen stammen vom Ende Juni:

Dresden: 525.929 - 30. April 2013: 525.671; + 258 - 9. Mai 2011: 512.354; + 13.575
Leipzig: 523.719 - 30. April 2013: 522.433; + 1.286 - 9. Mai 2011: 502.979; + 20.740
http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?p=402248#post402248

Dunkel_Ich
14.11.13, 17:52
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die TU-Erstis nun alle nur noch nach Heidenau, Freital, Meißen ... ziehen.

Gewiss nicht, meine Auflistung hörte auch nicht bei den Studenten auf ;)

Ansonsten ist es bei Prognosen eben so, dass diese besonders schwierig sind, wenn sie die Zukunft betreffen, frei nach Karl Valentin oder Mark Twain. Was aus diversen Prognosen in der Vergangenheit geworden ist, nach denen Leipzig und Dresden mittlerweile weiter entvölkert sein sollten, sehen wir nun. Warten wir ab...freuen tut es mich für beide, auch wenn manch Leipziger mißgünstig zu sein scheint.

Danke übrigens für den Artikel aus der Lizzy. Der ist wirklich gut.

Stahlbauer
14.11.13, 21:20
Ja, diese "Leipziger Bissigkeit" musste ich auch erst kennen lernen. Mir war hier im Tale Ähnliches über die ansonsten schöne und mir liebgewordene Messestadt bisher nicht begegnet.



Dafür kann die Dresdner Lokalpresse ihre Schadenfreude nur schwer verbergen. Viel Neues bringt das aktuelle Ranking auch nicht.

- Platz 6 beim WACHSTUMSRANKING (http://www.affirmatio.de/images/stories/S%C3%A4chsische%20Zeitung%2016_08_2 011%20HP.JPG) 2011.

- DRESDEN (http://www.affirmatio.de/images/stories/S%C3%A4chsische%20Zeitung%20%2001_1 2_2010%20HP.JPG) wächst - Provinz verliert dramatisch an Einwohnern.

- Wie DRESDEN (http://www.affirmatio.de/images/stories/S%C3%A4chsische%20Zeitung%2019_08_2 010-1%20HP.JPG) Sachsens größte Stadt wurde.

- Die Mieten in DRESDEN (http://www.affirmatio.de/images/stories/S%C3%A4chsische%20Zeitung%2012_01_2 010%20HP.JPG) sind (endlich) höher als im Westen.

- LEIPZIG (http://www.affirmatio.de/images/stories/schsiche%20zeitung%2028.04.2009.jpg ) verliert beim HANDEL (http://www.affirmatio.de/images/stories/schsische%20zeitung%2028.04.2009%20 seite%2013.jpg) immer mehr an Boden.

- 2008 (http://www.affirmatio.de/images/stories/schsische%20zeitung%2006.-07.09.2008.jpg) konnte man Dresden noch als dynamischste Stadt feiern.

- Schon 2008 konnte die Sächsische Zeitung verkünden, dass DRESDEN (http://www.affirmatio.de/images/stories/schsische%20zeitung%2031.05.2008.jp g) Berlin und Hamburg längst abgehängt habe.

- HAUPTSTADT DER HAUPTSTÄDTE (http://www.affirmatio.de/images/stories/S%C3%A4chsische%20Zeitung%2005_03_2 012%20HP.JPG)

- ARMES LEIPZIG (http://www.affirmatio.de/images/stories/S%C3%A4chsische%20Zeitung%2002_03_2 012-1%20HP.JPG) und ALTES CHEMNITZ (http://www.affirmatio.de/images/stories/S%C3%A4chsische%20Zeitung%2002_03_2 012-2%20HP.JPG).




Als Landei, Steuer- und Solizahler bin ich natürlich froh, dass die in Dresden ausgezahlten FÖRDERMITTEL (http://invest.dresden.de/csdata/image/1/de/gezahlte_foerdermittel_2010_269.jpg ) gut angelegt wurden. Allerdings scheinen andere Städte, die dort angelegten Steuer- und Solimittel effektiver verwendet zu haben.



Als ich vor einigen Wochen Mitarbeiter von VW in Mosel auf die Gläserne Manufaktur ansprach, konnte ich blanke Wut erleben.

Auch Herr PAULS (http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/zukunftsatlas-2013/standort-leipzig-mich-oedet-es-an-erfolg-nur-in-euro-zu-messen/9068226.html) (Kommentator brossa-nova) aus Zwickau ist not amused.

Dunkel_Ich
14.11.13, 21:47
Ja, die SZ...die hätten wir nun abgehakt...und weiter?

Auch Herr PAULS (Kommentator brossa-nova) aus Zwickau ist not amused.

Ist eine (seine) Meinung, schön. Eine unter vielen verschiedenen. In Leipzig ist alles toll, in Dresden alles schlecht - sehr sachlich.
Wieso diese Meinung jetzt besonders hervorhebenswert ist, entzieht sich mir. Nur weil sie sich mit deiner deckt?:confused:

Als ich vor einigen Wochen Mitarbeiter von VW in Mosel auf die Gläserne Manufaktur ansprach, konnte ich blanke Wut erleben.


Könntest du diese Aussage bitte etwas konkretisieren. SO kann man damit wenig anfangen.

Auch wenn's euch und Herrn Pauls nicht passt. Dresden ist Hauptstadt des Freistaates Sachsen mit dem Sitz des Landesparlamentes, der Staatskanzlei etc. und so sollte es demnach nicht verwundern...wenn es in Verbindung zum Freistaat Sachsen steht und Repräsentationsfunktion nach außen besitzt. Ich weiß, Leipzig wäre gerne Hauptstadt. Darum auch dieses ständige Gehacke aus gekränktem Stolz gegen Dresden. Ich finde das nicht weniger peinlich als das Geschreibsel der Sächsischen Zeitung, ganz ehrlich. Man muss nicht alles in den Himmel loben, es gibt genug zu kritiseren, aber man muss Dresden auch nicht schlechter machen als es ist.

Stahlbauer
14.11.13, 22:15
Ist eine (seine) Meinung, schön. Eine unter vielen verschiedenen. In Leipzig ist alles toll, in Dresden alles schlecht - sehr sachlich.
Wieso diese Meinung jetzt besonders hervorhebenswert ist, entzieht sich mir. Nur weil sie sich mit deiner deckt?





Herr Pauls ist mir nur zufällig untergekommen. Ich fand ihn nur lustig. Tut mir leid, dass er Dich trifft.

Dresden ist Landeshauptstadt. Wünschenswert wäre, dass man dort doch etwas mehr für das platte Land tun würde. Statt dessen sonnt man sich in der Landeshauptstadt mit zweifelhaften Rankings und merkwürdigen Rekorden.

In Zwickau scheint man der Meinung zu sein, dass die Brot- und Butterwerke ein defizitäres Luxusprojekt (http://www.sz-online.de/nachrichten/dresden-baut-wieder-bentley-2704826.html)alimentieren müssen. Wenn dann Zwickau auch noch einen Einwohnerrückgang hinnehmen muss, kommt auch noch Häme aus der Landeshauptstadt Dresden.

Saxonia
14.11.13, 22:16
Dass man in Zwickau-Mosel nicht wirklich gut auf den Dresdner Ableger zu sprechen ist, habe ich auch schon hier und dort gehört. Im Kopf ist mir noch eine Geschichte von ein par tausend Phaeton Türen die man aus Dresden Retour geschickt hat, weil sie nicht passten.
Was an solchen Geschichten dran ist, kann ich natürlich nicht sagen. Ich denke aber schon, dass man hier und da ganz gerne das alte Bild vom feinen Dresden gegenüber den eigentlichen "Arbeitsschweinen" Chemnitz und Zwickau pflegt. Wenns denn anspornt...

Dunkel_Ich
14.11.13, 22:32
^^Danke für die Ausführungen, jetzt kann man sich zumindest etwas unter der kryptischen Aussage von Stahlbauer vorstellen.

Wünschenswert wäre, dass man dort doch etwas mehr für das platte Land tun würde. Statt dessen sonnt man sich in der Landeshauptstadt mit zweifelhaften Rankings und merkwürdigen Rekorden.


Prinzipiell wünschenswert, ja, Zustimmung soweit. Gesetzt den Fall Leipzig wäre Landeshauptstadt. Ob dann das Engagement für's platte Land, sagen wir für Ostsachsen, größer wäre?

Ich habe den Eindruck, dass hier die (berechtigte) Wut auf die Landesregierung auf die Stadt Dresden übertragen wird. Das finde ich falsch.

Und dass "unsere" Oberkindergärtnerin im Dresdner Rathaus die königlichen Haus- und Hofartikel der SZ so unreflektiert lanciert, nunja...sehen wir's ihr nach.

Wenn dann Zwickau auch noch einen Einwohnerrückgang hinnehmen muss, kommt auch noch Häme aus der Landeshauptstadt Dresden.

Ich denke nicht, dass die Dresdner (sic!) Häme gen Zwickau schicken und die SZ ist auch nur eine unter vielen Lokalzeitungen, mit wie beschrieben bisweilen zweifelhaften und lächerlich größenwahnsinnigen Artikeln. So what.

Elli Kny
14.11.13, 23:07
ich denke was die SäZ macht ist unbedeutend, aber das ist nirgendwo anders. oder unternimmt die LVZ alles um ja nichts von hypezich mitzubekommen? in allen oststädten hängt man sich doch allzu gern an derlei positive verlautbarungen, weil man auch mal bestätigung hören und nicht nur den miesepetern das feld überlassen will. dabei gehts gar nicht um innerostdeutsche konkurrenz sondern immer noch und immer wieder hauptsächlich um den langen aufholprozess zum "westniveau". und die presse ist immer dankbar wenns was zu schreiben gibt.

ich würde nach überlegung diese rankings nicht runterspielen. dieses ganze gewirtschafte im kapitalismus sei doch zur hälfte psychologie, heisst es, und klappern gehört zum handwerk. welcher konzernchef, wirtschaftsboss oder manager hat denn in seinem job die zeit die welt kennenzulernen? und überall regiert das halb-, drittel- oder garnichtwissen. die bekommen einen vorschlag, ein angebot und dann haben die mal da was gelesen und hier mal was kurz gehört und dann heißt es: macht mal, ja geht klar, da gehen wir hin oder eben nicht. wie wenig einfluss die gleichfalls zweifelhaften rating-agenturen auf die märkte und dann staaten hatten, haben wir ja gesehen. die welt ist infogeflutet und gestresst, die leute dürsten nach orientierung und mögen aufbereitetes mit klarer kurzer aussage. angeblich schauen die chinesen wo in europa die welterbestätten sind, vielleicht auch wo das meiste "abgeht", und da fahren die dann hin.
insofern sollte man das nicht unterschätzen, obwohl ich das auch alles für kompletten bullshit halte.

Cowboy
14.11.13, 23:43
Man sollte alles nicht so überbewerten, auch nicht die kleinen Scharmützelchen zwischen Dresden und Leipzig. Ich z.B. bin sehr angetan von dem fulminanten Start des DD-Forums im DAF und erkenne das auch hoch an. In einem Punkt irrt sich Dunkel_Ich m.E. aber wirklich. In Leipzig ist man mitnichten scharf, Landeshauptstadt zu sein. Im Gegenteil: Normalerweise gelten ja Sachsen als sehr stolz, in Leipzig nimmt man es lediglich zur Kenntnis, dazuzugehören. Ich habe familienbedingt Bezug nach Zwickau. Wenn ich dort bin, werde ich gefühlt alle 5 Meter daran erinnert, dass ich mich im Freistaat bewege. In Leipzig nimmt man kaum Notiz, in Sachsen zu sein (mal abgesehen vom Dialekt), was ich als sehr angenehm empfinde.

Dunkel_Ich
15.11.13, 00:10
Danke für diesen versöhnlichen Beitrag, Cowboy. Ich denke dieser "Stolz" rührt heute auch aus einem gewissen Trotz daher, dass Sachsen mit seinem Dialekt im restlichen Deutschland eher zweifelhaft betrachtet wird und sich der Sachse (wenn ich's mal so platt darstellen darf, denn mir ist klar, dass sich das nicht auf alle übertragen lässt) einer gewissen Selbstbestätigung gewahr werden möchte. Da haben die Geschichte (Großinspektor Ziegenbart) und die Medien einen nicht geringen Anteil daran.

Stahlbauer
27.11.13, 22:26
Als Außenstehender beobachte ich die verschiedenen Diskussionen zwar interessiert aber eher emotionslos. Zum Beispiel diesen Beitrag.





Als erstes muss ich erst einmal Dresden verteidigen: Unsere S-Bahn mag vielleicht eine Regio-S-Bahn sein. Jedoch sind sowohl Züge als auch Linien vollstens in Ordnung.
Ich möchte darauf hinweisen, dass Leipzig bis vor kurzem oder noch heute ebenfalls nur 2 S-Bahn-Linien besaß. Doch nun machen viele aus Leipzig stammende die Dresdner S-Bahn als Regio-S-Bahn mit lahmen Zügen nieder.


Doch ist es nicht zu vertuschen, dass laut DB unsere S-Bahn die mit der größten Kundenzufriedenheit ist.

Weiterhin wird sie seit Anfang des neuen Jahrtausends ständig ausgebaut und vergrößert.




Andere sehen das weniger entspannt.

anonymous

Bitte solchen Spam in den zitierten Bahnforen verbreiten, aber nicht hier

Wen man sich in der Landeshauptstadt Dresden jede positive Meldungen an die Fahne heftet, sollte man sich auch negative Auswertungen zuschreiben lassen.


Die FREIE PRESSE (http://www.freiepresse.de/SACHSEN/Studie-Sachsen-Schlusslicht-bei-Investitionen-in-Bus-und-Bahn-artikel8615980.php) aus Chemnitz bringt einen Beitrag, der sich mit dem Verkehr per Bus, Bahn, Fahrrad und zu Fuß beschäftigt. Sachsen hat in der Untersuchung des Verkehrsbündnises Allianz pro Schiene mit Abstand den letzten Platz erreicht.

Nach Sachsen flossen 2012 nur 6,6 Prozent der Zuwendungen für Verkehr aus dem Bundeshaushalt in Investitionen für diese umweltverträglichen Verkehrsmittel.




Anderes Thema:
Dresden hat sich entschlossen, sich auf sich selbst zurückzuziehen und sich nicht mehr für MITTELDEUTSCHLAND (http://www.l-iz.de/Wirtschaft/Metropolregion/2013/11/Metropolregion-Mitteldeutschland-Dresden-und-Magdeburg-sind-raus-52349.html) zu engagieren. Und befindet sich dabei in guter Gesellschaft. Schon interessant.

Dunkel_Ich
28.11.13, 12:53
Ach, wenn ich mich über jeden anonymen Bewertungskommentar im Leipzig-Bereich beklagen würde, den Beiträge von mir schon nach sich gezogen haben. Ich denke, solche Menschen gibt es überall.

Den Rückzug Dresdens, Magdeburgs usw. kann man zu recht beklagen. Ich fürchte allerdings, dass man tatsächlich meint sich hier durch zuviel Engagement selbst das Wasser abzugraben und durch die Randlage innerhalb Mitteldeutschlands (wenn man S, S-A und T mal zusammenfasst) vornehmlich die Mitte um Leipzig stärkt.

Elli Kny
29.11.13, 23:17
hallo stahlbauer, ich zumindest freue mich auch über kritisches zu dresden, bin ich doch mit den schwächen der stadt stets auf dem kriegsfuß. das betrifft sogar alle nicht-ahnungslosen dresdner. aus deinem letzten beitrag werde ich aber irgendwie nicht schlau, das anonymous-ding kann ich nirgends hier finden, allzuviele diskussionen auch nicht. na seis drum.

die verkehrspolitik sachsens hängt letztlich am wahlzettel aller sachsen und nicht nur der dresdner. der ländliche raum wählt gerade die, die ihnen schaden, und uns hier die knaller ins regierungsviertel. bei den zuwendungen des bundes von 6,6% sollte man bedenken, dass sachsen nur 5% der bundesbürger ausmachen, tendenz fallend. die allianz pro schiene hat zweckgemäß ihre spezielle sicht der dinge, wie ähnliche interessenverbände im sozial- oder ökobereich.

auch wenns dich nicht allzu beruhigen sollte: metropolregionen sind fast durchweg nur laberclubs, weil die zeit für diese ideen noch nicht gekommen ist. man baut aber immer schöne illusionsgebäude dazu auf. man hat es schlichtweg noch nicht nötig in d-land. das geht mit föderalen strukturen wohl auch schlecht, wo keine einzige restriktion mal umgesetzt werden kann. ein weit fortgeschrittenes beispiel war und ist rhein-main: ein hauptziel war die eindämmung der zersiedlung abseits der kerne. das resultat ist bisher gegenteilig wie grauenhaft. erinnert stark an klimakonferenzen. kurz: erst in größter not steht man zusammen. da sind wir aber meilenweit davon entfernt.

vermarktungsaufgaben übernimmt mE nach wie vor die jeweilige landeswirtschaftsförderung. wenn die es müssen, treten die auch jetzt schon gemeinsam auf. sollte das echt noch nie vorgekommen sein, gabs auch keinen zwang dazu. so einfach ist das. noch nen verein dafür brauchts derzeit wohl nicht.

Wünschenswert wäre, dass man dort doch etwas mehr für das platte Land tun würde.

der trend geht längst in die andere richtung. die gieskanne überm land, ohne absehbare erfolgsaussicht, ist vorbei. jetzt ist verstärkt clusterförderung angesagt und ausbau der infrastrukturen, wo auch wirklich unternehmen hinziehen. ob man das nun gutheisst oder nicht. aufm land wirds düsterer, aber nicht unbedingt. denn nicht nur DD und LE sind die cluster-orte, sondern auch freiberg, chemnitz, zwicke. im osten würde ich auf jeden fall görlitz zum cluster ausbauen und fördern. gut wäre, ganz sachsen mit clustern abzudecken. in sterbende dörfer wird jedoch nicht mehr so viel gesteckt wie bisher. kurz gesagt.

Elli Kny
29.11.13, 23:57
vor paar tagen wurde in der LVZ-online folgendes veröffentlicht:

rein zur information und nicht wertend.

Ausgewählte Fakten zu Leipzig und Dresden:

Fakten (Stand 31.12.2012) Leipzig Dresden

Einwohner (nach zensus) 520.838 525.105
Eheschließungen 1477 2049
Scheidungen 847 890
Anzahl der Ärzte 3170 2916
Krankenhausbetten 4092 3555
Allgemeinbildende Schulen 145 152
KiTas (Stand 31.3.2013) 302 351
Besucher der öff. Bibliothek 903.000 1.773.000
Kinos 14 17
Vereine des Landessportbundes 388 368
Freibäder 6 11
Turn- und Sporthallen 212 182
Ausgaben Wiss./Forsch./Kultur (2011) 139 Mio € 95 Mio €
Sozialversich. Beschäftigte (Juni 2012) 222.949 233.540
Arbeitslose (Jahresdurchschnitt 2012) 30.597 24.438
Rinder 2982 2338
Milchkühe 1259 781
Insolvenzverfahren 1607 789
Gewerbeanmeldungen 6439 5498
Baugenehmigungen 920 1104
Vierraumwohnungen (Mai 2011) 102.503 93.699
Gästebetten 13.375 21.640
Kraftfahrzeuge und Hänger 230.691 243.723
Straßenverkehrsunfälle 14.800 15.251
Schuldenstand der Haushalte & Eigenbetriebe 3,2 Mrd € 1,2 Mrd €
Durchschnittlicher Bruttolohn (Stand 2011) 30.038 € 32.003 €

Quelle: Statistisches Jahrbuch des Freistaates 2013 (seit montag veröffentlicht)

nun kann man sicherlich jede zahl begutachten und relativieren.
Achtung: Spaß an:
klar wird, dass es in LE entschieden mehr rindviecher gibt als in DD.
Achtung: Spaß aus.
ZB kann man die Zahl der baugenehmigungen bewerten, die erstaunlicherweise in DD leicht höher ist, jedoch mit sicherheit mehr kleine und kleinstprojekte umfasst, die kaum einen echten gewinn fürs stadtbild hergeben (im sinne der stadtreparatur). de facto wird mE in leipzig immer noch viel mehr nennenswertes gebaut, gerade weil der altbausektor anders als in DD noch viel tolles hergibt. die reine statistik spiegelt das aber nicht.

Stahlbauer
07.12.13, 15:02
. aus deinem letzten beitrag werde ich aber irgendwie nicht schlau, das anonymous-ding kann ich nirgends hier finden, allzuviele diskussionen auch nicht.

Anonymus hat den Beitrag im Renommeesystem gepostet. Wie noch ein paar andere mit ähnlichem Inhalt.

Aktuell meinen die ERZGEBIRGER (http://www.freiepresse.de/LOKALES/ERZGEBIRGE/Streit-unterm-Tannenbaum-Dresden-attackiert-Erzgebirge-artikel8632724.php) gegen die -von ihnen so genannten- Toffelstadt vorgehen zu müssen. Der Beitrag in der Freien Presse ist eher zurückhaltend. Die Leser kommentieren direkter und wollen für ihr Weihnachtsland kämpfen.

Für einen Weihnachtmuffel ist das Ganze eher unverständlich. Den Erzgebirgern scheint es auch nicht unbedingt ums Geld, sondern ums Prinzip zu gehen.


Und noch nicht einmal hier in BERLIN (http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regioline_nt/berlinbrandenburg_nt/article122332225/Berlin-und-Dresden-streiten-ueber-hoechste-Erzgebirgspyramide.html) hat man Ruhe. Dabei sind 21,63 Meter doch eindeutig höher als 14,62 Meter. Die Pyramide in Hannover scheint mir auch eine andere Klasse als die in Dresden zu sein.

Saxonia
07.12.13, 15:54
Ich glaub selbst in Chicago dreht sich mittlerweile eine Pyramide zu Weihnachten. Sollens alle machen wie sie denken. Schöne Werbung für das Erzgebirge ist es allemal. Wie man in Dresden allerdings jetzt darauf kommt, sich mit fremden Federn zu schmücken, ist schon eigenartig. Man sollte sich auf den bekannten Striezelmarkt konzentrieren und nicht mit irgendwelchen Titelansprüchen von sich Reden machen.

Elli Kny
07.12.13, 17:41
da vermuten einige wieder böses wo nichts böses ist. in dresden ist man sich der gradwanderung bewusst, jedoch konkurriert man hier im bereich städtetourismus mit anderen großstädten und letztlich um einkaufskundschaft. es werden zB die russen und tschechen als einkaufstouris beworben. weihnachtshauptstadt war auch letztes jahr schon ein slogan, der aus dem innenstadteindruck voller weihnachtsmärkte logisch entstand. so eine ballung findet man nirgends und steht nicht im widerspruch zum weihnachtsland mit schneegarantie. im prinzip ist stadt und land eine weihnachtseinheit. die zahlen des erzgebirges sind beachtlich und es bleibt den leuten überlassen, ob sie sich dem gedränge in dresden hingeben wollen oder nicht. die meisten kommen nur wenige tage, fahren also entweder nach hier oder da. eine gemeinsame promotion wäre deshalb irgendwie zwecklos. das ganze scheint eher konstruiert zu sein, weil man sich im gebirge wohl doch zuviele sogen macht. das sollte man gemeinsam abklären für nächstes mal. und wenns ums geld geht konkurriert heute leider jeder mit jedem, so zB auch dresden mit bannewitz, wo es eine firmenverlagerung vor die stadtgrenzen geben sollte und es knapp verhindert werden konnte. so ist es nunmal. wie auch die derzeit wieder überall zunehmende dominanz der zentren ggü den umländern.

und lieber stahlbauer: deine hinweise sind erneut ressentiment-zerfressen. es lässt sich aber so nicht verallgemeinern und auch nicht diskutieren. alles verändert sich.

Elli Kny
13.12.13, 15:55
Stadtrat segnet Flutinvestitionsprogramm ab, so die SäZ heute (=quelle textschnipsel).

Gesamtvolumen: 83 mill euro

die Stadt muss ihre Planungen bis spätestens Mitte 2015 abschließen. Nur bis dahin können die Fördermittel beantragt werden.

davon:
35 Millionen Euro für Straßen- und Tiefbauamt
18,5 Millionen Euro für DVB (Gleis- und Fähranlagen)

zur Augustusbrücke:
Allein 16,4 Millionen Euro davon hat der Freistaat für die Augustusbrücke genehmigt. Beim Hochwasser wurden unter anderem die Gewölbe beschädigt. Auch Risse im Mauerwerk sind entstanden. Bei der reinen Reparatur wird es aber nicht bleiben. Die Stadt will die Brücke für gerade einmal rund vier Millionen Euro Mehrkosten komplett sanieren. Die Vorplanungen dafür starten Anfang 2014. 2016 könnten die Bauarbeiten beginnen. Ursprünglich war die Sanierung aus Geldnot frühestens ab 2018 vorgesehen.quelle: sächsische zeitung (sz-online.de)

marode Prießnitzbrücke an der Bautzner Straße bekommt 1,5 Mill Euro

Österreicher- und Wehlener Straße in Laubegast und Tolkewitz (Gleise unterspült) 8,9 Mill Euro (tlw. Niveauanhebung um 60cm)

Berthold-Haupt-Straße in Kleinzschachwitz 6,5 Millionen Euro

11 Schulen wurden beim Juni-Hochwasser beschädigt: 8,9 mill euro (ein teil davon ist bereits verbaut)
einige wenige kitas erhalten mehrere hunderttausend euros für schadensbeseitigungen

Sportanlagen und Bäder 10 mill euro: davon sportpark ostra 2,3 mill euro, ruderhaus cotta 1,0 mill euro, stauseebad cossebaude öffnet pünktlich mai 2014 nach reparaturen von 1,5 mill euro

LE Mon. hist.
03.01.14, 09:14
Das Landessozialgericht (LSG) Chemnitz entschied Mitte Dezember 2013, dass das sogenannte "schlüssige Konzept" zur Ermittlung der Kosten der Unterkunft für 2011 und 2012 nur mit Nachbesserungen tatsächlich schlüssig ist:

DNN-Online, 19.12.2013
Soziales
Dresden muss Hartz-IV-Empfängern höhere Wohnkosten zahlen
http://www.dnn-online.de/dresden/web/dresden-nachrichten/detail/-/specific/Dresden-muss-Hartz-IV-Empfaengern-hoehere-Wohnkosten-zahlen-93352748

Der 7. Senat des Landessozialgerichts (LSG) Chemnitz unter Vorsitz von Nadja Anders entschied im Dezember 2013, dass das Konzept, nach dem die Landeshauptstadt Dresden Hartz-IV-Empfängern die Wohnkosten erstattet, mit Nachbesserungen schlüssig ist. Es hob damit eine Entscheidung des Sozialgerichts (SG) Dresden auf, das das Konzept der Landeshauptstadt als nicht schlüssig erklärt hatte. Eine der Nachbesserungen beinhaltet leicht erhöhte Sätze für die Kosten der Unterkunft.

Geklagt hatte die 56-jährige, arbeitslose Ellen R. Sie hatte sich 2008 von ihrem Mann getrennt und war in eine 50 Quadratmeter große Wohnung in Löbtau gezogen. Von den dafür zu zahlenden 356,50 Euro Warmmiete pro Monat erstattete ihr das Jobcenter in den Jahren 2011 und 2012 aber nur 308,70 Euro. Als Begründung führte das Jobcenter an, dass Ellen R. stünden als Single-Haushalt nur 45 Quadratmeter zustünden und sie daher eine unangemessen große Wohnung bewohne. Nachdem die Frau in Widerspruch gegangen war, erhöhte das Jobcenter den Erstattungsbeitrag auf 321 Euro.

Ellen R. reichte dagegen Klage beim Sozialgericht Dresden ein. Dies urteilte am 1. Juni 2012, dass das Konzept der Landeshauptstadt für die Jahre 2011 und 2012 nicht schlüssig sei. Es verurteilte die Stadt, Ellen R. weitere 13,50 Euro Wohnkosten pro Monat und damit eine Bruttokaltmiete von 294,83 Euro zu erstatten.

Bemängelt wurde von deren Rechtsanwältin Marlen Kestner bemängelte inbesondere die Datengrundlage für das Konzept, da das von der Stadt beauftragte Institut IWU Darmstadt auch Werte aus dem Jahr 2006 verwendet und Daten anderer Städte in das Konzept hatte einfließen lassen.

Dieser Einschätzung schloß sich das Landessozialgericht Chemnitz an: „Wir erachten das Konzept in seiner ursprünglichen Form für nicht schlüssig.“ Sie forderten beim IWU Darmstadt neue Berechnungen mit neuen Daten, die diese Mängel hätten beheben können. So steht einem Ein-Personen-Haushalt für 2011 und 2012 eine Monatsbruttokaltmiete von 294,83 Euro zu, zwei Personen können mit 359,22 Euro rechnen. Die Angemessenheitsgrenzen für die Größe der Wohnung - für eine Person 45 Quadratmeter, für zwei Personen 60, für drei Personen 75 und für vier 85 - wurden vom LSG in dem Urteil ausdrücklich bestätigt. Die vorsitzende Richterin Anders erklärte: „Da haben wir keine Bedenken“ und verwies unter anderem darauf, dass ein Beamter bei Trennung von seiner Familie Miete für 45 Quadratmeter erstattet bekommt. „Warum soll das dann für Leistungsempfänger nicht passen?“

Sollte das Urteil rechtskräftig werden, dürften auch die anderen rund 2000 Dresdner Haushalte, die gegen ihren Bescheid zu den Kosten der Unterkunft für die Jahre 2011 und 2012 Klage eingereicht hatten, den höheren Satz angerechnet bekommen. Allerdings hat der Senat die Revision wegen grundsätzlicher Bedeutung zugelassen. Klägerin und Jobcenter gingen in Berufung.

Der Dresdner Stadtrat hat im Mai 2013 hat neue Angemessenheitsgrenzen für die Kosten der Unterkunft beschlossen, doch auch gegen diese habe bereits zahlreiche Hartz-IV-Empfänger_innen Klage eingereicht.

LE Mon. hist.
05.01.14, 13:27
Pressemitteilung Engel & Völkers Commercial, 31.10.2013
http://www.engelvoelkers.com/de/blog/2013/hohe-nachfrage-laesst-mieten-in-dresden-weiter-steigen/


Hohe Nachfrage lässt Mieten in Dresden weiter steigen
Geschrieben von Greta Niessner am Oktober 31, 2013

Die hohe Nachfrage nach Wohnraum hat in Dresden in allen Lagen zu steigenden Mieten geführt. So liegt die Spanne in den sehr guten Lagen momentan zwischen 7,20 und 11,10 Euro pro Quadratmeter. Dies geht aus dem aktuellen „Marktreport Wohn- und Geschäftshäuser Dresden 2013/2014“ des Beratungs- und Vermittlungsunternehmens für Gewerbeimmobilien Engel & Völkers Commercial hervor.

Begehrt: 3-4 Zimmer-Wohnungen
In den guten Lagen müssen die Mieter zwischen 6,30 und 9,00 Euro und in den mittleren Lagen zwischen 6,10 und 7,50 Euro pro Quadratmeter zahlen. „In den einfachen Lagen reicht die Spanne von 4,50 bis 6,50 Euro pro Quadratmeter“, berichtet Stefan Rischke, Geschäftsführer bei Engel & Völkers Commercial in Dresden. Begehrt und knapp seien in Dresden vor allen Wohnungen mit drei bis vier Zimmern.

Kaufpreisfaktoren sind gestiegen
Die Kaufpreisfaktoren sind – mit Ausnahme in den sehr guten Lagen – in allen Wohnlagen gestiegen. „So wird beispielsweise in den mittleren Lagen im Durchschnitt das 14,25-fache und in den guten Lagen das 16,75-fache der Jahresnettokaltmiete gezahlt“, sagt Rischke. Während die Kaufpreise in den sehr guten Lagen in der Spitze nach wie vor 2.650 Euro pro Quadratmeter erreichten, müssten die Käufer in den einfachen Lagen 550 bis 950 Euro pro Quadratmeter zahlen. In den mittleren und guten Lagen liege die Spanne zwischen 900 und 2.000 Euro.

386 Anlageimmobilien wurden gehandelt
Es gibt in allen Lagen ein vielfältiges Angebot. Mit 386 verkauften Wohn- und Geschäftshäusern wurden 2012 genauso viele Objekte in Dresden gehandelt wie im Vorjahr. „Das Umsatzvolumen ist aber aufgrund des Verkaufs kleinerer Immobilien um 11,8 Prozent auf 251 Millionen Euro zurückgegangen“, erklärt Rischke. Von den 386 Verkäufen seien allein 237 auf reine Mehrfamilienhäuser entfallen (durchschnittlich gehandelter Preis von 582.300 Euro) und 149 auf Wohn- und Geschäftshäuser (Durchschnittspreis von 758.400 Euro).

Käufer aus der Region
Als Käufer treten verstärkt private Investoren, Aufteiler und professionelle Bestandshalter aus der Region auf. „Die Käufer bevorzugen die mittleren bis sehr guten Lagen der sächsischen Landeshauptstadt“, berichtet Rischke. „Die Seite der Verkäufer wird von Erbengemeinschaften sowie von Eigentümern aus dem gesamten Bundesgebiet, die die gestiegenen Preise zum Verkauf nutzen wollen, dominiert“, fügt der Immobilienexperte hinzu.

Ausblick 2013
Für das Gesamtjahr 2013 geht Engel & Völkers Commercial von einer Transaktionszahl zwischen 350 und 370 aus, da das Angebot künftig knapper werde. „Aufgrund steigender Preise wird sich das Umsatzvolumen auf maximal 290 Millionen Euro erhöhen“, heißt es abschließend im Marktreport. Auch die Mieten und Kaufpreisfaktoren würden insgesamt steigen.

Elli Kny
05.01.14, 16:18
LE Mon hist, danke für die infos.

erbengemeinschaften und uneinsichtige eigentümer sind mE eine DER plagen der dresdner stadtentwicklung. insofern ist es gut, dass spürbar erhöhte preise bewegung in die sache bringen. bisher war blockade angesagt, auch wegen weiter absehbarer steigerungen, nun ist ein gewisses plateau erreicht, die widerstände bröckeln.
die eigentümermasse im westen wollte kaum ihren sinnen trauen, wie wenig selbst in dresden ihr zeug wert war, die sind westliche preise gewöhnt. nun sind die preise hochgehypt (zumeist sogar unberechtigt und ohne gegenleistung) mit allen auch negativen aspekten, aber um dieses "abwartende potential" aus der nachwende-ära zu durchbrechen und dem markt zurückzugeben, scheint es positiv. mittelfristig sollten sich die preisniveaus aber stabilisieren und den "hype-zuschlag" verlieren.

wie kürzlich bekannt wurde, sank erstmals die wohnfläche pro einwohner in dresden, da bei stark steigenden preisen tendetiell die wohnfläche verringert wird. infolge umfangreichen neubaus von wohnraum könnten sich die mietbedingungen sogar langfristig wieder verbessern.

spock99
06.01.14, 15:44
Gute Güte! Das ist ja sagenhaft was in letzter Zeit hier so diskutiert wurde! Ich war nun schon ein paar Monate nicht mehr hier, und das geschriebene amüsiert und verwundert mich zugleich.

Wenn ich mir das so durchlese, entzieht sich auch mir nicht der Eindruck, Stahlbauer wöllte die Landeshauptstadt ein wenig schlecht machen und teilweise auch Leipzig als sehr viel besser darstellen.
Sicher, darüber lässt sich alles streiten, aber man sollte am besten Fakten nehmen, um zumindest ein wenig zu vergleichen.

Was mir auffällt ist, dass Dresden als Touristenstadt von der Schönheit vor allem bei Ausländern mehr Anklang findet. Das liegt sicherlich an der intensiven Erhaltung und Sanierung der Barockbauten und an der Natur in und um Dresden. Die moderne Architektur wird viele wohl kaum aus dem Häuschen locken.
Wie dem auch sei, eigentlich ist das Stadtforum ja für andere Themen gedacht und deswegen will ich auf neuartige Überlegungen hinweisen:
Dresden möchte sich für die Olympischen Spiele 2026 bewerben! Zumindest tauchten Gerüchte auf, die Stadt überlege dies. Vielleicht wieder nur ein Traum.
So etwas würde immense Auswirkungen auf die Stadt und die Architektur haben, ich find's gut. Klar, das Geld ist nicht gerade da, aber der Bund würde ja auch vor allem finanzieren. Oder? Ich kenne mich da nicht aus.

Bin auf Meinungen gespannt.
Spock

Stahlbauer
06.01.14, 22:22
Noch mehr Geld abgreifen? Klasse Idee.

Aus einiger Entfernung betrachtet wirkt die Ranking (http://www.barockstadt-dresden.de/erfindungen/die-saechsische-barockstadt-hats-erfunden) - Verliebtheit (http://region.dresden.de/business/wissenschaft/erfindungen.php) der Sachsen mehr als skurril. Aus der Nähe dann noch merkwürdiger. Mehr als zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung und nachdem viel Geld in das „Musterland“ (http://www.sz-online.de/sachsen/leipzig-wirtschaftsstaerkste-region-in-sachsen-2742308.html?ShowAllComments=true#C omments)Sachsen geflossen sind, findet man alle sächsischen Regionen am Ende eines Rankings bei Focus Money.

Wichtig ist in Sachsen aber die Frage: Wo ist das wahre Weihnachtsland (http://www.sz-online.de/sachsen/sachsen-streiten-um-weihnachtshoheit-2736762.html?ShowAllComments=true#C omments)?




Übrigens der Erfinder der Lokomotive heißt Richard Trevithick (http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Trevithick). Alle anderen haben abgekupfert.

Stahlbauer
16.01.14, 21:36
Die Lok von Schubert findet man auch in dieser Liste der 100 größten Unternehmen Mitteldeutschlands (http://sachsenbank.de/imperia/md/content/sb/pdf/fokus_mittelstand/Top_100_Unternehmen_Fokus_Mittelsta nd_2013.pdf). Erstaunlich ist, wie wenige Mitarbeiter reichen, um in dieser Liste aufzutauchen.

GLOBALFOUNDRIES, Dresden (Platz 10 der Liste;1214 Millionen Euro Umsatz in 2012 bei 3580 Mitarbeitern ) findet sich zwischen Sachsenmilch, Leppersdorf (Platz 9; 1328 Millionen Euro Umsatz in 2012 bei 2215 Mitarbeitern) und Comparex, Leipzig (1200 Millionen Euro Umsatz in 2012 bei 1800 Mitarbeitern).

Gleich danach findet sich die berühmte Firma MKM aus Mansfeld (1140 Millionen Euro Umsatz in 2012 bei 1095 Mitarbeitern). Diese kasachische Firma schafft mit weniger als einem Drittel Mitarbeitern fast den Umsatz von GLOBALFOUNDRIES, Dresden. Interessant ist, wieviele der aufgelisteten Fimen ihren Sitz im Umkreis des Schkeuditzer Kreuzes haben.

Und: Alle aufgelisteten Firmen schaffen immer noch nicht den Umsatz der VW AG, Wolfsburg.




Die Chip-Industrie (http://computer-oiger.de/2014/01/09/dresdner-wirtschaft-tritt-auf-der-stelle/26619) schwächelt, mit der Folge, dass 2014 Frauenhofer Institute (http://computer-oiger.de/2013/12/10/fraunhofer-fusioniert-in-dresden-institute/26198) in Dresden geschlossen werden oder fusionieren müssen.


Im April 2014 wird 175 Jahre Ferneisenbahn Leipzig-Dresden (http://www.sz-online.de/nachrichten/mit-volldampf-zurueck-in-die-zukunft-2751942.html) gefeiert. Ein ICE 3 (der modernste Zug der DB AG) wird von Leipzig nach Dresden fahren. Leider wird es eine Ausnahme bleiben. Gerade Ostsachsen wird noch lange auf moderne, schnelle Züge warten müssen. Die Einkommensstruktur ist noch nicht soweit, meint der Sprecher der DB. Schnelle Züge fahren dort, wo die Wirtschaft "flutscht".

LE Mon. hist.
17.01.14, 16:18
PM Dr. Lübke & Kelber GmbH, 16.1.2014
http://www.dr-luebke.com/www/View.aspx?pid=b0e58a60-f4ef-431e-b2fd-113304e07faa

Dresdner Wohnungsmarkt boomt

... dank höchstem Bevölkerungswachstum im Osten Deutschlands

Nachdem der Osten jahrelang hinsichtlich Entwicklungsperspektiven und als Investitionsstandort im Schatten der Republik stand, kristallisieren sich die Metropolregionen in den neuen Bundesländern, neben Potsdam allen voran die Stadt Dresden, zunehmend auch zu attraktiven Investmentmärkten für Wohnimmobilien. Laut aktuellem Wohnungsmarktbericht Dresden der Dr. Lübke & Kelber GmbH werden die Haushalte in der Elbmetropole bis 2025 stärker als der Wohnungsbestand wachsen, was sich weiter dynamisch auf die bereits positive Preisentwicklung der letzten Jahre auswirken wird. Ulrich Jacke, geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Lübke & Kelber, rechnet deshalb in den kommenden Jahren mit einem verstärkten Anlegerinteresse. „Viele Wohninvestoren erkennen zwischenzeitlich, dass Dresden unter den B-Standorten aber auch im Vergleich zu den begehrten Top 7-Städten hinsichtlich des Rendite-Risiko-Profils eine herausragende Position einnimmt“.

Positive Demografie und gute Wachstumsaussichten

Die Stadt Dresden weist seit 1999 eine positive Bevölkerungsentwicklung auf und verzeichnete zwischen 2003 und 2012 ein Plus von 11 Prozent. Bis 2025 werden weitere 6 Prozent Bevölkerungs- und 4,3 Prozent Haushaltswachstum erwartet. Neben einem positiven Wanderungssaldo punktet die Sachsenmetropole derzeit mit der höchsten Geburtenrate (11,6 pro 1.000 Einwohner) im Vergleich 15 deutscher Großstädte. Wirtschaftlich entwickelt sich Dresden ebenfalls sehr solide. Die Arbeitslosigkeit ist in 2012 auf 9,1 Prozent gesunken und liegt aktuell bei 8,4 Prozent. Die Stadt verstärkt ihre Position insbesondere als Mikroelektronikstandort und zieht qualifizierte Arbeitskräfte und damit Wohnungssuchende an.

Kaum Veränderung im Wohnungsbestand, Eigentümerquote nach wie vor gering

Der Bestand an Wohnungen ist seit 2003 durch eine niedrige Neubauquote und das Programm Stadtumbau Ost um 0,6 Prozent zurück gegangen und lag Ende 2012 bei insgesamt 293.099. Der Wohnungsleerstand hat sich aufgrund hoher Nachfrage in 2013 bei 5 Prozent eingependelt nach 7,6 Prozent im Jahr zuvor. Die Tendenz ist weiter fallend und die Stadt sieht von weiteren großflächigen Rückbaumaßnahmen ab. Nur 39.600 Wohnungen waren in 2011 von Eigentümern bewohnt. Die Eigentümerquote ist mit 14,7 Prozent historisch bedingt und im Vergleich zum Bundesdurchschnitt (41 Prozent) äußerst niedrig.

Miet- und Kaufpreise stark gestiegen, weiterhin Luft nach oben

Zwischen Mitte 2004 und 2013 stiegen die durchschnittlichen Mietpreise um rund 46 Prozent von 5,60 € auf 8,18 € pro Quadratmeter. In Top-Lagen östlich der Innenstadt und an den Elbhängen werden bis zu 11,00 € pro Quadratmeter gezahlt. Damit liegen die Wohnungsmieten in Dresden auf dem gleichen Niveau wie die Büromieten. Jacke erwartet deshalb auch weitere Umwidmungen von leerstehenden Büroimmobilien zu Wohnen. „Plötzlich rechnet sich die Revitalisierung eines Gebäudes insbesondere für langfristig orientierte Bestandshalter aufgrund attraktiver Mietrenditen und geringerer Volatilität“, so der Experte. Auch die Kaufpreise sind im gleichen Zeitraum um rund 14 Prozent von 1.885 auf 2.156 € pro Quadratmeter gestiegen. Für Neubauten in Top-Lagen wurde im ersten Halbjahr 2013 bis zum 20-fachen der Jah-resnettomiete gezahlt. Das Haushaltsnettoeinkommen ist in den Jahren 2008 bis 2010 um 4,5 Prozent gewachsen. In Folge sank die durchschnittliche Wohnkostenbelastung in Dresden um zwei Prozent auf 29 Prozent, liegt jedoch noch über dem bundesweiten Durchschnitt (22,5 Prozent).

Dresden bleibt Vermietermarkt, Nachfrage Miete übertrifft die Nachfrage Kauf um das 6-fache

Die Analyse der Angebots- und Nachfragesituation im dritten Quartal 2013 auf Datenbasis von Immobilien Scout 24 zeigt, dass rund 86 Prozent aller Wohnungsinteressenten sich auf den Mietbereich konzentrieren. Jeder angebotenen Mietwohnung stehen rechnerisch mehr als 27 Interessenten gegenüber. Favoriten sind die Stadtteile Äußere Neustadt, Blasewitz und Striesen-West. Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen ist deutlich geringer. Dennoch kommen auf eine Eigentumswohnung noch 13 Interessenten. Die höchste Nachfrage zeigt sich hier bei Wohnungsgrößen zwischen 60 und 100 Quadratmeter und in den Preissegmenten zwischen 1.000 und 2.000 € pro Quadratmeter. Blasewitz, Striesen-Ost und –West sind am beliebtesten.

Bestandslücke bis zu 5.000 Wohnungen bis 2025

In den letzten 10 Jahren war die Bautätigkeit in Dresden relativ gering und der Wohnungsbestand ist leicht zurückgegangen. Vor dem Hintergrund der anhaltend positiven Haushaltsentwicklung wird sich die Verknappung des Wohnungsangebots vor allem in den begehrten Lagen deutlich auf die Preisentwicklung auswirken. Unter Annahme eines weiteren Neubau-Fertigstellungsvolumens in Höhe des Durchschnitts der letzten 5 Jahre (742 Wohnungen) sowie der prognostizierten Haushaltsentwicklung von +4,3 Prozent wird im Jahr 2025 das Delta zwischen den Entwicklungen 0,5 Basispunkte ausmachen. Jacke resümiert, dass die ostdeutschen Großstädte damit längst nicht mehr nur für Opportunisten spannend sind. „Wer den derzeit noch günstigen Einstiegszeitpunkt nutzt, kann in den nächsten Jahren mit einer attraktiven Cash Flow-, aber auch Objektrendite rechnen. Die zu erwartende Rentenentwicklung und die niedrigen Fremdkapitalzinsen motivieren viele zum eigengenutzten Wohnungserwerb. Künftig wird sicher mehr als jeder siebte Dresdner im Eigentum sitzen“, so der Experte.
[/quote]

property magazine, 17.1.2014
http://www.property-magazine.de/dresden-wohnungsmarkt-57753.html

LE Mon. hist.
22.01.14, 12:36
Pressemitteilung Stadt Dresden, 21.01.2014
http://www.dresden.de/de/02/035/01/2014/01/pm_035.php?lastpage=zur%20Homepage


Einwohnerzahl steigt auf 535 810 – 2013 wieder Geburtenrekord

Am 31. Dezember 2013 hatte Dresden laut Melderegister 535 810 Einwohner am Ort der Hauptwohnung, 5088 mehr als ein Jahr zuvor. Damit verlangsamte sich der Anstieg im Gegensatz zu 2012 um 1912 und liegt somit etwa auf dem Niveau der Jahre 2007 bis 2010. Der Anstieg der Einwohnerzahl ergibt sich wie im Vorjahr zu etwa 85 Prozent aus den Zuzügen von rund 28 500 Personen, welche jedoch leicht rückläufig sind. Der Zuzugsüberschuss konzentriert sich fast ausschließlich auf die 18- bis 24- Jährigen. Der Fortzug stieg dagegen etwas an, wodurch der Wanderungssaldo auf 4300 zurück ging.

Die vorläufige Zahl der Neugeborenen, welche in Dresden wohnen und im Melderegister eingetragen sind, stieg 2013 auf 6070, etwa 20 mehr als 1989 (bei heutigem Stadtgebiet). In den letzten Jahren ist ein stetiger Anstieg der Geburtenzahlen zu erkennen. 2010 belief sich die Geburtenzahl auf 5819 und nahm 2011 mit 5907 und 2012 mit 6007 Neugeborenen konstant zu. Die Zahl der Gestorbenen stieg ebenfalls an, wobei der Geburtenüberschuss etwa 750 beträgt und damit geringer als im Vorjahr ausfällt. Die höchste Geburtenzahl in Dresden nach 1945 wurde 1964 mit 7813 erreicht.

Mit Ausnahme von Klotzsche und Leuben haben alle Ortsamtsbereiche und Ortschaften eine Bevölkerungszunahme. Am höchsten war sie in den Ortsämterbereichen Neustadt, Pieschen und Plauen mit jeweils knapp 1,4 Prozent.

LE Mon. hist.
17.02.14, 09:37
Die BILD-Zeitung erklärt in der für das Blatt typischen Art und Weise, "in einem großen Report, wie sich Dresden in den nächsten fünf Jahren verändert":

BILD, 17.02.2014
Das bringt die Zukunft
Überall wird gebaut, die Einwohner-Zahl wächst stetig
http://www.bild.de/regional/dresden/wohnungswesen/ueberall-wird-gebaut-34708114.bild.html

Hier von besonderem Interesse sind die Themen Wohnen und Mieten.

Bei Wohnen wird zunächst auf die Zahl von aktuell knapp 300.000 Wohnungen verwiesen. Der neue Flächennutzungsplan der Stadt sieht eine mögliche Zunahme von bis zu 33 200 Wohnungen vor, von denen etwa ein Drittel in Einfamilienhäusern und zwei Drittel in Mehrfamilienhäusern (Bild: "Wohnblocks") entstehen sollen. Dafür sollen weitere 342 Hektar in der Stadt (479 Fußballfelder) zu Bauland erklärt werden. Jedoch sei die Stadtverwaltung der Ansicht, dass nur maximal die Hälfte der Fläche tatsächlich auch von Investoren bzw. Häuslebauern gebraucht wird. Baubürgermeister Jörn Marx: „Durch den Überhang wollen wir einen Preisanstieg durch zu hohe Nachfrage und zu wenig Land vermeiden.“

Bei den Mieten wird lapidar festgestellt, dass diese weiter steigen werden. BILD nennt die Durchschnitts-Kaltmiete laut „Mietspiegel“: 5,46 Euro/m². Sie unterscheidet sich jedoch stark nach Lagen: 3,52 Euro/m² in Prohlis, bis über 10 Euro/m² in Loschwitz. Der Trend zum Wohneigentum hält an, 2012 wurden für 440 Mio. Euro Gesamtumsatz Eigentumswohnungen und für 115 Mio. Euro Eigenheime gekauft.

Noch schneller als in Leipzig - wo die öffentliche Debatte über ein mögliches Gegensteuern nun langsam an Fahrt aufnimmt: http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?p=417454 - wird preisgünstiger Wohnraum in Dresden wird immer knapper. Allerdings wird Preissteigerung und Wohnraumknappheit im günstigen Segment in Dresden immer noch als Naturgesetz gehandelt, gegen das kaum angegangen werden kann. Als Grund für die Preissteigerung und als Ausblick "erklärt" Thomas Glodek, Sprecher des Immobilien-Spezialisten Aengevelt: „Wohnungsneubau rechnet sich unter 8 Euro/Quadratmeter Mietpreis für den Investor nicht. Da Dresden immer noch moderate Mieten für eine Großstadt hat, ist da noch viel Luft nach oben.“

LE Mon. hist.
17.02.14, 09:57
Äußerungen aus Dresden zur Debatte um die Mietpreisbremse:

MDR Info, 10.02.2014
Hörer machen Programm
Wie steht es um die Dresdner Mietpreisbremse?
http://www.mdr.de/mdr-info/hoereraktion/mietpreisbremse-dresden100.html

Der Dresdner Stadtrat hatte im September 2009 beschlossen, die Oberbürgermeisterin solle sich für eine Mietpreisbremse einsetzen. Die Fraktion B90/Grüne hatte dazu auch einen Gesetzesvorschlag in den Landtag eingebracht, da nach derzeitiger Gesetzeslage so etwas nur die Bundesländer für einzelne Städte oder Ballungsräume können. Der Antrag fand keine Mehrheit im Landtag.

Laut MDR sieht der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Dulig dies gelassen, obwohl er grundsätzlich Mietpreisbremsen befürwortet: "Aktuell sagen uns sowohl die Mieterverbände, als auch die Wohnungsgenossenschaften und die Wohnungsbaugesellschaften, dass es noch keine Problemlage gibt. Sicherlich gibt es auch Spannungsfelder, aber wir haben nach wie vor auch in den Ballungszentren einen Leerstand, der noch dazu beiträgt, die Mieten halbwegs im Griff zu halten." Dulig meinte weiter, in den nächsten fünf Jahren solle Sachsen eine Mietpreisbremse einführen.

Gegenteiliger Ansicht ist der Dresdner Mieterverein, der den Zeitpunkt als zu spät ansieht. Schon jetzt gebe es in einigen Segmenten Mangel, zum Beispiel bei großen, bezahlbaren Familienwohnungen.

Erwartensgemäß sprechen sich Baugewerbe und Vermieter gegen jegliche Regulierung aus. Christian Rietschel, von "Haus und Grund", dem Dresdner Verband privater Hauseigentümer: "Die Baupreise und die Bewirtschaftungspreise sind auch nicht gedeckelt. Wenn dann müsse man beides reglementieren, aber dann hätten wir Verhältnisse wie zu DDR-Zeiten." Möge jede_r selbst entscheiden, wie nachvollziehbar dieser Vergleich ist.

Interessant ist auch Christian Rietschel indirekte Kritik an der staatlichen Regulierung der Bestandsmieten. Wer seit Jahren in einer Wohnung lebt, an der auch nichts baulich geändert wurde, muss trotzdem Mieterhöhungen von bis zu 20 Prozent hinnehmen.
"Die 20 Prozent sind nur alle drei Jahre ausnutzbar. Aber die sind gleichzeitig noch gedeckelt, die Miete muss unterhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Da wird eigentlich nur derjenige bestraft, der mit seinem Mieterhöhungsverlangen zurückgeblieben ist. Der wird dann Mühe haben die ortsübliche Vergleichmiete in absehbarer Zeit zu erreichen."

LE Mon. hist.
18.02.14, 13:18
SZ, 18.02.2014
Dresden baut zu wenige Wohnungen
Im vergangenen Jahr wurden weniger Wohnungen neu gebaut als erhofft. Doch es gibt auch positive Zeichen.
http://www.sz-online.de/nachrichten/dresden-baut-zu-wenige-wohnungen-2777388.html

Nach der aktuellen städtischen Statistik sind von Januar bis einschließlich September 2013 378 neue Wohnungen fertiggestellt worden, zu etwa gleichen Teilen in Mehrfamilienhäusern und Eigenheimen. Die Zahlen für das letzte Quartal liegen noch nicht vor. Dennoch wird schon jetzt davon ausgangen, dass die Werte der beiden Vorjahren nicht erreicht werden können, 2011 und 2012 waren jeweils rund tausend neue Wohnungen errichtet worden. Baugenehmigungen wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 2013 für 1.431 neue Wohnungen erteilt. Im Bau waren im September rund 2.500 neue Wohnungen.

Die SZ unternimmt einen Überschlag: Die Zahl der Einwohner_innen ist 2013 um 5.088 auf 535.810 gestiegen. Da die durchschnittliche Haushaltsgröße in Dresden 1,9 Personen beträgt, müsste die Zahl der Haushalte um etwa 2.600 gestiegen sein. Dies ist dann mehr als die Zahl der neu gebauten Wohnungen. Entsprechend sind Leerstandsquote, die 2012 noch bei 8,2 Prozent lag. Genaue Angaben zu den Haushalts- und Leerstandszahlen sollen im März vorliegen.

Elli Kny
18.02.14, 17:10
na das ist ja wieder das übliche verwirrspiel (nicht deine verantwortung, lieber LE_Mon):

16.1.2014: Dresdner Wohnungsmarkt boomt
18.2.2014: Dresden baut zu wenige Wohnungen

was lernt man daraus?
die immowirtschaft tickt schneller als die verwaltung,
denn die zweite meldung kommt zu spät und müsste richtig lauten: "BAUTE" statt "baut".

und es gibt eine durchaus sprunghafte entwicklung: erst baute jahrelang niemand, nun wollen plötzlich viele gleichzeitig ran. ne gesunde entwicklung sieht anders aus und man sieht es an den vielen überstürzten billiglösungen allerorten. ich hoffe nur, dass der bau-berufsstand in DD nicht überfordert wird und doch noch etwas auf qualität achtet. derzeit wirkt das meiste einfach zu lieblos und banal. ausser ein paar musterstädten oder metropoligen zentrenlagen ist dies allerdings ein gesamtdeutsches problem.

ganz deutlich wird es in dresden auch bei all den kita- und schulinvestitionen, wo es hauptsächlich nur um die schnellstmögliche bedarfsabdeckung von raumvolumina geht.

ich habe oft den eindruck, dass zu wenig "gute investoren" mit qualitätsanspruch am werke sind - ggü einer überbordenden masse an renditeorientierten ohne klasse. dresden hat im inneren die besonderheit, dass dort keine anschaubare altbausubstanz zur sanierung drängt, zudem die vorgabe der parzelle oft nicht mehr existiert, sodass ein jeder bauherr selbst die mühe hat, erst etwas ansehnlich-neues erschaffen zu müssen und den passenden maßstab ohne orientierung zu finden. meist ist man sich dieser verantwortung nicht bewußt und sieht auch diese aufgabenstellung nicht. vielleicht sorgt der anziehende bauboom sowie steigende preise für ein allgemein etwas höheres gestaltungsniveau. von einer echten stadtreparatur - gar einer strategisch gelenkten - ist dresden noch meilenweit entfernt.

Christian84DD
18.02.14, 22:57
ich kann dir nur zustimmen. die bauqulität nimmt nicht nur in DD ab sondern allgemein, in Dresden fällt es nur gerade sehr auf da hier wirklich einiges gebaut wird. Und leider viel belangloses, hingewürfelte weiße Tristess. Du hast Recht zum einen sind es die renditeorientierten Investoren welche "gute" Architektur verhindern zum anderen finde ich aber auch die Stadt selbst da hier zu wenig Leute an wichtigen Positionen sitzen welche auch eine richtige Entwicklungsstrategie für Dresden versuchen zu entwickeln. Man bekommt manchmal das Gefühl die Stadt verkauft alles was man ihr abkaufen will und das ohne Bedingungen wie weiter damit zu verfahren wäre bzw. ohne Nachhaltigkeit für die Stadtentwicklung. Bestes Beispiel ist der Globus Markt. Hier würde die Stadt schnell Geld einnehmen und die Entwicklung dieses großen Areals einfach an den Investor übergeben. Das Anwohner, Stadtteilräte und ansässige Händler schon seit Monaten dagegen versuchen anzukäpfen und sogar Fachgutachten das Projekt eher in Frage stellen als Befürworten scheint aber die Stadtverwaltung nur bedingt zu interresieren. Demokratie schön und gut aber mehr zu zählen scheint die Redite von "Globus".

Elli Kny
19.02.14, 00:46
ums nochmal etwas zu präzisieren:
die bauquali nimmt eigentlich nicht weiter ab, wie auch. erst bei nun ansteigender baumasse tauchen auch eine reihe angenehmerer projekte auf. das gesamtbild ist durchwachsen und das problem liegt oft auch in der falschen platzwahl von an sich ordentlichen bauten (zB HTW-fahrzeugzentrum schnoorstrasse). richtig ist: unsere verwaltung hat große schwächen, hat aber durchaus auch viele gute leute. die werden nur durch die politisch-spezielle gemengelage hier in schach gehalten, überall funken fachfremde stadträte oder landesregenten dazwischen und natürlich herrscht im amt eine eher träge stimmung. gerade bei globus steht aber mE fast die gesamte verwaltung dagegen, es sind immer nur einzelne obrigkeiten, die interessegeleitet etwas durchboxen wollen. und was das ausreichen von auflagen an investoren angeht, muss man die begrenztheit der heutigen gesetzgebung und instrumentarien beachten sowie die schwache verhandlungsposition speziell in ostdeutschland. sehr oft versucht die verwaltung bessere lösungen den investoren abzuringen, allein die meisten können und wollen nicht, oder wenns wichtig wird, wird den sachbearbeitern von oben ein maulkorb verpasst. einige in der verwaltung sind auch bei verhandlungen mit investoren menschlich überfordert, da kommts dann drauf an wer grad am start ist, aber rechtlich kann gestalterisch nur wenig aufgezwungen werden. daher spreche ich von vornherein von sog. "guten investoren", denn die braucht man gar nicht erst groß zu korrigieren.

in dresdens innenbereich fehlt oft die vergleichende bausubstanz, sonst hätten wir auch noch mehr oder weniger hochwertige sanierungen en masse. so können wir kaum bestandsschutzregelungen ausnutzen. das baugesetzbuch sowie der reigen an vorschriften lässt eigentlich keine neuerrichtung einer dichten europäischen stadtstruktur mehr zu, die aber dresden als stadtreparatur dringend bräuchte. unser dahingehendes stadtentwicklungskonzept (insek) ist damit makulatur. dresden bräuchte eine sonderbaugesetz-regelung, wie andere kriegs- und nachkriegsentstellte städte auch. doch das ist völlig weg vom schirm. das alles ist aber ein riesenthema, welches hier kaum zu reflektieren ist. daher nur kurz: die politik und deren zustände sind oftmals die ursache negativer entwicklungen, selten die verwaltung. unter "die stadt" wird oft die verwaltung kritisiert, wo doch immer "der stadtrat" oder politische/parteiliche querelen ne rolle spielen. auch das ist aber ein gesamtdeutsches problem.

Dunkel_Ich
19.02.14, 02:06
^zum Beitrag #12 von dir Elli hätte ich dir noch meine volle Zustimmung aussprechen können. Die "Speerspitze" der Verwaltung in Dresden ist allerdings von mir nicht in den Schutz zu nehmen, im Gegenteil. Der Stadtrat musste schon des Öfteren (oftmals sind es die Grünen) als Feuerwehr fungieren, um die Wogen zwischen den Plänen (aus dem Stadtplanungsamt) und dem Bürger zu glätten. Weil es so schön ist, sei hier als kleine beispielhafte Geschichte nur der von der Verwaltung geplante Abriss der Gründerzeithäuser an Schweriner und Roßthaler Str. in der Friedrichstadt zu nennen, die durch Antrag aus dem Stadtrat vor selbigem gerettet werden konnten und heute im neuen Glanz erstrahlen.

Elli Kny
28.02.14, 00:16
Bauboom kommt

etwas grundsätzlicher berichtete die SäZ gestern vom anstehenden bauboom in dresden.

der baubürgermeister teilt mit, dass genügend bauflächen zur verfügung stehen und man damit v.a. familien im stadtgebiet halten möchte. der mittelfristige bedarf an ein- und zweifamilienhäusern von 6000 stück sei gedeckt, in planung sind sogar flächen für etwa 12600 häusel. als aktuelles beispielprojekt wird die neubausiedlung auf dem bramschkontor in friedrichstadt erwähnt.

viel wichtiger ist aber der trend zum geschossbau: nach einem jahrzehnt der flaute werden wieder verstärkt mehrfamilienhäuser errichtet und es gäbe reges interesse daran. im frühjahr soll der bau gleich mehrerer größerer projekte starten: 240 wohnungen am wiener platz, 190 am herzogin garten teil 1 sowie weitere 100 im teil 2 ab herbst und letztlich 170 wohnungen an der wallstrasse. für 150 bis 200 wohneinheiten sind flächen entlang der schäferstrasse (nordseite) baureif sowie über 300 auf zunächst drei hektar in der sog. lingnerstadt am ex-robotronareal.

der BauBM geht bis 2016 von 1300 fertiggestellten wohnungen in der innenstadt und von bis zu 3500 WE im restlichen stadtgebiet aus. in 10 jahren sollen über 21000 einwohner zusätzlich in dresden leben - dann knapp 560000. die stadtverwaltung sieht für dieses jahrzehnt flächenpotentiale für 3800 wohneinheiten in baulücken und auf brachen, also auf kleineren flächen, wobei der tatsächliche bedarf auf ca. 2700 WE geschätzt wird. auf den größeren entwicklungsflächen sind sogar 16700 WE möglich, wobei hier der bedarf auf 3500 WE geschätzt wird. insgesamt übersteigt das flächenpotential im bereich EFHs etwa das doppelte des bedarfs, bei mehrfamilienhäusern sogar ums 3fache.
für studenten sind derzeit knapp 500 WE an 10 standorten beantragt, so der BauBM.

die wenigsten flächen sind in kommunalem eigentum. städtischer grund wird im verkaufsfall immer noch meistbietend abgetreten. sozialer wohnbau existiert derzeit nicht. die meisten projekte bedienen derzeit den wohneigentumsmarkt: für dresden mit einer wohneigentumsquote von 14,7% (bundesdurchschnitt 41%) rechnet die immo-branche mit wachsender nachfrage, die stadt gilt als attraktiver B-standort für wohnbauten.

Elli Kny
28.02.14, 15:26
Bauboom - aber nur für Betuchte

Heute legt selbige Zeitung nach und listet Großprojekte/Flächenpotentiale des
restlichen Stadtgebietes auf:

Zentralwerk Riesaer Straße: 20 Wohnungen und 49 Ateliers bzw. Läden

Hubertusstraße in Pieschen: 20 Reihenhäuser

Am Wasserturm in Klotzsche: 152 Wohnungen auf 12 ha Fläche

LSS Kaditz-Mickten: auf 22 Hektar können 2.000 Wohnungen entstehen.

Markusareal in Pieschen: 90 Wohnungen auf 3,2 Hektar (ab 2016)

Boltenhagener Straße in Klotzsche: 40 Eigenheime auf 3,3 Hektar

An der Heide in Langebrück: 60 Eigenheime auf 6,6 Hektar

Lahmann-Sanatorium, Weißer Hirsch: 86 Wohnungen und 14 Reihenhäuser

Hepkestraße in Gruna: 190 Wohnungen auf 2,6 Hektar (=Pegasus 2.BA)

Kleinzschachwitzer Ufer: 140 Wohnungen, davon 18 Einfamilienhäuser

Leubnitz-Neuostra: 150 Eigenheime

Bergstr. in Blasewitz: 50 Wohnungen

Auswahl, Quelle: Landeshauptstadt Dresden


laut BauBM gibts derzeit Planungen für insg. 26 Wohnbauprojekte ausserhalb der Innenstadtzone, wobei oben die größeren aufgelistet sind.
dennoch wird kritisiert, dass tatsächlich immer noch weniger Wohnraum gebaut wird als die wachsende Stadt benötigen würde. für den wohnungsmarkt für einkommensschwache tut die stadt noch nichts, auch steht der stadtratsbeschluss zur förderung von baugemeinschaften noch immer aus. durch letzteren sollen städt. liegenschaften preisreduziert an lokale baugruppen abgegeben werden dürfen, wenn das konzept stimme.

LE Mon. hist.
01.03.14, 08:25
Die BILD, 28.02.2014, schreibt:

Grüne und Linke einig
Dresden soll neue Woba bekommen
http://www.bild.de/regional/dresden/wohnen/dresden-soll-neue-woba-bekommen-34878832.bild.html

Laut dem Blatt "wird die Wohnungsmisere ein politisches Thema." Als ein Lösungsansatz setzen sich die beiden Stadtratsfraktionen für "ein Comeback der Woba" ein, "streiten (noch) über die Wege". Die Grünen schlagen vor, dass die Stadt-Baufirma Stesad neue Wohnungen bauen soll. Sie verfügt bereits über ca. 300 Wohnungen. Grünen-Chef Thomas Löser (41): „Die Stadt besitzt eigene Grundstücke, kann preiswert darauf bauen.“ Experten sollen nun in den Wohnvierteln den Bedarf prüfen.

Anders der Plan von Linken-Chef André Schollbach (35): „Wir wollen eine neue Woba gründen, dafür möglichst billige Kredite aufnehmen.“ Daher sammelt die Partei wieder Unterschriften für ihr Bürgerbegehren, das seit dem Vorjahr läuft: http://www.wohn-begehren.de/

Die Grünen hoffen nun auf die Unterstützung ihres Vorhabens im Stadtrat durch die Linken. Löser zu BILD: „Unser Ziel ist gleich. Gerne werbe ich bei den Linken für unseren Antrag.“

Da der Antrag auch allgemein für die Situation in Dresden von Interesse ist, sei er hier im vollen Wortlaut gebracht:

Name: A0785/13
Art: Antrag Bündnis 90/Die Grünen
Datum: 25.10.2013
http://ratsinfo.dresden.de/vo0050.php?__kvonr=7776&voselect=3365


Wohnungssituation in Dresden analysieren -
langfristig kommunales Wohnungsvermögen durch Stesad GmbH aufbauen!

Beschlussvorschlag:
Der Stadtrat möge beschließen:
1. Der Stadtrat bekennt sich zu dem Ziel, langfristig kommunales Wohnungsvermögen durch die Stesad GmbH aufzubauen.
2. Die Oberbürgermeisterin wird beauftragt, zwei Forschungsinstitute mit der Erstellung einer Analyse der Wohnsituation für die Stadt Dresden mit besonderer Berücksichtigung des Bedarfs an sozialem Wohnraum (Wohnraum für besondere Bedarfsgruppen – Belegungsrechte/Familien/altersgerecht/niedrige Einkommen) zu beauftragen. Dabei sind sowohl der aktuelle Bedarf an Wohnungen für die genannten Bedarfslagen zu ermitteln als auch eine Prognose für die künftige Entwicklung abzuschätzen sowie Handlungsansätze und denkbare Mitwirkungsleistungen durch die Stesad GmbH als städtische Tochtergesellschaft aufzuzeigen. Der Prognosehorizont soll einen Zeitraum von 15 Jahren umfassen. Die bereits geleisteten Vorarbeiten der Geschäftsbereiche Stadtentwicklung und Soziales sind zu berücksichtigen. Die Ergebnisse sind im Rahmen einer Anhörung nach Gemeindeordnung mit den beiden Gutachtern, Akteuren des Dresdner Wohnungsmarktes, Stadtverwaltung, Stesad und Politik vorzustellen und öffentlich zu diskutieren. Die Kosten sind im Rahmen der Haushalt-Überschüsse aus dem Jahr 2012 bereitzustellen. Eine entsprechende Vorlage ist dem Stadtrat bis zum 31. Dezember 2013 vorzulegen.

Begründung:

Die Landeshauptstadt Dresden ist Zuzugsort und Geburtenhauptstadt.

In den strategischen Zielen der Oberbürgermeisterin von „Dresden 2025 - lebenswerte Stadt“ heißt es:
- Die Stadt muss bei Wohnungsangeboten und wohnungsbezogener Infrastruktur alle Bevölkerungsgruppen und sozialen Schichten im Auge haben.
- Für die Unterschiedlichkeit von Lebensstilen sind ausreichend vielfältige Angebote zu ermöglichen. Dies gilt für unterschiedliche Wohnformen gleichermaßen wie städtebauliche und funktionale Aspekte.

Diese Ziele erfordern ein aktives Agieren der Kommune im Bereich Wohnen und Stadtentwicklung.
Aktuelle Prognosen sagen einen weiteren Anstieg der Bevölkerung um etwa 30.000 BürgerInnen in den nächsten Jahren voraus. Die Stadt muss, um Wohnungsmangel vorzubeugen und einer Mietpreisspirale entgegen zu wirken, jetzt aktiv handeln.
Der Bevölkerungsanstieg, Veränderungen in der Struktur der Haushalte (mehr Singlehaushalte) sowie eine absolut älter werdende Bevölkerung wirken sich unmittelbar auf die Bedarfssituation aus. Ein großer Teil dieser Bedarfe an entsprechendem Wohnraum kann durch den Wohnungsmarkt abgedeckt werden. Bestimmten Bedarfslagen jedoch wird das Angebot auf dem freien Wohnungsmarkt langfristig nicht gerecht. Beispielsweise betrifft das Wohnungen im Niedrigpreissektor, sowie alters- und familiengerechte Wohnungen, barrierefreies Wohnen sowie Wohnungen für AsylbewerberInnen. Bezüglich der Wohnsituation von Menschen mit Behinderungen wird auf die Studie „ Alten- und behindertengerechtes Wohnen in Dresden“ verwiesen (Anlage 1).

Eine gute Immobilienmarktlage und aktiver Wohnungsbau sichern die Erfüllung des Anspruchs, bezahlbares Wohnen für alle zu ermöglichen, nicht ab. Ein insgesamt ansteigendes Mietniveau bedeutet zudem für den Haushalt der Kommune im Hinblick auf KdU ein Risiko.

Steigen die Mieten, wird der Haushalt der Kommune belastet. Die im Jahr 2026 auslaufenden Belegungsrechte bei der Gagfah ergeben perspektivisch ebenfalls einen Handlungsbedarf.

Es gab in der Vergangenheit bereits eine Vielzahl von Stadtratsbeschlüssen zur Erarbeitung eines Wohnkonzeptes. Diese wurden bislang nicht erfüllt. Es ist jedoch dringend erforderlich – der Flächennutzungsplan weist in der Begründung deutlich darauf hin, notwendige Schritte zu unternehmen (siehe Flächennutzungsplan Kapitel 7.2. Bevölkerungsentwicklung).

Um der Verantwortung als Kommune für das Thema Wohnen nachhaltig und sachgerecht nachzukommen, bedarf es eines schrittweisen Vorgehens. Der erste notwendige Schritt besteht in einer genauen Analyse der derzeitigen Situation, des tatsächlichen Bedarfs und sowie der Erstellung einer entsprechenden Prognose durch mindestens zwei Gutachter. Verschiedene Forschungsinstitute mit verschiedenen Ausrichtungen können auf gleicher Datenlage zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen kommen (vergleiche Wohnbericht Dresden 2011 und Pestel-Studie – Anlage 2 und 3). Durch die Beauftragung zweier Gutachten, die auf der gleichen Datengrundlage fußen, können diese Ergebnisse gegenübergestellt, diskutiert und so eine sachdienliche Debatte geführt werden.
Dresden hat in der Stesad GmbH eine städtische Tochter, die bereits Erfahrungen im Bereich Wohnen, Wohnungsverwaltung und Stadtentwicklung hat und mehrfach ihre Handlungs- und Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen konnte. Deshalb sollte im Rahmen der Gutachten intensiv geprüft werden, ob und welche möglichen Mitwirkungsleistungen von der Stesad GmbH im Bereich des kommunalen Wohnungsbaus und der kommunalen Wohnungsverwaltung erbracht werden können.

Thomas Löser
Fraktionsvorsitzender

Anlagenverzeichnis:
Anlage 1: Alten- und behindertengerechtes Wohnen in Dresden - Abschlussbericht
Anlage 2: Bedarf an Sozialwohnungen in Deutschland – Studie des Pestel-Instituts
Anlage 3: Wohnungsmarktbericht 2011
(Aufgrund ihres Umfanges sind die Anlagen 1 bis 3 im Ratsinformationssystem einsehbar.)

LE Mon. hist.
25.03.14, 14:12
Die SZ berichtet ausführlicher über die Debatte um das Wohnkonzept von Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) und die von der Linken einberufene Aktuelle Stunde.

Sächsische Zeitung, 25.03.2014
Wie die Dresdner zu bezahlbaren Mieten kommen
http://www.sz-online.de/nachrichten/wie-die-dresdner-zu-bezahlbaren-mieten-kommen-2803478.html

Auf Antrag der Fraktion DIE LINKEN wird am Donnerstag, den 27. März 2014, um 16:00 Uhr im Kulturrathaus (Königstraße 15) zu Beginn der Stadtratssitzung eine aktuelle Stunde des Dresdner Stadtrates zum Thema "Soziale Sicherheit gewährleisten: Wohnen muss bezahlbar bleiben" stattfinden. Hintergrund sind steigende Mieten sowie eine deutliche Verknappung des Wohnungsangebotes in Dresden.

Als Schwerpunkte der Aktuellen Stunde wurden von der Fraktion benannt:
• gegenwärtige Situation des Wohnungsmarktes in der Landeshauptstadt Dresden
• Mietentwicklung in der Landeshauptstadt Dresden
• Bedarf an Wohnungsneubau in der Landeshauptstadt Dresden
• barrierefreies Wohnen
• Antrag A0835/14 der Fraktion Die LINKE zum Gegenstand „Neue Wohnungspolitik
in einer wachsenden Stadt“

Das nach langem Vorlauf veröffentlichte Wohnkonzept von Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) sieht vor, dass in erster Linie Investoren in den kommenden Jahren in Dresden bis zu 12.600 Eigenheime und 20.500 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern errichten. Laut dem Fraktionsvorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Dresdner Stadtrat, André Schollbach, sei das Ergebnis der zweieinhalb Jahre dauernden Erarbeitung des Konzeptes jedoch dürftig. Es regele in Wahrheit nichts. „Steigende Mieten und ein deutlich gesunkenes Wohnungsangebot sind in Dresden inzwischen für viele Menschen ein erhebliches Problem. Vor allem jene, die gerade auf Wohnungssuche sind, spüren diese Entwicklung. Wenn wir in Dresden nicht Münchner, Hamburger oder Berliner Verhältnisse haben wollen, muss den problematischen Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt endlich wirksam gegengesteuert werden.“

Mit der Kritik am dem Wohnkonzept steht die LINKE nicht alleine. Es war bereits in der ersten Lesung im Sozialausschuss durchgefallen. Auch die Grünen kritisieren, dass es in sozialer Hinsicht völlig unzureichend sei. Sie schlagen dem Stadtrat vor, dass die Wohnungssituation für die nächsten fünfzehn Jahre durch zwei Forschungsinstitute analysiert werden soll, vobei es um Wohnungsangebote für alle Bevölkerungsgruppen und sozialen Schichten gehen solle. Außerdem hatten, wie oben beschrieben, die Grünen angeregt, dass die Stadt langfristig wieder kommunales Wohneigentum aufbauen solle. Diese Aufgabe könne die Stadttochter Stesad übernehmen.

Am 7.3. hatte die Linkspartei bereits eine Pressemitteilung versand, in der das Wohnkonzept mit deutlichen Worten kritisiert wird.

http://portal.dielinke-in-sachsen.de/dokumente/2014_03_07_DIELINKE.pdf



Alles in Ordnung beim Thema Wohnen!? LINKE kritisiert Wohnkonzept der Stadtverwaltung

Nach 28 Monaten Bearbeitungszeit reichte die Stadtverwaltung nun ein niveau- und hilfloses Konzept zur Beschlussfassung an den Stadtrat aus. Dazu erklärt LINKE-Stadtrat Hans-Jürgen Muskulus, Mitglied des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Wohnen:

"Wieder einmal bekommen alle Dresdnerinnen und Dresdner durch CDU und FDP angesichts der gegenwärtig drastisch steigenden Mietpreise den Glauben an die Allmacht des Marktes vorgehalten: Der Markt wird es schon richten. So wird im Wohnkonzept zwar festgestellt, dass es eine erfreuliche Nachfragesituation auf dem Wohnungsmarkt gibt - erfreulich für wen eigentlich - und dass inzwischen sogar Engpässe entstanden sind, doch die Lösungsvorschläge sind von nahezu kindlichem Gemüt. Lediglich mehr Bauflächen für Investoren sollen ausgewiesen und ein bestehendes altes Förderprogramm für altengerechten Wohnungsumbau fortgesetzt werden. Das war es auch schon. Keine Förderung und Unterstützung eines sozialen Wohnungsbaus, keinerlei Vorschläge für eine Mietpreisbindung bzw. Deckelungen, keinerlei Vorschläge für die Begrenzung der Mietnebenkosten oder gar neue Wege zum bezahlbaren Wohnraum für Haushalte mit geringen Einkommen.
Geradezu naiv ist der Vorschlag mit Investoren, die mehr als 50 Wohnungen bauen wollen, darüber zu verhandeln, dass diese freiwillig auf 5% der Wohnfläche eine Nettokaltmiete unter 7 EURO anbieten sollen ohne dass sie von der Stadt irgendeine Gegenleistung dafür bekommen.
Die Landeshauptstadt Dresden hat bedingt durch das Fehlen eigener geeigneter kommunaler Grundstücke verursacht auch durch den WOBA - Verkauf aber nur die Möglichkeit mit privaten Investoren über eine Sozialbauverpflichtung zu verhandeln.
Dabei wird die Stadt offensichtlich gänzlich allein gelassen, denn auch das in dieser Woche ebenfalls vorgelegte wohnungspolitische Konzept des Freistaats sieht keinerlei Mittel für einen sozialen Wohnungsbau vor. Die durch die Stadt jährliche eingeplanten 130.000 Euro für barrierefreies Bauen decken den bedarf bei weitem nicht ab. Die Bereitstellung von jährlich zwei kommunalen Grundstücken für Baugemeinschaften stellt auch keine adäquate Antwort auf die sich entwickelnden Bautrends in einer Großstadt dar. Um das studentische Wohnen soll sich der Freistaat kümmern, denn dieser weist Flächen im Rahmenplan der Entwicklung von Uni und Hochschule aus. Die besondere Unterstützung junger Familien soll darin bestehen, dass sie selbst Bauen sollen. Insgesamt bleibt es beim Nichtstun, weil, so die Mitteilung des Stadtverwaltung, 'Damit ist das zentrale wohnungspolitische Ziel der Landeshauptstadt Dresden der vergangenen 15 Jahre, die Schaffung eines gesunden und wirtschaftlich auskömmlichen Wohnungsmarktes, erreicht worden.'"

f.d.R.: Max Kretzschmar
Referent für Öffentlichkeitsarbeit

Elli Kny
26.03.14, 00:06
soviel berichterstattetes pateiengelaber hilft hier nicht weiter, derzeit ist heißer wahlkampf und jeder übertrumpft sich mit vorschlägen. erst nach der wahl wird es spannend. dabei ist eine neue woba dennoch nicht in sichtweite. die fraktionen sind derart verfeindet, dass stadtratsbeschlüsse oft nicht umgesetzt werden, solange der cdu-arm in die verwaltung reicht. auch das "wohnkonzept" ist eigentlich keines "der verwaltung" sondern dass was herr bauBM marx anordnete und durchgehen ließ. es war klar, dass der fordernden gegenseite nur sinnloser murx vorgelegt wird.
eine mehrheit nach der wahl könnte zwar eine neue woba beschließen, allerdings gibts das selbst auferlegte schuldenverbot und die kassen sind die nächste legislatur hindurch bereits verplant und damit leer. schulen, kitas, kulturbauten und bestandssicherungen zehren mehr als die geplanten haushalte auf, auch große unwägbarkeiten drohen. daher ist es verständlich, zunächst erstmal mehr bauflächen zur verfügung zu stellen, allerdings ist fraglich wie das fern städtischen eigentums gehen soll. der stadt gehört fast nix relevantes mehr für den wohnungsbau. überall sitzen spekulierende eigentümer, zerstrittene erbengemeinschaften, unsolvente oder bauunwillige eigner und dergleichen auf einem gigantischen grundstücksportfolio und lassen partout keine einflussnahme zu. hierbei wären wir beim eigentlichen manko: die verwaltung betreibt keinerlei flächenmanagement, was aber dringend nötig wäre. auch dafür darf sie kein kredit aufnehmen, um im nullsummenspiel flächen an bauträger weiterzureichen. grundproblem ist fehlendes bewußtsein und politischer unwille dafür. ich bin schon gespannt wie marx sein zeug zustande bringen will. die unmenge an einfamilienhäusern torpediert zudem die großen ziele der stadtentwicklung. alles in allem eine weitgehend hausgemachte multikompliziertheit, die erst nach der wahl zur lösung ansteht. dann muss es auch um änderungen in der liegenschaftspolitik gehen.
zunächst könnte es mE unter dem dach der stesad zu einer zusammenführung kommunaler restbestände kommen, mit der perspektive kleinerer überführungen von gebäuden in deren dann so genannten "woba"-bestand. kreditaufnahmen für ein flächenmanagement ließen sich möglicherweise auch über die stesad abwickeln, sofern diese firma als stadt-externes unternehmen fungiert. dresden hat schulden - allerdings in externen tochterunternehmen. das geht und macht das schuldenverbot im prinzip wirkungslos.
eine vollwertige neue woba ist ferne zukunftsmusik - zumindest noch - und hängt vom marktzustand dann in einigen jahren ab. nach wie vor geht man auch für dresden ab 2025 von schrumpfungsszenarien aus, denn der demografische wandel schlägt erst noch richtig zu und führt auf dem markt zu entspannung. auch wäre interessant, wie das große innerstädtische flächenpotential der nachkriegsvorstädte im besitz der wohnungsgesellschaften aktiviert werden könnte, denn dort ist die stadtreparatur nach wie vor drängend. jetzt kommts aber zunächst darauf an, diese dresdner parteienscharmützel zu überwinden, das reinregieren durch die freistaatsebene zu unterbinden und endlich konstruktiv für die stadt zu arbeiten - dann gibts auch keine unlösbaren probleme.

LE Mon. hist.
28.03.14, 06:36
Gestern fand nun also die Stadtratssitzung mit der vorgeschalteten "Aktuellen Stunde" statt:

SZ, 28.03.2014
Stadt soll neue Wohnungen bauen
Der Stadtrat verdonnert Oberbürgermeisterin Helma Orosz zum Nacharbeiten am Wohnkonzept und will kostengünstigen Wohnraum.
http://www.sz-online.de/nachrichten/stadt-soll-neue-wohnungen-bauen-2806403.html

Die Fraktionen der CDU und FDP waren wie zu erwarten gegen die Anträge der Grünen und Linken. Sie wollen es dem Markt überlassen, Dresdens Wohnungsproblem zu lösen. CDU-Stadtrat Peter Krüger forderte: „Bauen, aber durch private Investoren.“

Das Abstimmungsprocedere war eher chaotisch und die SZ behauptet, dass die Grünen selbst nicht mehr durchblickten. Der Grünen-Antrag. demzufolge die städtische Stesad ihren Wohnungsbestand erhalten und langfristig neuen günstigen Wohnraum aufbauen soll, wurde zunächst abgelehnt. Daraufhin übernahm die Fraktion DIE LINKE einen Punkt zur Stesad in ihren Antrag, der eine Mehrheit erhielt.

Die Fraktion kritisierte erneut das Wohnkonzept der Stadt. Linke-Stadträtin Kris Kaufmann: „Das Konzept ist das Papier nicht wert, auf dem es steht.“ Mit einem weiteren Antragstext setzten sie durch, dass die Oberbürgermeisterin Orosz (CDU) ihr Papier nun „qualifizieren“ muss.

Elli Kny
01.04.14, 07:19
Neue Leitlinien der Stadtgestaltung

nachdem in den letzten jahren wiederholt kritik an einzelarchitekturen sowie platzgestaltungen aufkam, und parteien derzeit das thema zunehmend ins programm aufnehmen, prescht nun die oberbürgermeisterin (nicht von der "connewitzer dorf union") vor und möchte vor allem den Grünen wahltaktisch wind aus den hier dick aufgeplusterten segeln nehmen.

dazu ordnete die OB direkt am umstrittensten corpus delicti - dem postplatz - eine "sofort-belebung" des platzes an. als erster baustein wurde ein neuer großzügiger fontainenbogen eingeweiht, der auch die torsituation als zugang zur "altstadt" formatvoller aufzeigen soll. am freien ende trifft die fontaine offen als "bürgerdusche" auf den boden und fließt wieder großflächig gesammelt in den wasserkreislauf zurück. das soll reinigungsaufwand reduzieren, ist gut fürs stadtklima (luftfeuchte, staubbindung, abkühlung), macht mindestens ein freibad in zukunft überflüssig und führt endlich die grundform des bogens zurück in die neugestaltung des stadtzentrums.
http://abload.de/img/postplatzfontainewruy1.jpg

der kran hinten rechts demontiert bereits den alten "Wasserbügel". um den rückbau juristisch über die noch 1,5 jahre andauernde umbausperre (wegen fördermitteln) am postplatz zu bringen, wird angegeben: der "bügel" sei kaputt und kann nicht mehr vor ort repariert werden.
http://abload.de/img/postplatzfontaine3xuqe.jpg

am postplatz findet aktuell eine kleine "anstich"-zeremonie statt, ein paar buden wurden aufgebaut. nach ersten wortmeldungen kommt die strategie der OB bei den bürgern gut an, jedoch schränkte das stadtoberhaupt gleichsam ein, dass die gern angestrebten weiteren bauabschnitte leider vom wahlergebnis abhängen und nur proporz-proportional umgesetzt werden können. bei erfolg soll am wahlabend erstmalig freibier aus der fontaine sprudeln.

Bau-Lcfr
01.04.14, 09:17
keinerlei Vorschläge für die Begrenzung der Mietnebenkosten

Die Vorschläge sind einfach: Wasser sparen, möglichst wenig heizen - Beides kann nur der Mieter, einzig er reguliert das. Sollte die Stadtverwaltung den Mietern vorschreiben, wieviel Wasser sie verbrauchen dürfen? Wenn der Grenzwert überschritten wird, soll das Wasser etwa abgestellt werden?

Dass etwa die weltweiten (steigenden) Energiepreise von der Stadt nicht kontrolliert werden können, müsste der SED-Nachfolgepartei bekannt sein. Und überhaupt - diese hatte einige Jahrzehnte Zeit, die ach so tollen Ansätze auszuprobieren - hätten die was getaugt, wäre die DDR heute ein florierendes Land und die BRD zusammengebrochen. Soweit ich mich erinnere, es war genau umgekehrt - und ich erinnere mich gut, da ich den Sozialismus zeitweise selbst erleiden musste.

Elli Kny
04.04.14, 23:55
Zahlen & Fakten zum Dresdner Wohnungsmarkt

Quelle: Rahmenkonzept Wohnen der Stadt

■ zum 31. Dezember 2013 hatte Dresden 535 810 Einwohner; 2025 werden es 557 000 sein; bis 2018 wird Dresden jährlich um 3800 Personen pro Jahr wachsen, dann schwächt sich das Wachstum auf rund 1200 Einwohner pro Jahr ab, heißt es in der Bevölkerungsprognose
■ das Stadtplanungsamt sieht ein Flächenpotenzial für 12 600 Eigenheime und 20 500 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern
■ 2000 gab es noch rund 60 000 leerstehende Wohnungen in Dresden; bis 2012 ist der Bestand auf einen Wert knapp über 20 000 gesunken; die Leerstandsquote lag bei 7,6 Prozent, nach Abzug der nicht marktfähigen Wohnungen bei 5,9 Prozent
■ seit 2002 wurden 8617 Wohnungen abgerissen, das entspricht 2,9 Prozent des Wohnungsbestandes
■ 2011 entstanden 668 neue Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, 2012 waren es 487, 2013 493; in Eigenheimen entstanden 2012 450 neue Wohneinheiten
■ 2002 lag die Durchschnittskaltmiete bei 4,75 Euro; 2012 schon bei 5,58 Euro, das ist eine Steigerung von 14,7 Prozent
■ bis 2025 werden 13 000 neue Wohnungen benötigt; laut Prognose müssen bis 2015 jeweils 440 Wohnungen in Eigenheimen und 360 in Mehrfamilienhäusern errichtet werden; von 2015 bis 2020 steigt der Neubaubedarf auf 480 Einheiten in Eigenheimen und 430 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern; von 2021 liegt der Bedarf bei 360 in Eigenheimen und 540 in Mehrfamilienhäusern; das Verhältnis von Angebot und Nachfrage ist laut Stadt mehr als gedeckt.


ausserdem ließ der baubürgermeister verlauten: es "werden bis zum jahr 2016 rund 4800 wohneinheiten entstehen - davon 1300 in der innenstadt". er sieht die stadt "auf einem guten weg" und es seien "ausreichend flächen für mehrfamilienhäuser und eigenheime vorhanden". das ist natürlich alles mit vorsicht zu genießen, daneben ist wahlkampf. aber zumindest bis ende 2016 könnte einiges tatsächlich entstanden sein.

LE Mon. hist.
05.04.14, 23:24
Ergänzend einige Angaben zum Konzept aus

DNN-Online, 04.04.2014
Bauwirtschaft und Immobilien
Bauboom in Dresden: Jedes Jahr sollen 2000 neue Wohnungen entstehen
http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/wirtschaft/detail/-/specific/Bauboom-in-Dresden-Jedes-Jahr-sollen-2000-neue-Wohnungen-entstehen-3126821013

Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) verwies bei den Mehrfamilienhäusern in der Innenstadt auf Vorhaben wie das „Wiener Loch“, An der Herzogin Garten oder die Wallstraße sowie in der Friedrichstadt auf das Gelände des ehemaligen Ostravorwerks, an der Schäferstraße/Weißeritzstraße und in Striesen. Neue Eigenheimstandorte sollen unter anderem in Langebrück, Klotzsche, Leubnitz-Neuostra und Nickern entstehen.

Neben Wohnungen und Eigenheimen für Familien sollen an zehn Standorten 486 Wohneinheiten für Student_innen entstehen. Konkret seien an der Bautzner Straße, der Pfotenhauerstraße, der Vorwerkstraße oder an der Schweriner Straße Neubauten mit bis zu 83 Wohneinheiten geplant.

Komplettiert wird diese Zusammenfassung durch einen bebilderten Artikel u.a. in der

OAZ-Online, 04.04.2014
Bauwirtschaft und Immobilien
In Dresden wird gebaut: Wir stellen einige Projekte vor
http://www.oaz-online.de/web/oaz/wirtschaft/detail/-/specific/In-Dresden-wird-gebaut-Wir-stellen-einige-Projekte-vor-1249480986

Dieser wird eingeleitet mit einem Zitat des FDP-Stadtrat Frank Kroschinsky. Das Gespenst einer Wohnungsnot in Dresden müsse herumgeführt werden, denn von allein laufen könne es nicht. Die beste Mietpreisbremse sei keine vom Staat verordnete, sondern: „Bauen, bauen, bauen“.

Prager Straße im „Wiener Loch“: 240 Wohnungen innerhalb des rund 65 Millionen Euro teuren Vorhabens. Bauherr: Revitalis Real Estate AG.

Wallstraße auf dem öffentlichen Parkplatz vor der Altmarkt-Galerie: Die Baywobau und ihr tschechischer Partner CTR haben für zehn Millionen Euro das Grundstück gekauft, auf dem rund 180 Wohnungen entstehen sollen.

An der Herzogin Garten - zwei Bauvorhaben: Die CTR plant den Bau von 190 Wohnungen (MeyerBassin und Partner), auf einem benachbarten Grundstück will die Saal GmbH 100 Wohnungen errichten.

Friedrichstadt - an den Menageriegärten. Bis zu 140 neue Wohnungen auf dem rund 3,4 Hektar großen Gelände des früheren Ostravorwerks. SGP Architekten.

Striesen - Pegasus-Residenz: auf rund 2,6 Hektar Fläche entstehen seit Oktober 2013 184 Wohnungen für rund 55 Millionen Euro. F 29 Architekten.

Johannstadt - Tiergartenstraße: 43 familienfreundlichen Wohneinheiten durch die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt

Robotronareal zwischen St. Petersburger Straße, Grunaer Straße, Lennéstraße und Parkstraße/Bürgerwiese: auf 3,5 Hektar könnten mindestens 150 Wohneinheiten entstehen.

Kesselsdorfer Straße neben der Löbtau-Passage: Im Bau sind 98 Appartmentwohneinheiten vorwiegend für Singles und Studenten. Ballhaus Watzke Immobilien.

Pieschen - Markusareal am Ortsamt Pieschen. Auf der städtischen Brachfläche könnten ab 2016 rund 90 Wohneinheiten entstehen. O M Architekten.

Nickern - auf dem ehemaligen Kasernengelände entwickelte die Stadttochter Stesad GmbH zwei große Eigenheimstandorte. Noch frei ist eine rund acht Hektar große Fläche, auf der 80 Eigenheime und acht Mehrfamilienhäuser entstehen könnten.

Langebrück: geplante 59 Eigenheime auf einem 7000 Quadratmeter großen Grundstück. Der Bau der ersten Häuser hat begonnen, der Verkauf der noch freien Flächen läuft.

LE Mon. hist.
11.04.14, 04:01
SZ-online, 11.04.2014
Dresden baut und baut
Die Zahl der Baugenehmigungen für neue Wohnungen ist so hoch wie seit zwölf Jahren nicht mehr. In einigen Vierteln ist trotzdem nichts mehr frei.
http://www.sz-online.de/nachrichten/dresden-baut-und-baut-2816915.html

- Dresden braucht laut der offfiziellen Schätzung bis 2025 rund 13000 Neubauwohnungen, um den wachsenden Bedarf zu decken.
- Bis 2015 werden jährlich 800 neue Wohnungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern gebraucht.

- Die Stadt vergibt so viele Baugenehmigungen wie lange nicht. 2013: insgesamt 804 fertiggestellte Neubauwohnungen, u.a. 180 neue Wohnungen durch den Umbau des alten Fotopapierwerks an der Hepkestraße. 2011 und 2012 waren jeweils 1.199 und 955 Neubauwohnungen fertig geworden.
- In den vergangenen drei Jahren entstanden jeweils mehr Wohnungen in Mehrfamilienhäusern als in Eigenheimen. Zuletzt war dies im Jahr 2000 der Fall.
- Laut Statistik wurde zum Jahresende 2013 an etwas mehr als tausend neuen Wohnungen noch gebaut.
- 2013 wurden Baugenehmigungen für rund 1.900 Wohnungen erteilt, der höchste Wert seit 1999. Die Mehrzahl der Wohnungen soll in Mehrfamilienhäusern entstehen, nur ein Fünftel davon in Eigenheimen.
- höchste Zahl fertiggestellter Wohnungen lag 1997 bei rund 15.500

- In neue Wohnungen werden Millionen investiert. Mit den erteilten Baugenehmigungen hat die Stadtverwaltung 2013 den Weg für Ausgaben von 585 Millionen Euro freigemacht. Dies ist der höchste Wert seit 2000. Etwas weniger als die Hälfte davon soll in den Wohnungsneubau investiert werden, entsprechend mehr als die Hälfte in Sanierungen und Umbauten von bestehenden Wohnungen.

- Großflächiger Wohnungsabriss ist beendet.
- Seit 1990 wurden rund 11.000 Wohnungen in Dresden abgerissen, davon allein fast 9.000 seit 2001. Das sogenannte Rückbauprogramm Ost wurde 2012 beendet. Im selben Jahr machte der Stadtrat eine Abrissvereinbarung mit dem Großvermieter Gagfah rückgängig.
- 2013 wurden 246 Wohnungen "vom Markt genommen" - der niedrigste Wert seit 2001. Von diesen waren 172 im Plattenbau an der Gerokstraße, der im Sommer und Herbst 2013 abgerissen wurde.

- In beliebten Vierteln gibt es kaum noch freie Wohnungen.
- Die Zahl der Haushalte in Dresden stieg 2013 nur etwas stärker mehr als die Zahl der verfügbaren Wohnungen. Somit blieb die Leerstandsquote mit 7,6 Prozent im Vergleich zu 2012 gleich. Laut Statistik wären bei insgesamt 293.845 Wohnungen noch 22.255 Wohnungen frei.
- Diese Zahl umfaßt jedoch auch alle ruinösen Gebäude. Berücksicht man diese nicht mit, sinkt die Leerstandsquote auf rund sechs Prozent.
- Weitere 2,5 bis drei Prozent bilden die sogenannte Fluktuationsreserve - Wohnungen, die zwar durch Auszüge statistisch gesehen frei sind, aber schon wieder weitervermietet wurden.
- Die reale Leerstandsquote dürfte zwischen drei und vier Prozent liegen und etwa 10.000 Wohnungen umfassen.

- Der Leerstand ist mit 3,2 bis 3,9 Prozent insgesamt, also einschließlich nichtmarktaktivem Leerstand und Fluktuationsreserve am niedrigsten in Striesen-Süd, in der Seevorstadt-Ost, in der Südvorstadt-West und in Räcknitz-Zschertnitz. "Das heißt, dass dort nur mit Glück eine neue Wohnung zu finden ist."
- Die meisten freien Wohnungen gibt es in der Inneren Altstadt und in Loschwitz/Wachwitz. Hier werden die höchsten Mieten verlangt.

Elli Kny
11.04.14, 20:04
Das sogenannte Rückbauprogramm Ost wurde 2012 beendet. Im selben Jahr machte der Stadtrat eine Abrissvereinbarung mit dem Großvermieter Gagfah rückgängig.
- 2013 wurden 246 Wohnungen "vom Markt genommen" - der niedrigste Wert seit 2001. Von diesen waren 172 im Plattenbau an der Gerokstraße

damit war der abrissstop-beschluss ohnehin überflüssig. die restlichen abrisse von 74 WE in 2013 waren die kleine platte an der nicolaistrasse in johannstadt sowie ein rest in seidnitz. ob der fachferne stop aller abrissabsichten probleme mit sich bringen wird, wenn es um weitere städtebauliche korrekturen geht, ist fraglich. die große platte nicolaistrasse steht ja so auch nur leer als schandfleck herum und hat dennoch eine abrissklausel. ausserdem herrscht der hauptleerstand nach wie vor in den randlagigen plattenbeständen, wo bei meist 5-6-geschossern die oberen etagen leerstehen, weil sie wie auch die randlagige platte generell unattraktiv ist. in solchen lagen ist im zuge von sanierungsmaßnahmen dennoch mit dem rückbau der oberen etagen zu rechen - so beabsichtigt am jägerpark an der heide sowie auch sehr sinnvoll zB in übigau. dieses leerbleibende potential wird real durch keine nachfrage bedient. daher war der abrissstop allein politisches zeichen.

die hohen leerstände in "altstadt" und loschwitz rühren auch von zu hohen preiserwartungen. besonders die "altstadt" ist interessant, bieten die 60er-jahre schlafstädte doch keinerlei adäquate gegenleistung im umfeld für mietniveaus von 7-8 euro kalt und aufwärts. die hohe überalterung in dem bereich macht aufgrund von abgängen in heime und gen friedhof ständig wohnraum leer, zudem stehen nach 20 jahren nach der meist einfachen erstsanierung erneut strategieüberlegungen zum umgang mit diesen beständen an, sodaß zu hoffen ist, daß schon kurzfristig kleinere und mittelfristig größere eingriffe zur städtebaulichen korrektur anstehen. beispielgebend könnte die schweriner strasse und deren umfeld werden. der freistaat sollte diesbezüglich eine förderkulisse anbieten, was derzeit ganz und gar nicht der fall ist.

LE Mon. hist.
13.04.14, 08:37
DNN-Online, 12.04.2014
Dresdner Mieterverein warnt vor Wohnungsnot: Enttäuschung über Wohnraumkonzept der Stadt
http://www.dnn-online.de/dresden/web/dresden-nachrichten/detail/-/specific/Dresdner-Mieterverein-warnt-vor-Wohnungsnot-Enttaeuschung-ueber-Wohnraumkonzept-der-Stadt-1938155732

Nach Ansicht des Mietervereins Dresden und Umgebung e.V. - http://www.mieterverein-dresden.de/ - steuert Dresden auf eine Wohnungsnot zu. Der Vorsitzende Peter Bartels kritisierte das von der Stadtverwaltung vorgelegte Wohnraumkonzept: „Die Stadt muss besser auf die Bedürfnisse der Mieter eingehen, denn das sind immerhin 80 Prozent der Einwohner.“ Konkret forderte er die Einführung von Mietobergrenzen und eine Unterstützung von preiswertem Wohnungsbau, insbesondere von Sozialwohnungen. Weiterhin schlägt Bartels vor, Grundstücke preiswert an Wohnungsbaugenossenschaften zu verkaufen, die für mieterfreundliche Bedingungen sorgen könnten. Damit würde das Geld auch im lokalen Wirtschaftskreislauf verbleiben. Stattdessen würden die Objekte aber in erster Linie an private Eigentümer, die daraus den größtmöglichen Gewinn ziehen wollen. Kämen diese zudem von auswärts, dann fließe das Geld noch dazu nicht mehr in die Dresdner Geldsäckel.

Wie auch anderswo kritisiert der Mieterverein, dass der Wohnungsneubau derzeit fast ausschließlich auf Eigentum und Mietobjekte für „gehobenes Klientel“ ausgerichtet sei. „Preiswerte Mietwohnungen sind jedoch im Rückgang“, so Bartels. „Insgesamt steigen die Mieten rapide an.“ Dresden wandele sich von einem Mieter- in einem Vermietermarkt. Die offizielle Leerstandsquote von aktuell 5,9 Prozent sei laut Mieterverein nicht repräsentativ, da viele Wohnungen nicht bewohnbar seien.

Beim Beratungsangebot des Mietervereins steigt die Nachfrage, da in der Stadt die Zahl der Kündigungen durch den Vermieter dramatisch zunehme. Häufig werde als Begründung ein Eigenbedarf angegeben. Bartels: „Das ist in vielen Fällen nur vorgeschoben, doch da liegt die Beweispflicht beim Mieter.“ Bei der anschließenden Wiedervermietung könne der Vermieter die Miete erhöhen. Häufig würde dies ohne Gegenleistung wie etwa einer zwischenzeitlichen Sanierung der Objekte geschehen. Bartels kritisiert außerdem die Praxis einiger Vermieter, die Kaution nach dem Auszug des Mieters für anfallende Sanierungskosten einzubehalten, statt eventuelle Mängel im Vorfeld zu klären.

LE Mon. hist.
13.04.14, 09:14
Pressemitteilung Mieterverein Dresden und Umgebung e.V., 11.04.2014
http://www.mieterverein-dresden.de/pdf/pi140411.pdf


Dresdner Wohnkonzept blendet Bedürfnisse der Mieter weitgehend aus

Der Mieterverein Dresden und Umgebung e.V. bewertet den von der Stadtverwaltung vorgelegten Entwurf eines Wohnkonzeptes für die Landeshauptstadt als enttäuschend und einfallslos.

„Nach 28 Monaten Bearbeitungszeit wurde erwartet, dass die Bedürfnisse des überwiegenden Teils der Dresdner Bürger, die zur Miete wohnen und wohnen wollen, berücksichtigt und nicht ausgeblendet werden.“, sagt der Vereinsvorsitzende Peter Bartels.

8 von 10 Dresdnern wohnen zur Miete. Dieses Verhältnis spiegelt sich weder im Wohnkonzept noch im aktuellen Baugeschehen adäquat wieder. Bis 2025 sollen 13.000 Wohnungen vorrangig als Eigenheim oder Eigentumswohnung neu gebaut werden. Wir vermissen eine klare Aussage, wie die bevorzugte Wohnform - Wohnen zur Miete - unterstützt und gefördert werden soll.

Die 13.000 geplanten Neubauwohnungen erhöhen den Dresdener Wohnungsbestand nur um ca. 4,5 Prozent. Wir vermissen klare Aussagen zum Umgang mit dem vorhandenen Wohnungsbestand und hier besonders zum Erhalt preiswerter Wohnungen. Denn durch deutliche Erhöhungen der Miete bei der Wiedervermietung freier Wohnungen, durch
notwendige Modernisierungen und durch die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben zur energetischen Sanierung kommt es zu zum Teil erheblichen Erhöhungen der Grundmiete.

Das Argument, in Dresden seien die Mieten im Vergleich zu anderen Städten noch relativ niedrig, ist hier nicht hilfreich, wenn klare Aussagen fehlen, welche Miete für Dresden angemessen ist und wie diese auch von Bürgern mit geringen Einkommen finanziert werden kann. Es fehlt auch die Aussage, ab welcher Miethöhe für Dresden eine Mietpreisbremse gefordert werden soll. Einfließen sollten in das Wohnkonzept auch Überlegungen zur Begrenzung der Mietnebenkosten, insbesondere der Energiekosten und der öffentlichen Gebühren.

Richtig benannt werden im Wohnkonzept als besonders zu fördernde Zielgruppen: Familien mit Kindern, ältere und behinderte Menschen, Haushalte mit geringen Einkommen und Studierende. Wir vermissen jedoch echte Handlungsstrategien zu deren Förderung. Es dürfte eine Illusion sein, Investoren auf freiwilliger Basis dazu zu bewegen, eine Sozialbauverpflichtung einzugehen. Dazu müssten von der Stadt bzw. vom Freistaat Sachsen konkrete Anreize gegeben werden, z.B. in Form vergünstigter Grundstückspreise oder von Fördermitteln, und klare vertragliche Vereinbarungen mit Investoren geschlossen werden.

Für den Kreis der älteren und behinderten Menschen sind zumindest bescheidene Fördermittel im Rahmen des kommunalen Wohnungsanpassungsprogramms für behinderten- und seniorengerechtes Wohnen in Höhe von jeweils150.000 Euro für die Jahre 2015 und 2016 vorgesehen. Bezahlbare DIN-gerechte Wohnungen für Behinderte, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, können damit nicht errichtet werden.

In Bezug auf Haushalte mit geringen Einkommen erweckt das Wohnkonzept den Eindruck, dass die Landeshauptstadt deren Wohnungsprobleme hauptsächlich mit dem „Monitoring des Wohnungsbestandes“ lösen wolle. So vermissen wir jeglichen Ansatz für sozialen Wohnungsbau. Auch der Einsatz der stadteigenen Grundstücke, auf denen
mehrgeschossiger Wohnungsbau möglich ist, zur Schaffung preiswerter Mietwohnungen und DIN-gerechter Wohnungen für Behinderte wird nicht in Erwägung gezogen. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auch auf Aussagen in städtischen Dokumenten, in denen konkrete Forderungen zum Erhalt eines Mietermarktes aufgestellt sind, so in den Berichten zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept 2003 und 2009 sowie im Wohnungsmarktbericht 2011 und erwarten Aussagen dazu, wie diese Zielstellung wieder erreicht werden soll.

Der Mieterverein Dresden und Umgebung e.V. kann aus seiner Beratungstätigkeit konkrete Hinweise liefern, dass durch Festhalten am Rückbauprogramm und durch zu spätes Reagieren nun ein Vermietermarkt entstanden ist und in dieser Folge, wie in den Dokumenten der Stadt beschrieben, die Mieten steigen.

Seit Anfang März werden vom Mieterverein Mietverträge von Mitgliedern, die eine Bestandswohnung neu anmieten möchten, auch hinsichtlich der Miethöhe überprüft. Hier eine Auswahl:

Stadtteil - Striesen - Pieschen - Äußere Neustadt
verlangte Netto-Kaltmiete (€/m²) - 6,97- 6,39 - 10,00
ortsübliche Miete laut Mietspiegel
Mittelwert (€/m²) - 6,09 - 4,86 - 5,42
obere Spanne (€/m²) - 6,54 - 5,35 - 6,21
Differenz zum Mittelwert - 114% - 131% - 185%
Differenz zur oberen Spanne - 107% - 119% - 161%

Diese Mieterhöhungen, die hier vom Vermieter vorgenommen werden, erfolgen ohne dass dafür vom Vermieter angemessene Gegenleistungen erbracht werden. Eventuell vorgenommene geringe wohnwertverbessernde Maßnahmen durch den Vermieter können nicht als Rechtfertigung für die deutliche Steigerung der Miete nicht angeführt werden. Das sind Mieterhöhungen die nur durch den Wandel vom Mietermarkt zum Vermietermarkt möglich wurden.

Der Wohnungsmangel hat aber nicht nur steigende Mieten zur Folge, was anhand der Beratungsfälle im Mieterverein sichtbar wird. Anbei eine Anzahl an Beratungsfällen zu ausgewählten Themen:

Thema - Kündigung durch Vermieter - Mieterhöhung - Kaution - Rückgabe der Wohnung / Schönheitsreparaturen - Eigentümerwechsel / Umwandlung in Eigentumswohnungen
Anzahl der Beratungen
2006 - 130 - 309 - 183 - 199 - 17
2013 - 310 - 1395 - 390 - 490 - 92
Steigerung - 238% - 451% - 213% - 246% - 541%

Im Weiteren haben wir konkrete Fälle zusammengestellt, die in unmittelbarem Zusammenhang zur Verschärfung der Situation für Mieter auf dem Dresdner Wohnungsmarkt zu sehen sind.

1. Der bisher extremste Fall einer Miete bei Wiedervermietung, der uns bisher vorgelegt wurde, betrifft eine Wohnung in der Äußeren Neustadt. Sie wird für eine Netto-Kaltmiete von 10,00 € pro Quadratmeter angeboten. Das sind 85 Prozent über der ortsüblichen Miete (die ortsübliche Miete für vergleichbare Wohnungen liegt im Mittelwert bei 5,42 Euro pro Quadratmeter). Im Mietvertrag werden folgende Beschaffenheitsmerkmale ausdrücklich als vereinbarter Zustand erwähnt:
- Modernisierter Altbau, der schalltechnisch dem Erbauungszeitraum ca. 1899 entspricht.
- Die historisch gewachsenen Wand- und Deckenoberflächen sind dem Mieter bekannt und entsprechen nicht den Neubaustandards.
- Die vorhandenen Wohnungs- und Zimmertüren sind Massivholztüren aus der Erbauungszeit des Hauses, die Dichtheit und Schließeigenschaften sind nicht mit neuen Türen zu vergleichen.
- Die Böden sind neu überarbeitet weisen aber Spuren der „Geschichte“ auf.
- Der Keller ist ein Altbaukeller und nicht trocken.

2. Kündigungen wegen Eigenbedarfs des Vermieters haben über viele Jahre so gut wie keine Rolle in der Beratung des Mietervereins Dresden gespielt. Inzwischen greifen Vermieter vermehrt auf vermietete Wohnungen zum Zwecke der Eigennutzung oder zur Nutzung für Familienangehörige zurück.
Zum Beispiel kündigte ein Vermieter seinen Mietern (einer Familie mit 3 Kindern), weil die Tochter des Vermieters mit ihrem Kind in die Wohnung einziehen möchte. Hier spricht das Gesetz von einem berechtigten Interesse des Vermieters. Innerhalb der Kündigungsfrist (im ungünstigsten Fall 3 Monate) müssen sich die Mieter eine neue Wohnung suchen, was bei dem bereits vorhandenen Wohnungsmangel für Betroffene ein Problem darstellt. Nur im Ausnahmefall, wenn dem Mieter auch unter Berücksichtigung der berechtigten Interessen des Vermieters ein Umzug nicht zuzumuten ist, kann eine solche Kündigung abgewendet werden (meist aber nur vorübergehend). Im vorliegenden Fall ist es mit Unterstützung durch den Mieterverein gelungen, eine Einigung mit dem Vermieter herbeizuführen, durch die den Mietern zumindest ein Aufschub bei der Wohnungssuche ermöglicht wurde.

3. Nachdem es im Zuge von Modernisierungsmaßnahmen über viele Jahre kaum nennenswerte Auseinandersetzungen zwischen Vermietern und Mietern gab, ist seit kurzem wieder ein Verdrängungsprozess gegenüber weniger zahlungskräftigen Mietern zu beobachten.

Der Mieter einer Altbauwohnung in Tolkewitz (ALG II-Empfänger) soll nach der Modernisierung für die knapp 30 Quadratmeter große Einraumwohnung fast 550 Euro (18,55 Euro pro Quadratmeter) zahlen. Unter anderem soll die Wohnung ausgestattet werden mit Balkon (allein hierfür soll sich die Miete um monatlich 72 Euro erhöhen), einer schallgedämmten, einbruchshemmenden Wohnungseingangstür für mehr als 3.000 Euro, einem Bad mit Fußbodenheizung und Großraumdusche, Innenfensterbänken aus Marmor, abgehängten Decke in in der gesamten Wohnung sowie Parkettfußboden.
Pikant ist, dass erst kurz vor der Modernisierungsankündigung die Miete auf 7,64 Euro pro Quadratmeter angehoben wurde, was bereits deutlich über der ortsüblichen Miete liegt (oberer Spannenwert des Mietspiegels: 6,21 Euro). Die Vermutung liegt nahe, dass der „unattraktive“ Mieter vertrieben werden soll.

Zwar bestehen hier gute Chancen, dass der Mieter für Teilmaßnahmen, bei denen es sich um Luxusmodernisierung handelt, die Duldung verweigern kann. Dennoch ist zu bezweifeln, dass die Wohnung nach der Modernisierung noch innerhalb der Angemessenheitsgrenzen für die Gewährung von Kosten der Unterkunft für Sozialleistungsempfänger liegt.

4. Manche Vermieter betreiben die Einbehaltung der Kaution als Geschäftsmodell.
Ein Wohnungsunternehmen, das in verschiedenen Stadtteilen von Dresden Wohnungen besitzt, beherrscht dieses Modell in Perfektion. Grundsätzlich werden keine körperlichen Wohnungsübernahmen bei Auszug des Mieters vorgenommen, selbst dann nicht, wenn Mieter ausdrücklich um einen gemeinsamen Übergabetermin nachsuchen. Stattdessen wird einige Tage später eine ausführliche Wohnungsbegehung mit einem speziell dafür eingesetzten Fachmann durchgeführt. Dabei wird jeder kleinste Mangel dokumentiert und dem Mieter in Rechnung gestellt bzw. mit der Kaution aufgerechnet. Üblicherweise bewegen sich die angegebenen Kosten der Mangelbeseitigung etwa in Höhe der vom Mieter geleisteten Kaution. Der unvorbereitete Mieter hat kaum eine Möglichkeit, sich dagegen zur Wehr zu setzen, da der Vermieter immer einen Zeugen für den Zustand der Wohnung zur Verfügung hat. Mitglieder unseres Vereins fordern nun den Vermieter auf an einem Termin für die Wohnungsübergabe teilzunehmen. Kommt der Vermieter dieser Aufforderung nicht nach unterstützen wir unsere Mitglieder bei einer eigenen Wohnungsabnahme mit der Erstellung eines fachlich kompetenten Übergabeprotokolls.

LE Mon. hist.
15.04.14, 11:59
Die Dresdner Wohnungsdebatte geht weiter:

SZ, 15.04.2014
Dresdner zahlen Mieten wie im Westen
Immobilienexperte Tobias Just sieht dennoch keinen Bedarf für kommunale Wohnungen.
http://www.sz-online.de/nachrichten/dresdner-zahlen-mieten-wie-im-westen-2818801.html

Die Zeitung bat den Geschäftsführer der Immobilienakademie Irebs aus Regensburg . http://www.irebs-immobilienakademie.de/ -, Professor Tobias Just, um seine Einschätzung der Situation. Er meinte, die Stadtverwaltung und Lokalpolitik müssten jetzt handeln, damit ärmere Dresdner sich weiter die Mieten leisten können. Die Lösung, eine neue kommunale Wohnungsgesellschaft zu schaffen, hält er jedoch für kontraproduktiv. „Es muss erschwingliches Wohnen gewährleistet sein, für die, die sich die Mieten am Markt nicht leisten können“, so Just: „Dafür sind aber kommunale Wohnungen der dramatischste Eingriff.“ Die Stadt bräuchte für eine gewisse Steuerungsfunktion bei der Mietpreisbildung einen Markanteil von etwa zehn Prozent der bestehenden Wohnungen, d.h. rund 30.000 Wohnungen. Wenn sie diesen (mittelfristig) wieder erreichen wölle, könnte sie damit die Handlungsspielräume verlieren, die sie mit dem Verkauf der Woba 2006 erlangt hatte. Dieses Geld könne dann nicht mehr für Kita- und Schulbauten, Investitionen in die Infrastruktur und mehr ausgegeben werden, doch seien diese Ausgaben wesentlicher für einen guten Standort. „Das ist für die Menschen wichtiger, als einen Euro weniger Miete zu zahlen“, so Just.

Stattdessen sollten vielmehr die kleinen Mittel, die die Stadt am Wohnungsmarkt hat, permanent überprüft und gesichert werden. Angeführt werden die Belegungsrechte für Wohnungen und ausreichend Flächen für Wohnungsbau. Die Stadt Dresden hat aktuell Belegungsrechte für etwa 10.000 Wohnungen bei der Woba-Eigentümerin Gagfah, die nach einer Klage der Stadt gegen die Gagfah 2012 bis 2036 verlängert worden sind.
Siehe zu Belegungsrechten in Dresden und Sachsen auch http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?p=425140 .
Wie ausreichend Flächen für Wohnungsneubau bei den Baukosten und damit verbundenen Mieten zu günstigen Mieten führen sollen wird in dem SZ-Artikel nicht ausgeführt.

Auch Just führt eines der Standardargument der Immobilienwirtschaft an. Eine Mietpreisbremse "könnte dazu führen, dass die Eigentümer deutlich weniger in ihre Bestände investieren.

Und auch das Trostpflästerchen für ostdeutsche Großstädte, die "Normalisierung", wird verklebt. Die steigenden Mieten auf dem Wohnungsmarkt spiegeln nach Ansicht des Regensburger Professors die Kaufkraft der Stadt wider. „In Dresden gibt es immer mehr Spekulanten beim Häuser- und Wohnungskauf“, so Just: „Der Immobilienmarkt in der Stadt hat sich zu einem typisch deutschen Markt entwickelt, er ist nicht mehr typisch für eine ostdeutsche Stadt.“ Die Durchschnittsmieten in Dresden und die Leerstandsquote entsprechen mittlerweile denen westdeutscher Großstädte. „Die Mieten sind etwa wie in Dortmund und leicht unter denen von Bremen“, so Just: „Die Kaufkraft dieser Städte ist ähnlich zu Dresden.“ Dresden sei sei noch weit davon entfernt, Verhältnisse wie in München, Freiburg, Hamburg oder Frankfurt mit extrem hohen Mieten zu haben. Die durchschnittlichen Einkommen in Dresden werden von Just allerdings nicht mit denen in München, Freiburg, Hamburg oder Frankfurt verglichen. Der durchschnittliche Bruttolohn (Stand 2011) beträgt in Dresden 32.003 € (2666 € im Monat), in Leipzig 30.038 € (2503 € im Monat).

In dem SZ-Artikel werden auch einige Stadträte zitiert. Jens Matthis (Linke), zusammen mit Tilo Kießling und André Schollbach Initiator des Bürgerbegehrens für eine städtische Wohnungsbaugesellschaft, meint: „Wir brauchen zusätzliche Wohnungen, um den Markt zu entspannen. Es muss gebaut werden und zwar nicht nur Luxus und Eigentum.“ Die Entwicklung mit hochwertigen und damit teuren Wohnungen, die in Dresden derzeit vor allem gebaut werden, würde am Markt vorbeigehen. Desweiteren setzt er keine Hoffnung in die Wirksamkeit des sogenannten Sickereffektes, wonach im unteren oder mittleren Preissegment Wohnungen frei werden, wenn Wohlhabendere in neue und teurere Wohnungen ziehen: „Wenn Wohnungen neu vermietet werden, steigen die Mieten drastisch“, so Matthis: „Anders kann es nur werden, wenn eine städtische Gesellschaft baut, die nicht nur gewinnorientiert ist.“ Laut Matthis könne eine neue kommunale Wohnungsbaugesellschaft dann die explodierenden Mieten insgesamt, aber vor allem für die Einkommensschwächeren aufhalten.

Stadtrat Thomas Löser (B90/Die Grünen) setzt weiterhin auf das von ihm vorgeschlagene Modell mit der Stesad und hält sie für eine konkretere Alternative zum Bürgerbegehren der Linken. Die Gesellschaft, die aktuell den Kulturpalast und das Kulturkraftwerk baut, gehöre bereits der Stadt und könnte sich in Zukunft auch den Wohnungsproblemen widmen. „Die Stesad kann die neue Keimzelle zur Wohnungsbeschaffung werden.“ „Eine reine Wohnungsbaugesellschaft ist illusorisch“, sagt Löser: „Ein Rundumschlag ist viel zu teuer.“ Es gehe darum, langfristig punktuell Bedarfe zu decken, wie Wohnungen für Schwerbehinderte.

LE Mon. hist.
16.04.14, 17:53
PM immowelt.de, 16.04.2014
http://news.immowelt.de/miete-kaufpreise/artikel/2239-wohnen-in-dresden-und-leipzig-wird-teurer.html


Wohnen in Dresden und Leipzig wird teurer

In Dresden sorgen zahlreiche Neubauprojekte für steigende Wohnungspreise. Im Vergleich des ersten Quartals 2013 mit dem gleichen Zeitraum dieses Jahres wurden Eigentumswohnungen um sechs Prozent teurer. Viel Bewegung gibt es auch auf dem Leipziger Wohnungsmarkt. Hier stiegen die Preise um acht Prozent.

Dresden ist eine Stadt im Wandel. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Wohngebäude neu gebaut oder saniert – eine Entwicklung, die sich auch auf die Kaufpreise in Dresden auswirkt, wie der Marktbericht Dresden-Leipzig von immowelt.de zeigt. Die Wohnungspreise in Dresden liegen aktuell bei einem Schnitt von 1.974 Euro pro Quadratmeter und damit nur noch knapp unter dem deutschen Durchschnitt von 2.061 Euro. Das größte Plus gab es dabei im südöstlich gelegenen Prohlis: Eigentümer verlangen hier durchschnittlich 1.858 Euro pro Quadratmeter, 24 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Die teuersten Wohnungen gibt es indes in den vier zentralen Stadtteilen rund um die Elbe, die Preise liegen hier sogar deutlich über 2.000 Euro.

Wohnen in Dresden: Auch Mietpreise steigen

Während die Kaufpreise den deutschen Durchschnitt noch nicht ganz erreicht haben, liegen die Mietpreise in Dresden schon darüber. Im Schnitt werden in der sächsischen Landeshauptstadt derzeit 7,20 Euro pro Quadratmeter fällig, deutschlandweit sind es 6,90 Euro. Günstiger Wohnraum ist allerdings nicht schwer zu finden – vor allem am Stadtrand. Beliebter ist bei Mietern dagegen das Zentrum. Wer in der Altstadt von seinem Wohnzimmer aus den Blick auf die Frauenkirche genießen möchte, sollte mit 7,50 Euro pro Quadratmeter rechnen.

...

• Mietspiegel Dresden: http://www.immowelt.de/immobilienpreise/dresden/mietspiegel



Der Teil der PM zu Leipzig im entsprechenden Thread:
http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?p=425529

LE Mon. hist.
24.04.14, 15:08
SZ, 24.04.2014
Mieten in Dresden steigen noch schneller
http://www.sz-online.de/nachrichten/mieten-in-dresden-steigen-noch-schneller-2824744.html

- Die durchschnittlichen Kaltmieten stiegen innerhalb eines Jahres von 5,60 Euro auf 6,30 Euro pro Quadratmeter (fast 13 Prozent).
- Die durchschnittlichen Neuvermietungs-Mieten stiegen um 0,40 Euro auf 6,90 Euro/m².
- Die durchschnittliche Miete bei der Erstvermietung von Neubauten beträgt 8 Euro/m² (ebenfalls +13 Prozent).

Diese Angaben stammen aus dem gestern von Wulff Aengevelt vorgelegten "City Report für Dresden" (siehe unten). Er rechnet damit, dass bis 2025 etwa 12.800 zusätzliche Wohnungen gebraucht werden.

Die Firma Revitalis sieht bei ihren rund 240 Wohnungen am Wiener Platz, die im Herbst 2016 fertiggestellt sein sollen, derzeit Kaltmieten von neun bis zwölf Euro pro Quadratmeter vor. Andere Investoren, so etwa bei den Wohnungsbauprojekten An der Herzogin Garten, an der Wallstraße und in der Lingnerstadt, haben ähnliche Mieteerwartungen.

Aengevelts Einschätzung: „Der Wendepunkt am Dresdner Wohnungsmarkt wurde vor etwa vier Jahren erreicht. Seitdem geht es aus Eigentümersicht wieder bergauf“. Ein Ende des Baubooms in Dresden sieht er nicht. Die Stadt brauche Wohnungen für Studenten ebenso wie für Familien und Senioren, Luxus ebenso wie preiswerte Wohnungen. Aengevelt möchte keine drohende Wohnungsnot in der Stadt erkennen. Um preiswerten Wohnraum zu sichern ,sollte die Stadt jedoch stärker Bauherrengemeinschaften und traditionellen Wohnungsbaugesellschaften die Grundstücke zum Verkehrswert anbieten und nicht meistbietend ausschreiben.

LE Mon. hist.
24.04.14, 16:04
PM AENGEVELT-RESEARCH, 23.04.2014
http://www.deal-magazin.com/index.php?cont=news&news=38780


Steigende Geldumsätze am Grundstücks- und Investmentmarkt Dresden

Der Geldumsatz durch Verkäufe auf dem gesamten Dresdner Immobilienmarkt (Asset Deals) lag im Jahr 2013 nach vorläufigen Analysen des Dresdner Gutachterausschusses bei rd. EUR 1,22 Mrd. Das waren nach Analysen von AENGEVELT-RESEARCH 12% bzw. rd. EUR 130 Mio. mehr als im Vorjahreszeitraum (2012: rd. EUR 1,09 Mrd.). Damit liegt der Wert zudem beachtliche 17% bzw. EUR 180 Mio. über dem Mittelwert der jüngsten zehn Jahre (Ø 2003 bis 2012: EUR 1,04 Mrd.).

Von dem Transaktionsvolumen aus Immobilienverkäufen (Asset-Deals) in Höhe von rd. EUR 1,22 Mrd. entfielen im Jahr 2013:

• rd. EUR 656 Mio. auf bebaute Liegenschaften (2012: rd. EUR 558 Mio.) = +18%
• rd. EUR 167 Mio. auf unbebaute Liegenschaften (2012: rd. EUR 96 Mio.) = +74%
• rd. EUR 400 Mio. auf Wohn- und Teileigentum (2012: rd. EUR 440 Mio.) = -9%

Zu dem Umsatzwachstum trug – wie auch in anderen Städten - insbesondere das Segment der Wohninvestments (bebaut und unbebaut) bei (siehe unten), während die Privatimmobilien-Bereiche die hohen Vorjahreswerte zwar nicht wieder erreichten, wohl aber das mittlere Niveau der jüngsten zehn Jahre bzw. dieses sogar übertrafen:

Ein- und Zweifamilienhäuser
• Gegenüber 2012 ging die Anzahl der Verkäufe von Ein- und Zweifamilienhäusern um 20% auf 401 zurück (2012: 500 Kauffälle). Auch das Transaktionsvolumen gab um 20% auf rd. EUR 92 Mio. nach (2012: EUR 115 Mio.), erreichte nach Analysen von AENGEVELT-RESEARCH aber den Mittelwert der jüngsten Dekade (Ø 2003 bis 2012: EUR 91 Mio.).
• Der durchschnittliche Verkaufspreis je Erwerbsvorgang stellt sich nahezu unverändert auf ca. EUR 229.000,- (2012: EUR 230.000,-).

Wohn- und Teileigentum
• Im Dresdner Marktsegment „Wohn- und Teileigentum“ ging der Geldumsatz 2013 mit rd. EUR 400 Mio. gegenüber dem Vorjahr um 9% zurück (2012: rd. EUR 440 Mio.). Dennoch ist das Ergebnis das dritthöchste im neuen Jahrtausend und liegt zudem EUR 90 Mio. bzw. 29% über dem Mittelwert der jüngsten zehn Jahre (Ø 2003 bis 2012: EUR 310 Mio.).
• Da auch hier die Zahl der Verkäufe deutlich unter dem Vorjahreswert lag (2013: 3.099 Kauffälle; 2011: 3.580), erhöhte sich der mittlere Kaufpreis pro Erwerbsfall ungeachtet des Umsatzrückgangs auf rd. EUR 129.000,- (2012: EUR 123.000,-; 2011: ca. EUR 94.000,-).
• Nach Analysen von AENGEVELT-RRESEARCH prägen sowohl Selbstnutzer als auch Kapitalanleger die Nachfrage.

Investmentmarkt: Steigendes Transaktionsvolumen

• Nach Analysen von AENGEVELT-RESEARCH stieg das Umsatzvolumen am Dresdner Investmentmarkt (Wohn- und Gewerbeinvestments, Asset-Deals) im Berichtsjahr 2013 gegenüber dem Vorjahr um 39% auf EUR 701 Mio. (2012: rd. EUR 506 Mio.) und liegt damit 30% über dem jüngsten Dekadenmittel (Ø 2003 bis 2012: EUR 541 Mio.).
• Im Dresdner Wohninvestmentsegment (Mehrfamilienhäuser und unbebaute Mehrfamilienhausgrundstücke) zog dabei der kontrahierte Geldumsatz 2013 gegenüber dem Vorjahr noch deutlicher um 68% bzw. EUR 188 Mio. auf rd. EUR 466 Mio. an (2012: EUR 278 Mio.). Dieser Wert liegt zudem 62% über dem Mittelwert der jüngsten zehn Jahre (Ø 2003 bis 2012: EUR 288 Mio.).
• Am Dresdner Markt für Gewerbeinvestments (bebaut und unbebaut) fiel das Umsatzwachstum mit rd. EUR 235 Mio. (2012: EUR 228 Mio.) moderater aus und liegt zudem ein Viertel unter dem jüngsten Dekadenmittel (Ø 2003 bis 2012: EUR 314 Mio.).

Stabile und überdurchschnittlich hohe Renditen
• Das Renditeniveau gab in Dresden im Berichtszeitraum 2013 leicht nach, ist aber im bundesweiten Vergleich nach wie vor attraktiv. Im Durchschnitt wird in Dresden eine mittlere marktübliche Rendite für Büro- und Geschäftshäuser von 6,8% erzielt, 2012 waren es noch 7,3%.
• Die Spannweite marktüblicher Einstiegsrenditen für Büroimmobilien in der City reicht aktuell von 7,0% bis hin zu 7,5%. In den Cityrandlagen werden z.T. Einstiegsverzinsungen von 8,5% erzielt. Topobjekte erreichen in der Spitze aktuell 6,5%.
• Geschäftshäuser in besten Lagen werden i.d.R. zu einer Anfangsrendite von 6,5% bis 7,5% gehandelt, in begründeten Ausnahmefällen auch zu 6%.
• Mit Blick auf die wirtschaftlich stabile Marktsituation und die hohe Nachfrage nach Wohnimmobilien – besonders in zentralen, urbaneren Stadtteillagen der Landeshauptstadt – ziehen sowohl Kaufpreise als auch Kaufpreisfaktoren für Wohninvestments seit etwa drei Jahren an, sind indessen im Vergleich mit Immobilienrenditen anderer Städte unverändert günstig. In der Spitze werden Anfangsrenditen von 5,5% erzielt. Die mittlere marktübliche Rendite liegt bei 6,4%. Die Spannweite ist fallindividuell abhängig von Lage und Qualität des Objektes und dementsprechend groß und reicht i.d.R. von rd. 5,8% in sehr guten Lagen (z.B. Altstadt, Blasewitz, Johannstadt, Loschwitz und Striesen) bis hin zu knapp 7,5%.
• Deutlich attraktiver sind demgegenüber die Renditen im Logistik- bzw. Industriesegment. Aktuell werden hier in der Spitze Einstiegsrenditen von 8,0% erzielt. Die marktübliche Spannweite liegt in diesem Segment i.d.R. zwischen 8,5% und 9%.
• Ebenfalls attraktiv sind die Einstiegsrenditen im Handelssegment (z.B. SB- bzw. Fachmärkte). Hier liegt die Verzinsung für Top-Objekte (neuwertige, langfristig vermietete Objekte mit „funktionierendem“ Mietermix in guten bzw. nachhaltigen Lagen) bei 7,2% und streut bis 12%.

AENGEVELT-RESEARCH prognostiziert folgende Trends:
• Aufgrund der geringen Rendite-Performance in den „Big Seven“ erweitern Investoren ihr Nachfrageprofil zunehmend um renditestärkere A-Lagen in B-Städten; hier zählt Dresden zu den Top Five.
• Entsprechend prognostiziert AENGEVELT-RESEEARCH ein weiterhin dynamisches Markt¬geschehen am Investmentmarkt mit Schwerpunkt auf Top-Lagen bzw. –Immobilien.
• Die Renditeentwicklung ist insgesamt stabil, bei den Spitzenrendite ist ein weiteres Nachgeben möglich. Das Renditeniveau bleibt indessen im Vergleich mit den „Big Seven“ attraktiv hoch bei vergleichbarer Rendite-Risiko-Relation.
• Das Dresdner Wohninvestmentsegment profitiert vom anhaltenden Einwohner- und Haushaltswachstum mit stabilem bzw. steigendem Transaktionsvolumen. Gleichzeitig besteht ein hoher Bedarf an bezahlbarem Wohnraum. Hier ist die Schaffung von Mietwohnungen besonders im mittleren Preissegment notwendig, um Abwanderungen ins Umland zu verhindern. Dazu bedarf es der adäquaten Bereitstellung von preiswertem Bauland, einer bedarfsgerechten Stadtplanung und ihrer effizienten bauaufsichtlichen und baurechtlichen Umsetzung.

Elli Kny
24.04.14, 18:02
die SäZ wertet die Zahlen nochmal für den Einzelhandel und Büros aus

- so steigt das investoreninteresse nun in den kleineren großstädten (B-kategorie), da die renditeerwartungen in den großen metropolen nur noch gering wären
- dresden belegt bereits den dritten platz der B-städte, für 1,22 mrd. euro wechselten 2013 immobilien den besitzer, wachsende nachfrage von spezialfonds und familienunternehmen

Einzelhandel:
- man konzentriert sich allerdings auf spitzenlagen (zB wird das prager carrée angeführt, mit 5800 m² ladenfläche), denn dresden hat viel zu wenig - der insges. zu großen - einzelhandelsfläche in der innenstadt (nur 20% statt 30-40% in westdt. großstädten)
- als einkaufsspitzenlage zählt nur der nordteil der prager strasse mit bis zu 110 euro mietpreis pro m², hingegen fallen schon benachbarte bereiche stark im mietniveau ab (alt+neumarkt 55-80 euro, wilsdruffer+hauptstrasse+um die kreuzkirche+ferdinandplatz nur 12-15 euro)
- hauptbahnhof und markthalle café prag befänden sich noch in der findungsphase - häufige mietwechsel sind noch vorliegend
- insgesamt aber gute einzelhandelsentwicklung: kaufkraft sei gut und mehr touristen kommen als shopping-gäste

Büromarkt
- derzeit stehen noch 280000 m² leer, das sind 11,4 % (davon fast 20% "marktleichen")
- 2013 wurden 94000 m² neu vermietet (leipzig 72000m²) - höchstwert der letzten 10 jahre
- daher sieht man den dresdner büromarkt am beginnenden aufschwung
- in 2014 wird es aber noch keine büroneubauten geben

Elli Kny
24.04.14, 18:50
Leerstand Büro und Handel

abseits der schnöden zahlen wird die städtebauliche problemstellung anhand direkter anschauung deutlicher:
die innenstadt ist immer noch als bürostandort untergenutzt, kleinere nachfrager ziehen lieber in villen oder kleinstandorte in den stadtteilen, eine wirtschaftsstruktur von innenstadtrelevanten büronachfragern des privatsektors existiert mE in dresden nahezu nicht. ausserdem scheute man nach der "wende" die überfrachtung der city mit bürobauten und siedelte größere center meist am weiteren innenstadtrand bzw. an peripheren lagen (zB proschhübel albertstadt, ohne öv-anbindung) an. die alten "mottenkisten" der innenstadt will heute zudem niemand mehr haben.
bürobauten zur baulichen ausformung der innenstadt fehlen nun und sind bis auf weiteres auch nicht absehbar. die sich zunehmend eröffnenden chancen für abriss im alten ddr-bestand treffen auf eine nahezu nullbereitschaft zu büroneubauten bei investoren. städtebauliche weiterentwicklung in zentrumsrelevanter art ist derzeit abseits des wohnungsbaus kaum absehbar. insgesamt war damit die schutzstrategie des zentrums im rückblick ein fehler, denn periphere und dezentrale standorte verursachen auch mehr verkehrsaufwand. die ablehnung entstand damals v.a. durch die angst vor "gesichtslosen neubauten" in der city - also vorwiegend gestalterischen aspekten.

dass die privatwirtschaftliche nachfrage fehlt, zeigen die größten vermietungen aus 2013:
- anmietung von 4000 m² durch die TUD am richard-wagner platz - dd-strehlen (endlich auszug aus baracken)
- dekra bezog flächen an der hamburger strasse 17 ausserhalb von friedrichstadt
- die TÜV-akademie bezog flächen im "Enderpark" in dd-seidnitz

ich habe eine kleine bilderserie, die leerstehende bzw. hauptsächlich leerstehende bauten bzw. ladenzeilen aktuell zeigt.


das bürohochhaus am dippoldiswalder platz wird nunmehr ab 3,50 euro (intern) versucht zu vermieten
http://abload.de/img/leer10bro94e53.jpg

das bürohaus am pirnaischen platz - vielleicht solls bald saniert werden?
http://abload.de/img/leer3xni4z.jpg

das riesige "robotron"-gebäude am georgsplatz
http://abload.de/img/leer11cviot.jpg

ddr-bürobau am postplatz
http://abload.de/img/leer13xrfxu.jpg

die hauptpost in der neustadt soll nun immerhin ein wohnhaus werden
http://abload.de/img/leer11postfwcsh.jpg

schon wenige jahre nach werkserweiterung bei qimonda/infineon stand das neue 8-geschossige entwicklungszentrum wieder leer - bis heute nur sporadisch genutzt
http://abload.de/img/leer122cens.jpg

auch kleinere objekte triffts - hier in der radeberger vorstadt - nach auszug einer firma
http://abload.de/img/leer14radebgvsiadkm.jpg


ladenzeilen

die ausbreitung von einkaufszentren und supermärkten setzt den strassenbegleitenden ladenzeilen (oft in wohngebieten) zunehmend zu.

grunaer strasse - pirnaische vorstadt - einzige ladenzeile des wohngebiets
http://abload.de/img/leer18bi7f.jpg

schweizer strasse in südvorstadt
http://abload.de/img/leer5ddd80.jpg

altmarkt-arkaden
http://abload.de/img/leer2beff6.jpg

"world-trade-center"
http://abload.de/img/leer4tndes.jpg

könneritzstrasse am bahnhof mitte
http://abload.de/img/leer7knneritzs0cj6.jpg

hauptstrasse in der inneren neustadt
http://abload.de/img/leer6w9eve.jpg

leipziger strasse in alttrachau
http://abload.de/img/leer0yaek4.jpg

Chris1988
24.04.14, 19:14
Wohnungen im Postgebäude an der Kö kann ich mir noch nicht so richtig vorstellen. Gibts da Visualisierungen?

Altmarkt Akaden sind leer, weil dort umgebaut wird. Soweit ich weiß soll die neue Ladenfläche dann über beide Etagen und rein zur Hofseite gehen.

World Trade Center soll doch über 90% vermietet sein

Elli Kny
24.04.14, 20:55
richtig, chris1988, für manches wird es nachnutzungen geben, allerdings steht dann wieder anderes leer. mein eindruck bei ladenzeilen ist, dass die integrierten lagen stärker schwächeln.

das WTC hat dank der stadtverwaltung die meisten büroflächen vermietet, allerdings ist die ladenzeile der schwachpunkt. ein laden wird durchs stadtmodell besetzt (interimslösung fürs wahljahr) und ein weiterer wird derzeit bezogen. zieht die stadtverwaltung mal wieder aus, wirds es schwer für das center, sollte der büromarkt so bleiben wie er ist.

die altmarktarkade ist leer geworden, weil einige größere geschäfte kaum noch kundschaft hatten. dies war strukturbedingt und könnte sich hier sogar durch schönere und kleinere läden spürbar verbessern, zumal wenn nun saniert werden sollte.

das postprojekt ist schon mehrfach in der presse gewesen, müsste auch im neustadtstrang zu finden sein und hat noch keine visualisierungen, da alles beim alten bleibt. innen wird bissel umgebaut und wie es aussen wird, weiss man noch nicht so recht. das äussere des gebäudes wird sich wohl nicht allzuviel verändern.

zusatz:
für das hochhaus am dipsplatz hat die firma neonworx größere flächen gesichert, berichtet heute die DNN.

Chris1988
24.04.14, 23:36
Also wer eine Wohnung mit Bürofenstern zur Kö kauft dem ist meiner Meinung nach nicht mehr zu helfen. Da müsste einiges an der Seite zur Kö verändert werden.

Elli Kny
25.04.14, 00:14
wieso kaufen, die sind nur zum vermieten. bestimmt kleine buden für studenten und azubis, die alle in die neustadt wollen, das geht weg wie warme semmeln. möglicherweise wird die fassade zur kö auch umfassend erneuert. es soll ja bald losgehen, da kommen bestimmt in kürze weitere meldungen.

LE Mon. hist.
25.04.14, 03:33
Hier mal die Pressemitteilungen von AENGEVELT zum Einzelhandels- und Büroflächenmarkt im vollen Wortlaut:

PM AENGEVELT-RESEARCH, 23.04.2014
https://www.konii.de/news/aengevelt-analysiert-attraktiven-einzelhandelsmarkt-in-dresden-201404239090


AENGEVELT analysiert attraktiven Einzelhandelsmarkt in Dresden

Dresden ist das politische und zugleich touristische Zentrum Sachsens und verfügt damit als zudem größte Stadt des Freistaates über hervorragende Umsatzpotentiale. Gerade vor diesem Hintergrund besitzt Dresden hinsichtlich der einzelhandelsrelevanten Kennziffern „EH-Kaufkraftniveau“ (93,9; Deutschland = 100), „EH-Umsatz-niveau“ (104,7) und „Zentralität“ (111,4 = „Kaufkraft-Import“) noch deutliche Steigerungspotentiale.

Zwar gibt es in Dresden heute schon mit 1,7 m² Ladenfläche je Einwohner mehr Handelsfläche als im Bundesdurschnitt (1,5 m²/EW), allerdings nur wenig davon in der Innenstadt. Während sich in Städten wie Düsseldorf oder Mannheim 30% bis 40% der Flächen im Zentrum befinden, sind es in der Dresdner Innenstadt lediglich 20% bzw. rd. 180.000 m² bei einem Gesamtbestand von rd. 890.000 m² Einzelhandelsfläche.

Dresdner innerstädtische Einkaufslagen

• Prager Straße: Eine der großen Magistralen der Dresdner Altstadt ist die Prager Straße. Hier sind der Shopping-Center-Besatz und im nördlichen Bereich der Filialisierungsgrad (rd. 70%) hoch. Die geringe Fluktuation und die höchsten Mieten für Handelsflächen bestätigen die Einordnung des nördlichen Teils der Prager Straße als stärkste Einzelhandelslage Dresdens.
Im mittleren Teil der Prager Straße relativiert sich ihre Attraktivität. Die Mieten im südlichen und mittleren Bereich der Prager Straße sind deutlich niedriger als im nördlichen Teil. Hier geht AENGEVELT-RESEARCH indessen nach Abschluss der großflächigen Umbauarbeiten in der „Centrum Galerie“ mit deutlicher Verbesserung der Laufwege sowie dem neuen Ankermieter PRIMARK zukünftig von einer deutlichen Aufwertung der Handelslagen aus. Verstärkt wird dies durch die Entwicklung am Wiener Platz: Mitte 2014 beginnt die REVITALIS REAL ESTATE AG direkt an der Fußgängerzone den Bau eines neuen Wohnquartiers. In dem sechs- bzw. siebengeschossigen „PRAGER CARRÉE“ (rd. 32.000 m² BGF; oberirdisch) werden auf rd. 5.900 m² Einzelhandels- und Gewerbeflächen entstehen und auf den restlichen Flächen voraussichtlich 241 (Miet-)Wohnungen. Die Fertigstellung ist für das 3. Quartal 2016 geplant.
• Altmarkt: An die Prager Straße schließt der Altmarkt als Mittelpunkt der historischen Altstadt an. Sowohl direkt am Platz als auch in den angrenzenden Straßen und Gassen bietet sich eine Vielzahl an Shoppingangeboten und Gastronomie. Von kleinen Läden über Warenhäuser bis hin zur „Altmarkt-Galerie“ lädt dieses Quartier die Dresdner und Touristen zum Bummeln ein.
• Neumarkt bzw. „An der Frauenkirche“: Nördlich des Altmarkts ist ein Quartier mit mittlerweile nahezu vollständig abgeschlossener und rundum gelungener Rekonstruktion historischer Gebäude. Dieses Gebiet ist besonders bei Touristen beliebt. Entsprechend hoch sind die Spitzenmieten mit EUR 80,-/m². In guten Lauflagen starten die Mieten bei EUR 50,-/m². Abseits der hochfrequentierten Lagen fallen die Mieten dann rasch ab (z.T. bis hinunter auf EUR 10,-/m²).
• Innere Neustadt: Auf der nördlichen Seite der Elbe schließt das Quartier Innere Neustadt an. Entlang der Königsstraße ist dieses Viertel geprägt von Galerien, Kunsthandlungen und Luxus-Boutiquen. In Bestlage liegen hier die Mieten zwischen EUR 30,- bis hin zu EUR 50,-/m².

Dresdner Einzelhandelsmieten

In Dresden werden neben Berlin und Leipzig im Vergleich der östlichen Handelszentren die höchsten Spitzenmieten erzielt. Dabei war das Mietwachstum in Dresden rasant: 2007 wurden im Spitzensegment in Dresden (erst) EUR 55,-/m² erzielt. Binnen fünf Jahren hat sich der Wert verdoppelt und seitdem stabilisiert:
• Die TOP-A-Lage ist räumlich extrem begrenzt, dementsprechend steht dem (vorhandenen) Angebot eine hohe Nachfrage gegenüber. Aktuell werden für Top-Flächen in bester Lage (nördliche Prager Straße) wie bereits in den Vorjahren Spitzenmieten von rd. EUR 110,- /m² Verkaufsfläche erzielt.
• Die A-Lage ist neben der Top-A-Lage durch eine hohe Passantenfrequenz mit hoher Kaufbereitschaft gekennzeichnet (z.B. Teilbereiche der mittleren Prager Straße und Altmarkt). Der Wettbewerb um Ladenflächen ist hoch, aber geringer als dies in der Top-A-Lage der Fall ist. In der Spitze erreichen die Mieten in Dresdner A-Lagen bis zu EUR 80,-/m² Verkaufsfläche, die günstigsten Flächen ca. EUR 55,-/m²
• In den etablierten, gleichwohl weniger frequenzstarken B-Lagen (z.B. Seestraße, Wildsdruffer Straße – westlicher Teil und am Hauptbahnhof) bewegt sich das Mietniveau i.d.R. zwischen EUR 20,- bis 30,-/m². Im Spitzensegment werden z.T. bis zu EUR 60,-/m² Verkaufsfläche erzielt.
• Auf deutlich niedrigerem Niveau bewegen sich die realisierbaren Mieten in C-Lagen (z.B. Kreuzkirche, Ferdinandplatz, Hauptstraße und östlicher Teil der Wilsdruffer Straße). Hier liegen die aktuell kontrahierten Mietwerte objektabhängig zwischen EUR 8,- und 12,-/m² und in der Spitze bei rd. EUR 15,-/m². Im Einzelfall sind auch in sehr guter Frequenzlage Mieten von bis zu EUR 40,-/m² erzielbar.
• In den Stadtteilzentren (z.B. Schillerplatz, Fetscherplatz, Löbtau Center) sind bei überwie-gend stabiler Flächennachfrage aktuell Einzelhandelsmieten zwischen EUR 10,- und 25,-/m² marktüblich. Die EUR 25,-/m² werden dabei branchenabhängig in besonders bevorzugten bzw. umsatzstarken und verkehrsgünstigen Standorten gezahlt.
• In den Einkaufszentren am Rand (Ausfallstraßen, „Grüne“ bzw. „Braune Wiese“), wie z.B. dem „Elbepark“ oder dem „Kaufpark Nickern“, sind die Mieten etwas höher und bewegen sich in einem Preisband von EUR 20,- bis hin zu 35,-/m².

Trends 2014-2015

• AENGEVELT–RESEARCH prognostiziert aufgrund des anhaltenden Bevölkerungswachstums und einer steigenden absoluten Kaufkraft u.a. dank wachsender Touristen-Zahlen auch zukünftig eine dynamische Entwicklung insbesondere der innerstädtischen Einzelhandelslagen.
• Die hohe Nachfrage nach Einzelhandelsflächen in Top-A-Lage hält an.
• AENGEVELT–RESEARCH prognostiziert eine stabile Mietentwicklung in 2014/2015 mit evtl. leicht anziehenden Spitzenmieten in den gefragten innerstädtischen Top-Lagen.
• Ab dem nördlichen Teil der Prager Straße bis hin zum Neumarkt (Frauenkirche) wird es zu einer weiteren Verdichtung der Einzelhandelsflächen kommen.
• Der südliche Teil der Prager Straße bis hin zum Hauptbahnhof profitiert von den aktuellen Entwicklungen (neu konzeptionierte „Centrum Galerie“ und Bebauung „Wienerplatz“) mit der Folge steigender Mieten im südlichen bis mittleren Teil der Prager Straße.


PM AENGEVELT-RESEARCH, 23.04.2014
https://www.konii.de/news/aengevelt-sieht-dresdner-buromarkt-uberdurchschnittlich-201404239596


AENGEVELT sieht Dresdner Büromarkt überdurchschnittlich!

Der Dresdner Büroflächenmarkt konnte 2013 zum ersten Mal die Umsatzmarke von 90.000 m² deutlich übertreffen und erzielte mit rd. 95.000 m² einen Wert, der 17% über dem Vorjahresergebnis liegt (2012: rd. 81.000 m²). Zudem übertrifft der 2013er Wert den jüngsten 5-Jahresdurchschnitt um 18% (durchschnittlich 2008 bis 2012: rd. 80.500 m²) und den mittleren Wert der jüngsten Dekade (durchschnittlich 2003 bis 2012: rd. 62.700 m²) sogar um 51%. Dresden zählt damit zusammen mit den Städten Essen (2013: 115.000 m²) und Hannover (2013: 125.000 m²) zu den drei umsatzstärksten Büromärkten innerhalb der mittelgroßen deutschen Bürostandorte.

Für 2014 prognostiziert AENGEVELT-RESEARCH einen erneut überdurchschnittlichen Büroflächenumsatz von rd. 87.000 m².

Short Facts 2013:

• Das sehr gute Dresdner Ergebnis von 94.800 m² Büroflächenumsatz in 2013 fußt nach Analysen von AENGEVELT-RESEARCH hinsichtlich der nachgefragten Flächengrößen auf einer breiten Basis und belegt die Robustheit des Dresdner Büroflächenmarktes: Während in den Bürohochburgen wie z.B. Frankfurt/M. Spitzenergebnisse i.d.R. nur mittels einer überdurchschnittlichen Anzahl von Großabschlüssen erzielt werden (können), erreicht Dresden dies dank einer dynamischen Nachfrage über alle Größenklassen hinweg.
• Mit dem exzellenten Ergebnis weist Dresden 2013 eine überdurchschnittliche Umsatz-dynamik (Flächenumsatz/Flächenbestand) von 3,9% auf und übertrifft damit u.a. Leipzig (2,1%) und die Bürometropolen Berlin (2,7%) und Frankfurt (3,6%).
• 2013 wurden rd. 12.000 m² neue Bürofläche fertiggestellt (2012: rd. 15.000 m²). Dies entspricht einer Innovationsquote von lediglich 0,5% des gesamten Dresdner Büroflächenbestandes von ca. 2,45 Mio. m².
• Die gute Nachfrage und das geringe Fertigstellungsvolumen führten nach Analysen von AENGEVELT-RESEARCH zu einem weiteren moderaten Abbau der Angebotsreserve auf nominell rd. 280.000 m² bzw. eine Leerstandsquote von 11,4% des Gesamtbestandes von rd. 2,45 Mio. m² (Anfang 2013: 282.000 m² bzw. 11,6%).
• Zudem stieg die Spitzenmiete zum vierten Mal in Folge auf EUR 12,00/m² (2012: EUR 11,50/m²; 2011: EUR 11,00/m²; 2010: EUR 10,50/m²).

Prognose / Trends 2014

• Für das Jahr 2014 prognostiziert AENGEVELT-RESEARCH einen erneut hohen und im Vergleich zum starken Vorjahr weitgehend stabilen Büroflächenumsatz um 87.000 m².
• Bestätigt wird dies durch einen dynamischen Start: AENGEVELT- RESEARCH analysierte im ersten Quartal 2014 einen Flächenumsatz in Höhe von rd. 20.000 m², der 29% über dem Wert des Vorjahreszeitraums liegt (I. Q 2013: 15.500 m²).
• Für 2014 sind keine nennenswerten Fertigstellungen neuer Bürofläche absehbar.
• Entsprechend erwartet AENGEVELT-RESEARCH einen weiteren Abbau der nominellen Angebotsreserve auf rd. 277.000 m² Bürofläche und insbesondere des marktfähigen Angebotssockels auf rd. 160.000 m² (siehe dazu auch Leerstandsdifferenzierung nach ARLEX AENGEVELT-RESEARCH-LeerstandsindEX).
• Im Spitzenpreissegment prognostiziert AENGEVELT-RESEARCH für 2014 einen Anstieg des Mietniveaus auf rd. EUR 12,50/m². Damit bietet Dresden indessen unverändert günstige Rahmenbedingungen für Unternehmens-Expansionen und –Neuansiedlungen.

Büroflächenumsätze 2013 nach Lagen/Ortsteilen

• Die Dresdner Altstadt bleibt der wichtigste Bürostandort: Hier wurden die höchsten Mietflächenumsätze mit rd. 38.900 m² bzw. ein Marktanteil von 41% analysiert (2012: 41.300 m² bzw. 51%).
• Ebenfalls der Innenstadt zugeordnet ist die Neustadt. In diesem Ortsamtsgebiet wurden 12.400 m² Bürofläche umgesetzt (2012: 11.400 m²). Hier dominierten die Anmietungen in der Antonstadt mit 5.300 m² (2012: 4.600 m²).
• Im Norden (Pieschen) wurden rd. 4.700 m² bzw. 5% des Mietflächenumsatzes kontrahiert (2012: 7.500 m², 7%), im Osten (Blasewitz) rd. 5.700 m² bzw. 6% (2012: 3.300 m², 4%).
• Ausgesprochen stark war im Jahr 2013 der Süden (Plauen) mit rd. 12.400 m² bzw. 13% (2012: 10.500 m² bzw. 13%).
• Der Westen bzw. Cotta spielt in Dresden eine eher untergeordnete Rolle. Hier wurde 2013 ein Flächenumsatz von rd. 2.800 m² bzw. 3% registriert. 2011 waren es mit rd. 1.600 m² bzw. 2% noch weniger.
• Auf die peripheren Lagen und sonstigen Lagen entfiel ein Mietflächenumsatz von rd. 17.900 m² bzw. 19% (2012: 7.200 m² bzw. 9%).

Büroflächenumsätze nach Branchen

• Stärkste Nachfragegruppe bildeten 2013 unternehmensbezogene und beratende Dienstleister mit einem Flächenumsatz von rd. 42.700 m² (2012: 39.500 m²) bzw. einer Marktquote von 45% (2012: 49%).
• Auf Medien- bzw. IT und Kommunikationsunternehmen entfielen rd. 19.000 m² (2012: 11.000 m²) bzw. 20% (2012: 14%).
• Danach folgen die öffentliche Hand bzw. Organisationen ohne Erwerbszweck (u.a. Verbände) mit rd. 18.000 m² bzw. einer Marktquote von 19% (2012: 7.300 m² bzw. 8%).
• Die sonstige Branchen generierten rd. 12.300 m² bzw. 13% (2012: 19.100 m² bzw. 24%).
• Finanzdienstleister spielen in Dresden eine eher untergeordnete Rolle mit einem Flächenumsatz von 2.800 m² (2012: 4.100 m²).

Büroleerstände

Derzeit stehen in Dresden 280.000 m² Bürofläche leer. Dies entspricht einer nominellen Leerstandsquote von 11,4%.

Für die Bewertung der Marktwirksamkeit des Büroflächenleerstands bzw. des marktfähigen Flächenangebots ist die Aussagekraft der rein nominellen Leerstandsquote indessen ungeeignet. Unter Anwendung des von AENGEVELT-RESEARCH entwickelten Leerstands-index „ARLEX“ (AENGEVELT-RESEARCH-LeerstandsindEX) ist der Gesamtleerstand nach markant unterschiedlichen Flächenqualitäten und daraus resultierenden höchst individuellen Marktwirksamkeiten zu differenzieren:
• Am Dresdner Büromarkt sind von dem gesamten Büroflächenleerstand von 280.000 m² rd. 62.000 m² bzw. 22% als „regionalisierte Fluktuations- und Mobilitätsreserve“ für das reibungslose Funktionieren des Marktes notwendig.
• Außerdem entfallen 19% bzw. 52.000 m² auf „strukturelle Leerstände“. Dabei handelt es sich um leerstehende Büroflächen in Objekten, die mindestens 5 Jahre und länger durchschnittliche Leerstandsquoten von 50% und mehr aufweisen. Diese Flächen sind definitionsgemäß selbst in Boomzeiten kaum vermarktungsfähig (Fachjargon: „Marktleichen“).
• Ebenfalls nur bedingt marktwirksam sind Untermietflächen bzw. „latente Leerstände“, die in Dresden allerdings nicht relevant sind.
• Nach Abzug der drei zuvor erwähnten Flächenbestände in Höhe von insgesamt 114.000 m² vom gesamten Dresdner Büroflächenleerstand (280.000 m²) ergibt sich damit der tatsächlich „marktwirksame Flächenüberhang“ von ca. 166.000 m². Das sind 59% des gesamten Büroflächenleerstands. Bezogen auf den gesamten Dresdner Büroflächenbestand in Höhe von rd. 2,45 Mio. m² ergibt sich somit eine marktwirksame Leerstandsquote von 6,8%.

Die von AENGEVELT-RESEARCH entwickelte Leerstandsdifferenzierung zeigt eindeutig, dass die statistische Leerstandsrate (11,4%) wie allerorten auch in Dresden allenfalls indikative Aussagekraft hat.

Anziehendes Mietniveau

Das marktgerechte Flächenangebot in guten bzw. sehr guten Lagen ist in Dresden knapp. Das wird sich im Berichtszeitraum 2014 mangels spekulativer Bauvorhaben kaum ändern. Infolge des leichten Nachfrageüberhangs in den beliebten zentralen Lagen steigt die Spitzenmiete seit vier Jahren an. Gefragt sind moderne bzw. flexible Flächenzuschnitte im Dresdner Altstadtkern. Hier zeichnet sich eine sehr stabile Entwicklung mit leichten Tendenzen zu Mietpreissteigerungen ab:
• Im Topsegment des Büroflächenmarktes steigen die Spitzenmieten seit 2009. Aktuell werden im Spitzensegment EUR 12,-/m² erzielt (2012: EUR 11,50/m²).
In den beliebten Lagen der inneren Altstadt (Altmarkt) und der Seevorstadt-Ost (Prager Straße) liegen die üblichen Mietpreise in der Regel zwischen EUR 8,50/m² und EUR 11,-/m².
• Die mittleren Mieten im Citybereich zogen ebenfalls leicht an auf rd. EUR 8,50/m², 2012 waren es EUR 8,-/m².
• Am Cityrand ist das Mietniveau günstiger. 2012/2013 sind hier die Mieten im Spitzen-segment zuletzt moderat gestiegen (2011: EUR 8,50/m² bzw. 2012 bzw. 2013: EUR 9,-/m²). Für A-Flächen werden derzeit wie im Vorjahr EUR 9,-/m² erzielt. Im Durchschnitt liegen die Mieten am Cityrand bei EUR 6,50/m².
• Mit zunehmender Entfernung zum Zentrum sinkt das Mietniveau. So lagen die Spitzen-mieten im erweiterten Cityrand bei unverändert EUR 7,-/m² (2012: EUR 7,-/m²), in den Randgebieten lediglich bei EUR 6,50/m² (2012: EUR 6,50/m²).

Elli Kny
25.04.14, 22:12
Kennziffern „EH-Kaufkraftniveau“ (93,9; Deutschland = 100), „EH-Umsatz-niveau“ (104,7) und „Zentralität“ (111,4 = „Kaufkraft-Import“) noch deutliche Steigerungspotentiale.

Zwar gibt es in Dresden heute schon mit 1,7 m² Ladenfläche je Einwohner mehr Handelsfläche als im Bundesdurschnitt (1,5 m²/EW), allerdings nur wenig davon in der Innenstadt. Während sich in Städten wie Düsseldorf oder Mannheim 30% bis 40% der Flächen im Zentrum befinden, sind es in der Dresdner Innenstadt lediglich 20% bzw. rd. 180.000 m² bei einem Gesamtbestand von rd. 890.000 m² Einzelhandelsfläche.

daran sieht man dass der bundeswert auch schon stark anstieg, die bauen ja auch überall shoppingcenter was das zeug hält - ist leider zeitgeist.
positiv an den dresdner werten ist, dass die innenstadt noch viel mehr einzelhandel vertragen könnte. das wäre wichtig für die entwicklung des ferdinand-georgplatzes, allerdings ohne dort ne dritte centrumgalerie anzubringen - sondern kleinteiligkeit.
ich hoffe ja auch, dass die enorme flächenquote von 1,7 vom stadtrand her zusammenbröselt, denn dort sind etliche etablissements, die eigentlich unter niveau sind und die der konkurrenzkampf mal plattmachen sollte. da muss auch mal was schließen und abgerissen werden. dort könnte man dann auch mal ne große firma ansiedeln, anstatt ein gewerbegebiet nach dem anderen zu entwickeln. wichtig ist, dass die city zum zuganker wird und periphere bestände auch mal dichtmachen.

um dresden zu einer vollwertigen großstadt zu machen, muss das potential weiterer guter läden und ketten in der innenstadt ausgeschöpft werden, denn trotz der hohen pro-kopf-quote habe zumindest ich nicht den eindruck, in vergleichbarer weise wie in anderen großen städten hier was geboten zu bekommen. abseits der innenstadtachse neustadt-hauptbahnhof und höchstens noch dem allesbietenden elbepark findet man in dresden keine wirklich vielfältigen einkaufsmöglichkeiten. gefühlte 90% der quote machen mE nur allerweltsmist aus, eine city zum flanieren an echten geschäftsstrassen, durch passagen und quirligen stadtplätzen fehlt nahezu.


nach abzug aller marktunwirksamen flächenanteile ergibts sich:
Bezogen auf den gesamten Dresdner Büroflächenbestand in Höhe von rd. 2,45 Mio. m² ergibt sich somit eine marktwirksame Leerstandsquote von 6,8%.
da widerspricht die zahl meiner wahrnehmung. die innenstadt wird als DER bürostandort aufgelistet mit auch den größten neuvermietungen, allerdings fallen genau dort die zahlreichen leerstände auf, während in den cityrandlagen und stadtteillagen solches nicht so zu sehen ist. wichtig wäre eine untersuchung des ddr-bürobestandes sowie des sonder-afa-nachwende-bestandes, die gewiss einen erheblichen teil der "marktleichen" ausmachen, die ja bei den knapp 7% leerstandsquote bereits rausgerechnet wurden. im prinzip ist es ja fürs einzelobjekt bekannt und klar. nur, was soll aus solchen objekten werden?

Elli Kny
25.04.14, 22:22
Dresdner Stadtbausymposium - "Wie bauen wir eine Stadt?"

infos dazu hier (http://www.dresden-fernsehen.de/Aktuelles/Artikel/1352789/Dresdner-Stadtbausymposium---Wie-bauen-wir-eine-Stadt-/)

LE Mon. hist.
30.04.14, 03:26
PM Stadt Dresden, 28.04.2014
http://www.dresden.de/de/02/035/01/2014/04/pm_097.php?lastpage=zu%20Pressemitt eilungen


Dresden zählt zu den dynamischsten Immobilienstandorten Deutschlands
Information zum Grundstücksmarktbericht

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Landeshauptstadt Dresden veröffentlicht den Grundstücksmarktbericht mit einem umfassenden Überblick zum Immobiliengeschehen im Jahr 2013.

Rund 5500 Immobilien wechselten für insgesamt 1,4 Milliarden Euro den Eigentümer. Das bedeutet eine Erhöhung des Geldumsatzes um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Bauland

Der steigende Geldumsatz ist das Ergebnis des Verkaufs von Bauflächen für den Bau von Eigentumswohnungen und die Gewerbenutzung. Die Umsätze im individuellen Wohnungsbau dagegen blieben konstant. 90 Prozent der Grundstücke wurden für den Bau von freistehenden Einfamilienhäusern erworben, am häufigsten in Klotzsche, Dölzschen, Weißig und Langebrück.

Bebaute Grundstücke

Mehrfamilienhäuser und Wohngeschäftshäuser waren der dominierende Teilmarkt bei den bebauten Grundstücken; der Flächenumsatz stieg um 70 Prozent, der Geldumsatz verdoppelte sich bei einer unveränderten Anzahl von Abschlüssen. Verkauft wurden fast ausschließlich Bestandsimmobilien; davon wurden über 50 Prozent saniert veräußert.

Die individuell bebauten Grundstücke sind auch 2013 ein wichtiges Marktsegment. Neubauten wie im Lahmann-Sanatorium (Weißer Hirsch), an der Fabricestraße (Neustadt) und am Neudobritzer Weg (Dobritz) wurden genau so häufig nachgefragt wie Bestandsgebäude aller Baujahre, zum Beispiel in Weißig, Kaditz oder Klotzsche/Hellerau.

Wohnungs- und Teileigentum

Wohnungs- und Teileigentum ist mit 65 Prozent Anteil das größte Segment am Dresdner Grundstücksmarkt. Im Teilmarkt Wohnungseigentum ist der Marktanteil der Weiterverkäufe (Verkauf von bereits längerfristig bestehendem Wohnungseigentum) gegenüber der Erstverkäufe (erstmaliger Verkauf von neu begründetem Wohnungseigentum) zunehmend und beträgt jetzt zwei Drittel. Wohnungen in Häusern mit Baujahren vor 1990 sind besonders nachgefragt. Der durchschnittliche Kaufpreis für eine sanierte Wohnung im Erstverkauf beträgt 2670 Euro/m² Wohnfläche und für eine sanierte Wohnung im Weiterverkauf 1460 Euro/m² Wohnfläche, was in beiden Teilmärkten eine Steigerung von bis zu 14 Prozent bedeutet.

Wohnungen in Gebäuden in Plattenbauweise finden in zunehmender Zahl Käufer. Im Erstverkauf von neu sanierten Plattenbauten auf dem freien Markt wurde ein Durchschnittspreis von 2510 Euro/m² erzielt.

Ausblick

Dresden gehörte schon in den letzten Jahren zu den dynamischen Immobilienstandorten in Deutschland und diese erfreuliche Tendenz wird sich auch 2014 fortsetzen.Die Vorsitzende des Gutachterausschusses Klara Töpfer schätzt ein, dass die Nachfrage nach familienfreudlichen 3- bis 5-Zimmerwohnungen anhalten, es aber hier keine unbegrenzte Zunahme geben wird. Das Angebot ist bei der wachsenden Bevölkerungszahl zu gering. Die Leerstandszahlen werden sich weiter verringern; Mietsteigerungen im Rahmen des geltenden Mietspiegels und Spitzenmieten in der Vermietung neuer Objekte gehen damit einher.

Für das Jahr 2014 wird eine rege Bautätigkeit erwartet und man darf gespannt sein, wie diese zahlreichen Bauvorhaben umgesetzt bzw. angenommen werden. Da es sich zum Teil um Bauvorhaben mit mehreren hundert Wohnungen handelt, wird es hier ein sehr ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis geben.

Dresden bleibt auch weiterhin ein interessanter Standort für Investoren, die sich nach alternativen Anlageformen umsehen, um nicht der Gefahr einer Geldinflation zu unterliegen.

Bezug

Der Grundstücksmarktbericht mit umfangreichen und detaillierten Auswertungen zu Kaufpreisen Dresdner Immobilien kann als CD-ROM oder pdf-Datei im Kundenservice des Städtischen Vermessungsamtes (E-Mail vermessungsamt-ks@dresden.de) geordert oder direkt unter www.dresden.de/online-shop mit einer Schutzgebühr von 50 Euro erworben werden.

Weitere Informationen zum Grundstücksmarktbericht und andere Leistungen des Gutachterausschusses finden Sie im Internet unter
www.dresden.de/gutachterausschuss

LE Mon. hist.
01.05.14, 08:44
Die Gagfah Group kündigt an, in diesem Jahr rund 41 Millionen Euro in ihren Dresdner Wohnungsbestand zu investieren. Der neue Dresdner Niederlassungsleiter Günter Baer: "Unser Ziel ist es, den noch vorhandenen Leerstand weiter zu reduzieren." Stellvertretend wird die Sanierung der Blöcke Kipsdorfer Straße 123 bis 139 und 124 bis 128 in Seidnitz für 5,8-Millionen Euro genannt.

Mehr Informationen liegen hinter der DNN-Bezahlschranke

DNN-Online, 30.04.2014
Bauwirtschaft und Immobilien
Gagfah investiert 41 Millionen Euro in Dresdner Wohnungsbestand
http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/wirtschaft/detail/-/specific/Gagfah-investiert-41-Millionen-Euro-in-Dresdner-Wohnungsbestand-798325046

Elli Kny
01.05.14, 17:13
danke LE Mon.
die größeren sanierungen haben wir auch bereits in den stadtteilen erwähnt, den rest der investsumme wird von aussen kaum zu bemerken sein. und es ist immer etwas vorsicht geboten: aus dem 100 millionen programm der gagfah von vor 2 jahren wurde auch kaum was. und bei so dermaßen vielen wohnungen sind selbst 100 mille gerademal soviel, wie die gagfah ihre baumassnahmen dann auch auflistet, dass quasi nur mal hier mal da ein WC oder ein hausflur erneuert werden kann.
die sanierung des grauen blocks an der flo-geyer-strasse in johannstadt hat sich auch erst kürzlich verschoben. es ist eine asylbewerber-unterkunft und sollte ab jetzt innen saniert werden, doch derzeit kommt gerade eine "schwemme" an neuzugängen auf die kommunen zu, sodass diese sanierung erst ab september durchführbar ist.

Dunkel_Ich
05.05.14, 19:56
Wie bereits im Neumarkt-Strang kund getan, hier noch einmal der Hinweis zum
02. Stadtbausymposium der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e.V. am 15./16.05.14. Die Anmeldung dazu sollte bis zum 09.Mai erfolgt sein.

http://www.stadtbausymposium-dresden.de/

Am Donnerstag (15.05.) dreht es sich überwiegend um den Neumarkt, am Freitag allerdings geht es generell um den Städtebau und die Architektur.

Elli Kny
15.05.14, 23:56
Dresden verliert zusehends am grünen Stadtbild

seit aufweichung der baumschutzsatzung des freistaats in 2010 nimmt besonders in den letzten zwei jahren die anzahl gefällter großer bäume und rohdungen auf arealen drastisch zu. die SäZ berichtete nun über das engagement grüner stadträte in dieser wichtigen frage. um überhaupt etwas transparenz in der sache herzustellen, sind stadtratsanfragen von amtspersonen vonnöten und auch erfolgt, da bürger nicht auskunftsberechtigt sind. zumeist werden wichtige zahlen nicht einmal erhoben bzw. sind keine klaren aussagen möglich. subjektiver alltagseindruck vieler bürger ist allerdings, daß diese entwicklung stark zugenommen hat und schon im stadtbild ablesbar ist. abseits einzelner altbaumreicher stadtteile wie striesen oder wilder mann ist es in der tat nur noch selten möglich, eine überhaupt verschattete straße aufzufinden. prinzipiell torpediert die reale entwicklung alle schönrednerischen städtischen strategien zum umwelt-, gesundheits- und klimaschutz. fast allen lokalpolitikern ist diese sachlage kaum bewußt.

zum einen gibt es die städtischen verantwortungsbereiche (öffentl. strassenraum und kommunale flächen), wo negativtrends zu beobachten sind, andererseits die masse an privatgrundstücken, welche viel stärker betroffen sind, dort allerdings nicht einmal zahlen erhoben werden. bei städtischen fällbegründungen (meist lapidar "verkehrssicherung" genannt) ist praktisch kein gegenbeweis anstellbar. damit existiert keine einflußmöglichkeit und auf privatgelände nicht einmal die feststellung erfolgter rohdungen. aufgrund des teilweise abgeschafften gehölzschutzes sind rohdungen aller art zumeist sogar legal. die fachämter haben komplett die übersicht verloren, bestätigen aber den negativen trend.

die SäZ berichete nun von einer interessanten erhebung von Lisa Lekies, studierte fachfrau für naturschutz und landschaftsplanung, die für ihre studienarbeit dresdner luftbilder und streetview-ansichten aus 2008 und 2009 zusammentrug, dann zu den orten reiste und die heutige situation kartierte. die arbeit ist auf einige stadtteile wie bühlau, kadiz, striesen, johannstadt und einige alte dorfkerne beschränkt.
fazit ist, dass in den (privaten) vorgärten ca. 15% weniger bäume und sträucher bestehen. abzüglich vorgärten, wo solches schon 2010 nicht mehr bestand, liegt die verlustrate sogar bei ca. 25%. die größenordnung der zahlen bestätigt auch die stadtverwaltung und fügt hinzu, dass kaum noch ersatzpflanzungen erfolgen, da dies mit der neuen rechtslage nichtig geworden war. die anzahl von ersatzpflanzungen für gefällte bäume schrumpfte demnach um rund 75% auf privaten grundstücken.

im kommunalen bestand efolgen zwar idR ersatzpflanzungen, allerdings weichen große bäume winzigen neupflanzungen. der reguläre baumbeschnitt entlang der strassen (meist aus "verkehrssicherungspflicht" bzw. "baumpflege") erfolgt aus kostengründen in drastischer weise, daß ein drittel bis zur hälfte der jungbaumkronen der kettensäge zum opfer fallen. kein wunder dass es kaum noch schattige plätze und strassen gibt. die überhitzung der sommerlichen stadt scheint egal zu sein, gleichsam die zunehmenden trocken- und hitzeperioden mit allen gesundheitlichen konsequenzen.

einige stadtratsanfragen brachten es zuletzt zur veröffentlichung und zeichneten ein erbärmliches bild. nachdem es keine gründe für das fällen des heiderandes (wald) entlang der elbschlösser gab, wurde nun die gängige praxis aufgedeckt, wonach auch während des schutzzeitraumes (sog. vegetationsperiode = sommenhalbjahr) - hier beispielhaft am elbhang oberloschwitz - gerohdet wird, wie auch legal ganzjährig für eine gebetsmühlenartig vorgebrachte standardausrede der verkehrssicherung. so wurden seit ende märz bereits weitere 112 strassenbäume gefällt. sogar bei ökologischen ausgleichsflächen wird zur "rechtssicheren herstellung eines ausgleichs" wald ausgelichtet. dort fand man prompt eine neue ausrede: man hätte diese bäume im winter stehen gelassen, weil dort vögel nisteten bzw. fledermäuse wohnten.

die holzpreise sind seit jahren im rekordrausch und dresden steht nunmehr in der gefahr, sein grünes stadtbild zu zerstören.

Elli Kny
29.05.14, 17:45
4. Dresdner Debatte

dresdner-debatte.de (http://dresdner-debatte.de/)

Vom 10. Juni bis 5. Juli 2014 wird () die 4. Dresdner Debatte zum Stadtentwicklungskonzept „Zukunft Dresden 2025+“ stattfinden.

Unter dem Motto „Dresden gemeinsam gestalten“ sind Sie eingeladen, sich umfassend zum Stadtentwicklungskonzept zu informieren und dazu Ihre Meinungen und Vorschläge zu äußern. Dabei stehen folgende Fragen im Mittelpunkt:
Wie soll unsere Stadt in Zukunft aussehen? Was muss für die Entwicklung der einzelnen Stadtviertel getan werden?

Über diese und weitere Fragen können Sie ab dem 10. Juni vier Wochen lang hier im Online-Dialog debattieren und somit dem Stadtplanungsamt wertvolle Rückmeldungen für die anstehenden Planungen geben. Wenn Sie gern persönlich mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Stadtplanungsamtes sprechen möchten, sind Sie herzlich eingeladen, uns in der Info-Box am Dr.-Külz-Ring (dienstags bis freitags 15 bis 19 Uhr; samstags 11 bis 16 Uhr) auf dem Platz vor dem Eingang der Altmarktgalerie, zu besuchen.

Einen eher spielerischen Zugang zur Stadtentwicklung und zum Stadtentwicklungskonzept bietet der Geocache, der eigens für die Debatte entwickelt wurde. Mehr Infos dazu demnächst hier.

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge und eine konstruktive Debatte!
alle zitate: stadtverwaltung dresden - link oben


bereits in paar tagen findet eine stadtentwicklungs-fachkonferenz im hygiene-museum statt.
Fachkonferenz zum Stadtentwicklungskonzept
Im Vorfeld der Debatte findet am 5. Juni 2014 im Hygiene-Museum eine Fachkonferenz zum Stadtentwicklungskonzept statt, zu der Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie von Verbänden und Interessensvereinen eingeladen sind.
naja, leider nur was für "experten". so kann eh nix bei rauskommen. aber vielleicht lässt sich das fazit mit dem des GHND-symposiums vergleichen.


die sagenhafte rote Infobox steht auch in kürze wieder im stadtbild quer:
Info-Box
Die Info-Box steht ab dem 10. Juni am Dr.-Külz-Ring vor dem Eingang der Altmarktgalerie. Sie ist an fünf Tagen in der Woche geöffnet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt informieren Sie und diskutieren gern mit Ihnen über Ihre Vorschläge. Öffnungszeiten Dienstag bis Freitag 15 bis 19 Uhr und Sonnabend von 11 bis 16 Uhr.


also im "spezialsonderfall dresden" ist das - ob der masse an to-do-dingen - wieder ein fall zum abarbeiten bis zum "blöde werden". bei der VEP-debatte liefs ziemlich gut, die folgen sind längst sichtbar und positiv, es könnte gern wieder so ablaufen.

Elli Kny
08.06.14, 22:15
Schulbauprogramm - aktualisierte Liste

die DNN brachten eine neue Liste - ohne anspruch auf vollständigkeit.
gleich eine ganze reihe von investitionen werden im dritten quartal abgeschlossen, darunter einige der großen schulneubauten bzw. -sanierungen.
ausserdem begannen zahlreiche neue baumaßnahmen für die nächste zeit.
http://abload.de/img/dscf1029kjr2w.jpg


weitere projekte des öffentlichen hochbaus sind hier nachlesbar (http://www.dresden.de/de/08/c_015.php).

Elli Kny
28.06.14, 08:19
Huch, Dresden wächst schneller als erwartet!

Wohnungsbau muss beschleunigt werden

neue Einwohnerprognose wird wohl ende juli erwartet und erneut nach oben korrigiert.

artikel zu lesen hier (http://www.menschen-in-dresden.de/2014/dresden-waechst-schneller-als-die-prognosen-flaechen-fuer-wohnungsbau-reichen-aus/)

möglicherweise hat eine kommune interesse daran, die zahlen und damit zukunftsbedarfe niedrig zu halten, damit der investitionsaufwand im zaum gehalten wird. im grunde ist das hier aber popelei, anstatt gleich 600000 Ew. anzugeben, wovon ich schon länger ausgehe.
ausserdem sollte man immer auch die direkten umlandkommunen mitbetrachten, denn die profitieren von preissteigerungen und engpässen der zentralstadt und absorbieren die neuen suburbanisierungstendenzen, wenn auch derzeit noch in geringerem ausmaß.

Elli Kny
15.08.14, 22:51
Kita-Bauprogramm bis 2015 - aktuelle Liste

seit 2008 wurden 9100 zusätzliche krippen- und kitaplätze für über 210 mill. euro errichtet. 70 neue kitas entstanden bis heute.
dennoch geht der kita-boom weiter, fehlen doch stadtweit und besonders in den stadtteilen cotta, f-stadt, neustadt und pieschen noch betreuungseinrichtungen. die investitionen werden sich künftig verstärkt in richtung sanierung von beständen bewegen.

derzeit sind 15 baustellen bis ende 2015 im gange (summe: 45,3 mill. euro), die 1200 neue plätze sowie 800 in sanierungen ergeben:
http://abload.de/img/dscf2456xzjj4.jpg

laut prognose werden die betreuungszahlen ab 2018 nur geringfügig sinken (1-2% pro jahr), worauf die stadt durch einmietungen und containerlösungen für die nächsten 10 - 15 jahre vorbereitet ist, so der sozialbürgermeister. auch weiterhin möchte die stadt aus kita-genutzten wohnhäusern ausziehen und diese verkaufen (so zB die prellerstrasse 8). zu aufwendige sanierungsobjekte mit hohem potentiellen verkaufserlös werden daher geschlossen. bis 2018 müssen noch 34 der insgesamt fast 300 kitas saniert werden und weitere 1400 plätze entstehen. das wird voraussichtlich 75 mill. euro kosten. davon sind 10 einrichtungen für 25,2 mill. euro bereits finanziert. 14 weitere für 36,8 mille werden derzeit durchkalkuliert.
es wird also langsam licht am ende des tunnels. kürzlich las ich, dass dresden schon jetzt die großstadt mit dem besten zustand solcher einrichtungen sei.

LE Mon. hist.
16.08.14, 07:30
BILD, 14.08.2014
Rot-Rot-Grün beschließt neuen Wohnungsriesen
Wer soll das bezahlen?
http://www.bild.de/regional/dresden/wohnungswesen/stadtrat-will-wohnungen-bauen-37236552.bild.html

DNN-Online, 15.08.2014
Kommunalpolitik
Keine Schulden, neue Woba, schmale Königsbrücker: 16 Punkte-Plan für den neuen Dresdner Stadtrat
http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/politik/detail/-/specific/16-Punkte-Plan-fuer-den-neuen-Dresdner-Stadtrat-2240174756

NEUE PERSPEKTIVEN FÜR DRESDEN
Kooperationsvereinbarung der Fraktionen DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD im Dresdner Stadtrat
abschließender Entwurf, 12.08.14
http://www.dielinke-dresden.de/fileadmin/dresden/dokument/Kooperationsvereinbarung.pdf

Die Fraktionen SPD, Linke und Grüne präsentierten mit Unterstützung der Piraten am Mittwoch einen 16-Punkte-Plan ihrer Ziele für die Arbeit im Dresdner Stadtrat. Die sieben A4-Seiten dicke Kooperationsvereinbarung soll am 28. August unterzeichnet werden.

Eines der Ziele sind stabile und bezahlbare Mieten. Eines der 16 konkreten Projekte lautet: "Wir werden ein Bündnis für bezahlbares Wohnen initiieren und die Gründung einer neuen Wohnungsgesellschaft noch 2014 auf den Weg bringen, um schnellstmöglich mit dem Wiederaufbau eines kommunalen Wohnungsbestands beginnen zu können." Ähnlich erklärte Linke-Fraktionschef André Schollbach: „Wir gründen die Gesellschaft noch 2014 und dann werden in den kommenden Jahren mehrere tausend städtische Wohnungen errichtet.“ Im städtischen Haushalt sollen durch buchhalterische Finessen keine Schulden auflaufen. Vorbild ist der Rückkauf der Drewag-Anteile, für die 836 Mio. Euro bezahlt wurden. Die Kredite dafür nahmen damals Tochterfirmen auf, die Stadtkasse bürgt dafür.

Holger Zastrow, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Dresdner Stadtrat, dazu: „Unbezahlbare Utopie. Ein Papier des Grauens.“ Der Plan sei ein gewaltiger Rückschritt für Dresden. „Allein eine neue Woba würde hunderte von Millionen Euro kosten und zudem jedweden privaten Wohnungsbau in Dresden abwürgen. Der gesamte Plan ist an Investorenfeindlichkeit nicht zu überbieten“, heißt es. Zudem fehlen laut FDP Aussagen zum Abbau des Investitionsstaus bei Schulen, Kitas und Sporteinrichtungen.
http://www.fdp-fraktion-dresden.de/aktuelles-1398.html

Weitere Vorhaben:

"Wir werden eine schnelle und stadtteilverträgliche Erneuerung der Königsbrücker Straße erreichen, indem wir eine Planung auf den Weg bringen, welche die Interessen aller Verkehrsteilnehmer und Anwohner ausgewogen berücksichtigt. Damit stellen wir auch die Finanzierung und Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens sicher." Der Ausbau der Königsbrücker Straße soll abgespeckt werden, aber keine völlig neue Variante bekommen. Zu den bisherigen Planungsvorleistungen der Stadt von 1,3 Mio. Euro werden nun neue Kosten hinzukommen. Baubürgermeister Jörn Marx (55, CDU): Das „heißt aber nicht automatisch, dass alle bisherigen Planungsleistungen hinfällig sind.“

Der „Masterplan Leipziger Vorstadt“, in den bislang 50.000 Euro aus der Stadtkasse investiert wurden, soll nach Vorlage der Hochwasserlinien durch den Freistaat Sachsen bis 2016 überarbeitet werden. Ziel ist die Sicherung ausreichender Überflutungsflächen, der Erhalt bestehender sozialkultureller Nutzungen sowie die Schaffung kleinteiliger Handelsflächen und urbaner Wohnquartiere. Bis zu dessen Fertigstellung darf 2016 nicht gebaut werden. "Um Planungsperspektiven zu erhalten und die vorherige Schaffung vollendeter Tatsachen zu vermeiden, wird bis zur Entscheidung des Stadtrates zum Masterplan hinsichtlich der Vorhaben HafenCity, Marina Garden und EKZ Globus keine neue Bebauung zugelassen." André Schollbach (Die LINKE) hat keine Bedenken wegen eventueller Klagen von Investoren, da es noch kein Baurecht gibt.

LE Mon. hist.
22.08.14, 04:08
PM Engel & Völkers Commercial, 21.8.2014
http://www.engelvoelkers.com/de/dresdencommercial/blog/2014/dresden-hohe-nachfrage-nach-wohnraum-fuehrt-zu-steigenden-mieten-2/


Dresden: Hohe Wohnraumnachfrage führt zu steigenden Mieten

Transaktionsvolumen bei Wohn- und Geschäftshäusern steigt um 68 Prozent -
Engel & Völkers Commercial veröffentlicht „Marktreport Wohn- und Geschäftshäuser Dresden 2014/2015“ –

Dresden, 21. August 2014. Die hohe Nachfrage nach Wohnraum lässt die Mieten in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden weiter steigen. In den sehr guten Lagen muss im Maximum bereits 11,80 Euro pro Quadratmeter gezahlt werden. Dies geht aus dem aktuellen „Marktreport Wohn- und Geschäftshäuser* Dresden 2014/2015“ des Beratungs- und Vermittlungsunternehmens für Gewerbeimmobilien Engel & Völkers Commercial hervor.

Nachfrage nach Mietwohnungen übersteigt Angebot

2013 wurden 3.046 Wohnungen in überwiegend zentralen Lagen fertiggestellt, darunter 804 Neubauwohnungen und der Rest in Bestandsgebäuden. Diese Flächen sind jedoch vorwiegend für Eigennutzer bestimmt. „Dabei fehlen nach Angaben der Stadt aktuell in Dresden schätzungsweise 4.000 Mietwohnungen“, betont Stefan Rischke, Geschäftsführer bei Engel & Völkers Commercial Dresden. Zwar gebe es derzeit eine größere Neuentwicklung in der Altstadt gegenüber dem Dresdener Zwinger am Herzogin Garten, wo insgesamt 190 Mietwohnungen (teilweise vollmöbliert) entstehen, doch eine Entspannung der Lage sei mittelfristig nicht in Sicht. „Das seit Jahren andauernde Bevölkerungswachstum wird nämlich anhalten“, ist Rischke überzeugt. Allein der Zuzugsgewinn von 4.300 Personen im Jahre 2013 sei ein Zeugnis für die Attraktivität der Stadt.

Transaktionsvolumen um 68 Prozent gestiegen

Auch die Nachfrage der Anleger nach Wohn- und Geschäftshäusern bleibt weiterhin hoch und die Kaufpreise steigen. Zwar wurden 2013 mit 381 Transaktionen etwas weniger Objekte gehandelt als im Vorjahr, doch das Umsatzvolumen erhöhte sich dagegen deutlich um 68 Prozent auf 422 Millionen Euro. Als Grund dafür nennt Rischke den Handel mit großvolumigeren Mehrfamilienhäusern. „Knapp zwei Drittel aller Transaktionen entfielen auf das Segment „Mehrfamilienhäuser“ und hier hat sich auch der durchschnittlich gehandelte Objektpreis mit 1,17 Millionen Euro mehr als verdoppelt“, unterstreicht der Immobilienexperte. Im Segment „Wohn- und Geschäftshäuser“ (132 Transaktionen) ist der durchschnittliche Objektwert um mehr als 30 Prozent auf 988.000 Euro gestiegen.

Energieverbrauch rückt in den Fokus

Verfügbar sind vermehrt Objekte, die während der 90er Jahre modernisiert oder saniert wurden und jetzt – je nach Zustand – wieder saniert werden müssten. „Dies steht aber im Gegensatz zu den Wünschen der Käufer, die im optimalen Fall ein voll saniertes und modernisiertes Objekt suchen“, betont Rischke. So rücke der Energieverbrauch eines Gebäudes durch die Energieeinsparverordnung 2014, die unter anderem eine größere Transparenz der Immobilie durch Offenlegung des Energieausweises schafft, immer mehr in den Fokus.

Steigende Mieten und Kaufpreise in 2014

Für 2014 geht Engel & Völkers Commercial von einer nahezu unveränderten Verkaufszahl zwischen 360 und 380 aus. Die Mieten und Kaufpreise werden weiter steigen. Auch künftig bietet sich Dresden aufgrund der stabilen Wirtschaft und der positiven Einkommensentwicklung für die Immobilienanlage an.

Download “Wohn- und Geschäftshäuser Marktreport 2014/2015 Dresden”
http://www.engelvoelkers.com/pdfs/marktberichte/res/Dresden_WGH_2014_2015.pdf

Elli Kny
27.08.14, 23:57
Stadt bekommt wohl neue WOBA

nun wirds - dank neuem Stadtrat - allmählich spruchreif: die DNN berichtet (http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/politik/detail/-/specific/Linke-Mehrheit-im-Stadtrat-strickt-an-neuer-Woba-fuer-Dresden-2680424382)

die neue wohnungsbaugesellschaft muss allerdings einen anderen namen bekommen, wie wärs mit DreWoB oder KoWoBa?
aus der jetzigen absicht der linken mehrheit im stadtrat wird in den nächsten monaten ein fahrplan zu entwickeln sein, auch erste organisatorische schritte werden bis dahin unternommen. der zeitungsartikel gibt gut auskunft über die groben eckpunkte.
schwierig wirds dann bestimmt, wenns ums konkrete detail geht, zB wo denn welche städtische fläche geeignet bzw. prioritär ist für einen wohnungsbau. hoffentlich geht man da nicht chaotisch vor (was sicher schwer sein wird) sondern auch nach stadtplanerischen gesichtspunkten.
und letztlich hängt auch vieles von zusagen / änderungen auf freistaatsebene ab. was ist, wenn die dort nicht kommen?
wir werden es genau beobachten.

im übrigen möchte die gagfah in diesem und nächstem jahr je 350 bisher strukturell leerstehende wohnungen dem wohnmarkt zuführen - was auch immer das heisst.


blick über große wohnbestände von gesellschaften und genossenschaften
http://abload.de/img/dscf1086fuk2w.jpg

LE Mon. hist.
31.08.14, 08:30
ImmobilienScout24 hat seine Inserate und Suchen ausgewertet:

Pressemitteilung, 29. August 2014
Wahl in Sachsen: Der Dresdner Mieter hat bereits entschieden
So sieht die Traumwohnung der Landeshauptstadt-Bewohner aus
http://news.immobilienscout24.de/aktuelle-marktdaten/wahl-in-sachsen-der-dresdner-mieter-hat-bereits-entschieden,115575.html

Analyse der durchschnittlichen Angebotsmieten auf ImmobilienScout24:

Dresden gesamt: 6,87 Euro/m²

Anstieg der Mietpreise zwischen dem zweiten Quartal 2013 und dem zweiten Quartal
2014: durchschnittlich um 5,2 Prozent

am teuersten:
Innere Altstadt: 10,06 Euro/m² - + 7,4 Prozent
Loschwitz/Wachwitz: 8,71 Euro/m²
Seevorstadt-Ost: 7,73 Euro/m²
Striesen Ost und Bühlau/Weißer Hirsch: 7,21 Euro/m²
Äußere Neustadt: 7,12 Euro/m²
Innere Neustadt: 7,04 Euro/m²
Plauen: 6,97 Euro/m²
Radeberger Vorstadt: 6,92 Euro/m²
Gruna: 6,90 Euro/m²

am günstigsten sind:
Prohlis-Nord: 5,75 Euro/m²
Gorbitz-Nord und Neu-Omsewitz: 5,66 Euro/m²
Gorbitz-Ost und Großzschwitz: rund 5,30 Euro/m²

Pirnaische-Vorstadt: + 6,7 Prozent
Hellerau/Wilschdorf, Weixdorf, Albertstadt, Gorbitz-Ost und Lockwitz: unter 4 Prozent
Schönfeld/Schullwitz: + 3,6 Prozent

Analyse der Suchanfragen:

Am häufigsten gesucht werden zwischen 56 und 75 Quadratmeter große Wohnungen.
Mit jeweils einem Prozent Abstand werden sie dicht gefolgt von Unterkünften, die 26 bis 55 bzw. 76 bis 95 Quadratmeter groß sind.

Für die Mehrheit der Suchenden (24 Prozent) hat die ideale Wohnung zwischen drei und dreieinhalb Zimmer. 23 Prozent suchen etwas kleinere zwei-Zimmer-Apartments und 15 Prozent bevorzugen Wohnungen mit vier Räumen.

Die meisten Dresdner Wohnungssuchenden (36 Prozent) möchten maximal 4 Euro für einen Quadratmeter ausgeben. Weitere 22 Prozent der Suchenden sind bereit einen Quadratmeterpreis von 4 bis 5,50 Euro zu bezahlen.

*****
Nach SGB II bzw. SGB XII leistungsberechtigten Bürgerinnen und Bürgern werden die Kosten der Unterkunft und Heizung bis zu folgenden Eckwerten der Bruttokaltmiete (Grundmiete und kalte Betriebskosten) übernommen ( http://www.dresden.de/media/pdf/arge/Merkblatt_KdU.pdf ). Die durchschnittlichen kalten Betriebskosten betragen nach den Analysen des deutschen Mieterbundes zwischen 0,80 und 1,50 Euro/m², hier mit 1,30 Euro/m² angenommen. Offenbar zählen bei den Dresdner Eckwerten die Kosten für die Warmwasserbereitung mit zu den kalten BK.

1-Person-Haushalt bis max. 45 m²: 304,79 € / ab 6,77 Euro/m² (in etwa 5,47 Euro/m² kalt)
2-Personen-Haushalt bis max. 60 m²: 377,61 € / ab 6,29 Euro/m² (in etwa 4,99 Euro/m² kalt)
3-Personen-Haushalt bis max. 75 m²: 454,11 € / ab 6,05 Euro/m² (in etwa 4,75 Euro/m² kalt)
4-Personen-Haushalt bis max. 85 m²: 522,31 € / ab 6.14 Euro/m² (in etwa 4,84 Euro/m² kalt)

Elli Kny
04.09.14, 17:44
Haushalt 2015/16 und Finanzplanung bis 2019

die haushaltsverhandlungen beginnen. der entwurf wurde nun eingebracht.
jetzt wird der fahrplan für investitionen für die nä. 2 jahre + X ausgehandelt.
davon hängen dann zahlreiche bauvorhaben in diesem zeitraum ab.

pressemitteilung (http://www.dresden.de/de/02/035/01/2014/09/pm_015.php?lastpage=zur%20Homepage)

interessante infos dazu sind in den beiden links unten nachzulesen:

ausgewählte investprojekte (http://www.dresden.de/media/pdf/presseamt/pm_140904_Haushalt_Anlage.pdf)
bemerkenswert: ein "abschnitt nord" der königsbrücker str.

grafisch aufbereitete Datensätze (http://www.dresden.de/media/pdf/presseamt/pm_140904_PK_Haushalt_PPPl.pdf)


drei wichtige feststellungen:
- einige der großen investitionserfordernisse der stadt sollen offensichtlich bis zum auslaufen des solidarpakts 2019 umgesetzt sein, denn danach gibts spürbar weniger geld. das scheint aber auf gutem weg, die investquote bleibt sehr hoch.
- die städtischen geldrücklagen schmelzen zunächst auf fast null (anfang 2017) - vermutlich nur vorübergehend, danach ist wohl wieder ansparen angesagt.
- einige große gewerbesteuerzahler (bekannt ist infineon) schwächeln seit längerem, daher sinkt das Gew.st.aufkommen - trotz wachsenem mittelstand und gesamtwirtschaft.

Chris1988
04.09.14, 19:23
Die nördliche Königsbrücker von der Stauffenberger bis zur Bahnbrücke finde ich zurzeit eh wichtiger als den südlichen Teil über den eh nur gestritten wird. Dort staut es sich viel mehr als im südlichen Teil. Und die Sanierung wird auch unkomplizierter.


Infineon schwächelt übrigens keineswegs ;)

Elli Kny
04.09.14, 22:59
^ ich weiß jedenfalls nicht, was ein abschnitt-nord der köbrü sein soll. wahrscheinlich ist es wie du sagst. es ist nur immer wieder bedauerlich, dass solches in irgendwelchen finanztabellen auftaucht und sonst die ganze stadt noch uninformiert ist. totale intransparenz - wie gehabt.
infineon könnte es inzwischen wieder besser gehen, keine ahnung, es war aber einer der beiden steuereinbrüche in 2012. da bekam der stadtkämmerer das flattern, denn da fehlten dann mal plötzlich über 10 mille einnahmen je firma.

Chris1988
04.09.14, 23:36
zur nördlichen Köni gibts doch sogar Pläne und und und.
Letztes Jahr wurde sogar der Teil nördlich Bahnbrücke bis zum Manfred-von-Ardenne-Ring gebaut und bepflanzt.

Ich bin mir auch ziemlich sicher das die Pläne hier oder im Stadtbild-deutschland forum einzusehen waren. Im Prinzip wird auch da die Straße etwas breiter und in der Mitte der Grünstreifen fortgeführt

Elli Kny
14.09.14, 22:34
Private Wohnbaulobby äussert sich zum Bauen in Dresden

die SäZ berichtete, dass 12 große bauträger sich gemeinsam über die zu langsame verwaltung beschwerten. die genehmigungsprozesse seien zu langwierig, ämter arbeiteten schlecht zusammen, in anderen städten wären die fristen teils um ein vielfaches kürzer. das gefährdet den angestrebten wohnungsbau, man würde gern noch mehr bauen. daher schlossen sich diese firmen zum Arbeitskreis "Dresdner Stadtgestalter" zusammen, darunter die baywobau, gamma, usd, elbebau etc.
säz-artikel für abo-kunden (http://www.sz-online.de/nachrichten/frau-orosz-muss-mit-der-faust-auf-den-tisch-schlagen-2927530.html)
kritik kommt, da man sich auf zusagen oder absprachen mit ämtern nicht verlassen kann, da besonders beim denkmalschutz die amtsbearbeitung bis zu jahren dauert, b-plan verfahren derzeit schon bis zu 4 jahren oder länger dauern, die vorprüffrist für bauanträge über die festlegung der sächs. bauordnung hinausgeht usw.
beispiele werden nicht genannt. man möchte konkret in (besseren) dialog mit den ämtern und der stadtpolitik kommen, auch weil die bedingungen in dresden schwieriger zu werden scheinen. man möchte die stadt weiter gestalten und könnte im wohnungsbau schon viel weiter sein. die baugenehmigungsprozesse müssen verschlankt werden.
in einigen ämtern fehlen mitarbeiter, ausserdem wünscht man sich bei größeren projekten, dass Stadtplanung, Umweltamt, Tiefbauamt und Denkmalschutz von anbeginn an einem tisch sitzen würden. die OB sollte diese ämter zur zusammenarbeit verpflichten.
derzeit würden zentrumsnah ca. 1000 WE in diesem und nächstem jahr gebaut, drumrum nochmal ca. 500 bis 800.

interessanter ist folgender bericht: BFW Mitteldeutschland stellt sich neu auf (http://www.nachrichten.net/details/208622/BFW_Mitteldeutschland_stellt_sich_n eu_auf_.html)
daraus:
Dresden wird aufgrund des derzeitigen Bevölkerungswachstums 2025 rund 590.000 Einwohner haben, was ein Plus gegenüber 2011 von 11,5 Prozent sein wird. "Wir haben schon vergangenes Jahr verkündet, dass Dresden bis dahin bei gleichbleibender Bautätigkeit mindestens 20.000 neue Wohnungen benötigt. Es freut uns, dass jetzt auch die Politik unseren Vorschlägen in ihrem jüngsten Wohnraumkonzept folgt und mit uns in den Dialog zu dessen praktischer Umsetzung tritt", so der Branchenchef Frank Müller.

im Hintergrund steht der BFW - Bund freier Immo- und Wohnbau-Unternehmen, welcher nun auch ein Konzept zur Senkung der Baukosten (und damit der Kaltmieten) der Bundesregierung vorgelegt hat - sicherlich im Eigeninteresse, aber mit interessanten Details: hier lesen (http://www.bfw-bund.de/index.php?id=56&tx_ttnews[tt_news]=3676&tx_ttnews[backPid]=156&cHash=407449f61a)

Elli Kny
18.09.14, 09:05
Neues zum Wohnkonzept für Dresden

hier lesen (http://www.sz-online.de/nachrichten/stadt-plant-konzept-fuer-billiges-wohnen-2930979.html)

- in ca. 4 wochen soll neues konzept vorliegen, bis dahin bestimmt der freistaat auch seine förderkulisse für wohnbau
- stadt hat wenig eigene flächen, aber gagfah hat viele und ist bereit, diese "relativ güstig" an bauherren abzutreten, denn selbst wird die gagfah keine wohnungen bauen
- OB Orosz denkt an eine verpflichtungsquote für investoren zu preiswertem wohnanteil
- runde tische sollen die vermittlung zwischen grundeigentümern und bauwilligen verbessern

Bau-Lcfr
18.09.14, 10:24
OB Orosz denkt an eine verpflichtungsquote für investoren zu preiswertem wohnanteil

Dem Artikel nach sollte diese Quote nur dann greifen, wenn der Investor staatliche Fördermittel haben will - das ist also keine Pflicht, sondern ein freiwilliges Geschäft. Wer in der teuersten Lage mit ausschließlich privatem Geld bauen und mit allerexklusivsten Wohnungen werben will, braucht nicht zu fürchten, dass ihm diese Exklusivität kaputtgemacht wird.

Elli Kny
18.09.14, 19:42
^ zunächst ist es nur die erwähnung einer absichtserklärung und wenn unsere OB an etwas "denkt", muss abgewartet werden, ob da überhaupt was kommt.
unter welchen bedingungen dann eine verpflichtung greift und wie solches vertraglich durchgesetzt wird, war noch nicht gegenstand meiner erwähnung. dazu ist es noch zu früh. entscheidend wird die regierungspolitik einer neuen koalition im freistaat sein, denn die müssen erstmal eine förderkulisse zustande bringen - auch das noch zukunftsmusik. wie andernorts aufgezeigt, erfüllt in sachsen einzig die landeshauptstadt die beginnende notwendigkeit einer wie auch gearteten zusatzförderung für preiswerten wohnraum. im restlichen freistaat sind die bedingungen nicht vorhanden, aufgrund hoher leerstände. insofern wird es spannend, für welche wohnungsmärkte eine lösung angestrebt wird.

efhdd
18.09.14, 21:38
@#123:

Das ist auch mein Eindruck. Bezüglich Grundstücken habe ich schon diverse Anbieter kontaktiert und die Standardantwort war eigentlich immer: "... sobald die Stadt den Bebauungsplan..." oder "... es besteht derzeit allerdings noch kein Baurecht..." oder "... die 3. Änderung der 2. Version des Bebauuungsplans..."...

Bauanträge dauern meines Wissens 3 Monate in Dresden, d.h. die gesetzliche Frist wird von der Stadt bis zum letzten Tag ausgenutzt.

Und wenn es dann mal Grundstücke gibt, sind die innerhalb kürzester Zeit weg wie nichts, bzw. es bleiben nur noch ganz wenige, unbeliebte Rand-Grundstücke für eine längere Zeit, d.h. der Bedarf ist ganz klar da.

Auch bei Wohnungen sieht man ja, siehe Gartenstadt Striesen oder ähnliche Projekte, dass dort, trotz m.E. überzogenen Preisvorstellungen (rein von Baukosten plus Grundstück plus Gewinnmarge gesehen), die Wohnungen schnell verkauft werden, bevor überhaupt etwas ersichtlich ist.

Mich würde mal die vollständige Liste der 12 Unternehmen interessieren!?

Elli Kny
18.09.14, 22:29
^ ich habe alle benannten bauträger aufgezählt, der rest wurde nicht veröffentlicht.

betreffs EFH-Bau: unverändert werden jährlich zwischen 250 und 350 EFHs im dresdner stadtgebiet errichtet. abseits geltender b-plan-gebiete sowie laufender verfahren obliegt der großteil der potentiellen bauflächen einer zulässigkeit nach §34 BauGB. eine 3-monatige bearbeitungspflicht von bauanträgen ist überall nach sächs.BauO vorgeschrieben. demgemäß kann prinzipiell vielerorts gebaut werden.
die stadt betreibt jedoch in der tat eine bewusste zielstellung, wonach dem EFH-wildwuchs am stadtrand einhalt zu gebieten ist und der wohnbau stärker auf integriertere lagen - möglichst in kompakterer bauform bzw. im geschosswohnbau - gelenkt werden soll. diese zielvorgabe geht mit allen städtischen entwicklungskonzepten konform und ist auch angesichts von übergeordneten vorgaben aus dem umweltbereich dringend geboten. EFHs entstehen daher vermehrt auf freien einzelflächen im siedlungsgefüge bzw. an innenstadtnäheren standorten. ausserdem sieht man im gesellschaftlichen trend "zurück in die städte" endlich eine große chance, die riesigen innerstädtischen flächenpotentiale zu entwickeln.

efhdd
22.09.14, 22:25
Was ist eine Styrokiste? Und woher weißt du jetzt schon, dass dort mit WDVS gebaut wird? Und hast du etwas gegen WDVS?

Gibt natürlich grundsätzlich verschiedene Baumaterialien für Außenwände, aber gerade bei EFHs ist Kalksandstein plus WDVS außen eine effiziente und wirtschaftliche Lösung, welche gleichzeitig auch architektonisch viel zulässt. Mit MFHs kenne ich mich nicht so aus, aber dort wird es sicher ähnlich sein bzw. wirst du ein MFH ohne WDVS wahrscheinlich statisch gar nicht hinbekommen (ohne massive Mehrkosten).
(Nicht falsch verstehen. Durch die WDVS können die tragenden Wände massiv gebaut werden um müssen kein Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit & Umwelt auf der einen und Tragfähigkeit auf der anderen Seite machen.)

Die tragenden Wände können bei dieser Funktionstrennung sehr dünn, da sehr massiv, gebaut werden. 17,5 KS-Wände plus WDVS außen ergibt am Ende mit Putz etwa 36-39cm.

Um eine gleichwertige Wand in Porenbeton oder Poroton herzustellen musst du schon 49cm-Bunkerwände bauen und teurer wird es auch noch. Oder du bleibst eben bei 36er Wänden, bezahlst dafür mehr für eine bauphysikalisch schlechtere Wand.

Von dieser Seite her ist eine massive Wand plus WDVS sicher auch im Sinn der zukünftigen Bewohner, welche nicht den Dresdner Nachthimmel sondern ihre Wohnung heizen wollen.

Und von außen siehst du es keiner Wand an, ob diese aus Porenbeton, Poroton, KS+WDVS, Holzständer oder Holztafelkonstruktion aufgebaut ist. Die letzten 3 kommen dabei nicht ohne Dämmung aus, bei den ersten beiden gibt es Steine, welche beides erfüllen. Aber eben beides nicht perfekt und im Endeffekt auch teurer, zumindest Poroton auf jeden Fall.

Bei einer guten Schalldämmung und mit einer KWL ist der Standort sicher auch einigermaßen mit Wohnqualität für die Bewohner erschließbar. Auch hier ist massive Massivbauweise in Verbindung mit WDVS bestens geeignet. Schallschutz wird durch Masse erreicht. Die Wärmedammziegel oder der Porenbeton ist alles andere als massiv (und wie gesagt wäre es auch statisch sehr grenzwertig - Wienerberger wirbt m.W. damit, dass es sogar 4-Geschosser mit deren Dämmziegeln gibt... muss statisch also schon eine Herausforderung sein).

Zum Styropor: Ist ein seit Jahrzehnten bewährter Wärmedammstoff. Ja, ist ein Kunststoff. Ein Haus besteht heutzutage an vielen Stellen aus Kunststoff, gerade zwischen Außenputz und Mauerwerk sowie dem luftdichten Innenputz ist nun wirklich eine Stelle, wo es selbst einen hysterischen Menschen nicht interessieren braucht. Im Haus werden noch an vielen anderen Stellen Kunststoffe verbaut, sei es im Heizungssystem, Sanitärrohre oder Lüftungsrohre. Dampfsperren, Perimeterdämmung, Fußbodendämmung ...

Dunkel_Ich
22.09.14, 23:33
Ich möchte hier jetzt keine Pro/Contra-WDVS-Diskussion starten (bedanke mich aber für die Ausführungen) und je nachdem für wie sinnvoll man die Dämmung dieser oder jener Bauten (da muss man schon unterscheiden, ob Alt- oder Neubau und wenn Ersteres, was für ein Altbau usw.) sehen mag, sieht man den Treuwobau-Neubauhäusern (http://www.treuwobau.de/projekte-neubau.php) die ganze Sache einfach zu arg an. Das ist einfach Unarchitektur, die durch die massive Dämmung noch negativ überzeichnet wird. That's it. Mehr wollte ich gar nicht ausdrücken. Ich würde mir für die Stelle was Besseres wünschen. Nicht mehr und nicht weniger. Vielleicht überrascht uns die Treuwobau ja ausnahmsweise mal mit einem überzeugenden Neubau? Wenngleich, ich bezweifle es stark.

Elli Kny
26.09.14, 09:33
Gagfah prüft nun doch Neubau von Wohnungen


ich habe es im strang johannstadt platziert, obwohl es ein stadtweit bedeutendes thema werden kann.
ausführlicher bericht hier (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=446148&postcount=81)

quelle SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/neue-wohnungen-in-johannstadt-geplant-2936485.html)

Elli Kny
03.10.14, 09:23
passt gut zum tag der dt. einheit: nach 25 jahren löst sich DD quasi endgültig vom ddr-niveau der einwohnerzahl (zumindest rein statistisch):

Neue Einwohnerprognose 2025 und Zusatzinfos - hier (http://www.menschen-in-dresden.de/2014/neue-prognose-fuer-2025-einwohnerzahl-in-dresden-waechst-auf-580-000/)
Die Prognosezahlen mussten stark angehoben werden:
Dresden wächst auf 580000 Ew (bis 2025) und auf vermutete 585600 in 2030.

Ende 2013 hatte Dresden 535.810 Einwohner
Mitte 2014 waren es 537.300 Ew
DD ist damit derzeit die 12. größte dt. Stadt, hinter Bremen und Leipzig.


aufgrund des erwarteten wachstums korrigiert sich auch der wohnbaubedarf nach oben, was verwaltungsintern sowie im immo-sektor schon längst bekannt ist.
während die verwaltung ihr eingestampftes "wohnkonzept" überarbeiten muss, was sich nun auch verzögert, drängen der neue Stadtrat sowie die STESAD auf ein vorankommen in der wohnungsfrage - DNN berichtet (http://www.dnn-online.de/dresden/web/dresden-nachrichten/detail/-/specific/Stesad-will-150-Wohnungen-neu-bauen-Dresdner-Verwaltung-kuendigt-Wohnkonzept-erst-fuer-2015-an-2421237937)

efhdd
03.10.14, 10:29
Bei der STESAD geht es übrigens hauptsächlich um EFHs, zumindest in Nickern und Geystraße, wobei diese 2 Standorte allein schon über 120 der 150 Wohneinheiten ausmachen.

Ansonsten ist die Prognose auch nur bedingt ein Grund zur Freude. 9,50-10,00 EUR Kaltmiete bzw. 3.500 EUR Kaufpreis je qm Wohnfläche sind dann nur der Anfang. Es ist prinzipiell immer nur eine Frage von Angebot und Nachfrage und ob dieser Nachfrageüberschuss auf München, kleinere Uni-Standorte wie Freiburg, Heidelberg oder Tübingen oder eben die Stadt Dresden trifft, ist den Preisen dann auch egal. Ich rechne 2025 dann auch mal damit, dass man Wohnungen zu 12-15 EUR kalt mieten kann und Wohnungen ab 4.500 EUR je qm kaufen kann. Über kurz oder lang überträgt sich dieses Niveau auch auf die Bestandswohnungen.

Elli Kny
03.10.14, 21:05
^@efhdd: da haste was falsch verstanden: die STESAD baut kein einziges EFH. in nickern sowie an der geystrasse gehts wohl nur um eine bzw wenige teilflächen, auf die die stesad noch zugriff hat. dort würden dann aber MFHs gebaut, wie auch an den anderen genannten standorten.
deine zahl der 120 - 150 WE bezieht sich auf die gesamte bauflächengröße in nickern und an der geystrasse. dort könnten tatsächlich bald diese bauflächen baureif werden, sodass dort vielleicht etwas für dich im EFH-bereich entstehen könnte. keine ahnung, wer auf diesen flächen bauen wird.

Chris1988
03.10.14, 21:09
an der Fröbelstraße kann sich es doch nur um die Ecke Löbtauer Straße handeln, wo zuvor der Bau abgerissen wurde und nun Grünfläche ist oder?

Elli Kny
03.10.14, 21:18
^falls die stadt sich gegen eine grundschule dort entscheidet (zB wenn die verlängerung der fröbelstrasse käme), dann könnte es sich auch um den schulaltbau + fläche handeln. aber auch drumrum gibts noch weitere möglichkeiten, je nachdem was in kommunaler hand noch ist.

efhdd
03.10.14, 21:43
In Nickern wird die Stesad das gesamte Baugebiet erschließen, d.h. für die EFHs wie auch für einige, wenige Reihenhäuser. Ob die Stesad selbst baut, weiß ich nicht. Die EFHs sicher nicht, die Reihenhäuser werden vlt. eher von NCCD oder ElbeBau oder ... gebaut.

MFHs sind in Nickern meines Wissens nicht geplant. Geystr. evtl. direkt neben dem Pflegeheim. Die Flächen etwas weiter entfernt vom Pflegeheim sind hauptsächlich für EFHs geplant, teilweise einige Reihenhäuser. Aber auch hier wird die Stesad wohl die komplette Erschließung machen, d.h. auch für die EFHs wie Reihenhäuser.

Die anderen beiden Standorte kenne ich im Moment nicht, gibt es da schon Bebauungspläne?

Elli Kny
03.10.14, 23:11
^ für die lößnitzstrasse gibts einen b-plan und bebauungsvisionen - hier (http://www.neustadt-ticker.de/22668/aktuell/nachrichten/alternative-plane-zum-drewag-areal). das projekt haben wir hier noch nicht vorgestellt. dabei geht es um die 3 wohnblöcke parallel zur friedensstrasse. efhdd hat wohl recht, dass die Stesad meist vorbereitende -, planungs- und erschließungsarbeiten erfüllt, da es sich bei den beispielen um kommunale bauflächen handelt. demnächst sollen sie mE auch selbst bauen - eben mit zugewiesenem kommunalen geld. bissel dauern wird das aber noch.



derweil meldet auch die SäZ die neue Bevölkerungsprognose - hier (http://www.sz-online.de/nachrichten/dresdens-einwohnerzahl-waechst-weiter-2942497.html).
darin sind einige der zugrunde liegenden annahmen aufgezeigt, sowie zahlen zur jungen und alten bevölkerungsgruppe.

LE Mon. hist.
04.10.14, 05:02
PM Stadt Dresden, 02.10.2014
Prognose für Dresden: Bevölkerung wächst weiter bis 2030
Erste Zahlen der neuen Bevölkerungsprognose liegen von der Statistikstelle vor
http://www.dresden.de/de/02/035/01/2014/10/pm_014.php?lastpage=zur%20Homepage

SächsZ, 04.10.2014
Dresdens Einwohnerzahl wächst weiter
Bis 2030 werden in der Stadt mehr als 48.300 Menschen mehr als bisher leben.
http://www.sz-online.de/nachrichten/dresdens-einwohnerzahl-waechst-weiter-2942497.html

Prognostiziert wird ein Wachstum der Dresdner Bevölkerung von derzeit 537.300 Einwohner_innen - Stand Jahresmitte 2014 - um 48.300 auf etwa 585.600 im Jahre 2030.

Bei der letzten Prognose 2012 sollte ausgehend vom Bestand am 30. Juni 2012 die Stadt Dresden Mitte 2025 mit rund 557.000 Einwohner_innen das Maximum ihrer Einwohnerinnenzahl erreichen, um dann langsam an Einwohnern wieder abzunehmen.

http://www.dresden.de/de/02/06/bevoelkerung/132010100000378505.php
http://www.dresden.de/media/pdf/onlineshop/statistikstelle/Bevoelkerungsprognose_2012.pdf

Der gern getroffene Vergleich mit Leipzig: Laut der oberen "optimistischen" Variante der Bevölkerungsvorausschätzung 2013, die aktuell in der Realität noch übertroffen wird, werden 2025 etwa 605.500 und 2030 etwa 632.000 Einwohner_innen in Leipzig leben.
http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?p=436599#post436599
http://www.leipzig.de/buergerservice-und-verwaltung/buergerbeteiligung-und-einflussnahme/leipzig-weiter-denken/beteiligen/wohnen-in-der-wachsenden-stadt/?eID=dam_frontend_push&docID=33182

Interessant ist, daß erneut die Annahmen mit veröffentlicht werden, auf denen die Prognose beruht:

- Geburtenrate verbleibt beim gegenwärtigen Niveau von 1,5 Kindern je Frau, da die Kennziffer in den letzten drei Jahren stagnierte.
- Zahl der Geborenen wird bis etwa 2019 weiter auf knapp 6 400 pro Jahr ansteigen und danach leicht sinken. Ursache des Geburtenanstieges ist die steigende Anzahl von Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren.
- Ab 2026 wird die Geborenenzahl voraussichtlich wieder unterhalb der 6 000er-Marke liegen.

- Zahl der Gestorbenen steigt kontinuierlich bis 2025 auf etwa 6 000 und stagniert danach. Damit würde ab 2025 die Zahl der Gestorbenen über der Zahl der Geborenen liegen.
- Es wird von einem weiteren Anstieg der Lebenserwartung bei Frauen auf 87 Jahre und bei Männern auf knapp 83 Jahre bis zum Jahr 2030 ausgegangen.

- Zahl der Zuzüge aus den neuen Bundesländern geht bis 2020 zurück, bedingt durch die sinkende Anzahl in der mobilsten Altersgruppe im Alter von 18 bis 30 Jahren in der Bevölkerung der neuen Bundesländer. Diese Abnahme wird jedoch durch stärkere Zuzüge aus den alten Bundesländern und dem Ausland abgemildert.

- Dresden wird im Saldo mehr Bevölkerung an das Umland verlieren wird, jedoch bei weitem nicht in dem Maße wie in den 1990er Jahren. Die Fortzüge werden sich insgesamt leicht verringern.

- Aus den Berechnungen ergibt sich ein starkes Anwachsen der Zahl der Jugendlichen und Kinder im Schulalter von nun 48 600 auf 65 300 im Jahr 2030.
- Die Zahl der Dresdner im Alter von über 75 Jahren steigt um etwa 12 000 auf dann 70700 zum Ende des Prognosezeitraumes. Im Vergleich zur gesamtsächsischen Entwicklung ist bemerkenswert, dass das Durchschnittsalter von aktuell 43,0 Jahren nach Stagnation bis 2023 nur leicht auf 43,4 Jahren bis 2030 ansteigen wird.

LE Mon. hist.
04.10.14, 05:25
DNN-Online, 02.10.2014
Stesad will 150 Wohnungen neu bauen: Dresdner Verwaltung kündigt Wohnkonzept erst für 2015 an
http://www.dnn-online.de/dresden/web/dresden-nachrichten/detail/-/specific/Stesad-will-150-Wohnungen-neu-bauen-Dresdner-Verwaltung-kuendigt-Wohnkonzept-erst-fuer-2015-an-2421237937

Nach einer aktuellen Vorlage aus dem Geschäftsbereich von Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) soll das bereits Ende Juli angemahnte Wohnkonzept erst im Februar 2015 vorliegen, da die Verwaltung weitere umfangreiche Daten und Fakten analysieren will. Dazu gehört die eben vorgelegte neue Bevölkerungs- und Haushaltsprognose 2014, der Mietspiegel für 2015, die Auswertung der Kommunalen Bürgerumfrage 2014 und die Fortschreibung des Konzeptes zur Bestimmung der Unterkunftskosten für Hartz-IV-Empfänger_innen.

Die Verwaltung und Kommunalpolitik will verstärkt das Gespräch mit dem Freistaat suchen, damit die wachsenden Großstädte endlich in den Fokus der Landesregierung geraten. Bislang fördert der Freistaat lediglich den Abriss von Wohnungen in schrumpfenden Landesteilen.

Prinzipiell sollen Plan- und Baugenehmigungsverfahren für Wohnungsneubauprojekte beschleunigt werden, aber da geben gesetzliche Standards den Rahmen vor. In dem Konzept wird eine Zentralisierung des städtischen Wohnflächenmanagements vorgeschlagen, damit Baulücken und Brachen schneller aktiviert werden können. Die Akteure auf dem Dresdner Wohnungsmarkt sollen enger in die städtischen Aktivitäten einbezogen werden, im November sei ein Runder Tisch Wohnen geplant.

Eine Durchsicht ergab potentielle Wohnbauflächen im kommunalen Besitz mit einer Größe von insgesamt 16 Hektar, auf denen rund 800 Wohneinheiten gebaut werden könnten. Diese Flächen sollen nur für die Wohnungsgenossenschaften ausgeschrieben und zum Verkehrswert in einem Konzeptverfahren vergeben werden.

In dem Konzeptpapier wird außerdem vorgeschlagen, die Gelder aus Grundstücksverkäufen einem zweckgebundenem Fonds zuzuführen. Mit Mitteln aus dem Fonds könne die Stadt wiederum Grundstücke für den Wohnungsbau erwerben, erschließen und gewinnbringend weiterverkaufen. Dieser sogenannte revolvierende Grundstückfonds könne zum Grundstock für ein kommunales Förderprogramm werden.

efhdd
04.10.14, 08:54
demnächst sollen sie mE auch selbst bauen - eben mit zugewiesenem kommunalen geld. bissel dauern wird das aber noch.

Nickern wird in etwa so aussehen:
http://www.stesad.de/tl_files/dateien/Stadtentwicklung/Referenzen/Nickern/Nickern_Gestaltungsplan_Nickerner%2 0Stadtgaerten.jpg

EFHs und Reihenhäuser. Ich weiß nicht, ob die Stesad dort Reihenhäuser bauen soll. - m.E. nur Erschließungsarbeiten.

Chris1988
05.10.14, 23:15
Mit diesem 3D Modell Video wirbt die Stadt auf der EXPO Real in München

http://youtu.be/LtMd1laRfQk

http://www.dresden.de/de/07/021/020/exporeal.php?shortcut=exporeal

Elli Kny
05.10.14, 23:45
^ interessant sind die neuen wohnbauflächen fr-wolf-strasse (nahe neust. bhf) und kaitzer strasse 2 (nahe hbf). die kaitzer hatte ich erst kürzlich gezeigt, leider zählt das nachbargrundstück doch nicht zum umfang. aber beides sehr positiv.
für das büro- und geschäftshaus MK1 am wiener platz sehe ich hingegen wenig chancen - wie auch für den mitvisualisierten ZOB.
das käthe-kollwitz-ufer ist rausgelassen worden, weil dort ggf schon zugriff durch stesad bzw. neu-woba gesehen wird - möglicherweise.

Chris1988
06.10.14, 00:04
Fröbelstraße taucht auch noch nicht auf.

Interessant finde ich noch Ferdinandplatz und am Rathausplatz.
Lingnerallee sind noch Visualisierungen mit Bestandsgebäuden.

Warum sich MK4 am Altmarkt so schlecht verkauft, versteh ich auch nicht.

Elli Kny
06.10.14, 21:37
Immobilien aus Infinus-Millionenpleite nun verkauft
die SäZ berichtet - hier (http://www.sz-online.de/nachrichten/infinus-immobilien-bringen-48-millionen-euro-2943475.html) - mit Bilderreihe

seit april 2014 lief der verkauf. 48 mill. euro brachte das ein - mehr als gedacht. ob es alle immobilien der konkursmasse waren, bleibt unklar. es ist aber der weitaus größte teil - vielleicht auch alles.
stadtbaulich wichtig ist die hauptstrasse 21 (ex-DNN-redaktion), wo nun hoffentlich eine neubelebung / sanierung stattfinden kann. ansonsten sind es top-objekte in saniertem zustand, wo keine bauliche folge zu erwarten ist.

genaueres ist im tagsdrauf artikel zu lesen - hier auch (http://www.sz-online.de/nachrichten/deutsche-wohnen-ag-bedient-sich-im-infinus-reich-2944310.html)

efhdd
08.10.14, 21:58
Mir ist heute beim Surfen ein interessantes Bild aufgefallen. Ich denke, viele kennen es bereits, aber ich fand es einfach sehr interessant:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7a/Dresden-pop_per_skm.png

( http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Dresden-pop_per_skm.png )

Striesen, mit der eher weitläufigeren Würfelbebauung und ohne Blockrandbebauuung, ist nicht nur der bewohnerreichste Stadtteil Dresdens, sondern auch der am dichtesten bevölkerte. Und wenn man es auf Ortsamtsbereiche bezieht: Der Ortsamtsbereich Blasewitz (84k Einwohner und damit fast so groß wie Zwickau oder größer als Pirna und Freital zusammen) ist der bevölkerungsreichste.

Es ist auch nicht so, dass sich die Bevölkerung kreisrund um die Innenstadt ausbreitet. Während der Süden und Südosten bis fast zur Stadtgrenze dicht bevölkert ist, ist für mich die Stadt im Norden de facto nach der Kreuzung Staufenbergallee/Königsbrücker beendet. Danach kommt erst mal Grün, Industrieruinen, Gewerbegebiet und noch mehr Grün. Klotzsche war bis 1950 eigenständige Stadt.

Wenn ich mir das Bild oben anschaue, dann fallen mir auch 2 deutliche Fehlentwicklungen auf:

A) Das Stadtzentrum ist im Prinzip weit im Westen des bevölkerten Gebiets und daher für viele Dresdner wahrscheinlich unattraktiv. Für Striesener ist es hin wie her, ob man in die Innenstadt fährt oder zum Kaufpark Nickern, wenn man etwa mal Shoppen gehen will. Der Elbepark dagegen ist eher für das Umland gebaut. Ich kenne Radebeuler, die ihn lieben. Wenn ich heute von Grund auf ein neues Stadtzentrum gestalten würde, welches möglichst attraktiv für die Dresdner Bevölkerung wäre, dann würde ich es wohl im Gebiet im und um den Großen Garten verorten.
(Ist außerdem mal jemandem aufgefallen, dass es um die Frauenkirche herum fast keine Fahrradstellplätze gibt? Zumindest wurden wir nicht fündig und mussten einen Bauzaun nutzen, als wir mal vor ein paar Tagen mit dem Rad da waren.)

B) Das mit Abstand größte Gewerbegebiet, die gesamte Mikroelektronik-Branche, befindet sich weit im Norden, de facto außerhalb der Stadt. Die Bevölkerung wohnt aber im Süden und Südosten. Daraus entstehen große innerstädtische Pendlerströme. Und ein Umstieg auf die DVB ist keine Option, zumindest wie ich es aus dem Bekanntenkreis höre von einer Person, welche täglich von Gruna bis in das Gewerbegebiet Nord "pendelt" und mal DVB probiert hat, als das Auto in der Werkstatt war. Noch langsamer und häufig zu Stoßzeiten überfüllt. Die Neubausiedlungen im Norden, etwa in Klotzsche, obwohl man im ersten Moment Zersiedlung sagen möchte, entschärfen dieses innerstädtische Pendeln etwas. Im Südosten bin ich dann auf das Gewerbegebiet "Wissenschaftsstandort Ost" gespannt, wobei es dort aber auch ansonsten Gewerbeflächen gibt, welche schlichtweg nicht genutzt werden. Bei der IHK etwa, gibt es eine riesige Gewerbefläche, welche seit Jahren bei Immoscout zum Verkauf steht. Anscheinend kein Bedarf, Arbeitsplätze in der Nähe der Wohnflächen zu schaffen.

antonstädter
08.10.14, 22:53
Vielleicht hilft es ja, um die vermeintlichen "Fehlentwicklungen" zu verstehen, sich einfach mal mit der Geschichte der Stadt und hren Eingemeindungen auseinaderzusetzen. Und um das umweltfreundliche Bewirtschaften zweier PKW krampfhaft zu rechtfertigen, genügt es kaum, die DVB als "keine Alternative" darzustellen, nur weil man selbst offensichtlich zu bequem zu deren regelmäßiger Nutzung ist. Es soll Bewohner der Stadt geben (meinereiner eingeschlossen), die bewusst auf die Führung eines eigenen fahrbaren Untersatzes verzichten und hiermit sehr wohl sehr gut zurechtkommen. Ich pendle übrigens täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen meinem häuslichen Dresdner Domizil und Riesa, und das klappt im Großen und Ganzen auch ganz wunderbar, wenn nicht gerade die Lokführer streiken.

Im übrigen ist mir relativ unklar, was uns der weitgehend sinnfreie Beitrag eigentlich suggerieren soll..?!?

efhdd
08.10.14, 23:35
Dresdner Stadtgespräch und Debatten und so, daher der Beitrag (P.S. hatte lange Weile auf Arbeit und habe bisschen rumgesurft und meine Gedanken abends mal zusammengefasst.). Und das Beispiel oben mit "DVB ist keine Option" war nicht von mir, sondern aus dem Bekanntenkreis. Zu meinem Arbeitsort fährt weder die DVB, noch die S-Bahn noch sonst eine Bahn. Ist vielleicht auch so eine Fehlplanung wie bei so einigen Gewerbegebieten. Dort müssen LKWs usw. hin, daher nah an der Autobahn und außerhalb der Stadt aber weitab von jeglicher Art von ÖPNV.

Sobald wir ein paar Kleingärten in Dresden (Striesen / Gruna / Tolkewitz / evtl. Seidnitz) zu riesigen Gewerbeflächen umbauen und dort verarbeitendes Gewerbe nebst Verwaltung platzieren (und meine Firma dorthin umsiedelt - evtl. brauchen wir dann noch eine kleine Stadtautobahn zwecks LKW-Verkehr), verkaufe ich auch gerne mein Auto. Finde auch, dass es ein unnötiger Kostenfaktor ist. Aber direkt daneben möchte ich dann nicht wohnen, ist nämlich tlw. ziemlich laut... :)

(Dazu fällt mir ein:
Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;
mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn -
aber abends zum Kino hast dus nicht weit.
- Kurt Tucholsky)

Chris1988
09.10.14, 00:56
Für die hohe Bevölkerungsdichte im Süden und Südwesten auf der Karte seh ich eher als Grund, dass sich dort direkt Freital und Pirna als größere Städte anschließen und sich somit das dichtbesiedelte Zentrum von Dresden automatisch nach Südwesten verlagert.
Im Norden ist alles mehr dörflich geprägt.

antonstädter
09.10.14, 09:10
Ganz genau. Und im Nordwesten Radebeul und Coswig, die ja auch zur inneren Agglomeration gehören und nur durch Ortsschilder voneinander bzw. von Dresden getrennt sind. Und schwupps liegt das angeblich so weit im Westen liegende Zentrum wieder recht mittig im bewohnten Areal.

efhdd
09.10.14, 10:41
Wenn ich mir nur Dresden anschaue, dann sieht man ziemlich deutlich, dass sich die Dresdner um den Großen Garten herum und sogar eher Richtung Südost konzentrieren. Und darum geht es doch beim Argument Kernstadt? Wenn ich auf der einen Seite Radebeul-Coswig dazuzähle, dann habe ich auf der anderen Seite Freital, Bannewitz, Heidenau, Dohna und Pirna. Auch dann sind deutlich mehr Menschen im Süden und Südosten.

Christian84DD
09.10.14, 10:59
Ich denke der historische Zentrumsbereich bestand/besteht zwischen Altstadt und Blasewitz was man noch heute an der großen Bevölkerungsdichte erkennen kann.
Durch Eingemeindungen vor und nach der Zerstörung kamen viele nördliche und besonders südöstliche Gebiete dazu. Da diese erst spät hinzukammen konnten Sie natürlich weniger von dem Gründerzeitlichen Bauboom profitieren als. z.B. Striesen, Blasewitz oder Löbtau (ehemals größtes Dorf Sachsens).
Jedoch zu DDR Zeiten haben sich gerade auf südöstlichen Gebiet viele neue Wohngebiete herrausgebildet, da diese schon zu Dresden gehörten aber kaum bebaut waren, wodurch man denken kann das sich das eigentliche Zentrum der Stadt um den Großen Garten herum befindet.
Aber das Zentrum einer Stadt ist nicht der Bereich von dem aus in alle Richtungen eine ähnlich dicht bebaute Fläche ausgeht sondern das Zentrum ist eher historisch zu betrachten und wird durch seine Gebäude bestimmt (Marktplatz, Schloss, Rathaus, Theater) oder einfach die Verkehrwege welche deutlich einen Zentrumsbereich herrausbilden bzw. erkennen lassen.
Desweiteren muss man in Dresden natürlich noch die Tal-Lage beachten, deswegen hat sich die Stadt nach dem Krieg nicht weiter richtung Norden (Grenze durch Heide und Berge und ebefalls Stadtgrenze), Osten oder Westen (ebenfalls Grenze durch Elbhänge bzw. Stadtgrenze) entwickelt sondern mehr Richtung Südosten da man hier noch ebene Flächen hatte welche man ohne störende Hanglage schnell und günstig bebauen konnte.

MfG
Christian

Elli Kny
09.10.14, 22:14
das stadtzentrum muss sich tatsächlich irgendwohin verflüchtigt haben, denn auch im stadtmodell sucht man solches aktuell vergebens.
damit wäre nun endlich platz für eine angemessene flutpolderfläche an zentralem ort.
ich werde demnächst das stadtzentrum folglich im grossen garten aufsuchen.
http://abload.de/img/dscf3957jysp0.jpg

efhdd
09.10.14, 23:48
Am Großen Garten muss ja erst noch ein Stadtzentrum entstehen. :-)
Ich nenne es Zukunftsinvestition Stadtzentrum 2050 am Großen Garten...
Wobei... Einfach ein großer Park als Stadtzentrum hat doch auch was... :-)

Elli Kny
12.10.14, 22:57
Und da sind sie wieder - immer mehr Kräne über der Stadt

wie vor Längerem angekündigt, entwickelt sich bis Ende 2014 ein neuer Bauboom, der allerdings erst innerhalb 2015 zum Maximum führen wird, da noch eine Menge dazukommt. Wie lange sich dann dieses Maximum an Baustellen hält, wird man sehen.

http://abload.de/img/dscf4040pxss9.jpg
http://abload.de/img/dscf375804s1o.jpg

Elli Kny
13.10.14, 20:05
neues Rahmenkonzept Wohnen

obwohl erst kürzlich bekannt wurde, dass die Stadtverwaltung ihr "Wohnkonzept" erst bis Frühjahr 2015 fertig bekommen kann, präsentierten heute einige Verantwortliche bereits ein neue "Rahmenkonzept Wohnen", was die Vorarbeit zum Wohnkonzept darstellt.

die DNN berichtet (http://www.dnn-online.de/dresden/web/dresden-nachrichten/detail/-/specific/Rahmenkonzept-der-Stadt-Dresden-waechst-und-braucht-mehr-Wohnungen-3117690098)

Im Artikel sind interessante Zahlen aufgezeigt sowie Kartenpläne (in gewohnt unbrauchbar mieser Auflösung).


auch die Stadtseite gibt eine PM bekannt, allerdings ohne Verlinkung auf eine Konzeptseite - hier bei dresden.de (http://www.dresden.de/de/02/035/01/2014/10/pm_057.php?lastpage=zur%20Homepage)


ein Videobeitrag dazu ist hier zu sehen (http://www.dresden-fernsehen.de/Aktuelles/Artikel/1365411/Dresden-will-bis-2015-ein-Rahmenkonzept-Wohnen-erstellen/) - mit Interview mit den BMs Sittel und Marx
Laut BM Marx wird es also einen revolvierenden Grundstücksfond geben, mit dem die Stadt Grundstücke aufkauft, zur Baureife führt und profitorientiert weiterveräussert.


auch themenbezogen: eine Präsentation vom SPA-Amtsleiter Szuggat vom 27.03.2014 - Szuggat.pdf (http://www.heuer-dialog.de/files/2014/10587/Stefan_Szuggat.pdf) - sowas ist mal interessant



desweiteren schaut man auch nach München, um Ideen ggf und lokal angepasst zu übernehmen - siehe SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/guenstige-grundstuecke-fuer-investoren-2943219.html)

LE Mon. hist.
14.10.14, 10:09
DD Fernsehen, 13.10.2014
Dresden will bis 2015 ein Rahmenkonzept Wohnen erstellen
In Dresden werden 2030 über 585 000 Menschen leben. Um genügend Wohnungen zu schaffen, hat die Stadt Maßnahmen vorgeschlagen, u.a. die bevorzugte Bereitstellung kommunaler Grundstücke für Genossenschaften. Alle Details bei DF-Online. +++
http://www.dresden-fernsehen.de/Aktuelles/Artikel/1365411/Dresden-will-bis-2015-ein-Rahmenkonzept-Wohnen-erstellen/

In dem Beitrag werden zwei Folien einer Präsentation gezeigt, die mit dem Text der PM weitgehend identisch sind, aber zum Teil noch weitere Punkte enthalten:

Rahmenkonzept Wohnen - Handlungsstrategien

1. Maßnahmen, die sich bereits in der Umsetzung befinden:
- Verstärkung der Forderung an Land und Bund
- Ausweisung von ausreichend Flächenpotenzialen im neuen Flächennutzungsplan
- Unterstützung von Wohnungsneubauprojekten
- Weiterentwicklung von Wohnbauflächenkataster und Brachflächendatenbank
- Unterstützung von Baugemeinschaften
- Umsetzung des kommunalen Wohnungsanpassungsprogrammes
- Erstellung des Wohnungsmarktberichtes
- kontinuierliche Einbeziehung der lokalen Wohnungsmarktakteure

2. Weitere Maßnahmen, die ohne Stadtratsbeschluss im Rahmen der laufenden Verwaltung der Stadt möglich sind bzw. in Abhängigkeit von Aufsichtsratsbeschlüssen stehen:
- Vorbereitung von Wohnprojekten und längerfristige Sicherung von Wohnraum durch die Stesad GmbH
- Bereitstellung kommunaler Grundstücke vorzugsweise für Genossenschaften
- Bildung eines revolvierenden Grundstücksfonds Wohnen
- Einbeziehung der Liegenschaften von Land und Bund

Des weiteren die Aussage von Baubürgermeister Jörn Marx im Interview: „Dann haben wir natürlich vor - und das ist auch ein ganz probates Mittel in der Republik - Baulandbeschaffung für große Städte. Hört sich erst einmal sehr kryptisch an, ist es aber gar nicht. Sondern daß man eigene Grundstücke kauft, daß man bei Firmen Grundstücke kauft und die dann als Stadt zu einem gewissen Baurecht entwickelt und die dann mit diesem entsprechenden Mehrwert dann auch veräußert. Und mit diesem Mehrwert dann praktisch wieder in diesen revolvierenden Grundstücksfonds hineingehen.“

Elli Kny
25.10.14, 21:01
aktuelle Luftaufnahmen unter regnerischen Bedingungen

http://abload.de/img/dscf4111-kopietmpnw.jpg

http://abload.de/img/dscf4112l7p9g.jpg

http://abload.de/img/dscf4113wqrs7.jpg

http://abload.de/img/dscf4114u8qyj.jpg

http://abload.de/img/dscf4110drpn9.jpg

Elli Kny
26.10.14, 23:50
Dresden bekommt 12 neue Asylbewerberheime

abseits der derzeit bundesweiten prozesse und der sonderbelastungen kommunaler haushalte möchte ich nur auf die standortauflistung und die lösungen hinweisen - hier (http://www.menschen-in-dresden.de/galerie/standorte-fuer-12-neue-asylheime-dresden/)

dabei sind 6 bestandsimmobilien sowie 6 neubauten vorgesehen.

interessant im bestandsbereich ist, daß einige randlagige hotels schon in kürze angemietet werden. ich vermute, daß aufgrund zunehmender hotels in der innenstadt die auslastung am standrand spürbar geringer geworden ist und daher deren verfügbarkeit gegeben ist. letztlich könnte über diesen hinweis deutlich werden, daß sich die dresdner hotellandschaft quasi konsolidiert und zunehmend mehr im stadtzentrum präsent ist.

interessant im neubaubereich ist, daß diese 6 neubauten (hier (http://www.menschen-in-dresden.de/galerie/standorte-fuer-12-neue-asylheime-dresden/media/10605/#gallery-1)) alle in holz-systembauweise mit je 60 wohnplätzen errichtet werden - vermutlich alle gleichen bautyps. dies geschieht allerdings durchweg erst bis nov/dez 2016. vermutlich werden es äusserst schlichte kastenbauten mit putzfassade über der holzkonstruktion.
nennenswertester standort ist die teplitzer strasse (draufsicht (http://binged.it/1zcHveI)), wo ein solcher bau auf zwei benachbarten flurstücken errichtet wird. direkt nebenan wird derzeit erst ein und danach ein weiteres studentenwohnheim errichtet. ab ende 2016 werden sich dort demnach drei schlichte wohnbauten aneinanderreihen, was allerdings der bisher völlig anbaufreien situation eine gewisse rahmung geben wird.

Saxonia
27.10.14, 02:12
Dein vorletztes Luftbild zeigt mal wieder eindrücklich, wie völlig verkorkst die Ecke hinter dem Taschenbergpalais mit Advanta Riegel ist. Einer Nadel gleich schiebt es sich da rein. Daran ist aber leider nicht nur der scheußliche Riegel mit der für diese Stelle absolut schrottigen "Löffelputz"-Fassade Schuld. Durch die Überbauung der kleinen Brüdergasse von der Schloßstraße ist das ganze Areal zwischen Palais und Wohnriegel völlig isoliert. Da verirrt sich so gut wie kein Mensch hin. Meiner Meinung nach wäre es besser gewesen auf den Riegel zu verzichten. So hat man es nur noch schlimmer gemacht.

trollkopp
27.10.14, 15:18
Ich stelle mal zur Diskussion und übersetzte: "...revolvierenden Grundstücksfonds...". Grundstücke zum Bodenrichtwert vom privaten Eigentümer aufkaufen, teuer privatwirtschaftlich Erschließen lassen, noch teurer an Vermarkter verkaufen (Bieterverfahren), welcher wiederum noch hochpreisiger an Investoren verkauft (Gewinn muss sein) ... Das Ende vom Lied sind ungeahnte Preissteigerungen auf dem Dresdner Parket - zum Leidwesen der mietenden oder immobiliensuchenden Bürger (Eigenutzer). Vielen Dank für den sozialen Gedanken Herr Marx!

spock99
27.10.14, 22:00
Ich will ebenfalls mal eine Diskussion anstupsen.
Dresden verfügt im Sommer zweifellos über gute Freiluft-Konzertstätten für normale Rock-/Pop-/...-konzerte wie Elbnächte und Junge Garde.
Doch im Winter? Das sieht es schmächtig aus. Die Messehalle wirkt mehr wie ein Provisorium und ist ein unfreundlicher, langer und schlecht belüfteter Schlauch.
Wie ließe sich das lösen? Gibt es gar ein paar Ideen für einen Bau einer Konzerthalle?

Elli Kny
27.10.14, 22:25
^^ trollkopp: ein revolvierender fond ist probates finanzierungsmittel für ein längst überfälliges flächenmamangement, welches hier für den bereich wohnbau aufgebaut werden soll. das wird in vielen städten so gehandhabt und wird bei uns erstmal über einen geringen geldbetrag hinauswachsen müssen. um an geeignete flächen zu kommen muss die stadt diese aufkaufen und dafür kann sie keine haushaltsmittel heranziehen. erst noch einzufahrende gewinne verbleiben in stadthand und gehen nicht an private spekulanten - gut so. ausserdem sind sie anfangs zur gänze zur finanzierung weiterer flächenankäufe zu verwenden. die stadt wird hier und da durchaus nach konzept die flächen weiterveräußern und nicht durchweg auf maximalen profit abzielen. das wird auch schon bei baugemeinschaften so gehandhabt (ratsbeschluss). an der konkordienstrasse wird nun ein mietshaus nach konzept und vergünstigt für baugemeinschaften veräußert, was wieder was anderes ist. also das flächenmanagement muss erst mal in die gänge kommen. noch ist da gar nichts zu sehen. aber es ist ein zeichen, dass man eben doch nicht alles allein dem "markt" überlassen kann, sondern steuerung des baugeschehens nur durch eingriff mitgestalten kann. die sollen ruhig kräftig gewinne machen, um über die ersten jahre ausm knick zu kommen und eine wirksamkeit der maßnahme zu erreichen.

efhdd
27.10.14, 23:53
Ich will ebenfalls mal eine Diskussion anstupsen.
Dresden verfügt im Sommer zweifellos über gute Freiluft-Konzertstätten für normale Rock-/Pop-/...-konzerte wie Elbnächte und Junge Garde.
Doch im Winter? Das sieht es schmächtig aus. Die Messehalle wirkt mehr wie ein Provisorium und ist ein unfreundlicher, langer und schlecht belüfteter Schlauch.
Wie ließe sich das lösen? Gibt es gar ein paar Ideen für einen Bau einer Konzerthalle?

Die Stadt hat sich schon jetzt wieder übernommen. Haushaltssperre und Investitionsstau in den Bereichen Bildung, Soziales und Infrastruktur sowie eine der höchsten Grundsteuern in ganz Deutschland (getragen von Eigennutzern wie Mietern gleichermaßen, da Grundsteuer 1 zu 1 auf die Mietnebenkosten übertragen werden). Schuld ist hauptsächlich das Megaprojekt Kulturkraftwerk.

Andererseits arbeitet der Stadtrat gerade erfolgreich daran, zu 100% von Investoren getragene Projekte wie Globus oder Hafencity zu verhindern oder die Königsbrücker lieber mit höherem Eigenanteil der Stadt und geringerem Förderanteil auszubauen, damit es auch ja mehr kostet...

Also... noch so ein Projekt wie etwa eine weitere Konzerthalle und Dresden ist endgültig wieder pleite...

efhdd
28.10.14, 00:06
nennenswertester standort ist die teplitzer strasse (draufsicht (http://binged.it/1zcHveI)), wo ein solcher bau auf zwei benachbarten flurstücken errichtet wird. direkt nebenan wird derzeit erst ein und danach ein weiteres studentenwohnheim errichtet. ab ende 2016 werden sich dort demnach drei schlichte wohnbauten aneinanderreihen, was allerdings der bisher völlig anbaufreien situation eine gewisse rahmung geben wird.

Das ist eine große Hauptstraße und ein Wunder, dass dort überhaupt gebaut wird. Interessantester Standort ist m.E. direkt in Pappritz. In Kommentaren online habe ich dort schon eher kritische Kommentare gelesen. Mal sehen was das wird, gerade in Bezug darauf, dass man dort vor kurzem ja noch für "Pappritz bleibt bunt" demonstriert hat. Bin gespannt, ob die Meinung so bleibt wenn das Asylheim direkter Nachbar wird.

Ansonsten... wo ist die Neudobritzer Straße? Ist damit der Neudobritzer Weg gemeint? Direkt vor den neu gebauten Reihenhäusern?

KlangKlub
29.10.14, 17:22
Ich will ebenfalls mal eine Diskussion anstupsen.
Dresden verfügt im Sommer zweifellos über gute Freiluft-Konzertstätten für normale Rock-/Pop-/...-konzerte wie Elbnächte und Junge Garde.
Doch im Winter? Das sieht es schmächtig aus. Die Messehalle wirkt mehr wie ein Provisorium und ist ein unfreundlicher, langer und schlecht belüfteter Schlauch.
Wie ließe sich das lösen? Gibt es gar ein paar Ideen für einen Bau einer Konzerthalle?

Da sehe ich aktuell eher Schwarz. Jetzt bekommt erst mal die (subventionierte) Klassische Musik ihre zwei Spielstätten (Kulturpalast und Kulturkraftwerk). Da wird für andere Projekte kaum Geld zur Verfügung stehen.

Aber ein paar (kleinere) Alternativen zur Messe gibt es:

Alter Schlachthof, dort waren Anfang Oktober erst die Beatsteaks zu Gast.
Beatpol, eher was für kleinere Rock und Indie Gruppen.
Wie weit das neue Erlwein Forum also Veranstaltungsort für größere Konzerte dient, kann ich nicht sagen. http://www.sz-online.de/nachrichten/schweinehalle-wird-erlwein-forum-2931157.html
Im Industriegelände gibts auch noch paar kleinere Locations bei denen Konzerte stattfinden.

Klar, das Große ist nicht dabei. Für die paar "Weltstars" die nach DD kommen, reicht die Messe aber auch aus! ;)

Dunkel_Ich
29.10.14, 18:24
Das Beatpol is ne urige Spielstätte, wo ich recht gerne bin, aber gerade das intime, gemütliche ist nicht unbedingt das, was Spock99 meint. Warum hat man damals eigentlich nicht das neue Dynamo-Stadion konzerttauglich gemacht? So schöpft Leipzig die ganz "Großen" ab. Ich meine, mir könnte es egal sein, "meine" Gruppen sind eh keine Anwärter auf Großkonzerthallen ;)

spock99
29.10.14, 20:33
^^ Finde ich eben nicht so wirklich, dass die Messehalle da reicht. Warst du schon mal da drin? Ich war bei Depeche Mode, eine Hammer Gruppe, aber die Location war der Horror. Für die 80€ stand ich auf mittlerer Höhe der Halle und ich sah NULL. Nicht mal die Leinwände. Akustik ist okay aber die Sicht kannst du außerhalb des FOS vergessen.
Und das mit dem Dynamo-Stadion hängt mit dem Betreiber zusammen, habe ich gehört.

Elli Kny
02.11.14, 07:03
Einwohnerprognose

2010/11 518600
2011/12 525000
2012/13 531100
2013/14 537100
2014/15 543000
2015/16 548600
2016/17 553800
2017/18 558600
2018/19 562800

2030 585400



Prognose nach Stadtteilen

http://abload.de/img/dscf4848rps68.jpg
veröffentlicht in Sächsischer Zeitung

LE Mon. hist.
02.11.14, 08:59
Zur jüngsten Bevölkerungsvorausschätzung noch mal die langen Zahlenreihen:
http://www.menschen-in-dresden.de/2014/neue-prognose-fuer-2025-einwohnerzahl-in-dresden-waechst-auf-580-000/

Jahr..........- zum 30.6.-...................-Nat. Bev.bew.... -Außenwanderung-Saldo
................- Ausgangs-Endbestand-Lebend-..-Sterbe-.-Zuzüge-Wegzüge-natürlich-räumlich-gesamt
................- bestand...-.................-geborene-.fälle.-.............................-................................... .......
2010/2011.-..512.500.-..518.600....-..5.800....-4.900-.27.700.-..22.600.-...1.000...-..5.100..-..6.100
2011/2012.-..518.600.-..525.000....-..5.900....-4.900-.28.900.-..23.500.-...1.000...-..5,400..-..6.400
2012/2013.-..525.000.-..531.100....-..6.100....-5.300-.29.400.-..24.100.-......800...-..5.300..-..6.000
2013/2014.-..531.100.-..537.100....-..6.100....-5.000-.30.000.-..25.000.-...1.100...-..5.000..-..6.100
2014/2015.-..537.100.-..543.000....-..6.200....-5.100-.29.600.-..24.800.-...1.100...-..4.800..-..5.900
2015/2016.-..543.000.-..548.600....-..6.300....-5.200-.29.100.-..24.500.-...1.000...-..4.600..-..5.600
2016/2017.-..548.600.-..553.800....-..6.300....-5.400-.28.500.-..24.300.-...1.000...-..4.200..-..5.200
2017/2018.-..553.800.-..558.600....-..6.400....-5.500-.28.000.-..24.200.-......900...-..3.800..-..4.700
2018/2019.-..558.600.-..562.800....-..6.400....-5.600-.27.400.-..24.000.-......800...-..3.400..-..4.200
2019/2020.-..562.800.-..566.500....-..6.300....-5.700-.26.800.-..23.800.-......700...-..3.000..-..3.700

2024/2025.-..577.400.-..579.400....-..6.000....-6.000-.25.700.-..23.800.-......100...-..1.900..-..2.000

2029/2030.-..584.600.-..585.400....-..5.700....-6.000-.24.900.-..23.800.-.....-200...-..1.000..-.....800

Geburten: Geburtenziffer/Fruchtbarkeitsziffer (total fertility rate, TFR) bleibt konstant bei 1,53 Kinder je Frau
Sterbefälle: Anstieg der Lebenserwartung bis 2030 auf 82,7 Jahre (m) und 87,0 Jahre (w)

Die natürliche Bevölkerungsbewegung läßt sich immer ganz gut abschätzen, solange die oben genannten Prämissen gültig bleiben. Schwierig ist es mit Zuzug und Wegzug und da gehen die Prognostiker_innen immer noch davon aus, daß sich der Zuzug ab 2014/15 abschwächt, obwohl er in den letzten Jahren immer noch weiter stieg. Dagegen soll der Wegzug nahezu konstant bleibt. Schauen wir mal, ob das so eintrifft oder ob die ländlichen Regionen nicht immer schneller leerlaufen.

Wie nun schon oft festgestellt, liegt etwa in Leipzig der tatsächliche Zuzug weiterhin deutlich selbst noch über der optimistischen Variante der Prognose ( http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?p=436599 ).

efhdd
12.11.14, 09:36
Die SZ\TU Dresden meldet: Ein Viertel weniger Radfahrer in Dresden.

Elli Kny
22.11.14, 19:08
Mietentwicklung Dresden - neuer Mietspiegel liegt vor

menschen-in-dresden (http://www.menschen-in-dresden.de/2014/mietspiegel-dresden-2015-ortsuebliche-vergleichsmiete-um-fuenf-prozent-gestiegen/)

dnn-online (http://www.dnn-online.de/web/dnn/wirtschaft/detail/-/specific/Ergebnisse-aus-dem-Dresdner-Mietspiegel-2140927207) - mit Grafiken

sz-online.de (http://www.sz-online.de/nachrichten/das-spiel-mit-den-mieterhoehungen-2978613.html)

interessant ist die einmütige beantragung des instrumentariums der 1. stufe Mietpreisbremse (MPB) beim innenministerium. dort sitzt herr ulbig, der ja irgendwas in dresden noch vorhatte. scheinbar sind sich die verantwortlichen einig, daß dresden die voraussetzungen zur genehmigung der MPB erfüllt - derzeit wohl noch als einzige stadt im freistaat.
die 1. stufe MPB ist bereits bundesweit möglich (max. +15% in 3 jahren), die 2. stufe MPB (max. +10%) wird mitte 2015 in kraft treten.

LE Mon. hist.
30.11.14, 06:32
Mietentwicklung Dresden - neuer Mietspiegel liegt vor


Noch mal ausführlich aus der

Pressemitteilung der Stadt Dresden, 21.11.2014
http://www.dresden.de/de/02/035/01/2014/11/pm_079.php


Mietspiegel 2015: Durchschnittliche Vergleichsmiete steigt um fünf Prozent

Landeshauptstadt veröffentlicht neuen Dresdner Mietspiegel am 1. Dezember 2014

Am Montag, 1. Dezember 2014 veröffentlicht die Landeshauptstadt Dresden den neuen qualifizierten Mietspiegel für die Stadt. In einer Pressekonferenz stellte Bürgermeister Martin Seidel am 21. November 2014 die ab Januar 2015 gültigen Zahlen vor. Laut der aktuellen Erhebung ist in den letzten beiden Jahren die ortsübliche Vergleichsmiete für Wohnraum von durchschnittlich 5,43 Euro auf 5,70 Euro pro Quadratmeter angestiegen. Das entspricht einer Erhöhung um fünf Prozent. Dabei werden die geringsten Mieten mit durchschnittlich 3,59 Euro pro Quadratmeter für Wohnungen mit einfacher Ausstattung in Wohnlagen wie Gorbitz oder Prohlis gezahlt. Für hochwertig ausgestattete Wohnungen in guten Wohnlagen wie Blasewitz oder Loschwitz werden aktuell im Durchschnitt 8,06 Euro pro Quadratmeter gezahlt.

Bürgermeister Martin Seidel: „Mit dem Mietspiegel 2015 gewinnt die in der Politik geführte Wohndebatte an Substanz. Die wissenschaftliche Erhebung zeigt einerseits, wie stark die steigende Nachfrage nach Wohnraum zu steigenden Mietpreisen führt. Dresden wird schließlich auch in den nächsten Jahren weiter wachsen. Bis 2030 werden etwa 48 300 Menschen mehr in der Landeshauptstadt leben. Andererseits machen die Zahlen deutlich, dass wir in Dresden längst keine Münchner Verhältnisse auf dem Mietwohnungsmarkt vorfinden. Rund drei Viertel aller Mieter zahlen aktuell Nettokaltmieten zwischen 4,65 und 7,00 Euro pro Quadratmeter. Rund die Hälfte aller Mieter zahlt zwischen 5,30 und 6,50 Euro pro Quadratmeter netto kalt für ihre Wohnung".

Für den Mietspiegel 2015 wurden im Rahmen einer mündlichen Mieterbefragung mehr als 2 500 Mieterinnen und Mieter über ihre Wohnausstattung und Miethöhe befragt. Mehr als 1 400 Datensätze sind zusätzlich von großen Wohnungsunternehmen übermittelt worden. Die Datenerhebung und -auswertung erfolgte nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen durch das Chemnitzer Unternehmen Chempirica. Die Auswertung der Daten wurde durch die Kommunale Statistikstelle der Landeshauptstadt Dresden begleitet.

Zum Hintergrund: Der Dresdner Mietspiegel ist seit vielen Jahren eine zuverlässige Übersicht über die in der Landeshauptstadt üblicherweise gezahlten Mieten, wie sie in den letzten vier Jahren neu vereinbart oder geändert worden sind. Die im Mietspiegel ausgewiesene ortsübliche Vergleichsmiete dient laut Bürgerlichem Gesetzbuch zur Begrenzung von Mieterhöhungsverlangen in bestehenden Mietverträgen. Der Mietspiegel ist in der Projektgruppe Mietspiegel von den Interessenvertretern der Mieter und der Vermieter anerkannt. Damit liegt für die Jahre 2015 und 2016 in der Landeshauptstadt Dresden ein qualifizierter Mietspiegel vor.

Präsentation Teil 1 (*.pdf, 30 KB)
http://www.dresden.de/media/pdf/presseamt/pm_141121-Mietspiegel_Teil1.pdf

Präsentation Teil 2 (*.pdf, 510 KB)
http://www.dresden.de/media/pdf/presseamt/pm_141121-Mietspiegel_Teil2.pdf


2. Datengrundlage

Es wurden insgesamt 5.688 Adressen in die Stichprobenauswahl aufgenommen.
Davon konnten 3.948 Fälle für die Berechnung des Mietspiegels berücksichtigt werden.

mündliche Befragung der Mieter: 2.523 Fälle
Datenabfrage bei Wohnungsunternehmen: 1.425 Fälle
----------------------------------------------------------------------------------------------
Summe: 3.948 Fälle

Die Erhebung hat
...quantitativ ausreichende, damit sehr gut differenzierbare und
...qualitativ hervorragend geeignete Daten erbracht.

5. Preisstruktur auf dem Dresdner Wohnungsmarkt

ortsübliche Vergleichsmiete (gewichtet nach Lage / Baujahr): 5,70 €/m² (+5,0 % seit 2012)

19 % zahlen weniger als 5,00 €/m²
75 % zahlen zwischen 4,65 und 7,00 €/m²
48 % zahlen zwischen 5,30 und 6,50 €/m²
10 % zahlen mehr als 7,06 €/m²
3 % zahlen 8,00 €/m² und mehr

Stichprobenbereinigt ergibt sich ein durchschnittlicher Quadratmeterpreis von 5,70 Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 5 % seit 2012 bzw. 9 % seit 2010.


Wofür werden die gewonnenen Daten zusätzlich genutzt?

Die Auswertung für den Mietspiegel 2015 bildet einen Teil der Datengrundlage für die Fortschreibung der Angemessenheitsrichtwerte für die Leistungen der Unterkunft (sog. „Schlüssiges Konzept“ ) nach dem Sozialgesetzbüchern II und XII. Das Schlüssige Konzept 2015 wird im Dezember 2014 veröffentlicht.

Die Daten sind ebenfalls Grundlage für den vom Stadtrat geforderten Antrag auf Erlass einer abgesenkten Kappungsgrenze beim Freistaat Sachsen (Beschluss des Stadtrates vom 10. Juli 2014 zu Antrag Nr. A0874/14).

Elli Kny
21.12.14, 21:53
Aktuelles von der Hotelfront

hier lesen (http://www.sz-online.de/nachrichten/zwei-neue-hotels-oeffnen-in-dresden-3000447.html)

Elli Kny
30.12.14, 22:20
Neue Zahlen zum Wohnungsbau

wie die SäZ berichtet, werden in Dresden "Wohnungen gebaut wie noch nie", um es im ersten thematischen Satz - völlig zu recht - in "wie seit langer Zeit nicht mehr" einzuschränken. Dann werden die immergleichen Großbaustellen widergekäut. Interessant sind aber die Zahlen:
2013 wurden Baugenehmigungen für 1810 Wohnungen ausgereicht.
In den ersten 3 Quartalen 2014 wurden bereits 2247 Wohnungen genehmigt.
In den letzten beiden Jahren ist der Anteil an Mehrfamilienhäusern rasant gestiegen:
dort wurden bis 3.Q 2014 Invests von 223,7 Mill. Euro genehmigt, während 68 Mill. in den EFH-Neubau fließen. Seit einiger Zeit nimmt der Mietwohnbau auch wieder zu, der von den obigen 223,7 Mill. bereits 72 Millionen in diesem Zeitraum ausmachte.

Fast jede Baulücke in attraktiven Lagen wird genutzt, im Ortsamtsbereich Blasewitz entstehen die meisten Neubauten. Die ETWs des Lahmannparks sind die teuersten. 12 größere Bauträger verstehen sich - zusammengeschlossen zu den "Stadtgestaltern" - als Sprachrohr der Projektentwickler, die sogar noch mehr Volumen bauen möchten. Dazu sollen Gespräche mit der Stadt stattfinden, um zu schnelleren und effizienteren Genehmigungsprozessen zu kommen.

efhdd
31.12.14, 14:43
Der IHK-Chef spricht sich eindeutig gegen die neue Regelung der Sonntagsöffnung aus:

http://www.menschen-in-dresden.de/2014/ihk-praesident-bruntsch-bei-sonntagsoeffnung-ist-rot-gruen-rot-klein-im-denken-und-handeln/

Er verweist darauf, dass die Kunden ihr Geld dann eben im Umland, Ausland oder im Internet ausgeben und dass viel Einzelhändler auf die Weihnachtsverkäufe angewiesen sind.

Wer nun Recht hat, werden wir wohl erst in einem Jahr erfahren...

efhdd
09.01.15, 20:16
Am Samstag 15h (Frauenkirche) findet die wahrscheinlich bisher größte Anti-Pegida-Demo in Dresden statt:

https://mopo24.de/nachrichten/so-laeuft-die-anti-pegida-demo-samstag-dresden-mopo24-3668
http://www.sz-online.de/nachrichten/demonstration-fuer-ein-weltoffenes-dresden-3011113.html

Dazu aufgerufen haben Oberbürgermeisterin Helma Orosz und Ministerpräsident Tillich. Unterstützt wird die Demo unter anderen von Sportvereinen, Unternehmen, Kirchen, Gewerkschaften und neben den Organisatoren der CDU auch von anderen politischen Parteien wie etwa der SPD.

Elli Kny
09.01.15, 22:06
^ und der Kaiser (Rolando) kommt auch und bezieht klar Stellung. Damit ist er der eigentlich wichtigste Gast, da eventuell platte Schnittmengen zwischen Kaisermob und Pegidapöbel bestehen und dies dann zu Gewissenskonflikten führen könnte. Auf die anderen Redner hört ohnehin niemand. Aber es soll ja rein um die Zahl der Leute gehen: Ätsch - wir haben 12 oder 13 mehr als ihr da an der Cockerwiese - dann ist die "Welt" wieder in Ordnung.

efhdd
09.01.15, 22:26
Da halte ich unsere Dresdner Oberbürgermeisterin Orosz und unseren sächsischen Ministerpräsidenten Tillich aber mal für die wichtigeren Redner. Außerdem finde ich deine Diffamierung von Roland Kaiser Fans nicht gerade nett. Einerseits sind die ganzen Roland Kaiser Fans bei dir ein Mob und andererseits unterstellst du Roland Kaiser Fans asylkritisch und gegen den Islam zu sein, da du ihnen eine Nähe zur Pegida andichtest. Solche platten Vorurteile einer größeren Gruppe gegenüber sind nichts anderes als Pegida, nur dass es bei dir gegen Roland Kaiser Fans geht und bei Pegida gegen Asylsuchende und Muslime.

Disclaimer: ich höre nichts von Roland Kaiser. Nicht mein Geschmack.

Elli Kny
10.01.15, 09:38
^ blubb, blubb - gäähn! Immerhin verweilt meine "Andichtkunst" im Bereich des Eventuellen und bleibt logischerweise persönliche Betrachtung. Millionen Fernsehzuschauer werden sich heute abend eventuell die Augen reiben, angesichts einer mitdemonstrierenden Schlager-Herrentorte, von dessen Existenz die meisten schon Jahrzehnte nichts mehr hörten. Allein seine Anwesenheit unter den Lebenden wird einige vom TV-Sessel rutschen lassen. :)
Mal sehen ob er zu Beginn ein Ständchen gibt, vielleicht leert sich danach schlagartig der Platz.

RianMa
10.01.15, 19:03
Ich wäre vorsichtig mit einer zu schnellen Pauschalisierung bei Musikfans jedweder Couleur, da muss ich efhdd recht geben. Die Rede von Herrn Kaiser war sehr angenehm und natürlich gab es im Sinne der Veranstaltung kein Ständchen. Aber die Menschen haben sich genauso für die anderen Vortragenden interessiert. Der Großteil der etwa 35000 Menschen ist tatsächlich bis zum Schluss geblieben. Gut so!
Die gesamte Aktion war gerade auch vor dem Hintergrund der aktuellen Anschläge in Paris genau richtig.

Trommelbremse
10.01.15, 19:22
Ich muss Elli Kny Recht geben. Bis auf wenige einzelne Sätze (und die kamen nicht aus der Politikerkaste) gab es nur das übliche Einheitsblabla.

Ja efhdd, Orosz und Tillich die wichtigen Redner. Es ist wahrlich kaum jemand in der Lage soviel zu reden, aber dabei so wenig zu sagen und noch weniger zu tun, als die beiden. Gefangen in ihrer Politikblase wurde die Verantwortung wieder an die Wähler abgeschoben, Eigenkritik Fehlanzeige. Aber Hauptsache man hat sich wieder medienwirksam als einer der "Guten" in Szene gesetzt.

Dabei wird der Dreckhaufen aus Sachsensumpf, Verfassungsschutz, V-Männern, NSU-Debakel, Pegida und wer weiß was noch vor der eigenen Tür immer größer.

Elli Kny
10.01.15, 20:36
Neues Assisi-Panorama: Die zerstörte Stadt von 1945

Infos hier (http://www.menschen-in-dresden.de/2015/nichts-steht-mehr-panometer-dresden-zeigt-die-zerstoerte-stadt-von-1945/)

efhdd
11.01.15, 00:22
Vielen Dank an die Organisatoren von der CDU und den Unterstützern durch alle politischen Parteien hinweg (Grüne, SPD und auch entgegen vorhergehender Aussage Linke etwa), Unternehmen und Unternehmern/innen, Gewerkschaften und Kirchen für dieses politische Zeichen.

@Trommelbremse: Ich denke, inhaltlich ist sowieso alles klar. Es geht hier darum, ein Zeichen zu setzen, dass Pegida nicht die Mehrheitsmeinung in Dresden widerspiegelt. 35.000 Menschen können eben nur von Orosz und Tillich mobilisiert werden, deswegen waren diese beiden Personen, welche die Veranstaltung auch ins Leben gerufen haben, die wichtigsten Personen.

Dass es in Sachsen auch Probleme gibt, bestreitet keiner, aber nur dank der politischen und wirtschaftlichen Kompetenz der CDU, großteils in Alleinregierung, steht Sachsen jetzt im Osten so weit vorn. Fehler werden überall gemacht, aber in Sachsen im Gegensatz zu allen anderen Ost-Bundesländern wurden hier die wenigsten Fehler gemacht. Sachsen ist nicht nur das wirtschaftliche stärkste Bundesland der neuen Länder, wir hinterlassen künftigen Generationen auch den mit Abstand geringsten Schuldenstand und wir bilden, siehe PISA-Studien, unsere Schüler am besten aus. In Sachsen gibt es die einzige Exzellenz-Universität der neuen Bundesländer und Dresden und Leipzig sind stark wachsende Städte in einer stark schrumpfenden Region der EU (Ost-Deutschland).

Wenn es um Eigenkritik geht, dann soll dieser Ruf bitte etwa in's Saarland gehen, nach Bremen oder in das katastrophal am Strukturwandel gescheiterte NRW gehen. Hier wurde Voraussetzungen, welche im Gegensatz zu Sachsen hervorragend waren, verspielt. Es wurden Schulden angehäuft, welche noch unsere Enkel bezahlen müssen, ohne dafür Gegenwerte etwa in Sachen Infrastruktur oder Bildung zu schaffen.

Kritik ist erlaubt, aber man sollte nicht vergessen, wie sich Dresden und Sachsen in den letzten 25 Jahren entwickelt haben. Wie in einem anderen Thread schon angemerkt, haben wir etwa in Dresden ein in Deutschland beispielloses Angebot im ÖPNV und eine sehr hohe Quote im Umweltverbund.

Ob Bildung, Verkehr oder Finanzen: Es wurde sicher nicht alles richtig gemacht, aber es wurde seit der Wende sehr, sehr wenig falsch gemacht. Von einem Dreckhaufen vor der eigenen Tür zu reden, angesichts der Entwicklung seit der Wende, ist einfach nur falsch, aber so richtig falsch.

antonstädter
12.01.15, 16:12
^ Ganz genau, und gerade WEIL in Sachsen und seiner glanzvollen Hauptstadt durch die unübertrefflich überwältigende CDU, insbesondere in persona des hochverehrten Herrn Ministerpräsidenten und der innig und heiß geliebten Frau Oberbürgermeisterin, so unvergleichlich wenig falsch und so fabulös viel richtig gemacht wurde, ist ein nicht unbeträchtlicher Teil der hiesigen Bevölkerung dermaßen glücklich und enthusiasmiert, dass er sich allmontagabends in trauter und fröhlicher Gemeinsamkeit beschwingt dem besinnlichen Trällern von Weihnachtsweisen hingibt oder emsig den interkulturellen Austausch mit den weniger Sonnenbeschienenen auf dieser Welt pflegt. Welch paradiesischen Zustände allenthalben!

Elli Kny
13.01.15, 00:35
und nicht nur das. die paradiesischen Zustände möchte man selbstredend erhalten und beäugt jegliche Veränderung mit Argwohn. Großen Dank an die Staatspartei, die zwar gewohnt einige Wochen zu spät, aber nun dennoch die Organisation einer Kundgebung zustande brachte - gehört ihr doch diese Aufgabe aufgrund des bei ihr beheimateten Spitzenpersonals. Die untrübliche Freude der überhaupt noch zur Wahl gehenden Volksteilmassen führte allerdings zuletzt und kommunal dazu, dass zu viele und wohl aus purem Überschwang ihr Kreuzlein an der falschen Stelle machten, was leider einer Abwahl gleichkam, denn was sonst ist ein Mehrheits- und Richtungswechsel in demokratischen Zeiten. Auch der größten Oberbürgermeisterin aller Zeiten ist ein gleichsam-glamouröser Abgang in wenigen Wochen zu wünschen - eine Stadt im Paradieszustande hinterlassend.

efhdd
13.01.15, 00:43
Erstmal wollen wir nicht vergessen, dass in Dresden am Samstag 35.000 Gegendemonstranten und in Leipzig heute 30.000 Gegendemonstranten waren. Das sind meines Wissens die beiden größten Gegendemos deutschlandweit gewesen, München hat 20.000 Menschen mobilisiert.

Zweitens ist die Frage, ob die Gründe in der Politik zu suchen sind oder ob es äußere Umstände sind. Eine Behauptung, welche es öfters gibt ist, dass dort (Pegida) eigentlich Menschen demonstrieren, welche Abstiegsängste haben oder schon zu den Abgehängten gehören. Dann müssten entsprechende Demos in den anderen Ost-Bundesländern aber noch viel größer sein, weil es den Dresdner und Leipzigern im Gegensatz zu fast allen anderen Ost-Deutschen wunderbar geht.

Ein andere Behauptung und die trifft es vielleicht eher ist, dass es die Ressentiments gibt, weil man in Dresden und Sachsen kaum mit Ausländern und Deutschen mit Migrationshintergrund in Berührung kommt. Für das Bundesland an sich trifft das auch auf die übrigen Ost-Bundesländer zu, allerdings haben die Brandenburger Berlin, welches von vielen wahrscheinlich ab und zu mal besucht wird und für viele Thüringer und Sachsen-Anhalter liegt die nächste größere Stadt oft in West-Deutschland. Und Städte wie Kassel, Göttingen, Bamberg, Bayreuth, Wolfsburg, Braunschweig oder Hamburg zeigen diesen Leuten eben, dass die Welt nicht gleich zusammenbricht, wenn es ein paar mehr Leute mit Migrationshintergrund in der Stadt gibt.

Dann gibt es ja noch die These mit dem "Tal der Ahnungslosen". Vor allem die Ostsachsen und natürlich die Dresdner kamen viel später mit dem West-Fernsehen in Berührung. Wie man an vielen Studien sieht, verbringt der Deutsche den größten Teil seiner Freizeit vor der Glotze und damit prägt dieses Medium natürlich. Es vermittelt Werte, schafft geistige Ankerpunkte und dient als Maßstab.

Warum gibt es gerade in Sachsen so ein großes Wählerpotential am rechten Rand? Genau kann es wohl keiner sagen. Ich werde aber der CDU hier auch keinen Vorwurf machen, dass diese ihr Themenprogramm nicht weiter nach rechts ausgedehnt hat und damit der NPD die Stimmen genommen hätte. Die CDU ist einer Partei der gesellschaftlichen Mitte und dann gibt es eben links wie rechts weitere Parteien. Die Wahlergebnisse in Sachsen sprechen da ja eine eindeutige Sprache. Mit jahrelanger absoluter Mehrheit und heute zumindest uneinholbar vorn spricht die Partei eine breite Wählerschaft der Mitte an, wobei andere Parteien sowohl rechts (AfD & NPD) wie auch links dieser Mitte Stimmen bekommen.

Wie gesagt, in Sachen Wirtschaftspolitik, Finanzen, Bildung und Verkehr hat man vieles richtig gemacht. Wie schon mal bemängelt habe, ist das Jobangebot noch längst nicht auf dem Niveau von Frankfurt, München oder Düsseldorf aber bis auf Jena hat man in Dresden wohl die wirtschaftlich beste Entwicklung im Osten vollzogen. Vergleich zur Peer Group (ehemalige DDR): bestanden. Finanzen: Geringste Pro-Kopf-Verschuldung, geringer als Bayern. Bildung: Beste Ergebnisse bei PISA und einzige Exzellenz-Universität in den neuen Ländern. Verkehr: Sehr hoher Anteil im Umweltverbund im Gegensatz zu so, so vielen West-Städten. Ja schaut nach NRW - das Land besteht ja nur aus Autobahn. Fahrradanteil selbst in Städten: 1-3%!?

Zu sehr beklagen möchte ich mich hier nicht, es könnte in Dresden auch wie in Cottbus aussehen. ;-)

efhdd
13.01.15, 00:57
Die untrübliche Freude der überhaupt noch zur Wahl gehenden Volksteilmassen führte allerdings zuletzt und kommunal dazu, dass zu viele und wohl aus purem Überschwang ihr Kreuzlein an der falschen Stelle machten, was leider einer Abwahl gleichkam, denn was sonst ist ein Mehrheits- und Richtungswechsel in demokratischen Zeiten.

Soweit ich das sehe, ist die CDU auch bei der Dresdner Kommunalwahl weit vorne - knapp 7 Prozentpunkte mehr als die zweitplatzierte Partei. Von der angeblichen Volkspartei SPD wollen wir gar nicht reden, die konnte nicht mal die Hälfte der Stimmen der CDU sammeln.

Dass jetzt machthungrige Menschen aus vier Parteien den Weg gewählt haben und sich zu einer Koaliation zusammengeschlossen haben, ja sollen sie es doch machen. Sowas ist kommunalpolitisch äußerst ungewöhnlich, da hier eigentlich Sachthemen behandelt werden und deswegen eigentlich jeder Stadtrat frei entscheiden sollte. Im Gegensatz zu Parlamenten (der Stadtrat ist kein solches) gibt es keinen Fraktionszwang. Durch Nebenvereinbarung wurde dieser quasi den Stadträten aufgezwungen. Bin ja gespannt, was das noch werden wird. Ich bezweifel auch nach wie vor, dass jeder, der sein Kreuz bei Grünen oder SPD gemacht hat damit bezwecken wollte, zum Mehrheitsbeschaffer der Linkspartei zu werden. Nicht wenige Grüne Wähler sehen sich durchaus als bürgerliche Wähler und könnten sich mit SPD oder CDU anfreunden aber niemals mit der Linkspartei. Nicht wenige SPD Wähler wählen eben die SPD und würden nie, nie, niemals etwas mit der Linkspartei zu tun haben wollen.

Aber ja, sollen sie machen. Auch für die Dresdner sehe ich Bund und EU als die beiden wichtigsten Politikorgane an, danach das Land Sachsen und was dann noch verbleibt, das regelt die Kommunalpolitik. Wenn nicht die Volksabstimmung dazwischengrätscht, was es nur auf Kommunalebene gibt. Stadträte sind keine Politiker, sondern Ehrenamtliche.

Wie ich es schon beim Thema Verkehr bemerkt habe, ob es nun ein paar kleine Einzelmaßnahmen pro oder contra ÖPNV oder MIV geben wird, die Vorgaben kommen hier von EU und Bund. Dort entscheidet sich, ob Benzin so billig bleibt, wie es zur Zeit ist oder ob Elektroautos stärker gefördert werden. Ob Autofahren teuer wird (da macht ein 2-EUR-Parkticket statt eines 1-EUR-Parktickets aber sowas von gar nichts aus), usw.

efhdd
14.01.15, 21:38
Das war heute Vormittag erster Artikel auf Spiegel.de, dem soweit ich weiß reichweitenstärksten Nachrichtenportal Deutschlands:

Protest gegen Asylbewerber: Dresdner verhindern Einrichtung eines Flüchtlingsheims
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/protest-gegen-asylbewerber-in-dresden-verhindert-fluechtlingsheim-a-1012846.html

Außerdem folgende weitere Artikel heute auf der Startseite:

Studie über Pegida-Teilnehmer: In Dresden marschiert die Mittelschicht
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pegida-studie-in-dresden-marschiert-die-mittelschicht-a-1012913.html#ref=plista

Sowie der vorhergehende Artikel davon:

Toter Afrikaner in Dresden: Polizei geht nach Obduktion von Tötungsdelikt aus
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/dresden-toter-asylbewerber-aus-eritrea-wurde-getoetet-a-1012943.html

Die SZ hat alle Grafiken (Daten) zu der Pegida-Befragung:

Wer geht eigentlich zu Pegida - und warum?
http://www.sz-online.de/nachrichten/wer-geht-eigentlich-zu-pegida-und-warum-3014801.html

Während die SZ vorsorglich mal die Kommentar-Funktion deaktiviert hat, wird es bei der DNN unterhaltsamer:

TU-Studie: Pegida wird immer mehr zur Demo der Politikverdrossenen + Kommentare
http://www.dnn-online.de/dresden/web/dresden-nachrichten/detail/-/specific/TU-Professor-stellt-erste-empirische-Untersuchungen-ueber-das-Phaenomen-Pegida-vor-483592013

Tomov
15.01.15, 10:15
Der allgemeine Bewohner von Dresden sollte sich langsam Mal klar werden, was für ein weltweiter PR-Supergau das für Dresden (und Deutschland) geworden ist.

Elli Kny
17.01.15, 15:44
Neues Assisi-Panorama: Die zerstörte Stadt von 1945
letzte Info in post 183 (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=460404&postcount=183)

DNN berichtet (http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/kultur/detail/-/specific/Neues-Rundbild-im-Asisi-Panometer-zeigt-Dresden-nach-der-Zerstoerung-1945-2795836283)
DD-Fernsehen (http://www.dresden-fernsehen.de/Aktuelles/Artikel/1375013/Dresden-1945--als-360-Austellung-im-Panometer-Dresden/)

erste Eindrücke (http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/kultur/detail/-/specific/Erste-Eindruecke-vom-Asisi-Panorama-Dresden-1945-1366093088) - DNN vom 17.11.2014

Zusatzinfo:
Besucherrekord im Verkehrsmuseum - 250000 Besucher - +5,5% zum Vorjahr (http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/kultur/detail/-/specific/Ueber-250-000-Besucher-kamen-2014-ins-Dresdner-Verkehrsmuseum-1621032575)

Flusskrebs
20.01.15, 17:20
Der allgemeine Bewohner von Dresden sollte sich langsam Mal klar werden, was für ein weltweiter PR-Supergau das für Dresden (und Deutschland) geworden ist.

Glückwünsche an die Lügenpresse. Hier werden legitime Anliegen völlig zivilisiert artikuliert. Nur unsere so ungemein differenzierte und unabhängige Presselandschaft macht daraus die Vorstufe zur Machtergreifung - während in Frankreich die Front National die größte Partei geworden ist.

Gast14Jan
20.01.15, 21:53
Lieber Flusskrebs, in der Tat ging es wahrscheinlich zivilisiert zu auf den Spaziergängen (mir ist nichts Gegenteiliges bekannt) und in unserer pluralistischen Gesellschaft ist es natürlich grundsätzlich legitim Anliegen jedweder Art öffentlich ungestraft äußern zu können. Ich teile auch die Einschätzung, dass die Medien bisher sehr unsicher reagiert haben und PEGIDA in gewisser Weise auch dämonisiert haben. Allerdings tragen die Medien daran die wenigste Schuld, vielmehr ist dies das Ergebnis des bei aller Zivilisiertheit sehr scheinheiligen und aggressiven Agierens der PEGIDA. Oder wie anders soll man bewerten, dass PEGIDA so tut, als hätten sie nicht damit gerechnet, dass die für den politischen Diskurs in Dt.ld provokativen, zunächst auch sehr diffusen und unklaren Meinungsäußerungen ein solch erschrockenes Echo hervorrufen, und ob dieses Widerspruches auch noch beleidigt ist und sich trotzig stur jeglicher Diskussion bzw. Auseinandersetzung mit den eigenen Positionen nicht nur verweigert, sondern jeglichen Widerspruch mit populistischen Tatsachenverdrehungen und Übertreibungen (Widerspruch gegen PEGIDA-Positionen = Mundtotmachen oder Verbot der Meinungsäußerung bzw. Bevormundung und Manipulationsversuch), Pauschalisierungen und unsäglichem Vokabular auch noch verunglimpft und sich selbst zum von allen anderen böswillig missverstandenen Opfer stilisiert. Man kann nicht die gesamte Presse pauschal der böswilligen gezielten Lüge bezichtigen, wenn man sich weigert, sich selbst der Presse zu erklären und auf Fragen und Widerspruch einzugehen.

Lügenpresse ist zurecht das Unwort des Jahres 2014. Dazu zählen für mich auch „Kriegstreiber“ und „das System“ bzw. „die Systemparteien“. Unsäglich propagandistisches Vokabular, dessen Einsatz mit Hass und Aggression gegen die so Verunglimpften verbunden ist. Soviel zur scheinheiligen Zivilisiertheit der von PEGIDA mobilisierten Massen.

LE Mon. hist.
21.01.15, 05:05
Daran, dass "legitime Anliegen völlig zivilisiert artikuliert" werden, würde ich angesichts z.B. des Redebeitrages von Stephane Simon, der seit 1992 in Leipzig lebt, auf der Dresdner Pegida-Kundgebung am 22.12.2014 (https://www.youtube.com/watch?v=9pISSYL4UsY) oder des Sprechers des offiziellen Pegida-Ablegers Legida, Jörg Hoyer, am 12.01.2015 in Leipzig (https://www.youtube.com/watch?v=xAUvta1p8Mw) wagen, nicht nur leise Zweifel anzumelden.

Torsten Krauel, Chefkommentator der bürgerlich-konservativen WELT aus dem Hause Axel Spinger SE und schon als solcher linker bzw. "gutmenschlicher" Umtriebe wohl eher unverdächtig, nennt die beschriebene Reaktion der Pegida-Anführer_innen und -Anhänger_innen "peinlichen Größenwahn":

Die WELT, 19.01.15
Kommentar
Protest
Der peinliche Größenwahn der Pegida-Bewegung
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article136547294/Der-peinliche-Groessenwahn-der-Pegida-Bewegung.html

Mit einem weiteren Kommentar in der Zeit schildert Hannah Beitzer ihren Eindruck von der Debatte mit Pegida-Frontfrau Kathrin Oertel in der Talkshow von Günther Jauch:

Süddeutsche Zeitung, 19. Januar 2015
Pegida bei Jauch
Dialog braucht mehr als Parolen
http://www.sueddeutsche.de/medien/pegida-bei-jauch-parolen-sind-kein-dialog-1.2310600

Dabei geht es auch um das offenbar grundsätzliche Mißverständnis, wie politische Meinungsbildung in einer Demokratie funktioniert, nämlich im Widerstreit und im Abwägen von Ansichten und (Lösungs)-Vorschlägen und was Meinungsfreiheit ist: Das Recht auf freie Rede sowie freie Äußerung und (öffentliche) Verbreitung einer Meinung in Wort, Schrift und Bild. Es ist aber nicht die Verpflichtung, dass alle anderen die so geäußerte Meinung nun richtig und wichtig finden und sie sofort widerspruchslos annehmen. Das gilt insbesondere für Politiker_innen und für Journalist_innen, aber natürlich allgemein für alle Menschen in dieser Gesellschaft. Und das beeinhaltet auch das Recht, nachzufragen, wie es bestimmte Wortführer_innen einer "Bewegung" denn sonst so halten und was sie bei anderer Gelegenheit oder im kleinen Kreis dazu äußern (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pegida-anfuehrer-hitler-zitate-und-rassistische-parolen-a-1012208.html , http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pegida-facebook-eintraege-von-lutz-bachmann-a-1013982.html) und nicht nur auf Websites in Umlauf gebrachte Positionspapiere wiederzugeben. Dies ist die Aufgabe von Journalismus, nicht Ausweis der Niedertracht der "Lügenpresse".

"... politischer Dialog muss nun wirklich nicht so aussehen, dass man erwachsenen Menschen, die vor lauter Gefühlsstau fremdenfeindliche Ressentiments schüren und pauschal Politiker und Medien beschimpfen, erst einmal über den Kopf streichelt."

"Dialog ist allerdings um ein Vielfaches anstrengender als ein Demokratieverständnis, das Politiker für Kummerbriefkästen hält, die unwidersprochen jeden Gefühlsausbruch "des Volkes" anerkennen müssen."

Sie schließt mit den Worten: "Viele denken, die Demokratie ist eigentlich eine Firma, die hat zu liefern. Wenn sie nicht liefert, dann kündigt man", sagte neulich der Konfliktforscher Andreas Zick in einem Interview über Pegida. Pegida will nicht reden, nicht diskutieren, nicht verhandeln. Pegida will recht bekommen.

Auf das Interview im SPIEGEL Nr. 3 vom 10.01.2015, S. 36-38, unter der Überschrift "Adorno hätte seine Freude" wurde in diesem Forum schon an anderer Stelle kurz verwiesen: http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?p=460448.

Elli Kny
21.01.15, 18:06
vielleicht passend zu pegida: Dresdens Luftschlösser! - geplatzte Bauträume
heute in (...hust) BILD (http://www.bild.de/regional/dresden/bauprojekte/die-geplatzten-luftschloesser-dresdens-39434020.bild.html)

jan85
21.01.15, 18:24
Wiederum zum Thema geplatzte Luftschlösser: Pegida(an)führer Bachmann tritt zurück (http://www.bild.de/bildlive/2015/35-18-pegida-chef-39441794.bild.html). Dabei kann er doch nichts dafür, wenn die unlockeren Deutschen nicht über seine Hitlerimitation lachen konnten, bei Chaplin und anderen Komikern fand man es doch auch immer lustig. Vielleicht lag es aber ein klein wenig daran, dass diese nicht völlig im Ernst Ausländer als Pack und Ungeziefer bezeichnet haben.

@Dresden: Ich hoffe die Stadt wird nicht weiter im Zentrum der Bewegung stehen. Es reicht schon, wenn die schlimmen Bombenangriffe jedes Jahr instrumentalisiert werden. Da muss nicht noch so eine primitive Bewegung ("Halt die Fresse, Lügenpresse" ist mE keine zivilisierte Artikulation, sorry Flusskrebs) dazu kommen. Natürlich kann man Morddrohungen auch gegen Rechtsgerichtete nicht gut heißen (zumal sie den Pegida-Leuten sogar in die Karten spielen). Aber so hat Dresden die Braunen zumindest erst mal an die Schwestermetropole "abschieben" können (pun intended). Leider wird man sie ja wegen der deutschen Pässe nicht ganz los... (http://www.der-postillon.com/2011/04/studie-abschiebung-von-nazis-wurde.html)

P.S.: Ich meine damit natürlich nicht, dass das Problem gelöst ist nur weil jetzt in Leipzig marschiert wird. Es ist nur ein Aufschub, der vielleicht trotzdem eine Verschnaufpause ermöglicht. Letztlich muss aber jede Stadt das aus eigener Kraft überwinden. Ich bin froh, dass Berlin bisher kein größeres Problem mit denen hat.

Elli Kny
22.01.15, 00:15
Bevölkerungszahl wächst weiter: dresden.de (http://www.dresden.de/de/02/035/01/2015/01/pm_042.php?lastpage=zu%20Pressemitt eilungen)

541 304 Einwohner (31.12.2014)
d.h. + 5494 Personen (2013: + 5088)
Zuzug zu 77% junge Leute
knapp 6300 Geburten
Ausländeranteil 5,1% (Ende 2013 - 4,7%)

Stahlbauer
22.01.15, 21:32
Die ganze WELT (http://www.welt.de/debatte/kolumnen/zippert_zappt/article136671336/Dresden-wird-nach-Weltkulturerbe-auch-Pegida-los.html) diskutiert über Dresden und Pegida und hier werden neue Zahlen aus ("Lügen"-)Kamenz präsentiert.:confused:


Habt Ihr keine Meinung zu Pegida, der nichtpolitischen Bewegung aus Dresden?

Elli Kny
22.01.15, 21:42
Rot-Grün-Rot will einen Beirat gegen Bausünden in Dresden gründen

DNN berichtet (http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/politik/detail/-/specific/Rot-Gruen-Rot-will-einen-Beirat-gegen-Bausuenden-in-Dresden-gruenden-792945469)

Es geht also um einen Gestaltungsbeirat, der vorrangig eine Vorsorgefunktion haben sollte - so die Erfahrung von Städten mit solchen Beiräten - dass Investoren von vornherein mit qualitätvolleren Entwürfen ankommen, wenn eine Begutachtung droht. Gibt es solches nicht, kann - grob gesagt - mit jedem (bezugslosen) Billigentwurf durchgerattert werden.
Vielmehr zeigten sich Bauherren dankbar, wenn ihnen konstruktive Hinweise mitgegeben wurden bzw über historische Besonderheiten, Bezüge oder Details aufgeklärt wurde.
Was sich daraus für Dresden ergibt, wird sich zeigen. Der Beirat soll mE nur für den erweiterten 26er-Ring sowie alle stadtbildprägenden Standorte Anwendung finden. Zuletzt scheiterte dieser Antrag im Okt. 2013 an der damaligen alten Ratsmehrheit.

spock99
22.01.15, 22:46
Ja, die Zahlen standen heute morgen auch in der DNN. Dort hatte man sich aber verschrieben und 54 904 Einwohner als Zuwachs angegeben. Sonst gar nicht so der Stil der sehr korrekten DNN. ;) Damit wären wir dann auch an Bremen vorbei und auf Platz 10.
Das Jahr 2015 wird sehr viel mit sich bringen. In Dresden wird so viel gebaut wie noch nie. KKM, Kulturpalast und Prager Carrée sind nur einige Großprojekte. Ihr seht mich gespannt. :lach:

antonstädter
22.01.15, 23:51
@stahlbauer

Unnötig, denn dafür gibt es ja nun LEGIDA, die sich in der Hauptstadt der Toleranz, Nächstenliebe und Weltoffenheit natürlich vor allem aus zugereisten Talbewohnern rekrutiert. Ja, L ist halt anders...

LE Mon. hist.
22.01.15, 23:56
Ungern dämpfe ich die Euphorie, aber mit dem Platz 10 wird es wohl nichts werden. Eine andere große Stadt in Sachsen hatte schon Ende 2013 808 mehr Einwohner_innen (531.562) als Dresden (530.754) laut offizieller Landeslügenstatistik. Und 2014 sind laut kommunaler Statistik noch mal 13.285 dazugekommen. Damit hat diese Stadt nun etwa 544.847 +- ein paar nicht mitgezählte Einwohner_innen laut der Kamenzer Zählung und Dresden 536.248 +- .

In Bremen zählt man noch, aber Ende 2013 waren es 548.547 Einwohner_innen und in 2014 werden noch mal um die 2.000 dazugekommen sein.

antonstädter
22.01.15, 23:58
Glückwunsch!

efhdd
23.01.15, 00:07
Ungern dämpfe ich die Euphorie, aber mit dem Platz 10 wird es wohl nichts werden. Eine andere große Stadt in Sachsen hatte schon Ende 2013 808 mehr Einwohner_innen (531.562) als Dresden (530.754) laut offizieller Landeslügenstatistik. Und 2014 sind laut kommunaler Statistik noch mal 13.285 dazugekommen. Damit hat diese Stadt nun etwa 544.847 +- ein paar nicht mitgezählte Einwohner_innen laut der Kamenzer Zählung und Dresden 536.248 +- .

In Bremen zählt man noch, aber Ende 2013 waren es 548.547 Einwohner_innen und in 2014 werden noch mal um die 2.000 dazugekommen sein.

Wieso Platz 10,11 oder 12? Dresden ist und bleibt die viertgrößte Stadt in Deutschland. :)

LE Mon. hist.
23.01.15, 00:26
Aber nicht, wenn noch mehr Asylbewerber_innen nach DD-Klotschke kommen und deutsche Kinder klauen :nono: :

Kontraste, 22.01.2015
Biedermeier und Brandstifter
http://www.ardmediathek.de/tv/Kontraste/Biedermeier-und-Brandstifter/Das-Erste/Video?documentId=26031740&bcastId=431796

ab Minute 4:20

Bilder aus und ein Lied für Dresden: https://www.youtube.com/watch?x-yt-ts=1421828030&x-yt-cl=84411374&v=R6oNG-BNEVg

efhdd
23.01.15, 00:34
Wird Dresden dann flächenmäßig verkleinert? Wird es dann Ausgemeindungen geben? Oh oh....

Elli Kny
25.01.15, 21:10
No Comment.
http://abload.de/img/dscf6532hfbk0lb41.jpg
weitere Infos - hier (http://www.neustadt-ticker.de/34914/aktuell/nachrichten/warnwesten-statt-demonstrationen)

Elli Kny
27.01.15, 23:42
Weltoffenes Dresden

Für alle, die es gestern nicht sehen konnten - die bunte Illumination der Altstadt.
Grund war eine Großveranstaltung für ein offenes und buntes Dresden gestern auf dem Neumarkt.
SäZ berichtet. (http://www.sz-online.de/nachrichten/22000-feiern-ein-offenes-dresden-3024183.html)
Bilderreihe SäZ (http://www.sz-online.de/sachsen/dresden-in-bunt-g14868.html?StoryId=3024168)

Ich entschuldige die bei Dunkelheit geringere Fotoqualität meiner Knipse.
http://abload.de/img/dscf6647pcahs.jpg
http://abload.de/img/dscf6648bix7b.jpg
http://abload.de/img/dscf6651jjy35.jpg
http://abload.de/img/dscf6652twluf.jpg
http://abload.de/img/dscf665397lmt.jpg
http://abload.de/img/dscf6654bqant.jpg
http://abload.de/img/dscf6655uzy4q.jpg
http://abload.de/img/dscf6661xtaok.jpg
http://abload.de/img/dscf6657i9xje.jpg
http://abload.de/img/dscf665653lwo.jpg

Elli Kny
27.01.15, 23:49
neue SrV-Verkehrszählung für Dresden:

Dresdner lassen immer häufiger das Auto stehen - DNN (http://www.dnn-online.de/dresden/web/dresden-nachrichten/detail/-/specific/Verkehrsbefragung-der-TU-Dresden-Dresdner-lassen-immer-haeufiger-das-Auto-stehen-3390129452)

PM der Stadt (http://www.dresden.de/de/02/035/01/2015/01/pm_057.php?lastpage=zu%20Pressemitt eilungen) - Dresden ist umweltbewusst mobil - 61 Prozent der Wege werden zu Fuß, mit dem ÖPNV oder dem Fahrrad erledigt

Fazit aus der PM:
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der Umweltverbund (Fußverkehr, Fahrradverkehr und ÖPNV) mit 61 Prozent den größten Anteil aller Wege am Gesamtverkehrsaufkommen ausmacht. Die zurückgelegten Kilometer wachsen mit der Zahl der Einwohner, aber nur im Umweltverbund. Im motorisierten Individualverkehr (Pkw etc,) sind sie kontinuierlich zurückgegangen. Über 50 Prozent aller Wege sind kürzer als 3 km. Die Kfz-Verfügbarkeit steigt weiter an, aber die Nutzungshäufigkeit von Kfz sinkt. Besonders Fußverkehr und ÖPNV haben an Attraktivität stark zugelegt, während der Fahrradverkehr (vor allem wetterbedingt) Schwankungen unterworfen ist. Neue Mobilitätsangebote (insbesondere Carsharing) sind noch in Entwicklung begriffen und sprechen vorwiegend ein junges Klientel an.

Die Zahlen werden nun in die neueren Verkehrsprognosen einfließen.

efhdd
28.01.15, 00:01
Was steht eigentlich in der SZ unter "Immer mehr Dresdner fahren Rad"? Habe leider kein sz-exklusiv :(

Und gibt es schon konkrete Pläne von RRG bezüglich Radwege? Im Programm stand doch ein erweiterter Fokus auf Fuß- und Radwege.

Elli Kny
28.01.15, 00:11
^ da steht ein längerer Artikel über alle Verkehrsarten - bezüglich der Befragungsergebnisse. Beim Rad sind -2% festgestellt, allerdings war zur letzten Befragung in 2008 schöneres Wetter als 2013, wo der Winter sehr lange war. Es wird zwar erwähnt, daß man für sowas Korrekturschlüssel einrechnet, aber die -2% nimmt die Verwaltung daher trotzdem nicht so ernst. BauBM Marx spricht von 3 Millionen, die RGR "zusätzlich" für den Radverkehr eingestellt hat. Ich weiß bisher nur von 2 Mille - also pro anno eine.
Marx findet Radförderung gut und will den Radwegeausbau weiterführen.

In etwa steht in allen Artikeln dasselbe drin, aber hier ist noch ein weiterer (klick (http://www.menschen-in-dresden.de/2015/verkehrsbefragung-auto-bleibt-oefter-stehen-plus-bei-fahrrad-nahverkehr-und-zu-fuss/)) - allerdings einer mit Tipfehlern und bissel komisch formuliert.

Elli Kny
28.01.15, 14:47
Empfehlung: Neuauflage der Broschure "Verlorene Kirchen - Dresdens zerstörte Gotteshäuser - Eine Dokumentation seit 1938" " kostenlos oder als Download zu haben.
Infos (http://www.dresden.de/de/05/03/veranstaltungen/17_Verlorene_Kirchen.php)
Eine überarbeitete und ergänzte Neuauflage ist im Dezember 2014 erschienen.
Ein weiterer Neudruck ist für die erste Hälfte des Jahres 2015 geplant.

Die Publikation hat mich durch ihre gute Aufmachung, Übersichtlichkeit und das grandiose Fotomaterial schon damals überzeugt. Wer sich dafür interessiert - und es ist ob der Verluste an Bausubstanz hochinteressant - dem sei dieses schöne Heft herzlichst empfohlen. In die neue Ausgabe muss ich allerdings auch erst noch reinschauen.

Letztjährig wurden zudem zahlreiche der ebenso empfehlenswerten dickeren Hefte "Dresdner Rathäuser", die vormals für 10 eur zu erwerben waren, in mehreren Auslagen von Ortsteil-Rathäusern verschenkt. Teilweise liegen auch bis heute noch Exemplare rum bzw sind wohl im Kulturrathaus noch auf Nachfrage zu haben (Denkmalschutzetage).

Elli Kny
08.02.15, 20:12
Die Stadt im Vorlauf zum 70. Jahrestag ihrer Zerstörung 1945


Die SäZ präsentiert einen gut 4-minütigen Ausschnitt aus der zweiten DVD zur neuen Reihe "Dresdner Filmschätze"
dresden-im-maerz-1945 (http://www.sz-online.de/sachsen/dresden-im-maerz-1945-v1082.html?StoryId=3031610)
Link (http://www.editionsz.de/horbucher/regionales.html) zur Übersicht über die nun erschienenen ersten beiden Teile sowie die folgenden. Jede DVD umschreibt einen Zeitraum.


Auch sehenswert ist ein multimediales Reportageformat zum 13.2.1945, welches ebenso von der SäZ organisiert wurde - mit eingebautem Filmmaterial
dd45.sz-online.de/dresden1945 (http://dd45.sz-online.de/dresden1945#6417)


Der MDR präsentiert einen sehr interessanten Film zur Entstehung des neuen Assisi-Panos "Dresden 1945"
mdr.de/mediathek (http://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/sendung490450_boxIndex-2_zc-f131bdca_zs-2d7967f4.html)


Fast nebenbei begeht auch die Semperoper ihr derzeitiges 30-jähriges Bestehen nach dem Wiederaufbau
SäZ-Kurzinfo (http://www.sz-online.de/nachrichten/festakt-fuer-30-jahre-junge-semperoper-nach-wiedergeburt-3033065.html)


Auf eine Kunstaktion am Heidefriedhof bezüglich der umstrittenen "Opferrolle Dresdens" macht die DNN (http://www.dnn-online.de/dresden/web/dresden-nachrichten/detail/-/specific/Schmuddelkind-auf-Heidefriedhof-kritisiert-Dresdner-Erinnerungskultur-1077767081) aufmerksam.
Die Kunstfigur war nur temporär und ist bereits wieder verschwunden - auch DNN (http://www.dnn-online.de/dresden/web/dresden-nachrichten/detail/-/specific/Schmuddelkind-auf-dem-Heidefriedhof-Bildhauerin-Chodakowska-kuendigt-rechtliche-Schritte-an-1028300780).

Christian84DD
09.02.15, 14:17
Hi,

hier ein Link zu einem kleinem Fotovergleich der Sächsische Zeitung von Dresden 1945 und Heute.

SZ-Link (http://www.sz-online.de/nachrichten/dresden-frueher-und-heute-g14901.html)

MfG
Christian

efhdd
15.02.15, 22:14
Dresden hat deutlich mehr Pendler
http://www.sz-online.de/nachrichten/dresden-hat-deutlich-mehr-pendler-3038728.html

88.000 Einpendler, knapp 50.000 Auspendler.

Rund 205.000 Dresdner gehen einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach. Nach Adam Ries gibt es also 205.000 - 50.000 + 88.000 = 243.000 sozialversicherungspflichtige Jobs in Dresden. Mehr als ein Drittel davon werden von Personen besetzt, welche außerhalb des Stadtgebiets wohnen (und damit auch im Regelfall außerhalb sinnvoller ÖPNV-Erreichbarkeit). Und rund ein Viertel der arbeitenden Dresdner pendeln nach außerhalb (und damit im Regelfall in Bereiche, welche nicht sinnvoll per ÖPNV erschlossen sind).

Interessant wäre noch die Erhebungsvariante. Es gibt ja durchaus einige Jobs, bei welcher der "Dienstsitz" nichts mit dem Einsatzort zu tun hatte. Beispielsweise bei vielen Beraterfirmen, wo der Firmensitz in der City von Dresden liegt, aber die Berater sachsenweit und wochenweise auch deutschlandweit unterwegs sind (bei Kunden vor Ort eben). Ob das beim Pendlerverhalten schon abgefragt und eingerechnet wurde oder ob das unter Dienstreise fällt und daher hier unter den Tisch gefallen ist? Andere Beispiele sind dann etwa Bauarbeiter und Bauingenieure, welche natürlich auch regelmäßig auf Baustellen außerhalb von Dresden pendeln müssen, sofern die eigene Firma dort baut. Wenn man dort einfach nur Ort Dresden und Dienstsitz der Firma Dresden vergleicht, kommt man natürlich darauf, dass es keine Pendler sind, was hier aber eine falsche Schlussfolgerung wäre.

Elli Kny
15.02.15, 23:55
Innenstadteinzelhandel ist auf einem guten Weg - auch Dank "Primark-Sog"

Die DNN beleuchtet den stadtweiten Einzelhandel und listet Mietpreisbeispiele - klick hier (http://abload.de/img/dscf6850fnuqe.jpg)
Dabei sind interessante Infos im Artikel enthalten. Ich hoffe das geht mit dem Lesen.

Dass der Manager der Centrum-Galerie nun erneut wechselt, kann dem bislang erfolgreich eingeschätzten Umbau der Galerie geschuldet sein, dass sich der Herr nun für eine weitere Karrierestufe empfehlen konnte bzw weitergereicht wurde.

Christian84DD
18.02.15, 16:30
Link SZ-Artikel (http://www.sz-online.de/nachrichten/bauluecken-sollen-verschwinden-3040266.html)

Inhalt:
- Ziel des neuen Flächennutzungsplans ist ein reduzieren der Brachen und Baulücken ebenso eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und offensiver Umgang mit Klimawandel durch z.B. Hochwasserschutz
- Meinung der Bürger gefragt bei Umgang mit restlichen Baulücken
- Ab dem 26. Februar bis 10. April sind die Unterlagen im Rathaus und den Ortsämtern ausgelegt
- für Diskussionen soll in jedem Ortsamtsbereich eine Bürgerversammlung stadttfinden
- Link Flächennutzungsplan (http://www.dresden.de/FNP-Entwurf)

VG
Christian

Elli Kny
26.02.15, 23:37
Finanzhaushalt 2015/16 ist genehmigt - DNN (http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/politik/detail/-/specific/Dresdner-Haushalt-fuer-2015-16-freigegeben-Landesdirektion-gibt-gruenes-Licht-3839175432)

Elli Kny
05.03.15, 16:02
Studentenwohnen in Stadt und Freistaat - DNN (http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/wirtschaft/detail/-/specific/Studentenwerke-brauchen-50-Millionen-Euro-In-Dresden-noch-kein-Notstand-bei-Studentenbuden-936573680)

Grafik zur Bevölkerungsprognose für Dresden
http://abload.de/img/0ams9uxj.jpg

Elli Kny
05.03.15, 16:19
Neue Tourismuswerbung für Dresden :D

nach den kürzlichen Rekordvermeldungen zum Tourismus in Dresden - nun ein weiterer Clou:
DNN berichtet (http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/wirtschaft/detail/-/specific/Dresdner-Zwinger-auf-2-Euro-Muenze-ab-Anfang-2016-im-Umlauf-1841871161) über die neue 2-Euro-Münze.

und so sieht die mitunter tägliche Erinnerung dann ab Anfang 2016 in den Händen der Leute aus:
http://abload.de/img/0amdcjhm.jpg
Foto: Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV)

Elli Kny
09.03.15, 23:18
Mietpreisbremse (2. Stufe) für Dresden?

ausführliche Infos (http://www.menschen-in-dresden.de/2015/mietpreisbremse-und-kappungsgrenze-mieter-dresden-muessen-weiter-warten/)

Daß die Haltung im Stadtrat unklar ist, ist jedoch nicht ganz korrekt: der konservative Flügel wie auch OB-Kandidat Ulbig lehnen eine Einführung der Stufe 2 ab. Dies wurde durch kürzliche Äusserungen von Ulbig wie auch in Reden im Stadtrat bereits deutlich. Eine klare Positionierung wird sicher aufgrund des heissen OB-Wahlkampfs hinausgezögert.

Laut Liste ist Dresden "heisser Kandidat" für eine Einführung
http://abload.de/img/dscf1088r0udk.jpg

Edit: Links-Grün will logischerweise die Einführung - DNN (http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/politik/detail/-/specific/Linke-Mehrheit-im-Stadtrat-fuer-Mietpreisbremse-760029151) berichtet kurz.

efhdd
14.03.15, 14:15
Ein paar interessante Sachen zum Thema Hochwasserschutz, Marina Garden, Hafencity, Globus und Sternstraße:

https://mopo24.de/Home#!nachricht/elberadweg-dresden-sperrung-erklaerung-5383

Wie ich mir gedacht habe, wird RotRotGrünOrange unsere Stadt zu Grunde richten. Nur das Tempo dabei erstaunt mich.
Wenn das Projekt endgültig kippt, wird Dresden zig Millionen Entschädigung zahlen dürfen und der Ruf bei Investoren ist sowieso dahin.

Was ich interessant finde: Im Fall einer gütlichen Einigung könnte auch der Elbradweg geschenkt in das Eigentum der Stadt übergehen. Ich hoffe, unsere Politiker begreifen es als Chance, mal das richtige zu tun. Ich befürchte aber das Schlimmste (d.h. kein Elbradweg und stattdessen eine Millionenentschädigung aus der Stadtkasse).

Elli Kny
14.03.15, 16:27
^ So ist das eben, wenn man keine Ahnung hat und billiger Instrumentalisierung aufn Leim geht. Aber ich kann dich beruhigen: hier wird nichts zu "entschädigen" sein - was auch? - sondern ein Teil des Grundstücks zum Grünlandpreis abgegolten (Vorkaufsrecht). Also ca. 1-2 Euro pro m².
Was deine ewige Polit-Leier angeht, die hier ohnehin fehlplaziert ist, verweise ich auf den rot-grünen Entwicklungsrückstand von Dresden, denn alle anderen Großstädte werden von denen seit langem erfolgreich regiert - jedenfalls erfolgreicher als wenn rechtskonservative pseudochristliche Analphabeten am Werke wären. RRG in Dresden befreit sich gerade Stück für Stück von den anfänglichen Bremsklötzern, die die CDU hier überall hinschmeissen musste: die Klage gegen die Besetzung der Ausschüsse ist gewonnen worden sowie die Bettensteuer wohl bald zur Einführung juristisch durchgebracht. Beides betrifft die Handlungsfähigkeit der Ratsmehrheit (Ausschussarbeit, Haushalt). Die Projekte nehmen langsam Fahrt auf - das ist gut so. Bald werden auch sämtliche Bürgermeister "auf Linie gebracht", um mal einen vorgestrigen Ausdruck aus dem CDU/SED-Jargon zu nutzen.

Marina Garden ist ein anderes Thema und sehr komplex, daher tauchte es hier im Strang Leipziger Vorstadt oder im Strang Hafencity noch nicht auf. Aber vielleicht wagt sich mal jemand ans Thema und postet was - möglichst mit Bildern.

efhdd
14.03.15, 17:09
Über Entschädigungszahlungen werden die Gerichte entscheiden, falls RRGO auf ihrem Kurs bleiben. Nur wenn selbst die Stadt Dresden sagt, dass man das Projekt eigentlich nicht rechtssicher ablehnen kann, dann wird das im Fall des Falles höchstwahrscheinlich eine krachende Niederlage für die Stadt Dresden geben und ein paar Milliönchen (viele!) verschwinden auf Nimmerwiedersehen statt dass die Stadt Geld durch den Bau einnimmt (diverse Steuern).

Vielleicht braucht es diesen Denkzettel aber auch einfach mal. Weniger für unsere Politiker, die werden nichts daraus lernen. Aber vielleicht merkt ein Teil der Dresdner Wählerschaft, dass sie eine Horde von Dummköpfen in Amt und Alimente gewählt haben. Ich kenne jedenfalls SPD- und Grünen-Wähler und die sagen, dass die DAS nicht wollten - SPD und Grüne als Juniorpartner für die Linken. Im vorhergehenden Stadtrat haben Grüne und SPD ja sinnvolle Realpolitik mit wechselnden Mehrheiten gemacht, jetzt hat man sich per Vertrag zum Mehrheitsbeschaffer der ex-SED degradiert.

Die Darstellung ist jedenfalls um einiges mehr mit Fakten, Wissen und Erklärungen gefüllt als das übliche Gequatsche von Frau Muth, welche ja jüngst vom Gericht zurückgepfiffen wurde (Zählt das schon unter Korruption was sie dort macht oder noch nicht? Trotz Befangenheit für das eigene Projekt, an welchem sie erhebliches finanzielles Interesse hat, abgestimmt? Wenn ein Bundespolitiker sowas machen würde, dann würde es aber gewaltig knallen, aber im Tal der Ahnungslosen kann man sowas ja mal machen). Ihre Argumentation verläuft etwa so: Ich möchte hier fast kostenfrei an der Elbe arbeiten und wohnen und weil ich im Stadtrat sitze, kann ich über deinen Kopf hinweg entscheiden, was du mit deinem Grundstück machen musst - Ätschi Bätschi... (bzw.: zu früh gefreut, Stadtratsmehrheit garantiert keinen feudalen Allmachtsanspruch)

Bettensteuer ist gut, wurde aber auch schon von der CDU, SPD und Grünen in Form der Kurtaxe eingeführt. Die Umbenennung und Änderungen von juristischen Feinheiten ist notwendig, aber kein Grund warum man sich hier mit fremden Federn schmücken müsste. Die Bettensteuer ist nur die logische, zu Ende formulierte Kurtaxe von CDU & Co.

Aber über all das wollte ich hier auch gar nicht diskutieren. Der Link ist noch mal dieser:
https://mopo24.de/Home#!nachricht/elberadweg-dresden-sperrung-erklaerung-5383

Kann sich ja jeder selbst durchlesen.

Elli Kny
14.03.15, 20:04
^ Oho, ich roll mit den Augen: Wenn man nix zu sagen hat, sollen jetzt also die "Gerichte" entscheiden. Was eine Erkenntnis! Es bleibt schon eine Anmaßung, tendentiell das Urteil vorwegzunehmen. Warum klagt die liebe Frau denn nicht? Soll sie doch. Sie hat nichtmal nen Bauvorbescheid, nur mündliches rechtsunverbindliches Palaver von SPA-Mitarbeitern von vor längerer Zeit, die sie und USD ermutigt hatten. So what, es kam die Flut. Warum wohl hat Töbi es nötig, eine Medienschlammschlacht anzuzetteln, wenn doch juristisch alles für sie spricht? Das ist doch unklug, Herr efhdd, oder etwa nicht!? Hier vermischen sich für den uninformiert belassenen Zuschauer zahlreiche Dinge, die nichts oder nur wenig miteinander zu tun haben. Deshalb würde ich es hier als Diskussion auch rauslassen. Wenn, dann könnte die Verwaltung hier etwas Mist gebaut haben und erwägt trotz guter Rechtslage für die Stadt nun eine letztlich sichernde Veränderungssperre, so BauBM Marx zuletzt. Auch das Hochwasserding hat nichts mit RRG zu tun. Wo sich "die Politik" etwas grenzwertig ausm Fenster gelehnt hat, ist beim Aspekt Nutzung/Freiraum, wobei hier - wie du richtig eingrenzt - SPD und Grüne weniger am Werk waren sondern die gewöhnlich in Stadtentwicklungsdingen kargbesaitete Linke in Form einer befangenen Stadträtin. Das ist nicht gerichtlich entschieden worden sondern als Prüfauftrag aus der Landesdirektion beanstandet worden - das geht auch ok und muss geklärt werden. Die gesamte RRG-Politik nun am Freiraumthema aufzuhängen, ist natürlich Kalkül des polit. Gegners. Es gibt eine Fülle von großen und kleinen Themen, wo rot-grüne Politik gehandelt hat und dem Wunsch einer Mehrheit nachkommt. Die Fakten sind am Marina Garden andere und leider hat Frau Töberich ihr Projekt nicht korrigiert. Ihre wahren Widersacher kommen nun allmählich ans Licht: der Freistaat (obere Wasserbehörde), das Umweltamt DD und derzeit auch das SPA. Der Radweg ist wieder eine andere Sache, auch hier hat sie angeblich keine rechtliche Handhabe. Man sollte sich besonders in Dresden nicht durch die grenzenlos ahnungslosen Lokalmedien heißmachen lassen, für die ist es effekthaschene Publizität.

Ach, und der Dresdner Verkehrsentwicklungsplan VEP wurde nun auch noch mit einem Preis ausgezeichnet. Es geht also voran, allen Unkenrufen zum Trotz.

efhdd
14.03.15, 20:24
Es gibt eine Fülle von großen und kleinen Themen, wo rot-grüne Politik gehandelt hat und dem Wunsch einer Mehrheit nachkommt.
Was haben die denn gemacht?

Zu dem möglichen Rechtsstreit und den Entschädigungszahlungen: Da ja die Stadt selbst sich schon kritisch zur Ablehnbarkeit geäußert hat, könnte es m.E. problematisch werden. Normalerweise beharrt doch jede Seite vorher felsenfest darauf, dass der eigene Standpunkt der richtige ist und hier knickt man schon vor einen möglichen Rechtsstreit ein. Da die Rechtswissenschaft aber ein sehr, sehr komplexes Thema ist, habe ich ja geschrieben, dass die Gerichte das entscheiden sollen. Sowas kann man wohl ohne zwei Staatsexamen nicht wirklich beurteilen. Meine Einschätzung beruht allein auf der Aussage der Stadt und die wird solche Aussagen auch im Hinblick auf einen möglichen Prozess sicher nicht leichtfertig treffen.

efhdd
16.03.15, 00:48
Keine Antwort zu "Was haben die denn gemacht?" - habe ich mir schon gedacht. :)

Aus Striesen-Süd:
Ich hatte vor über einem Jahr mal geschrieben, dass der Bauboom sich erst noch bis Ende 2014 ausblühen wird. Es geht aber noch weiter. 2015 wird nun sichtlich das Jahr der Baugruben- und Rohbaubilder.

Das wird auch 2016 noch weitergehen und hat erst mal wenig mit Dresden zu tun, sondern mit der Zins- und Geldpolitik der EZB. Es lohnt sich bei 1,x% Zinsen schlichtweg, Eigentum zu erwerben und Käufer kaufen viel lieber Neubau. Das nutzt den Bauträgern zur Zeit massiv und dementsprechend sind die Preise. Ein Nebau-EFH ohne Bauträger (sondern Generalübernehmer auf dem freien Markt) bekommt man übrigens zur Zeit immer noch für etwa 1.250-1.450 EUR/qm (reine Baukosten), während USD für ihr neuestes Projekt ja weit über 4.000 EUR/qm (inkl. Baunebenkosten und minimalste anteilige Grundstückskosten) aufrufen. Das wird den Käufern bei der Refinanzierung nach 5, 10 oder 15 Jahren massiv auf die Füße fallen, weil noch 70-95% der Restschuld vorhanden ist, aber Bestandswohnungen in Dresden keinesfalls annähernd 4.000 EUR/qm wert sind. Solche Preise sind selbst in teuren West-Städten wie Düsseldorf utopisch. Und in 10 Jahren ist die Neubau-Wohnung halt kein Neubau mehr sondern eine Bestandswohnung.
Aber solange Geld so billig ist (Zins ist der Preis für Geld) und alternative Anlagen so unattraktiv (Bundesanleihen mit Negativ-Rendite, Tagesgeld für 0,3% oder beim DAX bei 12.000 Punkten einsteigen?) wird das Geld in Anzahlungen für Wohneigentum gepumpt. Man kann nur hoffen, dass möglichste viele die Refinanzierungsrunden zu 3-8% Zinsen schaffen.
In Sachen Stadtbild, Stadtstruktur, etc. heißt das natürlich, dass in den nächsten Jahren ziemlich viele quasi endgültige Entscheidungen getroffen werden. Wenn die Zinsen dann mal wieder bei 5% angelangt sind, dann wird es sich legen mit dem Bauboom. Bei den heutigen 300.000 EUR Wohnungen von USD & Co. würden 5% Zinsen und 2% Tilgung ja eine Monatsrate von 1.750 EUR plus Hausgeld/Instandhaltung/Warmkosten bedeuten (also locker 2.000 EUR warm für eine 70-80qm Wohnung). Und wie bereits gesagt, sind diese Bestandswohnungen dann aber auch nie und nimmer mehr 300.000 EUR wert.

Elli Kny
16.03.15, 09:01
^ Na Moment, ich habe eine stressige Berufstätigkeit, da ist nicht immer Zeit.
Ausserdem weißt du ganz genau, dass ich auf idiotologischen bzw politischen Senf eher nicht eingehe, denn auf etwas eingehen heißt bei dir, noch mehr Müll im Forum zu provozieren. Sieht es schön aus, dass die Stränge schon hier und da themenfern mit miefigem Gedankenausguss unterbrochen sind, die zudem niemanden interessieren? Für Egotrips gibts die sozialen Netzwerke. Muss ich die auch aufzählen? - nee.

Was haben die gemacht? Tja, gute Frage, mir fällt da ausser der neuen Giraffendame im Zoo (eine Französin), die bald durch die beiden Haudegen, die dort schon im Stall stehen, beglückt werden soll, nix ein. Obwohl das jetzt auch nicht so direkt mit RRG zusammenhängt. Aber "beglückt" wirst du hier im Forum sicher noch im Verlaufe der Zeit, was da nun bald alles peu a peu kommen wird. Ich hoffe das reicht für jemand, der es eh nicht wissen will.

Zum Bausektor: da widersprechen wir uns nicht, mehr habe auch ich nicht gesagt. Deine Ergänzung ist grob beschaut richtig, aber eben nur ein Aspekt der Lage.
Dazu: Menschen haben sich schon immer verspekuliert beim Kauf von Eigentum (zB Altbauten in Ostdeutschland nach der Wende), jo mei, sie haben zB Rendite verloren, aber die Häuser waren saniert und gerettet.
Aber mal was anderes: Was ist denn nun mit deinem Hausbau? Du scheinst ja viel Zeit zu haben - trotz Berufstätigkeit. Kommt denn abends nichts mehr im Fernsehen?
Wie du siehst, sind die Verkaufspreise zwischen Stadtrand und Zentrum etwa Faktor 1:2. Der Markt reguliert sich selbst, es spiegelt die Nachfrage wieder. Am Stadtrand macht man sichs zudem noch einfach und baut auf viel viel billigerem Grund. Aber das hat schon alles seine Ursachen. Je weiter die Spreizung, grob gesagt, desto sichtbarer der Indikator für "Stadtflucht", wobei man bei dem seltsamen Begriff nicht vor ... sondern in die Stadt flüchtet.
Einen schönen Tag, ich muss los. viele Grüße. und alles Gute für deinen Hausbau und RotGrünRotOrangUtan.

efhdd
16.03.15, 19:31
Aber mal was anderes: Was ist denn nun mit deinem Hausbau? Du scheinst ja viel Zeit zu haben - trotz Berufstätigkeit. Kommt denn abends nichts mehr im Fernsehen?
Wie du siehst, sind die Verkaufspreise zwischen Stadtrand und Zentrum etwa Faktor 1:2. Der Markt reguliert sich selbst, es spiegelt die Nachfrage wieder. Am Stadtrand macht man sichs zudem noch einfach und baut auf viel viel billigerem Grund. Aber das hat schon alles seine Ursachen. Je weiter die Spreizung, grob gesagt, desto sichtbarer der Indikator für "Stadtflucht", wobei man bei dem seltsamen Begriff nicht vor ... sondern in die Stadt flüchtet.

Ich habe heute mal gegoogelt, was so in letzter Zeit zum Thema Stadtflucht geschrieben wurde und bei den westdeutschen Großstädten wie Frankfurt, Hamburg oder Berlin geht der Trend schon wieder zur Suburbanisierung. Schlichtweg weil keiner die Preise in der Innenstadt und den inneren Bezirken bezahlen möchte und man das Geld lieber in Ausgehen, Lebensmittel, Urlaub, usw. steckt.
Für Dresden habe ich keine belastbaren Zahlen gefunden, vermute aber auch, dass sich Dresden diesem Trend nicht entziehen kann. Zwar bekommt Dresden einen großen Zuzug aus Rest-Sachsen (ohne Umland, Leipzig und Leipziger Umland) weil dort halt alles noch schlechter ist, aber ansonsten gehen die Baugebiete im Umland ja weg wie warme Semmeln und für Bannewitz zahlt man jetzt beispielsweise nicht weniger als für Nickern (jeweils EFH-Bauland). Neue größere Baugebiete der letzten Monate gibt es unter anderem in Radeberg, Kesselsdorf und Grumbach. Vor wenigen Monaten noch waren Hänichen (Bannewitz) und Pesterwitz (Freital) aktuell.
In den Preisen für Neubau-ETWs ist vor allem eine Menge Torschlusspanik bezüglich der Niedrigzinsphase drin. 3.500 - 4.000 EUR je qm sind in Dresden keinesfalls gerechtfertig und Bestandswohnungen sind davon auch weit, weit entfernt. Wer die Wohnung relativ schnell abzahlen kann, also bestenfalls innerhalb der Zinsbindung, und wer die Wohnung später nie mehr verkaufen möchte sondern wirklich dauerhaft (30 Jahre und länger) drin leben möchte, den wird es nicht interessieren, dass die Wohnung in 10-15 Jahren viel weniger wert sein wird. Aber Wehe dem, der dann noch einen großen Teil der Wohnung wieder refinanzieren muss. Eine Restschuld von 250.000 EUR steht dann evtl. nur noch ein Gegenwert der Bestandswohnung von 200.000 EUR gegenüber. Das wird übel.
Ein typisches MFH-Klötzchen-Grundstück hat vlt. 1.000 qm Grundstücksfläche und die Wohnfläche vom den Klotz darauf ist auch etwa 1.000 qm. Das macht pro qm Wohnfläche auch einen Grundstücksanteil vom einem qm. Jetzt überleg mal, wie viel Grundstückskosten sich in den Preisen niederschlagen. Bei einem Grundstückspreis von 300 EUR pro qm sind von den 3.500 - 4.000 EUR 300 EUR Grundstück. Die Baukosten liegen aber nie und nimmer bei 3.200 - 3.700 EUR. Warum sollten die Baukosten von Geschosswohnungsbau überhaupt ÜBER den Baukosten für ein EFH liegen? Ich dachte Geschosswohnungsbau ist ökonomischer? Die Baukosten können realistisch geplant und gebaut niemals über 1.500 EUR pro qm liegen, dafür bekommt man bei einem EFH bereits sehr gehobenen Standard mit KWL, teuren Markenprodukten und allem drum und dran. Und Grundstücke kosten fast nirgendwo in Dresden 300 EUR pro qm. So sollte man für 1.500+300 = 1.800 EUR je qm wirklich besten Standard in bester Lage bekommen, rein ökonomisch gesehen. Rechnen wir darauf noch einen Gewinnanteil für den Investor, dann sind wir bei 2.000 EUR je qm als Verkaufspreis plus Tiefgarage plus Erwerbsnebenkosten. Und dort werden sich die Preise für Bestandswohnungen auch einpendeln, wenn die Zins-Hysterie wieder vorbei ist. Genauso wie der DAX mit 12.000 Punkten weit, weit überwertet ist und sich nach Normalisierung der aktuellen Zinspolitik auch erstmal einer kräftigen Selbstkorrektur unterziehen wird.
Das Problem an der ganzen Sache ist eben, dass ich mir beim EFH einen Anbieter auf dem freien Markt suchen kann, dementsprechend entstehen die Preise in Konkurrenz. Bei Eigentumswohnungen gibt es in Dresden nur wenige große Anbieter und ich kann mir auch auf dem freien Markt keinen Anbieter aussuchen und dem sagen, hier ist das Grundstück, mach mir mal eine ETW darauf. Geht ja nicht, sonst wäre es ein EFH und keine ETW. Dementsprechend sind es Friss-Oder-Stirb-Preise. Deswegen sind die Preise auch so weit entfernt vom realen Niveau. Solche Preise könnte sich kein EFH-Anbieter leisten. Viele sind sachsen- oder deutschlandweit aktiv und es gibt so zig dutzende große Unternehmen, die sich gegenseitig Konkurrenz machen.
Ich habe auch kein grundsätzliches Problem mit Wohnungen, wenn der Preis stimmt. Eine Neubau-Wohnung für 2.000 EUR je qm inkl. TG-Platz und inkl. KWL wäre für mich eine Überlegung wert. Der Preis hat sich von diesem m.E. fairen Niveau aber schon lange gelöst, daher sage ich mal rein ökonomisch ich kann mir eine Wohnung auch gar nicht mehr leisten, ein Haus sehr wohl. Natürlich könnte ich mir die Wohnung auch leisten, aber es wäre wirklich Verpulverung von Geld, weil die Wohnung mit Zinsanstieg auf jeden Fall an Wert verlieren wird. Das wird dem Haus nicht passieren, da der Einstiegspreis bereits fair ist. Deswegen zu unserer Situation: Wir warten immer noch darauf, dass sich beim Baugebiet Nickern vlt. etwas tut. Das ist m.W. sowieso das einzige Dresdner Neubaugebiet zur Zeit (mehr als 300 Interessenten auf 70 Bauplätze - geplante Realisierung bis Sommer 2016; realistisch also vielleicht 2017 :) - mehr als hoffen, dass es was wird und man auch was bekommt ist es also wohl nicht ).
Falls das nichts werden sollte, dann bleibt wohl oder übel nur das Umland und ein wenig weiter pendeln. Ob man jetzt 15 oder 20 Minuten im Auto sitzt, ist ja eh egal, oder? :) - Die Stadt Dresden scheint leider keine Interesse daran zu haben, dass EFH-Erbauer in den städtischen Grenzen bleiben. Während andere Städte und Gemeinden im Westen um jeden Einwohner kämpfen, natürlich bevorzugt um EFH-Erbauer, welche im Regelfall eher mehr Steuern zahlen, und z.B. Bauland erschließen und subventioniert besonders an Einheimische verkaufen, möchte Dresden eher, dass man ins Umland zieht und pendelt. Von wirklich pendeln kann man auch nicht sprechen, im Hamburg oder München sind tägliche Entfernungen von 30-40 Kilometern die Regel. Da sind 1-2 km von Bannewitz nach Dresden nichts.
Eine 3-Raum-ETW, etwa Gartenstadt Striesen, haben wir uns auch immer mal wieder überlegt, aber das ist schlichtweg zu teuer. Nicht unbedingt die Wohnung, sondern der zu erwartende Werteverfall sobald sich die Zinsen normalisieren (deswegen nur eine 3-Raum-Wohnung - da verfällt nicht so viel Wert wie bei einer 4-5-Raum-Wohnung).

antonstädter
16.03.15, 20:00
Es wäre auch wirklich zu schade, einen solch patenten Mitbürger zu verlieren. Da kann man dann nur noch hoffen, dass es mit der infrastrukturellen Ausstattung bezüglich Netzanschlüssen auf dem Dorfe nicht so weit her ist. Das könnte das Forum in Zukunft vielleicht auch von derartigen wirren Ergüssen wie den obigen verschonen. Damit meine ich ausdrücklich nicht Elli...

efhdd
16.03.15, 20:48
Derartige Ergüsse? Das war alles ziemliches fundiertes Zeugs. :)
Bis auf die letzten drei Absätze vielleicht, aber Elli hat ja gefragt...

Nur mal so als Vergleich, was kosten Bestandswohnungen:
Hamburg und Frankfurt: 3.900 EUR je qm
Düsseldorf: 3.100 EUR je qm
Köln & Nürnberg: 2.700 EUR je qm
Hannover: 2.000 EUR je qm
Bremen: 1.500 EUR je qm
Dortmund: 1.400 EUR je qm
Essen: 1.300 EUR je qm

Das sind ANGEBOTSpreise, nicht die tatsächlichen Abschlüsse. Und jetzt fragen wir uns mit welchen Städten Dresden wirtschaftlich und von der Kaufkraft her vergleichbar ist? Ok, Dresden kann nicht mit Konzernzentralen wie RWE in Essen oder Signal Iduna in Dortmund mithalten und die Löhne sind nicht vergleichbar, aber sagen wir einfach mal der gute Glaube daran, dass zumindest in Jena, Potsdam, Dresden und Leipzig mal westdeutsches Niveau erreicht wird, rechtfertigt auch solche Preise. Nie und nimmer kommt Dresden in den nächsten 50 Jahren an die Wirtschaftskraft und Kaufkraft der Einwohner von Hannover heran und von den westdeutschen Vorzeigestädten wie Düsseldorf, München, Hamburg oder Frankfurt werde ich hier gar nicht erst anfangen.
Selbst 3.000 EUR je qm sind für Dresden einfach riesengroßer Schwachsinn gemessen an der Kaufkraft der hier lebenden Bevölkerung. Das Wirtschaftswachstum der letzten Jahre blieb sowieso hinter Chemnitz, Leipzig und allen Erwartungen zurück. Und nur durch extremes Wachstum an Wirtschaftskraft und Durchschnittseinkommen sind die derzeitigen Übertreibungen am Eigentumswohnungsmarkt in Dresden darstellbar. Gibt es aber nicht. Es erinnert eher an den niederländischen Tulpenmarkt in den 30er Jahren des 17. Jahrhunderts.
Ein gutes Sprichwort besagt auch, dass es höchste Zeit zum Ausstieg aus dem Markt ist, wenn dir dein Taxifahrer Aktientipps gibt. Nun, der Taxifahrer war es nicht, aber unser Friseurin wird wohl, sollte eine Bank tatsächlich mitmachen, bald Besitzerin einer schönen Neubau-ETW. Ich frage mich noch, ob der Markt zuerst zusammenbricht oder man vorher noch damit anfängt, Studenten als neue Klientel für kleine Nebau-Single-Wohnungen zu akquirieren. Hier der Studentenausweis und dort bitte für das Hypothekendarlehen unterschreiben - Zinsenpaket von KFW und SAB für unter 1% Zinsen.

Elli Kny
17.03.15, 08:56
Betrachtungen zum Wohnungsmarkt Dresden

DNN (http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/wirtschaft/detail/-/specific/Wohnungsexperte-Auch-auf-Kleingaerten-koennen-Haeuser-gebaut-werden-1784672383)

SPA geht von Neubaubedarf von 7800 Wohneinheiten bis zum Jahr 2025 aus.
Die Interessenlagen und "Experten" widersprechen sich mitunter.

Mieterverein warnt vor Wohnungsmangel - MOPO (https://mopo24.de/Dresden#!nachrichten/gehen-dresden-nun-die-wohnungen-aus-5403)

kt_kb
17.03.15, 13:33
Ein typisches MFH-Klötzchen-Grundstück hat vlt. 1.000 qm Grundstücksfläche und die Wohnfläche vom den Klotz darauf ist auch etwa 1.000 qm. Das macht pro qm Wohnfläche auch einen Grundstücksanteil vom einem qm. Jetzt überleg mal, wie viel Grundstückskosten sich in den Preisen niederschlagen. Bei einem Grundstückspreis von 300 EUR pro qm sind von den 3.500 - 4.000 EUR 300 EUR Grundstück. Die Baukosten liegen aber nie und nimmer bei 3.200 - 3.700 EUR. Warum sollten die Baukosten von Geschosswohnungsbau überhaupt ÜBER den Baukosten für ein EFH liegen? Ich dachte Geschosswohnungsbau ist ökonomischer? Die Baukosten können realistisch geplant und gebaut niemals über 1.500 EUR pro qm liegen, dafür bekommt man bei einem EFH bereits sehr gehobenen Standard mit KWL, teuren Markenprodukten und allem drum und dran. Und Grundstücke kosten fast nirgendwo in Dresden 300 EUR pro qm. So sollte man für 1.500+300 = 1.800 EUR je qm wirklich besten Standard in bester Lage bekommen, rein ökonomisch gesehen. Rechnen wir darauf noch einen Gewinnanteil für den Investor, dann sind wir bei 2.000 EUR je qm als Verkaufspreis plus Tiefgarage plus Erwerbsnebenkosten.

Baukosten von 1500 € (brutto) pro qm können, je nach Aufwand des Baukörpers (Natursteinfassade, statische Erfordernisse bei großen Glasfassaden usw.), durchaus zu Stande kommen, das ist auch von der Größe des Mehrfamilienhauses abhängig - ein 5-Familienhaus mit 500 m² Wohnfläche ist sicherlich nicht so effektiv zu bauen wie ein 15-FH mit 1.700 m². Kosten für Tiefgaragen kommen noch hinzu - hier sind 10 bis 15 TEUR pro Stellplatz tendenziell "nur" kostendeckend für den reinen Bau . Grundsätzlich ist im momentanen Bauboom eher mit hohen Baupreisen zu rechnen, selbst wenn der Bauträger durch Eigenvergabe der einzelnen Gewerke Geld einspart. Ansonsten fehlen in der Auflistung möglicher Kosten noch Planungskosten (bei Fremdvergabe ist das erheblich) und Vertrieb, genauso wie Eigenkosten des Bauträgers, beispielsweise Zinsen der Zwischenfinanzierung, eigene Angestellte & Geschäftsführer, usw. usf. , 10% (geplanter!) Gewinnanteil noch nichtmal ausreichend, um eine Bauträgerzwischenfinanzierung zu erhalten.

Trotz allem sind natürlich 4.000 € auf den qm happig, selbst bei 12 €/qm Nettokaltmiete ist das immerhin 27,8-fache Jahresmiete oder eine Rendite knapp unter 4%. Für Investoren eher ein KO-Kriterium, für Eigennutzer häufig genug nicht.

Ein EFH mit 1250 €/m² ist in der Ausstattung und im Baustil sicherlich alles andere als vergleichbar mit einem modernen MFH bei USD & Co.

rhdd11
17.03.15, 15:03
Bei den heutigen 300.000 EUR Wohnungen von USD & Co. würden 5% Zinsen und 2% Tilgung ja eine Monatsrate von 1.750 EUR plus Hausgeld/Instandhaltung/Warmkosten bedeuten (also locker 2.000 EUR warm für eine 70-80qm Wohnung). Und wie bereits gesagt, sind diese Bestandswohnungen dann aber auch nie und nimmer mehr 300.000 EUR wert.
Deshalb sollte man ohne Eigenkapital keine Wohnung kaufen.
Deshalb sollte man die Zinsen nicht nur für 10 Jahre festschreiben, wenn sie momentan schon so niedrig sind.
Deshalb sollte man (momentan) nicht nur 2% tilgen.
...

Wer eine teure ETW kauft, ist doch nicht automatisch zu doof zum Rechnen.

kt_kb
17.03.15, 15:14
Wer eine teure ETW kauft, ist doch nicht automatisch zu doof zum Rechnen.

Richtig. Die Realität sieht (momentan) eher so aus, dass die ETW cash bezahlt werden, da 3-6% Rendite aus Mieteinnahmen besser (und sicherer) sind als 0,2% auf dem Tagesgeldkonto.

LE Mon. hist.
17.03.15, 15:40
Nur mal zwei schnelle Einwürfe:

Ich bin fast immer grundsätzlich anderer Meinung als efhdd und trotzdem finde ich insbesondere die jüngsten Beiträge als durchaus bereichernd für die Diskussion. Ich will euch ja nicht in euer Forum funken, aber vielleicht läßt sich hier am Ton noch etwas verbessern :lach: .

Und nun kurz inhaltlich:

In Berlin sind die Baukosten im Wohnungsneubau im Jahr 2013 auf 1349 Euro je Quadratmeter gestiegen (+11,5 Prozent).

BILD, 27.2.2015
Aus dem Wohnungsmarktbericht 2014
50 Fakten über das Wohnen in Berlin
http://www.bild.de/regional/berlin/wohnen/wohnungsmarktbericht-berlin-39943336.bild.html

Destatis sagt, dass deutschlandweit die Baukosten bei Wohngebäuden mit Mietwohnungen 1478 Euro/m² und 272 Euro/m³ im Jahr 2013 betragen haben. Betrachtet man nur die "neuen" Länder, so waren es 1326 Euro/m² und 247 Euro/m³.

https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Bauen/BautaetigkeitWohnungsbau/BaugenehmigungenBaukostenPDF_531110 3.pdf?__blob=publicationFile

efhdd
17.03.15, 22:14
Deshalb sollte man ohne Eigenkapital keine Wohnung kaufen.
Deshalb sollte man die Zinsen nicht nur für 10 Jahre festschreiben, wenn sie momentan schon so niedrig sind.
Deshalb sollte man (momentan) nicht nur 2% tilgen.
...

Wer eine teure ETW kauft, ist doch nicht automatisch zu doof zum Rechnen.

300.000 EUR plus 20.000 EUR für TG-Platz (meist verpflichtend) sind 320.000 EUR. 5% Erwerbsnebenkosten (beim EFH: nur auf das Grundstück; bei ETW: auf alles) machen dann noch mal 16.000 EUR. Küche und diverses weitere 10.000 EUR. Macht einen Gesamtbetrag für eine 08/15-Wohnung von 346.000 EUR. 70.000 EUR Eigenkapital in Abzug bringen führt zu 276.000 EUR Kredit. 1,5% Zinsen und 2% Abzahlung ergeben eine Rate von 805 EUR und eine Restschuld von 216.000 EUR nach 10 Jahren.

(805 EUR Rate + Warmkosten/Hausgeld = rund 1.200 EUR - schon ein Batzen Geld)

Die eingesetzten 70.000 EUR wären bei 3% Netto-Rendite am Kapitalmarkt 94.000 EUR wert. Um bei +/- Null herauszukommen müsste man also den Kredit bedienen (216.000 EUR) und den Zeitwert des Eigenkapitals am Anfang heraus bekommen (94.000 EUR). Das sind 216.000+94.000 = 310.000 EUR. Die Wohnung müsste sich im Wert also schon gesteigert haben. Aber wer kauft in 10 Jahren eine abgewohnte Bestandswohnung für 3.100 EUR je qm - also dem Niveau von Düsseldorf?

Solche Neubau-Wohnungen verlieren meist sogar schneller an Wert als Altbau-Wohnungen. Sieht man an den 90er und 2000er Jahre Wohnungen, wo ich vor kurzem erst welche für 1.700 EUR je qm gesehen habe (in guter Gegend in DD). Das ist Investor-Architektur und die haben eine Wertstabilität von einem PKW-Neuwagen. Neu ist schön, nach ein paar Jahren nicht mehr wirklich. Für Altbau wird es immer Liebhaber finden, aber wer will heute eine Wohnung kaufen, welche um das Jahr 2000 herum erbaut wurde? Die haben schon gute Dämmwerte, häufig Fußbodenheizung und Bodenbeläge/Fliesen/etc. tauschen kostet nicht die Welt. Ähnlich wird man 2025/2030 über die Wohnungen von 2015 denken. Altbau bleibt Altbau und da gibt es immer Liebhaber, daher weitestgehend wertstabil. Ein Penthouse in guter Lage mag auch noch seinen Wert erhalten, aber eine 3-5-Zimmer-Standard-Etagenwohnung - nee, die sind in 10-15 Jahren so beliebt wie heute Wohnungen aus den 90ern oder 2000ern.

So ist es eher realistisch, dass man nach 10 Jahren als Kredit genau den Gegenwert der Wohnung hat, bestenfalls, und das Eigenkapital ist verpufft.

216.000 EUR Restschuld bei 5% Zinsen und nur noch 1% Tilgung sind immer noch 1.080 EUR Monatsrate. Inkl. Warmkosten/Hausgeld geht es also Richtung 1.500 EUR. Nach weiteren 10 Jahren, also insgesamt 20 Jahren, sind immer noch 188.000 EUR Restschuld vorhanden. Zins- und Tilgungszahlungen haben sich bereits auf 227k EUR summiert, in Instandhaltungsrücklage, Verwaltungskosten, etc. hat man auch bereits kräftigt investiert und trotzdem ist nur ein kleiner Teil der Wohnung abgezahlt - nach 20 Jahren!

Und mit Mietpreisbremse, neuer WOBA und Co. verpufft der Wert einer EIGENTUMswohnung sowieso noch schneller. Das einzige was man halt als Mieter nicht hat, ist das schöne Gefühl in Eigentum zu wohnen. Und dafür zahlt mancher sich gerade dumm und dämlich. Sollte durch Maßnahmen von der Stadt der Wohnungsmarkt in Dresden wieder zurück kippen, dann sind Zustände am Mietmarkt wie etwa vor 5 Jahren auch wieder möglich.

Und zum letzten Absatz nochmal: Ja, viele Menschen sind zu doof zum rechnen und unser emotionsgesteuertes Gehirn und der von promovierten Physikern, Mathematikern und einigen, wenigen Volkswirten dominierte Finanzsektor passen nicht zusammen. Menschen verhalten sich nachweislich irrational und Herdentriebe potenzieren dieses Verhalten. Ohne dieses irrationale Verhalten hätten wir jetzt keine Finanzkrise, keine US-Hypothekenmarkt-Krise, keine Krise am neuen Markt, usw.

rhdd11
17.03.15, 22:51
Warum zitierst du mich, um dann eine Rechnung aufzumachen, die alle 3 Punkte ignoriert?

efhdd
17.03.15, 23:10
1.200 EUR Warmkosten, Monat für Monat, sind für Dresdner Verhältnisse nun nicht wenig. Man sagt, dass Wohnkosten maximal 1/3 ausmachen sollten und ein Alleinverdiener (falls einer der beiden Partner arbeitslos wird) die Kosten auch allein tragen sollte. Dieser Alleinverdiener müsste also 3.600 EUR netto verdienen - bei günstiger Steuerklasse sind das 75.000 EUR brutto. Friseurinnen und Friseure verdienen weniger, aber auch so ziemlich alle anderen Dresdner Arbeitnehmer.

Natürlich, bei 10.000 EUR Monatsrate usw. ist alles easy nach 10 Jahren abgezahlt. Hallo?

Das Beispiel war so gewählt, dass es einigermaßen in die Lebensverhältnisse der entsprechenden Käufer passt. In Dresden gibt es weder viele reiche Erben, noch viele selbständige Unternehmer noch anderes gutverdienendes Klientel. Das Durchschnittseinkommen in Dresden liegt bei 26.500 EUR - 75.000 EUR sind also fast 300% vom Durchschnittseinkommen.

Ich könnte auch gut und gerne eine Rechnung mit höheren Rückzahlungsbetrag aufmachen, müsste dann aber gegenrechnen, dass Mieter die Differenz zwischen Miete und weitaus höherer Monatsrate anlegen und Erträge damit erwirtschaften. Das kommt am Ende auf das gleiche hinaus bzw. begünstigt bei den aktuellen Hypothekenzinsen sogar Langsam-Abzahler.

Genauso musst du rechnen, dass längerer Zinsfestschreibung kostet. Aber ok, nur für dich: 276.000 EUR zu 2% Zinsen und 2% Tilgung ergeben eine Finanzrate von 920 EUR - Warmkosten im Bereich 1.350 EUR. Die Restschuld nach 15 Jahren sind 180.000 EUR. Der aufgezinste Betrag des Eigenkapitals sind 109.000 EUR. Für +/- Null braucht man also einen Restwert nach 15 Jahren von 289.000 EUR für eine 15 Jahre alte Wohnung (2.890 EUR je qm - realistisch sind vlt. maximal 2.000 EUR je qm). Realistischerweise muss man sich noch fragen, ob die Vergleichs-Miete nicht unter 1.350 EUR liegt, damit mehr freies, investierbares Kapital beim Mieter.

Und Eigenkapital habe ich in die Rechnung einbezogen. 70.000 EUR - wer hat das mal eben rumliegen? Waren 20% vom Gesamtbetrag.

Elli Kny
17.03.15, 23:25
Manchmal ist es sogar interessant, den Livestream zu Stadtratssitzungen zu verfolgen (oder live vor Ort zu sein), denn da kommen eigentlich immer zahlreiche Infos in Nebenbemerkungen/Reden. So wurde in der letzten Sitzung erwähnt, dass die Eigentumsquote von in DD wohnhaften Eigentümern schon seit längerem wieder stagniere, tlw sogar leicht schrumpft. Das ist erstaunlich, ging man doch durch die zunehmenden Fertigstellungen der letzten Jahre im ETW-Bereich von einer allmählichen Annäherung ans Westniveau aus - auch weil einem viele Projekte bekannt sind, wo sich fast immer "die Dresdner" eingekauft hatten. Im obigen DNN-Artikel zum Wohnungsmarkt ist erneut der Stand von nur 14% Eigentumsquote benannt (West: 43%) - es hat sich also seit Jahren nix bewegt - seltsam.
Nun wurde im Stadtrat erwähnt, dass der Großteil der neuen ETWs in DD an auswärtige Käufer geht - sicherlich auch nachvollziehbar infolge stets mitmischender institutioneller Großanleger wie Fonds, Versicherungen oder Holdings. Explizit wurde darauf verwiesen, dass ein Großteil dieses auswärtigen Kundenpotentials kaum über Ortskenntnis oder lokale Informationen verfügt, aber dennoch blind kauft. Das trifft sicherlich eher für all die kleineren Anleger zu, bei den Großen machts die Masse. Natürlich sind auch "die Dresdner" nur seltenst Spezialisten des Immo-Geschäfts, aber ihre Preissensibilität dürfte doch etwas höher sein und die allg. Kenntnis der Lage idR ausreichend, was aber nicht vor überzeichneten Abschlüssen garantiert.
Damit erklärt sich zum Teil die Preisspirale, denn zum einen wird die ewige Masche der Immo-Branche ausgenutzt (Lobeshymnen fürs Objekt bei gleichzeitiger Zurückhaltung von relevanten Infos) und zum anderen eine dreiste Abschöpfungsstrategie gefahren, solange bis der Markt blutet. Die Verkaufspreissteigerungen der letzten 2-3 Jahre sind im Prinzip durch nichts begründet, allein die Meute kauft noch. Dabei meine ich jetzt nicht einzelne medienwirksame Exklusivobjekte bei 4TE/m² in Toplagen sondern vielmehr eine Marktmasse, die beim Neubau gefühlt von 1,8 TE/m² kam, dann bei 2,0-2,3 verharrte (was an neuen Bauauflagen und allg. Preisanstieg für Bauleistungen lag) und seitdem innert einem Jahr bis 2,6 oder 2,8 TE/m² stieg, ohne dass dies begründbar wäre. Teils sind die Verkaufsabschlüsse niedriger als die Angebotspreise, aber ich bin mir sicher, dass die tatsächlichen kalkulierten Gewinnmargen (also Reinprofite) weit höher liegen als mitunter angegeben. Das Geschäft fasst jedoch stets das ab, was der Markt auch bereit ist zu geben. Den Investoren ist die Herkunft der Käufer egal. Daher kommt bei mir die Vermutung auf, dass mögliche Wertverluste in der Zukunft nicht unbedingt und vorrangig zulasten "der Dresdner" gehen sondern hauptsächlich bei den Fernanlegern abzuschreiben sind. Das wäre quasi eine ähnliche Situation wie Ende der 1990er (und tlw. bis heute), als schon vieles in Ostdeutschland saniert war, sich aber bis zuletzt nicht recht amortisiert hatte. Erinnert sei daran, dass es nicht wenige westdeutsche Rücküberträger oder Sanierer gab, die große Verluste mit ihren Ostimmobilien eingefahren haben. Nun sind wir eine Generation weiter und vielleicht wiederholt sichs. Für Dresden ist dies dann nicht das Schlechteste. Der derzeitige Preisanstieg bei Mieten und Kaufpreisen ist mE nur dreist.

efhdd
18.03.15, 00:36
Die 4TE/m² sind nun nicht mehr auf Exklusivobjekte beschränkt. Das USD-Projekt auf der Glasewaldtstraße wird für 3.950-4.200 EUR je qm angeboten und die Lage ist sicher nicht schlecht, aber nicht exklusiv. Ich wohne nicht weit entfernt in einem sanierten Altbau in vergleichbarer Lage mit einem etwas älteren Mietvertrag für 6,00 EUR je qm. Neuer Mietvertrag hier wäre sicher im Bereich 7,50 - 8,00 EUR je qm Kaltmiete. Eine gute Lage, aber nicht exklusiv. Ebenso wie der USD-Bau - zeitgemäße Qualität, aber nicht exklusiv.

Bei den Eigentumsquoten muss man noch nach Stadt und Land unterscheiden. In Städten sind diese generell geringer, trotzdem ist Dresden natürlich weiter unterdurchschnittlich in Deutschland, auch im Städte-Vergleich und Deutschland ist weit unterdurchschnittlich im Europa-Vergleich.

Ein echtes Modell um die Eigentumsquoten zu erhöhen sind Grundstückserschließungen durch die Stadt und sogenannte Einheimischen-Modelle. Das wären dann aber EFHs, bestenfalls DHHs oder Reihenhäuser und sowas mag man ja hier nicht. :)
Aber viele West-Städte/Kreise halten so die Einwohner in der Stadt bzw. im Kreis und verhindern den Fortzug ins Umland. Die Einheimischen-Grundstücken, welche mit Haltepflichten für xx Jahre und Baupflicht verbunden sind, werden so nicht zum Spekulationsobjekt (nur ein Grundstück pro Familie und Wohnpflicht dort für xx Jahre, sonst Entschädigungszahlung). Und am Ende muss die Stadt rechnen, ob sich die Zersiedlungskosten für Erschließung von EFHs in Randgebieten und dafür Anteil an der Einkommensteuer und Grundsteuer der dortigen Bürger eher lohnen, als dass die Einwohner in die Umlandgemeinden ziehen und dort ihre Steuern zahlen und die Stadt per Pendeln trotzdem nutzen. Auch in 50 Jahren werden die Bannewitzer noch Tagein und Tagaus nach Dresden kommen (knapp 15 Minuten bis zur Frauenkirche/Innenstadt), daran wird sich (im Autofahrerland Deutschland) nichts ändern.
Und wenn mir noch einer erzählt, dass Geschosswohnungsbau ökonomischer als EFH-Siedlungen sind: Tatort gucken am Sonntag ist auch ökonomischer als ins Theater gehen, zuhause kochen ist ökonomischer als im Restaurant essen und Städteurlaub in Pirna ist ökonomischer als in Paris oder Rom - so what?
Lieber den Spatz in der Hand (Leute in geordneten EFH-Siedlungsgebieten in der Stadt in evtl. bereits erschlossenen Lagen) als die Taube auf dem Dach (alle Leute in Geschosswohnungsbau - Ausweichreaktion der Bürger: EFHs in Bannewitz, Kesselsdorf, Radeberg, Heidenau, etc. pp.).

Ansonsten kann ich deinem Beitrag nur zustimmen. Nur, dass die künftigen Verluste großteils nicht von Dresdner getragen werden, ist ein kleiner Trost für alle die, die jetzt (gezwungenermaßen) umziehen müssen. Die aktuellen Preise werden wohl nicht wenige in die Umlandgemeinden ziehen, auch die Leute, welche eigentlich sonst weiter in einer MFH-Wohnung gewohnt hätten. Pirna, Heidenau, Radeberg, etc. haben Kita, Schulen, Gymnasien im Nahbereich und die Eltern kommen trotzdem schnell mit dem Auto nach Dresden für Arbeit, Freizeit und Vergnügen. (Das sind so die Fakten. Bitte nicht damit verwechseln, dass ich dieses Verhalten gut heiße. Die Bürger werden, getrieben vom Preis, schlichtweg so agieren. Mir wäre lieber, wenn die Stadt Einheimischen-Grundstücke in ausreichender Menge und zum Selbstkostenpreis bzw. evtl. sogar subventioniert [um künftige Steuermindereinnahmen zu kompensieren] anbieten würde und die Leute dann eher nach Leubnitz-Neuostra, Niedersedlitz, etc. statt nach Bannewitz oder Heidenau ziehen).

rhdd11
18.03.15, 07:42
Aber ok, nur für dich: 276.000 EUR zu 2% Zinsen und 2% Tilgung ergeben eine Finanzrate von 920 EUR - Warmkosten im Bereich 1.350 EUR. Die Restschuld nach 15 Jahren sind 180.000 EUR. Der aufgezinste Betrag des Eigenkapitals sind 109.000 EUR. Für +/- Null braucht man also einen Restwert nach 15 Jahren von 289.000 EUR für eine 15 Jahre alte Wohnung (2.890 EUR je qm - realistisch sind vlt. maximal 2.000 EUR je qm). Realistischerweise muss man sich noch fragen, ob die Vergleichs-Miete nicht unter 1.350 EUR liegt, damit mehr freies, investierbares Kapital beim Mieter.

Deine 80-qm-Neubau-Wohnung kostet momentan keine 300.000, sondern eher 240.000 (dafür bekommt man eine gute Lage und muss auch nicht ins Ersgeschoss). Dazu kommen TG + Erwerbsnebenkosten von 5%.
Ein Drittel Eigenkapital (der gesamten Summe) sollte man mindestens haben - also 91.000. Hausgeld/Instandhaltung liegt (inklusive TG) eher bei 300 Euro. Zins für 20 Jahre 2,2%, Tilgung 4%. Nun rechne nochmal.
Abgesehen davon ist die Wohnung auch bei mieser Prognose in 15 oder 20 Jahren sicher mehr als 2000 pro qm wert.

LE Mon. hist.
18.03.15, 08:02
Im obigen DNN-Artikel zum Wohnungsmarkt ist erneut der Stand von nur 14% Eigentumsquote benannt (West: 43%) - es hat sich also seit Jahren nix bewegt - seltsam.


Quoten selbstgenutzten Wohneigentums (Eigentümerquote) 2002 und 2011

Eigentümerquote in %
Stadt - 2002 [1] - 2011 [2]
Berlin - 13 - 15
Hamburg - 22 - 24
München - 23 - 24
Frankfurt/M. - 16 - 19
Köln - 24 - 26

[1] Zusatzerhebung zum Mikrozensus 2002 zur Wohnsituation
[2] Ergebnis der Gebäude- und Wohnungszählung vom 09. Mai 2011

Abgeordnetenhaus Berlin: Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Stefan Evers (CDU) vom 05. Mai 2014 und Antwort Entwicklung und Eigentumsquote in Berlin
https://bbu.de/sites/default/files/articles/ah_2014-06-02_d17-13709_cdu_eigentumsquote_in_berlin. pdf

Elli Kny
18.03.15, 21:27
^ Ja richtig, da hat unsere Zeitung wohl wieder Äpfel und Birnen verglichen. Die Großstädte bilden idR als Mieterstädte freilich Ausnahmemärkte zum gesamtdeutschen Durchschnitt.


Wohnbauflächenpotentiale nach Stadtteilen aus der FNP-Offenlage
http://abload.de/img/dscf7392sijsi.jpg
^ was hier zusammengerechnet wurde ist etwas unklar, denn es wird sonst nach "Wohnbaustandorten" und "Baulücken" unterschieden. Das kann man auch gut im Themenstadtplan nachschauen. Hier scheinen nur die als Wohnbaustandorte ausgewiesenen Flächenpotentiale gemeint zu sein. Dazu kommt ein großes Flächenreservoir in sogenannten Baulücken.


Wo Änderungen der Flächenklassifizierung vorgenommen wurden (zum FNP-Vorentwurf 2009)
http://abload.de/img/dscf7393gdkb5.jpg

efhdd
19.03.15, 22:14
Ulbig wendet das merkelsche Prinzip an - soweit nach links rücken, bis rechts 40+x Prozent sind, welche aber keine Alternative zur CDU haben:

http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/politik/detail/-/specific/OB-Kandidat-Ulbig-schlaegt-neue-Woba-fuer-Dresden-vor-3821707647

Elli Kny
19.03.15, 23:56
^ Ulli weiß ja, hop oder top - dass er nur mit Tricks noch eine Chance hat:

SäZ - eine Drewo für DD (http://www.sz-online.de/nachrichten/die-woba-heisst-bei-ulbig-drewo-3063106.html)

Die Gagfah nennt sich derweil in Vonovia um, ggf mit dresdner Zusatz Woba.

Elli Kny
20.03.15, 21:54
Sachsen erster großer Batteriespeicher ist in Dresden am Netz: DNN (http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/wirtschaft/detail/-/specific/Sachsen-erster-grosser-Batteriespeicher-ist-in-Dresden-am-Netz-1759586406)

Da lächeln einem ja die richtigen Kanditaten für die sächsische Energiewende entgegen.

Und wie man heute gemerkt hat, ist das Stromnetz während der Sonnenfinsternis nicht zusammengebrochen - zumindest nicht unterwegs bei meinem Handy. :)

Elli Kny
21.03.15, 20:51
Nur mal zur Kenntnis:

1. amt. OB Hilbert, im Stadtrat angesprochen auf das Sinken des dresdner BIPs, erklärte die Zusammenhänge und fand wenig Erhebens darin, denn es liege nahezu ausschließlich an den Schwankungen der Chipriesen, die sich immer noch gravierend auf die städtischen Wirtschaftszahlen auswirken. Er verwies auch auf die Qimonda-Pleite, von deren verursachtem BIP-Tief man noch nicht wieder herausgekommen sei.

2. Ende März, so BauBM Marx, soll die Rahmenplanung (Speer-Entwurf) für die Südvorstadt/TUD veröffentlicht werden und in die öff. Auslegung gehen

3. die CG-Gruppe kündigte die Veröffentlichung "weiterer Projekte" in Dresden für "in Kürze" an. Na, was wünschen wir uns denn da mal? Die werden doch nicht etwa das Q3 am Neumarkt bauen wollen?! Möglicherweise ist es doch nur 1 Projekt, was vorgestellt wird. Der Buschfunk berichtete diese Woche, dass jemand sage und schreibe 700 WE oberhalb der Stauffenbergallee ins Auge fasst - aber ich hoffe nicht, dass dies ein CG-Ding wird und ausserdem sollten die Bauträger besser erstmal Baulücken "in der Stadt" bebauen, als da oben JWD.

4. Ob die Einrichtung einer architektonischen Gestaltungskommission im Stadtrat verabschiedet wurde, konnte ich noch nicht rausfinden. Leider gibts keine Webseite, wo die letzten Beschlüsse mal aufgelistet sind. Das Podcast vom Stadtrat-Mitschnitt funktionierte vorhin auch nicht - also das werde ich wohl ggf noch nachreichen müssen.

efhdd
21.03.15, 21:20
[...]und ausserdem sollten die Bauträger besser erstmal Baulücken "in der Stadt" bebauen, als da oben JWD.

Nicht jeder will dort leben, wo andere für allen möglichen Mist demonstrieren, wöchentlich Polizeieinsätze zu mehreren Hundertschaften, Gewalt & Randale an der Tagesordnung sind und immer irgendwie irgendwo etwas gesperrt ist. Musste gerade heute mal wieder in die Innenstadt und was sieht man: Polizeiwagen noch und nöcher, Sperrungen (nicht nur dadurch) & Stau. Habe erstmal überlegt, ob es denn wieder eine Demo ist und bin dann darauf gekommen, dass es wohl am Dynamo-Spiel gelegen hat. Sowas muss man sich nicht wirklich 1-2x pro Woche geben. (Wer das freiwillig machen möchte, soll das natürlich gerne machen, aber ist längst nicht für jeden was...)

Das Gebiet der ehemaligen Sternhäuser soll zu einer großen Eigenheim-Siedlung umfunktioniert werden habe ich gelesen. Dort ist einigermaßen ruhig und wenn man muss, dann kommt man in 15 Minuten in die Innenstadt. :)

Elli Kny
21.03.15, 23:16
^ Es wollen aber offensichtlich viele immer wieder dort demonstrieren, wo sie selbst gar nicht leben. Meist ist ja Neumarkt und Postplatz dran. Gerade dort will man noch viele Wohnungen bauen. Külzring und Theaterplatz sind unkomplizierter, aber mal ehrlich, das Stadtinnere ist so dermaßen viel größer, daß wohl kaum jemand im eigenen Wohnumfeld was davon mitkriegt. Sternhäuser: nur die Hälfte des Geländes - wann ist noch unklar - die FNP-Artikel der SäZ sind alle für die "Tonne". Es geht um den FNP - das besagt noch gar nichts.


Ballungsraum Dresden


Dresden: 532509

Weinböhla: 10135
Radebeul: 33672
Coswig: 20580
Moritzburg: 8325
Radeburg: 7372
Ottendorf-Okrilla: 9936
Radeberg: 18219
Heidenau: 16161
Pirna: 37729
Bannewitz: 10442
Freital: 39447
Wilsdruff: 13677
_____________
insgesamt: 225695

zusammen: 758204

Quelle: (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=470943&postcount=428) LE_Mon. hist. (vielen Dank für die Aufzählung)


staatliche Gesamtinvestitionen 2015 in Dresden: - Quelle: Freihaus-Käseblatt
478 Mill Euro

davon 190 Mill Euro des SIB - die wollen doch nicht etwa in der Johannstadt mal beginnen, aber das OP-Zentrum BA2 ist da mit drin.
- u.a Umbau Ex-Opernrestaurant und Vorplatz am Schloss Pillnitz (<-das sind nicht mal 20 Mille)

Hochbauamt: 67,3 Mill Euro
- davon zB "Arbeiten" am Festspielhaus Hellerau

Strassenbauamt STA: 36,8 Mille
- davon u.a. WC am Busstellplatz Carolabrücke, Fußwege auf Blauem Wunder und an Coventrystrasse
übrigens: laut Ratsbeschluss muss das STA einen Strassenzustandsbericht vorlegen, daher lässt man nun ein Schlagloch-Orakel (http://www.sz-online.de/nachrichten/das-rollende-schlagloch-orakel-3064095.html) rumfahren. Hahaha!

Die angebrachten Beispiele sind echt "aussagekräftig", zumindest sind es genau die Maßnahmen, die eigentlich nicht so viel Kosten. Beim Hochbauamt sind noch die Schulen und Kitas drin. Naja, nicht umsonst ein "Käseblatt".


wens interessiert: DD hat im Freistaat die meisten Einkommens-Millionäre - SäZ (http://www.sz-online.de/sachsen/dresden-hat-die-meisten-millionaere-3063785.html)