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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dresden: Pirnaische Vorstadt/Lingnerstadt


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RianMa
28.10.13, 21:57
Als Pendant zu der westlich der Innenstadt gelegenen Wilsdruffer Vorstadt befindet sich auf der östlichen Seite die Pirnaische Vorstadt. Pirna gab ihr den Namen, da diese Stadt östlich (eher südöstlich) von Dresden gelegen ist. Begrenzt wird die Pirnaische Vorstadt durch die Elbe im Norden, die Johannstadt im Osten, durch die Seevorstadt im Süden (der Große Garten gehört offiziell auch zur Seevorstadt) und durch das Gebiet der Altstadt im Westen.

http://abload.de/img/pirnaischevorstadtsjepk.jpg
© 1987-2013 HERE, Digital Globe

Während des 2. Weltkrieges fast komplett zerstört, wurde die Pirnaische Vorstadt zur Zeit der DDR mit der für diese Zeit typischen Architektur wiederaufgebaut. Die Gebäude zeigen ansatzweise noch Anklänge an den damals gebräuchlichen "sozialistischen Klassizismus", da diese Vorstadt recht früh in die Wiederaufbauplanungen einbezogen wurde.

Auch heute stehen in der Pirnaischen Vorstadt wichtige Institutionen, wie etwa das Landgericht Dresden am Sachsenplatz oder das Hygienemuseum westlich des Großen Gartens. Hier ist auch das Glücksgas-Stadion (ehemals Rudolf-Harbig-Stadion) zu finden. Für das Robotronareal gibt es Überlegungen einer städtebaulichen Neuordnung.

Elli Kny
28.10.13, 22:16
Oberlandesgericht am Sachsenplatz - Erweiterungsneubau (2011-12)

diese großinvestition des freistaates (32 mill. euro) schließt den baublock des historischen Gerichtspalastes und bietet alles was das juristenherz begehrt. vor allem viele büros und gerichtssäle sowie eine mensa. der bau wurde mit einer hochwertigen klinkerfassade versehen, die die gestalt der historischen fassaden des altbaus weiterführt.
http://abload.de/img/klinker2dvpc1.jpg
http://abload.de/img/klinker2afuq5v.jpg
http://abload.de/img/klinker2brmrd6.jpg
http://abload.de/img/klinker3qoomk.jpg
alle fotos von mir

Elli Kny
02.11.13, 18:07
Erweiterung Serumwerk an der Pillnitzer Strasse

der pharmariese glaxo-smithcline hat einen weiteren bau für das dresdner serumswerk fertiggestellt. erst wenige jahre zuvor wurde in dieser innenstadtlage ein gewaltiger labor- und produktionsneubau an der zirkusstrasse errichtet. der jetzige neubau schließt das betriebsgelände nach osten ab. lustig war der mittlerweile abgebaute bauzaun mit von kindern gemalten dresden-motiven.
http://abload.de/img/serumwerkextxesrg.jpg
standort liegt HIER (http://binged.it/1dCezQk)

Elli Kny
02.11.13, 18:42
Büro- und Geschäftshaus an der Pillnitzer Strasse, Ecke Gerichtsstrasse

auch hier nochmal ein kurzer rückblick:
gegenüber vom serumwerk machte vor ca. 3 jahren ein erster neubau den noch zaghaften auftakt, die großen brachflächen in der pirnaischen vorstadt zu bebauen. hier wurde leider zugleich ein flachbau für einen supermarkt angeschlossen. so siehts aus der luft aus (http://binged.it/1gjmuFL)
http://abload.de/img/101_0323stsdq.jpg

spock99
03.11.13, 16:13
Zum neuen Gebäude von GlaxoSmithKline (übrigens mit K, Elli Kny ;) ) :

Veröffentlichung auf http://www.glaxosmithkline.de :

Innovatives Energie-Spar-Konzept

GlaxoSmithKline verfolgt mit diesem Neubau ein innovatives, nachhaltig orientiertes Energiekonzept: Neben einem teilweise begrünten Dach wurden Technologien zur Sonnenenergie- und Regenwassernutzung integriert. Durch Betonkernaktivierung und Wärmerückgewinnung sollen 30 Prozent Energiekosten im Vergleich zu konventioneller Bauweise eingespart werden. Auch die Beleuchtung wird durch Sensoren dem Tageslicht entsprechend energieeffizient gesteuert. Die Regelungen des Bundesimmissionsschutz-gesetzes (BImSchG) befolgt GlaxoSmithKline auch weiterhin strengstens und ihre Einhaltung wird zudem fortlaufend behördlich überwacht.


Das Werk insgesamt ist hypermodern gebaut, was auch beim Tag der offenen Tür zu besichtigen war. Hier wird Grippeimpfstoff hergestellt, unter anderem wurde für Vogel- und Schweinegrippe produziert.
Das Werk ist von der Produktion her das größte Europas und das zweitgrößte der Welt für Grippeimpfstoff.
Auf der gegenüberliegenden Seite der Pillnitzer Straße ist ein großer Erweiterungsbau geplant, die Verwirklichung steht aber in den Sternen.
Im neuen Gebäude sind jetzt übrigens zwei Abteilungen, die vorher in der Filiale der Landeszentralbank untergebracht waren.

Elli Kny
03.11.13, 18:36
richtig, spock, eine betriebserweiterung wird immer mal wieder sorgenvoll erwähnt, jedoch weil es als völlig unverantwortlich gilt, solches zu ermöglichen, hat die stadt mE schon vor jahren das unternehmen dazu bewegt, nur auf ihrem gelände und nun ja ein stückweit als kompromiss ins wohnquartier rein zu erweitern. so kam es und so hört man schon jahre nichts mehr von der erweiterung richtung norden. die frauenkirche ist nur 400m entfernt, die immission aufs wohngebiet aber angeblich in den grenzwerten. ich vermute die stadt wird einer weiteren erweiterung stehts ablehnend begegnen. kritisiert wurde erst kürzlich, dass auch der neue flächennutzungsplan eine gewerbenutzung dieser flächen baurechtlich ermöglicht und dass man da noch einen riegel vorschieben müsste. gut wäre jetzt, dort einen wohnbau-investor hinzuplatzieren, um tatsachen zu schaffen. leider wissen wir wohl nicht wem derzeit diese flächen gehören. wenns total dumm läuft kann die stadt dann per baurecht kaum noch einwirken. aber ich glaube es steht dort eine kompromiss-vereinbarung und das anvisierte wachstum von glaxo kam vor jahren auch nicht zustande, da die branche ohnehin über produktionsüberkapazitäten litt. also ich mach mir nicht allzu viele sorgen, politisch ist es mE auch nicht mehr darstellbar. es wäre ja auch viel zu schade um die wertvollen flächen, wo die stadtplanung gerade den abriss des hotelhochhauses per gericht erzwingen will (gut so) und ein seit langem angedachtes stadtquartier umzusetzen gedenkt. und warum sollte es mit glaxo nicht möglich sein, eine der vielen vorhalte-gewerbeflächen der stadt am stadtrand zu vermitteln oder ne fläche des freistaats in rähnitz.

spock99
03.11.13, 21:17
Ich finde die Bauten nicht allzu schlimm. Im Gegenteil, sie peppen eher das DDR-Wohngebiet ein wenig auf, da sie her mehr wie Bürobauten als wie typische Industriebauten wirken. Ich hätte kein Problem damit, zu erweitern, besser als die jetzigen Brachflächen.
Und eine Außenstelle am Stadtrand wäre ja wohl kompletter Blödsinn, das würde höhere firmeninterne Kosten hervorrufen und wäre absolut umständlich. Schon mit der Außenstelle in der LZB war das Problem, das Mitarbeiter ständig über den Rathenauer Platz laufen mussten, um zum Hauptwerk zu kommen.

Elli Kny
03.11.13, 21:54
ja klar, wenns schicke bürobauten sind und immissionslos, dann ist alles kein problem. eine größere werkserweiterung beeinhaltete mE aber doch einen großteil an neuen produktionskapazitäten. und das wäre eher unpassend für die innenstadtlage.
ich halte übrigens das gerede über "alles kompakt an einem standort" für stark übertrieben. wenns ein produktionswerk werden soll, dann bitte am stadtrand. das ist doch auch organisatorisch überhaupt kein problem. das ist sicher von einzelfall zu einzelfall unterschiedlich. eine behörde ist da selbstredend was völlig anderes als die entwicklung und die produktion einer firma. die können ja auch immer schnell ihre produktion ins weltweite billigstausland verlagern, da kräht kein hahn danach. wichtig ist doch nur die logistik ab werk zu den abnehmermärkten.

spock99
03.11.13, 22:16
Ja das mag ja sehr gern sein. Aber die jetzigen Werke sind auch schon riesige Produktionsstätten. Und sehen sie wie welche aus? Meiner Meinung nach nicht wirklich.
Andere Firmen mögen dass so handhaben mit dem ins Ausland, aber GlaxoSmithKline nicht. Die sächsische Regierung bestellte übrigens ein mal bei einer anderen Firma, eine asiatische, so eine, die im Blilligstausland produziert. Und schwups- gab es Lieferschwierigkeiten und außerdem Probleme mit den Injektionsspritzen durch Verunreinigung. Es ging sogar durch die Medien.
GSK setzt eher auf moderne Technologien und Hightech und Produktion in reicheren Industrieländern.
Für mich bietet die Verteilung der Firma über die Stadt eher mehr Nachteile. Die komplette Ausstattung muss vom Hauptwerk unabhängig sein. Allein ein neues Netzwerk, wenn nicht sogar gleich ein MAN müsste aufgebaut werden. Bei der TU als Universität mag das ja sehr gut funktionieren, doch nicht bei so einer Produktionsfirma! Wie aufwändig wäre es allein schon, ständig mit dem anderen Werk verbunden zu sein. Wie kommt ein Arbeiter aus dem Nebenwerk in das Hauptwerk, weil er dort etwas zu erledigen hat? Was wenn es einen firmeninternen Notfall gibt?
Wie gesagt, für mich im Augenblick mehr Nach- als Vorteile.

Elli Kny
03.11.13, 22:30
wie gesagt, die stadt wird dort keine werkserweiterung wünschen und vllt ist das ohnehin ad acta gelegt. die entwicklung der pirnaischen vorstadt sollte in anderen bahnen verlaufen. vor dem werk wird vllt mal die strassenbahn gen johannstadt fahren (bzw. über straßburger platz). und auch wenns alles schick sei mit nem werk: welche leute wollen denn im umfeld wohnen, welcher investor baut neben einem chemieriesen wohnungen? also wenn attraktive vorstadt, dann ohne werksausbau, das verhindert sonst dort noch das eigentlich geplante. da kann man den leuten noch so viel nachweisen, da zieht dann keiner mehr hin, vieles bleibt brache. das werk ist halt eine städtebauliche hypothek aus ddr-zeiten, ein mehr davon brauchen wir allerdings nicht, es sei denn ohne produktion. das gäbe nach den jahrelangen sorgen dort ohnehin einen volksaufstand, wenns denn so käme.

Elli Kny
04.11.13, 00:17
Grossprojekt Lingnerstadt (Planung)

einer der zukünftig attraktivsten entwicklungsflächen stellt der bereich zwischen grunaer strasse und dem hygiene-museum dar. in einem werkstattverfahren wurden die überholten nachwendeplanungen modifiziert und ein umsetzbares szenario entworfen. es könnte ein neuer stadtteil in zentrumslage entstehen:
http://abload.de/img/planlingnerstadt2011b5l34.gif
quelle: stadtplanungsamt dresden - rahmenplan lingnerstadt (veröffentlicht)

besonders die sivia baukonzept gmbh interessiert sich und hat eine eigene bebauungsstudie angefertigt
http://abload.de/img/5lingnerallee-studiesrpxmu.jpg
quelle: sivia baukonzept gmbh

zur sivia-studie HIER (http://www.sivia.de/Startseite/Aktuelle-Projekte/Neubau/Forststr10_2_2.html#0)

seltsamerweise hat sivia entgegen dem rahmenplan das quartier entlang des vorkriegsgrundrisses schräg angeordnet, was bisher auf ablehnung im planungsamt stößt, da damit der gesamte rahmenplan konterkariert würde. sogern man den vorkriegszustand zurück hätte, muss man doch zwingend das heutige völlig überformte umfeld mit den hochhäusern und weiteren bauten berücksichtigen. der rahmenplan geht mE gut auf die situation ein und schafft mit einer "geraden" verbindung zur herkulesallee anstatt der alten "schrägen" johannesallee eine neue raumqualität. das einzelne "alte" sivia-quartier stellt derzeit einen streitpunkt dar, was wiederum zu jahrelangen verzögerungen führen könnte, wenn keiner von seiner position abrückt. dabei wäre eine lösung hier sehr einfach, da der sivia-entwurf ohnehin neubauten im leicht traditionellen gewand anbietet.

Elli Kny
29.11.13, 20:07
Marie-Curie-Gymnasium - Zirkusstraße

Der Standort (Vorzustand) ist HIER (http://binged.it/1bvl4GB). Architekturbüro ist Code Unique Dresden. Investiert werden zirka 32 Millionen Euro.
Es handelt sich um die Sanierung des Nachkriegsschulbaus (rechts) sowie die Ergänzung durch einen Neubau (hinten) und eine Sporthalle.

http://abload.de/img/dscf7200d5zko.jpg

http://abload.de/img/dscf7200uwz9d.jpg

Hinten ist die neue Sporthalle zu sehen.

RianMa
05.01.14, 21:26
Ich möchte gleich an den obigen Beitrag anschließen und weitere, aktuelle Bilder des von Code Unique (http://www.codeunique.eu/PROJEKTPHASE/IM_BAU/PHA_BAU_MCG.php) geplanten Neubaus des Marie-Curie-Gymnasiums zeigen. An den Fassaden des Neubaus sind keine großen Fortschritte zu verzeichnen. Jedoch ist man bei der Gestaltung der Freiflächen etwas vorangeschritten.

http://abload.de/img/img_8970xvu0r.jpg

http://abload.de/img/img_8967mju8h.jpg

Vor dem sanierten Altbau steht auch das Bauschild:

http://abload.de/img/img_8971dgu9i.jpg

http://abload.de/img/img_89680su6i.jpg

http://abload.de/img/img_8964g2uj2.jpg

Auch von mir ein Bild der sich im Bau befindlichen Dreifeld-Sporthalle im Quartiersinneren:

http://abload.de/img/img_8963k9ub2.jpg

Nördlich davon werden demnächst auch die Außensportanlagen angelegt.

d.henney
14.01.14, 18:44
Platten, Kisten und Riegel, so weit das Auge reicht. Es ist einfach nicht mehr feierlich. Turnhallen beispielsweise kann man auch so bauen:
http://www.roswitha-gymnasium.de/img/Fotorundgang/DSCN3168.jpg
http://www.ehingen.de/site/Ehingen-Stadt-Root/get/1274577/MBS-alte-Turnhalle.gif

RianMa
15.01.14, 14:12
Ich persönlich sehe keinen Grund, dass heutzutage noch Sporthallen mit Satteldächern gebaut werden sollten, zumal der ästhetische Wert der von dir verlinkten Beispiele auch gegen null geht. Zum einen schafft der durch ein Satteldach gewonnene Raum keine wirklich nutzbaren Flächen. Und ein für mich ganz wichtiger Punkt ist, dass heute durch eine effektive Grundrissgestaltung Sporthallen gebaut werden, die fast genauso breit wie lang sind und ein Satteldach auf einer solchen Halle total unproportional daherkäme.
Bei Turnhallen werden heute nur noch Satteldächer gebaut, wenn diese konzeptionell begründet sind und sich die Errichtung lohnt.
Die Kubatur der Sporthalle des Marie-Curie-Gymnasiums finde ich korrekt. Sofern man sich für eine raffinierte Fassadengestaltung entscheidet, ist der Bau voll in Ordnung.
Ästhetische Flachdachsporthallen findet man ja doch recht häufig.
Sporthalle St. Martin in Villach von Dietger Wissounig Architekten (http://www.wissounig.com/projects/sporthalle-st-martin-villach)
Sporthalle "La Bosca" in Burriana von Aquidos (http://www.aquidos.cat/www/sports-pavillion-la-bosca-burriana/?lang=en) (Plataforma Arquitectura (http://www.plataformaarquitectura.cl/2012/01/24/polideportivo-la-bosca-burriana-aquidos/))
Sporthalle Henri Bianco in Chelles von LAN Architecture (http://www.lan-paris.com/project-gymnasium-town-hall-esplanade.html)

d.henney
15.01.14, 15:21
Ganz im Gegenteil! Wie oft gabs schon Halleneinstürze wegen zu viel Schneelast auf dem Dach? Und sicher kann man den gewonnenen Raum nutzen, z.B. als Umkleideraum. Sagt ja keiner, dass der Dachraum innen offen sein muss. Oder Hallentechnik passt da rein, obendrein geschützt bei Hochwasser. Es geht alles, wenn man mal etwas Fantasie einbringen würde. Und deine verlinkten Bespiele sehen zwar nett aus, aber diese passen einfach nicht in die Innenstadt Dresdens. Sie sind nur austauschbare Massenware, die überall stehen könnte. Keinerlei Lokalkolorit, keine Harmonie mit der Umgebung. Es ist völlig falsch, Dresden mit sowas zuzupflastern und sein einzigartiges Flair, weswegen die so wichtigen Touristen kommen und auch viele hier Lebensqualität sehen, zu verwässern, sodass die Stadt immer mehr wie jede andere Stadt aussieht. Stadtgestaltung kann einfach nicht bei der Fassade aufhören.

Elli Kny
05.04.14, 00:02
Das Hotelhochhaus am Terrassenufer bleibt wohl für immer stehen. Die Stadt verzichtet auf einen als aussichtslos geltenden weiteren Rechtsstreit mit dem Gebäudeeigentümer. Die Oberbürgermeisterin muss noch zustimmen oder es nochmal in den Stadtrat hieven. Damit kann der Eigentümer nun bald loslegen und seine Umbaupläne umsetzen. Mal sehen, ob das mehr war als heiße Luft.

Artikel in der DNN (http://www.dnn-online.de/dresden/web/dresden-nachrichten/detail/-/specific/Dresden-streckt-die-Waffen-Rechtsamt-raet-von-Rechtsmitteln-gegen-Urteil-zum-Hotel-Terrassenufer-ab-78031743).

Dunkel_Ich
05.04.14, 12:16
Damit tritt der worst-case ein. Furchtbar, einmal mehr in dieser Stadt.

Elli Kny
06.04.14, 00:15
Richtig Dunkel, ich weiß, was du meinst. Allerdings möchte ich etwas beruhigen: wichtiger war der erfolgte Abriss des anderen Hochhauses. Im Prinzip ist es hier egal, ob JETZT ein zweiter Abriss erfolgt, denn im Gebiet/Umfeld ist eigentlich noch nichts klar und auf Jahre ohnehin nichts Beabsichtigtes möglich. Diese Gegend bleibt vorerst in Gänze ein worst-case. Es ist daher richtiger, wenn sich die Stadt auf die Baubereiche konzentriert, wo was gehen kann (Altstadtring West, Ferdinandplatz, Lingnerstadt und Terrassenufer in Johannstadt, daneben weiterhin Postplatz und vieles mehr).

Für hiesigen Standort sind in keinster Weise Gelder vorhanden, um z.B. die Straßenverlegungen zu finanzieren. Außerdem erstreckt sich dort ein noch ungelöstes Überschwemmungsgebiet und die Zulässigkeit von Wohnnutzungen ist auch an einigen Ecken laut BauGB nicht so einfach möglich. Das Gebiet ist sehr schwierig, man weiß auch noch nicht, ob Glaxo-Pharma doch noch eine Werkserweiterung bringt, und die Stadt hat auf Jahre andere Prioritäten. Insofern kann die Hochhaushütte noch ein paar Jahre stehen bleiben oder auch nicht, es tut sich dort mE ohnehin die nächsten 5-7 Jahre nichts. Und wenn, dann regelt es das Marktgeschehen schneller.

Den dort angedachten städtebaulichen Rahmen kann die Stadt erst langfristig angehen und ich bin mir sicher, dass es dann was ganz anderes sein wird als die bisherige Konzeption. Das Hochhaus ist nicht schick, aber es stört auch nicht wirklich. Vielmehr hätte ein jahrelanges "Loch" dort gestört - mit freiem Blick auf das dahinter liegende, größere Dilemma. Dresden bebaut sich gerade von den attraktiven Lagen weg - zu immer neuen und weniger attraktiven Lagen. Irgendwann kommt auch diese Ecke dran. Die ganze Abriss-Diskussion war eigentlich überflüssig. Einen neuen Stadtteil dort anzugehen, bedingt nicht den Abriss dieses Hauses. Man kann auch schon sehr viel dahinter entwickeln, also da wo kein Hochwasser droht. Wir werden sehen, wie es weitergeht.

Für die Lingnerstadt gibt es übrigens eine neue Entwurfsstudie:

http://abload.de/img/dscf9227lingnerstadtkpu32.jpg
Visualisierung: Professor Mäckler - veröffentlicht in DNN

Dunkel_Ich
07.04.14, 19:22
Zweifellos richtig. Nur, ich kann mich dem Urteil, dass das Hochaus nicht stört, nicht anschließen. Es wäre vernünftig gewesen, wenn sich beide Seiten auf einen Kompromiss geeinigt hätten. Nämlich Rückbau von mehreren Etagen, wofür Herr Trapp im Gegenzug auf dem Grundstück nebenan hätte bauen können, um die weggefallenen Zimmer auszugleichen. Klar hätte die Stadt dafür Gelder in die Hand nehmen müssen, um ihm einen Ausgleich zu zahlen. Aus Lust an der Freude hätte das der Geschäftsmann durch und durch (isser ja, da ist das Stadtbild für ihn weniger wichtig) natürlich nicht getan.
Dieses Geld wäre aber bei diesem Kompromiss besser angelegt gewesen, als beim Prozess, bei dem die Stadt nun unterlegen war.

Ich kann auch an dem rohdecan'schen Umbau nichts finden. Im Gegensatz zum wenigstens zurückhaltenden Cremeton des Hauses, soll es nun qietschbunt werden. Na schönen Schrank auch...

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Die Mäckler-Studie zur Lignerstadt hingegen überrascht mich. Sieht richtig gut aus. Kann gerne gebaut werden. Die bisherigen Planungen für die Ecke versprachen nämlich nur wieder öden Würfelhusten.

Elli Kny
09.04.14, 23:29
@ Dunkel: Na, die Entschädigung wäre schon bedeutend höher als die paar Prozesskosten. Der Prozess hier wird vielleicht nur ein paar Tausender ausmachen - wenn überhaupt soviel. Hier stand ohnehin nur: wenn Abriss, dann auch jahrelang nichts weiter.

Bei der Mäckler-Studie wissen wir leider nicht, wofür die jetzt entstanden ist. Die Baumassenverteilung des Planungsamts ist ja zumeist eh Makulatur. Das meinst du bestimmt mit Würfelhusten. Sobald ein Bauherr kommt, wie zum Beispiel Sivia-Bau, dann kommt eigentlich immer was anderes - meist sogar völlig anderes - heraus. Und dieselbe Häuserzeile hat Sivia auch in Planung (gehabt)- siehe Post 11 (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=402231&postcount=11)- nur Sivia will schräg bauen (entlang der Lingnerallee, weil ihr Grundstück so verläuft) und Mäckler macht selbes nun in gerader Linie zur Herkulesallee. Keine Ahnung, was da in den letzten Monaten im Hintergrund lief. Es gab halt Ärger mit der Stadt wegen der Schräge, vielleicht haben die ein Flächenumlegungsverfahren in der Mache (noch nichts gehört), um das Sivia-Grundstück zu "begradigen". Und vielleicht sollte nun neuentworfen werden, damit es auch besser zu den Hochhäusern passt. All das wäre zu hoffen, aber Würfel waren hier noch nicht am Start. Die Stadt schlägt nur (meist unrealistisch) Massenverteilungen vor - gemäß ihren Absichten für solche Areale. Vielleicht kommen ja bald Neuigkeiten, denn das Großprojekt Lingnerstadt steht durchaus an oberer Stelle im Planungsamts-Wunschkasten. Dabei hat es die Stadt nur selten leicht, allein wie bekloppt und zerstückelt die Grundstücke überall liegen, ist zum Verzweifeln. Da macht aber die Stadt hier und da das mögliche - Umlegungsverfahren - allerdings sind die sehr aufwendig und Jahre zeitraubend. Da muss man erst durch, selbst die letzte, bekloppte Erbengemeinschaft in Südafrika muss überzeugt werden und zustimmen - so auch am Wiener Platz Ost. Wichtig ist wohl auch, dass der Stadtplanungschef sowie der BauBM ihre Abteilungen antreiben, dass das auch mal wirklich abgearbeitet wird.

Elli Kny
24.04.14, 21:31
Lingnerstadt / Robotronareal

bei den infos zum immobilienmarkt berichtete die DNN auch kurz über die "lingnerstadt".
so stehe das großprojekt in den startlöchern, es gibt verschiedene investoren, die derzeit noch in abschließenden verhandlungen mit den alteigentümern stehen. bis zum sommer könnten die kaufverträge besiegelt sein, sodass man bis mitte 2015 zu einem baurecht kommen könne.

auf einer fläche von ca. 10 ha sind neubauten für wohnen und kleineres gewerbe geplant. so sollen etwa 250 wohnungen in diesem bauabschnitt errichtet werden. aengevelt-immo wird die vermarktung steuern.

draufsicht hier (http://binged.it/1mJsEmg)

anmerkung: für die neubauten muss es sich mit den unklar umrissenen "10 ha" mE um die fläche zw. hochhäusern grunaer strasse und verlängerter herkulesallee handeln und dann? ja vermutlich noch um den flächenstreifen der beiden flachbauten nördlich des hygiene-museums. die bauflächen sind quasi nur ein teil des 10ha-planungsgebiets. egal wie, 250 WE scheinen für die große fläche etwas wenig. wahrscheinlich gehts wiedermal nur um die erstgenannte fläche an der herkulesallee, also der sogenannten "cockerwiese". dafür liegt aktuell die obige mäcklerstudie vor.

eine gewichtige frage wirft auch die dnn-bemerkung auf, dass zudem sanierung stattfinden soll. hää? die cityherberge sowie der städtisch genutzte winkel am pirnaischen platz sind nicht zu haben, es kann nur dieser TLG-gigant sein:
der wurde der stadt vormals als technisches rathaus schmackhaft gemacht, die stadt lehnte aber dankend ab, soll der gigant doch besser verschwinden. das gelände sollte durch echte quartiere neu bebaut werden, auch wenns paar jahre länger dauert. also ich hoffe nicht, dass da was saniert wird, wozu auch.
http://abload.de/img/leer11cviot.jpg
hier wäre platz für 1000 wohnungen und einiges mehr. ausserdem wird dereinst der neue georgplatz hier dranwachsen können. seis drum, die zeitung schreibt auch manchmal diffuse dinge.

Chris1988
24.04.14, 23:31
passend dazu auch die Sivia Studie:

http://www.sivia.de/Startseite/Aktuelle-Projekte/Neubau/Forststr10_2_2.html#5

Elli Kny
25.04.14, 00:10
chris1988: hast die das hier (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=402231&postcount=11) gelesen? noch wissen wir nichts genaues, aber mich umschleicht ein gefühl, dass die sivia-studie schon längst den weg des zeitlichen gegangen ist. dass in der presse die mäcklerstudie erschien deutete auf eine überarbeitung bzw. neubearbeitung des sivia-themas hin und ich glaube, dass mäckler den "geraden weg" der bebauung (also entlang herkulesallee) vollzieht. die stadt wird die "schräge" entlang der lingnerallee nicht durchgehen lassen und auch keine roten ziegeldächer. ich hoffe dass mit mäckler oder dergleichen ein kompromiss schon längst gefunden ist, sonst wären auch noch keine projekte "in den startlöchern". gut so, denn jahrelanges gezerre und investorenabspringen braucht die stadt wirklich nicht mehr. vermutlich lassen sich die bauwilligen auch endlich mal etwas abtrotzen - vielleicht. der pressebericht zeigt - und das ist hier das positive - es scheint endlich voranzugehen.

Dunkel_Ich
25.04.14, 00:48
die stadt wird die "schräge" entlang der lingnerallee nicht durchgehen lassen und auch keine roten ziegeldächer

Rote Ziegeldächer sind ja auch Teufelswerk :nono:

Zumindest für kleingeistige Leute im Dresdner Stadtplanungsamt. Wir nennen keine Namen.
Ansonsten Zustimmung, wird wohl leider nicht kommen. Mir hat die kleinteilige Siviaplanung mit den Mansarddächern gefallen. Den Mäcklerentwurf wird man auch noch zu entwerten wissen. Man kennt seine Pappenheimer mit den Jahren.

Christian84DD
25.04.14, 07:20
An sich schön zu sehen das es irgendwie voran geht aber wie gefällt mir nicht.

Ich hätte am liebsten den Großen Garten bis zur Altstadt herangezogen. Die alten Robotrongebäude hätte ich abgerissen bis auf die Punkthochhäuser auch alle Gebäude an der Grunaer. Neu Wege angelegt (die Wege vom Großen Garten logisch verlängert).
Maximal hätte ich noch einen Museumsneubau am Pirnarischen Platz zugelassen.

Ich hätte den Großen Garten erweitert da es in DD genügend Brachflächen gibt welche dringender bebaut werden müssten! Und wenn ich mir die aktuellen Visualisierungen zum Projekt ansehe, sehe ich öde weiße Kisten (schon wieder weiß, Warum!!!!) also den üblichen Standart Mist, dann doch lieber ein erweiterter Park.

Immoment versucht die Stadt einfach nur ihre Filet Grundstücke schnellstmöglich zu verhöker. Man versucht ja noch nicht einmal ein langfristiges Projekte zu planen (Sivia wurde schnell zu den Akten gelegt), lieber wird wieder ein großer Investor gesucht der ganz schnell billige weiße Klötzchen hinsetzt damit sich unsere Stadtverwaltung wieder ein verkauftes Grundstück auf ihre Liste setzen kann!

So sieht für mich keine Stadtplannung aus sonder Kapitalismus!

Ich möchte einmal mit Profis arbeiten! :-)

Elli Kny
25.04.14, 09:15
das sind ja wieder nur dunkelste vermutungen, wo noch nix bekannt ist.

Rote Ziegeldächer sind ja auch Teufelswerk
ist nur meine vermutung, vielleicht ist auch alles möglich, also visuals abwarten.

Wir nennen keine Namen.
im übrigen sind ein paar (?) der üblichen verdächtigten gar nicht mehr in amt und würden. so entschwebte zB unser engelein gen pott davon, falls du sowas meinst. ob nun die eine verbliebene leiterin innenstadt den weltengang des baugeschehens bestimmt, wo dies hier bestimmt chefsache ist, kann ich mir kaum vorstellen.

mit solchen amtstheorien macht man es sich leicht, und natürlich fehlts es hier und da an kompetenz, aber die eigentlichen übeltäter waren die horden geldgeiler bauträger in dresden, die kisten und pfusch brachten. dresden war mE lange mit solchen bauherren oder investoren gestraft. die legten ja von sich aus immer nur grütze beim amt vor. es gab ja auch noch nix zu verdienen. nun, das ist ein extrathema.

Dunkel_Ich
25.04.14, 12:21
^Sicher richtig. Das entschwebende Engelein ist mir bekannt. Nichts desto trotz hat diese Stadt noch mehr fragwürdige Personalien zu bieten. Das weißt du selbst. Wenn's nur eine Person gewesen wäre..

(Nebenher *hust* Baubürgermeister *räusper*)

Wenn ich allein an das städtebauliche Chaos in der Südvorstadt um Uhdestr./Schnorrstr. denke. Gibt es da so etwas wie Stadtplanung überhaupt? Oder baut da jeder, wie er lustig ist?

Des Weiteren hoffe ich sehr auf eine andere Zusammenstzung des Stadtrates nach der Kommunalwahl Ende Mai.

Das mit dem Baupfusch kann die Stadt übrigens selbst ganz gut. Das brauchs gar keine "geldgeilen Bauträger" aus dem Rheinland/Weimar. Ich erinnere nur an das Sanierungsdebakel im Rathaus.

Die Investoren können übrigens nur soweit mit ihren Kisten gehen, so sie die Stadt gewähren lässt. Ein/e Gestaltungsbeirat/Gestaltungssatzung Innenstadt tut Not!

P.S. Du vermutest - ich vermute. Oftmals liegen wir mit unseren Vermutungen aber gar nicht so schlecht, so dunkel sie auch sein mögen. ;)

Elli Kny
25.04.14, 16:36
dunkel: bei aller liebe, das sind aber jetzt schlechte beispiele, die alle ä bissel anders gelagert sind. nur kurz: das baugeschehen schwebt nicht im luftleeren raum sondern untersteht meist vorrangig gesellschaftlichen bedürfnissen (dringend benötigte flachbauten um die schnoorstrasse). sag den leuten: wir wollen aber blockrand und urbanität. die pusten dich wech! der fehler lag jahre zurück und betraf alle verantwortlichen, auch die politik, da wurden weichenstellungen verpasst. und es liegt immer am selben: trägheit der leute an ihren arbeitsplätzen, völlig menschlich. überall. das ist ggf der preis für die sonst angenehme dresdner beschaulichkeit.

knuffibärchen murx ist eine person der öffentlichkeit und steht seit langem offen in der kritik. der kann eben nicht anders, ist bei ihm menschlich. er hat noch gut ein jahr amtszeit, dann kommt ein nachfolger. die kritik zielte nie darauf, dass er gestalterisch irgendwas manipulierte sondern dass er cdu-politik durchreicht. er managt jetzt den bauboom, ich finde gut - zusammen mit dem amtsleiter, beide gebärden sich als arbeitstiere - er hat mE weniger mit gestalterischen detailfragen zu tun. das ist die zweite und dritte reihe, wo ich dachte du spielst darauf an. marx steht sogar eher für großzügige lösungen, der geht ja alle besseren vorschläge mit, weil er es allen recht machen will.

rathaus: da hat "die stadt" keinen pfusch gemacht, sondern der bauträger ist genau so ein schwarzes schaf wie erwähnt. die wollten verarsche und bekamen nun den ar..tritt. pfusch gabs nicht, aber drohende weitere kostensteigerung. ... was bei dresdner öffentlicher auftragsvergabe wirklich schlecht ist, ist die billigstvergabe, sodass zB die handwerksfirmen teils noch draufzahlen, weil die planung unsauber war. beim rathaus hingegen wurde versucht zu betrügen (seitens der planer) - die stadtoberen handelten richtig. nebenbei: die sanierung wird super, nirgends was von "debakel". das schreiben nur die popeligen lokalblätter.

naja, und die stadt muss i.d.R. nach 3 monaten baugenehmigungen erteilen, dazu ist sie gesetzlich verpflichtet, sofern keine (juristisch belastbaren) dinge entgegen stehen. insofern gibts keine handhabe zur gewährung / nichtgewährung von bauprojekten. gestaltungssatzungen sind ein guter ansatz, sofern sich alle auf eine verständigen können. aber generell gilt: vorschreiben kann eine kommune kaum was, ohne sich gleichzeitig gehörig ins eigene fleisch zu schneiden. es wird sehr viel geklärt hinter verschlossenen amtstüren, oft erstaunlicherweise zum besseren, das bekommt die presse und bevölkerung nur nie mit. die leute im SPA rollen mit den augen, wenn die "presse" kommt, dann wird den jedesmal alles supergut erklärt, und nä. tach schauen die in die zeitung und dann steht nur schwurbel drin. amtszitat vor paar tagen: "wir erklären alles hoch und runter, aber die wissen nicht mal was ein bebauungsplan ist." nun gut, seis drum. nicht durch käseblatt aufwiegeln lassen.

ps: du meintest uhlandstrasse. uhde, ähm, ude ... war münchen und ist schon weg.

Dunkel_Ich
25.04.14, 17:04
(dringend benötigte flachbauten um die schnoorstrasse). sag den leuten: wir wollen aber blockrand und urbanität. die pusten dich wech! der fehler lag jahre zurück und betraf alle verantwortlichen, auch die politik, da wurden weichenstellungen verpass

Bitte? Aber genau das muss doch über die Stadtplanung geregelt werden. Es geht doch nicht darum Flachbauten gänzlich zu verbieten. Nur muss man das Ganze eben bissl bündeln und steuern und nicht wahllos Flachbau neben Mehrgeschosser stellen. Dass dafür die Leute mal 3 Schritte mehr laufen müssen, kann doch das Problem nicht sein. Klar wurden die Weichenstellungen schon vor Jahren falsch gestellt. Das macht die Sache aber nicht besser und kann jetzt dazu führen, dass man die Hände hebt und sagt: "Wir können nix dafür. Wir sind unschuldig."

Ja, und natürlich spiele ich im SPA auch auf die zweite und dritte Reihe an. Muss ich wirklich Namen nennen?

nebenbei: die sanierung wird super
...mit Abzügen in der B-Note dank "fleckigem" Dach und nachträglichen Nachbesserungen im Inneren.

zur Gestaltungssatzung: Umso wichtiger ist es eine zu haben, wo dann auch der Gestaltungsbeirat immer ein Auge drauf hat, dass die auch eingehalten wird. Ich wüsste nicht, wie man sonst dem Problem Herr wird, wenn die arme arme Stadtverwaltung ja so gar keinen Einfluss zu haben scheint.

es wird sehr viel geklärt hinter verschlossenen amtstüren, oft erstaunlicherweise zum besseren, das bekommt die presse und bevölkerung nur nie mit

So wie mit dem Nettekoven-Typ? Bitte, bitte...etwas mehr Transparenz, wenn ich bitten darf.

P.S Ne Uhdestr gibbet auch, aber die ist woanders in Dresden, nämlich Leubnitz/Strehlen. Uhlandstr. natürlich ja, mein Fehler. ;)

Elli Kny
25.04.14, 17:33
^ich verstehe deinen groll, dunkel. ich bin ja teils selber so drauf. will nur sagen (und ich hab nüscht mit denen zu tun) dass das SPA nicht an allem schuld hat. viele haben an der südvorstadt-ost "schuld". dem freistaat gehören viele flächen (auch anderswo) - na denkste die lassen mal mit sich reden? die haben ihre interessen und da soll und muss die HTW neue bauten dort bekommen und die feuerwehren werden im freistaat umstrukturiert - also auch da neubau. dann musste die stadt ihrem teils verpennten nachholbedarf an kitas und schulen JETZT gerecht werden und musste auf eigene flächen zurückgreifen. tja, dumm gelaufen. danke ans schulverwaltungsamt und viele andere, das SPA hat da womöglich lange gegenzuarbeiten versucht, die kotzen ja selbst ab bei sowas. die riesigen parkplätze sind dem allgemeingültigen baurecht geschuldet, wonach fürs dynamo-stadion kein parkhaus bezahlbar war und nun der stellplatznachweis auf wertvollen flächen in der breite erfolgen muss. warum gibts für sowas keine ausnahmen in der sächs. bauordnung? was hat das mit dem SPA zu tun. das SPA versucht hingegen, die südvorstadt-ost neu zu ordnen, es gibt ja rahmenpläne dazu, und da zeigen sich erste erfolge von umgenutzten gewerbequartieren zu wohnquartieren. dass die flanklingardens nur 3geschossig und offen bauten war auch nicht auf blockrand und 6 geschosse hinzupressen.

also ich will hier niemand sinnfrei in schutz nehmen, aber vieles liegt an ganz anderer stelle. zu nettekoven hatte ich schon geschrieben. all diese flächen waren für adäquate bebauung vorgesehen, nur niemand baute 20 jahre lang sowas. niemand. und macht das SPA was tolles, dann kommt ein fachfremder lokalpolitiker und krätscht rein, oder es mischt sich der freistaat in städtische strategien ein. da kannste mal namen nennen. und alles was darüberhinaus schief lief, ist dann tatsächlich menschlichen schwächen innerhalb der stadtämter anzukreiden, aber auch das führt zu nix. in ämtern landen manchmal auch gerade die schwächeren kompetenzen. ich kann da nur empfehlen: nimm zB dieses schnoor-problem und geh zum zuständigen ins amt und redet mal drüber. ich habe die erfahrung gemacht, die leute werden meist zu unrecht ständig gesteinigt. die presse könnte zB städtebauliche themen viel mehr aufnehmen und solche mißstände aufzeigen, aber da ist irgendwie keinerlei urbanes feeling da, man ist halt provinz und weiss es nicht.
aber so wie es scheint wirds derzeit besser, die bauten interessanter. das ist dann aber die architekturdiskussion, die nicht nur für dresden gilt. wie man sieht läufts ja deutschlandweit ähnlich blöde. in eine generelle schwarzmalerei möchte ich mich auch da nicht einreihen. kopf hoch.

Elli Kny
25.04.14, 18:13
Großprojekt Lingnerstadt

ausführlichere infos konnte bilderbuch vom stadtbild-forum rausfinden, vielen dank für die recherche.
guckst du hier (http://www.stadtbild-deutschland.org/forum/index.php?page=Thread&postID=172503#post172503)

dazu gibts ein kurzvideo, wo am ende der rahmenplan des projekts kurz zu sehen ist.
guckst auch hier (http://www.dresden-fernsehen.de/Aktuelles/Artikel/1352705/Neubau-von-Wohnungen-in-Dresden-stark-angestiegen/)

interessante erwähnung im video:
in summe wurden 2013 in dresden 2000 baugenehmigungen erteilt,
sehr stark stiegen die genehmigungen für mehrfamilienhäuser (+80% zum vorjahr),
in diesen MFHs sind über 1000 WE genehmigt worden.

zur lingnerstadt:
die siviastudie scheint tatsächlich vom tisch, zumindest die oben erwähnte "schräge". sivia wollte natürlich so bauen, nicht weils schön vorkriegsmässig wäre, sondern weil die flurstücke noch so lagen und deren grundstück eben diese schräge fläche umfasste. soviel ich weiß, fand aber ein aufwendiges bodenumlegungsverfahren statt, was sonst jahrelang dauert. insofern könnte sivia nach wie vor zu den investoren gehören und auch ihre häuserentwürfe in gerader form bauen wollen. der flächentausch war hier relativ einfach - sofern vollzogen - da nördlich einige städtische und freistaatsflächen angrenzen.

im stadtbildbeitrag von bilderbuch sind die einzelnen komplexe des areals aufgelistet.
daraus geht hervor, dass der südliche atriumkomplex der tlg wohl doch stehen bleiben soll, was ich für einen fehler halte.

Dunkel_Ich
25.04.14, 18:32
^Erst mal Danke Eli, dass du das nochmal so auseinanderklamüsert hast. Ich würde sagen, wir kehren hier auch wieder zum Kern, nämlich der Pirnaischen Vorstadt zurück und machen lieber bei Gelegenheit mal einen Extrastrang auf, in dem es um genau solche Mißstände im Planungsumfeld geht. Das wäre sicher auch für alle anderen informativ. Hier geht die Chose irgendwann unter.

Elli Kny
25.04.14, 18:47
im prinzip ist solche diskussion genau im stadtgespräch angedacht und gut aufgehoben.

übrigens ist es schon bemerkenswert, dass die SäZ keinen stadtteilbereich für die innenstadt hat - da gibts nur dresden-nord, süd, ost und west. wo guckt man eigentlich, wenn ich was aus der altstadt oder city suche? also das zeigt dresdens nachkriegsdilemma einer fehlenden urbanen zone im inneren, die als solches auch wahrnehmbar ist. dennoch müsste das schon jetzt eingeführt werden bei der größten lokalzeitung.
ich gebe zurück zur: pirnaischen vorstadt.

Chris1988
25.04.14, 21:06
gehört alles zu West ;)

Elli Kny
02.05.14, 08:17
Landgericht am Sachsenplatz - Blick ins Innere

http://abload.de/img/dscf9377oqjpy.jpg
http://abload.de/img/dscf9379tmkya.jpg
http://abload.de/img/dscf9380dgj08.jpg
http://abload.de/img/dscf93836tjmg.jpg
http://abload.de/img/dscf9383hnknx.jpg
http://abload.de/img/dscf9381z6jw1.jpg
http://abload.de/img/dscf9382ysj7f.jpg

Elli Kny
27.05.14, 23:03
Marie-Curie-Gymnasium - Zirkusstraße

Architektur: Code Unique Dresden
http://abload.de/img/dscf0754f5ocv.jpg
http://abload.de/img/dscf0755ovp2h.jpg
http://abload.de/img/dscf07567krbf.jpg
http://abload.de/img/dscf0763q9r09.jpg
^turnhalle seite

zum vergleich: citygymnasium bürgerwiese (anderes arch-büro)
http://abload.de/img/dscf0766cvq7v.jpg

Elli Kny
27.05.14, 23:19
gegenüber des curie-gymmis an der zirkusstrasse waren einst sogar geschäfte vorhanden. heute steht in dieser seitenstrassen-lage alles leer (gagfah-bestand)
http://abload.de/img/dscf0752kar2q.jpg


ob sich jemals was am wohnhochhaus am pirnaischen platz tut, ist derzeit fraglich. es ist von aussen nicht zu erkennen, ob der block allmählich leergezogen wird.
http://abload.de/img/dscf0761nhqb4.jpg

Knuffte
28.05.14, 00:38
Der Hinweis "(anderes arch-büro)" war durchaus angebracht, wenn man deine anderen Bilder der Seevorstadt nicht noch im Kopf gehabt hätte ;) So unique ist der Code von Code Unique Architekten scheinbar doch nicht.

Dunkel_Ich
28.05.14, 15:47
^Danke für die Bildeindrücke Elli. Tja, schon ein Armutszeugnis und der Beweis, dass SOLCHE Entwürfe tatsächlich austauschbar sind.

Cowboy
28.05.14, 17:26
^ Liebhaber anspruchsvoller Architektur zu beglücken ist eben nicht primär die Aufgabe bei einem Schulneubau, und der städtebauliche Kontext für eine höherwertige und individuellere Architektur scheint mir bei gezeigten Beispielen auch nicht gegeben.

Dunkel_Ich
28.05.14, 18:51
Sie ist es nicht mal sekundär oder tertiär. Es geht auch gar nicht darum einen Palast zu bauen, etwas Anspruch darf es dann allerdings schon sein.

und der städtebauliche Kontext für eine höherwertige und individuellere Architektur

Wenn die Stadt hier nicht den Anfang macht und die Richtung vorgibt, wer soll es sonst tun? Die Investoren werden sich hüten. Es sei denn, man findet sich damit ab, dass Dresden dort nie wieder wirklich urban wird und wirkt. Das wäre dann ein noch größeres Armutszeugnis, würde mich allerdings auch nicht mehr wundern.

Cowboy
29.05.14, 15:36
^ Geht es dir bei besagten Beispiel um die Architektur oder um eine Neuordnung des Stadtraums? Beides ist m.E. unerheblich. Abgeschirmt von den Wohnblöcken an der St-Petersburger-Straße hat das Areal, auf dem der Schulkomplex errichtet wurde, den Charme eines Hinterhofs (der mit den neuen Schülern jetzt belebt wird, was den leerstehenden Läden gegenüber evtl. auch noch zugute kommt). Wofür also sollte man sich hier mehr anstrengen?

Knuffte
29.05.14, 16:05
Cowboy, Dunkel ging es um die Situation am Lennéplatz und nicht in der Pirnaischen Vorstadt. Das war vielleicht etwas verwirrend, weil Elli das Vergleichsfoto vom Schulneubau aus der Seevorstadt hier eingestellt hat, um die Ähnlichkeit der Entwürfe zu dokumentieren. Du hast Recht, an der Zirkusstraße ist die realisierte Bebauung weit weniger eine vertane Chance als am Lennéplatz. Und an dieser Stelle würde ich das "etwas Anspruch" von Dunkel auch dick unterstreichen und ebenso, dass gerade die Stadt bei ihren eigenen Bauvorhaben eine Art Leitlinie vorgeben kann - eine Leitlinie, die im nicht durch besondere Satzungen geschützten Stadtbereich allein durch die Einflussmöglichkeiten im Rahmen der Baugenehmigung kaum durchsetzbar ist.

Elli Kny
29.05.14, 17:24
^genau. bitte die städtebaufrage in der seevorstadt-ost diskutieren, denn hier stellt sie sich nicht. die kiste wurde ne kiste, aber sie stört hier keinen, cowboys fazit sagt bereits alles. mein vergleich soll auch zeigen, dass code unique sich kaum mehr mühe machte, als die am lennéplatz. dabei haben die schon etwas rennomée, was mit dem auftrag hafencity-uni in hamburg kam. allerdings wird der bau auch kritisch gesehen (http://www.zeit.de/2014/14/architektur-hochschule-hafencity)und die diskussion über moderne architektur ähnelt sich überall fast eins zu eins.

Chris1988
19.06.14, 22:33
Na Gott sei dank. Die erste vernünftige Entscheidung im Stadtrat. Die Stadträte haben beschlossen, weiterhin für einen Rückbau des Hotels am Terrassenufer vor Gericht zu klagen. 45 Stadträte waren dafür, 13 dagegen, acht enthielten sich.
Eigentlich ging der Antrag gegen ein weitere gerichtliche Auseinandersetzung.

Knuffte
19.06.14, 23:24
Ob das vernünftig ist, wage ich zu bezweifeln, nachdem der Stadt der "Vertrag" mit dem Hoteleigentümer vor Gericht um die Ohren gehauen wurde. Wäre es nicht besser gewesen nun einen Deal auszuhandeln in der Form Klageverzicht gegen Umsetzung einer hochwertigen Fassade, anstatt Steuergelder für die eher aussichtslose neue Runde im Rechtsstreit zu verschwenden.
Das ohnehin wenig imposante Hochhaus ließe sich doch gut in ein neues Quartier einbinden, als viel störender empfinde ich den langen Block an der Steinstraße und das Carolinum, ohne deren Abriss m.E. kein passabler Übergang in die Pirnaische Vorstadt gelingen kann.

Chris1988
19.06.14, 23:27
du kennst schon den Plan der Umgestaltung von Rohdecan.
Es wird nur noch schlimmer, wenn der Block stehen bleibt.

Elli Kny
20.06.14, 08:59
die sache scheint vielschichtig, die käseblätter wissen auch nichts und informieren nicht. die umbaupläne halte ich für primitiv und nur vorgeschoben. nun wurde nur noch was von farbanstrich geschrieben, welcher die plattenfassade plastischer machen soll - na guts nächtle.
was im hintergrund läuft wissen wir nicht, vielleicht sind banale menschliche animositäten im spiel oder man will ihm jetzt nicht die baugenehmigung für seine umbauten aushändigen müssen. könnte also nur verzögerungstaktik sein und soll wohl zudem für weiteren ärger wegen stop jeglicher genehmigungspflichtiger baumassnahmen sorgen.

vielleicht sind die stadträte (ehrenamtliche politiker) auch zu doof, um die juristische empfehlung zu verstehen. am ehesten denke ich, dass man natürlich noch chancen vor gericht sieht, denn trotz üblicher juristischer interpretationsspielchen - zudem nach so langer zeit - ist und bleibt die grundaussage der damaligen verträge einst wie jetzt klip und klar: das haus ist abzureissen.

das urteil des armen fräuleins richterin in der erstinstanz ist letztlich ihre endauffassung und mit der nächsten instanz ggf wieder makulatur. was gibts da auch rumzudeuteln - furchtbar diese juristerei - auch wenns unpräzise formulierungen gab (menschliche schwächen sind überall sichtbar in der welt, anwälte dürften das nie so dreist ausnutzen) - es bleibt der grundtatbestand, den alle einwohner dresdens auch als zeugen mitbekommen haben: der bau muss verschwinden. es war zudem konsens.

aber hier ist kein brennpunkt der stadtentwicklung wie schon weiter oben beschrieben, hier ist es herzlich egal was passiert.

Knuffte
22.06.14, 11:10
Den Plan kenne ich schon und darauf bezog ich mich als erstrebenswertes Produkt natürlich nicht. Ganz ehrlich finde ich den Rohdecan-Vorschlag an sich nicht schlecht, jedoch nicht an diesem Ort, jedoch immer noch besser als eine 0815-Sanierung, bei der der Plattencharakter vordergründig erhalten bleibt. Irgendwo stand mal geschrieben, dass der Eigentümer eine "barocke Fassade" vorschlage, die sich in das Gefüge einpasse. Wenn er damit so etwas wie Hochhausfassaden im Stile des Art Déco meint, dann würde ich das begrüßen.

Elli, auch ich zähle mich zum Normalbürger, der den Vertrag so versteht, dass das Haus eigentlich schon lange nicht mehr hätte stehen dürfen. Dass die Richterin, als Bemessungsgrundlage die Zeitspanne zwischen zwei Eiszeiten veranschlagt hat, ist jedoch nicht untypisch. Ja, offensichtliche Indizien in den Augen der Allgemeinheit und denen der Stadträte, aber ich fürchte bei einem neuen Verfahren werden wieder nur die Anwälte angesichts des ordentlichen Streitwertes die große Kasse machen. Spannend wäre eine Neuauflage mit einem anderen "armen Fräulein Richterin" natürlich schon!
Kein Brennpunkt? Du meinst sicherlich von administrativer Seite. Für mich ist die gesamte Achse zwischen Hbf und Carolabrücke das größte städtebauliche Übel im Dresdner Stadtgebiet und DIE Aufgabe und gleichzeitg DIE Chance für die Stadtentwicklung. Das Zusammentreffen von geschäftigem Trubel und Stadtrandsiedlung, von filigraner Baukunst mit sozialistischem Chique, von Orten mit Unorten, herausgestellt durch eine unmaßstäbliche Verkehrsbarriere, empfinde ich als extrem beklagenswert. Und das Schlimmste dabei ist, dass anscheinend gerade all die seit der Wende angestellten weitsichtigen Überlegungen zur Neuordnung des Georgplatzes, der Lingnerstadt bis hinunter zum Elbufer über den Haufen geworfen werden und stattdessen im Klein-Klein-Stil ohne langfristige Vision mit Einzelmaßnahmen rumgewurschtelt wird. Hier etwas abreißen, da etwas davorstellen, dort eine unzentrierte Achse ausbilden, keine interessante Räume und Abfolgen, nur Schneisen und grobe Strukturen.

Elli Kny
23.06.14, 17:10
^genau knuffte, schön formuliert. natürlich brennpunkt, allerdings keine offizielle priorität. hier wirds um abbau von entwicklungshemmnissen gehen, es muss neben dem hotel auch lösungen zur schule am terrassenufer (derzeit flutreparaturen) und zum pharma-erweiterungsstandort geben. dann muss man vielleicht auch noch ein umlegungsverfahren machen. also vorbereitende massnahmen. die rahmenpläne sind allerdings nicht "übern haufen", sondern von der realsituation am markt überholt worden und mussten modifiziert und entdichtet werden. am postplatz wie auch in der lingnerstadt gelten die nach wie vor, bestimmt auch später einer am hotelhochhaus. man sollte sich den umgang mit den nachkriegsvorstädten genau überlegen. ich bin dafür, sie im inneren als quartiere weitgehend zu belassen (schönes stichwort "sozialistischer chique" (mit tlw. ensemblecharakter)) und nur die stadtbildrelevanten und zerfransten ränder bzw. übergänge zu entwickeln. das wird vermutlich aber erst mit einer neuen generation von sachbearbeitern v.a. im SPA möglich. mit den heutigen konstellationen käme nur ein riesiger kauderwelsch raus - dann lieber nix anfassen und alles als großes (tatsächlich einzigartiges) freilichtmuseum sozialistischen städte- und neuaufbaus mit viel grün und ruhe betrachten. die ensembles im inneren stupide nachzuverdichten halte ich für überflüssig. der ganze stadtraum der petersburger schneise wird wohl erst ganz am ende drankommen, da muss die verkehrsfrage erst gelöst sein und das allein erscheint unter heutigen bedingungen fast unerreichbar. hoffentlich bringt ein neuer baubürgermeister zumindest kräftig motivation ins team.

übrigens: der rohdecan-entwurf wurde mal in einem käseblatt als "barocke fassade" zitiert.

Elli Kny
24.06.14, 23:27
Hotel am Terrassenufer - was steckt dahinter

die säz bringt (oho!) heute e. erklärungsversuch:

im kern gehts um den vertrag mit eigentümer trapp von 1993, indem er den abriss nach 10 jahren verpflichtend eingeht, da das haus die blickachse elbhang-altstadt und umgekehrt beeinträchtigt. für trapp sprudelte das geld und er dachte nicht an abriss. 2011, nach 18 jahren, verklagte die stadt ihn daher. das kürzliche urteil der richterin dahlke-priel vom februar kam also pünktlich nach sportlichen drei jahren, um festzustellen, dass der vertrag nur schwammige fristen enthält. mehr nicht - nach drei jahren. die rechtsabteilung der verwaltung gab die empfehlung zur einstellung des verfahrens.

cdu, grüne, fdp und die bürgerfraktion sehen das anders. wie aus der nichtöffentlichen sitzung des bauausschusses durchsickerte, ist die urteilsbegründung doch nicht so überzeugend wie angenommen. cdu-brauns, selbst landgerichtsrichter, sieht die guten argumente bei der stadt, das verfahren weiterzuführen. auch grünen-fraktionschef löser hält das verfahren für noch offen. trapp sei es von anfang an klar gewesen, das hotel nach 10 jahren abreissen zu müssen. (anm.: er bekams deshalb auch fürn appel und n ei). dass trapp mehr als 20 jahre gutes geld mit dem hotel machte, sei in ordnung. dass er sich aber nun als opfer hinstellt, ist einfach nur dreist. so löser.

mit dem jetzigen vorgehen möchte die stadt nicht einknicken sondern auf augenhöhe für verhandlungen mit trapp bleiben. trapp hätte wohl ansonsten jetzt den umbauantrag eingereicht und damit das eigentlich abzureissende ding optisch noch mehr in den blick gebracht. man möchte also diesen (farbigen) umbau ohnehin nicht. schon seit drei jahren - wohl seit klagebeginn - versucht es trapp mit dieser umbaunummer.

die stadt hat derweil schon im märz die zulassung der berufung beantragt, wobei deren prüfung neun monate bis ein jahr dauert. kommt die zulassung, wird das verfahren neu aufgrollt, was bis zu einem neuen urteil weitere ein bis zwei jahre dauert. trapp äussert sich dazu nicht, signalisiert aber gespächsbereitschaft bei der fassadengestaltung. (auch das denkmalamt hätte alles bunte wohl ohnehin nicht genehmigt.)

und genau darum gehts meines Erachtens: die stadt übt druck aus, damit es schon eher zu einer gütlichen einigung kommt, wie es eigentlich alle parteien wollen. man erwartet nun, dass trapp sich auf die stadt zubewegt. denn er sitzt genauso in der zwickmühle. dabei könnte auch ein teilabriss der oberen etagen ins gespräch kommen.

gut, dass sich die stadt von solchen eigentümern nicht vorführen lässt. schade nur, dass wir an etlichen stellen so "tolle" eigentümer sitzen haben.

Elli Kny
25.06.14, 22:49
Hotel am Terrassenufer - was wäre wenn...

wenn man den kompromiss eines teilrückbaus von zB nur 4 etagen findet, mit der zusage an den eigentümer, sanieren zu dürfen und das hotel noch x-jahre weiterzuführen. und mit der zusage an die stadt, dass nach x-jahren doch der komplettabriss erfolgt - auch da der hotelstandort an sich keiner weiterentwicklung dahinter im wege steht.

so sähe es vergleichend aus, das restpanorama müsst ihr euch mal bitte hinzudenken:
http://abload.de/img/dscf1503d1k7v.jpg

Elli Kny
25.06.14, 23:03
Wohnhochhaus am Pirnaischen Platz - soll wohl ab Herbst saniert werden

da ich eher selten in die DNN schauen kann, danke ich für die infos hier (http://www.stadtbild-deutschland.org/forum/index.php?page=Thread&postID=175225#post175225).

http://abload.de/img/dscf1502hns1g.jpg
http://abload.de/img/dscf150264su1.jpg
vom blickpunkt marienbrücke schaut ein stück hervor

Chris1988
26.06.14, 00:47
Die Vision von dem Herrn Jäkel hat es nun in die SZ geschafft

http://www.sz-online.de/nachrichten/ein-visionaer-fuer-die-pirnaische-vorstadt-2869232.html

Elli Kny
26.06.14, 09:47
^kann bloß ohne zugang keener lesen.

Saxonia
26.06.14, 10:29
Also ich kann es auch ohne lesen.

Yaru Sasaki
26.06.14, 15:22
Also ich kann es auch ohne lesen.
Ich kanns jetzt auch lesen, aber wahrscheinlich auch nur, weil ich mich nicht mehr am Tablet befinde. Da hatte ich in der Nacht auch keinen Zugriff auf den Artikel.

Klingt jedenfalls durchaus gut, kann mir nur noch nicht allzu viel drunter vorstellen.

Elli Kny
26.06.14, 15:48
nee, sie hams freigeschaltet. manchmal machen die das nur für ein paar stunden, wo die geringere zugriffszahlen sehen. auch oft am WE. abgemeldet konnte ich es kurz vor saxonia noch nicht öffnen, vielleicht haben sie es hier gelesen.

RianMa
27.06.14, 13:38
Der städtebauliche Entwurf ist schon ziemlich stark. Soweit ich mich erinnere, wurde das Projekt "Pirnaische Vorstadt" schon vor etwa drei Jahren bearbeitet, wobei auch andere Teilnehmer sehr gute Entwürfe abgeliefert haben. Insofern würde mich mal interessieren, warum der Entwurf gerade jetzt an die Öffentlichkeit gelangt und nicht schon früher.

Letztendlich ist hier das Rezept doch einfach. Die Rückbesinnung auf eine kleinteilige, in Anlehnung an die historisch gewachsene, europäische Stadt konzipierte Stadtstruktur, die er mit einer ebenso kleinteiligen Parzellierung versieht. Die hervorragenden Perspektiven geben einen entsprechenden Eindruck davon wieder, obwohl ich die architektonische Gestaltung fast zu vorstädtisch finde. Aber vergessen wir nicht, dass das ein Städtebauentwurf war und kein Hochbauentwurf.

Was mich wie immer erstaunt, ist, dass der Autor der Arbeit im Internet hoch gelobt und bejubelt wird, weil er zu einer scheinbar seltenen Spezies "Architekturstudent" gehört, die sich dem durch die Lehre der Professoren auferlegten Bauhausgedanken widersetzt. Selbst die SZ erwähnt in ihrem Text die "hiesigen Internetforen", die sich positiv äußern. Ich kann nur so viel dazu sagen, dass der städtebauliche und architektonische Kontext schon seit Jahren einen hohen Stellenwert an der Fakultät genießt. Insofern sind in den letzten Jahren eine Reihe von Entwürfe entstanden, die sich in vorbildlicher Weise vom aktuellen Bauen in Deutschland abheben. Aber Universität und Arbeitswelt gehen eben zumeist auseinander.
Dass sich Fabian Jäkel zu einem Büro wie dem von Hans Kollhoff hingezogen fühlt, ist nicht verwunderlich. Ich denke, dass er dort seine Ideen von Architektur und Stadtentwicklung sehr gut weiterentwickeln kann.

Zitat Jäkel: „Wir brauchen Politiker, die Visionen haben und die auch umsetzen.“
Da hat er vollkommen recht. Was dem aber vorausgeht, ist, dass die Architektur im Allgemeinen einen viel größeren Stellenwert in der Stadtpolitik bekommen muss. Sollte sich Jäkel also entscheiden, in der Dresdner Stadtplanung mitwirken zu wollen, würde ich das ebenfalls sehr begrüßen. ;)

Elli Kny
29.06.14, 23:44
^der SäZ-hinweis könnte mit der diskussion ums hotel zusammenhängen, um den leuten mal zu zeigen, was hier eigentlich zu stehen hätte. generell sollte die lokalpresse mehr solche themen aufzeigen, denn das bewusstsein und wissen darüber dümpelt gefühlt am nullpunkt rum. jäckels plan ist leider nur eine sog. studentische arbeit. da ist noch alles möglich, aber der plan ist so nicht umsetzbar. da kommt eher die städtische rahmenplanung dran. im prinzip hat er ein stück wien über diesen stadtraum gelegt, gut und schön, aber diese vorstellung ähnelt sehr den nachwendeträumen. sie schafft zumindest bewusstsein - und das ist gut. ich befürchte aber, dass seine studie keine weitere relevanz erreichen wird. nicht, weil hier derzeit kein prioritärer schwerpunkt liegt, sondern weil auch dieser plan fast zur gänze modifiziert werden müsste, um umsetzbar zu werden. es bleibt halt eine typische studentische theoriearbeit, wie es mE viele gibt. manche belächeln diese art von vorlagen als klötzchenschieberei. aber egal. herr jäckel sollte sich jetzt aber nicht entmutigen lassen, sondern ernsthaft über engagement in dresden nachdenken - ggf mit rückhalt von kollhoff in berlin, denn hier könnte man wirklich viel gestalten, wenn die personalien dafür mal stimmen sollten. das gilt ebenso für alle kollegen, die dresdens stadtreparatur voranbringen wollen. die sollten ins amt/ in die stadtpolitik drängen und sich dort nicht zulullen lassen, sondern die "altgedienten amtsverweser" mit (ggf karrieregefährdender) zivilcourage mitziehen. dazu ist aber als erstes die personalpolitik der stadt zu ändern und auf rein interne stellenausschreibungen zu verzichten, die schieben ihre knalltüten nur von einer stelle zur nächsten. es passieren permanent zuviele fehler in den ämtern und es haftet niemand, die transparenz ist null (oho, datenschutz, oho). dresden hat zudem scheinbar einen schlechten ruf bei großen immobilenentwicklern, das wäre dann zu korrigieren, damit sie wieder oder überhaupt erstmal in die stadt kommen. und so weiter und so fort - ein endlos-thema. letztlich gehts meist um menschliche fähigkeiten oder schwächen, da wird die diskussion schon schwierig. ich befürchte eher, dass herr jäckel schon bald nur noch in berlin sitzt, zumindest dann, wenn die ersten enttäuschungen in dresden ihn nicht bestärken sollten.

Elli Kny
01.07.14, 22:18
Lignerstadt - Probleme mit Eigentümern

zuletzt in post 32 (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=426643&postcount=32)

heute nimmt sich die SäZ erneut dem thema an: die sivia-pläne sind demnach doch nicht vom tisch. zudem besteht auch weiterhin die unklarheit, dass ein bodenumlegungsverfahren doch noch nicht so gut vorankam. die eigentümer der "schräge" (lingnerallee), die auf über einem dutzend schmalen und tiefen parzellen sitzen, sträuben sich gegen den rahmenplan der stadt, die herkulesallee zu verlängern. die zeitung tendiert erneut zu einer bloßstellung "der stadtplaner", als machten die alles falsch. kern des problems - das geld: wie auch an anderen orten der stadt (zB mühle adlergasse) möchten die eigentümer bei findung eines kompromisses ihre grundstücke zum baulandpreis entschädigt bzw. getauscht (umgelegt) bekommen, was hier rechtlich jedoch nicht vorliegt. hier fungiert diese fläche als grünland, was sozusagen kaum was wert ist und nur dessen preis die stadt bereit ist zu zahlen. die gegenseite sieht alles als bauland. dafür allerdings wäre die stadt nicht/kaum in der lage, diese beträge aufzubringen. neben sivia behauptet auch ein 73jähriger eigentümer, bauen zu wollen - allerdings auf seinem "schrägen" grundstück. schwer zu beurteilen, ob da was dran ist.

die eigentümer pochen richtigerweise auf eine beibehaltung der parzellierung sowie spätere bauliche kleinteiligkeit und erwähnen, dass dresden schon genug austauschbare klötzer im stadtinneren bekommen hat und die folge der bodenumlegung nur investorengemäße filethappen sein könnten, wodurch auch nur wieder zu große und banale klötzer befördert werden. man drängt daneben zu qualitätvollerer architektur und schließt auch rekos a la neumarkt nicht aus. kürzlich lud die stadt alle eigentümer zum infotermin, nun fühlen sich fast alle übergangen und in die planungen nicht einbezogen. der sivia-chef konnte alsdann alle eigentümer von seinem standpunkt überzeugen. die stadt hingegen kann hier per zwang eine bodenumlegung durchführen (zum grünland-preis), was die eigentümer als quasi-enteignung zurückweisen und teils dagegen klagen wollen. man befürchtet ohnehin, dass solch ein jahrelanges verfahren dann beendet ist, wenn der bauboom längst wieder vorbei sei. daran ist was wahres und nun steht die frage: jetzt bauen (mit der schräge) oder alles aufs spiel setzen?

dazu wurde folgende grafik veröffentlicht:
http://abload.de/img/dscf1600siviamrk0z.jpg
© Visualisierung: Sivia Bauplanung

schaut man sichs genau an, stellt man fest, dass die "schräge" da zwar nicht so ganz reinpasst, aber andererseits auch nicht wirklich schaden anrichtet. es entstünde halt ein gewisser winkel im gefüge, der vielleicht sogar positiv im stadtraum wirken könnte. alle anderen bereiche könnten nach wie vor nach rahmenplan umgesetzt werden.

bauBM marx beschwichtigte derweil, dass der rahmenplan immer noch im entwurfsstadium sei und noch nicht vom bauausschuss beschlossen wurde. marx sieht für das gesamtareal eine rahmenplanung als notwendig an, jedoch könnte es in teilbereichen mit zu schwierigen bedingungen änderungen geben. damit ist auch eine rückbesinnung auf die schräge möglich. das SPA sucht nun nach einem konsens, eine bodenumlegung im gesamtareal sei aber dennoch unumgänglich, was völlig richtig ist. sivia-chef wießner versteht das gar nicht, denn seit jahren versucht er genau das durchzusetzen - ohne erfolg. hat das SPA ggf die starre haltung beendet? gibts jetzt einen neuen willen zum kompromiss? oder sind es wiedermal nur worte des bürgermeisters? fragen, die der artikel offen lässt.

Chris1988
01.07.14, 23:27
Ich bin pro Schräge.

Erstens war sie schon immer da und zweitens macht sie den Straßenraum lebendiger.
Man sollte die komplette Planung der Lingnerstadt der Sivia überlassen.
Die haben wenigstens ein gutes Konzept und könnten dann alles kleinteilig planen. Nicht nur das eine Quartier...

Wenn man sich die alten Karten im Themenstadtplan anschaut, weiß man was möglich ist.
http://stadtplan.dresden.de/

Elli Kny
13.08.14, 23:10
Zusatzbild zum Post 37 (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=430871&postcount=37)

Gymnasium Zirkusstrasse - Ansicht der Gesamtanlage - hofseitig; ganz rechts das hochhaus am pirnaischen platz

http://abload.de/img/dscf2461lfbj2.jpg

Elli Kny
31.08.14, 14:49
^Marie-Curie-Gymnasium (Zirkusstrasse) geht morgen in Betrieb
Info + Bilderreihe - meidresden.com - marie-curie-gymnasium (http://www.meidresden.com/cms/index.php/aktuelle-nachrichten/2264-marie-curie-gymnasium-wurde-saniert-schueler-koennen-kommen.html)

Zugleich gehen ab Montag 4 große Schulprojekte der letzten Zeit ins erste Schuljahr.
Darunter sind auch das Erlwein-Gymnasium in Gruna sowie das City-Gymnasium Bürgerwiese.

Elli Kny
14.09.14, 23:02
Oberlandesgericht am Sachsenplatz

hier finden wohl reparaturen an der fassade des südflügels statt
http://abload.de/img/dscf3447qekrh.jpg

Elli Kny
19.11.14, 17:37
Neues Gesicht für Quartier am Blüherpark
zuletzt post 62 (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=434716&postcount=62)

unter diesem kryptischen titel berichtete gestern die SäZ in bewährter praktikantenart:

die stadt wolle einen b-plan für das stadtquartier am blüherpark aufstellen. ein mix aus wohnen und grün soll entstehen. der altstädter ortsbeirat votierte für die vorlage, die das gebiet südlich der grunaer strasse umfasst. hinzu zählen auch die ehem. Bürokomplexe von Robotron. neue wohnquartiere sollen entstehen, die anbindung an die innenstadt verbessert werden. "es soll einen neustart für das gebiet geben.", so herr mann vom SPA. man wolle nun verbindliches baurecht schaffen, welches zu baubeginnen führt. ortsamtsleiter barth sagte, es sei ein kompliziertes gebiet, aber es ist notwendig, hier einen startschuss zu setzen.
die ortsbeiräte stimmten aber nur einstimmig dafür, unter der auflage, das "gebiet westlich der zinzendorfstrasse" (so die SäZ) einzubeziehen - also den TLG-klops aka techn. rathaus.

mein gott, kann die SäZ nicht einfach "Lingnerstadt" sagen und mal konkret berichten, was die schlafmützen um herrn mann die letzten jahre alles versemmelt haben? muss die lokalpresse bei so wichtigen themen praktikanten schicken und den bürgern weiter auf der nase rumtanzen? vielleicht stand in der printversion mehr. aber gut zu hören, dass es überhaupt fortschritt in der sache zu geben scheint. jetzt kommt der b-plan in die ausschüsse und mal sehen wann er dann rechtskräftig wird. daneben sollte auch die bodenumlegung vorankommen sowie der streit mit wiessner-bau geklärt werden. dazu keine infos.

Chris1988
27.11.14, 22:44
Immovation AG kauft Teil des Robotron Geländes an der St. Petersburger

http://deal-magazin.com/news/1/43888/IMMOVATION-kauft-ehemaliges-Robotron-Areal-in-Dresden


Nun schreibt das Lokalblatt dazu:

Es handelt sich beim Verkauf um das leer stehende Bürohaus südlich der Skateranlage sowie zwei Gebäude dahinter(Filiale Teppichfreund z.B.) und auf der anderen Seite der Skateranlage gehört das große Bürohaus(City Herberge unter anderem) dazu.
Nicht dazu gehört das Bürohaus an der Ecke St. Petersburger/Grunaer Straße. Dieses gehört immer noch der Treuhand-Gesellschaft TLG und sie will nicht verkaufen.

Es wird vermutlich alles abgerissen und Wohnungen entstehen links und rechts der Skateranlage als Eingangsbereich in das neue Wohngebiet und dann geht es weiter nördlich der Lingnerallee, wo auch die Herr Wießner bauen möchte.
Die Häuser sollen 20m hoch sein und 6 Geschosse erhalten.

Der Investor will loslegen, sobald er darf. In 3 Wochen gibt es genauere Infos.

http://www.sz-online.de/nachrichten/neuer-eigentuemer-fuers-robotron-gelaende-2983059.html

Elli Kny
27.11.14, 23:12
Kommt bald die Lingnerstadt?

Zwei wichtige Neuerungen gibt's im Gebiet.
1. es wurde die aufstellung eines b-plans für das gesamte areal (inkl. TLG-bürohaus) im bauausschuss gestern beschlossen und
2. es gab einen eigentümerwechsel an den gebäuden links und rechts der skaterbahn (flachbauten und cityherberge). wie man erfährt, kam alles aus einer insolvenzmasse des nichtbenannten voreigentümers, welcher pleite ging.

Die SäZ berichtet (http://www.sz-online.de/nachrichten/neuer-eigentuemer-fuers-robotron-gelaende-2983059.html)

Kommentar des SäZ-Autors (http://www.sz-online.de/nachrichten/kommentar-wohnungsnot-macht-erfinderisch-2983056.html)


Eine Bilderreihe ist bei DNN (http://www.dnn-online.de/dresden/web/dresden-nachrichten/detail/-/specific/Dresdner-Robotrongebaeude-soll-abgerissen-werden-819481633) anschaubar. die bauklötzchen sind aber nur eine der varianten. darüber wurde gestern im bauausschuss debattiert.
während der rahmenplan des SPA eine Gerade als Verlängerung der Herkulesallee präferiert, sprachen sich die stadträte eher für eine abwechslung durch den winkel und linienführung entlang der lingnerallee aus. das SPA soll nun eine rahmenplanvariante mit lingnerallee-spitze vorlegen, damit zunächst der rahmenplan abgewogen und satzungsbeschlossen wird. interessante aussage vom SPA war, dass die herkulesallee-variante ausgesprochene zielvorgabe des amtes für denkmalschutz ist.
in beiden varianten (schräge oder gerade) sind flächenumlegungen notwendig.
es wurden zahlreiche ausgearbeitetere visualisierungen des büros prof. mäckler gezeigt, die sehr ansprechend wirkten. die fraktionen trafen sich jeweils vorab zum besprechen der varianten und beauftragten nun die erarbeitung einer lösung mit winkel an der lingnerallee.
Edit: die stadträte im bauausschuss verfügten allerdings nicht über einige relevante infos zur gesamten sachlage. so weist die schrägvariante zahlreiche tücken auf, die ihnen noch nicht bekannt sind.

wir haben es also nun mit drei entwicklungsbereichen zu tun: vorn das robotron-areal, wo ggf zügig baurecht geschaffen werden könnte, hinten die kurze gerade entlang der cockerwiese und mittig der knifflige problemflecken mit 15 flurstückchen und diversen eigentümern entlang der schräge.

Elli Kny
07.12.14, 00:39
^ Kleine Korrektur zur Lingnerallee:

Zuletzt hatte ich den Eindruck, dass die Stadträte den besseren Weg vor Augen haben, indem sie die "Schrägvariante" bevorzugen und im Bauausschuss beauftragten. Inzwischen habe ich einige Informationen einholen können, die das Blatt wenden.

Die gerade Variante entlang Cockerwiese ist klar die bessere Variante. Sie ist, entgegen der Annahme, auch unkomplizierter umzusetzen. Die Frage der Sichtachsen ist auch eindeutig zugunsten dieser Variante zu beantworten. Daher auch die Stellungnahme des Denkmalschutzamtes, welche künftig eine sehr großzügige Achse mit der Herkulesallee setzen will, während die Sicht auf den Schlossturm durch eine spätere Moritzstrasse sicher nie mehr kommen kann.
Desweiteren sprechen die Eigentumsverhältnisse für die Gerade. Die jeweils notwendige Bodenumlegung (Flächentausch) ist bei der Gerade - auch entgegen der Annahme - weniger aufwendig als bei der Schräge.

Auch städtebaulich ist die gerade Variante bereits sehr gut durchdacht: es entsteht eine doch nicht endlos lange Häuserfront, sondern die Länge ist kürzer als einige andere Fluchten im Dresdner Stadtraum. Man möchte eine klar abgesetzte Stadtkante zum Parkgelände herausbilden.

Daher ist nunmehr die gerade Variante die beste Lösung. Der B-Plan-Entwurf soll bis (ich glaube) Mai 2015 vorliegen, dann geht's in die Gremien. Wenn alles am Schnürchen läuft, könnte frühestens in 2016 Baubeginn sein. Es kann dann einige Jahre dauern, bis alle Bauflächen bebaut sind. Auf Höhe der Schräge der Lingnerallee könnte es wegen des Umlegungsverfahrens ggf. etwas länger dauern.

Zahlreiche Informationen müssen nun den Stadträten klargemacht werden, damit sie sich nicht kenntnislos verrennen. Letztlich könnte aber durch Unvernuft Verzögerung entstehen. Dem vorzubeugen ist nun Aufgabe der an der B-Plan-Ausarbeitung Beteiligten.

Elli Kny
20.12.14, 23:12
Projekt Lingnerstadt aufs Gleis gesetzt

Der Flächenverkauf ist rechtsgültig. Die Planungen können beginnen.
Die SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/dresdner-robotron-gelaende-wird-zum-wohnviertel-2999748.html) berichtet.

Wie das Rauschen im Blätterwald säuselte, liegt der gezahlte Kaufpreis bei ca. 28 Mill. Euro (+/-3) - je nach genauem m²-Preis und Massenrabatt.
Mit solcher Größenordnung sind wir gar nicht mehr gewöhnt umzugehen (3500 Bewohner heißt ca. 1000 - 1500 WE). Es dürfte damit mE das größte Projekt eines einzelnen Privateigentümers der letzten 100 Jahre darstellen. Während hinten entlang der Cockerwiese differenzierte Parzelligkeit angestrebt wird, steht hier eine Retortenstadt aus einem Guss zu befürchten. Dabei ist diese Lage hochgradig erstklassig und durchweg stadtbildprägend. Etwas Skepsis scheint berechtigt, ob der neue Eigentümer alles in Eigenverantwortung errichten will und sollte, und ob das einer so zentralen Lage zuträglich ist. Letztlich verfolgt uns hier die großflächige Bodenenteignung der Nachkriegszeit. Was nun auch klar wird, ist, dass in später Folge ein einzelner Unternehmer diesen riesigen Standort über einen Treuhandakt verramscht bekam und diesen über so viele der letzten Jahre quasi - sich selbst übernehmend - blockierte. Der Neubesitzer widerum ist nun sicher in erster Linie an Renditezielen orientiert. Hier muss die Stadt jetzt höllisch aufpassen.

Die verkauften Flächen:
http://abload.de/img/1d1wlk3.jpg
© Aengevelt

Elli Kny
17.01.15, 09:58
B-Plan-Aufstellungsbeschluss - B-Plan 389 - "Stadtquartier Blüherpark"

Das Amtsblatt (http://www.dresdner-amtsblatt.de/) zeigt die neuen Grenzen des um die Robotron-Areale erweiterten B-Plan-Gebiets. In der Ratsinfo (http://ratsinfo.dresden.de/vo0050.php?__kvonr=8841) gibts noch keine nennenswerten Neuigkeiten.
Jetzt muss das Ganze auch noch ausgearbeitet werden.
http://abload.de/img/1cercdpke.jpg

Das gratis verteilte "Wochenblatt" bringt hingegen einige wenige Details: Der neue Großeigentümer, die Kasseler Immovation AG möchte in ihrem "Lingner-Altstadtgarten" parzellig bauen mit kleinteiliger Fassadenstruktur. Ziel sind 6- bis 7-geschossige Gebäude. Ein Stufenkonzept für die umfangreiche Bebauung wurde mit dem Berliner Architekturbüro Loidl entwickelt. Die Vorschläge von Mäckler-Architektur gefallen zwar BauBM murx ("Ist ein großer Wurf"), ob die aber eine Rolle spielen werden oder sogar Mäckler das Rennen anführt, ist zumindest öffentlich noch unklar.

Dunkel_Ich
17.01.15, 13:25
Naja...Mäckler, Nöfer, Höhne, Weise oder wie sie alle heißen wären schon wünschenswert. Das Portfolio von Loidl hat mich nicht überzeugt, würde aber angesichts der üblichen präferierten Planungen (siehe Lennéplatz) aus dem hiesigen SPA passen wie A**** auf Eimer. Ich denke, dass die dortigen Damen und Herren der Immovation AG schon mit Nachdruck einen ähnlichen Murx schmackhaft machen werden. Würde mich freuen (aber ebenso überraschen), wenn es anders käme. Danke Elli

Elli Kny
17.01.15, 15:13
Nunja, ich denke Loidl wird wohl - gemäß ihrer Spezialisierung - zunächst erstmal nur das Bebauungskonzept erstellt haben. Das sagt ja nur was zum Ablauf der Gebietsentwicklung aus. Beim Rum"loidl"n sieht man, daß dieses Büro gerade auf Parkareale, Städtebau und Wettbewerbe fixiert ist - also ganz passend zur hiesigen Vorab-Aufgabe.

Hier nochmal ein Fund beim rumgeloideln: das Werkstattverfahren zur Südl. Pirnaischen Vorstadt:
08/01/wettbewerbe/workshops/werkstatt_robotron. (http://www.dresden.de/de/08/01/wettbewerbe/workshops/werkstatt_robotron.php?context=1320 10100000049399-1015)
Die Erkenntinsse aus diesem Workshop sind längst in den B-Plan übersetzt.
Ich vermute stark, daß aufgrund der schieren Größe des Areals etliche, wenn nicht gar viele Architekturbüros beteiligt sein werden. So einfach läuft es in Dresden nicht, daß die Stadt nicht klipp und klar Bedingungen formuliert. Nur dann gibts vielleicht mal ne Baugenehmigung. Die Verhandlungsposition der Stadt ist stark und bisweilen hart, die Entwickler wollen bauen und müssen mit sich reden lassen. Ich bin hier (noch nahezu grundlos) optimistisch. Ausserdem wird schon viel strukturelles durch den B-Plan "erzwungen".

Elli Kny
08.02.15, 20:44
Georg-Arnhold-Bad soll saniert werden
freier Kurzartikel SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/georg-arnhold-bad-bald-mit-sauna-3032929.html)
Bauzeit 2016-17, fixe 7,5 Mill. Euro geplant
Die Technischen Werken Dresden (TWD) stellen bis 2019 Kapital und Darlehen in Höhe von rund 46 Millionen Euro für die Dresdner Bäder zur Verfügung. Auch die Schwimmhalle Prohlis sowie das angrenzende Freibad soll damit saniert werden - es gibt bereits Umbaupläne.

Christian84DD
19.02.15, 18:24
DNN-Artikel (http://www.dnn-online.de/dresden/web/dresden-nachrichten/detail/-/specific/20-Millionen-Euro-teurer-Schulcampus-in-Dresden-steht-wegen-drei-Eiben-vor-dem-Aus-3594956081)

Inhalt/Zusammenfassung:

- Akademie für Berufliche Bildung (AFBB) plant seit 3 Jahren gemeinsam mit ihren Schwesterunternehmen, der Akademie für Wirtschaft und Verwaltung (AWV) und der Fachhochschule Dresden (FHD) einen Neubau am Straßburger Platz
- die vorhandenen Eiben (Bäume, ich dachte zuerst, die haben sich verschrieben und meinen Erben, aber man sollte halt immer erst das Ganze lesen :)) dürfen laut Umweltamt weder beschädigt noch gefällt werden, da sie Naturdenkmale sind
- geplant war ein Neubau für über 20 Millionen Euro und circa 12.000 Quadratmetern Nutzfläche, wobei mehr als 200 Arbeitsplätze neu geschaffen werden sollten
- Zitat GF Günther Kahle (AFBB): "Die nötige Umplanung wirft uns um Monate, wenn nicht Jahre zurück. So verprellt die Landeshauptstadt Dresden Investoren!“
- die Ehrlich’sche Schul- und Armenstiftung (Grundstück per Erbbaupachtvertrag an die AFBB überlassen) hat daher Klage gegen die Landeshauptstadt eingereicht
- Stadt Dresden: "Eiben als Naturdenkmal „mit der bestehenden Größe und Ausprägung einmalig für Dresden und überdurchschnittlich wertvoll.“
- am Straßburger Platz sollte nach AFBB, AWV und FHD ein gem. Campus entstehen, um die vorhandenen Einrichtungen zusammenzuziehen

PS: Ein Bild zum geplanten Objekt hat man nicht direkt im Artikel, sondern nur bei der normalen Überblicksansicht >>> http://www.dnn-online.de/web/dnn/nachrichten/

VG
Christian

Elli Kny
21.02.15, 22:52
^ Danke fürs Reinstellen.
Vielleicht geht es hier gar nicht (nur) um die Bäume, sondern um ein sinnvolles Freihalten des gestalteten Vorplatzstreifens - wer weiss ?! Man möchte mit dem vorgeblichen Schutz der Eiben ggf auch den Blick auf den Nachkriegs-Kopfbau (hinten) nicht verstellen. Letztlich könnte hier aber auch eine normale Schulkiste den bisherigen Altbaucharme dieser Ecke völlig zunichte machen. Ich fände es besser, wenn zunächst einmal das Quartier in Richtung der Seidnitzer Strasse (gen Norden) geschlossen würde. Letztlich dürfte man durch einen Schulbau eher Gefahr laufen, mit den heutigen Schul-Bauhauskisten mehr zu verhässlichen als zu reparieren. Die Draufsicht (http://binged.it/1MIITeq) zeigt einen solchen schlichten Klotz entlang der Güntzstrasse. Hier nun der Blick auf die Eiben:

http://abload.de/img/dscf6939dvsl9.jpg

Chris1988
22.02.15, 00:30
Also bei dem Kastenbau, den die vorhaben zu bauen, sehe ich keinen großen Verlust an Nutzfläche, wenn sie diese Ecke mit den Eiben aussparen und als Platz gestalten würden. Man könnte ja einfach mal ne Rundung an die Ecke bringen, statt alles eckig zu machen, aber naja soweit denken Architekten ja nicht. Aber hässlich würde der Bau so oder so sein.

Christian84DD
22.02.15, 00:41
Ich denke, dass die geplanten Bauten an Banalität mal wieder kaum zu unterbieten sind. Daran hegt hier kaum einer einen Zweifel ;).

Wie Elli schon sagte, ist gerade die Seite vom "Straßburger Platz", wenn man ihn denn so bezeichnen kann, noch die optisch attraktivste durch die großen Bäume (ob das nun Eiben sind oder andere, ist mir eigentlich wurscht) und die DDR-Bauten aus den Anfangsjahren. Soll man sich doch erstmal um die anderen Freiflächen kümmern, bevor man die stadtbildverträglichste Ecke kaputt baut mit Allerweltsarchitektur.
Von daher muss man hier mal der Stadt einen Kompliment machen, dass Sie doch mal ihre Möglichkeiten zum Guten genutzt hat.

MfG
Christian

Elli Kny
22.02.15, 09:27
meidresden (http://www.meidresden.com/cms/index.php/aktuelle-nachrichten/5279-stadt-laesst-geplanten-schulcampus-gegen-den-baum-fahren.html) schreibt auch drüber und dort fand ich endlich eine Vorstellung von einer Ansicht. Aber es ist nur eine (wohl alte) Studie. Es wurde also wieder nichts veröffentlicht. Die Eiben sollen erst vor Tagen unter Schutz gestellt worden sein. Also alles deutet auf eine Ämterposse hin: das Umweltamt tritt für seine Belange ein und schöpft die möglichen Instrumente aus. Ist häufiger so. Umweltamt hat Vetorecht oder kann übelst bremsen oder verhindern.
Normaler Ablauf nach mK: Vorhabenträger kommt zum SPA - Planung wird auf Zulässigkeit geprüft - TÖBs werden beteiligt und geben Stellungnahmen ab - Umweltamt gibt in Stellungnahme an: Bäume bleiben / oder hats versäumt (glaub ich nicht) - SPA kommuniziert das zu wenig an den Vorhabenträger, der selbst kaum solche Unterlagen liest (siehe Kimmerle und Fenster) - Der plant emsig weiter - Planung wird bekannt - Umweltamt sagt: schaut in die Stellungnahme, wenn ihr so doof seit, schöpfen wir unsere Rechtsmöglichkeiten aus - Dagegen kann dann nichts gemacht werden (Rechtslage) oder man ist zum Kompromiss gezwungen, was hier eigentlich nur positiv sein kann. Wenn ein Amt taktisch vorgeht, kann es sich so Zugeständnisse abringen, die es für Vorhaben andernorts nutzen kann (Geld, nochmals Geld, Ausgleichsmaßnahmen etc - man hat ja schließlich noch viel vor).
Was das Besondere in Dresden ist: jeder Amtsbereich köchelt sein eigenes Süppchen, hat oft divergierende Ansichten ggü anderen und arbeitet zu wenig zusammen - zumindest ist das immer wieder das Bild nach aussen. Andererseits muss ich dem Umweltamt Dresden durchaus eine hervorragende Arbeit zugestehen, und man lässt sich auch nicht alles bieten. Das Umweltamt ist übrigens nicht zu verwechseln mit einem Amt für Stadtgrün (ASA). Kann auch sein, das SPA ist hier und da geschockt von vorgelegten Planungen, kann selbst aber rechtlich nichts verhindern, ruft dann beim passenden "Partneramt" an und organisiert dort einen verhindernden Beistand, wo es rechtlich möglich ist. Das wäre dann wiederum gute Zusammenarbeit, die sicher auch hier und da so praktiziert wird. Also ich bin hier ganz optimistisch, dass die Eiben bleiben. Man sollte zudem erstmal eine echte Ansicht haben, um losdreschen zu können.
Soweit meine sonntaglichen Mutmaßungen.

Christian84DD
25.02.15, 15:24
SZ-Artikel (http://www.sz-online.de/nachrichten/dynamo-will-das-steinhaus-sanieren-3045635.html)

- Steinhaus steht seit 2009 leer, Bausubstanz aber noch gut
- es soll eine neue Vereinsheimat entstehen mit folgenden Teilen:
-> Geschäftstelle
-> Fußballmuseum
-> Tagungsräume
-> Büros für den Vermarkter Sportfive
-> sowie "Fanraum"
- 2000qm stehen zur Verfügung
- das Grundstück gehört der Stadt
- erste Bauplannungen gehen nun los, ein Bauantrag ist noch nicht gestellt
- Start der Baumaßnahmen in einem Jahr
- Fertigstellung vorraussichtlich 2018
- die Fans sollen beim Bau mit helfen können durch Spenden oder direkt durch Arbeit am Bau mit Blaumann ähm Schwarz-Gelbmann (den monster Scherz musst ich aus der SZ übernehmen :-))
- die Dresden Projektgesellschaft welche das Stadtion betreibt und das Steinhaus gehört ist mit dabei jedoch geben Sie noch keine Zustimmung da noch andere Varianten geprüft werden

Fazit: Plannungen sind da aber alles in allem noch ne offene Sache

MfG
Christian

Elli Kny
03.05.15, 21:48
Johannes-Göderitz-Stiftung lobt Preis 2015 aus

mal wieder wird das Elbufer betrachtet, diesmal in einem studentischen Wettbewerb, wo 4 Unis teilnehmen und je 5 vorausgewählte Entwürfe der Jury vorgelegt werden. Die Stiftung veranstaltet solches jedes Jahr, es sind Aufgaben von städtebaulicher Besonderheit zu lösen und am Ende gibts den Preis. Diesmal sind die TUD, TU Braunschweig, TU Cottbus und die Leibnitz-Uni Hannover am Start.

Infos: johannes-goederitz-stiftung - elbufer (http://www.johannes-goederitz-stiftung.de/?p=1832)

Gegenstand des diesjährigen Johannes-Göderitz-Preises ist das Terrassenufer westlich der Dresdner Altstadt sowie die rückwärtig angrenzenden Bereiche der Pirnaischen Vorstadt. Es gilt – nach intensiver Auseinandersetzung mit den planerischen Rahmenbedingungen vor Ort – neue Strategien und räumliche Konzepte für die städtebauliche Weiterentwicklung des Areals zu erarbeiten. Wie kann die Schnittstelle zwischen Stadt und Fluss angemessen definiert werden? Wie könnte man die berühmte Flusssilhouette weiterdenken? Welche Art von Urbanität könnte sich in der Pirnaischen Vorstadt (wieder) entwickeln? Wie kann die Brückenkopfsituation am Übergang zur Altstadt interpretiert werden?
quelle zitat: ebenda

unter dem "Auslobung"-Link öffnet sich die PDF zur Aufgabenbeschreibung.
in der Jury sitzt neben der SG-Leiterin Innenstadt Frau Heckmann (SPA), also die eine Person vom städtischen Amt, auch die Architektin Canan Rohde-Can (Architektin, Rohdecan Architekten GmbH, Dresden).
Direktlink zur PDF (http://www.johannes-goederitz-stiftung.de/downloads/150401_Auslobung.pdf)

Da vorab Fragen geklärt werden konnten, bin ich ja mal gespannt, ob die Herren Hochschullehrer über die aktuelleren "Rahmenbedingungen" ausreichend im Bilde waren, sonst nützt das alles wenig. Aber zunächstmal ist es gut, dass nochmal bissel rumgebastelt wird. Vielleicht ist es auch nur eine Übungssache für Studenten. Jedenfalls ist der Zug der Bearbeitung nun auf dem Weg und kommt im Oktober bei der Jury an. Eine Ausstellung ist bereits beim SPA angefragt, ich denke das wird auch was.

Zu den Rahmenbedingungen gäbe es jetzt viel zu erzählen, aber ich lass es mal dabei, mal sehen was rauskommt oder hier noch diskutiert wird.
Was sicherlich einigen sofort einfällt, ist dass es da doch schonmal was gab. Ein Student hatte einen beachtenswerten städtebaulichen Entwurf für den ganzen östlichen Innenstadtrand ausgearbeitet - auch wenns hauptsächlich Raumaufteilungen waren - aber damit könnte man partiell durchaus was anfangen.
Ach ja, Jäckel hieß der Gute und seine Arbeit ist von ca. 2011. Hier (http://www.sz-online.de/nachrichten/ein-visionaer-fuer-die-pirnaische-vorstadt-2869232.html) der SäZ-Link aus Post 55.
Wo ist Herr Jäckel denn nun hinverschlagen worden - damals hieß es, er sei in Dresden, suche aber neue Anstellung und man hoffte er bleibe DD erhalten.

Ähm, das schöne Bildchen der dortigen Stadtsilhouette hatte ich auch schonmal gemacht, hier ist das Wunderwerk:
http://abload.de/img/modernplatte2p9u7x.jpg
^ Nein, es ist nicht Magnitogorsk oder Nowosibirsk, es ist "Elbflorenz"-Nebenlage. Scheint Handlungsbedarf zu geben, oder?

Elli Kny
30.05.15, 22:09
Lingnerstadt im Planungsstadium

dies, aber sonst nicht wirklich viel Neues - in der SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/erste-plaene-fuer-das-robotron-areal-3114135.html).

Nächster Schritt ist also die frühzeitige Beteiligung zum Vorentwurf des B-Plans, welcher bald fertig werden soll.
Wenn der Vorentwurf durch ist, kann mit dem Flächenmanagement begonnen werden.
Erst dann werden mE die Grundeigner entlang der Lingnerallee Angebote zum Flächentausch bekommen. Da die Grundeigner gleichwertige Bauflächen in den künftigen Quartieren bekommen sollen, könnte das Umlegungsprozedere konfliktlos über die Bühne gehen. Schaun mer mal.

Elli Kny
30.05.15, 22:18
Wohnhochhaus am Pirnaischen Platz

derweil dümpelt das Hochhaus in runtergeranztem Zustand und entgegen vieler Versprechungen weiter ohne ersichtliche Perspektive vor sich hin.
Je nach Wetterlage und Lichteinfall kündet es nach wie vor (unbeabsichtigt) vom Sieg des Sozialismus.
http://abload.de/img/dscf8980bgb1j.jpg
Derzeit kam eine temporäre Kunstinstallation namens "SIEG" hinzu, die zu Diskussionen anregen soll.
http://abload.de/img/dscf8981fty3l.jpg
http://abload.de/img/dscf8983quxz5.jpg
^ Nunja, ganz so groß ist die Installation, die abends auch in Rot leuchtet, doch nicht.

antonstädter
31.05.15, 10:33
Da passen ja thematisch gleich die Resultate meines gestrigen abendlichen Bilderrundgangs um das Deutsche Hygiene-Museum. Besonders rückwärtig kann man nur hoffen, das in absehbarer Zeit ein Geschwader ziemlich großer Bulldozer anrücken wird und die momentanen, nennen wir es mal euphemistisch "städtebaulichen Missstände", samt und sonders zusammenplaniert. Eine richtige Zinzendorfstraße, oh wie wär' das schön...

Der monumentale Bau des Museums, errichtet 1927 bis 1930 nach Plänen von Wilhelm Kreis, der u. a. auch für die neue Friedrich-August-Brücke in Dresden, den Meißner Bahnhof und wenig später als Mitglied von Fööhrers Planungsstab die Pläne für das Dresdner Gauforum verantwortlich zeichnet (man sieht, der Mann war wandelbar), weist in seiner Strenge durchaus deutliche Bauhaus-Bezüge auf.

Bei der Modernisierung des Museums 2001 bis 2005 unter Verantwortung von Peter Kulka wurde äußerlich der Originalzustand wiederhergestellt, so dass sich der Bau nun mit einer blütenweißen Fassade und ohne den jahrzehntelang prägenden goldenen Schriftzug auf dem Architrav präsentiert.


Annäherung über die Helmut-Schön-Allee, benannt nach einem weitgehend unbekannten Dresdner Sportskamerad:

http://abload.de/img/img_083144p01.jpg


Am Lingnerplatz:

http://abload.de/img/img_0804l2jf1.jpg


Schauseite des Mittelbaus mit Haupteingang, rechts der "Ballwerfer" von Richard Daniel Fabricius (1907):

http://abload.de/img/img_0806uzkmo.jpg


Die monumentale Hauptschauseite mit Pfeilerordnung und Haupteingang:

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Details der Hauptfassade:

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Gliederung der Baukörper:

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Linker Seitenflügel mit dekonstruktivistischem "Bruch", verantwortlich Coop Himmelb(l)au (1994). Ähnliche Brüche waren auch an der Hauptfront geplant, aus Geldmangel (und zum Glück!) beließ man es letztlich bei einer "einfachen" Wiederherstellung des äußeren Originalzustandes.

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Fensterband der Seitenflügel:

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Blick entlang der Seitenflügel in Richtung Blüherpark:

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Nordseite:

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Die Südwestecke am Blüherpark:

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Der Blüherpark:
Das Museum wurde Ende der Zwanziger Jahre mitten in den ehemaligen Garten der Sekundogenitur gesetzt. Dabei wurde der Zusammenhang der barocken Gartenanlagen weitgehend zerstört. Das Palais Zinzendorf, die "Sekundogenitur", selbst fiel dann den Bombenangriffen 1945 zum Opfer, die Parkanlage selbst wurde erst ab 2006 soweit möglich wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt, dabei wurden auch die Reste der Sekundogenitur ergraben und sichtbar gemacht.


Blick über den rekonstruierten Springbrunnen zum Museum, Südansicht:

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Überreste der Sekundogenitur mit dem Museum im Hintergrund:

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Deutsches Hygiene-Museum, Südansicht vom Blüherpark:

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Herkules und Megara:

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Idylle im Blüherpark:

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Zurück am Lingnerplatz:

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Noch einmal der Ballwerfer aus anderer Perspektive:

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Das war's. Zähneputzen nicht vergessen!

Tobschi
16.07.15, 19:55
Lingnerstadt

Die Immovation AG, die ja einen Großteil des Robotronareals erwarb, hat ein nettes Video zu Dresden im Allgemeinen und am Ende auch zu ihren Plänen hochgeladen:
Klick (https://www.youtube.com/watch?v=km3Yh3vSA6M&feature=youtu.be)

Neue Infos gibt es im Grunde wenig. Es wird vom Baubeginn im dritten Quartal 2017 und einer Fertigstellung 2025 gesprochen. Zunächst soll, was auch schon bekannt war, das bereits leerstehende Haus südlich der Lingnerallee abgerissen werden. Derzeit arbeitet die Stadt noch den B-Plan aus.

Am Ende findet sich dann noch diese Visualisierung:
http://oi57.tinypic.com/2dtb3g5.jpg

Christian84DD
16.07.15, 21:34
Ich finde die Visu wirkt etwas langweilig. So richtig kommt mir hier kein städtisches Flair auf. Sind zwar kleinteilige blockrandquartiere aber irgendwie wirkt es auf mich als hätte jemand gewürfelt und so sind die Quartiersaufteilungen zustande gekommen.
Im südlichen Bereich verläuft keine Straße gerade durch die Quartiere, irgendwie im zigzag. Und im nördlichen Bereich stören einfach die Bestandsbauten und auch hier gibt es am Ende nur eine Verbindungsstraße zw. Grunaer und Herkulesallee.

Ich denke diese Visu stellt nicht wirklich das uns zu erwartende Endergebnis vor sondern nur eine "Studie" deshalb bleibts ja eigentlich noch abzuwarten was wirklich kommt.
Aber was denkt ihr davon, wie findet ihr die Anordnung der Quartiere?

antonstädter
16.07.15, 22:34
^ Die Quartieranordnung finde ich auch etwas bizarr. Was sollen die komischen Versprünge in den Straßenverläufen? Gehen wir mal davon aus, dass die Robotron-Bude am Pirnaischen Platz auch nicht ewig Bestand haben wird, wäre es doch sicher sinnvoll, die Pirnaische Straße so anzulegen, dass sie als durchführender Straßenzug langfristig wieder auf den Platz münden kann. Da könnte man auch den ursprünglichen geschwungenen Verlauf wieder aufnehmen, wodurch das Quartier erheblich organischer wirken könnte.

Ähnliches bei den Blöcken hinter dem Hygienmuseum nördlich der Zinzendorfstraße. Dort gab es ursprünglich keine Querstraßen, sondern eine geschlossene, aber lockere, vorstädtisch anmutende Bebauung. Zumindest die parallel zur Zinzendorfstraße verlaufende Carusstraße wurde wieder aufgenommen.

Außerdem fände ich es besser, wenn man auf das Verkehrsbegleitgrün am Georgplatz verzichten würde und das dortige Quartier so gestaltet, dass eine Platzwand erkennbar wird.

Insgesamt ist die angestrebte Kleinteiligkeit zu begrüßen, ein wenig mehr "Organik" und ein bisschen weniger rechte Winkel würden dem Ganzen jedoch sicher nicht schaden, auf die auch von Dir angesprochenen motivationslosen wilden Versätze sollte man gänzlich verzichten.

Unschlüssig bin ich noch bezüglich der geraden Bebauungskante parallel zur Grunaer Straße. Sollte man doch nicht besser die historische "Zacke" mit randständiger nördlicher Bebauung der Johann-Georgen-Allee (Lingnerallee) wieder aufnehmen? Dann hätte die "Cockerwiese" als Parkanlage auch einen geschlossenen westlichen Abschluss. Andererseits ist das Argument der Sichtachse in Verlängerung der Herkulesallee auch nicht von der Hand zu weisen...

Dunkel_Ich
16.07.15, 23:23
Das wirkt doch alles ziemlich schematisch und noch wenig konkret. Der Versatz der Blöcke zum Georgplatz unlogisch, die Flächen dazwischen unstrukturiert und zugepflastert, der Block zur Grunaer Straße in Konfrontation zum Wohnhochhaus. Immerhin bekommt man zumindest einen groben Eindruck, die Grundidee ist soweit im Ansatz richtig. Wie's en detail wird, da werden wir uns noch in Geduld üben müssen. Ich bleibe gespannt und bin vorsichtig optimistisch, dass das gut wird.

antonstädter
24.07.15, 10:59
Der planmäßige Wiederaufbau der Innenstadt begann 1951 in der Pirnaischen Vorstadt an der Grunaer Straße. Das Gebiet zwischen Grunaer und Pillnitzer Straße diente als Pilotprojekt für eine durchgrünte, aber dennoch städtisch anmutende Bebauung in einer Mischung von Zeilen- uind Blockrandbebauung. Dabei wurde weitgehend auf das vorhandene Straßennetz zurückgegriffen (der stadtautobahnähnliche Ausbau der Grunaer Straße erfolgte erst Anfang der 1970er Jahre), nah beieinander liegende Parallelstraßen (Kaulbachstraße, nördlicher Teil der Albrecht- (Blüher-)straße) jedoch teilweise aufgelassen und überbaut. Auch der zentral im Quartier liegende Seidnitzer Platz wurde aufgegeben und in die parkähnlich gestalteten Grünanlagen der Hofbereiche einbezogen, seine Funktion als "Grüne Lunge" des einst eng bebauten Stadtraumes war mit dem aufgelockerten Wiederaufbaukonzept obsolet geworden.


Die Karte gibt einen Übersicht über das Gebiet in seiner heutigen Form, eingezeichnet sind die aufgelassenen Straßenzüge:

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Wir beginnnen unseren Rundgang an der Einmündung der Blochmannstraße in die Grunaer Straße, die durch einen erhöhten Eckbau markiert ist:

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Detail:

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Gegenüber befindet sich das ehemalige Schulgebäude des Ehrlichen Gestifts (Erlwein, 1912), nach den Kriegszerstörungen wurde es 1951 vereinfacht wiederaufgebaut und diente Jahrzehnte der Musikhochschule Carl Maria von Weber.

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Entlang der Grunaer Straße, zwischen Blochmann- und Mathildenstraße, überbaut diese Häuserzeile die ehemalige Einmündung der Kaulbachstraße. Bemerkenswert der "dresdnerisch-barocke" Fassadenschmuck.

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Der Hausdurchgang, der die Kaulbachstraße als Fußgängerdurchwegung ersetzt, mit figürlichem Schmuck:

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Mathildenstraße/Ecke Grunaer Straße. Fußwege und Straßenplanum sind original, die Neubauten wurden zurückgesetzt der ehemaligen Bebauungskante errichtet, um Platz für Wohngrün zu ermöglichen.

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In der Mathildenstraße, Fassadendetails:

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Ein Block aus der zweiten Bauphase in der Mathildenstraße. Die Kontinuität zur Architektur der 1930er Jahre ist unverkennbar. Im Vordergrund quert die Seidnitzer Straße, die heute hauptsächlich als Quartiererschließungsstraße fungiert.

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Seidnitzer/Ecke Mathildenstraße, der originale Fußweg zeigt noch deutlich die schräge Ecke der ehemaligen Mathildenstraße 14 auf.

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Der parkähnliche Hof zwischen Blochmann- und Mathildenstraße vereinnahmt den alten Seidnitzer Platz, rechts die Seidnitzer Straße.

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Unverhofft stößt man zwischen der 50er-Jahre-Bebauung auf einen Vorkriegs-Zeitzeugen: Das ehmalige Trafohaus auf dem Seidnitzer Platz, jetzt inmitten der Hofgrünanlage.

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Die 1952 errichtete Bauberufsschule an der Seidnitzer Straße/Güntzstraße nimmt deutlich Bezug auf die klassische Vorkriegsmoderne:

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Haupteingang, den ich selbst jahrelang ungezählte Male durchschreiten durfte ;-)

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Sprung zur Pillnitzer Straße, mit einem Déjà-Vu an der Ecke Blochmannstraße: Das Eckhochhaus findet man u.a. auch an der Borsbergstraße in Striesen.

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Ladenzeile in der Pillnitzer Straße:

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Impressionen aus der nörlichen Mathildenstraße:

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Zurück an der Grunaer Straße bietet sich dieser Durchblick:

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Details der Häuserzeile an der Grunaer Straße: Mit uns siegt der Plan!

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Fassade der zurückgesetzt errichteten Mittelbauten an der Grunaer Straße mit Ladenzeile:

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Die Seidnitzer Straße mündet durch einen Torbogen auf die Zirkusstraße:

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Blick zurück in die Seidnitzer Straße nach Osten:

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Der Torbogen von der Zirkusstraße aus:

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Der Altbau des heutigen Marie-Curie-Gymnasiums entstand 1959 an der Zirkusstraße und wurde kürlich liebevoll saniert und weniger liebevoll erweitert. Dabei wurde auch die charakteristische Pflasterung des Schulhofes erneuert.

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Aula mit Wandbild "Der erste Mensch im Weltall" von 1961.

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Gegenüber des Gymnasiums wird die Zirkusstraße von neueren Produktionsgebäuden des Serumwerkes gerahmt. Ein Blick in den Hof offenbart einige der letzten Vorkriegsbauten der Pirnaischen Vorstadt.

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Die Zirkusstraße. Auch hier ist das Straßenplanum noch original, ebenso wie die Granitplattenfußwege. Gut erkennbar die im Vergleich zur Vorkriegsbebauung zurückgesetzten Gebäude, die damit Platz für eine hohe Durchgrünung des Wohngebietes bieten.

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Zum Abschluss ein Blick über die stadtautobahnähnliche Grunaer Straße. Vielleicht wird man sich ja doch einmal zu einem Rückbau der völlig überdimensionierten Verkehrsschneisen im Dresdner Zentrum durchringen können.

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Elli Kny
04.08.15, 00:38
^
Kleine Kolumne zum Viertel

Unverständlich, warum die wenigen kleinen Ladenzeilen - als nahezu einzige belebende Orte der Schlafstadt - dem nahezu vollständigen und dauerhaften Leerstand preisgegeben wurden, bestehe doch hohes Nahversorgungsdefizit im Gebiet. Kein kleiner Anbieter, was auch immer, machte all die Jahre hier auf. Es ist das alte Lied, die Leute gucken auf den Cent und selbst die ach so unrüstigen Rentner, welche nicht nur in den Medien dauermeckern, stiegen sodann ins eigene Vehikel und kauften fernab. Dabei hätte sich hier ein kleiner z.B. Lebensmittelladen mE durchaus gehalten. Ansonsten wurde dem Eigentümer sicher klar und klarer, dass diese kleinen Handelsflächen dem Markt quasi entnommen sind. Doch die Freiflächen wurden für nichts zur Verfügung gestellt - es könnten ja "Kosten" entstehen: kein Anwohnertreff, kein Seniorenclub, kein Jugendclub, kein gar nichts. Auch das ist mE Mentalitätssache: man braucht das alles nicht, man will es nicht - in der übergroßen Mehrheit. Man will nekropole Totenruhe, man will alt und einsam werden, die Restlebenszeit wird vor der Glotze durchgebracht. Der soziale Stützpunkt des Viertels, das "Lindehaus" an der Mathildenstrasse (u.a. mit Suppenküche), Wohnheim v.a. für schwererziehbare und/oder obdachlose Jugendliche zeigt einen beträchtlichen Zulauf der Mittelalten und Älteren zur Mittagszeit, jedoch will der Eine nichts mit dem Anderen zu tun haben, man hat ja schließlich jeder so seine Problemchen. Immerhin hält sich wohl noch die kleine Kneipe an der mittleren Grunaer Strasse.
Erst kam Lidl an den Pirnaischen Platz, dann Netto ans Ex-Güntzbad an der Pillnitzer, jetzt folgt ein Riesencenter am Fucikplatz, denn man brauche ja dringend eine "ordentliche" Nahversorgung, man sei ja quasi am Verhungern gewesen. In diese Discounter pilgert man problemlos. Die Stadt wird folglich so wie ihre Bewohner sind. Wirklich engagieren tut sich niemand - zumindest nahezu niemand. Liegt z.B. etwas Papier auf der Strasse schreibt man lieber Wutbriefe an Ämter der Stadt, als es einfach aufzuheben. Solche Machart erfordert ein Vielfaches an Zeit und führt ohnehin meist zu nichts. Der (häufig gealterte) (ddr-)deutsche Piefke verharrt bewußtlos im Mief seiner Kleinbürgerlich- und Kleingeistigkeit. Das Stadtleben ist räumlich zwar nah, jedoch mental Lichtjahre entfernt. Doch es gibt Hoffnung: schon bald öffnet das Kauf-Paradies am Platze seine Pforte, dann werden selbst Fußlahme Wunder erleben.

Elli Kny
04.08.15, 00:56
TGL-Bürokomplex (Ex-Robotron) - Abriss beginnt plötzlich
Zinzendorfstrasse / Bürgerwiese

Ich freue mich sehr, wird neuerliche Überlegung zu einem "Technischen Rathaus" nicht wiederholt auf dieses Objekt gelenkt werden können.
Es laufen Innenrückbau und vorbereitende Abrissmaßnahmen. Bevors zerlegt wird, hier nochmal letzte Bilder vom intakten Bau:
http://abload.de/img/dscf0494rdu7z.jpg
^ Blick von der St.P.Strasse, mehrere Minibagger wurden gen Dach emporgehieft.
v Blick und Pano vom HygieneMuseum
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http://abload.de/img/dscf0498tfunw.jpg
http://abload.de/img/dscf05001nuo9.jpg
^ Blick auf die Südostecke
v Detail
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Der große Zwischenraum und Parkplatz zwischen Bürokomplex und Bürgerwiese macht derzeit eher den Eindruck eines großen Campingplatzes. Welche Stadt hat solchen "Luxus" zu bieten - einen Camping neben dem Rathaus? Selbiges existiert am Finanzministerium vis a vis der Brühlsche Terrasse sowie in bester Elbwohnlage am Terrassenufer von Johannstadt.
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mmaatt
05.08.15, 13:49
Kann Elli Kny "kleiner Kolumne" nur zustimmen.
Besonders im Bezug zum "Nahversorgungscenter" am Straßburger.

Christian84DD
29.09.15, 22:44
SZ-Artikel (http://www.sz-online.de/nachrichten/stillstand-am-hotel-am-terrassenufer-3211876.html)

Inhalt:
Die Arbeiten am "Hotel am Terrassenufer" welche nach dem gewonnenen Rechtsstreit 2014 durch den Eigentümer Max Trapp gegen die Stadt angekündigt wurden bleiben bis heute aus.
Trapp sagt gegenüber der SZ er habe bis jetzt nur einige Zimmer renoviert und äußerlich soll es erstmal so bleiben wie es ist.
Es gibt zwar Überlegungen und es gab auch schon ein Gespräch mit der Stadt jedoch noch keine konkreten Pläne.
Der Rest ist Geschichte und ein hätte wäre könnte...

Elli Kny
30.09.15, 01:03
^ sag ich doch, das war alles nur Show. Halb so wild, mir ist es so lieber als eine kitschbunte Verschlimmbesserung.
Die Diskussion um den Abriss ist übrigens auf Strangseite 4 nachzulesen. Im Anschluss gehts dort ums Wohnhochhaus am Pirnaischen Platz, wo letzten Herbst schon die Sanierung hätte starten sollen. Harr harr! Schaut man aufs Büro"hochhaus" diagonal gegenüber (Wilsdruffer Strasse) - auch dort: tote Hose und nix mit Umbau/Sanierung.

Das alles zeigt, wie hoch hier die Entwicklungshemmnisse sind. Für den Bereich Hotel am Terrassenufer sehe ich vor allem das Flächeneigentum von Glaxo-Pharma elbseitig der Pillnitzer Strasse als Problem. Dort besteht ein B-Plan für eine mal beabsichtigte riesige Gewerbeerweiterung. Dabei war das zuvor (bis ca. 2010) noch städtische Fläche, wurde aber durch die CDU durchgeboxt und hängt nun als Damoklesschwert über dem Gebiet. Wer will neben einer Chemiebude bauen, wie können Wohnungen neben solchem genehmigungsfähig sein? Eben.

Ich denke, es sollte zunächst um eine Abklärung der Situation mit Glaxo gehen, denn auch die mussten Rückschläge verkraften, da ihre Serums bei drohenden Epidemien doch nicht gebraucht wurden. Die Pirnaische VS hängt also auch an Dingen wie der Schweinegrippe. :D Vielleicht kann man Glaxo auf einen anderen Expansionsstandort in oder um Dresden leiten, vielleicht sollte der Stadtrat den B-Plan aufheben lassen. Bewegung könnte möglicherweise mit dem Stadtbahnprojekt Linie 5 nach Joh-Stadt beginnen: dann könnte der Rathenauplatz - wie beabsichtigt - zu einer normalen Kreuzung umgebaut und verkleinert werden. Dann erst wäre der Weg frei, um über weitere Strassen des Umfeldes zu beraten, denn wie erfolgt langfristig die Zufahrt (heute: Steinstrasse) zur Carolabrücke? Kommt vielleicht sowas wie der einstige "Elbberg" wieder, welche Vorkriegsstrassen und Quartiere möchte man wieder entwickeln? Dann müsste die Hochwasserproblematik gelöst werden - tja, wie? Die Stadt hat auch künftig kein Geld für solche umfassenden Erschließungsmaßnahmen. Es ginge nur über Projektentwickler, die aber dann entsprechend Geld verdienen müssen. Das wiederum geht nicht neben einer Chemiebude.
Daher habe ich schon damals geschrieben: hier gibts erst noch viel, sehr viel zu klären. Bis dahin müssen zwangläufig Jahre vergehen. Solange wird das Hotel auch stehen bleiben. Dann will es der heutige Eigentümer vermutlich zum Hochpreis an einen Entwickler abtreten, und der Entwickler reisst das ab, um zB ein oder mehrere Quartiere mit Hochwasserschutz zu bauen. Und so weiter und so fort.

Dass das Hotelhochhaus nicht abzureissen ist, war ja letztlich nur eine richterliche Einzelmeinung und damit zunächst mal Gesetz. Es ist mehr als Schade, solche Eigentümer in der Stadt zu haben, aber auch, dass damalige Verträge unter heutiger Rechtssprechung für nicht mehr "wasserdicht" überinterpretiert werden. Wir sind also längst in einem unsäglich durchjuristizierten Schlammassel drin, was kleinste Fehler - die Menschen ja nunmal immer tun könnten - ausnutzt und hochschaukelt. Ein "hanseatisches Understatement eines Handschlags unter ehrenwerten Kaufleuten" ist heute vermutlich nicht mehr möglich. Selbst Verträge weisen fast immer irgendwelche "Schwachstellen" auf - allerdings nur in den Augen einer sich Aufträge verschaffenden Zunft der Juristen. Ich möchte ehrlich gesagt nicht in solch einer Welt der Verklausulierungen leben. Möglicherweise sind auch Fälle wie der Hauptstadtflughafen nur Folge vertraglich-juristischer Hinterhältigkeiten. Aber vorn stochert die Presse im vorgeschobenen baulichen Sumpf rum. Naja, muss das Hochhaus eben stehenbleiben. Ohne dies sähe die Gegend die nä. 10 Jahre ja noch besch...eidener aus.

Christian84DD
30.09.15, 03:49
^Stimmt besser als die Verschlimmbesserung ist es allemal da damit wenigstens immer noch die Hoffnung auf den Abriss bleibt.

Ich finde die Chemiebude ist aber nicht der einzige Grund für die Entwicklungshemnisse in der Pirnarischen Vorstadt, zumal bei den heutigen Standards da wohl eh keine unmittelbare Gefahr für die Umgebung besteht (falls doch wäre es ein Skandal das man die Hütte überhaupt genehmigt hat).

Eher sehe ich das Problem in der bestehenden Zeilenbebauung und deren Renovierungsgrad (da ein baldiger Abriss eher unwahrscheinlich!).
Es gibt zwar jede Menge Abstandsgrün jedoch kaum Flächen welche sich sinnvoll für eine "zukunftsfähige" Bebauung eignen. So kann sich in den nächsten Jahren kaum was entwickeln da es keine attraktiven Flächen für sinnvolle Investitionen gibt.

Um hier wirklich eine sinnvolle Entwicklung zu gewähtleisten müssen die Blöcke aus den 60er weg um einer neuen Blograndbebauung platz zu machen. Ein Anfang wäre die Fläche des Hotels gewesen, direkt an der Altstadt und zur Elbe hätte man hier eine exponierte Lage und hier hätte sich eine Art "Leuchtturmprojekt" gut gemacht welches weitere Impulse für die Pirnar. Vors. gesetzt hätte.

Aber ich sehe aus stadtverwalterischer Sicht für die Pirnarische Vorstadt keine wirklichen Konzepte!

Ein weiteres Problem werden die Autoschneisen, Grunaer Straße, Pillnitzer Straße, Güntzstraße und St.Petersburger sein welche das Gebiet umschließen/durchschneiden und ihm doch etwas die Attraktivität nehmen.

Dazu kommen noch die von Elli gennanten rechtlichen Problemchen und fertig ist ein baulicher Stillstand.

Malwin
02.10.15, 21:03
Möglicherweise sind auch Fälle wie der Hauptstadtflughafen nur Folge vertraglich-juristischer Hinterhältigkeiten. Aber vorn stochert die Presse im vorgeschobenen baulichen Sumpf rum.
Nö, Nö. Die öffentliche Hand baute schon immer und baut nach den Regeln des VOB und die sind sehr auftraggeberfreundlich. Vor allem aber kennen sich die Beamten damit im Regelfall bestens aus, während zumindest kleinere Auftragnehmer das Vertragswerk ohne größere Hintergrundkenntnisse als Friss-oder-stirb annehmen müssen.
Es ist auch kein Bausumpf, Schuld ist der Architekt. Der ist für die Planung verantwortlich. Er ist dafür verantwortlich, dass die ausführenden Firmen ausreichend Unterlagen bekommen, um seine Pläne problemlos umzusetzen. Er ist dafür verantwortlich, dass die Baufirmen es gemäß des Planes umsetzen. Bei einer solchen großen Baustelle sollte im Prinzip täglich eine Kontrolle sämtlicher Arbeiten erfolgen, das wird wohl auch passiert sein. Es wird wohl ein reiner Planungsfehler der ausführenden Architekten sein. Falsch geplant und diese falsche Planung dann richtig ausgeführt.

Zur Absteige am Terrassenufer: Lieber früher als später wegreißen, sonst kommt in wirschaftlich schlechten Zeiten doch noch irgendwer darauf, dass Erhalt und Sanierung (Spatz in der Hand) doch besser sind als abreißen und neubauen.

Elli Kny
04.10.15, 22:01
hier noch der VB-Plan 667 zur Glaxo-Erweiterung - in Kraft getreten am: 23.09.2010
Im Themenstadtplan (https://stadtplan.dresden.de/%28S%28tekx0e5zbvdnezm4zm1gd0xe%29% 29/spdd.aspx) bekommt man unterschiedlich Einsicht in die groben Inhalte der Bebauungsplanung.
Grundsätzlich besteht auch ein größerer B-Plan 85 im hier diskutierten Gebiet - vom Mai 2006 - ein Auszug daraus (http://stadtplan.dresden.de/getimage/image.ashx?id=1645646&k=77EC6DF25259F8A73D15597650E5F854) - welchen ich eigentlich ganz gut eingerichtet halte.
Die Werkserweiterung wird hier (http://stadtplan.dresden.de/getimage/image.ashx?id=1646319&k=B701E28D1149FA6828CB9A87343F4F55) mal visualisiert (Auszug aus VB 667). Inwiefern es nichtstörende Auflagen gibt, wäre möglicherweise aus dem auch einsehbaren textlichen Festsetzungen zu erfahren.
Meiner Meinung nach sollte man prüfen, ob man den VB-Plan 85 nun wieder aufheben möchte oder nicht. Das kann zB eine abwägende Entscheidung der Stadtpolitik sein.

Der große B-Plan 85 der Stadt lässt eine mE interessante bauliche Entwicklung zu - bis in die Bestandswohnquartiere der Pirnaischen Vorstadt, um keine etwaigen Ersatzneubauten per se auszuschließen. Ausserdem wird klar, dass mit dem B-Plan 85 die Entscheidung gefallen ist, wo und wie die künftigen Erschließungen (Strassen) entstehen werden. Das Hotelhochhaus steht vornehmlich auf einer Vorhaltefläche für ein großes öffentliches Gebäude, was selbst langfristig kaum absehbar ist. Ich vermute, dass unsere Stadt sich künftig kein weiteres kulturelles Flakschiff wird aufbürden können und wollen.

Elli Kny
04.10.15, 22:16
ach, und da war ja heute noch was:
SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/alte-parole-ganz-neu-3214470.html)

http://abload.de/img/dscf18052css9.jpg
http://abload.de/img/dscf1806dgskt.jpg


am anderen Ende der Wilsdruffer Strasse grüßt mal wieder (bzw. immer noch) die "DDR" (am Fernmeldebau am Postplatz)
http://abload.de/img/dscf1807mzsgp.jpg

Elli Kny
12.10.15, 22:05
Umbau im Georg-Arnhold-Bad beginnt

SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/umbau-im-georg-arnhold-bad-beginnt-3221221.html) berichtet.

2017 soll der Großumbau erst abgeschlossen sein, 7,7 Mill. Euro, eine Saunalandschaft wird angebaut.

Tobschi
17.10.15, 20:18
ehemalige Teppichfreund-Filiale an der Grunaer Straße

kein Abriss in Sicht - SZ berichtet (http://www.sz-online.de/nachrichten/alte-teppichfreund-filiale-verfaellt-3225536.html)

Die TLG Immobilien wollte das Haus abreißen und plante auf dem Gelände einen Neubau mit 47 Wohnungen auf fünf Etagen. Inzwischen hat sie das Grundstück weiterverkauft. Der neue Eigentümer plante ebenso einen Neubau und hatte auch schon eine Baugenehmigung, hat die Pläne nun aber wieder geändert (ohne Gewerbefläche im EG). Nun liege ein neuer Bauantrag vor, der laut Rathaus aber unvollständig ist. Datum des Abrisses und Neubaus sind demnach unklar.

Standort (https://www.google.de/maps/place/Grunaer+Str.,+01069+Dresden/@51.0483309,13.7519892,214a,20y,180 h,41.69t/data=!3m1!1e3!4m2!3m1!1s0x4709cf5a5 2d64f0d:0xab1d7807eacd1cef)

arnold
25.10.15, 14:23
Um mal die Diskussion wieder etwas zu entfachen - hier eine grobe Planung meinerseits zum Robotron-Areal. Die aktuellen Planungen der Stadt gefallen mir nicht. Hier vergibt man die Chance auf einen dichten Städtebau, wie ich finde.

http://abload.de/img/bildschirmfoto2015-10uhj7r.png

Beige = Bestand
Ocker = Baufelder
Grün = Neuordnung der Grünflächen


Meine Intention: Der Ring soll wieder enger gefasst werden und das neue Viertel besser an die Innenstadt angebunden werden; die vorhandene Wagestruktur der umliegenden Quertiere soll möglichst aufgenommen werden und ins neue Quartier führen; eine Umbauung des Hygiene-Museums in Richtung Lingnerallee um die Allee in diesem Bereich besser zu fassen; Möglichkeit einer Erweiterung der Erich Kästner Schule; kleiner Neubau südlich des Hygiene Museums wodurch gemeinsam mit E. K. Schule und Zinzendorfstraße ein kleiner Platz entsteht

Freu mich über Anmerkungen :D

Christian84DD
28.10.15, 16:50
DNN-Artikel (http://www.dnn.de/Dresden/Bildung/Dresden-bekommt-neuen-Bildungscampus-fuer-20-Millionen-Euro)

"Für 20 Millionen Euro entsteht ein gemeinsamer Schulcampus für drei Bildungseinrichtungen in Dresden. Die Stadt erteilte die Baugenehmigung für den Neubau am Straßburger Platz, teilten die Träger am Mittwoch mit."

Inhalt:
- für 20 Mio € entsteht ein Schulcampus für drei Bildungseinrichtungen
- ab ende Sommer 2017 sollen dort 1500 Azubis und Studenten der Fachhochschule Dresden, der Akademie für Wirtschaft und Verwaltung sowie der Akademie für Berufliche Bildung ihren platz bekommen
- es soll Seminarräume, Hörsäle und eine Mensa bekommen

Bild gibt es im Artikel

zuletzt eine info in Post76 (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=466372&postcount=76)


Edit: Im DEAL (http://deal-magazin.com/news/3/51155/Baugenehmigung-fuer-20-Mio-Projekt-am-Dresdner-Strassburger-Platz) Magazin findet sich ebenfalls ein Artikel zum Vorhaben.


An so einer zentralen Stelle hätte man sich mehr Mühe bei der Architektur geben können. Die Visu zeigt mir einen einfachst-funktional-gestalteten-0815-Schulbau.

Chris1988
28.10.15, 18:34
Zum Straßburger Platz kann ich gleich noch aktuelle Bilder des Einkaufszentrums liefern:

Vom Zentrum kommend auf der Grunaer Straße
http://abload.de/img/img_1781ccult.jpg (http://abload.de/image.php?img=img_1781ccult.jpg)

Detailaufnahmen von der Güntzstraße aus
http://abload.de/img/img_17822hu48.jpg (http://abload.de/image.php?img=img_17822hu48.jpg)
http://abload.de/img/img_178366ubx.jpg (http://abload.de/image.php?img=img_178366ubx.jpg)

Ansicht von der Gläsernen Manufaktur aus
http://abload.de/img/img_1784rnu7q.jpg (http://abload.de/image.php?img=img_1784rnu7q.jpg)


Die Konservendose an der Güntzstraße ist schon extrem brutal. Blenden tut die auch noch.

Elli Kny
04.11.15, 22:16
BildungsCampus am Strassburger Platz
zuletzt obig in Post 103

nun Einigung erfolgt: Infos bei MiD (http://www.menschen-in-dresden.de/2015/nach-streit-um-eibengruppe-weg-frei-fuer-neuen-campus-der-afbb/)

Obwohls ne Kiste bleibt, wurde die Ecksituation doch besser gelöst als zuvor (siehe Artikel) und der Bau um eine Etage erhöht. Der Bauherr murrte: es hätte ihn dadurch 50000 Euro gekostet - aber finde, es zeigt, dass sinnvolle Umplanungen (wenn man schon solche Grütze anbietet) in sehr günstigem Rahmen machbar sind (gesamtes Invest 20 Mille). Na also.
Der jetzige Baukörper scheint an der Eibe einen Platz zum 50er-Eckbau zu lassen - geht aber am Ring dann bis zur Seidnitzer Strasse - ok. Doof scheint ein Parkplatz (vermutlich Seidnitzer-Blochmannstr.) zu sein.
Die Stadträte scheinen auch noch "Diskussionsbedarf" (u.a. den Grundriß des Baugeländes) angemeldet zu haben - na mal sehen.

Christian84DD
05.11.15, 10:04
^Zugegeben die neue Variante löst die Ecksituation besser aber aus zwei mittleren weißen sterilen Blöcken einen einzelnen weißen sterilen Block zu machen ist nicht grad die Leistung.
Das Gebäude passt sich an nix umliegendes an, es wird hier nur billig gebaut schade das selbst bei Bildungsausausgaben der Profit im Vordergrund steht, schade wenn man aus allem ein Geschäft machen muss statt Bildung der Bildung wegen anzubieten und den Auszubildenden auch ein gutes und ansprechendes Lernumfeld zu bieten, sollte eigentlich normal sein damit Sie dann später im Arbeitsleben Geld verdienen können und ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten können bzw. ihn zurückgeben können.

Hätte man wenigstens versucht sich an die "Stalin-Bauten" anzupassen, was nur bedeutet hätte das EG und eventuell die 1te Etage in einer Sandsteinoptik zu gestalten, ein einfaches gedecktes Ziegeldach und statt Fensterbänder hätte man einzel Fenster nehmen müssen. Wär vlt. auch nicht das schönste Gebäude gewesen hät sich aber wenigstens etwas angepasst.

Knuffte
06.11.15, 21:42
^ Korrekt, zumal die FH Dresden auch eine Fakultät Design beherbergt. Davon ist hier im Stile eines B&B-Plagiats nicht viel zu sehen. Vielleicht sollte der Architekt mal eine Vorlesung besuchen ;)

Dass die Ecke besser gelöst ist, das ist auch meine Meinung, mehr des Lobes bin ich jedoch nicht.

Ich habe die Fassade mal etwas aufgelöst und Veränderungen vorgenommen, die sich im Rahmen der bereits erteilten Baugenehmigung bewegen, d.h. die Kubatur und die Anordnung der Fenster bleiben unangetastet. Dennoch kann hier eine komplett andere Wirkung erzielt werden. Sicherlich geht noch mehr und das Gebäude ist auch nach der Kur keine Schönheit, aber wenigstens ein bisschen weniger "Monoton-Steril-Klotz".

http://abload.de/img/strabupla_neu_1024zgs2r.jpg

Tobschi
07.01.16, 14:41
Lingnerstadt: Rathaus will Umlegungsverfahren starten

Ratsvorlage (http://ratsinfo.dresden.de/vo0050.php?__kvonr=11657)

Hintergrund: Geplant ist, die Herkulesallee im Großen Garten Richtung Rathaus zu verlängern und eine Sichtachse zu schaffen, an der die Neubauten zur Lingnerstadt errichtet werden. Im Weg stehen dabei mehrere, in Privatbesitz befindliche Parzellen an der Lingnerallee, an der sich die Vorkriegsbebauung orientierte. Zur Veranschaulich eine frühere Grafik aus der SZ, die mal von Elly gepostet wurde:

http://abload.de/img/dscf1600siviamrk0z.jpg

Ursprünglich hofften die Stadtplaner auf eine Einigung mit den Privateigentümern, aber diese konnte offenbar nicht erzielt werden. Daher nun das Umlegungsverfahren, das gewiss einige Zeit in Anspruch nehmen wird - so denn der Bauauschuss überhaupt zustimmt.

Dunkel_Ich
14.01.16, 10:07
Laut SächsZ (Immovation AG) und Bild von heute hat Peter Kulka den Wettbewerb um die Gestaltung der Lingnerstadt seitens der Immovation AG gewonnen. Flachdächer, so Kulka, sind vorprogrammiert...

Sorry, aber wer seine Elaborate kennt, muss hier wieder mit Grausamkeiten rechnen...ein ganzen Quartier aus Kulkabauten...owei...

Ich bin schon auf die Visus gespannt.

Edit: Ist im Stadtgespräch (Immovation AG)schon Thema...

Schade, um die schöne Mäclkerstudie.

Tobschi
14.01.16, 10:22
^ Laut Meldung in der BILD geht es offenbar nur um den städtebaulichen Entwurf, sprich die Anordnung der Bebauung, und nicht um die Fassaden. Es wäre wirklich zu wünschen, dass die Stadtverwaltung an der Mäcklerstudie festhält, wie sie es ja selbst mehrfach bekräftigt hat, z.B. hier (http://www.sz-online.de/nachrichten/erste-plaene-fuer-das-robotron-areal-3114135.html). Ein 750 Wohnungen umfassenden Quartier aus Kulka-Bauten mag ich mir auch nicht vorstellen wollen ...

Chris1988
14.01.16, 10:51
Richtig, der Fassadenwettbewerb findet demnächst statt. Das war nur der Wettbewerb für den Grobentwurf.

arnold
14.01.16, 13:50
Dann hoffe ich, dass da mehr raus kommt als bei den bisherigen Planungen. Die Planung (im Link der SäZ zwei Posts weiter oben) finde ich persönlich sehr schwach. Ich hoffe hier auf ein deutlich dichteres Viertel. Dresden wächst - und gerade hier könnte wieder ein dichtes, zentrumsnahes Viertel als Bindeglied zwischen Innenstadt und Großem Garten entstehen. Die Anordnung der einzelnen Baublöcke der aktuellen Planung macht überhaupt keinen Sinn - viel zu wirr und unregelmäßig. Auch die Lingnerallee gewinnt erst an städtebaulicher Stärke, wenn sie rechts und links von Gebäuden eingefasst ist. Ich würde mir außerdem wünschen, dass das Hygienemuseum in eine Bebauung eingebunden wird und gemeinsam mit dieser eine Kante in Richtung Garten bildet.

Ich habe vor einiger Zeit mal an einem groben Konzept zur Pirnaischen Stadt gearbeitet... Falls es jemanden interessiert... Erklärt sich alles selbst.

http://abload.de/thumb/bildschirmfoto2016-01dbrfw.png (http://abload.de/image.php?img=bildschirmfoto2016-01dbrfw.png)

Christian84DD
14.01.16, 16:37
^interresante Plannung, gerade die Aufsplittung der Verkehrsachse St.Petersburger finde ich eine gute Idee.
Die Verkehsschneise in diesem Bereich etwas zu entschärfen wäre wichtig um die Altstadt bzw. Pirnarische Vorstadt besser miteinander zu verbinden.

Dunkel_Ich
14.01.16, 18:00
^Jo, gute Idee Arnold, dann wäre Dresden fast schon wieder urban und man könnte die Gegend dort als Stadt klassifizieren.

^^^^Na immerhin, dann besteht ja noch Hoffnung

Elli Kny
15.01.16, 23:38
Ich vermute, Kulka durfte den südlichen Teil um die abzureissende TLG-Bude rahmenplanen und Mäckler bleibt schon noch auf der Nordhalbkugel im Rennen. Die Sache ist, ob die erwähnten 750 WE in den südlichen Teil passen.
Über Weihnachten wurde zuletzt gemeldet, dass die Stadt an der Lingnerallee doch ein Umlegungsverfahren durchziehen muss, da sich nicht alle Flächeneigentümer mit der Stadt einigen wollten. Das ist unverständlich, da ihnen mehr als adäquate Ersatzbauflächen in den neuen Quartieren anzubieten waren.
Der Clou ist, dass dies nur einen sehr kleinen Teil der gesamten Bauflächen betrifft und man überall drumherum bald bauen dürfte. Soll mir also keiner ankommen und von "Gesamtverzögerung" reden.
Der B-Plan sollte im Mai 2015 fertig sein - das war er mE auch, und zwar für den nördlichen Teil. Dann wurde erweitert um den südlichen Teil ums Hygiene Museum. Dadurch und durch wohl etliches Weitere hat sich die B-Plan-Erarbeitung verlängert, aber auch das müßte bald zuende gebracht sein.

Ich gehe davon aus, dass Kulkas Rahmen (für was auch immer) bald öffentlich wird. Es ist ja auch von "Werkstätten" die Rede gewesen - auch das sollte mal öffentlich werden. Kulka setzt den Rahmen. Ob er auch einzelne Hausfassaden entwerfen wird/darf, werden wir sehen.

In EFRE-Stadtentwicklung ist die Aufwertung der Lingnerallee jedenfalls verankert. Dort sollen die Radfahrbedingungen verbessert, das historische Häusel saniert und noch einiges andere gemacht werden. 7- oder 800000 Euro waren da etwa einkalkuliert - also ne ganze Menge.

Christian84DD
22.01.16, 21:39
DEAL-Artikel (http://www.deal-magazin.com/news/3/52999/Konzeption-fuer-Ex-Robotron-Areal-in-Dresden-nimmt-Form-an)

Auszug:
"Für das Wohnungsbau-Projekt „Lingner Altstadtgarten“ hatte die IMMOVATION-Unternehmensgruppe gemeinsam mit der Stadt Dresden ausgewählte Architekten dazu eingeladen, in einem Werkstattverfahren Ideen für die Entwicklung des ehemaligen Industrieareals mit ca. 98.000 Quadratmeter Fläche zu entwerfen. Am 18. Januar wurden erste Visionen der städtebaulichen und hochbaulichen Konzeption für das Projekt vorgestellt."

Christian84DD
12.02.16, 19:26
Die "pohl.projects" planen einen Neubau an der Lennestraße. Direkt gegenüber der Gläsernen Manufaktur.
Auf der Website (http://www.pohl-projects.de/01--Projekte) ist die Projekt-Seite leider noch im Aufbau.

Geplant sind an die 40 Eigentumswohnungen von 60-170qm, von 2-Raum-Wohnungen bis Penthouse soll alles enthalten sein.

Im sz-immo-Magazin findet sich aber auf Seite 15 ein Bild des geplanten Baus.
Hab leider keine Mögl. dies einzuscannen und hier zu präsentieren.

pohl.projects hat als Bsp. Projekte z.B. das Camillo Carre sowie den Neubau im Park der Villa Elysium.

Na ja ich könnt mir dort was besseres vorstellen, wirkt etwas nach "Gated Comunity" und wieder mal sehr simple Architektur ohne Schmuck.

Saxonia
12.02.16, 20:51
Hier der Link (http://www.sz-online.de/includes/beilagen/pdf-beilagen/pdf/immomag/index.html#/14/) zum Magazin. Mein Fall ist es natürlich nicht. Belanglose Architektur.

Chris1988
12.02.16, 22:53
Idyllisch mit Ackis Sportsbar nebenan oder wird diese überbaut? Ist nicht ganz ersichtlich.

Elli Kny
12.02.16, 23:25
Und ich war heute erstmalig auf dem Hochhaus da - hätt ichs gewust!
(nach dem Immo-Mag wollte ich auch vorhin gucken - keene Lust gehabt. ansonsten: Screenshot aus dem Immo-Mag, in Bildprogramm einfügen + spreichern als jpeg, uploaden und Quelle angeben - fertig)
Also hab ich nur dieses Bild: hier am unteren Rand rechts stünde die Hütte.
Die sollten mal schön die zweite Baumreihe stehen lassen - Immissions- und v.a. Sichtschutz für die sensibleren Landleute. Ackis ist vermutlich nicht betroffen - das gäbe böses Blut. Eine HH-Oma (Erstmieterin seit 1969) beschwerte sich, daß hinter Ackis-Bierbar alles zugemüllt ist und daß der w-dt. Eigentümer sich einen Feuchten kümmert. In der Tat!
Für Wohneigentum ist diese Lage extrem ungeeignet, aber ich denke es ist wohl sowas wie "institut. Anleger" gemeint, was dann wiederum Mietwohnungen bedeutet. Problem hier, laut Hochhaus-Oma: starke Verghettoisierung der Platten - die "normalen Leute" ziehen weg, oder sind fast schon weg, Problemschichten ziehen verstärkt in die wohl Belegungswohnungen der Vonovia in den Hochhäusern, es gibt daher zunehmend Ärgernisse.
http://abload.de/img/dscf3982kjuyl.jpg


am Schulcampus gegenüber finden bauvorbereitende Arbeiten statt. Die massive Baufeldfreimachung kostete einigen Altbäumen das Leben. Mein Eindruck freierer Sicht auf die Musikschule von der Gläsernen Manufaktur aus, war also nicht falsch.
http://abload.de/img/dscf396380qt6.jpg
http://abload.de/img/dscf3967ifoi7.jpg
^ na das hat sich ja gelohnt.

http://abload.de/img/dscf3968a8o20.jpg
mit dem Pohl.projekt bekommt der Platz eine nahezu komplette Fassung.

Chris1988
12.02.16, 23:37
Hier noch ein Bildchen

http://abload.de/img/001lu3bs33.jpg (http://abload.de/image.php?img=001lu3bs33.jpg)
Quelle: SZ-Immo

Elli Kny
12.02.16, 23:45
^ Chris, nimm mal hier dieses Bild (http://abload.de/img/001lu3bs33.jpg). :)


Vogelperspektiven der Pirnaischen Vorstadt
http://abload.de/img/dscf3976r6uyj.jpg
http://abload.de/img/dscf3978o5upp.jpg
http://abload.de/img/dscf3979gau6q.jpg
http://abload.de/img/dscf3980yuux5.jpg
http://abload.de/img/dscf3975owuh3.jpg
http://abload.de/img/dscf3985feuna.jpg

Christian84DD
13.02.16, 00:26
Danke Elli für die "schönen" Bilder von oben.

Wenn ich mir jetzt denn Straßburger Platz mit neuem EKZ, Bildungscampus, Pohl Projekt und Manufaktur vorstelle wünsch ich mir wieder die große Freifläche und den 10-Geschosser her. Da konnte man wenigstens noch von einem Platz sprechen.
Ich warte jetzt eigentlich nur noch gespannt darauf das dieses außerordentlich beeindruckende Platzensemble einen Arschitekturpreis gewinnt.

Elli Kny
13.02.16, 00:45
^ Ich hoffe ja, dass wenn man sich hier rund um den Platz arschitektonisch ausgetobt hat, ein wunderbar-manifestes Argument vorliegt, anhand dessen die Stadtgesellschaft sich deutlicher artikulieren kann und wird.
Dann heisst es: "Und schauet, ihr Gläubigen, was ist. Ihr durftet toben und trollen, wie es euch zu Gesichte stank, ähm... stand. Verflucht seids - alle mittenand! Hinfort, Gesindel. Höret Volk, gehet nun den geläuterten Weg. Amen." :master:
Insofern wäre eine Arschi-Preisverleihung ein guter Anfang (vom Ende). :nono2:

Dunkel_Ich
13.02.16, 02:38
Ach DORT soll das Teil entstehen? Ich fragte mich schon, als ich das Bild im Immo-Mag sah. Sagt mal, was ist eigentlich aus der furchtbaren Bude geworden, die mal statt des ehemaligen Teppich-Freundes gebaut werden sollte? Wenn die noch kommt, ist die Trostlosigkeit perfekt.

Danke für die Bilder (und den letzten Beitrag...hab herzlich lachen müssen :D)

arnold
13.02.16, 17:49
Die Ecke dort hinten ist tot. Ganz ehrlich: Ich freue mich über alles, was da irgendwie Leben hinbringt (wenn nicht gerade ein Fußballspiel im Stadion ist). Architektonisch bleibt natürlich Platz nach oben, aber - auch ganz ehrlich - da haben wir in DD in letzter Zeit schon deutlich Schlechteres gesehen. Für mich geht es vollkommen ok.

Elli Kny
14.02.16, 11:37
^ es kritisiert sicher niemand, wenn Nutzung und Belebung hinkommt. "Tot" ist der Stadtraum mE aber beileibe nicht. Abseits des Kfz-Verkehrs ist der verkehrsreiche Platz v.a. infolge des ÖPNV stark frequentiert - sicherlich nach Tageszeit etwas variierend. Mit dem Einkaufsklops und dem Schulcampus wirds nun entsprechend enger und noch belebter. Letztlich bleibt der "Platz" vornehmlich Verkehrskreuzung und immerhin an den Platzrändern als wirklicher Stadtraum belebt.

Hier noch ein gespiegeltes Motiv an der Gläsernen Manufaktur:
http://abload.de/img/dscf3962zdsfh.jpg

Arwed
14.02.16, 12:14
Elli, Deine Bildbearbeitungsfähigkeiten in allen Ehren, doch die Schrift würde sich ja mit spiegeln ;-)
(Mit "Kapitalismus" fand ich es übrigens spannender!)

arnold
14.02.16, 19:58
Naja, nur weil der "Platz" verkehrsreich ist, muss er dennoch nicht belebt sein. Es gibt bisher einfach nichts, wo Leben herkommen kann. Ackis Sportbar zählt nicht... Und der "Klops" wird meiner Meinung daran auch nichts ändern - Parkhaus sein Dank kann man doch direkt ins Gebäude fahren... Der "Platz" wird davon nicht wirklich profitieren - allein schon weil die Distanzen zu weit sind und zu wenig Dichte herrscht. Ich würde mir für dieses Ecke eine Verdichtung im Wohnungsbau wirklich wünschen. Gern aber eine Mischnutzung. Dann könnte man auch auf den "Klops" verzichten.

Tobschi
19.02.16, 12:12
Die Immovation AG hat auf ihrer Facebookseite vor wenigen Tagen ein neues Bildchen zu ihrem Projekt Lingner Altstadtgarten hochgeladen.

http://abload.de/img/12698164_106799012992loa2x.jpg
(c) Immovation AG

Es ist natürlich nach wie vor nur eine schematische Darstellung, könnte aber ein Hinweis auf den Wettbewerb zur Anordnung der Quartiere südlich der Lingnerallee sein. Diesen hatte Peter Kulka kürzlich für sich entschieden. Zur Erinnerung: So sah die vor einigen Monaten veröffentlichte Darstellung seitens der Immovation AG aus:

http://oi57.tinypic.com/2dtb3g5.jpg
(c) Immovation AG

Die Anordnung der Quartiere ist sichtbar überarbeitet worden. Die merkwürdigen Versätze sind verschwunden. Auch die leicht geschwungene neue Straße parallel zur Zinzendorfstraße, wohl angelehnt an die einstige Carusstraße, wirkt positiv. Verwirrend finde ich dagegen, dass die Blockrandstruktur nicht durchgängig geplant ist. Merkwürdig bzw. störend sind auch die beiden angedeuteten Quader entlang der Lingnerallee. Aber vielleicht sollte man hier auch noch nicht allzu viel hinein interpretieren.

antonstädter
19.02.16, 12:44
Dankeschön.

Was mich irrtiert ist die Rücknahme des Blockrandes von der Grunaer Straße hinweg und die Beibehaltung des dortigen Verkehrsbegleitgrüns. Aus meiner Sicht völlig unverständlich, da mit dem Dorint-Hotel die anzustrebende Struktur eigentlich vorgegeben sein sollte. Das bedarf dringend der Überarbeitung.

Tobschi
19.02.16, 13:03
^ Der Grünstreifen entlang der Grunaer ist laut Themenstadtplan ein separates Grundstück, das der Immovation AG offenbar nicht gehört (siehe auch hier (http://immovation-blog.de/wp-content/uploads/2015/01/luftbild.jpg)). Merkwürdig ist natürlich, warum Immovation in ihrer ersten Darstellung die Bebauung bis zur Grunaer Straße eingezeichnet hat. Vielleicht gab/gibt es Bemühungen, auch das Grundstück noch zu erwerben?

Chris1988
19.02.16, 14:16
Bei der Lingnerallee und Herkulesallee sieht im Moment eh keiner richtig durch.
Mal hieß es von Seiten der Stadt das man gerne die Herkulesallee als neue Sichtachse vom Gr. Garten zum Rathaus hätte. In der neusten Ratsvorlage zum Umlegungsverfahren steht wieder das eine Bebauung an der Nordseite der Lingner-Allee bevorzugt werden soll, so wie es schonmal als Studie vor Jahren präsentiert wurde.
Und hier sehen wir eine Bebauung die noch weiter nördlich verläuft als beide Alleen.

arnold
19.02.16, 14:54
Na bitte! Schon viel besser als die erste Studie. Dennoch bleiben auch bei mir noch einige Kritikpunkte übrig.
1) Sofern der Grünstreifen zur Grunaer Str. (noch) nicht der Immo AG gehört, sollte man an dieser Stelle entweder mit Brandwänden oder einem geöffneten Hof planen. Die Straße zwischen den beiden schmalen Blöcken in der neuen Visu macht keinen Sinn - besonders der Hof zur Grunaer Straße dürfte später mal kaum zu vermarkten sein, weil zu schmal und dunkel. Gern könnte man auch das erste Hochhaus mit in den Block einbeziehen.
2) Die Bebauungskante nördlich der Allee würde ich noch etwas nach Süden schieben - in die gleiche Flucht wie der Bestandsbau in Richtung Ring.
3) Weiterhin würde ich mir (immer noch) wünschen, dass die Bebauung näher an das Hygiene Museum heranwächst. Die schnöde Wiese nördlich des Museums sowie der doch eher ungemütlich-aufgeweitete Platz an der Westseite des Museums sind nicht so schön, dass man sie erhalten muss... Dadurch würde auch der Garten vor der Erich-Kästner-Schule deutlich besser zur Geltung kommen.

Mit den offenen Höfen kann ich gut leben. Die angedeutete Kleinheiligkeit gefällt mir sogar sehr gut! Drücken wir mal die Daumen, dass die einer weiteren Überarbeitung nicht zum Opfer fällt.

Dunkel_Ich
19.02.16, 15:33
Neben den bereits erwähnten Punkten siehe Grunaer Straße, stören mich die offenen Höfe hier auch sehr.

Diese Öffnung z.B. allein im kleinen Quartier Ecke Zinzendorfstr/Ecke Parkstraße. Was soll das? Scheut man Beschattungsdebatten oder ne DIN 5034, oder wie?

In den mittleren Quartieren haben diese Öffnungen dann schon fast wieder die Anmutung, als handele es sich um Zeilenbauten. Warum dann die erste Planstraße parallel zur Lingnerallee dann auch noch in einer unschöne Sackgasse mit Durchgang endet (Rähnitzgasse lässt grüßen)? Sorry Leute, solche Planungen in der heutigen Zeit verstehe ich nicht.

Als Krönung dann fette Großblocke an der Lingnerallee, die die sehr lobenswerte Kleinteiligkeit im den übrigen Bereichen vermissen lassen. GERADE dort, wo es für jeden sichtbar ist. Sorry, aber das is typisch Kulka. Mit minimalen Eingriffen viel (zer)stören.

Man möge bitte nachbessern.

Tobschi
19.02.16, 21:00
@Chris: Die Lage ist, soweit mir bekannt, eigentlich recht eindeutig. Im Rathaus hat man seit jeher die Variante der verlängerten Herkulesallee bevorzugt. Der Bauausschuss hat Ende 2014 aber beschlossen, dass die Bebauung wie zu Vorkriegszeiten vorzugsweise entlang der Lingnerallee auszurichten ist. Deshalb steht das in der von dir angesprochenen Ratsvorlage (http://ratsinfo.dresden.de/vo0050.php?__kvonr=11657&search=1). Dass die Verwaltung trotzdem an ihrer Planung festhält, mag zwei Gründe haben: Zum einen hält sie die Variante mit der Sichtachse zum Rathaus nach wie vor für besser ( ;) ), zum anderen dürfte auch die Immovation AG ein Interesse an dieser Variante haben. Schließlich kann sie so die gesamte Häuserfront entlang der Lingner- und verlängerten Herkulesallee mit einem weitläufigen Blick ins Grün vermarkten.

Ansonsten denke ich, dass sich die Bebauung an der Kreuzstraße orientiert und deshalb so weit nach Norden rutscht. So denn der Büroriegel an der ST. Petersburger irgendwann verschwindet, gäbe es hier dann auch eine Sichtachse. Sieht man hier (http://www.immovation-ag.de/wp-content/uploads/global_verkauf_dresden_luftbild.jpg ) besser.

Christian84DD
23.02.16, 14:46
SZ-Artikel (http://www.sz-online.de/nachrichten/robotron-komplex-wird-abgerissen-3329844.html)

Auszug:
Im März soll das ehemalige Robotrongebäude auf dem Areal zwischen der St. Petersburger und der Zinsendorfstraße fallen. Das teilt Michael Sobeck von der Kasseler Unternehmensgruppe Immovation AG auf SZ-Anfrage mit. Der riesige Komplex macht damit Platz für 2 500 bis 3 000 Wohnungen. Baustart für den neuen Wohnpark mit dem Namen „Lingner Altstadtgarten“ soll im ersten Halbjahr 2017 sein.

Tobschi
01.03.16, 11:32
Lingnerstadt

SZ fasst die aktuelle Lage zum Abriss des ersten Robotron-Gebäudes und den Streit um die Anordnung der künftigen Bebauung zusammen: Der schwierige Weg zur Lingnerstadt (http://www.sz-online.de/nachrichten/der-schwierige-weg-zur-lingnerstadt-3336344.html)

Interessant ist vor allem der letzte Satz über die privaten Eigentümer der Parzellen an der Lingnerallee: " So will einer von ihnen das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Wohn- und Geschäftshaus seines Großvaters an der Lingnerallee wieder aufbauen, erfuhr die Öffentlichkeit auf der jüngsten Altstädter Ortsbeiratssitzung." Dabei dürfte es sich um das Eckhaus Lingnerallee/Blüherstraße handeln, zu sehen hier (http://www.maxwiessner.de/startseite.html#/aktuelle-projekte/show/3.html).

Damit die Stadt aber ihre Variante mit der verlängerten Herkulesallee durchbekommt und ein Umlegungsverfahren starten kann, bedarf es der Zustimmung des Bauausschusses. Dieser entscheidet in seiner morgigen Sitzung darüber.

Derweil fordert das Netzwerk Ostmodern, Teile des zum Abriss vorgesehenen Hauses zu erhalten und in die Neubebauung zu integrieren: Pressemitteilung (https://www.facebook.com/notes/ostmodernorg/pressemitteilung-robotrongel%C3%A4nde-netzwerk-ostmodern-ruft-immovation-ag-zum-erhal/890456467718842).

Arwed
01.03.16, 13:34
Eine Bebauung entlang der Lingnerallee / Johann- Georgen- Allee ist ja an und für sich überlegenswert. Wenn man aber den Gedanken durchspielt, würde man am Block mit der City- Herberge, spätestens aber an der Rückseite des zur Erhaltung vorgesehenen Gebäudewinkels an der St.- Petersburger- Straße nicht weiterkommen. Würde man hier darauf setzen, dass diese Gebäude irgendwann einmal verschwinden, dann würde man für Jahre, wenn nicht Jahrzehnte eine absolut unbefriedigende städtebauliche Situation schaffen.
Dem gegenüber steht alternativ die Bebauung entlang der verlängerten Herkulesallee. Diese Bauflucht ist komplett frei und würde die direkte Verbindung (auch Sichtverbindung) von der Altstadt zum Großen Garten darstellen.
Ich kann deshalb nicht verstehen, wieso es überhaupt Verfechter der Lingnerallee- Lösung gibt.
Das im Artikel erwähnte Haus des Großvaters ist ganz bestimmt nicht das Prachtstück an der Ecke Blüherstraße. Sollte es das doch sein, glaube ich im Leben nicht daran, das dieser Investor bereit wäre, den Wiederaufbau dieses Hauses zu finanzieren.
Die Firma Max Wiessner wirbt sicher nur mit dem Foto dieses prächtigen Hauses, um die Bebauung auf den alten Parzellen zu untermauern. Die dargestellten Visualisierungen sehen ja dann auch eher nüchterner aus. Diese Bebauung könnte Wiessner auch auf den Parzellen errichten, die sie aus dem Umlegungsverfahren bekämen. Das Ganze erscheint mir eher als Methode, um die eigene Verhandlungsposition mit der Stadt Dresden zu stärken. Das ist legitim, sollte letztendlich nur nicht dazu führen, dass hier auf weitere Jahre die Wiedergewinnung eines Innenstadtviertels verhindert wird.

Tobschi
01.03.16, 14:23
^ Doch, doch. Dass es sich um dieses Eckhaus handelt, war bereits mehrfach in der Lokalpresse (DNN und SZ) zu lesen. Das Grundstück gehört einer Erbengemeinschaft, die sich wiederum auf drei Leute aufteilt. Einer von denen war auch mal in der SZ zitiert (mit Bezahlschranke (http://www.sz-online.de/nachrichten/streit-um-die-zukunft-der-lingnerallee-2872099.html)). Ob das mit der Reko ernst gemeint ist, frage ich mich aber auch. Könnte nur eine Nebelkerze Wiessners sein, um sein Projekt schmackhafter zu machen.

Was die städtebaulichen Überlegungen angeht, sehe ich auch die verlängerte Herkulesallee als bessere Variante. Sicher brächte die Bebauung an der Lingnerallee etwas Abwechslung in das sehr rasterförmig geplante Quartier. Aber sie endet dann eben auch an der Cityherberge bzw. der Nachfolgebebauung. Für mich würde die Variante nur Sinn machen, wenn die Lingnerallee an der Stelle keinen Knick macht, sondern wie vor 1945 ihren Verlauf über die Grundstücke der Cityherberge und des Büroriegels St. Petersburger in Richtung Ringstraße fortsetzt - was in absehbarer Zeit überhaupt nicht realisierbar erscheint. Und selbst dann fände ich die Sichtachse Herkulesallee-Rathaus attraktiver. Der Reiz der Vorkriegs-Lingnerallee lag ja auch darin, dass sie über den Ring geradewegs in die Moritzstraße mündete und am Neumarkt endete. Diese Achse wird es aber aufgrund der Überbauung zwischen Gewandhaus-, Ring- und Wilsdruffer Straße garantiert nie wieder geben.

Chris1988
01.03.16, 15:16
^^Soweit ich informiert bin ist die Bebauungsvariante Lingnerallee auch mit Knick angedacht. Somit endet sie genauso wie die Herkulesalleevariante in der selben Bauflucht Kreuzstraße.
Nur ist mit der Lingneralleevariante die Bauflächenausnutzung Richtung Cockerwiese viel besser als bei der Herkulesalleevariante, da ja eh nur geplant ist eine Seite der Allee zu bebauen und den Rest ums Hygienemuseum als Park zu belassen.

Auch den Knick finde ich aus städtebaulicher Sicht viel interessanter als die verlängerte Herkulesallee.
So könnte dort auch mit einer weiteren Nebenstraße ein weiterer interessanter Kopfbau auf einem dreieckigem Grundstück entstehen.

Arwed
01.03.16, 16:58
Chris, solltest Du damit Recht haben, dass das Stadtplanungsamt die Knickvariante weiterplant, würde mich das wirklich nicht mehr wundern. Das würde wirklich gut zu den städtebaulichen Entwicklungen der letzten Jahre passen. Für meinen Geschmack wäre diese Planung allerdings ein Witz.
Was würde man damit denn gewinnen? Eine jetzt vorhandene Sichtachse würde verbaut, die entstehende Allee hätte als Blickpunkt nur den Atriumklotz der Cityherberge. Anstatt einer großen Achse also nur ein großer Murks!
Das zu gewinnende Bauland in dem dreieckigen Bereich, der in die heutige Achse springt, würde ich lieber dem Blüherpark zugeschlagen sehen.
Außerdem stellt sich die Frage, wie man dann am Ostende der Allee verfährt. Bei der Variante Herkulesallee läuft die Bauflucht in gerader Linie weiter bis zur Lennéstraße über die Cockerwiese. Bei der Variante Lingnerallee müsste man dann entweder doch wieder nach Norden verspringen oder aber Flächen bebauen, die selbst vor dem Krieg nicht bebaut waren.
Tatsächlich die einzige Argumentation, die mich überzeugen könnte, den Vorkriegsstädtebau wiederzubeleben, wäre, das wirklich konsequent zu tun - was dann zwingend den Durchbruch der ungeknickten Lingnerallee bis zum Ring bedeuten würde!

Tobschi
01.03.16, 17:32
^ Nein, das Stadtplanungsamt hält nach wie vor an der Variante Herkulesallee fest. Genau deshalb startet es ja das Umlegungsverfahren. ;-)

Ansonsten kann ich mich Arweds Argumentation nur anschließen. Völlig richtig auch die Frage, wie die Quartiere östlich der Blüherstraße dann angeordnet werden sollten. Zu der Variante mit Versprung nach Norden gab es mal eine Visu bei der DNN (http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Dresdner-Robotron-Areal-Neuer-Investor-will-Wohnungen-bauen). Das sähe doch absolut vermurkst aus. Dann müsste man eher, wenn man konsequent ist, die Bebauung entlang der Lingnerallee bis zur Lennéstraße fortsetzen. Das könnte sich aber, denke ich, nachteilig auf den Blick von der Hauptallee Richtung Hygienemuseum auswirken. Und es bliebe eben nur der Cityherbergen-Klotz als Blickpunkt. Unabhängig davon endet die Herkulesallee bei der Knickvariante immer an einer Bebauung.

Chris1988
01.03.16, 18:31
Hab ja ni gesagt, dass sie die weiterplant. Nur das wenn an der Lingnerallee gebaut wird, dann wird es eine Variante mit Knick sein.

Mich persönlich stört nur an der Herkulesalleevariante, dass es dann Richtung Westen zu sehr ausufert und keine klaren Raumkanten mehr hat.
Gerade der Skaterpark, welcher ja bleiben soll, liegt nicht mittig ausgerichtet zur Herkulesallee und davor kreuzt die Lingnerallee die Gerade.

Wenn man sich schon an der Herkulesallee orientiert, sollte man auch konsequent sein und das Stück Lingnerallee zwischen Blüherstraße und Zinzendorfstraße entfernen und das Gelände um den Skaterpark von den Raumkanten auch an die Herkulesallee anpassen, was aber nicht passieren wird, weil man sich dort die Kreuzstraße als Bauflucht genommen hat. Gut hier zu sehen: http://www.immovation-ag.de/wp-content/uploads/global_verkauf_dresden_luftbild.jpg

Am Ende zwar Schade, dass dann nurnoch das Stück Lingnerallee zwischen Blüherstraße und Lennestraße übrig ist, aber beide Alleen komplett zu erhalten, halte ich nicht für sinnvoll.
Die Entfernung der kompletten Lingnerallee würde dann in sehr ferner Zukunft vielleicht auch eine Bebauung südlich der Herkulesallee ermöglichen.

Den Namen Lingner könntem an letzendlich mit einer anderen Straße im Gebiet würdigen oder letzendlich den Stadtteil gar so nennen, wie es momentan der Projektname der Immovations AG ist.

Tobschi
03.03.16, 11:13
Investor Immovation will Bergung von Bleiglasmosaiken prüfen: Bericht (http://oiger.de/2016/03/02/investor-will-robotron-glasmosaike-nun-doch-retten/158271). Demnach sei der Erhalt bereits geprüft, aber als technisch zu aufwendig eingestuft worden. Nach dem Protest der Initiative "ostmodern" wolle man nun aber nichts unversucht lassen: „Daher haben wir in Abstimmung mit dem Amt für Denkmalschutz jetzt vor, zusammen mit den Profis der Firma Nestler zu versuchen, zwei vollständige Fenster aus zwei Stockwerken zu entnehmen. Ob dies gelingt, wird erst der Versuch zeigen“, heißt es von Immovation. Falls es klappt, würden die Mosaike zunächst im Lapidarium gelagert werden. Gestern berichtete u.a. auch die SZ: Kampf um die Robotron-Kunst (http://www.sz-online.de/nachrichten/kampf-um-die-robotron-kunst-3337328.html).

Elli Kny
03.03.16, 17:01
^ auf Oiger (http://oiger.de/2016/03/01/ostmodern-robotron-glaskunst-droht-zerstoerung/158227) ist auch ein nettes Lost-Places-Video einer Begehung im Inneren, wo auch immer mal wieder die bunten Fenster zu sehen sind (v.a. min: 11:20; 10:20; 9:36; 8:35; 5:58; 4:20 oder 3:54). Nein, ich habe das Video nicht rückwärts angeschaut, die schöneren Aufnahmen sind nur die eher Letzteren. :)

Elli Kny
03.03.16, 18:18
^ auch DD-TV (http://www.dresden-fernsehen.de/Aktuelles/Dresden/Artikel/1409866/Abriss-der-ehemaligen-DDR-Computerschmiede-Robotron/) berichtet.

http://abload.de/img/dscf4226ruj14.jpg
http://abload.de/img/dscf42276uj7g.jpg
http://abload.de/img/dscf42288ckf9.jpg
http://abload.de/img/dscf4229r7j3e.jpg
^ steinerne Zuschauer an der Lingnerallee. Vielleicht wundert man sich über ein letztes Fassadenteil, was verloren am Kubus verblieb.

antonstädter
03.03.16, 18:21
Ich behaupte mal in aller gebotenen Bescheidenheit, sowhl für historische als auch ästhetisch-künstlerische Belange ein gewisses Faible zu pflegen. Der Bohei allerdings, der um diese Hütte gemacht wird, erschließt sich mir auch beim neunten oder zehnten Versuch nur marginal.

Sollte die Ostmodern-Kombo Sehnsucht nach derartigen Glanzlichtern der bildenden Kunst am Bau verspüren, kann man eigentlich nur dringend eine Sibirienreise ans Herz legen. Ich bin mir recht sicher, in Omsk, Tomsk und Gagarin finden sich zahlreiche zeitgenössische Meisterwerke von ähnlicher Brillianz in einem nicht minder atemberaubenden architektonischen Rifffelbeton-Bouquet.

Tobschi
04.03.16, 10:22
^ Da wird es dich sicher freuen, dass die Ostmodern-Kämpfer auch die alte Betriebsgaststätte (https://www.google.de/maps/place/Lingnerallee,+01069+Dresden/@51.0458411,13.7452304,3a,75y,117.8 5h,85.33t/data=!3m7!1e1!3m5!1sVl0oZkeJWo7ZHZE-QVmkUg!2e0!6s%2F%2Fgeo3.ggpht.com%2 Fcbk%3Fpanoid%3DVl0oZkeJWo7ZHZE-QVmkUg%26output%3Dthumbnail%26cb_cl ient%3Dmaps_sv.tactile.gps%26thumb% 3D2%26w%3D203%26h%3D100%26yaw%3D196 .58882%26pitch%3D0!7i13312!8i6656!4 m2!3m1!1s0x4709cf5976df5fc1:0x70c40 1b1d85cfa9c) retten wollen :D Das berichtet heute die SZ (derzeit noch nicht online). Demnach könnte dieses architektonische Kleinod doch als "Kulturkantine" genutzt und die gesicherten Teile des Atriums hier gezeigt werden. Mit einer Modernisierung würde so das Gebäude als "Architekturzeugnis" erhalten bleiben.

Dunkel_Ich
04.03.16, 12:02
Gib ihnen den kleinen Finger (Rettung der Bleiglasfenster) und sie wollen die ganze Hand (die Kantine). Prinzipiell steht das Biest den bisherigen Planungen* nicht im Wege, ich halte sie allerdings für verzichtbar.

*Sollte man die bauliche Fassung entlang der Lingner-/Herkulesallee bis zum Hygienemuseum fortführen wollen, sieht das allerdings schon anders aus.

Elli Kny
04.03.16, 21:17
^ na bissel stehts doch den Planungen entgegen, denn es ist eine Parkfläche fest eingeplant und ich vermute, sogar die Finanzierung steht so einigermassen.
Ich gebe der Idee des Netzwerkes Ostmodern keine Chance. Halt ne Tagesmeldung - Schwamm drüber!

Hier nochmal der Link zur heutigen SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/robotron-gaststaette-als-kultur-kantine-3339270.html).

Die Mopo (https://mopo24.de/Dresden#!nachrichten/dresden-robotron-gelaende-abriss-wohnlandschaft-53998) zeigt schon ein Stück "abgeknabbertes" Gebäude sowie einen Werbefilm des Investors (mit netten Drohnenaufnahmen).

Chris1988
04.03.16, 21:44
boah jetzt ist aber gut. Die sollen sich mit ihren bunten Fenstern begnügen.
Nicht noch so ne Blechhalle erhalten...

Elli Kny
04.03.16, 21:57
^ ach was, die Fenster fallen doch schon beim Anblick eines "Retters" von selbst (und ggf auch aus Altersschwäche und jahrzehntelanger Hofabgeschiedenheitslangeweile) ausm Rahmen zu Bruch. :D
Aus den aufgelesenen Scherben lässt sich doch bestimmt auch was Nettes zimmern und vielleicht gar in einen Neubau "intergrieren".

Nachtrag: Wie das Amtsblatt gestern meldete, geht in Kürze das städtebauliche Konzept des B-Plans 389 A - Stadtquartier am Blüherpark in die Offenlage.
Ab 14.03. liegt es zur Einsicht aus. Am 22.03. gibts eine öffentl. Erörterung. In der Ratsinfo habe ich noch nix gefunden.
Bis zum Herbst 2016 soll dann der B-Plan-Entwurf stehen.

Chris1988
04.03.16, 22:30
Am 9. März beginnt der Bau der neuen Fachhochschule am Straßburger Platz

Die zwei Hochbeete am Straßburger Platz werden nicht mehr bepflanzt. Diese Fläche wird ab 9. März Baustelle für den neue Schulcampus der Fachhochschule Dresden, der Akademie für Wirtschaft und Verwaltung sowie der Akademie für Berufliche Bildung.

http://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2016/03/pm_010.php

Elli Kny
08.03.16, 23:43
Abriss Robotron - nochmal Bilder von der Abbruchfront (von heute)

http://abload.de/img/dscf43429tp6x.jpg
http://abload.de/img/dscf4344z3r9z.jpg
http://abload.de/img/dscf4345o5prv.jpg
http://abload.de/img/dscf43463dpf7.jpg
http://abload.de/img/dscf43475gqqf.jpg
http://abload.de/img/dscf4349kcr2r.jpg
http://abload.de/img/dscf4352rqo8e.jpg
http://abload.de/img/dscf435313osb.jpg
http://abload.de/img/dscf4354xwq07.jpg

Was aus den Bunt-Fenstern wurde, konnte ich von aussen nicht ausmachen.

Folgend noch Bilder der zwei ostmodernen Nachbarbauten
http://abload.de/img/dscf4356ucpkv.jpg
http://abload.de/img/dscf4357jmrb6.jpg
^ Seitenfassade des heutigen Teppich-Marktes (Was war da eigentlich zu Robo-Zeiten drin?)
v in den Vorposts besagter Kantinenbau neben dem Hygiene-Museum: naja, so ne Schönheit isses nun auch wieder nicht!
http://abload.de/img/dscf4358tupw0.jpg

Elli Kny
11.03.16, 21:47
Baustart am Schulcampus Straßburger Platz

dresden-fernsehen (http://www.dresden-fernsehen.de/Aktuelles/Dresden/Artikel/1410189/Baustart-fuer-neuen-Schulcampus-am-Strassburger-Platz/) berichtet.

Man achte mal auf die sonderbaren Aussagen des interviewten Geschäftsführers. :D
Grundsteinlegung soll im April sein. Fertigstellung 2017.

Chris1988
12.03.16, 09:55
Wird ja auch nur ein einfacher Plattenbau...

Chris1988
15.03.16, 19:39
Der Bebauungsplan für das Stadtquartier am Blüherpark-Westteil ist online.

http://www.dresden.de/de/stadtraum/planen/stadtentwicklung/offenlagen/B-389-a-Stadtquartier-am-Blueherpark-Teil-West.php

Es sind nun genaue Strukturen und Fassaden zu sehen. Was natürlich nur Vorstellungen der Stadt sind wie es aussehen könnte.

Der Teil südlich der Lingner-/Herkulesallee wird von der St. Petersburger aus erschlossen und der nördliche Teil von der Grunaer Straße aus.

Es wird bis an die Grunaer rangebaut und die Rückseite des letzten Robotrongebäudes wird auch bebaut. Am Pirnaischen Platz bleibt dann das letzte verbliebene Hochhaus als Solitär stehen.

Seht selbst..

arnold
16.03.16, 11:21
Das ist mehr als ich erwartet habe. Gar nicht mal schlecht und als Arbeitsgrundlage durchaus gelungen. Meine Hauptkritik bleibt aber nach wie vor die fehlende Anbindung an Innenstadt und Südvorstadt und die Zementierung des überbreiten Rings auf Jahrzehnte. Hier hätte ich mir von der Stadt mehr Mut gewünscht und den Ring endlich mal auf ein erträgliches Maß reduziert. So jedenfalls wird in dem neuen Viertel kaum Leben entstehen... Wo soll es denn auch herkommen? Schade... :nono:

Tobschi
16.03.16, 12:03
^ Wo siehst du denn hier eine "Zementierung" des Rings?

Chris1988
16.03.16, 12:51
Die bessere Anbindung des Quartiers an die Innenstadt hat nichts mit der Fläche des neuen Quartiers an sich zu tun.
Hierfür muss lediglich die Fläche vor dem Gewandhaus und der Parkplatz davor bebaut werden. Parallel dazu könnte man den Parkplatz vor dem Polizeipräsidium auch bebauen.
Und um einen noch besseren Übergang zu bekommen könnte man auch noch den Ring zwischen beiden Verkehrsrichtungen bebauen, was aber in sehr ferner Zukunft liegt.
Jedenfalls zementiert der Bebauungsplan für das neue Stadtquartier in keinster Weise den Ring, denn dieser liegt wie schon aufgeführt außerhalb des Bebauungsplanes.
Mit dem neuen Hotel vor dem Gewandhaus könnte der erste Schritt getan werden, den Übergang besser zu gestalten. Der Rest(siehe oben) könnte danach folgen.

arnold
16.03.16, 13:05
Naja, dem kann ich so nicht zustimmen. Gerade im südlichen Teil Richtung Prager Straße bringt es nichts, später mal vor die jetzt geplante Reihe einfach noch einen Block zu setzen. Die Wegbeziehungen müssten schon jetzt angelegt werden, um eine Verknüpfung mit der Südvorstadt zu erreichen. Das hat man verpasst und das wird sich später rächen. Im nördlichen Teil passt es schon, weil der eine Riegel am Ring eh stehen bleibt. Hier hätte ich aber gern eine stärkere Fassung des Rings/ Grunaer Straße gesehen, die dem Pirnaischen Platz wieder eine Fassung gibt... Zumindest das kann ja irgendwann noch werden...

Lediglich das Hotel neben dem Rathaus sowie die Fläche vor dem Polizeipräsidium zu bebauen reicht meiner Meinung nach nicht aus, um den enormen Querschnitt der Ringstraße zu verkleinern und für Leben in der Pirnaischen Vorstadt zu sorgen.

Ich verweise hier nochmal auf meine Skizze, die ich mal eingestellt habe...
http://abload.de/image.php?img=bildschirmfoto2016-01dbrfw.png
- wie gesagt: Auf die Wegbeziehungen im südlichen Teil kommt es mir an...

Blogrand
16.03.16, 23:58
Im ersten Moment hat mich der Entwurf gefreut. Weitgehend geschlossene Blockrandstruktur, hohe Bebauung, relativ kleinteilige Fassaden und der Straßenknick im südlichen Quartier schafft Abwechslung statt zu eintöniges Straßenraster.
Auf den zweiten Blick geht es mir so wie Arnold. Die Visualisierungen (insbesondere Bild 5) suggerieren ein urbanes Quartier, aber letztlich steht das Viertel derart inselartig in der Gegend, dass ich mir dort schwerlich kleine Geschäfte und größeren Publikumsverkehr vorstellen kann. Dazu fehlt es, wie Arnold richtig anmerkt, an der Anbindung an das Stadtzentrum und an einer Verengung der viel zu ausgedehnten Verkehrsflächen an St. Petersburger Straße und Georgplatz. Was ich ebenso wenig verstehe, ist der verschwenderische Umgang mit Fläche rund um das Hygienemuseum. Wenigstens auf der Fläche nordwestlich des Museums sollte noch eine Bebauung entstehen. Das würde die Herkulesallee besser fassen und das südliche Quartier besser an das nördliche anbinden. So wie es jetzt aussieht, ist der Entwurf durch die grünen Abstandsflächen rund ums Quartier zwar investorenfreundlich, aber zu einem geschlossenen Stadtraum trägt er kaum bei.

Chris1988
17.03.16, 07:42
Mit der Grünfläche am Hygienemuseum seh ich jetzt noch nicht so kritisch. Im Zuge der Planung des Ostteils kann man diese Fläche immernoch später zu Bauland machen.

Tobschi
17.03.16, 11:42
Ich verstehe die Diskussion nicht. Die St. Petersburger Straße oder auch der Georgplatz waren zu keiner Zeit in dem Bebauungsplan inbegriffen. Natürlich ist die Straße viel zu breit und Überlegungen für eine schmalere Gestaltung gibt es schon seit den 90er-Jahren. Aber nur weil es einen ersten Investor für die Lingnerstadt gibt, hat doch die Stadt keine Millionen übrig, um mal eben den Straßenzug umzubauen? Eine schmalere Gestaltung und damit eine bessere Anbindung zwischen Altstadt und Pirnaischer Vorstadt ist nun mal eine langfristige Aufgabe für die kommenden Jahre/Jahrzehnte, hat mit der derzeitigen Entwicklung der Lingnerstadt aber so gut wie nichts zu tun.

arnold
17.03.16, 11:53
Davon spricht auch keiner, Tobschi. Das Problem ist die Wagestruktur des nun geplanten südlichen Quartiers. Hier gibt es nur eine Straße, die aus dem Gebiet hinter dem Hygienemuseum in Richtung Ring verläuft. Das ist zu wenig um dieses neue Viertel SPÄTER mal an die Prager Straße anzubinden. Ich fordere ja nicht einen sofortigen Umbau der St. Petersburger. Aber ich fordere eine intelligente Lösung für das neue Gebiet, die einen Weiterbau in Richtung Ring jederzeit ermöglicht.

Chris1988
17.03.16, 13:09
Also ich seh genug Anbindungen Richtung Westen bzw. Nordwesten.
Die Straße parallel zur Allee ist an die St. Petersburger abgebunden und die Zinzendorfstraße geht bis zur Straße Bürgerwiese.

Hinzu kommen 2 Fußwegverbindungen, welche mit leichten späteren Eingriffen genauso Straßen werden können.

Zum einen der westliche Knick der Straße welche das neue Quartier westlich umschließt. Da fehelen nur ein paar Meter um diesen Fußweg auch als Straße zur Straße Bürgerwiese durchzubinden.
Zum anderen der Fußweg welcher aus der Verlängerung der quartierteilenden Straße direkt auf den Georg-Platz führt. Auch hier fehlen nur ein paar Meter um den Fußweg in eine Straße umzuwandeln.
Und diese Maßnahmen haben nichts mit dem Bebauungsplan zu tun, die kann man später immer noch umbauen.

Also Vorraussetzungen für eine bessere Anbindung werden genug geschaffen.

arnold
17.03.16, 14:23
Also bitte Leute, es ist doch eindeutig, dass sich alle Hauptwege im neuen Viertel gen Süden in Richtung Bürgerwiese, Lindengasse, Räcknitzstraße und Hans-Dankner-Straße orientieren - gerade in die Richtung, in der tatsächlich überhaupt gar nichts los ist. Die Gegend da unten ist tot. In Richtung Prager Straße/ Ferdinandplatz gibt es nur eine Straße, die zu allem Übel noch HINTER dem Hygienemuseum raus kommt und in einem "Platz" endet, dem jegliche Fassung fehlt. In der Stadtplanung ein klassisches . Die anderen beiden Wege sind Passagen DURCH ein Gebäude hindurch. Das wird nicht funktionieren, zumal die Wege jeweils in den offenen Hinterhöfen enden. Da ist rein gar nichts, was Fußgänger anzieht. Wer soll da bitte lang laufen? Die einzige Verbindung zum 'lebendigen' Teil der Stadt bleibt die Lingnerallee. Allerdings werden sich von der nur wenige Menschen nach Süden verirren - wo sollen sie auch hin?

Eigentlich sollte man den gesamten südlichen Abschnitt der Planung einmal um 90° drehen. Dann würde es mehr Sinn ergeben, als es aktuell der Fall ist.

Arwed
17.03.16, 15:35
Die Ausbildung einer eher geschlossenen Kante zum Ring ist ganz sicher dem geschuldet, dass man hier eine Abschirmung gegen den Verkehrslärm auf der St.-Petersburger-Straße schaffen will. Eine stärkere Öffnung nach Osten zum Blüherpark und nach Süden zur Bürgerwiese macht Sinn. (Nebenbei gesagt, waren da vor 1945 noch viel weniger Straßen- und Wegeanbindungen vorhanden.)
Die eine Straße in der Achse des Museums und damit in der Flucht der Hauptallee des Großen Gartens finde ich sehr gut. Damit gäbe es eine Achse von der Altstadt bis nach Gruna, auf der dann das Museum und das Palais im Großen Garten liegen würden.

Zur Idee, die Flächen nördlich des Hygienemuseums zu bebauen, verweise ich auf die Abhandlung im folgenden Link: http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&ved=0ahUKEwiFjeK39MfLAhXrO5oKHUR3Dp 8QFggoMAE&url=http%3A%2F%2Farchiv.ub.uni-heidelberg.de%2Fartdok%2F2450%2F1%2 FBechter_Vom_Rechenbergischen_Garte n_zum_Blueherpark_2005.pdf&usg=AFQjCNFUGabFO15HJG6zS-m-phaScU9Riw&bvm=bv.117218890,d.bGs
Auch wenn von der hier einstmals vorhandenen Fläche nur noch Teilbereiche übrig sind, handelt es sich doch um eine wirklich bedeutende Gartenanlage, der ich eine Arrondierung eben nördlich des Hygienmuseums sehr wünschen würde.

Chris1988
17.03.16, 17:30
Also Arnold, ich weiß ja nicht, aber die fehlt anscheinend der Bezug zu der Fläche. Kommst ja auch nicht aus Dresden.

Die zwei das Quartier umschließenden Straßen und die eine in der Mitte sind vollkommen ausreichend von der Nordwestseite(St. Petersburger/Georg-Platz) aus. Das ist ein Straßenabstand von 5-6 Häusern.

Deine Idee aus der Richtung noch mehr Wege einfließen zu lassen würde die Quartiere so weit zerstückeln, dass wir dann aller 2-3 Häuser eine Straße hätten. Na herzlichen Glückwunsch.

Mit dem Drehen ist genauso ein Schwachsinn, weil auf keinen Fall die Parkanlagen Bürgerwiese und Blüherpark angetastet werden sollten.

@Arwed
Der Garten des Prinzenpalais ist ja zum Teil noch südwestlich des Hygienemuseums erhalten und ich finde das wäre in Verbindung mit dem neuen Platz an der Rückseite des Hygienemuseums ausreichend.
So dass man die Nordseite des Hygienemuseums bebauen könnte. Meine Meinung.

arnold
18.03.16, 01:08
Warum denn gleich so stutenbissig, lieber Chris? Kein Grund zur Panik, immer schön ruhig bleiben. Nur schlecht fürs Herz. In der Gegend kenne ich mich übrigens gut aus - habe dort mehrere Jahre gelebt. Da muss ich dich leider enttäuschen :D


Ich gebe mich geschlagen. Dennoch bleibe ich bei meiner Kritik. Ein lebendiges Viertel wird hier definitiv nicht entstehen. Lasst uns doch in zwei, drei Jahren dort mal einen Kaffee trinken, falls es denn sowas wie ein Café dort geben wird... Ansonsten eben aus der Thermosflasche auf dem wunderschönen"Platz" an der wunderschönen Museumsrückseite :lach:

Elli Kny
18.03.16, 22:08
^^^ arwed: gibts dergleichen auch für andere Park- oder Grünanlagen in Dresden?

zum Lingner-Altstadtgarten: am Dienstag findet eine Infoveranstaltung (http://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2016/03/pm_065.php) zum Sachverhalt statt.

Tobschi
19.04.16, 17:09
Teppichfreund-Filiale Grunaer Straße

Netzwerk Ostmodern kämpft für Erhalt - Mopo berichtet (https://mopo24.de/#!nachrichten/ist-dieses-gebaeude-wirklich-ein-denkmal-67219)

(Standort) (https://www.google.de/maps/place/Grunaer+Str.,+01069+Dresden/@51.0469245,13.7524313,3a,60y,213.0 3h,90t/data=!3m6!1e1!3m4!1s8RBApjuAONo-9GiltiKzxQ!2e0!7i13312!8i6656!4m2!3 m1!1s0x4709cf5a52d64f0d:0xab1d7807e acd1cef)

Eigentlich soll hier ein Wohngebäude samt Tiefgarage entstehen, der Bauantrag ist bereits eingereicht. Der DDR-Bau müsste dafür weichen. „Heute wird das Gebäude von vielen als ,Schandfleck‘ gesehen. Dahinter verborgen liegt allerdings ein sehr schön gestalteter, klarer und leichter Pavillonbau, der durchaus erhaltenswert ist“, weiß Matthias Hahndorf von Ostmodern zu berichten. Was ihn zum "Stadtplaner" qualifiziert, bleibt offen. Im Rathaus wolle man nun den Denkmalwert des Hauses überprüfen: Das sei naheliegend und berechtigt. Und aus dem Landesamt für Denkmalpflege heißt es: „Wir nehmen die Auskunft der Stadt Dresden zum Anlass, das Gebäude so bald als möglich zu überprüfen." In seinem Kommentar dazu (nicht online) kann Mopo-Schreiber Dirk Hein denn auch gar nicht verstehen, "warum die Stadt bedenkenlos alles schützt, was gefühlt oder tatsächlich mit Barock zu tun hat, und DDR-Baukunst wie am Robotron-Areal oder beim Pinguin-Café im Zoo abreißen lässt".

antonstädter
19.04.16, 17:44
Und ich kann nicht verstehen, dass man jede irgendwo wild und zusammenhanglos in die Landschaft gewürfelte Bude aus Arbeiter-und-Bauern-Zeiten für schützenswert deklariert. Wenn es danach geht, hätte man auch die Baubaracken am Postplatz oder der Nürnberger Straße nie abreißen dürfen. SKANDAL!

Mal sehen, wann dieser merkwürdige Trupp auf die Idee kommt, die Einebnung des Neumarkts und die Wiederruinisierung der Frauenkirche als Beitrag zur Rückgewinnung eines sozialistischen Stadtbildes zu fordern. Der Neumarkt war in diesem Zustand ja auch so schön gestaltet, luftig und klar. Ihr diesbezügliches Kampf- und Agitationsblatt scheinen die Freunde der sozialistischen Kunst ja gefunden zu haben...

Ach ja, begeistern sich die Genossen in ähnlicher Weise für den "Dregg'schen Löffel"? Gemeinsam mit der Teppichbude und "Ackis" ergibt das ein wahrlich schützenswertes architektonisches Triumvirat von Weltgeltung.

Tobschi
19.04.16, 17:50
Und ich kann nicht verstehen, dass man jede irgendwo wild und zusammenhanglos in die Landschaft gewürfelte Bude aus Arbeiter-und-Bauern-Zeiten für schützenswert deklariert.

Warte, da hab ich noch was aus Dirk Heins Kommentar: "Exakt gegliedert, dominieren luftige, sachlich klar geordnete Glasscheiben." Bäm! Jetzt hat es doch aber Klick gemacht, warum dieses Kleinod nicht verschwinden darf, oder? :D

Chris1988
19.04.16, 17:51
Jahrelang hört man nix von dem Verein und jetzt wollen die alles schützen.

Es nervt nurnoch...die sollen sich wieder verziehen.

Der Furunkel Kulturpalast reicht doch. Mehr davon brauchen wir nicht.

antonstädter
19.04.16, 18:15
^^:rofl2:Au ja, Tobschi, das ist natürlich ein durchschlagendes Argument. Und ausgerechnet in einer Stadt, wo, wie wir wissen, allenthalben und an jeder Ecke pegidistisch-piefiges barockes Butzenglas den modern-weltoffen-luftig-sachlichen Gemütern die Stimmung vergällt und an sachlich klar geordneten Glasscheiben gepaart mit progressivem gieß- und formbarem Baumaterial natürlich absoluter Mangel herrscht. Vielleicht sollte der Schreiberling einmal seine Metaphorik sachlich klar ordnen, dann würde er auch nicht derartigen Schwachsinn in die Tasten hauen...

Mein Gott, sollen sich die Herrschaften doch in Gorbitz einquartieren und an den Segnungen der dortigen klar geordneten Glasscheiben erfreuen, so sie denn noch heilen Zustands und nicht mit Presspappe zugenagelt sind. Die MOPO-Koryphäe kann gleich mit auf den Omsewitzer Ring ziehen - obwohl: Eigentlich erfüllt der MOPO-Bunker an der Ostra-Allee doch alle Kriterien, die der Schreiberling in seiner überwältigenden Sachkenntnis so exakt gegliedert in den Äther geblasen hat. Da hilft nur noch eines: :booze:

arnold
19.04.16, 22:48
^ Sorry antonstädter, aber geht es bitte etwas sachlicher ("Schreiberling" - es soll doch hier schließlich keiner auf die Idee kommen, dich fälschlicherweise im Pegida-Milieu zu verorten, oder doch?)?

Dass der Denkmalsantrag geprüft wird, ist legitim, auch wenn das Gebäude an dieser Stelle und in seinem aktuellen Zustand natürlich keine Augenweide ist. Im Mopo-Artikel (den ich nun definitiv nicht als "Kampf- und Agitationsblatt" bezeichnen würde - auch hier bitte etwas weniger Polemik, danke!) findet sich ein Bild aus der Entstehungszeit, dass einen derartigen Antrag zumindest rechtfertigt. Auch wenn ich persönlich hier auf einen Abriss hoffe, sollte man auch andere Meinungen zulassen und akzeptieren.

Tobschi
20.04.16, 11:11
Ein Medium hat gemäß Pressegesetz weitreichendere Aufgaben als billigste Klickhascherei und eine Gefälligkeitsberichterstattung für die eigene schwindende Leserschaft. Genau diesen Weg hat die Morgenpost eingeschlagen. Deren Otto-Normal-Leser dürfte eher im höheren Alter und von einfachem Bildungsstand sein. Er echauffiert sich gegen "die da oben", findet, dass in Dresden "alles zugebaut" wird, legt seine Wege vornehmlich mit dem Auto zurück (er ist ja kein linksgrüner Ökofaschist) und misst Bauten wie dem Möbelhaus auf der Grunaer Straße aus persönlicher Nostalgie einen kulturellen Wert bei, weil er da vor Jahrzehnten mal eingekauft hat. Widerspruch zur eigenen Sichtweise ist wahlweise eine Lüge, Hetze oder einfach nur Blödsinn. Die Mopo passt sich ihrem Leser an, entdeckt daher plötzlich die Schönheit der DDR-Bauten, geißelt eine mögliche Bebauung einer gigantischen Innenstadtbrache als drohenden Verlust von Parkplätzen (https://mopo24.de/nachrichten/city-dresden-ferdinandplatz-parkplatz-verkaufsplaene-67046) und verkauft eine Fußgängerampel über eine vierspurige, viel befahrene Straße als schlechte Nachricht für Autofahrer (https://mopo24.de/#!nachrichten/ampel-soll-verkehr-auf-dieser-strasse-stoppen-45763). Zu solch' einer Berichterstattung fällt mir außer Kopfschütteln und Polemik leider auch nicht viel ein.

arnold
20.04.16, 11:54
^ Da stimme ich dir zu 100% zu. Aber führt uns PEGIDA nicht seit über einem Jahr gut vor Augen, was passiert wenn man einen bestimmten Teil der Bevölkerung außen vor lässt? Ich sehe die MOPO da als wirklich wichtig an. Auch wenn ihre journalistische Arbeit von minderer Qualität ist, so schafft sie es dennoch, eine gewissen Teil eben dieser mit PEGIDA sympathisierenden Menschen an sich zu binden - und sie damit nicht Medien wie Russia Today oder Netzplanet, oder wie auch immer diese dubiosen Quellen heißen mögen, zu überlassen. Die MOPO erweitert in gewisser Weise die Echokammer der Rezipienten. Und das halte ich für unheimlich wichtig. Genau deswegen ist sie eben kein "Kampf- und Agitationsblatt" wie Antonstädter behauptet. Dass man sich oft über die Texte ärgert - geschenkt. Zum demokratischen Diskurs tragen sie jedenfalls positiv bei - und darauf sollte es bei einem Medium schließlich ankommen.

antonstädter
20.04.16, 16:34
^Vielleicht hätte ich über meinem Erguss noch dick und fett festhalten müssen, dass es sich um Satire handelt? Da darf man heutzutage alles... :nono:

Achtung, Satire:

Besagtes Möbelhaus diente, bevor es der Teppichfreund in den 90ern missnutzte, als Sporthaus - wenn mich meine Erinnerung nicht trügt. Dort bekam der kleine Antonstädter seine ersten Germina-Ski...

Das wäre natürlich ein gewichtiger Grund für dessen Erhaltung, dennoch würde ich großzügig von der Einrichtung einer Gedenkstätte absehen und mich mit einer einfachen Gedenktafel am Neubau begnügen. Vielleicht kann man das niedliche Gebäude auch translozieren und neben der Robotron-Kantine wiedererrichten, natürlich sponsored by MOPO (mit entsprechender Dachreklame im 70er-Style, versteht sich)? Das würde doch einen schönen Themenpark ergeben. Da machen dann Pegida-Demos im heimeligen Ambiente viel mehr Spaß, und das wackere Blättchen kann sich ganz der Erfüllung seiner demokratischen Aufgaben widmen. Oben prangt die Reklame, und unten marschiert die Leserschaft. Hauptsache, die bedrohten Parkplätze am Ferdinandplatz bleiben erhalten!

---Ende der Satire---

Wie man diesem als Zeitung getarnten Skandalwisch auch nur den Hauch journalistischer Qualität andichten kann, bleibt mir ein Rätsel. Jahrelang haben sämtliche Dresdner Tagesblätter, MOPO und BLÖD vorweg, durch das Verbreiten nichtssagender Erfolgsmeldungen und vorauseilender Staatsregierungs- und Wagner-Orosz-Propaganda und einem Opportunismus geglänzt, das sich die Balken biegen. Ich erinnere nur an deren unsägliche Rolle in der Causa Waldschlößchenbrücke, A17 oder bei der Mundtotmachung des einzigen nichtwillfährigen Oberbürgermeisters Anfang der 2000er, der es wagte, der allmächtigen Staatspartei die Stirn zu bieten und deswegen über die Klinge springen durfte. Und nun sollen genau diese Blätter, die MOPO vorweg, ihren journalistischen Auftrag im demokratischen Sinne erfüllen? Die sächsischen Medien, insbesondere die Dresdner, sind ein untrennbarer Teil der hiesigen Zustände, und kein Beitrag zu deren Lösung. Tobschi hat das bezüglich der MOPO meiner Meinung nach genau auf den Punkt gebracht.

Ansonsten verwahre ich mich dann noch ganz unpolemisch gegen diverse Unterstellungen, wir müssen uns im Austausch persönlicher Befindlichkeiten nicht unbedingt den Nachbarstadtfaden zum Vorbild nehmen. Ich glaube, damit sollten wir es bewenden lassen und uns dem eigentlichen Thema widmen.

arnold
20.04.16, 22:04
^ Lese bitte meinen Beitrag richtig! Vorher müssen wir nicht weiter darüber diskutieren.

Elli Kny
23.04.16, 20:55
Neubau Lennéstrasse (pohl.projekts)
Ankündigung in Post 117 (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=511508&postcount=117)

Vermutlich infolge der Abstimmungen mit dem Stadtplanungsamt, durfte nun noch eine Etage aufgesattelt werden.
Das halte ich für begrüßenswert, wirkt das Ganze nun großstädtischer und bietet noch tollere Ausblicke Richtung Grossen Garten für die Obenwohnenden. Seltsamerweise geht man nebenan im Lingnerstadtprojekt wohl nicht so weit.

Altentwurf hier (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=511537&postcount=121) (Post 121)
Neuentwurf hier (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=511508&postcount=117) (aktualisierte Projektseite)

Malwin
25.04.16, 21:18
Die Ausbildung einer eher geschlossenen Kante zum Ring ist ganz sicher dem geschuldet, dass man hier eine Abschirmung gegen den Verkehrslärm auf der St.-Petersburger-Straße schaffen will.

Die SZ dazu:
Die Karrees zur St. Petersburger Straße hin werden kaum durchbrochen, damit kein Verkehrslärm in die Gärten dringt.

http://www.sz-online.de/nachrichten/robotron-areal-wird-zu-klein-central-park-3381122.html

Saxonia
25.04.16, 22:52
Wenn ich Kulkas Aussagen so lese, hoffe ich eigentlich nur noch auf Schadensbegrenzung. Einen zweiten Schützenplatz (Kleinteilige Struktur aber dafür unterirdische Billigarchitektur) würde ich mir hier nicht wünschen. Ob ein Fenster nun so oder so verschoben ist, spielt für mich keine Rolle. Ich befürchte, hier erwartet uns ein recht ärmliches Fassadenrepertoire.

Dunkel_Ich
26.04.16, 00:50
Da bist du nicht allein, Saxonia. Ein paar Klinker da und dort, machen es dann auch nicht besser.

Arwed
26.04.16, 06:52
Euren Pessimismus kann und will ich nicht teilen! Erstens hat von den genannten Büros vor allem Mäckler bewiesen, dass er gute Fassaden gestalten kann. Aber auch die beiden anderen erwähnten Büros, auch Kulka, sind herausragende Büros. Die bisher gezeigten ersten Visualisierungen sehen für mich dann auch schon vielversprechend aus. Vermutlich sind das aber auch erst einmal nur die Vorschläge von Kulka. Die versprochene und auch sehr wünschenswerte Durchmischung mit den Entwürfen anderer Planer ist da wohl auch noch gar nicht eingeflossen.
Ein Wunder erwarte ich in diesem Gebiet dann aber auch nicht. Die von Kulka genannte Anlehnung an die Dresdner Neustadt (oder gar die Bebauung am Central Park) finde ich zwar nett, aber wohl unerreichbar. Die Neustadt lebt von Ihrem Nutzungsmix und vor allem auch von Ihrer sozialen Durchmischung. Das wird kaum auf dieses Viertel aus der Retorte übertragbar sein. Die Bewohner werden relativ homogen aus einer eher solventen Schicht stammen. Kleinere Handwerksbetriebe, Künstler, usw. werden sich eher nicht hier ansiedeln. Doch das wäre auch wirklich kaum steuerbar und liegt auch nicht an der Qualität der Fassaden (am Neumarkt ist es diesbezüglich ja noch viel schlimmer).
Doch stellt für mich schon allein die Tatsache, dass in diesem jetzt noch vollkommen toten Gebiet der Innenstadt ein derart dicht bebautes Stück Stadt geplant wird, einen Grund zum Feiern dar.

Ergänzung:
Schon seit geraumer Zeit sind auf der Website von Mäckler Architekten Entwürfe für Gebäude im Bereich der Cockerwiese zu finden, Link: http://www.chm.de/staedtebau/stadtensemble.html?project_id=3
Sollten Mäcklers Gebäude auf dem Bauabschnitt entlang der Zinzendorfstraße in diese Richtung gehen, hätte ich überhaupt nichts dagegen.

Arwed
26.04.16, 19:51
Auf der Seite der Stadt ist auch das Werkstattverfahren dokumentiert, aus dem Kulka als Sieger hervorgegangen ist:
http://www.dresden.de/de/stadtraum/planen/stadtentwicklung/wettbewerbe/workshops/Werkstattverfahren-Zinzendorfstrasse.php

arnold
26.04.16, 21:49
"Klein-Central-Park" ist richtig schlecht...

^Danke für den Link. Sind ein paar spannende Dinge dabei! Die Architektur Mäcklers schätze ich sehr, seine Planung ist aber stark in den 90ern verhaftet.

Chris1988
26.04.16, 22:01
^^ da hat Kulka von der Struktur her wirklich das beste geliefert. Muss man so sagen.

Saxonia
26.04.16, 23:21
Hauptproblem bleibt leider die unüberwindliche Trennung von der Altstadt durch den aufgeblähten Straßenraum. Auch Kulka redet sich das als "Klima und Lüftungszone mit durchaus raumbildenden Qualitäten" schön. Letztendlich sind die Grünflächen aber "totes Land" denn zur Erholung dienen die vielen von Hauptverkehrsstraßen umtosten Grünstreifen nicht. Das zu lösen ist aber sicherlich auch nicht der Anspruch dieses Projektes. Vielleicht entsteht ja in ferner Zukunft, wenn alle Flächen hinter dem Ring bebaut sind, ein Änderungdruck der zur Komprimierung der Verkehrsfläche damit zum Gewinn von zusätzlichem Bauland und auch wirklich nutzbaren Grünflächen führt.

Tobschi
27.04.16, 11:39
^ Zum Thema Umgang mit der St. Petersburger Straße fand sich neulich auch ein Hinweis in der SZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/computerschmiede-soll-zum-wohnpark-werden-3355897.html): "Stadtplaner Christoph Mann, zuständig für die Altstadt, erklärte, dass von der großen Idee, die überdimensionierte St. Petersburger Straße zu verschmälern, abgerückt wurde. Das müsse eine Aufgabe für nachfolgende Generationen bleiben."

Man muss leider realistisch sein und sagen, dass der städtische Haushalt u.a. durch Schulen, Kitas, die beiden Großprojekte Kulturpalast/Kulturkraftwerk schon arg belastet ist, teure Straßenumbaumaßnahmen nicht finanzierbar und wohl auch schwer vermittelbar wären. Sollte doch mal Geld da sein, würde ich den Umbau der Großen Meißner/Neustädter Markt als dringender einstufen. Langfristig muss sich natürlich an der St. Petersburger etwas ändern und das sieht man offenbar auch im Stadtplanungsamt so.

Elli Kny
03.05.16, 00:16
Robotron-Abriss - update: bald ist die Hütte weg!

http://abload.de/img/dscf50434hsqa.jpg
http://abload.de/img/dscf5044gashh.jpg
^ Blick von Nord - es gäbe noch weitere Ost-Moderne-Fenster, an denen man sich versuchen könnte.
v Blick von Ost
http://abload.de/img/dscf50456tsnr.jpg
http://abload.de/img/dscf5047i4s5i.jpg
http://abload.de/img/dscf504864s79.jpg
http://abload.de/img/dscf50536usuo.jpg
^ Schaufensterfront mit bemerkenswerter Hinterfüllung. Könnte man so glatt unter Denkmalschutz stellen, wa.
v Blick von Süd - ebenso mit Ost-Fenstern im Eck
http://abload.de/img/dscf5057pesb1.jpg
http://abload.de/img/dscf50587ss05.jpg


Dass die "Ostmoderne"-Funktionsbauten kaum Gegenliebe erfahren, liegt wohl auch an ihren schalen Rückseiten.
hier die Ex-Kantine von hinten: Hmm, sieht gar nicht mal so gut aus! :D
http://abload.de/img/dscf5050a2sum.jpg


oder der heutige Teppichfreund-Kubus von "hinten":
http://abload.de/img/dscf5052gqs2r.jpg


und noch ein Durchblick als Ostmoderne-Impression:
http://abload.de/img/dscf50513qsyr.jpg

Elli Kny
09.06.16, 01:30
^ Lingnerstadt: SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/das-skelett-des-robotron-3415718.html) berichtet erneut über die Abrissvorgänge.

Auch das benachbarte Rechenzentrum muß bis Jahresende dran glauben.
Die derzeitigen Reste des Hauptklopses fallen noch bis Ende diesen Monats, so der Plan.

Elli Kny
11.06.16, 16:19
Schulcampus Strassburger Platz

Grundsteinlegung und bisher planmäßiger Bauablauf (ohne Keller :) )

DD-TV (http://www.sachsen-fernsehen.de/nachrichten/grundstein-fuer-bildungscampus-am-strassburger-platz-1416653)
Wirtschaftsbürgermeister Lames (SPD) äussert dort, dass die Stadt diesen Schulbau förderte - v.a. durch "intensive Zusammenarbeit" im Baugenehmigungsverfahren. :lol5:

SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/20-millionen-campus-waechst-3417762.html)

Geworben wird ja damit, dass 5 Standorte der Schulen folglich auf einen konzentriert werden.
Um welche alten Adressen handelt es sich denn, und wo wirds demnächst dunkel und der Leerstand grassiert?

Chris1988
23.06.16, 23:56
Grunaer Straße 20 - Ex-Teppichfreund

Die T3 Holding möchte an Stelle des Teppichfreund Pavillions an der Grunaer Straße ein Wohngebäude mit 66 Mikroappartements und Parken im EG und UG errichten. Baustart soll im 3. Quartal sein. Gebaut wird bis 2018.

Naja der Bau passt nicht wirklich zur geplanten Lingnerstadt nebenan.

http://www.t3gmbh.de/immobilien.html

http://m.sz-online.de/nachrichten/teppichfreund-weicht-sechsgeschosser-3427792.html

Elli Kny
24.06.16, 00:18
^ obs nicht passt, ist abzuwarten. Passen tuts aber zum neuen Reigen um den Straßburger Platz, der dann arschitektonisch in Futschikplatz umbenannt werden könnte. :D
(nunja, so ganz unnachvollziehbar ist der Bau nun dennoch nicht - aber gelungen geht anders)

Dunkel_Ich
24.06.16, 00:53
Jo, reiht sich ein zu dem mäßigen bis schrecklichen Gelumps gen Straßburger Platz. Riegel, Riegel, Block. Schön geht wirklich anders.

Saxonia
24.06.16, 09:51
Hat was von gedämmter Platte. Völlig ambitionslos.

Elli Kny
15.07.16, 23:46
Umbau Georg-Arnold-Bad

https://abload.de/img/p10002873naa5.jpg
https://abload.de/img/p100028877bab.jpg
^ was sich ggf am Grundriss ändert, kann ich als Bädermuffel nicht sagen, aber sicher andere.
Verglichen mit dem Luftbild (https://binged.it/29IIIjE) scheint die Veränderung doch umfangreich zu sein.

Elli Kny
14.08.16, 22:11
Abriss Robotron-Areal der Lingnerstadt

Nun gehts auch dem Rechenzentrum an den Kragen, was v.a. an der nun Geschichte gewordenen Fassade gen Lingnerallee zu sehen ist.
Siehe auch die letzten 3 Bilder aus #155 (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=514385&postcount=155).
https://abload.de/img/dscf7470wxznw.jpg
https://abload.de/img/dscf7468sub5t.jpg


Wenn ich mich recht entsinne, steht auch ein Schuttcontainer an debattierter Kantine nebstan.

Elli Kny
14.08.16, 22:22
Neubau Schulcampus Straßburger Platz - update
zuletzt unter anderem #120 (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=511536&postcount=120)

Einer der sich auskennt weist einem jungen Schüler den Weg zur Abfahrtsstation der Pioniereisenbahn, bzw aus heutiger Sicht: die Richtung zur Baustelle:
https://abload.de/img/p1010061ofl56.jpg


Horizontal umfängt der Neubau den vertikalen Musikschulbau, ohne dabei weder ihn noch die kämpferische Eibe (vom Altbau verdeckt) zu touchieren.
https://abload.de/img/p1010062phytn.jpg


Die baldige neue Platzecke ist bis dato nur zu erahnen, von den Blümchenrabatten des dortigen Vorplatzes verblieb allein das Hochbeet zur Grunaer Strasse (nicht im Bild). Im Bild links jedoch klein zu erkennen: die kämpferische Eibe!
https://abload.de/img/p101006338al4.jpg

Elli Kny
16.08.16, 21:32
^^ die SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/rettung-fuer-robotron-fassade-3469497.html) vermeldet hinter der paywall folgendes:

- 2 Achsen der abstrakten bunten Rechenzentrumsfassade (Alu-Platten) wurden fürs Denkmalschutzamt gerettet und im Lapidarium eingelagert
- die restlichen Achsen (Reihen) erwarb ein Privatmann (!), welcher erstmal anonym bleibend diese Elemente jedoch in einer geplanten Freizeitanlage in Sachsen ab dem 2. Halbjahr 2017 integrieren will
- die Truppe "Ostmodern" wird wiederum erwähnt und daß sie mit dieser Lösung zufrieden sind
- schlußlich wird nochmals auf die "bis zu 3000 Wohnungen" (des Gesamtareals!) hingewiesen, die ab nächstem Jahr abschnittsweise entstehen sollen. Das wären in meinen Augen ca. 7-8000 Neueinwohner für den Stadtteil. Lustig: nun schaue doch mal jemand hier nach der Bevölkerungs-Prognose für die Pirnaische Vorstadt bzw. den OA-Bereich Altstadt!: dort ist m.E. leichte Schrumpfung (P-VS., wg. hohem Altersschnitt) bzw ein nur überschaubarer Anstieg (OA-Altstadt) die verwaltungsrechtlich-infrastrukturelle Arbeitsgrundlage für Stadt und Verwaltung. :D


Edit: die DNN (http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Alte-Robotron-Fassade-aus-Dresden-bleibt-erhalten) melden es noch viel schöner - hättsch mer och glei denken können.

Elli Kny
03.09.16, 15:39
Abriss-update Robotron


Nebengebäude des Ex-Rechenzentrums
https://abload.de/img/dscf7570fws4g.jpg
https://abload.de/img/dscf75719nsuw.jpg
https://abload.de/img/dscf7583acsb0.jpg


Atrium 1
https://abload.de/img/dscf75721zsyb.jpg
https://abload.de/img/dscf75759us3r.jpg
https://abload.de/img/dscf75765wsfs.jpg
https://abload.de/img/dscf7579evscp.jpg
https://abload.de/img/dscf75815msa6.jpg
^ Blick vom Georgsplatz

Bonus:
https://abload.de/img/dscf757339sjb.jpg

Kellertür
03.09.16, 15:58
^ Es geht voran. Hoffentlich wird die entstehende riesige Fläche sinnvoll und ansprechend bebaut.

Kellertür
06.09.16, 19:37
Erste Visualisierung für die Grunaer Straße 20 (ehem. Teppichfreund) in der DNN (http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Der-Teppichfreund-verschwindet-170-Appartements-kommen). Geplant sind 170 "Microlofts", Baubeginn soll noch dieses Jahr erfolgen.

edit: Huch, habe den Post oben übersehen, die Visu ist allerdings eine andere.

Whywolf_Larry
06.09.16, 20:23
Eine Schande, das dass Robotron-Gelände abgerissen wird/wurde.:nono:
Naja das müssen dann wohl zukünftige Generationen wieder Rekonstruieren.

Saxonia
06.09.16, 21:17
^^
Wird ein Kasten durch den nächsten ersetzt. Erkenne da wenn überhaupt nur minimalen Fortschritt.

Tommasch
06.09.16, 21:57
Eine Schande, das dass Robotron-Gelände abgerissen wird/wurde.Das sehe ich als Dresdner völlig anders: Es wird Zeit dass dieser Schandfleck endlich verschwindet. Ein riesiges verfallenes Gewerbegebiet hat mitten in der Innenstadt nichts zu suchen.
Wenn du dir sowas für die Leipziger Innenstadt gut vorstellen kannst, bitteschön, such dir ein großes Areal aus, z.B. zwischen Markt und Augustusplatz, alles abreißen und ein paar schöne große Baracken hinsetzen.

arnold
06.09.16, 22:47
Ohje... Besonders die Erdgeschosszone ist ein Graus!

gacki
06.09.16, 23:08
Es hat schon eine gewisse Ironie, dass die Gestaltung der Innenhöfe bei den Robotron-Gebäuden teilweise besser (oder zumindest aufwändiger) als die Aussenansicht war. Die roten Glasumrandungen, die Buntglasfenster in den Treppenhäusern...
Ganz lieblos ist das alles nicht; und ich finde es auch in Teilen bewahrenswert. Nicht unbedingt an diesem Ort. Aber andere Beispiele für diese und ähnliche Bauweisen werden auch über kurz oder lang verschwinden - siehe Könneritzstraße 25 oder das Glasinvest-Gebäude in Radebeul (die fallen mir da zuerst ein; es gibt sicher noch mehr).

arnold
07.09.16, 08:47
Das Problem an den ehemaligen Robotron-Gebäuden ist ja auch weniger die Architektur als ihr Städtebau... Architektonisch hatten die Gebäude durchaus ihren Wert - schön saniert und mit neuen Nutzungen hätte da etwas tolles entstehen können, würden die Gebäude nicht einfach irgendwie den Raum besetzen. Da Bezüge zur Stadt herzustellen oder sinnvoll zu verdichten ist nur schwerlich möglich. Dass die neue Architektur im Viertel besser wird, bezweifle ich auch sehr stark :nono:

antonstädter
07.09.16, 16:28
Aktuell in den DNN, mit erster Fassadenabwicklung.

http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Robotron-weicht-dem-Lingner-Altstadtgarten

Städtebaulich ein wirklich tolles Projekt, das geeignet ist, die isolierte Wüstenei am Hygienemuseum wieder in einen städtischen Kontext zu überführen. Ich freu mich drauf...

Ein Hauptproblem aber bleibt: die unsägliche Schneise der St.-Petersburger Straße. Ohne eine radikale Kehrtwende in der Bewältigung des innerstädtischen Verkehrs wird hier eine strukturelle Gesundung auf Dauer verhindert, denn um einen Rückbau sollte man nicht umhin kommen. In diesem Zusammenhang sollte man die Ringstraßen in ihre ehemalige Lage auf dem heutigen Parkplatz bzw. der Straßenbahnhaltestelle der Nord-Süd-Verbindung zurückführen - Vorteil wäre die Wiedergewinnung wertvollsten Baulandes in bester Lage und die Möglichkeit einer urbanen Gestaltung des Pirnaischen und Georgplatzes ähnlich der Vorkriegssituation. Leider aus heutiger Sicht sicher vollkommen illusorisch, leider...

Schön wäre es, wenn der Lokaljournalist wenigstens die korrekten Straßennamen verwenden würde. Das Lesen eines Stadtplanes ist ja nun wahrlich keine besonders schwierige Kulturtechnik. Ansonsten bekommt der kundige Leser irgendwie den Eindruck (wahrscheinlich nicht zu Unrecht), der Autor hätte keine Ahnung, worüber er schreibt...

Dunkel_Ich
07.09.16, 18:36
^städtebaulich unbestritten. Bei der Architektur sollte man aber ganz genau hingucken. Die Gestaltung der Eckgebäude wird sehr wichtig sein. Wenn hier wieder nur Kasten auf Kasten "dialoglos" aufeinander stößt, wäre das nicht zielführend. Auch sehe ich die grobere Struktur zur Lingnerallee hin, sehr kritisch. Gerade dort, wo sich der Blick weitet, wieder nur monotone Riegel ohne Abwechselung hinzusetzen, ist bestenfalls als ignorant zu bezeichnen. Da kann man sich die Fassadenvariationen in den schmaleren Straßen auch gleich schenken. Warum macht man das?

antonstädter
07.09.16, 20:09
^Ganz genau, ich schrub bewusst von einem "städtebaulich" tollen Projekt. Die Architektur der Einzelgebäude habe ich dabei bewusst ausgeklammert, ich glaube auch, dass sich diese recht durchwachsen darstellen wird.

Und dennoch ist das Projekt ein absoluter Gewinn, vielleicht das bislang wichtigste Flächenbauvorhaben in der Innenstadt abseits des historischen Stadtzentrums. Ähnlich wie auf der anderen Seite der Altstadt die Wilsdruffer Vorstadt, wahrscheinlich aber eher noch viel bedeutsamer.

Die von Dir angesprochene grobe Struktur zur Lingnerallee (sicher die grauen Buden auf dem Rendering) halte ich für reine Platzhalter, bzw. Baumassensimulationen. Ich glaube nicht, dass sie einen geplanten Endzustand wiedergeben. Da mehrere Architekturbüros beteiligt sind kann man sicher auch hier von einer größeren Vielfältigkeit der Fassadenabwicklungen ausgehen (hoffentlich). Ansonsten finde ich die gröbere Rasterung gerechtfertigt, handelt es sich doch ume eine sehr breite, und wohl als Repräsentationsachse gedachte, Allee. Erinnert mich entfernt an Unter den Linden...

Ich bin noch etwas hin- und hergerissen bezüglich des Knickes und der geraden Führung der östlichen Lingnerallee. Die Blickachse auf das Rathaus hat definitiv etwas. Dennoch sehe ich es kritisch, dass man sich damit für alle Zeiten die Wiederöffnung der alten Johann-Georgen-Allee Richtung Pirnaischer Platz und damit die aus meiner Sicht nicht minder wichtige Sichtachse auf Neumarkt und Residenzschloss verbaut. Bis jetzt konnte ich mir hier keine abschließende Meinung bilden.

Sehr positiv sehe ich (bis auf die Ausrichtung an der scheußlichen St. Petersburger) die restlichen Straßenführungen, so die Wiederherstellung der Carusstraße, aber auch das Wiederheranrücken der Baumasse an die Grunaer Straße (da gab es zwischendurch doch einen anderen Bearbeitungsstand, wenn ich mich nicht irre...?) Gut gefällt mir die Idee eines neuen stadtseitigen Zuganges zum Hygienemuseum mit entsprechender Zuwegung, aber auch die Wiederausbildung der Äußeren Pirnaischen Straße und der Zinzendorfstraße. Letzteres erlaubt eine interessante städtebauliche Einordnung des Gartens der Sekundogenitur und der Bürgerwiese, die damit ebenfalls zumindest teilweise wieder eine städtebauliche Fassung erhält.

Was die städtebauliche (!) Planung anbelangt, hätte man die Aufgabe unter den gegebenen Umständen kaum besser lösen können. Auch die Brechung der geschlossenen Quartiersblöcke gefällt mir, dies erinnert zum Einen an das Fünfziger-Jahre-Quartier nördlich der Grunaer, nimmt zum anderen aber auch die eher lockerere Vorkriegsbebauung auf, die sich ebenfalls ähnlich "zerrupft" präsentierte.

Da ist Kulka aus meiner Sicht ein großer Wurf gelungen. Dieser Stadtteil wird mit Sicherheit ein Erfolg werden. Da wird auch die eine oder andere misslungene Einzelarchitektur nicht allzusehr in die Waagschale fallen.

Die Trauer um die Robotron-Buden allerdings kann ich in keinster Weise nachvollziehen. Auch deren vorgebliche architektonische Qualität will sich mir so überhaupt nicht erschließen. Die Buntglasfenster, gewundenen Betonelemente oder sozialistischen Fliesenmuster konnten den Umstand nur sehr armselig kaschieren, dass es sich in Wahrheit um konventionelle Dutzendware handelte, die man so oder so ähnlich republikáuf und -ab dutzendweise herumstehen sah. Abgesehen davon, dass ein Gewerbegebiet nicht in eine Innenstadt gehört, aber das schrieb ja hier schon jemand...

Chris1988
07.09.16, 20:49
Städtebaulich finde ich auch, dass es ein Gewinn ist.
Die ersten Fassadenentwürfe sollte man wirklich erstmal abwarten. Vielleicht kommt ja auch der eine oder andere Nöfer-Bau drin vor.

Ich hoffe es kommen beim Erschließen auch die Dresden-typischen Granitplatten als Bürgersteige zum Einsatz.
Mit hässlichem Betonpflaster grenzt das Viertel sich nur nochmehr ab.
Von der Beleuchtung her wird es wahrscheinlich eh modern.

Auf der Übersichtskarte in der DNN steht die Robotron-Kantine noch.
Hoffentlich schafft Nestler Tatsachen und das Ding ist auf einmal weg. ;)

antonstädter
07.09.16, 21:17
^Na na na. das ist aber gemein den wackeren Kämpfern von Ostmodern gegenüber.

Wo siehst Du das Ding auf der Karte? M.E. ist es dort entschwunden? Oder meinst Du eine andere Quelle?

Kellertür
07.09.16, 21:20
Solange man nicht zum Billigsten vom Billigen greift, kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Es gibt ausnahmsweise mal keine Umgebung, der man sich großartig anpassen müsste. Schlichte, gut harmonierende Designs und hochwertiges Material (Klinker hören sich schon mal gut an) und ich bin zufrieden.

Chris1988
07.09.16, 21:49
^^

http://www.dnn.de/Foto/Bilderstrecken/2016/9/Robotron-weicht-Lingnerstadt#n18842516-p1

da ist ein Würfel auf dem Hinterhof des Hygiene Museums

antonstädter
07.09.16, 21:57
^Ah ok. Das ist aber nicht die Kantine - die ist viel größer und liegt nordwestlich des Museums.

Guggst Du hier (https://www.google.de/maps/@51.0455317,13.7462464,237m/data=!3m1!1e3), machst Du Power-Yoga.

Ist das (https://www.google.de/maps/@51.0459299,13.7467735,3a,75y,231.6 3h,89.38t/data=!3m6!1e1!3m4!1sc9MhUP0NC2ynlw9 qDm-lZA!2e0!7i13312!8i6656) nicht ein Prachtstück?

Hier die prächtige Westfassade (https://www.google.de/maps/@51.0455597,13.7449557,3a,75y,80.84 h,90.12t/data=!3m7!1e1!3m5!1s7B1t7zOfhwbn7Bp 4D8Bc9w!2e0!6s%2F%2Fgeo3.ggpht.com% 2Fcbk%3Fpanoid%3D7B1t7zOfhwbn7Bp4D8 Bc9w%26output%3Dthumbnail%26cb_clie nt%3Dmaps_sv.tactile.gps%26thumb%3D 2%26w%3D203%26h%3D100%26yaw%3D142.8 0421%26pitch%3D0!7i13312!8i6656).



Keine Ahnung, was das Würfelchen auf der DNN-Karte sein soll. Vielleicht ein Mahnmal für das Kantinen-Kleinod, gesponsert von Ostmodern? Oder ein DDR-Café, genannt "robotron" oder "die kantine"? Natürlich nur echt mit Soljanka und Goldbroiler auf Mitropa-Geschirr.

Arwed
07.09.16, 22:20
Dann möchte ich auch nochmal meinen Senf hinzugeben. Ich finde dieses Projekt großartig! Städtebaulich ist nichts zu kritisieren, wie ja alle vor mir auch schon festgestellt haben. Die einzelnen Gebäude hauen mich jetzt noch nicht vom Hocker, wobei ich schon ein paar ordentliche Ansätze sehen kann. Sehr gut finde ich die Beteiligung mehrerer Planungsbüros, die eine Vielfalt zumindest simulieren können. Keine Illusionen mache ich mir darüber, dass hier so bald ein wirklich urbanes Flair entsteht. Egal wie sehr man sich auch bemüht, das Viertel kommt aus der Retorte. Das kann man aber niemandem vorwerfen.
Interessant finde ich auf dem Lageplan die Weiterführung der Bebauung nördlich der Herkulesallee. Dies gefällt mir im großen Ganzen ebenfalls recht gut, wenn ich mir auch gewünscht hätte, dass die Zinzendorfstraße ihren historischen Verlauf wiederbekommt, statt schräg abzuknicken und in einen Innenhof zu münden.
Zuletzt noch eine Bemerkung zur geplanten "Carusstraße". Eigentlich verlief diese Straße am Rand des Quartiers. Die künftige Häuserreihe zur St.-Petersburger-Straße wäre damit eigentlich eine Straßenseite der Carusstraße. In der Mitte des Quartiers gab es keine weiteren Straßen.

arnold
08.09.16, 09:14
"da ist ein Würfel auf dem Hinterhof des Hygiene Museums"

Ich habe den "Würfel" bisher als Wasserbecken interpretiert. Fließt nicht genau an dieser Stelle der Kaitzbach?

Kellertür
08.09.16, 11:40
Ja genau da müsste der Kaitzbach langfließen. Wie ein Gebäude sieht es in der Karte jedenfals nicht aus, es gibt ja auch noch einen kleinen blauen Punkt auf der Ecke Lingnerallee/Blüherstraße (da müssten im Moment noch Bäume stehen).

Stadtträumer
08.09.16, 14:03
Eigentlich ein Projekt, wo sich alle Architekten mal so richtig austoben könnten. Sogar gern in Einbezug von Studenten, welche meist noch spektakulärere Zugänge haben, als die Seniorenschaft des Faches. Die gezeigten Fassadenentwürfe lassen in mir jedoch nicht viel Hoffnung keimen.
Zum einen haben die alle dieselbe Höhe und schließen flach ab. Vom Rathaus, Külzring und Ferdinandplatz betrachtet, würde sich das also optisch kaum vom abgerissenen Gebäude unterscheiden. Plädoyer für mehr (architektonischen) MUT! Differenzierter planen, Einheit in der Vielfalt und ein vielfältiges Spektrum an Materialien und Farbgebung. Höhendominanten, Torsituationen und Blickbeziehungen schaffen.

Und wenn Herr Kulka schon einen "Central Park" - Charakter plante, dann kann doch multikulturelle Materialität, in Form von verschiedenen Steinsorten aus aller Welt, nicht schaden?! Ein Viertel, welches nicht dem Sandstein, als Fassadenplatte, ergeben ist, kann Dresden auch ganz gut gebrauchen. Den ein oder anderen Fassadenschmuck kann man dann wieder in Sandstein meißeln. ;-)

antonstädter
08.09.16, 16:56
^^^^Aus heutiger Sicht verlief die Carusstraße am Rande des Quartiers, korrekt, östlich der nordwärtigen Richtungsfahrbahn der St. Petersburger, vor dem gerade abgerissenen Block, und traf in(!)der Südwestspitze des noch stehenden Blockes auf die Johann-Georgen-Allee. Historisch schlossen sich in westlicher und nördlicher Richtung die ausgedehnten Grundstücke der Kreuzschule und der 1. Bürger- und 9. Bezirksschule am Georgplatz an, also genau auf dem Gelände der heutigen Verkehrsschneise.

Ansonsten gab es in dem betroffenen Bereich nur noch die parallele Zinzendorfstraße und südlich der Johann-Georgen-Allee die Borngasse, nördlich noch die Katechetenstraße als Verlängerung der Carusstraße zur Pirnaischen Straße. Planvoll wurde hier offenbar nichts angelegt, das sieht doch alles sehr nach einem historisch gewachsenen Zufall aus. Im Vergleich kommt die geplante Straßenführung sehr durchdacht daher. Strukturell also eine deutliche Verbesserung selbst gemessen am Vorkriegszustand, und wo kann man so etwas in der Dresdner Innenstadt sonst behaupten?

antonstädter
08.09.16, 21:23
Ich habe mich mal ans Werk gemacht und zur besseren Verdeutlichung mithilfe der Grafik aus der DNN eine Überlagerung gebastelt. Sie zeigt die heutigen Verkehrswege inklusive der Rudimente des Vorkriegsstraßennetzes, darunter selbiges und die neu geplanten Straßenzüge. Die neuen Straßen habe ich unbenannt belassen, sicher wird man sich hier wie andernorts von den Vorkriegsnamen inspirieren lassen. Deutlich wird die von Arwed angesprochene deutlich südlichere Trassierung der neuen Carusstraße.

Die Grundgrafik ist natürlich ausdrücklich NICHT von mir. (Quelle: Peter Kulka Architektur)


http://abload.de/img/lingnerstadtfil80.jpg


Hier (http://abload.de/img/lingnerstadt59aup.jpg) in Groß. Die Grafik ist mit heißer Nadel gestrickt, man sehe mir die gestalterischen Unzulänglichkeiten nach.

Elli Kny
08.09.16, 21:48
^ besten Dank für die erneut schöne Darstellung. Ich denke, wir hoffen alle mit dir, was die Namensbezeichnungen angeht, jedoch sehe ich da schon die eine oder andere Politofferte zu "Fridel-Caroline Huschler-Maybock"-artigen Verzerrungen. Es liegt mE hierzu ja ein noch nicht alter Ratsbeschluss vor, welcher bei Neubenennungen Frauenbezeichnungen als genderstreamige Erstwahl vorschreibt. Dem sollte man hier (wie auch andernorts) freilich mitnichten nachkommen.

Für die neue Sichtachse zum Rathausturm mag ich mittlerweile gar werben und Mut zusprechen. Das ist eine ganz große städtebauliche Geste und Figur. Die alte Moritzstrasse wird wohl auch beim besten Willen nie mehr kommen. Das Argument braucht man hier allerdings nicht mal, denn die neue Chose ist auch nicht von schlechten Eltern.
___________________________________ ___________________________________ __

Was die Umgestaltung weiterer Bereiche Richtung Ferdinandplatz/Georgplatz, entlang der Bürgerwiese oder die Ringausformung-Ost betrifft, möchte ich doch nochmals die eiligen Vordenker um Zurückhaltung solcher Forderungen bitten, handelt es sich doch um jeweils völlig verschiedene Paar Schuhe. Eins nach dem anderen. Nun gehts erstmal hier los und auch das möchte erstmal umgesetzt sein. Das hiesige Großprojekt schließt ein harmonisches Weiterbauen gen Georg- und Ferdinandplatz (oder auch sonstwohin) keineswegs aus.
Für die Bürgerwiese habe ich wie auch für den Ring schon lange eigene Überlegungen, wo ich hier aber aus Zeitgründen noch nicht zu Potte kam. Vor einigen Monaten hatte schon jemand mal seine Ideen hier grob visualisiert.

Arwed
08.09.16, 21:52
Vielen Dank Antonstädter. Deine Karte zeigt die Veränderungen sehr gut.

Ich hoffe auf die Wiederaufnahme einiger Straßenverläufe und -namen. An der Stelle des Atriumklotzes mit der Cityherberge passiert aber vermutlich sowieso so schnell nichts.

Stadtträumer
09.09.16, 13:38
Klares Fürsprechen für die Lingnerallee und der Sichtachse zum Rathaus. Nur sollte die angrenzende Bebauung verstärkt representativ und nicht untergeordnet sein. Schließlich stehen diese Gebäude dann Spalier und sind Hauptakteure in dieser Inszenierung. Da kann man ruhig mal was wagen und sich nicht klein und grau in die Statistenrolle abdrängen lassen.

Die Namensgebung sollte sich da wirklich an der Historie orientieren. Wenn die Stadt gern was Gegendertes benennen mag: in Pieschen am Elbcenter gibts noch den "Platz ohne Namen" - das wär in der Maßnahme nen möglicher Austauschpfand.

antonstädter
10.09.16, 11:17
Angeregt durch die doch sehr interessante Diskussion bezüglich der Neubebauung der „Lingnerstadt“ habe ich mir gestern abend den Ist-Zustand zu Gemüte geführt und gleichzeitig nach Spuren der Vorkriegsstrukturen gesucht. Manches doppelt sich mit dem Beitrag zur Ringlinie 4 (siehe Verschwundene Straßenbahnstrecken), man möge es mir nachsehen.


Der Rundgang begann an der Blüherstraße, die dem historischen Verlauf der südlichen Albrechtstraße entspricht.

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Blick nordwärts Richtung Grunaer Straße. Ursprünglich setzte sich die Albrechtstraße nördlich Richtung Pillnitzer Straße fort, heute ist sie hier überbaut.

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Südlich des Dorint-Komplexes vom Anfang der neunziger Jahre erstreckt sich die neu angelegte Pirnaische Straße, in Reminiszenz an die verschwundene uralte Landstraße, die am Neumarkt ihren Ausgang nahm. Adolf Hantzsch schreibt in seinem „Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens“ von 1905:

Pirnaische Straße, die am Pirnaischen Tore beginnende Fortsetzung der gleichnamigen Straße in der innern Stadt (jetzt Landhausstraße) und der Anfang der nach Pirna führenden Landstraße. Sie hieß zunächst nur Pirnaische Gasse, seit 1840 Äußere Pirnaische Gasse und erhielt 1859 ihren heutigen Namen.

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Die alte Straße verlief weiter südlich und hat bis heute physische Reste hinterlassen. Deutlich erkennbar ist im Verlauf der Blüherstraße der leicht erhöhte Kamm, auf dem der mittelalterliche Weg sicher vor den Hochwässern von Elbe und Kaitzbach angelegt worden war.

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Die einstige Kreuzung von Albrecht- und Pirnaischer Straße ist stadtseitig noch intakt, selbst die originalen Fußwegecken sind noch vorhanden.

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Die Fortsetzung Richtung Großer Garten allerdings ist aufgeschüttet unter der „Cockerwiese“ verschwunden. Noch nicht einmal ein Fußweg folgt hier dem einstigen Straßenverlauf, dafür wurde ein solcher als Verlängerung der Herkulesallee angelegt. Diese wird die Hauptentwicklungsachse des neuen Quartiers bilden.

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Der stadtseitige Abschnitt der alten Pirnaischen Straße ist noch gut erkennbar und dient heute als Zufahrt zu einem wilden Parkplatz. Selbst das originale Straßenpflaster ist hier noch vorhanden!

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Ehemalige Pirnaische Straße, mit Originalfußweg der Albrechtstraße. Hat was von Pompeij in Dresden!

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Gedenktafel für das berühmte Joe-Cocker-Konzert, das der Wiese ihren volkstümlichen Namen gab. Hochhäuser und Gläserne Manufaktur verschwimmen im Gegenlicht.

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An der Lingnerallee, der früheren Johann-Georgen-Allee, lag das freitägliche Markttreiben in seinen letzten Zügen.

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Von der Zeit vergessen schlummert der westliche Teil der Lingnerallee in einer Art Hinterhofsituation vor sich hin, genutzt nur als Parkplatz für Stadionbesucher oder Schoppingtouristen aus den Seitentälern der Elbe. Dies wird sich in den nächsten Jahren grundlegend wandeln.

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Blick in der Achse der Johann-Georgen-Allee Richtung Ring. Deutlich wird die Lage des Rathauses außerhalb dieser historischen Sichtachse, die einst bis zum Neumarkt reichte.

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Originale Granitplattenfußwege an der einstigen nördlichen Bebauungskante.

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Aus der vermoosten runden Aussparung erhob sich einst eine Gaslaterne.

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Die neue Hauptachse wird wie angesprochen in der Flucht der Herkulesallee verlaufen und direkt auf das Rathaus zuführen. Die Lingnerallee beschreibt hier heute noch einen provisorischen Knick, das eingezäunte Ödland nördlich der Straße wird von dem neuen Straßenraum eingenommen werden.

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Die letzten Ausläufer der historischen Johann-Georgen-Allee, bevor sie im Robotron-Komplex verschwindet.

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Einstige Einmündung der Zirkusstraße, die genau auf den Parkeingang der Zinzendorfschen Gärten zulief.

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Direkt gegenüber hat einer der beiden barocken Eingangspavillons in ruinösem Zustand überlebt.

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Der Blick zurück zeigt die durch den Robotron-Bau links angedeutete, noch anzulegende neue Straßenflucht, spitz abgehend die alte Johann-Georgen-Allee, ganz rechts das Torhaus.

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Der noch vorhandene Teil der Zinzendorfstraße ist der Ausgangspunkt der anstehenden Neuentwicklung des Areals. Links die Ostmodern-Kantine, rechts das im Abbruch befindliche Rechenzentrum.

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Einst erstreckte sich die Zinzendorfstraße bis zur Pirnaischen Straße, heute verliert sie sich im Innenhof des nördlichen Robotron-Komplexes. Möge auch dieser bald weichen!

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Noch eine etwas längere Zukunft dürfte dem der St.-Petersburger Straße zugewandten Riegel beschieden sein. Wir stehen fast an der einstigen Einmündung der Carusstraße in die Johann-Georgen-Allee, unter uns fließt der Kaitzbach. Der Block wurde direkt schräg auf die Katechetenstraße gekachelt.

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Blick auf die Abbruchruine des Rechenzentrums.

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Wir befinden uns direkt an der einstigen Einmündung der Borngasse in die Carusstraße. Der Skaterpark wird sich mittig auf der neuen Allee befinden.

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Verlauf der ehemaligen Carusstraße im Grün südlich der St. Petersburger Straße. Die Carusstraße war bis 1863 Teil der 1450 bereits urkundlich erwähnten Borngasse.

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Weiter in Teil 2.

antonstädter
10.09.16, 11:24
Abbrucharbeiten am einstigen Robotron-Komplex.

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Durchblicke am Georgplatz, von den einstigen Schulgrundstücken.

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Die lädierte Informationstafel entstand 1989 zur Würdigung des Schöpfers der Bürgerwiese, Peter Joseph Lenné, an dem die DDR anlässlich dessen 200en Geburtstages einen Narren gefressen hatte. Gleichzeitig wurde das Endstück der Parkstraße in Lennéplatz umbenannt, denn die Lennéstraße selbst belegte zu dieser Zeit ja ein gewisser Dr. Richard Sorge. Sie erhielt ihren Namen erst 1991 zurück. Der schmale Weg links war einst eine richtige Straße, hier befand sich das von Semper entworfene Palais Kaskel-Oppenheim. Entlang des Weges wird sich auch die südliche Bebauung des neuen Quartiers bis zur Zinzendorfstraße ziehen.

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Nebenan tut die Firma Nestler das, was sie am besten kann: Entsorgen!

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Rathausturm mit Robotron-Ruinen.

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Dieser wilde Anblick wird bald der Vergangenheit angehören. Im Hintergrund die City-Herberge und ein Wohnhochhaus an der Grunaer Straße.

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An der Ecke zur Zinzendorfstraße steht noch immer die Informationstafel und weist Wege ins Nichts.

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Zinzendorfstraße. Die Bäume zur rechten gehören zum Park des Zinzendorfschen Palais, oder Sekundogenitur, und dürften schon Einiges erlebt haben.

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Ein letzter Blick auf die Robotron-Ruinen. Tschüssi und Auf Nimmerwiedersehen!

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Die Erich-Kästner-Schule darf bleiben. Im momentanen Zustand allerdings gereicht der unsanierte „Typ Dresden“-Schulbau dem entstehenden Quartier kaum zur Zierde.

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Gegenüber sprudelt der wiederentstandene Brunnen im Park der Sekundogenitur.

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Ausgebuddelte Grundmauern des Palais, dahinter der monströse Neubau des Deutschen Hygiene-Museums, der ohne Rücksicht auf Verluste mitten in den Park geklotzt wurde und das kleine Palais daneben fast erdrückte. Man sieht, Bausünden sind in Dresden nichts Neues…

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Dresdner Kontraste: Weltkriegsruine, Abrissruine, Rathausturm, Hygienemuseum.

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Blickachse zur einstigen Gartenfront des Zinzendorfschen Palais.

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Restaurierte Figurengruppen am Parkeingang an der Blüherstraße.

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Wir sind am Lingnerplatz angenommen, benannt nach dem Erfinder eines gewissen Mundwässerchens und Gründer des späteren Hygienemuseums.

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Der südliche Teil der Blüherstraße weicht seit den 1930er Jahren vom historischen Verlauf der Albrechtstraße ab. Die Heckenecke verdeutlicht, dass der ursprüngliche Straßenverlauf vom Stadiongelände in Anspruch genommen wurde. Die alte Albrechtstraße verlief schräg durch das heutige Stadiongelände und mündete deutlich weiter südlich auf die Bürgerwiese.

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Die Verlängerung der Hauptallee zum Lingnerplatz am Georg-Arnhold-Bad vorbei war lange Zeit namenlos und trug ihren Namen erst ab 1971. Seit 2010 heißt dieser Abschnitt Helmut-Schön-Allee. Im Hintergrund ist das Palais im Großen Garten zu erahnen.

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Zu guter Letzt begeben wir uns noch einmal auf die einstige Johann-Georgen-Allee, diesmal an der Lennéstraße, und blicken durch deren Mittelstreifen gen Innenstadt. Den anstehenden Umwälzungen in diesem Gebiet kann man nur mit großer Vorfreude entgegen sehen.


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Schönes Wochenende!

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arnold
12.09.16, 21:59
Sehr spannend! Danke, auch wenn ich das DHM nicht als Bausünde bezeichnen würde ;)

antonstädter
12.09.16, 22:13
Aus heutiger Sicht sicher nicht, damals wohl schon...

http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/hauptkatalog/0304000/df_hauptkatalog_0304465.jpg

http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/hauptkatalog/0018000/df_hauptkatalog_0018949.jpg

http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/hauptkatalog/0310000/df_hauptkatalog_0310417.jpg

http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/hauptkatalog/0307000/df_hauptkatalog_0307834.jpg

Nach der Beräumung (der heutige Zustand kommt dem schon wieder nahe ;-) ):

http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/hauptkatalog/0149000/df_hauptkatalog_0149284.jpg

Problem war, wie so oft, nicht das Gebäude selbst, sondern der Standort. Da ringsrum aber alles verschwunden ist, ist das aus heutiger Sicht sicher völlig anders zu bewerten.

Elli Kny
12.09.16, 23:32
^ bissel mehr Großgrün um den nackschen DHM-Hintern täte ganz gut und ist wohl auch bezweckt. Bei Bild 2 hatte sich der Fotograf wohl falschrum hingestellt. :D

Der Bereich Straßburger Platz wurde nun erneut im Stadtmodell aktualisiert,
wobei der Teppichfreund-Neubau gemäß Anweisung des zuständigen SPA-Sachbearbeiters noch in bisheriger Altplanung verbleiben sollte.
Für die, die es noch nicht wissen, ist die Form der Berufsakademie von oben gesehen sicher aufschlussreich.
Obendrein habe ich den pohl-projects-Standort mal in orange eingemalt.
https://abload.de/img/p1010725euqfe.jpg

Elli Kny
17.09.16, 00:12
Fernblick-update
https://abload.de/img/p1010844ozs29.jpg
https://abload.de/img/p1010846yxs2e.jpg

https://abload.de/img/p1010850aassm.jpg
https://abload.de/img/p1010849u3sra.jpg
^ Schloss Wachwitz (am Hang hinten) und Herz-Jesu-Kirche (eingerüstet) blicken über den Lingnerstadtklötzern empor

Chris1988
19.09.16, 22:29
Ich habe gerade gelesen, dass in Zukunft auch der Teil des Blüherparks nördlich des Hygienemuseums angegangen werden soll. Ich vermute erst nach Fertigstellung der Lingnerstadt.
Unter anderem soll auch das eine Torhaus an der Lingnerallee restauriert und das zweite wieder aufgebaut werden.
Da könnte man doch auch gleich noch das Wasserbecken oder den Teich, den man auf historischen Karten anstelle der Robotron-Kantine sieht, wiedererrichten.
So wäre der Platz sinnvoll genutzt ;)

Hat jemand Bilder davon?

Elli Kny
23.10.16, 08:34
^ steht mE im Förderantrag EFRE für Johannstadt/Pirn.VS. Sobald die Fressbude weg ist, könnte man loslegen, ich glaube, es ist für 2018 eingetaktet - egal ob die da gegenüber baustellig schon zu Potte kommen oder nicht. Torhaus auch so bis 2019, glaub ich.

Elli Kny
23.10.16, 16:56
Robotron-Abriss - Fensterachse gerettet

Am 6. Okt. kam ich dort zufällig rum, siehe folgende Bilder. Offensichtlich blieb dieser nun endlich mal gelungene Ausbau intakter Buntglasabschnitte der Öffentlichkeit unbekannt. Warum es an der Südecke klappte? - unklar!
Es ist nicht zu verwechseln mit dem Abbau der Rechenzentrumsfassade zuvor nebenan, welche einst ein sächsisches Erlebnisbad damit schmücken soll. Ob auch hier privates Engagement dahintersteht, sollte mal die Lokalpresse in Erfahrung bringen.

Ähnliche Buntglasfenster haben sich im Übrigen am Strömungsmaschinen- bzw. Zeitenströmungshochhaus an der Königsbrücker erhalten - siehe #64 - Bilder 2-4 (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=504406&postcount=64).

https://abload.de/img/p1020270rjs62.jpg
https://abload.de/img/p10202714hsq3.jpg
^ wieviele Elemente schlusslich am Transportaufsteller eintrudelten - keine Ahnung. Es waren zum Zeitpunkt schon einige.

Na, da kann sich "Ostmodern" nun erstmal wieder hinlegen, oder was?! :)

Elli Kny
29.10.16, 21:36
Berufsakademie am Straßburger Platz - update
zuletzt #202 (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=532769&postcount=202)
https://abload.de/img/p1020667h2upz.jpg
^ zum Platz hin fehlt noch eine Etage
v ein (wohl) Musterfensterelement ist zu sehen - scheint recht wertig
https://abload.de/img/p1020668d6uhs.jpg

Blick aus der benachbarten Berufschule gen Süd
https://abload.de/img/p10206695buh9.jpg
Hier ist der Rohbau auf seiner Endhöhe angekommen, die Staffelstirnseiten sind angeschrägt
https://abload.de/img/p1020670syup8.jpg

https://abload.de/img/p1020675nyumd.jpg
^ auch der Blick an der Ecke Blochmannstrasse zeigt die Schräge und Einrückung der zwei oberen Staffelgeschosse. Betonmischer standen Schlange.

weitere Aussichten von benachbarter Berufschule:
https://abload.de/img/p10206712jufw.jpg
^ Blick zum SP1-Shoppingparadies - eine wahrlich beleidigende Kiste für diese Lage
v Blick zur lego-bunten Wohnplatte "Straßburg"
https://abload.de/img/p10206720yuht.jpg


Für das pohl.projects-Projekt neben Ackis Sportsbar an der Lennéstrasse wurden betreffende Bäume kürzlich gerohdet. Ein Vermarktungs-Bauschild ziert nun den kommenden Bauplatz. Kein Bild.


Abriss Teppichfreund :)
Veränderungen im Gebiet müssen meist mit Abrissen beginnen, was nun auch hier vorliegt.
https://abload.de/img/p1020677v0us7.jpg
https://abload.de/img/p1020678cyuv5.jpg

Ja, da kragen sie klagend gen Himmel - die Ruinenreste unseres Teppich-Kulturguts.
Wie einst die Stümpfe der Frauenkirche, werden sie hier aber nicht ewig mahnen. :D
https://abload.de/img/p1020679soul3.jpg

Gegenüber tragen fleißige Jungpioniere in Elbsandstein die Flamme des Sozialismus ungerührt weiter und lassen sich die Laune nicht verderben.
https://abload.de/img/p1020681cnuhs.jpg


Zu guter Letzt ein Bild aus Apokalyptigorod... ähm, nein, ..von gar nicht so weit nebenan:
Abriss Rechenzentrum am Robotron-Komplex.
zuletzt #204 - Bild 1 (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=535038&postcount=204)
https://abload.de/img/p1020684khu3o.jpg

dynat
02.11.16, 09:56
Zu pohl.projects (zuletzt in #239 (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=542275&postcount=239)) hier ein Link:
http://www.pohl-projects.de/01--Projekte/01--LENNE-TERRASSEN--Vertrieb

Elli Kny
19.11.16, 01:13
und da ist er endlich ... und schon, denn er sollte ggf erst gen Jahresende erscheinen:

Bebauungsplan Nr. 389 A, Dresden-Altstadt I Nr. 44, Stadtquartier am Blüherpark-West

Ratsinfo V1411/16 (http://ratsinfo.dresden.de/vo0050.php?__kvonr=12999)

Das Großprojekt Lingnerstadt wurde in 3 Teilbereiche eingeteilt: A, B und C.
Teil A ist der ganze große westliche Teil. Teil B ist der Mittlere um die "Schräge" und C der Östliche jenseits der Blüherstrasse.

Der Link oben dürfte eine der unverschämt größten Dateibatzen sein, die bisher vorkamen - viel Spaß beim Öffnen. :D
Ich habe mich vorerst nur an Anlage 3 rangetraut (26 MB) - und es ging.
Nungut, es wird bei Beschluss bald eine öffentliche Auslegung folgen.

Ist in den Planansichten oder in den textlichen Festsetzungen irgendwas Interessantes zu erfahren? Mir fehlt bislang die Zeit.

Ich kann abseits dessen nur mitteilen, daß alle Fassaden von den 3 schon mal erwähnten Architekten entworfen werden werden.
Einer davon ist Kulka, der also auch Einzelfassaden machen wird. Die schon gezeigten Visus sind bereits konkrete Entwürfe, die so ähnlich auch kommen werden.

Whywolf_Larry
20.11.16, 07:29
^
Oh weh, das ist ja ein toller Einstand für mich als frischer Neudresdner, kaum ist man hier wird ein weiteres Stück Dresden zerstört. Als wär Dresden nicht schon genug von minderwertigen Nachwende-Bauten verschandelt jetzt baut man hier auch noch so eine Styrobomber-Siedlung.
Das der Dresdner Gestaltungsrat(?) so geschlafen hat, vorallem diesen schrecklichen Sparkassenarchitekt Kulka da ran gelassen hat. Grausam; diese unterirdische Manhattismus-Idee welche nur die Sparfüchsigkeit der Investoren kaschieren soll. Man sollte lieber das Geld verwenden um die zweite Stadtzerstörung durch die Westdeutschen Nachwendeglücksritter wieder zu kitten. Und wenn man dann dabei ist vll. auch das eine oder andere Hässliche historische Gebäude Total umbauen/abreißen. (Ich war echt überrascht das es Hässlichen Historismus gibt, vll. bin ich aber auch durch meine Leipziger Heimat vorgeprägter oder überkritisch)

Arwed
20.11.16, 11:36
@Whywolf_Larry
Ich bin ebenfalls zugezogen und daher unverdächtig die Stadt mit der rosaroten Lokalpatriotenbrille zu sehen. Doch was Du hier zusammenschreibst, ist wirklich ein großer Haufen Grütze!
Ich lasse Dir gerne Deine Meinung, dass das Robotrongelände durchaus Qualitäten hat bzw. hatte. Doch war die städtebauliche Konzeption weder komplett umgesetzt worden, noch waren die einzelnen Bauten hochwertige Beispiele für die Architektur ihrer Zeit. Sehr gut, kenne ich das noch bestehende Atriumgebäude in dem das Hochbauamt und die Cityherberge untergebracht sind. Dieses Haus ist ein labyrinthischer dunkler Kasten ohne jegliche innenräumliche Qualität. Das Äußere ist ein serieller Massenbau, der mit einigen industriell hergestellten Kunstwerken aufgehübscht wurde. Das Robotrongelände verschwendet wertvollsten innerstädtischen Baugrund. Die geplante Bebauung verspricht ein verdichtetes innenstadtviertel in zumindest ordentlicher Bauweise. Ich mache mir keine Illusion darüber, dass hier die Qualitäten eines gewachsenen Stadtquartiers aus der Retorte geboren werden können, das ist meines Wissens noch nirgends geglückt. Doch zumindest werden hier einen Haufen Menschen leben und diesen bisher weitgehend toten Fleck der Stadt beleben.
Der Ansatz hier auf der guten städtebaulichen Planung Kulkas, drei durchaus unterschiedliche Architekturbüros ihre hochbaulichen Entwürfe umsetzen zu lassen, halte ich für sehr gut. Sicher wäre eine Vergabe einzelner Parzellen an unterschiedliche Bauherrn besser gewesen, doch das wäre aufgrund der Eigentumsverhältnisse kaum umsetzbar gewesen. Nicht umsonst gammelte das Areal zwei Jahrzehnte vor sich hin.
Deine Pauschalkritik an Kulka kann ich nicht verstehen, schau Dir den Landtag in Dresden als Beispiel an.

antonstädter
20.11.16, 14:11
^ arwed
Sehr schön beschrieben - da muss ich wenigstens nicht wieder den Part des arroganten A****lo**s übernehmen ;-)

^^Das nenne ich ja mal einen gelungenen Einstand - zurückhaltend, respektvoll und bescheiden, wie man die hiesige Leipziger Gemeinschaft so kennt.

Sicher nicht nur mich würde allerdings brennend interessieren, welches "eine oder andere Hässliche historische Gebäude" denn "Total um[zu]bauen/ab[zu]reißen" wäre? Gibt es da eine Präferenzliste?

Dass übrigens historistische Bauten in Dresden per se hässlicher sein müssen als in Leipzig, ist eigentlich naturgegeben - das besagt ja schon die geografische Lage. Muss außerdem am Wirken der unglaublichen Masse völlig unfähiger und unbedeutender Architekten wie Semper, Nicolai, Canzler, Bräter, Hammitzsch, Möckel, Lossow, Kühne, Viehweger, Dunger, Frölich, Lipsius, Wallot, Erlwein... gelegen haben, die das Elbtal im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert heimgesucht haben. Schlimm, schlimm, schlimm...

Whywolf_Larry
20.11.16, 19:16
^
Wer hat den von der Innenstadt geredet? Spezifisch fallen mir dabei ein paar Villen ein die ich auf dem Weg zur Arbeit sehe. Ein paar sind entscheidungslose Geschmacksdeplazierungen und ein paar scheint das Geld vor den Ambitionen ausgegangen zu sein. In Leipzig gibt's sicherlich auch welche mir sind sie nur noch nie massiert begegnet wie hier. Ausserdem schließt das ja auch nicht aus das es mitsanierte Nachkriegsreperaturen sind.

Thema Kulka
Der sächsische Landtag ist einer diese Nachwende-Augenvergewaltigungen von denen ich sprach und wer das Potsdamer Schloss von innen gesehen hat .....
Der Mann sollte endlich in Rente gehen und sein Städtisches Vernichtungshandwerk aufgeben.

@Lingner Stadt
Der Städtebauliche Entwurf ist einfach nur der offensichtlichste den hätte jeder zweite Architekt dort hingezimnert. Aber durch die schlechte Architektur die dort offensichtlich hinkommt hätte man das auch noch ein weiteres Jahrzehnt stehen lassen können. Stattdessen wütet dort ein Geschmacksverirrter Fünftklassiger Sparkassen-Architekt der ein Anti-Regionalistisches Manhattan dort hinwirken will.

Die Stadt sollte dann lieber das ganze Stück für Stück machen; evtl etwas in der WerkbundStadt Berlin mäßiges und den Rest durch einen intepretativen Typen Katalog errichten, durchsetzt von Parzellen für Baugemeinschaften. Diese Hauruk-investoren Styrobomber-Ghettos sind doch wieder am Ende nicht nur Hässlich sondern auch in jeglicher Hinsicht Unnachaltig. Am Ende wird dann erhaltenswerteres wieder leer und in der nächsten Speckgürtel-Welle sind die Lingner-Budden dann auch wieder leer. Als würde es in Dresden einen Realen Wohnungsmangel geben; der ist wenn dann nur wieder ein hochgejazztes Markt-Darmwindchen....

Arwed
20.11.16, 19:57
@Whywolf_Larry
Irgendwie scheinst Du unzufrieden mit der Welt um Dich herum zu sein, doch kann man (zumindest ich) Deinen seltsamen Wortanhäufungen nicht so ganz folgen.
Vielleicht solltest Du es zuerst einmal mit einem Mindestmaß an korrekter Rechtschreibung und Grammatik versuchen, dann klappt das vielleicht.

antonstädter
20.11.16, 20:12
^Also Arwed, bist Du Dir sicher, dass wir nicht die Nicks verwechselt haben? Solch Geschreibsel ist doch eigentlich meine Spezialität...
Man muss den Armen ja auch verstehen: Da wird er aus den elysischen Gefilden des himmlischen Leipzig in unser irdisches Jammertal verstoßen (freiwillig wird er ja kaum gekommen sein), da kann man schon mal im Weltenschmerz enden.

^^Im übrigen habe ich auch nirgendwo etwas von Innenstadt geschrieben und beziehe mich ausdrücklich auch nicht ausschließlich auf Groß- uind Repräsentationsbauten. In der Innenstadt selbst existiert im Vergleich zu den Vororten ohnehin kaum noch nennenswerte Gründerzeitsubstanz. Die meisten der aufgezählten Architekten waren übrigens durchaus auch im Villenbau aktiv, und das Sempers leider verschwundene "Villa Rosa" als DER Prototyp der hiesigen Villenbauten gilt, ist auch bekannt?

Nun gerade die Dresdner Villen als Vergleichsobjekte für die angeblich minderwertige hiesige Gründerzeitarchitektur heranziehen zu wollen, entbehrt schon nicht einer gewissen Süffisanz. Hättest Du Dich auf die großen Mietskasernen bezogen, meinetwegen. Da gibt es hier wirklich kaum noch repräsentative Vertreter, da sich diese nun mal im total zerstörten Innennstadtkern befanden.

Gerade aber die im Vergleich enorme Auswahl und Formenvielfalt in den Dresdner Villenvierteln, wie Strehlen, Blasewitz oder dem "Hirsch", stellen ja nun wirklich einen ganz besonders herausragenden architektonischen Schatz dieser Stadt dar - da mag natürlich auch das eine oder andere skurrile Häuschen darunter sein. Das müsste man selbst als Leipziger neidvoll anerkennen müssen.

Whywolf_Larry
20.11.16, 21:32
Meine güte wie sich hier an einer Harmlosen Nebenbemerkung aufgegeilt wird wo es um ein paar Villen in Blasewitz geht. Wie man dabei auf Schatzkammer kommt ist mir etwas unklar da dort zb. In der Goetheallee jeder freie Fleck mit Styropor-Nachwende -Villen vollgestellt ist.

Zurück zum Thema; ihr findet also diese qualitativ minderwertige Planung in Ordnung?

Klar entspricht sie "Investoren-Realismus", das ist aber noch kein Grund diesen hochzujazzen. Schließlich ist es kein deut besser als die liegengelassene Ruine. Zumal man sich hier über die DDR-Bebauung aufregt aber nicht über dieses Postmoderne Nachwende Hotel-Monstrum.

Arwed
20.11.16, 21:50
@Whywolf_Larry
Ja, ich finde die städtebauliche Planung sogar sehr in Ordnung (bis auf die diagonal verlaufende Straße in Verlängerung der Zinzendorfstraße, um genau zu sein). Bevor ich mir die Mühe mache, hier zu erklären, warum ich die Planung gut finde, würde ich erstmal von Dir hören wollen, warum genau Du nicht.
Die Tatsache, dass ich bisher das Hotel an der Grunaer Straße nicht verdammt habe, heißt übrigens nicht, dass ich es nicht ganz und gar übel finde (als die Dächer noch pink waren, sah es aber wirklich noch schlimmer aus).

Was Du über die Villenviertel schreibst, ist etwas diffus. Was findest Du nun dort schlimm: die alten Villen (welche bzw. welches Viertel meinst Du denn?) oder die Nachwendebauten?

antonstädter
20.11.16, 22:13
^^Ich bin mal so frei, mich selbst zu verlinken (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=497512&postcount=11).

Von den angesprochenen Styropor - Nachwende - Villen sehe ich da jedenfalls nicht wirklich viel.

Zurück zum eigentlichen Thema: Auch ich finde die Planung weitgehend überzeugend. Das einzig Bedauerliche aus meiner Sicht ist die endgültige Aufgabe der historischen Sichtbeziehung zu Neumarkt und Schloss über die alte Johann-Georgen-Allee, die nunmehr endgültig in der verlängerten Herkulesallee aufgehen wird.