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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dresden: Kulturhistorisches Zentrum - Residenzkomplex


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Elli Kny
20.11.13, 00:27
Stadtmitte, Dreh- und Angelpunkt, architektonisches Zentrum, touristisches Highlight von Weltrang
HERZ und SEELE der STADT

Kulturhistorisches Zentrum
Höfisch-Repräsentatives Ensemble
Residenz der sächsischen Kurfürsten

Dieser Strang widmet sich der heutigen Darstellung des einzigartigen Bauensembles und ist aufgrund der Bedeutung auch Fotogalerie. Denn nach Jahrzehnten des Wiederaufbaus präsentiert sich dieser herausragende Stadtbereich vorrangig in seiner fertigen Gestalt und nur noch bedingt durch vereinzelte abschließende Baumaßnahmen in den nächsten Jahren.

Das Gebiet umfasst den Bereich Theaterplatz, den Komplex des Residenzschlosses, die Zwingeranlagen, die Brühlsche Terrasse mit ihren Bauten und die Verflechtung zum Neumarkt mit dem Johanneum.

Zum Theaterplatz zählen die Staatsoper (Semperoper), die Gemäldegalerie Alte Meister (Sempergalerie), die Kathedrale St. Trinitatis (Katholische Hofkirche), die Altstädter Wache (Schinkelwache) sowie das Italienische Dörfchen.

Zum Residenzkomplex zählen das Residenzschloss (Dresdner Schloss), der Georgenbau (Georgentor), der Fürstenzug, der Stallhof, das Johanneum und das Taschenbergpalais. Der Zwinger gehört zur Residenz wie auch zum Theaterplatz.

Zur Brühlschen Terrasse zählen das Festungsbauwerk (Balkon Europas), das Ständehaus, die Secundogenitur, die Bauten der Kunsthochschule und des Kunstvereins sowie das Albertinum am Brühlschen Garten.

Anfangs werden im Strang einige der o.g. Bauten vorgestellt und dann kann auf die anstehenden Baumaßnahmen eingegangen werden.

Zum Einstand zunächst ein paar allgemeine Impressionen.

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Elli Kny
20.11.13, 21:36
Der Zwinger

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Das Nymphenbad des Zwingers:

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Elli Kny
20.11.13, 22:04
Das Residenzschloss

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Elli Kny
20.11.13, 22:16
Die Gemäldegalerie Alte Meister (Sempergalerie, Semperbau des Zwingers)

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Elli Kny
20.11.13, 22:32
Die Staatsoper (Semperoper)

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Elli Kny
20.11.13, 22:39
Das Taschenbergpalais (Kempinski Grand Hotel)

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Elli Kny
20.11.13, 22:51
Die Kathedrale Sankt Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)

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Elli Kny
20.11.13, 22:59
Der Theaterplatz

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Elli Kny
20.11.13, 23:31
Die Brühlsche Terrasse (Balkon Europas)

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Das Palais der Secundogenitur:

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Das Albertinum (links) und der Kunstverein (rechts) am Brühlschen Garten:

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Die Kunsthochschule und die Kuppel der Frauenkirche:

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Elli Kny
04.12.13, 19:46
Das Albertinum

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Elli Kny
04.12.13, 19:48
Der Kunstverein

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Elli Kny
04.12.13, 20:14
Die Kunstakademie - Kunsthochschule (HfbK)

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RianMa
03.01.14, 23:30
Seit dem letzten Jahr wird die Sempergalerie im Zwinger saniert, nachdem erhebliche Schäden festgestellt worden waren. Durch undichte Stellen im Dach ist Wasser in das Gebäude eingedrungen und hat Wände, Decken und die Parkettböden stark in Mitleidenschaft gezogen. Schimmelbefall war die Folge. Der Freistaat Sachsen investiert in 2013/2014 insgesamt 14,5 Millionen Euro, geht jedoch von einem Gesamtbedarf von 50 Millionen Euro aus. Die Bauarbeiten finden bei laufendem Betrieb statt. Die Ausstellungsfläche der Sempergalerie wurde jedoch notgedrungen verkleinert und zahlreiche Gemälde eingelagert. Zuletzt fand eine Sanierung in den Jahren 1989-92 statt.

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Momentan läuft der erste Bauabschnitt von insgesamt drei BA. Laut der Seite der ausführenden Architekten Sunder-Plassmann Architekten (http://sunder-plassmann.com/projects/92) wird sich das Gesamtvorhaben bis 2017 ausdehnen.

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Die Arbeiten betreffen in diesem Bauabschnitt den östlichen Gebäudeteil.

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Elli Kny
04.01.14, 00:23
Für das Vorziehen dieser Maßnahme muss hauptsächlich das Residenzschloss zurückstehen. Aber die wiederholte Nennung der fast 50 Millionen nur aufgrund von Bauschäden und raumklimatischen Folgen in der Presse greift meines Erachtens zu kurz, denn es wird immer verschwiegen, dass im Ostflügel (derzeit in Bau) bislang die Rüstkammer das gesamte Erdgeschoss in Beschlag nahm. Bevor nun die Alten Meister in die jahrzehntelang fremdgenutzten Räume wieder einziehen, war doch klar, dass dafür gegebenenfalls umfangreiche Umbauten erforderlich sind. Das kombiniert man sinnvollerweise mit einer schon bekannten Sanierungserfordernis am Restgebäude. Die Rüstkammer glänzt nun wieder im Riesensaal des Dresdner Schlosses. Die Gemäldegalerie wird nun für eine Komplettnutzung durch die Alten Meister ertüchtigt und Bauschäden behoben.
Ist der Galerie-Ostflügel fertig, zieht die Interims-Ausstellung dorthin rüber und der Westflügel wird zwecks Sanierung geschlossen.

RianMa
04.01.14, 11:05
Gut, dass du das noch einmal erwähnst. Ich hielt die 50 Millionen zunächst auch für etwas überzogen, wenn es sich hierbei nur um eine reine Sanierung der vorhandenen Gebäudesubstanz handelt. Das Gebäude scheint auch lange Zeit durch ein Notdach geschützt worden zu sein, um weitere Schäden abzuwenden. Das Gebäude wird also letztlich fit gemacht für dessen endgültige Nutzung als Präsentationsfläche für die "Alten Meister". Das bedeutet wohl auch, dass sich die Galerie nach der Beendigung aller Arbeiten stark vergrößern wird, wenn zuvor ein Teil der Räumlichkeiten fremdgenutzt worden sind.

Elli Kny
05.01.14, 18:17
Georgenbau des Schlosses (Georgentor)

Umbau für die Staatlichen Kunstsammlungen im Residenzschloss

der georgenbau wurde unter herzog georg zwischen 1533 und 1535 erbaut.
nachdem der bau seit der wende schon mehrfach baumassnahmen unterzogen war, laufen derzeit entscheidende und finale umbauten im inneren, was von aussen kaum zu erkennen ist.
hauptsächlich geht es um den ausbau des 1. und 2. obergeschosses mit fast 2000qm fläche.
hier der blick vom stallhof: durch die fenster ist der rohbauzustand zu erkennen. erschreckend - fast 70 jahre nach der zerstörung
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nun aber gehts voran:
Mit fünf Millionen Euro unterstützt der Bund den weiteren Ausbau des Dresdner Residenzschlosses zum Museumszentrum der Staatlichen Kunstsammlungen (SKD). Damit kann der Georgenbau bis 2015 weitgehend fertiggestellt werden. quelle: dnn-online.de

Seit 2008 wurden die haustechnischen Anlagen stückweise erneuert. Daher die "Dauerbaustelle" und Schließung des Gebäudes.
Die jetzige Maßnahme umfasst den Ausbau des 1. + 2. OG zu Museums- und Ausstellungsräumen für die Rüstkammer und die Münzsammlung . Als verbindendes Element der Ausstellungen wird das innen liegende Treppenhaus komplett neu errichtet. Im Dachgeschoss ist eine neue Technikzentrale vorgesehen.
Bis 2015 sollen die Räume den Museen zur Verfügung stehen.

hier noch zwei bilder vom georgenbau (georgentor)
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Elli Kny
10.01.14, 17:47
Umbau Gemäldegalerie Alte Meister - Semperbau

nun wird klar, warum die baukosten bei fast 50 mille liegen.
die zeitungen wussten nichts, im web ist noch nichts zu finden (auch nicht bei SIB)
aber die transparente am bauzaun verraten die baupläne:

es entsteht ein neuer hauptzugang im untergeschoss, welches den ost- mit dem westflügel verbindet.

im ostflügel entsteht ein neukonstruiertes treppenhaus mit liftanlage (barrierefreier zugang zu allen etagen).
allerdings wird die galerie auch mit dem umbau nicht barrierefrei, der zugang ist nach wie vor über die türen im tordurchgang und auch im inneren folgen darauf noch kleinere treppenhindernisse.


bunter bauzaun mit viel werbung für die sächsischen touri-highlights
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ostflügel (darunter folgend: westflügel)
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die unterirdische hallenanlage insgesamt
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die bauabschnitte in den jeweiligen geschossen
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blick in den tordurchgang zum zwinger mit seinen kassettendecken
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anblick zu zeiten der zerstörung
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die galerie wird etwas fitter für die zukunft gemacht - v.a. für die erhofften besuchermassen.

Elli Kny
30.01.14, 23:38
Kronentor des Zwingers

letztes jahr fanden am kronentor kleinere aber wohl notwendige ausbesserungsarbeiten an sandsteinbauteilen und kupferabdeckungen statt. seitdem siehts zum beispiel so aus:

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Elli Kny
15.02.14, 21:39
Residenzschloss - aktuelle ansichten

hier ein blick von der nördlichen ecke des riesensaals in den großen schloßhof:
die südfassade (linke bildhälfte) ist noch nicht lange vollständig wiederhergestellt
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hier eine ansicht der ostfassade (rechts) sowie des nordöstlichen wendelsteins - die fassadenrekonstruktion in sgrafitto-technik ist damit abgeschlossen
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hier der prunkvolle laubengang des altans am hausmannsturm
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hier mal ein blick in das haupttreppenhaus in bärengartenflügel - ein modernes implantat im schloßkomplex
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das moderne kuppeldach von kulka über dem kleinen schlosshof - dem hauptentree
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zwischen kleinem schloßhof und taschenberg gibt es noch einen weiteren minihof - welcher bereits seit der wiederherstellung des südflügels überdacht ist
(im südflügel befinden sich die kunstbibliothek sowie büros der staatlichen kunstsammlungen dresden SKD)
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aussicht von erkerfenster des riesensaals auf die schloßstrasse
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Elli Kny
22.05.14, 23:19
Figurenschmuck an der Kunstakademie - Beispiele


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über dem portikus des ausstellungsbaus des kunstvereins thront mittig die athene, die von prometheus und psyche flankiert wird. darunter stehen seitlich je zwei der frauenskulpturen von rudolf hölbe, welche allegorisch für die damalig herausragenden kunstmetropolen stehen: berlin, münchen, düsseldorf und wien.
hier fräulein berlin und münchen. das große relief des tympanon-giebeldreiecks symbolisiert eine kunstausstellung - die verschiedenen künste bringen ihre gaben der bekrönten saxonia dar:
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die berlin hält in der linken hand eine statuette der nike und in der rechten einen insignienstab mit dem adler. die monachia - münchen repräsentierend - hält ein modell der bavaria mit der sie umgebender ruhmeshalle in der hand.
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hier die kuppelabfolge mit der goldenen fama
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28 künstler und bildhauer schufen den figurenschmuck des gesamtkomplexes
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das hauptgebäude der kunstakademie mit gelenkpavillon
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rekonstruierte vergoldete königskrone über der großen kartusche des nordflügels. daneben stehen auf dem attikagesims der kleinen nordkuppel die symbolischen frauenfiguren der kunstgattungen - architektur, bildhauerei, malerei und kupferstich - welche damals hier gelehrt wurden.
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hier letztere beiden im bild und wohl nachahmende putti zu füssen.
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der mittelrisalit des nordflügels ist mit reicher ikonografie geschmück. antike und renaissance (links und rechts des haupteingangs) stehen für antike und christliche kunst. die antike trägt als attribut zeus in der hand, die renaissance hält eine tafel mit raffaels sixtinischer madonna. im mittigen schlußstein ist der genius der kunst dargestellt - als verbindung der kunstepochen.
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hier die renaissance mit der sixtina
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Elli Kny
25.05.14, 20:18
derzeitige Kunstinstallationen am Albertinum

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Knuffte
25.05.14, 21:12
Soll das Rio de Janeiro als Kulisse für ein WM-Public-Viewing symbolisieren? Zuckerhut und Christus? ;)

Wann und ob überhaupt wird der Platz nach dem inzwischen schon ein paar Jahre alten Entwurf von Rehwaldt mit dem "beleuchteten Rasen" umgesetzt?

Für ne temporäre Sache ganz lustig (wenn es nicht etwas Ernsthaftes symbolisieren soll).

Elli Kny
16.06.14, 23:14
Blick aufs Altstadtmodell, an dem gerade die kommenden Neumarkt-Quartiere 6 und 7.2 im Detail modelliert werden (nicht die in orange)
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Blick zu Nymphenbad und Sempergalerie
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Elli Kny
18.07.14, 00:02
Sempergalerie - nun mit Baugerüst zum Zwingerhof

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Kronentor - nun Sanierungen im unteren und letzten Bauabschnitt

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Vorplatz Taschenbergpalais - nun mit barrierefreien Übergängen (gesägtes Pflaster, Bordabsenkungen) an den Ecken des Dreiecksplatzes

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Elli Kny
19.07.14, 21:29
Residenzschloss

der bund unterstützt die weiteren bauarbeiten in 2014 mit weiteren 6 mill. euro.
bis zur gesamtfertigstellung in 2019 summiert sich die bundesförderung auf zusätzlich 26,6 mill. euro. die kulturstaatsministerin grütters überbrachte diese woche diese frohe kunde bei einer baustellenführung durch den schlosskomplex. insgesamt beteiligt sich also der bund bis zur fertigstellung mit zusätzlichen über 32 mill. euro. damit übernimmt der bund etwa ein drittel der noch kommenden baukosten. das jetzige fördergeld fließt in den laufenden ausbau des ostflügels und des georgentors, wo im mai 2015 das münzkabinett und ende 2015 die neue rüstkammer eröffnen sollen. geplant sind die rekonstruktionen des kleinen ballsaals, der ausbau des paradegeschosses im nordflügel sowie der paradegemächer im westflügel.

bislang wurden in summe 285,2 mill. euro ins schloss investiert. die gesamtkosten bis 2019 werden mit 376,6 mill. euro veranschlagt. (soweit berichtete die mopo)
bild von 2011:
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Elli Kny
10.08.14, 23:53
"Kleine Szene" zieht in Semperoper-Funktionsbau

wie die DNN berichteten, wird der seit jahren ungenutzte funktionsbau des ex-opernrestaurants hinter dem opernhaus doch nicht wieder dem restaurantbetrieb zugeführt, sondern wird seit einigen tagen schon zur öffentlichen studiobühne umgebaut:

draufsicht hier (http://binged.it/1q45O5n)

das gebäude wird umgebaut und saniert, das 1. und 2. OG wird zur studiobühne mit 160 sitzplätzen. das EG nimmt künftig die opernkantine mit 122 plätzen auf. das SIB leitet die baumaßnahmen, die bis august 2016 andauern werden. ab diesem november beginnt die entkernung des gebäudes. der freistaat investiert 6 mill. euro und will damit ersatz schaffen für die tanzschule mary wigmans in der villa an der bautzner strasse, die verkauft werden soll. die "kleine szene" der semperoper war lange dort beheimatet und zieht ab 2016 in den neuen funktionsbau. garderoben, toiletten, kassenbereich und ein barrierefreier aufzug werden dann eingebaut sein. die planung übernahm das dresdner büro meyer-bassin. die aussenfassaden bleiben unangetastet, denn die funktionsgebäude stehen allesamt seit 2013 unter denkmalschutz. diese anbauten des chefplaners wolfgang hänsch gelten als bemerkenswerte leistung der nachkriegsmoderne. die sandsteinmasken daran schuf der bildhauer peter makolies.

Elli Kny
11.08.14, 15:08
Sanierung Gemäldegalerie (Sempergalerie)
aktueller Baubericht heute in der DNN - hier lesen (http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/kultur/detail/-/specific/Sanierung-der-Dresdner-Sempergalerie-liegt-im-Plan-Ostfluegel-soll-im-Juni-2015-fertig-sein-1189969480)


Bilderreihe zur Sanierung des Kronentors - hier gucken (http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/kultur/detail/-/specific/Dauerbaustelle-Zwinger-Kronentor-wird-bis-2016-saniert-264266049)

Elli Kny
03.09.14, 08:04
Sanierung Gemäldegalerie (Sempergalerie)


die Baugerüste sind gut versteckt worden - eine Plane zeigt die Fassade
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auch an der Semperoper
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Elli Kny
09.10.14, 23:03
Rückblick: Dresdner Schloss - vor 1989

Quelle: Baubroschüre 1989
„Das Dresdner Schloss – Sicherung der Bausubstanz“, herausgegeben vom VEB Gesellschaftsbau Dresden

Blick aus dem Westflügel zum Nordflügel
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Blick durch den Großen Schlosshof - Richtung Theaterplatz
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Blick vom Westflügel auf die Semperoper
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Quelle: Filmische Dokumentation (VHS)
„Das Dresdner Schloss – Monument Sächsischer Geschichte und Kultur; Von der Ruine zum Richtfest“; Hrgb: Sä. Ministerium für Finanzen

nicht ganz einfach ist das Foto-Festhalten filmischer VHS-Qualität damaliger Zeit:
allerdings sind die herrlichen Filmmotive dies in 3 Kollagen wert:
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Gast14Jan
11.10.14, 18:58
Du liebe Güte, das sah ja furchtbar aus. Man kann gar nicht genug loben, was da mit viel Engagement und Herzblut geleistet wurde und immer noch geleistet wird. Hut ab. Ich mag das Dresdner Schloss sehr.

Elli Kny
29.10.14, 23:22
Sanierung Wallpavillon des Zwinger

ab frühjahr 2015 startet im auftrag des SIB der nächste sanierungsabschnitt am zwinger.
schon jetzt wurden baugerüste gestellt, um untersuchungs-, kartierungs- und vermessungsarbeiten vorzunehmen. insgesamt 20 attikafiguren aus sandstein sollten per autokran herabgenommen werden.
anders als geplant müssen nun 10 attikafiguren im dachbereich vor ort restauriert werden, da zu große eingriffe in die dachhaut für eine demontage nötig wären.

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PM des SIB:
15.10.2014, 10:00 Uhr
Attikafiguren am Wallpavillon im Dresdner Zwinger werden zur Restaurierung abgenommen

In dieser Woche wird im Zwingerhof Dresden am Wallpavillon ein Fassadengerüst gestellt. Das Gerüst dient der Abnahme von 20 Attikaskulpturen auf der Hofseite des Wallpavillons. Mit Hilfe eines Autokrankes werden die Skulpturen voraussichtlich ab dem 20. Oktober 2014 abgenommen. Anschließend kommen die Skulpturen zu einer umfassenden Restaurierung in die Zwingerbauhütte.
Parallel zum Abbau der Figuren stehen ergänzende Kartierungs- und Vermessungsarbeiten im Attikabereich an. Die so ermittelten Daten dienen der im Frühjahr 2015 beginnenden Restaurierung des Wallpavillons.

Bis zum Jahresende 2015 werden die Skulpturen in der Bauhütte umfassend gereinigt und restauriert, um diese nach Abschluss des ersten Sanierungsabschnitts am Wallpavillon auf der Attika wieder aufstellen zu können.
Das Gerüst steht bis Ende November 2014. Die Kosten für Gerüst und den Einsatz des Kranes belaufen sich auf etwa 16.000 Euro.

Durch die aktuellen Gerüstarbeiten gibt es keine wesentlichen Einschränkungen der Besucherwege. Möglich sind ggf. leichte Wegeänderungen bei Auf- und Abbau der Gerüste.

quelle: medienservice.sachsen.de (http://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/194750)

Elli Kny
01.11.14, 07:20
Taschenberg-Palais - Neuanstrich in gleicher Art

http://abload.de/img/dscf48970vuoo.jpg
eigentlich unnötig, noch machte die fassade einen gepflegten eindruck - jedoch mit ersten dreckspuren, die eben zur angejahrtheit gehören. am schloss ggü wird hingegen "voll auf alt" gemacht. blöder kontrast dann. diese allerjährliche übertünchung ist auch am neumarkt zu befürchten, sodass es stets mehr nach disneyland und weniger nach authentischer stadt ausschaut. abwarten.

Elli Kny
04.11.14, 17:59
Fotorunde durchs Residenzviertel

http://abload.de/img/dscf3743h2pxs.jpg
http://abload.de/img/dscf3744tvqg4.jpg
http://abload.de/img/dscf3742z2qee.jpg
http://abload.de/img/dscf37455rru8.jpg
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http://abload.de/img/dscf5095oeoyy.jpg
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http://abload.de/img/dscf51010hodn.jpg

http://abload.de/img/dscf2351xkrxt.jpg
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http://abload.de/img/dscf2352qjok1.jpg
http://abload.de/img/dscf2354u5okt.jpg

schloß: wendelstein nordost - nun ausgerüstet und fast fertig.
damit ist auch die ostfassade des grossen schloßhofs abgeschlossen.
http://abload.de/img/dscf5061anqdd.jpg

wendelstein südost - ebenso
http://abload.de/img/dscf5062cwpu8.jpg

auch 25 nachwendejahre später ist der bauhof vor dem schloss noch nicht verschwunden - aber hoffentlich in den nächsten jahren.
http://abload.de/img/dscf50633wojw.jpg

georgenbau - noch teils ohne fenster, innenausbau läuft
http://abload.de/img/dscf5064yir8b.jpg

Elli Kny
23.11.14, 23:13
Taschenbergpalais - neugepinselt und wieder gerüstfrei
gerüststandort in post 32 (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=450720&postcount=32)
es sind kaum unterschiede in der farbgebung auszumachen. man kann es vor ort mit dem ostflügel vergleichen. im foto wird man es nicht wirklich erkennen. es sieht nur wieder frisch und makellos aus.
http://abload.de/img/dscf5551jguys.jpg


Kronentor des Zwinger - auch wieder gerüstfrei
auch hier die preisfrage: was hat sich verändert? mir erscheinen einige bauteile (so zB die hauptsäulen im EG) heller als zuvor. nächstes jahr gehts am innengewölbe weiter.
http://abload.de/img/dscf5554yluee.jpg
http://abload.de/img/dscf55563suf4.jpg
http://abload.de/img/dscf5555ncu4s.jpg


Wallpavillon - einige ziervasen im dachbereich fehlen nun, der rest muss vor ort saniert werden. nächstes frühjahr kehrt daher das baugerüst länger zurück.
http://abload.de/img/dscf5553thujy.jpg
http://abload.de/img/dscf55522vup6.jpg

Elli Kny
03.12.14, 22:25
Zwingerkopie

nix april april, es gibt doch tatsächlich (mindestens) einen weiteren Zwinger auf der welt.
nach erwähnung im stadtbild-forum hab ich mal recherchiert.

also im westlichsten zipfel von japan wurde noch während der ddr-zeit im städtchen arita eine kopie des dresdner zwingers erbaut (scheint maßstab 1:1 zu sein) - wenn auch nur ein teil der anlage errichtet wurde.
seitenansicht (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b3/Zwinger_Palace_(Arita_Porcelain_Par k).jpg)
eckansicht (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/57/Arita_Zwinger_2.jpg)
website des ortes (http://de.wikipedia.org/wiki/Arita_%28Saga%29) arita

wie bing maps (http://binged.it/12nKJOu) zeigt, war wohl ursprünglich ein weiterbau geplant, denn das gelände zeigt die umrisse des gesamten zwingerhofs.
da zwischen ddr-zeit (vermutlich 1980er jahre) und satellitenaufnahme jahrzehnte vergingen, ist ein weiterbau wohl gescheitert.
die kopie wurde für das arita porcellain museum erbaut und wird auch als museum genutzt. das museum steht als solitär weit ausserhalb der (sehr zerspränkelten) stadt.
arita ist die wiege des japanischen porzellans und damit sozusagen prozellanstadt. die geschichte geht auf das jahr 1616 zurück, und natürlich hatten sie auch kontakte mit dem starken august hierzulande. daher ist dresden dort seit eh und je bestens bekannt.

weitere zwingeransichten gibts hier (http://www.visitkyushu.org/2014/06/27/arita-porcelain-park/) zu sehen. das ganze nennt sich sogar "porzellan-park" und ist auch bei googlemaps (https://www.google.com/maps/@33.1655052,129.9082162,392m/data=!3m1!1e3?hl=de) zu sehen.
vielleicht wird ja zum 400jährigen jubiläum 2016 ein stück weitergebaut.

Elli Kny
06.12.14, 22:24
Bierhaus an Brühlscher Terrasse

siehe Transparent am Gebäude. Erstaunlich wie lange das alles dauert.
http://abload.de/img/dscf587122ur8.jpg

Elli Kny
09.12.14, 18:15
Busmannkapelle

wie die SäZ schreibt, kommt nun bewegung in die sache. die neuerliche verzögerung scheint weiterer fördermittelaquise geschuldet zu sein, die nun erfolgreich war. damit braucht keine abgespeckte variante mehr gebaut zu werden sondern die sache kann fertiggestellt werden.
im märz 2015 soll der bau des glaskubus begonnen werden, im sommer will man fertig sein. dabei dauert die zügige montage des kubus nur max. 1 monat. es stehen 1,6 mill. euro zur verfügung, weil nun auch 500000 euro vom mauerfond des bundes kommen können. der freistaat gibt 689000, die stadt 340000 euro. hinzu kommen zahlreiche kleinere beträge, so von einer stiftung sowie von spendern.
im aus sichtbeton gestalteten kellergeschoss werden 12 grabplatten aus der sophienkirche ausgestellt, die derzeit in restauration sind. eine 13. platte wird nahe des eingangs eingebaut.
1994 beschloss der stadtrat diese gedenkstätte, den wettbewerb 1995 gewann das dresdner büro gustavs und lungwitz. also es wird mal zeit.
die gedenkstätte soll "mahnmal gegen den mißbrauch politischer macht zweier diktaturen sowie gedenkort für die toten der bombenangriffe" sein.

Elli Kny
20.12.14, 00:13
Georgenbau des Schlosses - Kurzinfo

die SäZ (http://www.sz-online.de/sachsen/dresden/naechste-etappe-bei-schloss-sanierung-2999877.html) berichtet.

Im kostenpflichtigen Artikel steht, dass derzeit das Rotseidene Zimmer im 2.OG rekonstruiert wird - das "schönste Vorzimmer des Schlosses". Der exklusive Stoff für die Wandbespannung kommt aus Frankreich. Die erste Etage wird bis Ende April fertig. Nicht alle Räume werden rekonstruiert, man setzt nur einige "Schlaglichter", die restlichen Räume bleiben schlicht. Künftige Ausstellungsstücke an Medaillen und Münzen sollen die 7 führenden Staatslenker beim G7-Gipfel dort zu sehen bekommen. Im 2.OG wird auch der 10m hohe Kleine Ballsaal wiedererstehen, der dank der 6 Millionen Euro vom Bund bis Ende 2016 fertig sein wird. Insgesamt werden 16 Mill. Euro in den Georgenbau fließen.

(also ich wurde aus den Artikeln nicht klug, da widerspricht sich so einiges.)

Elli Kny
20.12.14, 23:25
^ Zusatz zum Georgenbau

interessantes Video (http://www.sz-online.de/sachsen/georgenbau-vor-neuer-prachtentfaltung-v1061.html?StoryId=2999877)

Elli Kny
07.01.15, 22:03
Fotofund von Juni 1990 - Luftbild Gerhard Launer
fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/bo-pos-32/0000000/df_bo-pos-32_0000235.jpg (http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/bo-pos-32/0000000/df_bo-pos-32_0000235.jpg)
lustiger- und auch interessanterweise seitenverkehrt im Dateiarchiv

Elli Kny
09.01.15, 00:21
Taschenbergpalais - der Farbtopf schwingt weiter

Dieses Jahr feiert das Gebäude sein 20-jähriges Wiederaufbaujubiläum. Dazu wird das gesamte Äussere farblich aufgefrischt. Die Malerarbeiten sind in 10 Abschnitte eingeteilt, wobei jeder 35-40000 Euro kostet. Zuletzt (link 34 oben) war ein erster Abschnitt eingerüstet und fertiggestellt worden. Derzeit ist witterungsbedingt Pause, aber schon bald sollen alle weiteren Abschnitte in Angriff genommen werden. Daher wird es noch häufiger Baugerüste am Gebäude geben. Gesamtkosten rund 400000 Euro.

Elli Kny
18.01.15, 23:52
Sempergalerie - Sanierung und Umbau

die SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/aus-ruestkammer-wird-skulpturenhalle-3017908.html) berichtet.

Der Ausbau des Ostflügels ist im Mai beendet, im August die technischen Anlagen in Betrieb genommen werden. Danach zieht die (Interims)Ausstellung ein.

Elli Kny
12.02.15, 23:41
30 Jahre Wiederaufbau der Oper

die SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/kultur/auferstanden-aus-ruinen-3037316.html) berichtet.

Elli Kny
28.02.15, 20:59
Wallpavillon des Zwingers wird bis 2017 saniert

DNN (http://www.dnn-online.de/dresden/web/dresden-nachrichten/detail/-/specific/Schoenheitskur-fuer-den-Wallpavillon-im-Dresdner-Zwinger-3008227001) berichtet.

Elli Kny
02.03.15, 21:48
Ex-Operncafé - Umbau zu Studiobühne der Kleinen Szene
Projektvorstellung in Post 26 (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=439655&postcount=26)
Offensichtlich kann es nicht genug Bühnen geben, denn ein SäZ-Artikel berichtete nun vom geplanten Probenzentrum am Postplatz und dessen Umfang an haupt- und nebenbühnengroßen Volumen. Viel neues zum Postplatz gabs nicht, nur daß nun noch einige Wochen Frist laufen, um weiteren Widerspruch eines Minigrundeigners vor dem OLG abzuwarten. Erfolgt dieser nicht, tritt die Ablehnung seines Widerspruchs zur Bodenumlegung in Kraft und das Probenzentrum könnte gebaut werden. Dies hier wird ja eine Veranstaltungsbühne und keine Probenstätte:
http://abload.de/img/dscf7090baspm.jpg


Interessant in dem Zusammenhang sind die bisherigen Funktionsgebäude der Oper am Kleinen Packhof (http://binged.it/1CkIqvZ). Vor Tagen wurde bekannt, dass gut 260 Objekte der DDR-Bauepoche in Dresden bereits unter Schutz gestellt sind. So sind die Funktionsbauten am Kleinen Packhof auch unter Denkmalschutz gestellt. Allein der Riegel hinter dem chromverglasten Kopfbau im Bild entlang der Ostraallee zählt nicht dazu, der Kopfbau aber schon. Damit ist eine bauliche Entwicklung an der Ostraalle sicher nicht ganz einfach, da der Kopfbau bestehen bleiben soll, aber immerhin möglich. Das gesamte Quarree ist im FNP als Kerngebiet ausgewiesen, wobei hier ja nur bedingt und nur am Ostraalleerand etwas möglich werden könnte.
http://abload.de/img/dscf70949bszy.jpg


Diesbezüglich gab es heute einen kleinen Blick ins Innere der historischen Anlage, die sich zwischen Funktionsbauten und Am Zwingerteich erstreckt:
http://abload.de/img/dscf709282s3z.jpg
Die jahrzehntelange Vernachlässigung des als Parkplatz fremdgenutzten Areals fand bisher noch kein Ende, aber nun erschien plötzlich ein Baugerüst am noch dachlosen vorderen Seitenflügel. Das Gerüst soll aber nur als Schutzgerüst für das zerfallende Gestein sein, Sanierungsplanungen existieren nach Bauleute-Aussage nicht. Mal sehen, ob hier noch eine Wetterschutzüberdachung kommt.
http://abload.de/img/dscf7093ywsrd.jpg

Elli Kny
02.03.15, 21:57
Münzkabinett eröffnet nach 11-jähriger Schließung am 7. Juni im Georgenbau:

die DNN (http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/kultur/detail/-/specific/Kunstsammlungen-Dresden-mit-neuen-Projekten-Muenzkabinett-oeffnet-im-Dresdner-Schloss-441452317) berichten.

Chris1988
02.03.15, 22:37
Der Königliche Marstall im Packhof wird wohl auch unter Denkmalschutz stehen oder?
Sollte dann nicht ein Wiederaufbau dieses Objektes über dem Denkmalschutz des DDR-Kopfbaus liegen.

Ist der DDR-Bau an der Kleinen Packhof Straße auch unter Denkmaschutz. So besonders sieht der ja nicht aus..


Ich würde mir einen sanierten kompletten königl. Marstall (alle 4 Seiten) und eine Blockrandbebauung an der Ostra-Allee und Kleinen Packhof Straße wünschen.
Die Ecke der Ostra-Allee zu Am Zwingerteich will ja der Herr Saal nach dem Abschluss seines Projektes durch einen festen Bau ersetzen. Vielleicht nimmt er sich ja auch dem Rest des Quartiers an. :)

Elli Kny
02.03.15, 22:44
^ Ja, der kgl. Marstall war hier unbehelligt meiner Äusserungen zu den DDR-Funktionsbauten. Ja, auch der Riegel an der Kl. Packhofstrasse ist mit Denkmalbezeichnung im Themenstadtplan bedacht, in einer Zeitung wurde über das Quartier vor Tagen berichtet, die Sache ist nur, dass es sich mitunter nur um ein Fassadendetail, eine Kunstplastik oder ein Relief an der Wand handelt. Soviel ich weiß, gibts solches an besagtem Riegel nicht, vielmehr erscheint er wohl durch seine gläsernen Schlitzerker in mE Dreiecksform als etwas Besonderes, alsdann man es für erhaltenswert einstufte.

Elli Kny
04.03.15, 22:57
Staatliche Kunstsammlungen - Infos zum Besucherjahr 2014 - klick (http://www.menschen-in-dresden.de/2015/staatliche-kunstsammlungen-dresden-besucherzahl-ruecklaeufig-vorhaben-immens/)

Elli Kny
10.03.15, 18:03
Sanierung des Wallpavillons beginnt

4,4 Mill. Euro - bis Ende 2017

die SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/treppe-am-wallpavillon-im-zwinger-gesperrt-3055158.html) berichtet.


Zusatzmeldung:
Der seit 5 Jahren amtierende Direktor der Gemäldegalerie Alte Miester sowie des Kupferstichkabinetts, Bernhard Maaz, geht als Direktor an den Pinakotekenverbund nach München. Damit bahnt sich eine Personalneubesetzung an - die beiden Museumsposten sollen künftig wieder getrennt sein. Das entspäche ihrer Bedeutung besser.

Elli Kny
15.03.15, 23:01
Georgenbau
zuletzt oben in Post 46
nun wieder mit tlw. neuen Fenstern
http://abload.de/img/dscf7362zfykw.jpg


Blick über den Postplatz zum Zwinger
http://abload.de/img/dscf73571fl3i.jpg

Elli Kny
18.03.15, 22:05
Taschenbergpalais - der Pinsel schwingt weiter

ein erster Abschnitt ist mE bereits fertig, und zwar die Ecke am Paulaners. Jetzt gehts am Mitteltrackt weiter. Die Zwingerecke wurde bereits letztes Jahr gemacht. Naja, völlig sinnlos die ganze Aktion - Jubiläum hin oder her - Stichworte: in Würde altern lassen, Authentizität zulassen
http://abload.de/img/dscf743138pbv.jpg

Elli Kny
20.03.15, 21:57
Wallpavillon - Treppe gesperrt

http://abload.de/img/dscf7438j3jpu.jpg


Sonnenfinsternis-Sit In am Math.-Phys.-Salon
http://abload.de/img/dscf7439ddkvc.jpg

Elli Kny
06.04.15, 16:10
Münzkabinett im Georgenbau

die SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/neuinszenierung-der-muenzen-im-dresdner-schloss-3074814.html) berichtet über die Einrichtung des Museums sowie dessen baldige Wiedereröffnung nach 11 Jahren.
Davor befand sich die Münzsammlung über Jahrzehnte im Albertinum.

Elli Kny
23.04.15, 22:04
Orangenbäumchen für den Zwinger

Unsere SäZ meldet kostenpflichtig, dass der Zwinger immer schöner wird. Das Kronentor sei fast fertig, Wallpavillon und Sempergalerie ziehen nach. JEDOCH:
Ab 2017 soll der Zwinger laut Schlösserverwaltung zur Orangerie werden. Mit dem Aufstellen von 80 Bitterorangenbäumen (Anm.: da denk ich gleich an Kubaapfelsinen) soll an frühere Ursprünge angeknüpft werden. Die einstige Orangerie war dabei der Leidenschaft des Starken Augusts zu verdanken - der Apfel dieser Idee fiel exakt 1709. Im Winter wurden die Bäume eingelagert, unter anderem in zahlreichen "Orangerien" entlang der Ostraallee. Um 1720 entflammte bei August final eine Sammelleidenschaft für Zitrusgewächse, der Pflanzenbestand des königlichen Hauses wuchs dank dieses "Orangenfiebers" zu dieser Zeit auf 1 159 Orangen- und Zitrusgewächse. 1728 war der Zwinger fertig und wurde zur Galerie. Die Bäume mussten in die Orangerie am Herzogin Garten umziehen oder wurden alleeartig im Hof aufgestellt. Bei den Zitrusfrüchten handelte es sich meist um Pomeranzen. Im 19. Jh. dezimierte sich die Zahl der Bäume und der Rest kam 1880 nach Pillnitz. Heute sind noch 6 Pomeranzenbäume aus dem Zwinger in Pillnitz erhalten, darunter ein ca 300 Jahre altes Exemplar.
Und so solls mal wieder aussehen: klick 1 (http://www.sz-online.de/nachrichten/bilder/so-soll-der-zwingerhof-kuenftig-aussehen-besucher-werden-1468592h.jpg)

Derzeit werden die künftigen Bäume in Großsedlitz herangezogen - klick 2 (http://www.sz-online.de/nachrichten/bilder/so-soll-der-zwingerhof-kuenftig-aussehen-besucher-werden-1468592h.jpg) - 80 Stück und letztjährig aus Italien geliefert. Ab Mitte Mai müssen sie ins Freie und daher passend umgetopft werden. Mit Kompost, Torf, Lava, Lehm, Sand und etwas Dünger - kurz: der Großsedlitzer Mischung - wird nachgeholfen. Blau-weiße Pflanzkübel - wie weiland unter dem starken Kurfürsten. Und es gibt nebenbei auch 15 Baumpaten, von Pirna bis in die Schweiz (Anm.: also von der sächsischen bis in die echte), die die Finanzierung der Zwingerzucht absichern.

Na, wenn August mal nicht selbst eine "Pomeranze" war. Egal. Die "Orangen" sind leider nicht zum Verzehr geeignet und schmecken nicht, allerdings die Konfitüre daraus. Ob die Früchte heutzutage hierzulande so lange hängen wie sie sollen, wird sich zeigen, denn Orangeriebäume sind eigentlich Strassenbäume, die nicht zum Obstsammeln da sind.

Elli Kny
24.04.15, 00:40
Räume des Münzkabinett im Georgenbau fertiggestellt

DNN (http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/kultur/detail/-/specific/Neue-Ausstellungsraeume-fuer-Dresdner-Muenzkabinett-fertiggestellt-Sachsen-investiert-ueber-16-Millionen-Euro-2958286198)
DNN Bilderreihe (http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/kultur/detail/-/specific/Hintergrund-Das-Dresdner-Muenzkabinett-3470959051)

Der Freistaat investierte 16,1 Mill. Euro (davon 1/3 vom Bund). Am 7.Juni ist Eröffnung.
Auf 335 m² werden ca 3.300 Exponate der Münzprägung in Sachsen gezeigt - also gut 1% der etwa 300000 Depotstücke.
Die Raumabfolge umfasst das Rotseidene Zimmer, drei Kabinette und den Elbsaal.

Elli Kny
21.05.15, 15:57
Gemäldegalerie - Gerüste fallen platzseitig (linke Seite)

http://abload.de/img/dscf8770m7res.jpg
Ostflügel ist wieder sichtbar, kaum Veränderungen an der Fassade - aber ein wenig schon :eek: . Vergleich mit Rechts: minimal heller, gelber, sauberer.
http://abload.de/img/dscf877053o2f.jpg

http://abload.de/img/dscf8770w8p5o.jpg
^ Blick vom Cholerabrunnen (vorletze Woche)

Elli Kny
06.06.15, 22:40
Münzkabinett ist eröffnet

weitere Schatzkammer im Residenzschloss, nach 11 Jahren Schließung, nun mit 2,5-facher Ausstellungsfläche wie zuletzt, 3300 Exponate, nur 1% des Bestandes können gezeigt werden.

SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/muenzkabinett-wiedereroeffnet-3120260.html) berichtet.

Elli Kny
04.07.15, 15:31
Rundgang in "bewegten Bildern" durchs historische Zentrum

September 2012 (http://www.bilder-aus-deutschland.de/videos/ein-ausflug-nach-dresden)

Elli Kny
06.08.15, 22:50
Semperopersaal wird nach 30 Jahren Nutzung derzeit renoviert bzw. aufgefrischt.
Man wolle etwa einen Zustand wie zur Eröffnung 1985 erreichen. Na hoffentlich geht da nichts schief.
SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/semperoper-erhaelt-verjuengungskur--3166749.html) berichtet.

Ich fand dazu Bilder vom Saal von Sept. 2011
http://abload.de/img/semperinnen6oijvl.jpg
http://abload.de/img/semperinnen74eu6b.jpg
http://abload.de/img/semperinnen8bgubc.jpg
^ bilder by elli kny

Elli Kny
06.08.15, 23:01
Annäherung an das Ständehaus bzw den Alten Landtag - Schlossplatz

Wer nimmt schon den Figurenschmuck ernsthaft wahr? Durch seine Sandsteinpatinierung macht er es auch nicht einfach - aber die Fotografie kann weiterhelfen:
http://abload.de/img/dscf9213pmjm8.jpg
http://abload.de/img/dscf9214zvkrp.jpg
http://abload.de/img/dscf9216eejfx.jpg
^ der Abschlussvogel on the Top ist echt und war nicht eingeplant.
v Filigrandetail der Wappengloriole
http://abload.de/img/dscf9217ukjxq.jpg

Elli Kny
08.08.15, 23:17
Zwingerbaustelle

Wallpavillon
http://abload.de/img/dscf0541dfqi8.jpg
von aussen sieht man nichts - von hinten an der Treppe auch nur Baugerüste
http://abload.de/img/dscf0543lori0.jpg


auch am Französischen Pavillon am Nymphenbad steht ein Gerüst
http://abload.de/img/dscf054400reg.jpg


Blick auf den heiligen Schmuckrasen im Zwingerhof
http://abload.de/img/dscf0545jjrrw.jpg


Gemäldegalerie - Semperbau

Der Westflügel geht seiner Vollendung entgegen, es läuft wohl schon die Umzieherei.
Hier erkennt man das neue verspiegeltere Fensterglas (links), welches einheitlicher und klarer aussieht:
http://abload.de/img/dscf0540leqj7.jpg

Tobschi
15.08.15, 17:36
Dresden-Abendrundgang

https://picload.org/image/iwagdwg/af1.jpg

https://picload.org/image/iwagdwd/af2.jpg

https://picload.org/image/iwagdwo/af3.jpg

https://picload.org/image/iwagdwc/af4.jpg

https://picload.org/image/iwagdwp/af5.jpg

https://picload.org/image/iwagagg/af6.jpg

https://picload.org/image/iwagagd/af7.jpg

Elli Kny
06.09.15, 07:56
Residenzschloss - Innenausbau
Visuals am Bauzaun Chiaveri-Gasse für geplante Raumrekonstruktionen

Die Bilder sind etwas ungünstig auf durchsichtige Planen gedruckt, sodass häufig etwas Baustellenrassel dahinter durch die Bilder scheint


http://abload.de/img/dscf1105nys9l.jpg


http://abload.de/img/dscf1106nas8a.jpg


http://abload.de/img/dscf1107f2s4p.jpg


http://abload.de/img/dscf1110opsus.jpg


http://abload.de/img/dscf111215sup.jpg


http://abload.de/img/dscf11137espe.jpg

Elli Kny
16.09.15, 00:25
http://abload.de/img/dscf13333us99.jpg

http://abload.de/img/dscf13340es02.jpg


die Sempergalerie bekam - zunächst am Ostflügel - eine neue Kupfereindeckung sowie neue Oberlichter
http://abload.de/img/dscf1335wxs0z.jpg


sonst so: am Ständehaus sind derzeit Gerüste am Mittelrisalit zum Schloßplatz - bis hoch zur höchten Figur.
Hier ganz oben als "Annäherung" gezeigt. Ich hoffe schon lange auf eine Bearbeitung (Aufhellung?) - schauen wir mal was passiert.

Elli Kny
23.09.15, 14:35
Sanierung Sempergalerie - nä. Etappe des Bauvorhabens

SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/naechste-etappe-der-sanierung-des-semperbaus-3205972.html) berichtet.

FritzTowner
25.09.15, 09:41
Olli, vom Blog Bausituation Dresden (http://www.bausituation-dresden.de/2015/09/pelikan-schlossportal.html), hat das Anbringen der Flügel des berühmten (?) Pelikans am Schlossportal in der Schloßstraße dokumentiert.

Elli Kny
27.09.15, 22:33
^ hier ein Pelikan auch fürs DAF:


Firguren- und Leuchterschmuck um den Haupteingang des Schloßkomplexes an der Schloßstrasse - eben mit besagtem Pelikan
http://abload.de/img/dscf1551qxkm2.jpg

http://abload.de/img/dscf1552cfjpw.jpg


Details der Schloßstrasse
http://abload.de/img/dscf1553egjke.jpg


und nun wird auch an der Langgalerie des Zwingers gearbeitet - allerdings unklar, was.
http://abload.de/img/dscf15549kk5v.jpg

Elli Kny
16.10.15, 22:10
Runde durchs Viertel


am Ständehaus wurden die letzten 3 Wochen die Giebelauskragungen bearbeitet und heute wieder die Gerüste abgebaut.
Optisch ist keine Veränderung konstatierbar - alles bleibt schwarz.
http://abload.de/img/dscf1977c6syz.jpg


Blick zur Pantherquadriga der Oper
http://abload.de/img/dscf19790ks16.jpg


Schinkelwache (vorn) und Semperbau (hinten) in Bildeinheit
http://abload.de/img/dscf1981ojsct.jpg


neues Kupfer am Übergang vom Deutschen Pavillon des Zwingers zur Sempergalerie
http://abload.de/img/dscf19824rsqd.jpg


Porzellanpavillon
http://abload.de/img/dscf1983sfsjl.jpg


Kräne am Herzogin Garten über dem Zwinger
http://abload.de/img/dscf19846asnq.jpg


Blick gen Neumarkt zur Baustelle
http://abload.de/img/dscf19851ks5b.jpg


ich hoffe, man kann die herrlichen Sprüche am Schauspielhaus lesen
http://abload.de/img/dscf1988rqs1d.jpg


nun auch erste Gerüste am Französischen Pavillon (rechts), der Wallpavillon ist verhüllt
http://abload.de/img/dscf1989rrsjq.jpg


bessere Optik durch neue Fenster am Ostflügel (rechts) der Sempergalerie
http://abload.de/img/dscf19905js6w.jpg

Elli Kny
20.10.15, 16:05
Baustelle Gemäldegalerie verzögert sich

Die DNN schrieben am 6.10.2015 von einem sich verzögernden Bauende am Ostflügel. So wird nicht zum 30. Oktober wiedereröffnet, wie ursprünglich geplant, sondern der Umzug vom West- in den fertigen Ostflügel ist nun zwischen 04.01. und 25.02.2016 vorgesehen - Eröffnung später.
Das Finanzministerium verweist als Bauherr auf Schwierigkeiten bei solchem Altbau: man musste den Dachstuhl statisch verstärken - wegen der neuen Oberlichter, einer Rohbaufirma musste gekündigt werden wegen Termin-Nichteinhaltung, nun mussten kürzlich erst bemerkte Innenausbauteile, die nach historischem Vorbild gefertigt wurden, neuangefertigt und ausgetauscht werden, weil sie die Brandschutzklasse nicht erreichten. Letzterer Mangel verursacht nun 5 Monate Verzögerung. DNN ende.

Tja, alles weils ein komplizierter Altbau sei, wird behauptet. Nein, es sind klare Fehler der Planenden und Ausführenden!! So wird die um 1990 generalsanierte Gemäldegalerie schon wieder umgemodelt und verhuntzt, da meist brachial alles Innere rausgerissen wird und erst dann der Stress mit den Firmen beginnt, wie derzeit "schön" am Ex-Operncafé einsehbar. Dann kann man nämlich nicht "zurück" und darf immer weiterzahlen. Zu Kostensteigerungen schrieb die DNN nichts - womöglich Gewährleistungsregelung.

Elli Kny
29.10.15, 21:34
Die SäZ schrieb gestern nochmal was zum Pelikan am Schlosseingang Schlossstrasse.
Weiherhin wird berichtet, dass im Georgenbau, im Ostflügel und im Nordostflügel derzeit die Bauarbeiten laufen. Die Rekonstruktion des Kleinen Ballsaales ist auch in vollem Gange. Weiterhin wird der südwestliche Treppenturm im Großen Schlosshof restauriert, wobei nächstes Jahr die dortigen Sgraffitoarbeiten erfolgen.
Parallel laufen Vorbereitungen zu Vorhaben am Langen Gang, der Rekonstruktion der Paraderäume sowie der Bemalung des Altans im Großen Schlosshof.
Das Schloss gehört zu den ältesten Bauten der Stadt. Viele der derzeitigen Arbeiten sind eher im Detail beheimatet.
Erwähnt wird im Artikel auch, dass zum 40. Jahrestag der Zerstörung, dem 13.02.1985, der Generalsekretär Honecker einst verlautbarte, bis 1990 sei die äußere Hülle des Schlosses wiederhergestellt. Soweit kams dann bekanntlich doch nicht.


Hier (http://www.sz-online.de/nachrichten/die-schwingen-des-schloss-pelikans-3235599.html) gibts den Artikel doch noch frei lesbar - mit Bild vom Pelikan.

Dunkel_Ich
08.11.15, 01:33
Grandiose Bilder vom zukünftigen kleinen Ballsaal gibt es bei Andreas Hummel zu sehen, ebenso vom Langen Gang... :daumen:

kleiner Ballsaal

http://www.arte4d.de/index.php/details/items/dresden.68.html

Langer Gang

http://www.arte4d.de/index.php/details/items/dresden.80.html

Elli Kny
11.11.15, 00:21
Eindrücke vom Schloss


Altan im Grossen Schosshof
http://abload.de/img/dscf24836lu8d.jpg


"Goldene Pforte" zur Schützkapelle
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Wendelstein Nordost
http://abload.de/img/dscf2481elumv.jpg


ewiges Baustelleneck gen Schlossplatz - hoffentlich reduziert sich das mal
http://abload.de/img/dscf24857qu44.jpg


Seitentor des Georgentors - seit Jahren verbrettert - sollte man mit Fertigstellung des Georgenbaus mal wieder öffnen
http://abload.de/img/dscf248498uwy.jpg

Elli Kny
11.12.15, 22:36
Wallpavillon des Zwingers - erste Baugerüste sind weg, Obergeschossfassaden + Dach fertig, Innensanierung läuft

Vorzustand (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0f/Dresden-Wallpavillion-gp.jpg)
http://abload.de/img/dscf2961gsxs4.jpg
http://abload.de/img/dscf2962y8ymn.jpg
http://abload.de/img/dscf2963u9ag9.jpg
http://abload.de/img/dscf29648cxk2.jpg
http://abload.de/img/dscf2965b4bxl.jpg
http://abload.de/img/dscf2966nhbbs.jpg
http://abload.de/img/dscf2969vrbx9.jpg
Herkules schleppt immer noch das Erdenrund


auch an der Langgalerie-Ost (siehe weiter oben) sind seit vorgestern die Gerüste wieder weg.

eryngium
12.12.15, 11:32
Schöne Sache, dass man durch das Lasieren der Skulpturen von schwarz zu sandsteinfarben endlich das Bildprogramm des Zwingers erkennen kann; statt nur schwarze Silhouetten vor Himmel zu erkennen, wie früher.

Elli Kny
13.12.15, 19:31
Neues Konzertzimmer für die Semperoper
(wenn schon draussen kaum Rekos stattfinden, so doch mal hier im Inneren)

- 1,3 Mio Euro teures neues Bühnenbildzimmer für Spitzenkonzerte fertig
- das alte Zimmer von 1992 war abgenutzt sowie mit technologischen Mängeln behaftet
- nun Bezugnahme auf einen Semper-Entwurf für die 1. Semperoper (glücklicher Archivfund)
- italienische Spezialhandwerker (Padua, Mailand) stellten das Zimmer her (u.a. auch echte Messingkronleuchter)
- alle Infos und sehr interessant: Artikel im Magazin der Staatskapelle Dresden ab S.14 - klick PDF (http://www.staatskapelle-dresden.de/fileadmin/home/pdf/glanz_und_klang/Glanz_und_Klang_18_web.pdf)
- in 3 differierenden Größen aufbaubar - hier (https://www.fonoforum.de/uploads/pics/15-10-20_neuesKonzertzimmerSemperoper04_c _MatthiasCreutziger.jpg) ein hochaufgelöstes Bild eines sichtlich kleineren Probeaufbaus
- Pressebilder (http://www.staatskapelle-dresden.de/presse/pressefotos/) der Semperoper
- Kurzmeldung (http://magazin.klassik.com/news/teaser.cfm?ID=12191) bei klassik.com

Die Oper machts mal wieder möglich. Ein Traumschloss in wüsten "modernen" Zeiten. Sehr schön!

Christian84DD
13.01.16, 21:14
DNN-Artikel (http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Dresdner-Finanzausschuss-Vorerst-kein-Geld-fuer-Busmannkapelle)

"Für den Bau der Gedenkstätte Busmannkapelle gibt es von der Stadt vorerst kein zusätzliches Geld. Die rot-grün-rote Mehrheit vertagte eine Förderentscheidung jetzt im Finanzausschuss. Die Stadtverwaltung wollte von dem Gremium einen Zuschuss von 200.000 Euro beschließen lassen."

[EDIT: Falls das hier falsch sein sollte einfach umschieben, aber irgendwie hab ich grad nix zur Busmannkapelle gefunden!]

Elli Kny
22.01.16, 23:53
Wie stehts um dresdens Schlösser?

Mopo-Interview mit dem "Herrn der Schlösser", dem Geschäftsführer der gemeinnützigen „Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH“: klickste hier. (https://mopo24.de/Dresden#!nachrichten/stehts-sachsens-schloesser-zwinger-dresden-sachsen-42305)

Es soll eine spektakuläre 3D-Installation in den Kasematten kommen (aber erst ab 2018) und es wird ab 2019 virtuelle 3D-Modelle des Zwingers geben.
Leider wird der Freistaat seine Zuweisungen für die Schlösser und Baumaßnahmen absehbar weiter zurückfahren.

Bonus: heute abend:
http://abload.de/img/dscf364987ok6.jpg

Elli Kny
30.01.16, 00:21
Rüstkammerräume im Georgenbau fertig

DNN (http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Raeume-fuer-neue-Ruestkammer-Schau-im-Dresdner-Residenzschloss-fertig) berichteten.

Es sollen 18 weitere Mio Euro fürs Schloss "zugesagt" sein - was auch immer "zugesagt" heisst.

DD-Fernsehen (http://www.dresden-fernsehen.de/Aktuelles/Dresden/Artikel/1408557/Millionenprojekt-Ruestkammer-im-Residenzschloss-Dresden/)

Ab März gibt es dann die neue Dauerausstellung "Weltsicht und Wissen um 1600".

Elli Kny
12.02.16, 18:31
Sanierung des Langen Ganges beginnt

SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/sanierung-des-langen-ganges-im-dresdner-schloss-beginnt-3322203.html) berichtet.

http://abload.de/img/stallhof577jps.jpg

Elli Kny
17.02.16, 22:15
Rundgang im Schloss

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^ Blick aus dem Riesensaal gen West
v Englische Treppe
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neues Münzkabinett im Georgenbau - zunächst das "Foyer" des Rotseidenen Zimmers
Eröffnung des Kabinetts und Infos - zuletzt in Post 56 (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=474681&postcount=56)
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^ Blick Richtung Schloßstraße
v Blick vom Eckerker des Georgenbaus auf die Schloßstraße
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der Elbsaal mit Blick auf den Schloßplatz - hier aber der Rückblick zum Rotseidenen Zimmer
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nicht nur die intensive Sonne sondern auch generell dreggsche Fenster am Schloß verursachen einen etwas milchigen Eindruck der Aussenmotive
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2 der 3 thematischen Kabinettzimmer
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^ Eckerker-Zimmer gen Chiaverigasse und Ausblick folgend:
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^ der Riesensaal mit Teilen der Rüstkammer
v Leuchter am Eingang Fürstengalerie an der Englischen Treppe
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Fürstengalerie
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eine "Jubiläumsmünze" aus dem Münzkabinett (ca. 5cm Durchmesser)
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arnold
18.02.16, 12:23
Danke für die Bilder, Elli. Die Decke des Riesensaals schaut gut aus. I Like. Hingegen wirkt die Fürsten-Gallerie etwas langweilig und leer. Kommt da noch was?

Elli Kny
04.03.16, 21:44
^ vermutlich ist es der Endzustand und ich finde ihn völlig ok. Schau es dir real an.
Hier ist es wohl nur dem Fotoeffekt geschuldet.


sanierter Ostflügel der Gemäldegalerie Alte Meister wurde letzten Freitag eröffnet!!!
(seltsam, daß es hier bisher niemand erwähnt hat - scheint wohl nicht zu interessieren)

SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/kultur/-und-mittags-ein-besuch-am-canal-grande-3333182.html) - mit aussagekräftiger Filmaufnahme.
Die Sixtina erhielt einen neuen Prunkrahmen - nungut, der alte war mE sogar angenehm unaufdringlich.
Die Osthalle im EG ist als 2-jähriges Interim ausgestattet und wird bei fertigem Westflügel die Skulpturensamlung aufnehmen.

Also mir passte die alte rote Wandbespannung besser als das neue Graublau oder Grau.
Hier der Vorzustand:
http://abload.de/img/sempergalin1c0qtn.jpg
quelle: bild ich

Elli Kny
13.03.16, 22:41
Georgenbau 1.OG wird nun auch (ab 19. März) eröffnet:

neue Dauerausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) "Weltsicht und Wissen um 1600"

Infos der SKD (http://www.skd.museum/de/museen-institutionen/residenzschloss/ruestkammer/weltsicht-und-wissen-um-1600/)

SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/kultur/dresdner-residenzschloss-bekommt-weitere-dauerausstellung-3346513.html)

Chris1988
17.03.16, 09:09
Seit heute kann man zu den Öffnungszeiten des Verkehrsmuseums(10-18Uhr) vom Jüdenhof durch den Lichthof des Johanneums zum Stallhof durchlaufen ohne Eintritt zu zahlen.
Der Lichthof wurde umgestaltet, um so mehr Besucher anzulocken. Also ist es jetzt wie im kleinen Schlosshof.

https://mopo24.de/nachrichten/dresden-verkehrsmuseum-lichthof-fussgaenger-passage-59148

Elli Kny
20.03.16, 09:26
Der Bund gibt "weitere 6 Millionen" fürs Schloss - DNN (http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Bund-gibt-weitere-Millionen-fuer-Dresdner-Schlossausbau) berichtet.
Seit 2013 summiert sich die Förderung durch den Bund bereits auf 17 Mio. Euronen.
Das Geld soll v.a. in die Wiederherstellung der fürstlichen Paraderäume im Westflügel fließen.
(ich glaube, diese Meldung ist auch nur aufgewärmtes Irgendwas.)

Da ja häufiger über Geldzusagen und dergleichen am Schloss berichtet wurde, jedoch die Landesregierung idR. gern jede Chance nutzt, um wiederum ihren Anteil im Windschatten der Fördergelder (möglichst unerkannt) abzuschmelzen, bleibt die Frage, wie hoch denn die tatsächlichen Landesmittel pro Jahr (gewesen) sind. Eine transparente Auflistung der Zuschussentwicklung über die letzten zB 10 Jahre wäre sicher sehr aufschlussreich. Sehr wichtig wäre auch die Angabe der jeweiligen Geldtöpfe, aus denen gezahlt wird bzw vom Land weitergegeben wird. V.a. hier herrscht mE horrende Verschleierung mit System.

Elli Kny
02.05.16, 00:05
Semperoper bekommt 3 Millionen für kleinere Arbeiten

SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/rund-drei-millionen-euro-fuer-instandhaltung-der-semperoper-3385483.html) berichtet.

Elli Kny
19.05.16, 18:00
Gemäldegalerie - Ostflügel wohl nun fertig

Die folgenden 2 Bilder zeigen zunächst die überarbeitete Fassade des Ostflügels sowie darunter zum Vergleich (quasi Vorzustand) den Westflügel in noch bisheriger Optik.
Die Veränderungen müsst ihr schon selber rausfinden. :)
https://abload.de/img/dscf5578ztuf8.jpg
https://abload.de/img/dscf5579yxup8.jpg


Schmalseite Ostflügel:
https://abload.de/img/dscf55766xup5.jpg
Die Aussenanlagen wurden wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt.
https://abload.de/img/dscf5575xnupn.jpg

Die Ansichten zum Zwingerhof haben sich mE nicht verändert (oder doch?, in Nuancen?), sodaß ich dahingehend erstmal keine Bilder machte.


Semperoper - bekam eins "auf die Nase"

Die Hauptplastik der Patherquadriga wird derzeit saniert. Hier ein gepostetes Bild (http://abload.de/img/semperoperquadrigadqcfb.jpg).
Warum auch immer. (?) Mich stört gewisse Patina nicht im Geringsten (...hust, außer und unter Umständen bei tiefgeschwärzten Sandsteinfronten und -platiken)
https://abload.de/img/dscf5574eluft.jpg


Umbau / Sanierung Langer Gang zur Gewehrgalerie der Rüstkammer

Von Aussen ist bisher nur Folgendes sichtbar: Man sieht also, es ging tatsächlich los:
https://abload.de/img/dscf5573l3ukp.jpg

Elli Kny
24.05.16, 00:25
^ nun doch noch zwei Bilder der Hoffassade der Gemäldegalerie:

auch hier können etwaige Unterschiede im Vergleich der linken unsanierten Westflügelseite mit der rechten des sanierten Ostflügels ermittelt werden.
https://abload.de/img/dscf5916unqn8.jpg


Ganz rechts im Zwickel mit dem Zwingerpavillon sind gröbere Veränderungen festzustellen.
Und wieder führt der Ersatz der Schadpartien durch neue Sandsteine zur meinerseits recht ungeliebten "Sprenkel-Optik", die die architektonische Wirkung und Harmonie stets gehörig stört. Hier ist es an den Säulenfüßen sowie am erwähnten "Zwickel" klar zu sehen. Im Großen und Ganzen halten sich derlei neue Beeinträchtigungen in Grenzen. Die Italiener würden anstelle wohl die paar Schadstellen einfach belassen und sich des Charmes des nunmal unweigerlich Gezeitlichten erfreuen. Hach.
https://abload.de/img/dscf5917osqtn.jpg

Saxonia
24.05.16, 01:31
Das sehe ich etwas anders respektive entspannter. Der bisweilen ruinös erscheinende Zustand einiger Gebäude in Italien hat wenig mit einer bewussten Entscheidung zu tun. Viele der Gebäude sind einfach wirklich ranzig. Nun will ich den Italiener auch kein Unrecht tun, denn der Bestand an historisch wertvoller Bausubstanz ist dort ja in der Regel um einiges größer als hierzulande.
Jedenfalls kann ich mit solchen deutlich sichtbaren Ausbesserungen gut leben. Das ist für mich ein Zeichen, dass am Gebäude gearbeitet, ja dass es gepflegt wird. Insgeheim hoffe ich, dass man in der Denkmalpflege dadurch etwas vom Dogma der Originalsubstanz, insbesondere im Außenbereich, Abstand nimmt. Durch den starken Farbwechsel des Sandsteins wird dieser Effekt der ständigen Erneuerung noch verstärkt. Kaum einem dürfte entgangen sein, dass immer mehr deutlich hellere Putten und Vasen den Zwinger zieren, welcher zu weiten Teilen ja ohnehin eine Nachkriegsrekonstruktion ist. Dennoch kenne ich niemanden, der hier wie Anfangs im Falle der Frauenkirche von Fälschung oder Geschichtsklitterung schwadroniert.

Wahnfried
24.05.16, 08:53
Saxonia hat recht, in Italien bestehen die meissten Innen-Staedte und auch viele Doerfer noch aus Gebaeuden welche in der Renaissance, Barock bis Jugendstil errichtet wurden.
Der zweite Weltkrieg hat da nicht viel zerstoert und auch in der Nachkriegszeit wurde wenig abgerissen. Man kann es sich so vorstellen wie die DDR, da fehlte das Geld fuer Neubauten und auch das Geld fuer Renovierungen.
Ich hatte mal beruflich bedingt ein Jahr im Piemont gelebt. Fuer Renovierungen geben die Leute da nur ungern Geld aus, vieles verfaellt und die meissten Mietwohnungen die mir angeboten wurden, waren schon 300 - 500 Jahre alt.
Nur, in Turin wurde wegen den Winterspielen 2006 mal grossflaechig Fassaden neu gestrichen. Ansonsten macht man da nur wenig habe ich den Eindruck, was auch verstaendlich ist wenn man die riesige Anzahl an Altbauten dort sieht.

BautzenFan
26.05.16, 22:30
Es ist mir ein großes Bedürfnis, mich mal bei Elli Kny für die exquisiten Fotodokumentationen zu bedanken. Zu der vor wenigen Tagen geposteten Aufnahme hier möchte ich noch einige Infos nachreichen (vom Fotografen betitelt: *Von Aussen ist bisher nur Folgendes sichtbar: Man sieht also, es ging tatsächlich los*):

https://abload.de/img/dscf5573l3ukp.jpg
Foto von Elli Kny

Vor kurzem wurde der erste größere Bauauftrag vergeben, übrigens an eine Fachfirma aus Münster. Ausführungszeitraum und Auftragsumfang sind im zugehörigen Ausschreibungstext wie folgt benannt:
Beginn und Ende der Auftragsausführung: Beginn 17.5.2016; Abschluss 29.10.2016
Endgültiger Gesamtauftragswert: 83 809,42 EUR (ohne MwSt)

Umfang der ausgeschriebenen Leistung:
50 m^3 Abbruch massive Bauteile Mauerwerk und Stahlbeton;
65 m Rückbau Stahlträger;
1 Stück Rückbau historische Treppenanlage 4 Läufe mit Geländer;
650 m^2 Abbruch Dachverkleidung HWL-Platten geputzt;
510 m^2 Abbruch Fußbodenaufbau aus Bodenbelag, Estrich, HWL-Platten;
480 m^2 Abbruch abgehängte Decken Gipsplatten.

Bei der Position * Rückbau historische Treppenanlage* kann es sich nur um das beim großen Schlossumbau (Teilmaßnahme Georgenbau realisiert von 1899 bis 1901) hergestellte kleine Treppenhaus handeln (Jugendstil). Offenbar hatten hier Teile der damaligen Ausstattung das Inferno überlebt (zumindest die genannten *4 Läufe mit Geländer*).
https://bautzenfan.mach.sh/bilder/4f4d30c5GTR1OG.jpg

Wie die aktuellen Grundrissdarstellungen zeigen (für den baulichen Zielzustand, siehe Baubroschüre des SMF), verbleibt dieses Treppenhaus, also ich meine funktionell; wie man es gestalten wird ist mir nicht bekannt.
Mit der Pressemitteilung vom 12. Februar 2016 war der Baubeginn für die Gesamtmaßnahme ja schon (wörtlich) für Ende Februar 2016 angezeigt worden. Die Zeit bis jetzt hat man sicher für bauvorbereitende Maßnahmen benötigt. Dazu gehört m.E. ganz sicher auch die Ummantelung der erhaltenen originalen Renaissance-Malereien, zum Schutz vor Beschädigungen beim Agieren der „groben“ Gewerke und vor den dabei zu erwartenden Staubwolken.
Erstaunlicherweise waren Malfelder in etlichen Schildbögen über den Fenstern erhalten geblieben (in relevanten Umfang), hier ein Beispiel:
http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/dat/0007000/df_dat_0007082.jpg

In der oben genannten Pressemitteilung hieß es wörtlich:
„Es ist geplant, entsprechend der historischen Raumfassung die farbige Renaissanceholzdecke und die Wandbemalung zu rekonstruieren.“
In der offiziellen Visualisierung ist allerdings von einer Wandbemalung nichts zu sehen, Lassen wir uns überraschen.

Gegenwärtig läuft eine weitere Ausschreibung mit folgenden Angaben:
Tischlerarbeiten: Kassettentafeln und Lagerboxen.
Geschätzter Wert
Wert ohne MwSt.: 63 865.55 EUR
Herstellung und Lieferung von Mehrschichtplatten in astfreiem Tannenholz mit rückwärtig aufgesetzten Gratleisten,
Lieferung und Montage von Aufbewahrungsboxen. Ausführung mit unbedenklichen Baustoffen (Materialen) hinsichtlich gesundheitsschädigender Inhaltsstoffe.

Der frühe Ausführungszeitraum (Mitte Juli bis Ende August) hat mich zunächst überrascht, denn diese Holztafeln wird man ja erst einbauen können, wenn die Abbrucharbeiten beendet sind und dann die entsprechende Deckenkonstruktion zur Befestigung eingebaut ist. Möglicherweise erklärt sich die zeitige Herstellung der Kassettentafeln dadurch, dass die Ausmalung anschließend im Atelier erfolgen wird.
Die beiden genannten Teilmaßnahmen beinhalten einen Kostenrahmen von jeweils unter 100.000 Euro. Da muss in diesem Jahr noch eine Menge mehr passieren, denn auf der letzten Vergabekonferenz der Stadt Dresden (jedes Jahr im März mit traditioneller Beteiligung des Staatsbetriebes SIB) wurde für den Langen Gang Folgendes bekannt gegeben:
Gesamtbaukosten:
10,464 Mio €
Voraussichtlich verausgabte Haushaltsmittel 2016:
1,7 Mio €
Der Fertigstellungstermin ist derzeit im Herbst 2018 geplant.

Elli Kny
27.05.16, 00:18
^ besten Dank zurück, denn Bilder sind auch immer zum Kommentieren gedacht. Ich bin beim Thema Langer Gang aktuell doof wie n Schaf (naja, nicht ganz) und bekam schon beim Tippen meiner mageren Zeile zum Foto leicht-rote Ohren. :o

Vielleicht revanchiere ich mich hierbei besser mit neuen Bildern von der Hofseite des Langen Ganges, wo man nichts von Bauarbeiten spürt.
Also nun ergänzend noch schöne Stallhofmotive vom Wochenende:
https://abload.de/img/dscf5901ncusa.jpg
https://abload.de/img/dscf5907fcugv.jpg
https://abload.de/img/dscf5903w8unb.jpg
https://abload.de/img/dscf590652uyx.jpg

Arwed
28.05.16, 10:12
Hallo Bautzenfan,
es freut mich auch in diesem Forum von Dir zu lesen! Deine gründlichen Analysen zum Schloss lese ich immer besonders gerne.
Zu den Umbauarbeiten am Jagdtreppenhaus (so heißt es, glaube ich) hatte ich irgendwo mal etwas gelesen, vielleicht bei den Architekten Heine Mildner? Ich habe das aber jetzt leider nicht wiedergefunden. Jedenfalls besteht hier die besondere Herausforderung in der barrierefreien Anbindung der Gewehrgalerie an die Ebenen des Georgenbaus. Wie in den Fotos von Elli Kny (auch hierzu meinen Dank!) gut erkennbar ist, liegen die Geschosshöhen deutlich zueinander versetzt. In dem engen Treppenraum einen Aufzug und die neue Treppe unterzubringen und dabei einen großzügigen Ausstellungsrundgang zu ermöglichen, das ist schon eine ordentliche planerische Herausforderung.

Elli Kny
29.05.16, 22:16
Taschenbergpalais - Rundgang


Da die meisten wohl vorwiegend die Straßenansicht kennen, nun auch mal ein paar ergänzende Einblicke in Augusts einstiges coseliges Präsent.
Zunächst gehts gewohnt durch den Hauptzugang. Das Gebäude ist aufgrund zahlreicher Verkaufsläden und Gastronomien durchaus für jedermann zugänglich, allerdings betrifft dies wohl nur die Erdgeschosszone.
https://abload.de/img/dscf5918jtqmg.jpg


Im westlichen Straßenhof des Hauptzugangs befinden sich zwei prunkvolle Barockbrunnenanlagen - einmal Triton und einmal Nereide, jeweils garniert durch allerlei Muschelwerk und Putten - wie auf wiki (https://de.wikipedia.org/wiki/Taschenbergpalais) nachlesbar ist. Eigentlich wollte ich nur diese Brunnen inspizieren, die gar schon 1990 restauriert sowie durch Duplikate ersetzt wurden. (Fragt man sich, wo verblieben seither die Originale? Und warum schon 1990?)

Also hier nun Herr Triton ... :
https://abload.de/img/dscf5919m1qus.jpg


... und dessen weibliches Gegenüber: Nereide - etwas in ungünstiger Schattenecke:
https://abload.de/img/dscf5920uyo4z.jpg


Vom Hof erspäht man jenseits der prunkvollen Tor- und Zaunanlage unser pöppelmannsches Wunderwerk:
https://abload.de/img/dscf5921pkoby.jpg


Vorbei an einem Exquisitladen für Statuetten, Gemälden und Interieurs betreten wir den selten gezeigten großen Innenhof des Großpalais', weswegen ich ebenso die Örtlichkeit aufsuchte (zunächst der Blick gen Ost):
https://abload.de/img/dscf592328p86.jpg


Hier die Nordseite der Hoffassaden, die etwas schlichter wirkt:
https://abload.de/img/dscf5924i5py9.jpg


In formvollendeter, jedoch nicht überladener Noblesse: die Südseite des Hofes mit aufwendigerem Mittelrisalit:
https://abload.de/img/dscf59256hriu.jpg
https://abload.de/img/dscf5926i5qup.jpg
^ das Pano öffnet den Blick und zeigt noch die beiden seitlichen Ausbuchtungen der Ecken, welche sich im Dachbereich gekonnt fortsetzen.


Das Treppenhaus am Durchgang vom Grossen Hof zur Straße Taschenberg:
https://abload.de/img/dscf5927oppej.jpg


Dort die Öffentlichkeit wieder betretend, zeigt sich die straßenseitige Hauptfassade in ihrem detailreichen Mittelteil:
https://abload.de/img/dscf5928n3rm5.jpg

Arwed
29.05.16, 23:37
Als Ergänzung zu meinem letzten Kommentar habe ich doch noch den von mir erwähnten Beitrag zum Jagdtreppenhaus gefunden: https://www.sib.sachsen.de/fileadmin/user_upload/PDF-Dokumente/broschueren/2015/2015_Zentrale_GB_2014.pdf
Die Planung zur Treppe sieht man auf Seite 19.

Ich habe mir heute erstmals die neue Dauerausstellung "Weltsicht und Wissen um 1600" angesehen. Die ausgestellten Objekte sind wieder großartig. Doch die innenarchitektonische Qualität der Räume fand ich extrem ernüchternd. Mir scheint, dass nach Münzkabinett, Kleinem Ballsaal und Rotem Salon im 2. OG des Georgenbaus entweder die Ideen oder das Geld für die erste Etage alle war. Geradezu erschrocken war ich über das neu eingebaute bzw. umgebaute Treppenhaus. Das wird zwar irgendwann sicher mal ganz schick, doch im Moment ist es noch eine Baustelle - komplett mit Flatterband, provisorischen Abdeckungen und scharfen Kanten. Da muss etwas ganz übel schief gegangen sein, wenn man sich entschieden hat, die Treppe in diesem Zustand zu eröffnen (Firmeninsolvenz? / Rechtsstreit?).

Rundling
31.05.16, 01:48
Und wieder führt der Ersatz der Schadpartien durch neue Sandsteine zur meinerseits recht ungeliebten "Sprenkel-Optik", die die architektonische Wirkung und Harmonie stets gehörig stört.
https://abload.de/img/dscf5917osqtn.jpgWenn das der Endzustand ist, sehe ich das genau so.

Aber eigentlich wollte ich ein paar schöne Bilder posten, gewissemaßen...
zum Vergleich (quasi Vorzustand) :)

Bild 1 (http://fs5.directupload.net/images/160531/oq6igx3v.jpg)

Bild 2 (http://fs5.directupload.net/images/160531/6u84nrak.jpg)

Bild 3 (http://fs5.directupload.net/images/160531/nfxfam3d.jpg)

Bild 4 (http://fs5.directupload.net/images/160531/lqq3gnfz.jpg)

veröffentlicht 1899, ich wollte sie der schönen Details wegen nicht verkleinern, deshalb als Link.


Hier noch ein anderes Gebäude, bei dem ich aber schlauerweise die Bildbeschreibung versemmelt habe:
Bonus (http://fs5.directupload.net/images/160531/oux796gd.jpg)
aber ihr wisst bestimmt sofort, was das ist, bzw. war... :D

Max_x
31.05.16, 09:08
Der Vasen nach zu urteilen, ist das der Eingang zum Landhaus. Dürfte sich also auf der gegenüberliegenden Seite der Wilsdruffer befinden. Dachte zuerst, dass es am Sachsenplatz war, ich meine da ein sehr ähnliches Gebäude gesehen zu haben. Da passt das aber nicht mit dem Zaun.

Elli Kny
06.06.16, 00:47
Wallpavillon des Zwinger - update

Wenngleich schon vor Monaten das Dach fertig war, ist laut SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/zwinger-pavillon-hat-wieder-ein-dichtes-dach-3412857.html) nun das Dach wohl auch endlich "dicht". Egal. Ich habe noch Bilder der letzten Tage:
https://abload.de/img/dscf6190n6jg8.jpg
Blicke vom Zwingerteich aus:
https://abload.de/img/dscf6190e3kz1.jpg
https://abload.de/img/dscf618888ktw.jpg
Mein Augenmerk lag weniger beim Dach als vielmehr auf den platischen Schmuckdetails:
https://abload.de/img/dscf6189qrp7n.jpg
https://abload.de/img/dscf6191lxjav.jpg


ausführlichere Bauerklärungen fand ich erstmals am Bauzaun im zwingerhofseitig:
(ich hoffe man kanns erkennen, ansonsten notfalls eine Lupe zur Hand nehmen und raten :D )
https://abload.de/img/dscf6194y2lje.jpg
https://abload.de/img/dscf61923kl65.jpg
https://abload.de/img/dscf6192puyxn.jpg



weitere Impressionen des Umfeldes
https://abload.de/img/dscf6197f0ql2.jpg
https://abload.de/img/dscf619815pq6.jpg
https://abload.de/img/dscf6196ohroa.jpg

DD-TV (http://www.sachsen-fernsehen.de/nachrichten/was-ist-im-schloesserland-los-1416535) meldet derweil den Umzug der Orangeriebäumchen in den Zwingerhof für nächstes Jahr an. :)

Elli Kny
06.06.16, 01:02
Semperoper

Pantherquadriga schon fertig und nun von Vogelscheiße befreit - na was sonst.
vorher (mit) und nachher (ohne) - also wenn sie es bei den Steinen auch so genau nehmen würden! :D
Mich hat die leichte Patina - woraus auch immer bestehend - nicht gestört. Irgendwen jedoch schon.
https://abload.de/img/statuequadrieyusb.jpg


Hier entsteht derzeit die neue Ticketzentrale ... nee, kleiner Scherz, ... es werden nur die beiden den haupteingang flankierenden "Torwächter" renoviert oder ggf nur: siehe Pantherquadriga.
https://abload.de/img/dscf6183bcr5f.jpg
^ Ich hoffe, die beiden eingehausten Herren zu Füßen der Oper haben mit dem Spruch auf dem Interimsbildschirm drüber nichts zu tun.
Die gerade aus dem Hause tretende Kundschaft kann ja wohl nicht gemeint sein.

Elli Kny
07.06.16, 00:46
^ die Videoleinwand wurde nun per 6.6.'16 wieder entfernt, wie die Presse meldet.


über das
Residenzschloss

In der DDR-Monographie "Denkmale der Geschichte und Kultur" (Henschelverlag 1974, Hrsg.: Institut für Denkmalpflege) taucht eine kurze Abhandlung über das Schloss auf (Seiten 189 und 190 auf), die für den einen oder die andere von Interesse sein könnte:

Deutlich werden die permanenten Versuche, Stückchen für Stückchen an der Ruine voranzukommen oder die Substanz zu sichern. Bemerkenswert allein die Bemühungen in den 1960er Jahren.
https://abload.de/img/dscf6075n9uo0.jpg
^ erstaunlich, wie schon zur Redaktionszeit von einem umfangreichen Wiederaufbau ausgegangen wurde. Sicher mochte und konnte sich damals niemand ausmalen, wie lange ein solches Unterfangen unter damaligen Verhältnissen gedauert hätte. (^ im Bild unten rechts der Textabsatz von Seite 190).


Dazu gabs im Bildteil eine Aufnahme des Pretiosensaals des Grünen Gewölbes
(angegebene Bildquelle: Renate Opitz und Anita Wachs)
https://abload.de/img/dscf6077n6ppq.jpg

Rundling
10.06.16, 01:55
@Elli Kny: Das letzte Bild in Beitrag #99 sieht ein bisschen verzerrt aus...

Der Vasen nach zu urteilen, ist das der Eingang zum Landhaus. Dürfte sich also auf der gegenüberliegenden Seite der Wilsdruffer befinden. Dachte zuerst, dass es am Sachsenplatz war, ich meine da ein sehr ähnliches Gebäude gesehen zu haben. Da passt das aber nicht mit dem Zaun.Danke für den Tipp, damit war es recht einfach zu finden: Wilsdruffer --> König-Johann-Straße Dresden --> 2. Treffer in der Bildersuche Link (http://www.grafikliebhaber.de/tycon/pic.php?imgid=24014) --> 2. Haus (neben dem Eckhaus links) :D

Damit ich hier aber nicht zu sehr vom Thema abweiche, noch eine Idee...

http://fs5.directupload.net/images/160610/eyr74l2q.jpg

vermutlich von Hans Erlwein.

Elli Kny
11.06.16, 15:58
^ vielleicht Erlweins Kinderstube. Zumindest entspricht das Brückengeländer nicht den heutigen Fohrschrüften. :D


Grosses Schauspielhaus am Postplatz wird baulich überholt

Wie schon aus den Programmflyern ersichtlich war, schließt das Haus für etliche Monate, nutzt dafür aber auch die Sommerpause beim Theater.
Mich erstaunt die Sanierungserfordernis, die 10-Mio-Investition des SIB ist aber voll berechtigt, sinnvoll und bedient vorwiegend die technischen Aspekte, die man als Besucher nicht so wahrnimmt. Der Freistaat muß es finanzieren und es macht schon bissel traurig, dass die Gelder so oft erneut in den hochfrequentieren Nutzbestand fließen müssen (Gemäldegalerie, Operncafé, nun hier etc...) anstatt mal endlich an z.B. den beiden Palais (Gr.Garten, Palaisgarten) voranzukommen oder an einem der vielen tollen Dinge, die diese Stadt baulich noch entbehren muss.

Süffisant: das Motto der lang vorbereiteten und eng terminierten Baumaßnahme lautet: "Wir wollen kein Hamburg oder Berlin!" (Ludwig Coulin, SIB-Chef) :D - Anm.: klar, oder?!

DD-TV (http://www.sachsen-fernsehen.de/nachrichten/schauspielhaus-wird-grossbaustelle-1416648)

DNN (http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Staatsschauspielhaus-Dresden-wird-rundum-erneuert)

SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/millionenteure-sommerpause-fuer-das-staatsschauspiel-3417982.html) (ähnlich wie DNN)

Der Umbau geht leider auch einher mit dem Ende einer großartigen Intendanz von Wilfried Schulz. Damit wechseln - für die Theaterwelt üblich - ebenso große Teile des Ensembles aus, sodass ab neuer Spielzeit/Intendanz stets von vorn begonnen wird.
Die verlängerte Spielpause wird jedoch durch zahlreiche Interimspielorte in der Stadt gemildert - wie zB die Schlosskapelle, genanntes Palais im Gr. Garten sowie auch mal Open Air auf dem Theaterplatz.

BautzenFan
06.07.16, 07:13
Ich habe mal die zeitliche Entwicklung der vom Land Sachsen verausgabten Gelder für den Wiederaufbau des Schlosses in einem Diagramm dargestellt (seit 1. Juli 1990; Tag der Währungsunion):

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/39fb12fbDiagramm2016erw.jpg

Anhand der Funktionskurve offenbaren sich zwei signifikante „Dellen“ in der Mittelbereitstellung. Der erste Knick zeigt sich in den Jahren um die Jahrtausendwende, was sich wie folgt erklären lässt. Bis 1997 wurde im Prinzip – Schritt für Schritt – nach den alten DDR-Planungen gebaut, ein durch den neuen Bauherren bestätigtes Gesamtkonzept lag noch nicht vor. Dazu kam es dann mit dem Kabinettsbeschluss vom 16.12.1997. Dies wiederum führte anschließend zu umfangreichen Anpassungen (wie ich es mal nennen will), nicht zuletzt in der Ausschreibungs- und Vergabepraxis. Der Baufortschritt verlangsamte sich spürbar (fehlender Planungsvorlauf).
Ab 2002 nahm das Bautempo wieder deutlich an Fahrt auf – in den Folgejahren waren die jährlich vom Freistaat ausgereichten Mittel sogar noch höher als in der ersten Hälfte der 1990er Jahre:
vom Juli 1990 bis Ende 1995 jährlich ca. 14 Mio Euro (gemittelter Durchschnittswert im angegebenen Zeitraum)
vom 01.01.2002 bis 31.12.2009 jährlich ca. 16 Mio Euro (gemittelter Durchschnittswert im angegebenen Zeitraum)
Die zweite Delle – ab 2011 – resultierte aus den verstärkten Sparzwängen des Landes infolge der Finanzkrise. Nunmehr scheint auch diese zweite „Langsam-Phase“ überwunden zu sein.
Bei der Extrapolation (rot gestrichelt) bin ich freilich sehr optimistisch ran gegangen. Für die Paraderäume ist die Fertigstellung bis September 2019 zwar ziemlich sicher (weil mittlerweile offiziell verkündet). Aber für das Gesamtvorhaben eben noch nicht, obwohl das in letzter Zeit immer mal wieder zu lesen ist (allerdings nicht von offizieller Stelle). Außer dem Kleinen Ballsaal und der Gewehrgalerie sind gegenwärtig auch Ausbauarbeiten im 1. OG des Ost- und NO-Flügels im Gange (moderne Gestaltung) und offenbar schon recht weit gediehen. Dort wurden kürzlich der Einbau einer Schließanlage und die rückseitige Bespannung der Vitrinen beauftragt. Von anderen Bereichen hat man aber schon lange nichts mehr gehört:
- Gotische Halle mit Kemenate
- Säle im 2. OG des Nordflügels (auch ein Mega-Projekt: Großer Ballsaal, Turmzimmer, Propositionssaal)
- Schlosskapelle
- Gastronomie im EG des NO-Flügels
- Hofgestaltung incl. Pflasterung
Ende des Jahres wird die Richtung vielleicht klarer, wenn nämlich der neue Doppelhaushalt des Landes für 2017/2018 bestätigt wird (mit den entsprechenden Ausgabenplanungen für das Schlossprojekt). Und, um das nicht zu vergessen, laut Aussage des sächsischen Finanzministers vom Januar 2016 hat der Bund für die nächsten Jahre weitere 18 Mio € für das Schloss zugesagt.

Elli Kny
07.07.16, 01:35
^ der Freistaat mauschelt aber die zuletzt zuverlässig zugeflossenen Zuschüsse des Bundes unter, sein Anteil bleibt verringert. Mit dem Terminus "Finanzkrise" ist hier konkret doch vielmehr die hausgemachte Landesbankpleite zu verstehen, die den glammheimlichen Aufbau eines Sicherungsfonds von zuletzt konstant gut 1,5 Milliarden Euronen Volumen erzwang, was gepuffert durch Einsparungen in vielerlei Ressorts gelang. Dennoch bleibt es supertraurig, daß nach wie vor ca. 35 - 40 Mio Euro Quartalsabschlag gen Gläubiger in Südwest abfließt, also jedes Quartal 2 Palaisrekos vom Schlage des Palais im Grossen Garten. Da hätte ich durchaus bessere Verwendungszwecke angedacht.
Der Schlossausbau bleibt natürlich trotzdem eine großartige Sache und es geht ja auch voran. Von einem fixen Abschlußzeitpunkt hatte man sich längst verabschiedet. Sollten es hier oder da ein paar Jährchen mehr werden, wirds niemanden jucken.


Meldung: Das Münzgassenportal der Brühlschen Terrasse ist nun fertig ausgebessert
SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/tor-zur-frauenkirche-ist-repariert-3436684.html) berichtet.
Hier nochmal die nun sogar etwas aufgehellte Sandsteinoptik des Tores: Fotolink (http://www.sz-online.de/nachrichten/bilder/die-hellen-steine-im-sanierten-muenzgassenportal-fallen-auf-1769556h.jpg)

Elli Kny
08.07.16, 16:49
Ex-Operncafé der Semperoper

Aus Operncafé mach Opernkantine + Studiobühne.

Seit einigen Monaten laufen die Arbeiten, nahezu nur innen, sodass von aussen keine Eindrücke möglich sind.
Nun gibt es einen neuen Sachstand - die Baumassnahme liegt im Endspurt.
DNN (http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Endspurt-bei-der-Sanierung-des-Gastronomiegebaeudes) berichten.

BautzenFan
08.07.16, 19:01
^^Zum Thema gibt es heute auch eine Pressemitteilung des SIB. Dort findet sich zusätzlich folgende interessante Information:

Musenfries
Mit der Planung und dem Beginn der Baumaßnahmen wurden verschiedene Baumaterialien, wie z.B. Vertäfelungen ausgebaut und bis zum Wieder-Einbau zwischengelagert. Das betrifft auch den Musenfries am Treppenaufgang in das erste Obergeschoss. Dieser Fries wurde durch den Dresdner Bildhauer Christian Gottlieb Kühn (geboren 1780/gestorben 1828) um 1826 geschaffen. Er war ursprünglich Teil der Fassade eines klassizistischen Gebäudes auf der Pillnitzer Straße 26, dem Elternhauses des Bildhauers. Das Relief wurde nach 1945 von der Fassade des ausgebrannten Hauses abgenommen und 1952 restauriert und eingelagert. Nach Restaurierung des Reliefs 1980 durch den Bildhauer Wilhelm Landgraf fand dieses am Treppenaufgang zum damaligen Opernrestaurant seinen Platz. Mit dem aktuellen Umbau des Gebäudes erhält der Musenfries einen neuen Platz an der Rückwand der Besuchertreppe der Studiobühne.


Hier eine Fotoaufnahme des Frieses am Haus Pillnitzer Straße 26 (Aufnahme nach 1945)
http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/hauptkatalog/0314000/df_hauptkatalog_0314222.jpg

Detailaufnahmen vom Fries aus den 1980er Jahren (jeweils untertitelt: Fries der neun tanzenden Musen):
http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/bika076/0000000/df_bika076_0000242_motiv.jpg
http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/bika076/0000000/df_bika076_0000243_motiv.jpg
http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/bika076/0000000/df_bika076_0000246_motiv.jpg

Tobschi
12.07.16, 13:20
Ex-Bundesbankhaus am Rathenauplatz verkauft

Mopo berichtet (https://mopo24.de/#!nachrichten/bundesbank-dresden-gebaeude-loesung-investor-kauf-71303)

"Angedacht sind Appartements, eine Hotelnutzung und Tagungs-Räume."

Elli Kny
19.07.16, 17:22
neue Impressionen aus dem Rajon

https://abload.de/img/dscf66394qayj.jpg
https://abload.de/img/dscf6641stxcv.jpg
https://abload.de/img/dscf6642qjxfn.jpg
https://abload.de/img/dscf6644vrlw9.jpg
https://abload.de/img/dscf6647awac1.jpg
https://abload.de/img/dscf6649qcbv9.jpg
https://abload.de/img/dscf6653k0zao.jpg
https://abload.de/img/dscf6654j3bn5.jpg
https://abload.de/img/dscf6655edxhj.jpg
^ letztes Bild: Wolkengebirge als Alpenhintergrundersatz :)

BautzenFan
13.08.16, 08:48
Ganz frisch im Netz, der Entwurf für den sächsischen Doppelhaushalt 2017/2018. Und der enthält natürliche auch wichtige Angaben für das Dresdner Residenzschloss (die teuerste und langwierigste Baustelle des Freistaates). Es ist wie gesagt erst der Entwurf (die Verabschiedung durch den Landtag ist frühestens Ende 2016 zu erwarten), aber erfahrungsgemäß ändern sich die Ansätze für solche Objekte dann nicht mehr grundsätzlich. Gemäß Entwurf sind nun jeweils 6 Mio € für 2017 und 2018 vorgesehen. Diese Zahlen beinhalten noch nicht die in den nächsten Jahren vom Bund zugesagten Millionen für den Schlossaufbau. Erwähnen möchte ich weiterhin die neue Bezifferung für die vorgesehenen Gesamtbaukosten: Jetzt nämlich 380,3 Mio €. Zur Erinnerung: Über etliche Jahre war hierfür von offizieller Stelle die Zahl 337 Mio € genannt worden. Dann, vor etwa 3 bis 4 Jahren hieß es plötzlich 376,6 Mio €. Eine Erklärung für diese doch recht drastische Steigerung habe ich in den mir zugänglichen Quellen nie gefunden. Aber solch ein Anstieg um immerhin ca. 40 Mio € kann wohl nicht allein auf „Inflationsanpassungen“ zurückgeführt werden. Ich denke mal, dass im Zuge des sukzessiven Entscheidungsprozesses diverse rekonstruktive Maßnahmen integriert worden sind.
Die wichtigste Formulierung zum Bauprojekt lautet wie folgt:
Ab 2019 (soll heißen: incl. des Haushaltsjahres 2019) sind noch zu veranschlagen: 52,4 Mi €
Daraus wiederum ergibt sich die eindeutige Schlussfolgerung, dass die Bauarbeiten am Dresdner Schloss mehr oder weniger weit in die 2020er Jahre hineinreichen werden. Soll keine Meckerei sein, gut Ding will Weile haben.

Arwed
13.08.16, 14:49
Danke für die Info, BautzenFan.
Meinetwegen kann der Freistaat sich ja Zeit nehmen für die Innenräume. Doch mit der Fertigstellung der Hoffassaden und der Öffnung des Hofes könnte man sich gern etwas beeilen. So viel fehlt ja nicht mehr und für die Baustelleneinrichtung der einzelnen Ausbaulose könnte man ja Teilbereiche der Hoffläche wieder abtrennen, wenn es notwendig wäre.
Ich denke hier wird großes Potential weitgehend brach liegen gelassen. Die Durchwegung des Großen Hofes stünde auf jeder Stadtführung weit oben.

BautzenFan
14.08.16, 14:07
Sehe ich ähnlich, Arwed. Eine regelrechte Durchwegung ist aber wohl nicht so bald zu erwarten. Erst muss das Gerüst am Altan weg und einer dauerhaften Öffnung des Grünen Tores steht zudem der noch auf Jahre recht intensive Bauverkehr im Weg (Anfuhr von Material und Baugerätschaften für die noch umfangreich anstehenden Innenarbeiten). Aber zumindest könnte man ja eine Art "Besichtungsplattform" abgrenzen, die vom Durchgang zum Kleinen Schlosshof erreichbar wäre.


Kurz noch zum aktuellen Baugeschehen in der Gewehrgalerie. Als nächste größere Maßnahme erfolgen dort der vollständige Rückbau der in den 1950er Jahren eingezogenen Betondecke und der Einbau einer neuen Deckenkonstruktion. Die Arbeiten sollen Ende September 2016 beginnen und im April 2017 abgeschlossen sein. Eine gewisse Vorstellung darüber, was hier zurück gebaut wird, gibt diese Aufnahme aus den 1950er Jahren:
http://www.bildindex.de/bilder/d/mi00446e07

Zur Verdeutlichung der Vorgehensweise habe ich nachfolgend einige Sätze aus dem zugehörigen Leistungsverzeichnis zitiert:

Das 1. Obergeschoss des Langen Gangs wird in der historischen Raumfassung wieder hergestellt. Dazu wird die Betondecke über dem 1. OG abgebrochen und neu hergestellt. Das Dach des Langen Gangs bleibt erhalten. Das Treppenhaus der Jagdtreppe wird entkernt, die Treppen und Podeste werden neu erstellt. […]
Bei den ausgeschriebenen Arbeiten handelt es sich um Stahlbauarbeiten von neuen Decken und Podeste im Jagdtreppenhaus sowie um den Einbau von neuen Deckenträgern für den Austausch der Decke über 1. OG im Langen Gang. Der Austausch der Decke über 1. OG erfolgt gemeinsam durch die Gewerke Rohbau, Zimmerer und Stahlbau. Daraus resultiert, dass die Arbeiten in mehreren Abschnitten erfolgen. […]
Im Zuge der Bauarbeiten wird die Decke über dem 1. O G ausgetauscht. Die neue Decke ist eine Verbundkonstruktion aus Trapezverbundblechen mit Aufbeton und Stahlträgern. Die Stahlträger und die Verbundbleche werden durch dieses Gewerk verlegt. Die zum Austausch der Decke erforderlichen Rohbau - und Abbrucharbeiten erfolgen durch das gesonderte Gewerk Rohbauarbeiten.
Das vorhandene Dach bleibt während der Bauarbeiten bestehen, die Arbeiten finden unterhalb der vorhandenen Dachkonstruktion und der Dachdeckung statt. Die Dachkonstruktion ist ein Kehlbalkendach mit zusätzlichen Fußpfetten und stützt sich auf die vorhandene Decke ab. Im Zusammenhang mit dem Austausch der Decke wird die Auflagerkonstruktion des Daches durch das Gewerk Zimmerarbeiten umgebaut.



Und schließlich noch eine Information zum Kleinen Ballsaal. Die DNN (Dresdner Lokalzeitung) berichteten am 16. Juli 2016 „querbeet“ über öffentliche Baumaßnahmen in der Stadt. In dem Artikel fand sich folgender Satz (aber eben wirklich nur ein Satz):

Im Kleinen Ballsaal des ehemaligen Residenzschlosses sächsischer Kurfürsten und Könige ist im Oktober Termin für eine sogenannten Musterachse, die einen ersten Eindruck von der künftigen Gestaltung des Raumes vermitteln soll.

Chris1988
17.08.16, 21:32
Belvedere

http://www.sz-online.de/nachrichten/die-unvollendete-dresdner-silhouette-3470391.html

Die Baywobau steht nach wie vor bereit das Belvedere von 1842 nach den Plänen von Wolframsdorf wieder aufzubauen.

2008 ist es gescheitert, da das Stadtplanungsamt lieber etwas Modernes dort gebaut hätte. Daraufhin stoppte der Freistaat die Ausschreibung.
Aus dem Grund hat der Freistaat auch kein Interesse, das Grundstück auszuschreiben...

Da kann man doch nur den Kopf schütteln. Da steht ein Investor bereit der das 1945 Verlorene wieder aufbauen will und dieses Stadtplanungsamt will plötzlich etwas Modernes an dieser Stelle bauen. Ohne die Idee des Investors es wieder aufzubauen, hätten die doch nichtmal an das Grundstück gedacht.

Erinnert mich gleich wieder an das Narrenhäusl...

Arwed
17.08.16, 22:28
Das Thema Belvedere finde ich ganz schwierig. Zuerst einmal bin ich der Meinung, dass die Brühlsche Terrasse in ihrer Gesamtheit im Besitz des Freistaates bleiben und nichts davon an einen Investor verscherbelt werden sollte.
Des Weiteren hielte ich es für ein Armutszeugnis unserer Zeit, gerade an diesem Ort ein Gebäude zu rekonstruieren. Nicht, dass ich etwas gegen das Vierte, das Wolframsdorfsche Belvedere, hätte, ich finde es sogar sehr schön. Das gilt aber auch für das Erste von Nosseni und besonders für das Zweite von Knöffel, mit kleinen Abstrichen auch für das dritte Belvedere. Immer wieder wurden die Belvederes zerstört und danach ein Neubau errichtet, welcher seinen Vorgängern würdig war. Ich glaube aber kaum, dass es in unserer Zeit einen Konsens geben kann für ein völlig neues, also fünftes Belvedere. Daher plädiere ich an dieser Stelle dafür, erst von einer späteren Generation die Lücke schließen zu lassen.

Tobschi
17.08.16, 23:40
^ Es ging schon damals um einen Erbpachtvertrag für das Grundstück und daran dürfte sich, sollte man es seitens des Freistaats wieder ausschreiben, nichts ändern. Die genauen Modalitäten müssten sicher ausgehandelt werden, doch von "verscherbeln" kann eigentlich nicht die Rede sein.

Dass die zerstörten Belvederes immer durch ein neues ersetzt wurden, stimmt freilich, ist ja aber kein festgeschriebenes Gesetz. Davon abgesehen kann man es auch so sagen: Jedes Belvedere war ein Ausdruck seiner Zeit. Welches Projekt, wenn nicht der Wiederaufbau der Frauenkirche samt ihres Umfelds, den Neumarktquartieren, hat Dresden in den vergangenen Jahren baulich mehr geprägt? Somit würde auch der Wiederaufbau des Belvederes ein Ausdruck unserer Zeit sein, die vor allem von Rekonstruktion und Wiedergewinnung geprägt ist - siehe auch Narrenhäusel, Orangerie etc.

Der Status Quo erfordert sicher nicht, dass sich hier schnellstens etwas ändern müsste. Etwas Belebung fände ich an dieser Stelle aber auch nicht verkehrt. Zu einer abschließenden Meinung habe ich mich aber noch nicht durchgerungen.

calabrone
20.08.16, 17:58
Beim Thema Belvedere bin ich ebenso geteilter Meinung. Wenn ich vor Ort bin, fehlt mir eigentlich nichts. Gerade die Rückseite des Gebäudes zum Albertinum hin war nach vielen Umbauten bis 1945 auch kein Schmuckstück mehr. Beim Blick von der Neustädter Seite kommt man schnell zum Eindruck, das die Ecke etwas leer wirkt... Allerdings gebe ich noch zu Bedenken, dass das vierte Belvedere in einer weiteren Beziehung ein Meisterwerk war. Es wirkte nämlich deutlich größer, als es am Ende war. Im folgenden ein Bild eines der Innenräume. Wesentlich mehr als reichlich 5 Meter hatte der Raum wohl nicht. Weiß nur nicht ob es sich um den unteren oder den oberen Raum handelte. Weiterhin hatte ich gelesen, dass die Erschließungsgänge teilweise nur 2 Meter in der Höhe maßen. Diese zu gering bemessenen Nebenflächen waren wohl auch der Grund für die anbauten in der Gründerzeit oder danach. Bei einem Wiederaufbau müsste man also einiges unterirdisch verstecken. Bisher weiß aber keiner, was da alles noch vom ersten Belveder in der Erde schlummert, welches direkt auf der Außenkante der Bastion saß. Die Nachfolgebauten waren dann je etwas zurückgesetzt. Die hist. Bilder sind aus meinem Fundus. Noch mehr Bilder gibt es in der Galerie "Brühlsche Terrasse in hist. Ansichtskarten (http://www.arstempano.de/dresden/galerie/bilder/bauwerke-in-historischen-ansichtskarten/bruehlsche-terrasse-dresden/)" auf Arstempano und hier wäre noch der Link zur heutigen Situation auf der Brühlschen Terrasse (http://www.arstempano.de/dresden/aussicht-bruehlscher-garten-2012/panoramazeitreise/435d2ae1f62e1328b91fa7b8e007f1fd/)im Panorama

http://www.arstempano.de/typo3temp/pics/fd42cc0567.jpg

http://www.arstempano.de/typo3temp/pics/161f4d882a.jpg

Elli Kny
17.09.16, 00:38
mediterran-lauer Spätsommerabend gestern im höfischen Distrikt

https://abload.de/img/p1010862ftu53.jpg
^ die neue Skybar "felix" im sich belebenden Lebendigen Haus schaut über den Zwinger
v Bärengarten- und Südflügel des Schlosses zur Blauen Stunde - mit Mond
https://abload.de/img/p1010863f4uns.jpg

https://abload.de/img/p10108658kuh3.jpg
^ Pflasterspiegelung trotz Trockenheit - mit Oper und Reiterjohann
v Lüsterdetail am Theaterplatz
https://abload.de/img/p1010867tmuv8.jpg

https://abload.de/img/p1010870a8u5o.jpg
^ Kathedrale und Hausmannturm zur wahrlich Blauen Stunde
v Brühls Terrassen mit Abendmond
https://abload.de/img/p1010872q0uxh.jpg
https://abload.de/img/p1010875eyumc.jpg

https://abload.de/img/p10108765vua2.jpg
^ Fama in Fühlung zum Erdtrabanten - hach... :rolleyes:
v DER Blick schlechthin
https://abload.de/img/p1010873ocuj8.jpg

Tobschi
17.09.16, 16:08
Du hast eine neue Kamera, oder? :) Sehr schöne Aufnahmen, vielen Dank!

Elli Kny
15.11.16, 19:55
^ Jawohl, und nun auch etwas lichtempfindlicher, wie man abends und nachts dann zu schätzen weiß. :)


Semper Zwei - Ex-Operncafé der Semperoper - Der neue Spielraum der Semperoper Dresden

Also mE ist der Umbau abgeschlossen (finde auch keine aktuellen Lokalnachrichten) und das Gebäude längst in Betrieb.
Kurzinfo mit Filmchen und ein bauliches Making of Semper Zwo gibts auf der Opernseite: Semper Zwei (https://www.semperoper.de/semper-zwei.html#35245-3)

Ich sehe mich mittlerweile die doch aussergewöhliche Qualität (innen wie aussen) der einstigen Ergänzungsbauten des DDR-Opernwiederaufbaus immer mehr zu schätzen wissen und möchte daher mal eine ausführlichere Fotorunde ums Werk des Architekten Wolfgang Hänsch drehen. Also aus heutiger Sicht und verglichen mit zahlreichen anderen Nachkriegskulturbauten kann man hier doch von großem Glück sprechen, was aus damaliger Zeit heraus allemal bemerkenswert ist.
https://abload.de/img/p1030117jns4o.jpg
https://abload.de/img/p1030119thsdo.jpg
https://abload.de/img/p1030123pns4p.jpg
https://abload.de/img/p1030129d5s8n.jpg
https://abload.de/img/p1030130ihso1.jpg
https://abload.de/img/p103013276sxk.jpg
https://abload.de/img/p1030133ugs9b.jpg
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Bonusbild: Supermoon over Theaterplatz
https://abload.de/img/p1030138j1siz.jpg
-> da hatte noch jemand die gleiche Idee (siehe auch weiter oben) - Foto (http://www.sz-online.de/nachrichten/wissen/bilder/auch-in-dresden-wird-der-supermond-zu-sehen-sein-1862309h.jpg)


weitere Impressionen:
http://abload.de/img/p1030142gqspv.jpg
http://abload.de/img/p10301416msum.jpg
http://abload.de/img/p1030140j0srn.jpg

http://abload.de/img/p1030139r0ssf.jpg

Elli Kny
02.12.16, 00:01
Rundgang

Fürstenzug / Langer Gang im Umbau
https://abload.de/img/p1030521udue2.jpg
https://abload.de/img/p10305226wuqq.jpg

Fensterdetail
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Stallhofseite
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aktuelle Bauschilder am Schloss
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Kleiner Ballsaal
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Langer Gang - Gewehrgalerie
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Musealer Ausbau der Rüstkammer
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Gotische Halle - wo ist die eigentlich?
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Grosser Schlosshof - diese Visu zeigt eine ebene Pflasterung über die ganze Fläche. Ist das so auch angedacht?
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Nordtor am Hausmannturm - mit Fenstererneuerung
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Figuren unter dem metallenen Übergang vom Schloss zur Hofkirche
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Gemäldegalerie Alte Meister - nun der Westflügel im Bau
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Die Drei von der Tankstelle am Zwinger :)
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Arwed
02.12.16, 03:01
Die gotische Halle liegt im Erdgeschoss des Ostflügels zwischen Großem Schlosshof und Schlossstrasse. Da gab seit Beginn des Wiederaufbaus in den 80ern bis vor einigen Jahren eine Bresche für den Baukran. Die Halle ist ein sehr schöner Raum mit Sandsteinsäulen und Ziegelgewölbe.
Der Hof bekommt bestimmt einen Belag aus diagonal verlegten Sandsteinplatten, wie vor dem Krieg.

Elli Kny
02.12.16, 17:57
Vielen Dank, Arwed. Ist eine solche plattige Belegung des Gr. Hofes final fixiert oder tüftelt man noch? Ich hielte es so auch für besser.

Die Gotische Halle (ist es ein Schloßteil aus der Gotik? Das wäre genial.) ist in meiner bisherigen Schloßwahrnehmung irgendwie durchgerutscht. Ja, ich weiß nun, wo es ist. Es wäre mE hier sehr erbaulich, noch ein paar Infos zur Halle zu bekommen.
Die Gotische Halle dürfte also im Rohbau vorhanden sein (rustikale Ziegeloptik?) oder ist man da schon weiter? Hängt ja davon ab, was man vorhat. Welchen Bauzustand soll die Halle denn bekommen und wie ist sie ins Nutzungskonzept eingebunden? Ich möchte es gern einem Kenner überlassen, hier ein paar Infos und Bilder von Früher, jetzt und ggf auch den Bauplänen zusammenzutragen. Aus meinem gestrigen Foto (von transparenter Bauplane abfotografiert und damit miese Bildquali) kann ich keine klare Nutzung erkennen.
Ich halte solch rustikal-optische (ggf ruinenoptische) Details oder Räume im Kontext dieses abzusehenden Schloßkomplexes für herausragend - man wandelte also von den Reko-Prunkräumen, über zB Herkulessaal und Englische Treppe hinab in raue Gotikhalle und hätte stark kontrastierend etwas beeindruckend Rustikales vor sich, von dem man fast annähme, so sah es wohl im späten Mittelalter schon aus.
Analog würde ich auch nie die Schlingrippengewölbe der Schloßkapelle verputzen - ein weiteres Rustikum zumindest nach meinem Geschmack. Ich halte diese Starkkontraste zu anderen Schloßbereichen durchaus für einzigartig/attraktionsfördernd - hierzulande weit und breit allemal, wohlweißlich ähnlicher, aber doch ungleicher Referenzorte andernorts (zB Neues Museum, Berlin).
Meist changiert die Rede übers Schloß zwischen Rekobereichen und eben den schlicht wiederhergestellten Räumen + moderne Zusätze - kaum bzw gar nicht sind mir weitere Darstellungen geläufig. Vielleicht kitzelt es jetzt auch Bautzen-Fan etwas in den Fingern. :)

antonstädter
02.12.16, 22:38
Ja, die Gotische Halle im Erdgeschoss des Ostflügels ist in der Tat ein Überbleibsel der spätgotischen Burg-/Schlossanlage, aus der im 16. Jahrhundert durch westliche Erweiterung und Neubau des Westflügels die heutige Renaissance-Vierflügelanlage entstanden ist. Im ursprünglichen Aufbaukonzept des Schlosses vom Ende der 1980er Jahre war sie sehr angemessen als Hauptraum einer Ausstellung zur Schlossgeschichte vorgesehen. Wie sieht es diesbezüglich eigentlich aktuell aus?

Elli Kny
03.12.16, 17:32
^ zur Gotischen Halle fand ich nun doch zwei Dinge:

einmal eine kleine Bilderreihe von August 2009 auf Bausituation DD (http://www.bausituation-dresden.de/2009/08/schloss-innenansichten-gotische-halle.html).
(die Bilder sind durch Anklicken vergrößerbar)

sowie ein Zitat von BautzenFan vom Februar 2008 im APH:
Vom EG-bereich der Englischen Treppe geht es in die Gotische Halle ..., dort soll die Dauerausstellung zur Schlossgeschichte eingerichtet werden. Von der Gotischen Halle wiederum gelangt man über eine Treppe in die Kemenate und zu den außerhalb (an der Nord-, Ost- und evtl auch an der Westseite) des eigentlichen Kemenatenraumes –„in situ“ konservierten Ausgrabungsfunden (zum Beispiel den an der Nordostecke der Kemenate ausgegrabenen Rest eines Kaminschachtes – letzterer führte übrigens zu der Namensschöpfung *Kemenate*, weil dies auf einen beheizbaren Raum hindeutete).
Quelle klick (http://www.stadtbild-deutschland.org/forum/index.php?thread/97-das-dresdner-schloss/&postID=56968#post56968)

Bei der Dt. Fotothek der SLUB fand ich auf die Schnelle nix. Wäre ja seltsam, wenn es nix gäbe.

Arwed
03.12.16, 23:21
Naja, so seltsam ist das nicht! Die Deutsche Fotothek hat ja vor allem historische Fotos in ihren Beständen. Die Kemenate wurde aber erst in den 80ern ausgebuddelt oder besser wiederentdeckt (sie war nicht verfüllt, sondern als verborgener Hohlraum vorhanden).
Über Gotische Halle und Kemenate könnte man sich tot schreiben. Das sind die ältesten Räume nicht nur des Schlosses, sondern der ganzen Stadt. Dass hier die Ausstellung zur Geschichte des Schlosses hinein soll, ist auch mein Wissensstand.
Empfehlen kann ich für einen Überblick zur Geschichte die Broschüre des SIBs https://www.sib.sachsen.de/fileadmin/user_upload/PDF-Dokumente/broschueren/2012/2012_NL_Dresden_I_Schlossbroschuere _Auflage_II.pdf

BautzenFan
04.12.16, 14:01
Um mal die Formulierung von Elli zu verwenden: Es kitzelt mich sogar sehr in den Fingern. Bezüglich der Gotischen Halle muss ich allerdings noch um etwas Geduld bitten – das ist nicht so flott erledigt, weil ich noch etliche Quellen mit relevanten Informationen raussuchen muss, Bildern hochladen etc.
Aber Elli hatte ja gestern noch ein zweites Thema aufgemacht: Wie geht es mit der Schlosskapelle weiter? Beginnen wir heute damit. Elli hatte in diesem Zusammenhang geschrieben: „Analog würde ich auch nie die Schlingrippengewölbe der Schloßkapelle verputzen“. Die Begründung für seine Positionierung finde ich nachvollziehbar – in allgemeiner, prinzipieller Hinsicht. Aber in speziellem Bezug auf die Schlosskapelle teile ich diese Meinung nicht. Für mich ist die Version, die Schlosskapelle (nachfolgende Formulierungen von Elli) „schlicht“, als „Rustikum“ oder „Starkkontrast zu anderen Schlossbereichen“ zu gestalten, eine akzeptable – allerdings nicht die Vorzugsvariante.
Es dürfte allgemein bekannt sein, dass eine endgültige Entscheidung über die Innenraumgestaltung des Kapellenraumes noch nicht getroffen wurde. Es gibt aber gewisse Indizien dafür, welche Lösung die jetzigen Entscheidungsträger (insbesondere Staatsregierung, Finanzministerium) realisieren würden – nämlich eine weitgehende Rekonstruktion der historischen Innenarchitektur (die seit 1737 nicht mehr besteht). Da das Projekt *Fertigstellung Schlosskapelle* nach 2011 im Bauablaufplan aber ganz nach hinten gerückt ist, wird es bis zur Realisierung noch etliche Jährchen dauern (mit dann möglicherweise völlig anderen politischen Konstellationen). Soll heißen, es sind noch alle Optionen denkbar.

Zum besseren Verständnis des doch sehr komplexen Sachverhalts zunächst ein paar historische Eckdaten. Die Schlosskapelle entstand als Neubau in der Mitte des 16. Jahrhunderts. 1737 kam es zur Auflösung der Kapelle (das Herrscherhaus hatte die Religion gewechselt). Der Raumbereich wurde ab 1737 völlig umgestaltet: Das Gewölbe herausgebrochen und zwischen EG und 1. OG Gewölbedecken eingezogen.
Im Jahr 1966 kam es zum Einsturz der 1737 eingezogenen EG-Gewölbe (die hatten die Bombardierung und den Feuersturm zunächst überlebt). Danach stellte sich die Situation wie folgt dar:

Blick in Richtung Hausmannsturm:
http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/mbs/0079000/df_mbs_0079057_005.jpg

Blick in Richtung Westen (Fotograf stand mit dem Rücken zum Hausmannsturm):
http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/mbs/0079000/df_mbs_0079057_006.jpg

Das „Einsturzjahr“ 1966 gehört zu dem Zeitraum, in dem die Schlossruine nicht mehr „politisch“ gefährdet war (Stichwort: Abriss analog der Geschehnisse in Berlin und Potsdam), der Wiederaufbau aber aus finanziellen, wirtschaftlichen Gründen noch in weiter Ferne lag. Es war somit der Zeitraum, den die sächsischen Fachleute (Denkmalpfleger, Bauforscher, Kunsthistoriker) für ihre langjährigen wissenschaftlichen Vorbereitungen des Wiederaufbaukonzepts nutzten. Und mit Blick auf den – nach dem Gewölbeeinsturz - neu eingetretenen Zustand im Nordwestflügel entstand dann in diesen Fachgremien schließlich die Idee, die Kubatur der bereits 1737 verlustig gegangenen Schlosskapelle wieder erstehen zu lassen (als Reminiszenz an eine kunsthistorisch herausragende Raumschöpfung). Urheber des wesentlich weiter gehenden Gedankens, nicht nur die Raumkubatur, sondern auch die historische Innenarchitektur zu rekonstruieren, waren aber ganz andere Kreise – nämlich renommierte Vertreter der sächsischen Musikwelt. Die Dresdner Schlosskapelle war ja nicht nur als Sakralraum bedeutsam (Stichwort: Hauptkirche des Herrscherhauses, das als politische Stütze der Reformation fungierte), sondern auch als Ort – ja, kann man so sagen – als Ort mit musikalisch herausragender Bedeutung (Stichwort: Wirkungsstätte von Heinrich Schütz, des ersten deutschen Komponisten von europäischer Bedeutung und außerdem „Geburtsort“ des ältesten heute noch bestehenden Orchesters der Welt, der Dresdner Staatskapelle). Die dokumentarischen Grundlagen für solch eine Rekonstruktion erwiesen sich im Ergebnis der Forschungen als durchaus gegeben (wenn auch nicht in jedem Detail). Und so wurde die Wiederherstellung der Innenarchitektur schließlich in das denkmalpflegerische Rahmenprogramm für den Schlossaufbau (1980er Jahre) aufgenommen.

Als Beleg für meine unmittelbar voranstehenden Ausführungen hier ein Zitat von Gerhard Glaser, einem der geistigen Väter der denkmalpflegerischen Zielsetzung für das Schlossprojekt:

Die Schlosskapelle war zunächst aus denkmalpflegerischer Sicht nur als Raumvolumen wiederherzustellen beabsichtigt. Die Forderung der Musikwelt nach einem Kammermusiksaal, den räumlichen und akustischen Bedingungen, unter denen Heinrich Schütz einen wesentlichen Teil seines geistigen Werkes aufgeführt hat, führten zu dem Versuch, die Kapelle als Innenraum von 1556 wiedererstehen zu lassen. Im Sinne eines Abbildes wird dies, gestützt auf drei Aufmaßgrundrisse kurz vor dem Abbruch 1737, zwei historische Innenraumdarstellungen, das große Schlossmodell und wenige archäologische Anhaltspunkte bis auf die Gewölbe annähernd gelingen. Die Gewölbe sind wahrscheinlich nur als Analogien möglich.
Quelle: Denkmalpflegerische Aspekte bei der Sicherung des Dresdner Schlosses, abgedruckt in: Mitteilungen des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen, Sonderheft 1997
(offenbar ein Nachdruck, der Artikel muss schon in den 1980er Jahren geschrieben worden sein)

Noch eine Anmerkung zu dem im Zitat genannten Punkt *großes Schlossmodell*. Dabei handelt sich um ein historisches Baumodell des Schlosses aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Es konnte auseinander genommen werden und gewährte so Einblicke auch in die damals vorliegenden Innenarchitekturen. Laut Cornelius Gurlitt (sächsischer Kunsthistoriker, gest. 1938) waren 2 Räume mit besonderer Liebe zum Detail nachgebildet: der Riesensaal und eben die Schlosskapelle. Unglaublich, was das Nachkriegsschicksal dieses Modells betrifft: Es wurde „um 1960 vernichtet“. Besagtes Geschehnis ist in den mir zugänglichen Quellen immer sehr nebulös beschrieben, auch von Verfassern, denen ich Insiderwissen zubillige. Also für mich klingt das immer so, als ob hier (zum Beispiel) irgendein Hausmeister oder Bautrupp den Auftrag hatte, Räume zu entrümpeln und das vermutlich „eingestaubte“ und sicher auch lädierte Holzmodell in den Sperrmüll verbrachte. Das ist aber nur der meine sarkastische „Interpretation“ anhand der wirklich sehr unsicheren Formulierungen (schon das Vernichtungsjahr betreffend).
Es existiert aber mindestens eine Fotografie des Kapellenraumes (mit leider abgenommener Decke, im Baumodell war ja sicher auch das beeindruckende Gewölbe dargestellt). Einen Fotolink kann ich nicht bieten, verweise aber auf das Standardwerk: „Das Dresdner Schloss – Monument sächsischer Geschichte und Kultur“. In der Ausgabe von 1992 auf Seite 81 zu finden.

Den folgenden Passus aus obigem Zitat bitte ich unbedingt im Hinterkopf zu behalten (für die anschließenden Ausführungen sehr wichtig):
Die Wiederherstellung des Innenraumes wird bis auf die Gewölbe annähernd gelingen. Die Gewölbe sind wahrscheinlich nur als Analogien möglich.

Nun gehörte der Raumbereich der Schlosskapelle (EG und 1. OG im Nordwestflügel zu den Abschnitten, die bereits in der DDR-Ära im Rohbau fertiggestellt worden sind. Die Ausführung erfolgte also 1:1 nach dem in den 1980er Jahren kreierten Konzept – im Ergebnis war der Kapellenraum erstmals seit 1737 wieder in seiner Kubatur vorhanden. Dann kam die Phase um 1994/95 mit den massiven Disneyland-Vorwürfen. Auf der „Igitt-Liste“ der Rekokritiker stand die Kapelle (neben der Sgraffito-Gestaltung, dem Riesensaal und dem Tempietto des Torhauses) ganz oben. Für die sächsische Regierung entstand Handlungsdruck – es ging beim Schlossaufbau schließlich um zig Millionen an Steuergeldern. Und so wurde ein hochkarätiges Kolloquium (mit internationaler Beteiligung) durchgeführt, Gutachten in Auftrag gegeben und eine Schlosskommission für die gestalterischen Fragen berufen. Ich muss hier aus Zeitgründen zusammenfassen: Die ganze Sache ging letztlich so aus, dass das alte DDR-Konzept eine weitgehende Bestätigung erfuhr – wenn auch in sukzessiver Entscheidungsfindung.

Jetzt möchte ich aber endlich zu der eingangs aufgestellten Behauptung kommen, was gewisse Indizien über die „reko-konforme“ Positionierung der jetzigen Entscheidungsträger betrifft. Da wäre zunächst die von Arwed gestern bereits verlinkte Baubroschüre des Finanzministerium zu beachten. Die erste Auflage erschien im März 2008. Dort findet man auf Seite 27 folgende schwergewichtige Formulierung:

Beim Innenausbau sollen schrittweise bedeutende historische Räume wie das Audienzgemach Augusts des Starken, das Paradeschlafzimmer sowie das erste und zweite Vorzimmer rekonstruiert werden, so wie ja bereits das Historische Grüne Gewölbe in sorgfältiger Restaurationsarbeit als spätbarockes Gesamtkunstwerk getreu der einstigen Ausstattung neu erstanden ist. Ob es gelingen wird, auch die aus dem Bau erst jetzt wieder herausgeschälte, durch frühere Brände und Umbauten verschwundenen Raumfiguren der Schlosskapelle und des Riesensaales in ihrer einstigen gestalterischen Pracht und Sonderbarkeit zurück zu gewinnen, bleibt abzuwarten. Im Blick auf das Gesamtprojekt ist es eine Idealkonzeption, deren Realisierung unerlässlich erscheint, aber späteren Bauprogrammen aufgegeben ist.

Im Dezember 2012 erschien eine 2. und überarbeitete Auflage. Und dort heißt es jetzt:

Ob es gelingen wird, auch die aus dem Bau erst jetzt wieder herausgeschälte, durch frühere Brände und Umbauten verschwundene Raumfigur der Schlosskapelle in ihrer einstigen gestalterischen Pracht und Sonderbarkeit zurück zu gewinnen, bleibt abzuwarten. Im Blick auf das Gesamtprojekt ist es eine Idealkonzeption, deren Realisierung unerlässlich erscheint, aber späteren Bauprogrammen aufgegeben ist.

Nix mehr mit Riesensaal, aber für die Schlosskapelle gilt offensichtlich weiterhin eine Positionierung (wie gesagt – der derzeitigen Entscheidungsträger), die ich – etwas salopp – so „übersetze“: Wir würden schon gern, haben aber aktuell noch kein Geld dafür.

Ein weiteres Indiz ist die Tatsache, dass das historische Schlingrippengewölbe ausgeführt worden ist. Der Grund dafür, dass diese Maßnahme im Bauablauf vorgezogen werden musste, hängt mit der Ausgestaltung des 2. OG zusammen. Dazu ein Zitat aus der HP des SIB zum Schlingrippengewölbe:

Mit der Planung der Baumaßnahme wurde 2008 begonnen. Jahrelange Recherchen, wie das Gewölbe ausgesehen haben muss, waren dem vorausgegangen. Der Baubeginn im Februar 2010 stand im Zusammenhang mit dem Planungsfortschritt des darüberliegenden Paradegeschosses. Der dort befindliche Propositionssaal lässt sich erst dann museal ausbauen, wenn die Gewölbe der Kapelle wieder errichtet sind.
Quelle: https://www.sib.sachsen.de/de/referenzen/ausgewaehlte_einzelprojekte/residenzschloss_dresden/das_schlingrippengewoelbe_in_der_dr esdner_schlosskapelle_ist_neu_entst anden/

Damit ist gemeint, dass zur baulichen Herstellung des Kapellengewölbes die Decke zwischen Kapelle und dem darüber befindlichen Propositionssaal (ehemaliger Bankettsaal) geöffnet werden musste. Nachfolgend 2 eigene Fotos vom August 2011 (Tag der offenen Tür). Im ersten Foto sieht man von oben (Aufnahmestandort Propositionssaal) die damals interimsweise eingezogene Arbeitsplattform (auf der steht die Leiter). Das zweite Foto wurde von unten aufgenommen, es zeigt die Abstützung der besagten Arbeitsplattform).

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/183a0c49DSCF7140.JPG

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/0ababbd7DSCF7146.JPG

Warum nun die Ausführung des Gewölbes als Indiz für die von mir „interpretierte“ Positionierung zu werten ist, ergibt sich aus der weiter oben zitierten Passage, die ich als „Merkaufgabe“ genannt hatte: Das Gewölbe ist von den innenarchitektonischen Gestaltungsteilen der historischen Kapelle mit Abstand am schlechtesten dokumentiert. Es wäre für mich mega-unlogisch, dass man danach alles andere entweder gar nicht oder als moderne „Zitate“ ausführt.

Als 3. Indiz ist die jetzt offenbar feststehende Entscheidung über das Nutzungskonzept der Kapelle zu betrachten. In früheren Jahren waren hier diverse Möglichkeiten im Gespräch. Dazu nochmal die HP des SIB:

Die Schlosskapelle soll nach vollständigem Ausbau unter Einbeziehung der vorhandenen Infrastruktureinrichtungen als multifunktioneller Veranstaltungsraum genutzt werden. Wann der Ausbau beginnt bzw. abgeschlossen sein wird, kann derzeit nicht vorausgesagt werden, da der Ausbau zugunsten anderer Maßnahmen im Schloss zurückgestellt ist.

Die sächsischen Denkmalpfleger stehen nach wie vor zu ihrem Projekt Schlosskapelle. Dazu nachfolgend ein kurzer Auszug aus einem 2009 erschienenen (sehr zu empfehlenden) Buch von Prof. Magirius (Titel: „Die evangelische Schlosskapelle zu Dresden aus kunstgeschichtlicher Sicht“; Kamprad Verlag). Das Werk enthält ein (zweiseitiges) Grußwort des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen, unterzeichnet von Prof. Dr. Rosemarie Pohlack, derzeitige Sächsische Landeskonservatorin (also quasi der Amtschefin). Dort heißt es nun:

Der Kapellenraum selbst wartet allerdings noch auf eine ihm angemessene Funktion mit adäquater Gestaltung. Die unterschiedlichen Interimsnutzungen mit teilweise sehr modernen Einbauten hatten bisher nicht genügend eigene Kraft, wirkliche Alternativen zum verlorenen grandiosen Kapellenraum darzustellen; das war sicher auch gar nicht beabsichtigt.
Die von Heinrich Magirius nun vorgelegten kunstgeschichtlichen Forschungen fassen nach ausführlicher Recherche den derzeitigen Wissensstand zur Schlosskapelle zusammen. Sie belegen und begründen das erste Mal überzeugend die Möglichkeit, den Innenraum der ehemaligen evangelischen Schlosskapelle in wesentlichen Teilen rekonstruieren zu können, wobei zur einmaligen, sehr aufwendigen Deckengestaltung Fragen offen bleiben müssen.

Diese (Zitat) „offenen Fragen“ (Formulierung aus dem Jahr 2009) beziehen sich nicht nur auf das Gewölbe an sich, sondern auch auf die ehemals vorhandenen plastischen Schmuckelemente. Im Jahr 2013 erschien in der Welt ein insgesamt sehr interessanter Artikel, der von dem Festakt (vor Ort) zur Fertigstellung des Gewölbes berichtete:

Hauptthema bis spät in die Nacht hinein ist die Vollendung. Der jetzige Rohbau kann nur ein Zwischenzustand sein. Ohne die Schlangen ist die Botschaft dieser Architektur nicht zu lesen. Sie werden es ihrem Ministerpräsidenten wieder und wieder sagen: „Bis 2017. Bis zum Lutherjahr. Da hilft uns noch einmal der Reformator.“

Quelle: https://www.welt.de/kultur/kunst-und-architektur/article119957856/Der-Petersdom-der-Reformation-steht-wieder.html

Mit den Schlangen sind figürliche Details der historischen Kapellendecke gemeint. Also ich interpretiere das so, dass hier hinter den Kulissen wohl Überzeugungsarbeit für ein sehr umfängliches Reko-ziel geleistet wird (die Wiederherstellung des figürlichen Deckenschmucks war bislang noch nie in der Öffentlichkeit thematisiert worden) und dass man versucht, die Entscheidungsträger für eine beschleunigte Fertigstellung zu begeistern (bis 2017).
Naja, die Überzeugungsarbeit hat augenscheinlich nicht zum Erfolg geführt – noch nicht. Aber ich will Euch mal zeigen, um was es dabei geht:
http://www.architectura-virtualis.de/rapidprototyping/dresden.php?lang=de&img=10&file=7

Das war es erst mal – vielen Dank an die, die bis hierher „ausgehalten“ haben (sollte gar nicht so lang werden).

Arwed
04.12.16, 20:27
@BautzenFan
Von "aushalten" kann bei Deinen hochinteressanten Beiträgen zu unserem Lieblingsschloss nun wirklich nicht die Rede sein! Ich habe mir das Lesen nur für den Abend aufgehoben, um nicht beim flüchtigen Lesen etwas zu verpassen. Es freut mich jedenfalls sehr, hier wieder von Dir zu lesen (und damit auch eine Antwort schreiben zu können).
Die wiedererstandene Schlosskapelle ist schon ein kleines Wunder oder vielmehr das Ergebnis harter langwieriger Arbeit. Bis jetzt war ich über jeden Rekonstruktionsschritt dankbar. In den 90ern fand ich die Rückkehr des Raumes in Verbindung mit der öffentlichen Nutzung (Schlosstheater) schön. Später war die Wiederherstellung der Sandsteinsäulen gut. Zuletzt war ich absolut beeindruckt von der planerischen Herleitung der Gewölbefiguration, gefolgt von ihrer tatsächlichen baulichen Rekonstruktion. Ich muss zugeben, dass der erreichte Zustand mir durchaus reichen würde. Die Ästhetik der ausgemauerten Schlingrippen finde ich sehr ansprechend. Wie oben schon geschrieben, lasse ich mich gerne auch von der nächsten Rekonstruktionsstufe verzaubern. Allerdings muss man sich nun von einer geometrisch-bautechnischen Aufgabe zu einer künstlerischen Ebene begeben und dass weitgehend ohne Detailvorlage. Wenn dies überzeugend gelingen kann und gelingt (worüber ich mir nicht so recht sicher bin), würde ich mich sehr freuen.

BautzenFan
06.12.16, 20:06
Artet allmählich zur großen Geduldsübung aus, meinen Beitrag einzustellen. Kann eigentlich nicht an meiner Verbindung liegen - habe ich gerade noch einmal getestet. Ich versuche es jetzt nochmal "gestückelt". :mad:

Los geht's.
Wie angekündigt heute ein paar Ausführungen zum Thema *Gotische Halle und Kemenate*. Beginnen wir mit dem Grundriss des Kellergeschosses. So erhält man eine erste Vorstellung über die Lage und Größenverhältnisse. Das T. im Bild verweist auf die Treppe, über die man von der Gotischen Halle in die Kemenate gelangt.

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/f8df56b7Kemen048.jpg


Besagten Treppenschacht sieht man hier:
http://archiv.neumarkt-dresden.de/schloss/08-09-2009-Tag-der-offenen-Tuer-Schloss/P1040404.jpg

Bei der ersten archäologisch nachgewiesenen Bebauung im Schlossareal handelte sich um Fachwerkbauten, darunter aber auch ein Steinhaus. Die Entstehungszeit wurde etwa auf das Jahr 1170 datiert. Die Gebäudeansammlung brannte um ca. 1230 ab. Unmittelbar danach, also im 2. Viertel des 13. Jahrhunderts erfolgte auf dem Gelände die Errichtung eines kleinen Kastells, bestehend aus mehreren quadratischen Türmen und einem palasartigen Wohnhaus (Saalgeschossbau). Letzteres war 18,2 m lang und 10 m breit (Außenabmessungen). An seiner Nordostecke befand sich ein Kaminschacht – das Gebäude war also beheizbar und so taufte es sein Entdecker Reinhard Spehr (Ausgrabungen in den 1980er Jahren) auf den Namen *Kemenate*.

Die nachstehende Abbildung vermittelt eine Vorstellung darüber, wie das Kastell ausgesehen hat (schön zu erkennen auch die strategisch günstige Lage zur Elbbrücke). Zur Verortung der Kemenate: Im Bild ganz oben, flankiert von 2 Türmen; der außen angeordnete Kaminschacht befindet sich neben dem am weitesten links stehenden Turm. Die an der Hofseite des Gebäudes liegende Treppe (Zugang in den Keller) ist archäologisch nachgewiesen.
http://www.denkmal-buch-geschichte.de/image/cache/data/Veröffentl.%20LA%20Dresden/2-27-50-500x500.JPG

Für die architektonische Beschreibung des Kemenatenkellers in seiner Ursprungsfassung lassen wir mal den Entdecker selbst zu Wort kommen (in: „Archäologie im Dresdner Schloss. Die Ausgrabungen 1982 - 1990):

Der durch zwei Gurtbögen in drei Joche gegliederte kreuzgratgewölbte Keller besitzt eine Raumgröße von 97,5 m². Er wurde durch drei Fenster von Westen und Norden her beleuchtet, wobei von 2 Fenstern die inneren Gewände erhalten waren (Breite 1,5 m); […]
Mittig in der Ostwand des Kemenatenkellers befand sich eine holzverkleidete Wandnische von 90 cm Breite, 45 cm Höhe und 50 cm Tiefe.

Die nächste wichtige Bauphase im Schlossareal (um 1400 unter Markgraf Wilhelm) möchte ich überspringen, da in dieser Ära vorrangig im Bereich des heutigen Nordosttraktes gebaut wurde. Dabei entstanden übrigens auch die unteren Geschosse des Hausmannsturmes (der wurde später erhöht und mehrfach umgebaut).
Wichtiger in Bezug auf die Gotische Halle und die Kemenate ist dann der Zeitraum von 1468 – 1480, als die bestehende Anlage zu einem spätgotischen Schloss ausgebaut wurde (als geschlossene Vierflügelanlage). Die folgende Abbildung zeigt ein historisches Modell dieses architektonischen Zustandes (leider Kriegsverlust):
http://www.bildindex.de/bilder/d/mi09537g01

Der Ostflügel liegt – bezogen auf das obige Bild ganz rechts, der Turm unten rechts ist der nach dem verheerenden Schlossbrand von 1701 abgebrochene Schössereiturm.

In besagte Bauphase in der 2. Hälfte des 15. Jahrhundert fällt die weitgehende Neuerrichtung des heutigen Ostflügels, wobei der Teil nördlich der Gotischen Halle in seinem Basisbestand vermutlich schon einige Jahrzehnte eher erbaut wurde (in der 1.Hälfte des 15. Jahrhunderts). Dieser Neubau des Ostflügels führte zum Abbruch der oberirdischen Teile der Kemenate, der Keller wiederum erfuhr einige bauliche Veränderungen. Der östliche Bereich (natürlich mit Ausnahme der direkt unterhalb des Ostflügels befindlichen Randzone – siehe Grundrissbild am Anfang des Beitrages) wurde als Auflager für eine an der Hofseite neu gebaute Treppe umfunktioniert. Der westliche Teil, nunmehr durch eine Mauer abgetrennt, verlor sein Kreuzgratgewölbe und erhielt eine Tonnenwölbung.

Nun ein paar Fotos (vom Tag der offenen Tür 2011), die den aktuellen Zustand veranschaulichen.
Zuerst ein Eindruck des gesamten Raumes. Die grauen Streifen, die das Bild an drei Seiten quasi rahmen, gehören zur hofseitigen Mauer des Ostflügels (natürlich Kellergeschoss). Über der Zone, wo die Besucherin mit auffälligem rosa Pulli steht, befand sich der bei der Neuerrichtung des Ostflügels (1468-1480) gebaute Treppenturm (hofseitig am Ostflügel anliegend). Die Mauer, auf die wir im Bildhintergrund blicken, wurde als Auflager für diese Treppe neu eingezogen. Das dabei eingebaute Portal stammte aus dem Abbruchmaterial der oberirdischen Baumasse:

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/36f83926DSCF7199kll.jpg

Hier der tonnengewölbte westliche Bereich des ehemaligen Gesamtraumes (an der Wand, auf die man in Draufsicht blickt, ist mit etwas gutem Willen ein Fensterschacht zu erkennen):

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/53f17bc2DSCF7200kll.jpg

Und schließlich der Rest eines der Wandpfeiler des ursprünglichen Kreuzgratgewölbes (oben abgeschnitten):

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/419be2c6DSCF7202kll.jpg

Im nächsten Teil folgt die Gotische Halle.

BautzenFan
06.12.16, 20:14
Weiter geht es mit der Gotischen Halle. Diese Innenarchitektur (ebenso wie die der nördlich angrenzenden Räume) entstand bei dem Ausbau zur spätgotischen Schlossanlage in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Hier zunächst ein Grundriss (aus einer 1989 erschienenen Baubroschüre, herausgegeben vom VEB Gesellschaftsbau – Generalauftragnehmer des Schlossaufbaus in der Vorwendezeit):

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/3815b3e5ErdKeller2ges.jpg

Das mit einem Fragezeichen markierte rechteckige Element kann ich nicht deuten – die heutige Treppe runter in die Kemenate ist es jedenfalls nicht. Die liegt näher an den Mittelpfeilern und außerdem etwas weiter südlich. Möglicherweise war der Treppenabstieg in der DDR-Planung anders konzipiert.
Die nachstehende architektonische Beschreibung habe ich aus dem 2009 erschienenen Buch „Das Dresdner Residenzschloss“ entnommen. Autoren sind drei renommierte sächsische Denkmalpfleger / Kunsthistoriker (Angelica Dülberg, Norbert Oelsner, Roesmarie Pohlack):

Im Erdgeschoss des Ostflügels sind die spätgotischen Gewölbe als letzte Räume ihrer Art im historischen Stadtkern von Dresden noch größtenteils erhalten. Bedeutendster Raum ist die zweischiffige, vierjochige und kreuzgratgewölbte Halle im Südteil [Anm.: gemeint ist der Südteil des Ostflügels] mit ihren drei mächtigen Pfeilern. Sie diente als Hofstube – das war der einstmals ofenbeheizte Raum des spätgotischen Schlosses, in dem die Fürsten mit ihrem Gefolge speisten.
Auch die nördlich gelegene Schlossküche / Bäckerei zeigt sich als eindrucksvolle Raumfolge. Im kreuzrippengewölbten Hauptraum ist das Wappen der Kurfürsten von Sachsen als Erzmarschälle des Heiligen Römischen Reiches mit den gekreuzten Schwertern zu sehen.
[…]
Die spätgotischen Räume des Ostflügels weisen darüber hinaus noch eine Vielzahl bauhistorischer Befunde auf (z.B. Portalreste, Teile eines Backofens, historische Putze, Rauchabzüge, Wandnischen).

In Bezug auf den letzten Satz gleich mal ein Beispiel für solch einen bauhistorischen Befund:
Fragment eines Türgewändes, datiert in das 1. Drittel des 16. Jahrhunderts, durch spätere Nischenaufweitung gestört (Standort ist der dritte Raum von Süden gerechnet ab Englischer Treppe)

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/c4c6eefbDSCF7191kll.jpg

Und hier noch ein Foto von dem im Zitat genannten Wappen:
http://www.denkmalpflege.sachsen.de/Tagung_Titel_2013_rdax_413x545.jpg

Bevor ich zu weiteren Bildern komme, erst noch einige Anmerkungen zum Thema *Kranschneise*, denn das erklärt einige Details in den später folgenden Fotos.
Bekanntlich hatte man 1986 einen so genannten „technologischen Durchbruch“ durch den Ostflügel hergestellt. Vom Großen Schlosshof aus sah das so aus:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/33/DD_Schlossruine_30.JPG

Die nördliche Schnittfläche der Schneise verlief etwa entlang der Nordwand der Gotischen Halle, die südliche kurz vor dem mittleren der 3 Pfeiler. Der Abbruch umfasste den nördlichen Abschnitt des Gewölbes, die betreffenden Außenmauern und den nördlichen der 3 Pfeiler.
In späterer Zeit wurde diese brachiale Maßnahme teilweise heftig kritisiert. Wer allerdings die wirtschaftliche Situation der DDR (zumal in ihrer Endphase) berücksichtigt, kann wohl davon ausgehen, dass für die Konzeption der Kranaufstellung genau 2 Möglichkeiten zur Auswahl standen: Entweder so oder gar nicht. Es gab anderswo in der Welt sicher schon damals spezifische Bautechnik, die eine elegantere Lösung gestattet hätte – aufgrund des chronischen Devisenmangels des Staates für die DDR-Projektanten aber unerreichbar.
Es versteht sich natürlich von selbst, dass vorher und abrissbegleitend eine akribische Dokumentation erfolgte. Die Werkstücke des abgebrochenen Pfeilers und auch eine Vielzahl der Gewölbeziegel wurden für den Wiedereinbau eingelagert und tatsächlich auch wieder verwendet (von den Ziegeln natürlich nur die, deren Beschaffenheit das zuließ (Stichwort: Druckfestigkeit). Die neuen Ziegel wurden im alten Format und mit analoger Brenntechnik aufwendig (und teuer) „nachgeschnitzt“.
Der wiederaufgebaute Pfeiler sieht heute so aus:
http://3.bp.blogspot.com/_hyMAHRDzt_I/Sn_JF1VS2zI/AAAAAAAACEk/JXKmVeenxso/s1600/5.JPG

BautzenFan
06.12.16, 20:22
Weiter im Text:

Das nächste Foto zeigt die nördliche Schnittfläche der Kranschneise:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/ec/DD_Schlossruine_37.JPG

Und hier zum Vergleich der heutige Zustand, abgebildet ist der nordöstliche Eckbereich der Gotischen Halle (man achte auch mal auf die unterschiedlichen Farben der Ziegel (alt und neu):
http://4.bp.blogspot.com/_hyMAHRDzt_I/Sn_JOTHxT-I/AAAAAAAACE0/JiVj18DkRzE/s1600-h/3.JPG

Im nächsten Foto manifestiert sich anschaulich die Schnittkante; Standort des Fotografen ist der Bereich der Kranschneise (also nördliche Zone der Gotischen Halle) – Blick geht in Richtung Süden:

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/ef3b0fe4DSCF7194kll.jpg

Nun noch ein Foto von der südlichen Schnittfläche der Kranschneise. Hier müsste man ja eigentlich in eine Halle blicken (wenn man von dem heutigen Zustand ausgeht). Das Bild verdeutlicht die häufig anzutreffende Formulierung, dass die Gotische Halle erst wieder aus dem Baukörper „herausgeschält“ werden musste.
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/ab/DD_Schlossruine_38.JPG

Bereits im frühen 16. Jahrhundert war die Gotische Halle nämlich zur Unterbringung der Silberkammer in 4 Räume aufgeteilt worden. Die Hofstube hatte man vorher in das 1. OG verlegt.

Abschließend noch einige Fotos, die die EG-Räume im unmittelbaren Vorkriegszustand abbilden:
http://www.bildindex.de/bilder/d/mi09542a12
http://www.bildindex.de/bilder/d/mi09542a10
http://www.bildindex.de/bilder/d/mi09542a13
http://www.bildindex.de/bilder/d/mi09542a11
http://www.bildindex.de/bilder/d/mi09542b01
http://www.bildindex.de/bilder/d/mi09542b02

So - das wars.

@Arwed
Danke für die Blumen.

Elli Kny
06.12.16, 23:35
^ zwecks Blumen schließe ich mich natürlich gerne an. Puhh, das war echt stark und viel Stoff. Besten Dank.


zur Gotischen Halle:
Da ich ja auch fragte, wie es in der Gotischen Halle mal aussehen soll, zeige ich nochmal und zum Vergleich mit letztem deiner Bilder die (leider beeinträchtigte) Visualisierung, die wohl auch klar den Zielzustand darstellt. Ich denke daher, es bleibt hier bei rustikaler Ziegeloptik, was dem Raum und Gewölbe gut zu Gesicht steht und eine besondere Spannung zu aufwendigen Prunkgemächern der Obergeschosse aufbaut. Die Halle wirkt in echten Fotos allerdings doch recht überschaubar groß, um nicht zu sagen: recht niedrig, aber seis drum, ich meine nur, dass die folgende Visu den Raum wohl etwas volumisöser wirken lässt als es tatsächlich ist.
https://abload.de/img/p1030528twunc.jpg


zur Schlosskapelle:
da gibts von mir keinen Widerspruch, denn beide Optionen wissen zu gefallen und seien mir schon vorab recht gewesen. Aber wie geschrieben wurde, steht finale Lösung noch in den Sternen. Ich würde allerdings für diesen herrlichen Raum dereinst nicht nur eine "elitäre" Einzelverwendung als Heinrich-Schütz-Kapelle mit Kammermusik für Wenige sehen, sondern die Sache ganz undogmatisch angehen und es locker sehen. Ich würde den Kapellenraum für allerlei adäquate Nutzungen - durchaus auch heutige/aktuelle Nutzmöglichkeiten - öffnen, es somit für mehr Leute als Veranstaltungsraum erlebbar machen - was auch immer es sein könnte, worauf ich jetzt noch keinen konkreten Gedanken verwendete. Warum nicht auch mal ne exquisite Party - wie mE auch schon mal vor Jahren, wo ich gar selbst zugegen gewesen war - oder temporäre Ausstellungen (auch der Moderne). Seis drum, die beeindruckende Wirkung von Lichtinstallation zeigte oben bereits eines der Bilder.
Eine Hauptausstaffierung einstiger Raumdetails betrifft mE hauptsächlich die untere Partie des Ganzen und weniger die Gewölbe. Generell erscheint mir der Aufwand hierfür (also bei den Seitenwänden wie auch den Gewölben) überschaubar und nicht weitgreifend. Die Orgel mal ausgenommen. Was ein Verputzen der Gewölbe angeht, ergäbe sich eine Putzerfordernis mE auch erst bei Entscheidung zur 1:1-Reko mit Schlangen. Zur Beurteilung, ob diese Schlangen ggf eher störend wirken (so mein rein subjektiver Eindruck aus der bunten Visu aus Deckenhöhe), fehlt eine aussagekräftige Visualisierung/Ansicht des Raumes von unten. Möglicherweise gelten die Schlangen aber als eminent für den Denkmalschutz bei Vollreko, womit ich natürlich auch gut leben könnte.
Vielleicht wäre es daher ratsam, zunächst - gemäß Finanzrahmen - alle Seitenpartien zu gestalten und erst zum Schluß die Decke anzugehen. Dazwischen könnte eine Meinungsbildung zur Vervollständigung hinsichtlich Gewölbeputz, Schlangen etc. liegen. Ggf entscheidet man sich ja für diesen dritten Weg, eine Saalreko mit Ziegeloptik an der Decke umzusetzen. Schließlich dürfte das gesamte Bauwerk des Schlosses voll von Änderungen oder Zeichen des Wiederaufbaus sein, an denen man erkennen kann, dass sich hier viel zugetragen und auch gewandelt hat.
Hauptsächlich wäre mir aber eine Überlegung zur häufigeren öffentlichen Nutzung gelegen und dass man es nicht lediglich mit Schütz bewenden lässt. Vermutlich gehen die Meinungen auseinander - ein Konsens müsste gefunden werden. Unser Museumskombinat bzw Sächsischer Louvre würde mir sonst zu stark vollmuseal belegt und so gar nicht neuzeitlich für das Hier und Heute genutzt. Neben dem massigen Touristendurchlauf müsste auch was für "die Dresdner" anlaufbar sein. Bei der Frage, welche Schloßteile hierfür überhaupt (noch) infrage kämen, dürfte mE neben dem Grossen Hof auch die Schloßkapelle eine größere Rolle spielen - auch weil sie separat von aussen erschließbar sind. Summa summarum also eine ähnliche Überlegung wie zum Vorwurf, am Neumarkt gäbe es "ja nichts für normale Dresdner", was ich mal nebenbei für weitgehend Humbuk halte.

BautzenFan
07.12.16, 01:15
Zur Nutzung der Schlosskapelle

In den technologischen Unterlagen der DDR-Zeit wurde durchgängig der Begriff *Schützkapelle* verwendet, ebenso in vielen offiziellen Statements. Heute dagegen taucht diese Bezeichnung kaum noch auf – eben um den Eindruck zu vermeiden, hier werden ausschließlich die Bedürfnisse einer kleinen elitären Schicht bedient. War ja im Beitrag schon erwähnt: Der SIB spricht auf der eigenen HP von einem „multifunktionellen Veranstaltungsraum“. Nur Schütz wird es sicher nicht werden, was dort genossen werden kann.
Da gab es mal im Jahr 2000 eine interessante Pressemitteilung des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Das Schreiben entstand in Reaktion auf eine von Güttler im Auftrag des Fördervereins Palais überreichte Petition. War übrigens die erste große Aktion des damals gerade gegründeten Vereins. In dem von Güttler unterzeichneten Petitionsschreiben hieß es u.a.:

…Soweit mir bekannt wurde, gab es in der Fragestellung der Nutzung verschiedene mündliche Anfragen unterschiedlicher Personen an zuständige Gremien (Ministerien und Verwaltungen). Es sei jeweils vage angedeutet worden, daß das Nutzungskonzept mehr oder weniger beschlossene Sache sei - das Palais werde dem Landesamt für Archäologie zugeschlagen (die Sächsische Zeitung vom 12.09.2000 berichtete darüber). Der Nestor der Denkmalpflege und Dresdner Ehrenbürger Professor Hans Nadler hat einmal gesagt: "Macht mir kein Scherbenmausoleum daraus". Selbst solche, aus meiner Sicht unglaublichen, ja abstrusen Pläne, wie des Einziehens einer Zwischendecke mit Säulen in der Form eines großen Tisches in den großen Saal für erhebliche Summen würden schon gedanklich Form annehmen…

Die Herrschaften im Ministerium reagierten ziemlich „gereizt“. Die Petition wurde mit folgendem Brief beantwortet (es geht in der Antwort zu einem relevanten Teil auch um die angedachte Nutzung der Schlosskapelle):

Der Abteilungsleiter Kunst im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Dr. Reiner Zimmermann, geht in einem Brief an Prof. Ludwig Güttler, einem der Initiatoren der Aktivitäten zur Nutzung des Palais im Großen Garten Dresden, auf die derzeit laufende Diskussion ein. Wir geben das Schreiben nachfolgend im Wortlaut wieder:

"Sehr geehrter Herr Professor Güttler,
die in den letzten Wochen heftig diskutierte Frage der Nutzung des Palais im Großen Garten kann nicht losgelöst von der Unterbringung der staatlichen Museen sowie der Nutzung weiterer, vom Freistaat zu sanierender Gebäude in Dresden gesehen werden.
Gegenwärtig wird über die Nutzung der Schlosskapelle gestritten: Es gibt Verfechter der ausschließlichen Einvernahme dieses Raumes für alte Musik, daher wird der Name Schützkapelle geprägt, der jedoch nicht zu akzeptieren ist; andere favorisieren einen Verbleib des Staatsschauspiels auf ewig und loben den Realitätssinn des Finanzministers, was in der Tat selten vorkommt, und vergessen dabei, dass die Schlosskapelle in ihrem jetzigen baulichen Zustand kein Theaterraum ist und nie einer werden wird, denn sie war von Anfang an als Interimsspielstätte gedacht, solange das Kleine Haus nicht zugänglich ist, und ihr fehlt auf Dauer jenes technische und räumliche Hinterland, welches ein Theater braucht und über das das Kleine Haus, als wichtiger Standort des Staatstheaters in der Neustadt, eben verfügt.
Deshalb soll, sobald für das Kleine Haus alle eigentumsrechtlichen Probleme geklärt sind und die baulichen Voraussetzungen wieder geschaffen werden, die Schlosskapelle als Raum der Musik genutzt werden, nicht nur für die alte Musik, die dort selbstverständlich einen wichtigen Platz einnehmen wird, sondern, da es auch neuere Musik gibt, für jede Art von Kammermusik verfügbar sein, ferner für wissenschaftliche Konferenzen, wie eben ein "Schütz-Kolloquium" oder anderes. Wäre es nicht auch eine gute Idee, wenn alle Besucher der künftigen Museen im Dresdner Residenzschloss, das erstmals in seiner Geschichte von diesem neuen Freistaat in seiner Gänze öffentlich zugänglich gemacht wird, nach anstrengendem Museumsrundgang um 16.30 Uhr einer halben Stunde Musik lauschen könnten, vorgetragen von Schülern des Heinrich-Schütz-Konservatoriums, von Studenten der Musikhochschule, von Kammerensembles unserer Spitzenorchester, von Gästen, die gerade in der Schlosskapelle konzertieren ... Schließlich werden die Staatlichen Kunstsammlungen die Schlosskapelle auch in ihre Aktivitäten einbeziehen, und wenn einer Firma die Strenge des Raumes zusagt, kann sie ihn für Veranstaltungen mieten.
Wir hätten damit als ein erstes künftiges Angebot für alle Dresdner Kammerensembles die Schlosskapelle. Das zweite künftige Angebot an die Dresdner Musiker wird der schon geplante Kammermusiksaal der Musikhochschule sein. Das dritte Angebot wird das Ausstellungsgebäude neben der Zitronenpresse sein, wo der Freistaat einen 14 Meter hohen Saal für die bildenden Künste saniert, in dem sich, bei guter Planung und mit Bezug auf die Kunstwerke, durchaus auch Konzerte veranstalten lassen. Alle drei Angebote werden dadurch möglich, dass es jeweils eine "hausverwaltende" Stelle gibt, die für Licht, Wärme sorgt und die Stühle rückt, Dinge, an die jeder Veranstalter denken sollte.
Das Palais im Großen Garten ist eine Inkunabel sächsischer Baukunst und wird nicht zu einem "Scherbenmausoleum" degradiert werden. Zunächst muss ein Nutzer bestimmt werden, der - siehe oben - für Licht, Wärme und Sicherheit sorgt. Dies wird das Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte sein, das beileibe nicht das ganze Palais überziehen will, sondern im unteren Teil des Gebäudes Flächen belegen wird. Archäologie in Sachsen ist, wie die Ausgrabungen immer wieder zeigen, ein spannender Augen-Blick in vorgeschichtliche Vergangenheit, zu dem sicher der Anblick einiger "Scherben" gehört - es gibt aber auch rekonstruierte vollständige Gefäße und andere Geräte, und eine Dauerausstellung kann ja sehr attraktiv angelegt werden.
Der Festsaal indessen war nie für eine archäologische Dauerausstellung vorgesehen, sondern für eine mehrfunktionale Nutzung, wie Sonderausstellungen, Konzerte, festliche Veranstaltungen, Vermietungen u. v. a. m. Hier bedarf es einer "hausverwaltenden" Stelle, die alle Angebote koordiniert. Wenn es im Großen Garten schon ein solches prachtvolles Gebäude gibt, so soll es allen Dresdnern und ihren Gästen zugänglich sein und nicht im Rahmen einer "Zweiklassengesellschaft" ausschließlich Festlichkeiten für handverlesene Gäste oder für exklusive Konzertveranstaltungen. Es muss auch Angebote geben, die den Besuchern das Palais in Gänze zugänglich machen. Übrigens: Der Festsaal im Obergeschoss ist nicht beheizbar, also für Festlichkeiten nur in der Sommersaison nutzbar. Wer wollte es dem Freistaat verübeln, wenn er bei den hohen Investitionen durch eine mehrfunktionale Nutzung auch einigen Nutzen davon hat. Wer auch immer die Idee von "Zwischendecken" in die Welt gesetzt hat, dem sei gesagt, dass der Festsaal in seiner ursprünglichen Kubatur wiederhergestellt wird.
Um keine zwar sanierten, aber "toten" Räume zu schaffen, muss der Blick auf alle Vorhaben in Dresden gerichtet werden. Eine einseitige, nur auf die Wünsche einer Gruppe gerichtete Diskussion hilft nicht einen Schritt weiter. Schließlich bedürfen alle derartigen Entscheidungen, wenn sie eine gewisse Solidität haben sollen, sorgfältiger Abwägung. Man sollte dabei bedenken, dass der Freistaat in den zehn Jahren seines Bestehens im Beseitigen von Trümmern und Provisorien schon weit gekommen ist und sich wegen eines Einzelfalls nicht unter Druck setzen lassen wird."


Zur Nutzung der gotischen Räume im Ostflügel

Hier zitiere ich aus dem Buch von Syndram/Ufer: Die Rückkehr des Dresdner Schlosses (durch Syndram wird's offiziell):

Ebenso wie die wiedererstandene Schlosskapelle werden sie [Anm.: gemeint sind die gotischen Räume] als „Zeitfenster“ Besuchern kostenfrei zur Verfügung stehen. Durch Bauplastik der späten Gotik und der Frührenaissance , Modelle und audiovisuelle Medien wird in den gotischen Räumen der Weg von der Brückenfestung zur Burg und schließlich zum repräsentativen Schloss nachvollziehbar.

Das ist letztlich die Nutzungsversion, die prinzipiell schon in der DDR-Programmatik für diese Räume angedacht war. Zum Stichwort „audiovisuelle Medien“: Beim Tag der offenen Tür war ausschnittsweise ein Film über die Baugeschichte des Schlosses zu sehen, der im Auftrag der SKD erstellt wird. Der Film (phantastisch gemacht, super Visus dabei) wird dann sicher Teil der Präsentation.

Arwed
07.12.16, 13:09
@BautzenFan
Meinen erneuten großen Dank für Deine Ausarbeitungen (Hast Du eigentlich schon mal daran gedacht, all Deine tollen Beiträge in irgendeiner Form zusammenzustellen, z.B. auf einer eigenen Homepage? Es wäre doch jammerschade, wenn Deine jahrelange Arbeit bei einer Umstellung der Forensoftware verschwinden würde.)

Zur Schlosskapelle:
Wie schon geschrieben, kann ich mir einfach nicht recht vorstellen, dass eine wissenschaftliche Rekonstruktion des vor 250 Jahren verschwundenen und mittelprächtig dokumentierten Zustandes gelingen kann. Die von Bautzenfan verlinkte Visualisierung verspricht hier zwar schon einmal vieles, doch zur Umsetzung im Detail fehlt hier noch vieles. Hierzu würde ich sehr gerne mal die Meinung eines Kunstwissentschaftlers lesen. Was ich auf jeden Fall aber gerne noch rekonstruiert sehen würde, das ist der Barockaltar mit der Musikerempore. Der Altar ist ja in Einzelteilen weitgehend noch erhalten und wäre optimal positioniert an seinem Originalstandort. Die Empore wiederum bildete mit dem Altar eine gestalterische Einheit und wäre auch für die Darbietung der Schützschen Musik ein wesentlicher Raumteil. Ebenfalls erhalten sind die Gobelins, die an den inneren Strebepfeilern angebracht waren. Doch kann ich mir nicht vorstellen, dass deren Zustand sich bei einer multifunktionalen Nutzung der Kapelle verbessern würde.

Zur gotischen Halle:
Elli_Kny, es ist zwar schon wieder 7 Jahre her, dass ich in dem Raum war. Doch kann ich mich noch gut an die durchaus beeindruckenden Dimensionen der Halle erinnern. Da kannst Du ganz unbesorgt sein.
Ich denke auch, dass man sich gegen ein Verputzen der Gewölbeflächen entscheiden wird. Vorstellen könnte ich mir aber, dass alles noch ein wenig gereinigt und optisch beruhigt wird. Mit einem schönen Sandsteinboden und einer guten Beleuchtung wird der Raum ganz wunderbar.
Ich freue mich auch sehr auf das Schlossmuseum. Seinen Vorgänger im Georgenbau vermisse ich sehr. Eine bessere Räumlichkeit kann man dafür auch gar nicht finden, verkörpern die gotische Halle und die Kemenate die Schlossgeschichte wie kein anderer Bereich.
Ich gehe im Übrigen auch davon aus, dass der Aufstieg zum Hausmannsturm zukünftig auch von diesem Schlossmuseum aus beginnen wird, da der Wendelstein Nord-Ost ja auch über einen Zugang von diesen Räumen aus verfügt. Besser kann man das ja gar nicht organisieren.

Einen meist vergessenen Raumbereich am Großen Schlosshof möchte ich auch mal in Erinnerung bringen: Die Hofkellerei im Erdgeschoss des Nordostflügels, rechts vom Hausmannsturm. Das sind ebenfalls gotische Räume, die zwar kleinteiliger sind, sich aber um so besser für die geplante Nutzung als Restaurant eignen. Das wird ein Selbstläufer, so schlecht können die gar nicht kochen, dass der Laden nicht läuft. ;-)

BautzenFan
11.12.16, 21:34
Arwed hatte letztens mit dem zukünftigen Schloss-Restaurant ein Thema angeschnitten, zu dem ich noch einige Anmerkungen nachreichen möchte – aus Zeitgründen aber leider erst heute.
Ich sehe das genauso wie Arwed – die Lokalität wird ein Selbstläufer. Es handelt sich um wahrhaft geschichtsbelastete Bausubstanz: Die aufgehenden Mauern (bis einschließlich 1. OG) stammen schon aus der Zeit um 1400, als Markgraf Wilhelm hier seinen Palas errichten ließ. Die jetzt noch vorhandenen Kreuzgratgewölbe (Ziegelmauerung) entstanden beim Umbau zum Ranaissance-Schloss unter Kurfürst Moritz (Mitte 16. Jahrhundert). Vielleicht wird ja auch der unmittelbar darunter liegende Keller in den Gaststättenbereich einbezogen, dort gibt es nämlich ein ebenso beeindruckendes Tonnengewölbe (gleichfalls aus der Mitte des 16. Jhd.). Außerdem wird es in der warmen Jahreszeit einen Außenbereich im Hof geben – dort werden freie Plätze wohl selten zu finden sein.
Einen kleinen Wermutstropfen muss ich allerdings doch benennen. Nach dem DDR-Konzept sollten EG und Keller des Nordostflügels in wesentlichen Teilen museal genutzt werden. Ein Restaurant war zwar auch vorgesehen, aber ziemlich „versteckt“ im Südwestflügel. Der hungrige und/oder durstige DDR-Bürger hätte den Weg schon gefunden – so was geht heute natürlich nicht, was die diesbezügliche Planänderung hervorrief. Das wiederum bedeutet aber nun, dass der zweite spätromanische Raum (aus der gleichen Bauphase wie die Kemenate) höchstwahrscheinlich nicht zugänglich gemacht werden kann. In der denkmalpflegerischen Konzeption aus den 1980er Jahren hieß es dazu (formuliert als expliziter Punkt der Zielstellung):

- Bewahrung und museale Erschließung der spätromanischen Räume bzw. Raumteile unter dem Ostflügel(östl. Schlosshof und im östlichen Nordflügel

Ich habe den Raumbereich im folgenden Lageplanausschnitt (Ausschnitt für das Kellergeschoss laut DDR-Planung) grün umrandet. Der Pfeil verweist auf eine Wandöffnung, die man im übernächsten Bild sieht. Die violetten Eintragungen machen die im Plan aufgrund der Auflösung nicht lesbaren originalen Beschriftungen deutlich. Nicht wundern über die vielen Eintragungen im Hofbereich – der westliche Teil des Großen Schlosshofs sollte zur Aufnahme des zentralen Besucherfoyers unterkellert werden.

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/84b9b316Keller3no.jpg


Und so sieht dieser Raum aus:

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/a7cc1136PDVD026.jpg
Bildquelle: Schnappschuss aus der filmischen Dokumentation "Von der Ruine zum Richtfest", herausgegeben 1994 vom Sächsischen Finanzministerium

Chris1988
11.12.16, 21:57
Gibt es auch einen groben Termin für die öffentliche Nutzung des Großen Schlosshofes bzw. für eine Gastronomie?

BautzenFan
11.12.16, 22:50
^
Frühestens Anfang 2021. Das „interpretiere“ ich aus einem Ausschreibungstext, der im Sommer 2014 für das Dresdner Schloss veröffentlicht worden ist. Es handelte sich um eine so genannte Vorankündigung, d.h. das eigentliche Wettbewerbsverfahren ist damit noch nicht eingeleitet. Mit *Ausbau III* ist gemäß der Terminologie des SIB für das Schloss jeweils der funktionale (meistens museale) Endausbau gemeint.

Bezeichnung des Auftrags durch den öffentlichen Auftraggeber: Dresdner Schloss, Ostflügel, Ausbau III
Kurze Beschreibung der Art und des Umfangs der Bauleistungen: Wiederholung der Vorinformation: Weiterführung des Ausbau des vorhandenen Rohbaues zu Ausstellungsräumen der Rüstkammer und Gastronomie.
Geplanter Termin für Abschluss der Bauarbeiten: 31.12.2020

Es kann aber auch noch etwas später sein als 2021 – ich vermisse in der Überschrift des Ausschreibungstextes nämlich das Wort *Nordostflügel*, das in anderen Ausschreibungen für diesen Bereich zu lesen war. Aktuell (bis Frühjahr 2017) läuft der museale Ausbau des 1. OG im Ostflügel und Nordostflügel. Gemäß dem obigen Zitat wäre also zumindest der Ausbau der Gotischen Halle und der nördlich anschließenden Einzelräume (alles im EG des Ostflügels befindlich) bis 31.12.2020 abzuschließen. Ob auch das EG des Nordostflügels (Gastronomie) kann ich nicht sicher heraus lesen. Meiner Meinung nach wird das Restaurant erst öffnen können, wenn der Schlosshof und natürlich auch der direkt neben der Gaststätte liegende Altan fertiggestellt sind und hier kein Baustellencharakter mehr vorliegt. Man denke nur an die Materialtransporte durch das Grüne Tor. Als unfertige Bereiche verbleiben aber nach 2020 nur Räumlichkeiten im Nordflügel (2. OG und Schlosskapelle). Und hier könnten die Materialtransporte ja über einen außen angeordneten Lastenaufzug erfolgen – bei der Gewehrgalerie ging das ja auch.

Arwed
11.12.16, 23:36
@BautzenFan
Ich sehe die Nutzung der Räume für das Restaurant eigentlich nicht kritisch. Das Restaurant belebt den Hof auch noch außerhalb der Museumsschliesszeiten. Bedingung wäre für mich allerdings, dass die Beschriftung des Restaurants und die Möblierung der Aussengastronomie dezent ausfallen!
Danke übrigens für die Ergänzung, dass die Gewölbe aus der Renaissance stammen. Ich dachte, dass die noch aus der Gotik stammen.

BautzenFan
12.12.16, 09:03
@Arwed
Ich glaube, Du hast mich gründlich missverstanden. Ich sehe die Nutzung des betreffenden Bereichs für gastronomische Zwecke doch nicht "kritisch" - ganz im Gegenteil. Ich wollte lediglich auf den "kleinen Wermutstropfen" verweisen, dass mit diesem geänderten Nutzungskonzept nunmehr die öffentliche Zugänglichkeit für den zweiten spätromanischen Raum nicht mehr möglich sein dürfte. Der Wirt / Pächter wird ja auch Raumbedarf für Küche und Lagerbereich haben, und das wird vermutlich genau über dem betreffenden Kellerraum liegen.

Arwed
12.12.16, 09:56
@BautzenFan
Oh, da habe ich Dich wirklich missverstanden. Dann freuen wir uns gemeinsam darauf, zu abendlicher Stunde ein Gläschen Wein in wirklich historischen Räumlichkeiten zu uns zu nehmen. :-)

Chris1988
11.01.17, 20:56
Aktuelles aus dem Schloss. Hauptsächlich geht es um die fertiggestellten Räume im Ostflügel und die Arbeiten am Altan des Schlosshofes, die demnächst anstehen.

http://www.sachsen-fernsehen.de/wiederaufbau-des-dresdner-residenzschlosses-schreitet-voran-327059/

Hier findet man am Ende auch zwei Videos, die unter anderem auch das schon farbige 1:25 Modell und das noch schwarz-weiße 1:10 Modell des Altan zeigen. Außerdem erzählt der Künstler etwas von der Technik.
Nachdem das 1:10 Modell farbig ist, soll das Ganze nochmal 1:1 auf Pappe(etagenweise) umgesetzt werden bevor es 2018/2019 richtig losgeht.

Arwed
11.01.17, 22:05
Großartig! Die Fresken und der ganze Hof werden wirklich einmalig. Ich wünsche den Künstlern gutes Gelingen!
Sehr schön ist es auch, dass es nun endlich ein paar konkrete Daten gibt, wann alles (das wichtigste zumindest) fertig werden soll.
Etwas gewöhnungsbedürftig finde ich die nackten Längswände im 1. OG des Ostflügels - komplett mit Wechsel von altem und neuem Mauerwerk, schalungsrauhem Beton und Sprühfarberesten. Ich bin ja durchaus ein Fan von Geschichtsspuren, aber das geht mir etwas zu weit. Na ja, mal sehen wie es dann vor Ort wirkt. Interessant finde ich auch die konservierten Reste des Stucks des Gardesaales. Für die fernere Zukunft wünsche ich mir hier mal eine Rekonstruktion. Dann wäre auch der Rokokostil im Schloss wieder vertreten.

Elli Kny
27.01.17, 00:26
Festungs-Kasematten (am Brühlschen Garten) werden hochwassersaniert und museal gepimpt
zuletzt: noch nirgends.

DNN (http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Neuer-Anstrich-fuer-die-Festung-Dresden)

dresden fernsehen (http://www.sachsen-fernsehen.de/dresdner-kasematten-wegen-umbauarbeiten-geschlossen-329302/) (Video)

2,2 Mio invesiert der Freistaat, die museale Präsentation soll multimedial moderner werden.
Im Video sieht man, daß ein großes Bauschild steht und daß die Baustelle Raum am Brühlschen Garten sowie am G.-Treu-Platz greift.
Wer sich fragt, warum man die doch beträchtliche Kohle nicht besser in den Festsaal des Palais GroGa steckt, sei beruhigt, denn es handelt sich um Fluthilfegelder, die nunmal nur gegen nasse Füße eingesetzt werden dürfen und für ne Menge (teils fragwürdiges) Zeugs oberhalb der nassen Füße.

Wie war das noch gleich? Weißeritz oder Kaitzbach hatten auch Teile des Grossen Gartens flutlich benetzt, der Park ist ohnehin Überschwemmungsgebiet - aber eben nur teilweise. Man konsultiere den Themenstadtplan. Am Palais macht jede Flut aber wohl leider einen Bogen drumrum. Die Barockhütte hätt auch mal nass werden sollen, dann wäre jetzt vielleicht der Festsaal schon in Arbeit. :D

Arwed
27.01.17, 07:01
Da Du das Thema Kasematten vs. Palais aufgemacht hast, nehme ich den Ball eben mal auf: Die Festungsräume sind ein absolut faszinierender authentischer Ort mitten in der Altstadt, die bedauerlicherweise viel zu wenig Aufmerksamkeit von Dresdnern und Besuchern erhalten (ich war da bestimmt schon 3-4 Mal drin). Das Palais dagegen ist eine in der Nutzung völlig ungeklärte wunderschöne Parkkulisse mit einem weitestgehend ausgebrannten Saal.
Im Übrigen würde ich mir für beide Kandidaten ausreichend Mittel wünschen.

Elli Kny
12.02.17, 03:27
^ das wünsche ich mir doch auch.

Umbau an den Kasematten - Brühlscher Garten

Bald fliegen einem in den Verteidungungskatakomben die "Avatare" entgegen bzw. um die Ohren.
Oiger (http://oiger.de/2017/02/11/3d-avatare-huschen-durch-die-festung-dresden/162670) berichtet mal wieder sehr schön.

Wie ich vor Ort schon beschauen durfte, handelt es sich ja hauptsächlich um ein Klohaus, welches nahe dem Albertinum eingebettet wird - ein zweigeschossiger Bau, wo auch die Technik hochgelegt wird (flutsicher).
Oiger liefert einen schönen Grundrißplan. Die 3D-Projektionen mit Surroundsound werden geistergleich die kasemattige Unterwelt durchfliegen - so stell' ichs mir grade mal vor. :)

Arwed
12.02.17, 08:36
Elli, Danke für den Link. Was die Projektionen angeht, verstehe ich diese als reine Soundeffekte, also ohne Bild? Wir werden sehen. Ich wünsche mir jedenfalls einen vollen Erfolg für die neugestalteten Kasematten!
Bei einer kleinen Textzeile in dem verlinkten Plan schlug mein Herz aber gerade doch ein wenig schneller. "Möglicher Zugang Porzellanerfindung" steht da am Ende der langen Tonne, die einst über der Festungsgrabenbrücke gebaut wurde. Die Ort der Erfindung des Porzellans waren ja die Gewölbe unter dem ersten Belvedere von Nosseni. Wenn das SIB zumindest über eine Erschließung dieser Gewölbe nachdenkt, ist das schon eine kleine Sensation für mich. Es weiß zwar keiner, was von den Rämlichkeiten noch erhalten ist, aber bei dem irgendwann anstehenden Bau eines fünften Belvederes (in welcher Gestalt auch immer) würde man sie definitiv berühren.

Edit:
Es gab vor einigen Jahren mal eine Studie zur Klärung des Standortes für den "Klokubus". Dazu der Link: http://bauwerkarchitekten.com/bigimage.php?id=177&imgNr=3

Elli Kny
12.02.17, 11:16
^ naja, nur Sound wirds nicht, aber wohl auch keine Fluggeister in 3D.
Bei sachsen-net (https://sachsen-net.com/aktuelles/artikel/Festung-Dresden-erst-notwendige-Bauarbeiten-dann-neue-Ausstellung/) und mopo (https://www.tag24.de/nachrichten/dresden-museum-sehenswuerdigkeiten-festung-high-tech-ausstellung-eroeffnung-206379) kann man auch nur bedingt was erfahren, auf der Festungswebseite sowie der SIB-Webseite eher nix bzw gar nix.
Der Technikkubus müsste exakt auf Variante 4 liegen.
Ich war lange Zeit nicht mehr in der Festung, gab es bis jetzt echt noch keinen "Rundweg" durch die Katakomben? Schön ausgeleuchtet war es doch auch schon. Werden jetzt weitere Tonnen geöffnet, und was liegt östlich Tonne 3 ?

Arwed
12.02.17, 13:11
Östlich von Tonne 3 kommt erst einmal nur der Erdkörper. Nur ein Teil der Bastion ist kasemattiert. Irgendwann kommt dann eben noch der Bereich mit den Gewölben unter dem einstigen Belvedere. Was davon aber nach der Pulverexplosion im 17. Jahrhundert und den Gründungsarbeiten für 3 Nachfolgebauten übrig blieb, kann keiner abschätzen. Allerdings haben die damals auch wirklich solide gebaut und andererseits nur soweit neu gegründet, wie es unbedingt sein musste.
Einen Rundgang gab es schon, aber nur per Führung. Wollte man auf eigene Faust die Kasematten besuchen, war man auf einige spärliche Schautafeln angewiesen, oder musste sich schlicht vorher gründlich informiert haben, was da alles zu sehen ist. Seit der Flut von 2013 ging auch nur noch Option 1.
Bei den Führern wiederum war man auf sein Glück angewiesen, wen man bekommt. Der Herr der mich zuletzt herumgeführt hatte, war zwar sicherlich gut informiert, konnte das aber m.E. nur eher schlecht vermitteln und sich dazu noch ein Kundtun seiner politischen Einstellung nicht verkneifen. Ein funktionierendes Leitsystem ohne derartige "Führer" erscheint mir daher sehr erstrebenswert.

BautzenFan
12.02.17, 15:05
Vielen Dank, Arwed und Elli, für die interessanten Informationen zu den geplanten Maßnahmen im Bereich der Festung Dresden. Hier bin ich aber wieder auf ein altes Problem meinerseits gestoßen: Mir fehlt die Vorstellung über die eindeutige Lagezuordung der freigelegten Areale - in Bezug auf das Gelände oben. Wo ist zum Beispiel der (Zitat aus dem Lageplan bei Oiger) "mögliche Zugang Porzellanerfindung"? Auf diesem Luftbild (von 1998) eventuell der Eingang rechts neben dem Gemeindehaus (ich meine die Stelle, wo genau darüber eine Besuchergruppe steht)?
http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/hauptkatalog/0715000/df_hauptkatalog_0715535.jpg

Zu den Ausführungen von Arwed über den baulichen Zustand (und vor allem auf den Kenntnisstand über das Kellergeschoss im Bereich Belvedere) kann ich noch eine quasi offizielle Verlautbarung ergänzen. Vor ca. 10 Jahren hatte das Finanzministerium schon einmal einen Vermarktungsversuch in Angriff genommen. Ende 2006 wurde dazu ein Exposé des SIB veröffentlicht. Dort hieß es u.a.:

Das Sächsische Immobilien- und Baumanagement sucht nach einem Investor für die Neuerrichtung des Belvedere in Anlehnung an die Kubatur des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Belvedere IV. Die äußere Gestaltung ist mit der Landeshauptstadt Dresden abzustimmen. Für eine primär gastronomische Nutzung wird ein Erbbaupachtvertrag mit einer Laufzeit von 50 Jahren mit Verlängerungsoption angeboten. Das in die „Perlenkette“ der Altstadt-Silhouette eingebettete Grundstück befindet sich am Ost-Ende der Brühlschen Terrasse in begrünter Umgebung und direkter Nachbarschaft mit der Neuen Synagoge, dem ehemaligen Hofgärtnerhaus, dem Albertinum und der Kunstakademie. Ein neu zu gestaltender V. Belvedere-Bau sollte in seinem Massenaufbau die Monumentalität der Brühlschen Terrasse, der „Festung Dresden“ nicht beeinträchtigen und gleichzeitig die Blicküberschneidungen mit wesentlichen Elementen der Elbsilhouette, z.B. der Frauenkirche, berücksichtigen. Die Bebauung ist so zu wählen, dass die Parkanlage und die Wege entlang der Festungsmauern zu den Aussichtspunkten weiterhin öffentlich zugänglich sind. Für den Standort kommt nur eine „öffentliche Nutzung“ in Frage. Der Zustand der Untergeschosse in Ausdehnung und Tiefenentwicklung ist nicht bekannt. Im Falle der Nutzung des Untergrundes bzw. der Kellergewölbe werden daher archäologische Grabungen notwendig, die durch das Landesamt für Archäologie durchgeführt werden. Sollte keine Untergeschossnutzung erfolgen, ist ggf. die Gründung auf einer durchgehenden Betonplatte zum Schutz der darunter liegenden Schichten möglich.

Das folgende Foto von 1950 verdeutlicht den Zerstörungsgrad des Belvedere. Offensichtlich hatte das Gebäude (mindestens) einen Volltreffer abbekommen. Auch dadurch und durch die spätere Enttrümmerung könnten natürlich Schäden am Kellergeschoss entstanden sein.
http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/hauptkatalog/0104000/df_hauptkatalog_0104919.jpg

Chris1988
12.02.17, 15:14
BautzenFan, ich glaube es geht hier um einen festungsinternen Zugang zur Porzellanerfindung?
Der Eingang, wo auf deinem Bild die Besuchergruppe steht, ist ja der Bärenzwinger.

Arwed
12.02.17, 15:25
BautzenFan, das Ende der Tonne liegt mitten in der Bastion. Das sieht man in diesem Plan:
https://goo.gl/images/Ok7kTg
Bei den Kellern geht es mir um die des ersten Belvederes aus der Renaissance. Die drei darauf folgenden waren meines Wissens nicht unterkellert.
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/U7IMB2FLX3CU3ICNM4NBE6MCMJLFLSBI

Elli Kny
12.02.17, 20:56
Danke für die Infos. Es müsste folglich zur Erschließung des Bereichs Porzellanerfindung (unklar offene Gewölbe unter Belvedere) ab "potentieller Zugang Porzellanerfindung" ein Zugangstunnel hergestellt werden, welcher durch Erdreichverfüllung zu treiben wäre.
Nun, ich glaube die "Berlinde" ist gerade in Stutti21 unterwegs, und hier wärs ja auch noch paar Jährchen hin und sicher auch abhängig von künftig erzielter Besucherresonanz, aber dann her mit Berlinde. :)
Spaß bei Seite. Der jetzige Schritt ist einzig aufgrund Fluthilfetopf denkbar geworden, dies fiele bei Weiterem sicher aus. Eine offene Gängeherstellung dürfte kaum bejubelt sein, bliebe also Untertageverbau. Wäre doch gelacht, angesichts der großen sächsischen Bergwerkstradition. Doch gibts diese Kompetenzen noch im Ländle, egal, holn mer se eben aus der Schweiz.
Frage wäre, ob auch ein zweiter "Rundum"stollen ab der Böttgerhornzsche möglich wäre, v.a. hinsichtlich dessen Anschluß an heutige Kasematten/Tonnen?
Ein denkbarer Marketingslogan "Stollentour" bekäme in bekannter "Stollenstadt" einen weiteren Bedeutungshintergrund. :)

Arwed
12.02.17, 21:31
Stimmt, allzu realistisch ist das eher nicht. Aufregend fände ich aber auch nicht so sehr die Gewölbe, als den Bau des fünften Belvederes. Nur im Zuge dessen Baus wären auch die Tiefbauarbeiten (offen) denkbar.
Das Belvedere ist eine ganz besondere Bauaufgabe. Im Lauf vom 16. bis zum 19. Jahrhundert wurden insgesamt 4 jeweils ganz besondere Gebäude errichtet und leider auch (bis auf das Dritte) auf dramatische Weise zerstört.
Ich gebe zu, dass ich mich als Architekt dieser Aufgabe nicht gewachsen sehen würde. Trotz der unbestreitbaren Qualitäten des letzten Belvederes würde ich eine Rekonstruktion in Anbetracht der Vorgeschichte dieses Bauplatzes aber als Bankrotterklärung betrachten.

Elli Kny
12.02.17, 22:53
^ Die Überlegungen in alle Richtungen sind natürlich interessant. ME würden Großteile besagter Zugänge/Stollen von und ab Porzellanerfindungsstube (siehe dein heutiges Plänchen) im "Erdreich" verlaufen und nur zum kleineren Teil unter etwaigen Belvedere-Unterbauten. Vielleicht sind solch Untertageverbaue auch gar nicht so kostenaufwendig, die "Rundum"-Rückröhre könnte zudem nahe der Festungswand am Terrassenufer entlangführen und statische Gegebenheiten mitnutzen. Seis drum, das SIB wird das Möglichkeitsspektrum im Auge haben, sollte und wird aber hoffentlich die Prioritäten eher auf die beiden Palais (Japanisches, Großer Garten) lenken, sofern neue Milliönchen in Aussicht kommen.

Die zwingende Kopplung eines Belvederebaus an umfangreiche Untergrundsachlagen deutet klar auf eine rein staatliche Bauaufgabe hin, 1. weil das kein Privater mitstemmen würde (=unrentabel), 2. weils ohnehin Flureigentum des Staates ist und 3. eine "öffentliche Nutzung" vorgeschrieben bleibt.
Ich halte eine Offenhaltung samt heutiger Parkgestaltung des Standorts für akzeptabel und verträglich. Eine Renaissance des Belvedere scheint ob schwieriger Melange zahlreicher Unwägbarkeiten als arg unwahrscheinlich. Ein architektonisches Scheitern infolge eines adaptiven Neubauentwurfs zu riskieren, macht es noch kritischer. Zudem muß man nutzungstechnisch nunmal heutige gesellschaftliche Bedingungen beachten, die selbst eine gastronomisch-kulturelle Nutzung nicht mehr per se als Selbstläufer darstellen können. Dresden funktioniert mikrolagetechnisch sehr sensibel, wie Nutzungen fürs Café Prag, Ratskeller oder Herzogin Orangerie aufzeigten - ergo: kurz neben der Hauptlaufspur, und bei ausreichenden Alternativen, wirds kompliziert, weil Achsen prägen - jedoch kein funktionell-vernetztes Gefüge vorliegt. Dieser Punkt gilt allgemein und soll hier nicht nur aufs Belvedere bezogen sein. Oft wird diese Problematik ausgeblendet, andererseits muß man natürlich mal irgendwo anfangen.
Man sollte folglich das Belvedere ausblenden, wenns um eine Erschließung der Böttgerstube ginge. Der Freistaat müßte lediglich "aufbaufähig" planen.

Elli Kny
17.02.17, 00:44
Dresdner Zwinger - Die Rückkehr der Orangen - 19. Mai bis Sept. 2017

DNN (http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Am-19.-Mai-kommen-die-Orangenbaeume-in-den-Dresdner-Zwinger)

Orangen-Quiz und mehr bei Schlösserland Sachsen (http://www.der-dresdner-zwinger.de/index.php?id=2586)

SäZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/orangenbaeume-kommen-nach-historischem-vorbild-in-den-zwinger-3614500.html)

Die etwaige Angst vor Blickbeeinträchtigungen auf oder im höfischen Festplatze mag ich mir nicht zueigen zu machen, handelt es sich doch noch um Baumkinderlein von 60cm Krönchen auf 2,5m Stämmchen sowie um "nur" 80 an der Zahl, was im riesigen Hof wohl kaum zur Verdeckung des Ensembles führen wird.
Ich bin gespannt, ob der Veranstaltungsbereich vor dem Wallpavillon frei bleibt, denn es wollen doch sicher weiterhin Konzerte oder Aufführungen stattfinden. Was ist eigentlich aus Wedels Zwingerfestspielen geworden - müssen sie wegen der Bäumchen pausieren?

Elli Kny
17.02.17, 08:19
Aktuelle Bilderreihe vom Dresdner Schloss
Teil 1

Grosser Hof
https://abload.de/img/p1040650w9sto.jpg

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https://abload.de/img/p1040652dwsnr.jpg
^ Nordostwendel // v Südwestwendel
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https://abload.de/img/p1040658uhsqr.jpg

https://abload.de/img/p1040658umsa6.jpg
^ Schmuckdetails am Wendel Nordost // Detail Wendelhaube Südost
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Hinein über die Englische Treppe - aufwärts gesehen
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^ Schmuckdetails und Leuchter im 2.OG // v geflügelte Deckenschönheit beim Kronen verteilen :)
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genauere Leuchterbetrachtung:
Eingang Engl. Treppe 1.OG zur Fürstengalerie sowie in der FüGal.:
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Ausblicke vom Georgenbau auf die Schloßstraße
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nochmal: Kleiner Ballsaal mit neuer Kamera :)
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neu implementiertes Treppenhaus des Georgenbaus mit Lift und Foyerräumen
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Georgenbau 1.OG: neu: Dauerausstellung "Weltsicht und Wissen um 1600" wiki W&W (https://de.wikipedia.org/wiki/Weltsicht_und_Wissen_um_1600) mit den Themenräumen
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^ mit Ausstellungsdetail rechts
v im Folgenden ein Raum mit Stücken aus der Sophienkapelle des Schlosses
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Elli Kny
17.02.17, 08:21
Dresdner Schloss aktuell - Teil 2

Ausblicke
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Georgenbau 2.OG: Münzkabinett
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Hier fehlen derzeit Großteile der Münzstücke. Die klimatischen Bedingungen in den Vitrinen sind mangelhaft. Es heißt waage, sie seien (mikroskopisch) undicht, weil sie unter Terminstress vor Eröffnung nicht qualitätvoll zusammengesetzt wurden. Offenbar stellten die Museologen kleineste Oxidationen nach rund 1 Jahr Neupräsentation an manch Münzen fest. Nun kann wohl der Baumangel kaum behoben werden - dies würde m.E. die Komplettzerlegung der gesamten Museumseinrichtung bedeuten. Denn zunächst wird man zahllose Münzen und Stücke mit einem quasi-unsichtbaren Schutzbelag überziehen (Spray?) - erste Münzen kehrten wieder in die Vitrinen zurück. Für die Vitrinenklimatisierung versucht man verbesserte Einstellungen zu erreichen.
Also in Summe eine unklare Sache hier. Die Medien wissen offensichtlich noch nüscht. Vorm Betreten des Teilmuseums gibts keine Infos über derzeitig massive Ausstände im Münzkabinett. Hauptärgernis wäre aber: immer diese Endspurthetze auf Baustellen - da wird mir Angst und Bange, wenn man da an anderes denkt (Kulti, Gem.gal.).


Wechsel zum Westflügel - Ausblicke
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Probetafeln am Foyer zum Neuen Grünen Gewölbe für die Reko des Alten Grünen Gewölbes
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Neues Grünes Gewölbe - Schatzkammermuseum - Pretiosendetails (ohne Titel)
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BautzenFan
17.02.17, 10:26
Vielen herzlichen Dank Elli für die tollen Fotos und die integrierten Informationen. Eine Aufnahme hat mich regelrecht "elektrisiert":

https://abload.de/img/p10406826tpf7.jpg

Was entsteht denn dort an der Anschlussecke Georgenbau/Nordflügel???

Reine Spekulation meinerseits, aber ich kann mir nur einen Grund vorstellen, warum man an dieser Stelle einen Treppenzugang in das Kellergeschoss baut. Es wird die Zuwegung in den zweiten Bereich (mit dem ersten meine ich die Kemenate), in dem sich romanische Bausubstanz erhalten hat. Hier ist noch einmal der Grundrissausschnitt für das Kellergeschoss aus den DDR-Planungen:

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/84b9b316Keller3no.jpg

Gemäß der Konzeption aus der DDR-Ära sollte ja der Kellerbereich im östlichen Nordflügel für Besucher erschlossen werden - mit Zugang aus dem drüber liegenden EG-Räumen. Aufgrund der geänderten Nutzung für den zugehörigen EG-Bereich (Stichwort: Gastronomie) ist das aber nun nicht mehr möglich.

Arwed
17.02.17, 10:28
Die Sache mit dem Münzkabinett ist wirklich sehr ärgerlich. Der Schutzanstrich auf den Münzen klingt für mich etwas abenteuerlich und kann ja tatsächlich nur eine aus der Not geborene Lösung sein. Naja, die Profis werden schon wissen was sie tun. Wobei die Münzen teilweise bis zu 2500 Jahre ohne klimatisierte Vitrinen auskamen ;-)

Ein interessantes Detail zeigt das letzte Foto der Chiaverigasse (Nordseite des Schlosses). Hier wird offenbar gerade ein Zugang in die ehemaligen Weinkeller des Schlosses gebaut. Das geschieht scheinbar auch nicht in maximal unscheinbarer Form, sondern in ordentlicher Breite und wohl sogar mit einer Überdachung (die auf Sandsteinsäulen ruht?).
Das bedeutet dann ja wohl, dass auch die Keller gastronomisch genutzt werden sollen und nicht nur die darüber liegenden Räume der Hofkellerei. Eventuell werden das auch zwei getrennte gastronomische Einrichtungen, denn für einen reinen Fluchtweg aus dem Keller wäre die Treppe etwas übertrieben gestaltet.
Auf jeden Fall wusste ich von dieser zusätzlichen Baumaßnahme bisher absolut nichts!

Edit: Hallo BautzenFan, da war ich wohl zu langsam!

Saxonia
17.02.17, 11:43
Wenn die Ungründlichkeiten beim Münzkabinett mal nicht mit dem Besuch der G-7 Finanzminister seinerzeit zusammenhängen.... Wär nicht das erste mal, dass zum Wahren eines schönen Scheins für hohen Besuch die Qualität auf der Strecke bleibt.

BautzenFan
18.02.17, 13:25
Hallo Arwed – in Bezug auf Deinen letzten Beitrag konstatiere ich, dass wir beide hier (praktisch zeitgleich) die zwei denkbaren Nutzungsvarianten des „Zielortes“ der neuen Treppe benannt haben – Gastronomie oder musealer Ausstellungsbereich.
Um das zu erklären, muss ich den Planungsprozess der DDR-Konzeption in Erinnerung rufen. Der Beginn der Detail-Planungen erfolgte ab Ende der 1970er Jahre. Dazu ein kurzes Zitat aus einem Artikel, den ich mal für ein Jahrbuch von Stadtbild Deutschland verfasst hatte:

Am 31. Januar 1978 erfolgte die Beschlussfassung des SED-Politbüros über den (Zitat) *weiteren Wiederaufbau der kulturhistorischen Bauten der Stadt Dresden*, darunter auch des Residenzschlosses. Es war das so lang ersehnte „Okay von ganz oben“. Die terminliche Einordnung des Schlossprojekts – mit Festschreibung des Baubeginns in das folgende Planjahrfünft - wurde den lokalen Gremien dann am 13. Februar 1981 bekannt gegeben, aufgrund der Geschehnisse des 13. Februar 1945 wohl kein zufälliges Datum.

Die ersten Ergebnisse wurden (wohl nur intern) im Jahr 1982 verlautbart. Für den Kellerbereich im östlichen Nordflügel war demnach eine gastronomische Nutzung angedacht. Die Verfasser hatten sicher die gleichen Gedankengänge wie Arwed: ehemalige Weinkeller des Schlosses – tolle Gewölbe – wie gemacht für ein stimmungsvolles romantisches Kellerrestaurant. Die zugehörigen Grundrissdarstellungen habe ich nachfolgend verlinkt (im 2. Dokument ist sogar schon die angedachte Möblierung ersichtlich).
http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/hauptkatalog/0251000/df_hauptkatalog_0251810.jpg
http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/hauptkatalog/0251000/df_hauptkatalog_0251809.jpg

Im Jahr 1982 begannen dann umfangreiche Grabungen und bauarchäologische Untersuchungen im gesamten Schlosskomplex. Dies führte sukzessive zu etlichen neuen Erkenntnissen über die Baugeschichte des Schlosses. So wurde zum Beispiel die „Kemenate“ entdeckt (deren Existenz bis dahin völlig unbekannt war) und romanische Bausubstanz im Keller des östlichen Nordflügels. Das wiederum hatte diverse Umplanungen zur Folge. In den Plänen von 1982 sieht man, dass der Große Schloßhof vollständig unterkellert werden sollte (für die Aufnahme des Besucherfoyers im westlichen Teil des Hofes und eines Depots im östlichen Teil). Davon nahm man in der anschließenden Planungsphase Abstand, weil die Kemenate für Besucher zugänglich gemacht werden sollte. Der folgende, in der 2. Hälfte der 1980er Jahre entstandene Grundriss belegt, dass nunmehr nur der westliche Hofbereich für das Foyer unterkellert dargestellt ist. Für den Keller im östlichen Nordflügel wiederum wird eine museale Nutzung angezeigt (um die hier entdeckten romanischen Bauteile öffentlich zugänglich zu machen).

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/84b9b316Keller3no.jpg

Wie die aktuellen Planungen aussehen, ist mir leider völlig unbekannt – denkbar sind beide Nutzungsvarianten.

Arwed
18.02.17, 13:46
BautzenFan, ich spekuliere zwar nur, aber ich tippe schon auf Gastronomie in den Kellern. Die museale Nutzung würde ich definitiv mit einer innenliegenden Treppe erschließen. Dazu müsste sicher auch ein Aufzug für die Barrierefreiheit mit entstehen. Eine Ausstellung der Räume um ihrer selbst Willen wäre eventuell auch nicht reizvoll genug. Wertvolle Exponate wären aber bei Hochwasser gefährdet. Nein, ich bin mir relativ sicher, dass es ein Restaurant wird, welches frei von außen zugänglich sein wird.

BautzenFan
20.02.17, 20:25
Peter Kulka (als federführender Architekt des betreffenden Ausbausektors) hat freundlicherweise einige Fotos von dem neuen Ausstellungsbereich im 1. OG des Ostflügels/Nordostflügels veröffentlicht. Thematisch handelt es sich um 2 Ausstellungen (*Auf dem Weg zur Kurfürstenmacht* und *Kurfürstliche Garderobe*). Beide sollen am 9. April 2017 eröffnet werden.
Hier ist der Link zur Bildergalerie:
http://www.peterkulka.de/likecms.php?site=site.html&dir=&nav=-1&p=1&pthema=list&pid=64

Whywolf_Larry
21.02.17, 13:10
Solche Krankenhausdecken dort reinzupfeffern, darauf kann nur unserer Sparkassen-Architekt Kulka kommen. Die Farbgebung ist ja auch ziemlich durchmischt, aber noch an der Schmerzgrenze. Wann geht dieser Versager endlich in Rente? Wahrscheinlich würde das auch nicht viel ändern, da er in seinem Büro schon hunderte andere Architekten infiziert hat mit der Architektonischen Sparkassus Dominatus Krankheit.

Arwed
21.02.17, 20:07
Eine wirklich sachlich fundierte Architekturkritik Whywolf! Könnte man in Textform Rülpsen, würde das wohl so ähnlich klingen.

Mir gefallen die Räume ganz gut. Man hat einen recht zurückhaltenden Stil gewählt, der den farbenfrohen Renaissance- Kostümen viel Raum zum Wirken lässt. Auffällig finde ich die Unterschiede in der Gestaltung der Räume im Nord- gegenüber denen im Ostflügel. Im Norden sind die Räume komplett verputzt und haben weiße Decken mit sehr zurückhaltend integrierten Spots. In einem Raum gibt es auch die aus dem Riesensaal bekannten Wandvitrinen. Der Raum im Ostflügel stellt dagegen die Geschichtsspuren an den Wänden heraus durch die Rohbelassung. Ich bin gespannt, wie der nahtlose Übergang zu den teilrekonstruierten Wänden des einstigen Gardesaales wirken wird. Hier finde ich auch den Wechsel der Bodenbelagsstrukturen eine schöne Idee. Im "Gardesaal" liegt der Theumaer Naturstein als Erinnerung an das einstige Parkett in einer Fischgrätstruktur. In allen anderen Bereichen und Räumen liegt er in großen Platten.
Die Decke im Ostflügel erinnert mich an eine historische Balkendecke, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das nicht aus der Not geboren wurde, weil die vorhandenen Stahlbalken der Decke gar nichts anderes erlaubten.

antonstädter
21.02.17, 20:58
^Auch ich finde Kulkas Innenarchitektur sehr gelungen. Die historischen Raumfolgen sind klar erkennbar, die Ausstellungsstücke werden durch die zurückhaltende und doch sehr qualitätvolle Gestaltung wunderbar in Szene gesetzt.

Ist eigentlich endgültig geklärt, wie man mit den gotischen Gewölben in der Erdgeschosshalle des Ostflügels zu verfahren gedenkt? Werden diese verputzt oder verbleiben sie in der Rohfassung (vor allem der rekonstruierte Part in der einstigen Kranbresche)?

Auf die Ausstellung zur Schlossgeschichte freue ich mich übrigens ganz besonders. Da kommen Kindheitserinnerungen an die wendezeitliche Schau im Grünen Gewölbe hoch, in der ich Dauergast war...

Arwed
21.02.17, 21:42
Dauergast war ich in der späteren Ausstellung in den heutigen Räumen des Münzkabinetts. Jedenfalls freue ich mich auch riesig auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten (Schlossmodelle) und neuen. Die Schlossausstellung wird super, das weiß ich jetzt schon. Die Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Ostflügels (Kemenate, gotische Halle und angrenzende Räume) erzählen ja allein schon wahnsinnig viel über die Baugeschichte. Dazu noch die Modelle, Originalbauteile und die Visualisierungen werden es noch richtig "rund" machen. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass die Ausstellung sogar ohne Eintritt zugänglich sein soll - das wäre aber fast zuviel des Guten.
Antonstädter, ich kann mir nicht vorstellen, dass Wände und Gewölbe der Räume verputzt werden. Man wird alles noch reinigen, die Steine verfugen und stellenweise ausbessern. Doch es wäre zu schade, am Ort der Präsentation der Schlossbaugeschichte gerade diese zu verstecken.

BautzenFan
21.02.17, 22:33
Die Schlossausstellung wird super, das weiß ich jetzt schon. Die Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Ostflügels (Kemenate, gotische Halle und angrenzende Räume) erzählen ja allein schon wahnsinnig viel über die Baugeschichte. Dazu noch die Modelle, Originalbauteile und die Visualisierungen werden es noch richtig "rund" machen. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass die Ausstellung sogar ohne Eintritt zugänglich sein soll - das wäre aber fast zuviel des Guten.

In erster Auflage erschien im September 2006 ein "Schloss-Buch" von Peter Ufer (Chefradakteur der Lokalredaktion der Sächsischen Zeitung) und Dirk Syndram (SKD) mit dem Titel: "Die Rückkehr des Dresdner Schlosses". Und dort heißt es wörtlich:
Im Verlauf der ersten Wiederaufbauarbeiten der Schlossruine wurden in den 1980er Jahren, im Erdgeschoss des Ostflügels, Gewölberäume des frühen 14. Jahrhunderts herauspräpariert. [Anm.: Es muss aber wohl heißen: des 15. Jahrhunderts] Es sind die einzigen gotischen Innenräume Dresdens. Ebenso wie die wiedererstandene Schlosskapelle werden sie als "Zeitfenster" Besuchern kostenfrei offen stehen. Durch Bauplastik der späten Gotik und der Frührenaissance, Modelle und audiovisuelle Medien wird in den gotischen Räumen der Weg von der Brückenfestung zur Burg und schließlich zum repräsentativen Schloss nachvollziehbar.

Da Syndram hier als Koautor wirkte, bewerte ich die Aussage über den kostenfreien Zugang als quasi offiziell. Das Zitat ist aber noch in anderer Hinsicht interessant. So wie das hier formuliert ist, entspricht diese Nutzungskonzeption haargenau dem DDR-Plan, nämlich eine museale Darstellung der Baugeschichte in der Gotischen Halle, in den nördlich angrenzenden gotischen Einzelräumen (z.B. der tolle Raum mit den Kurschwertern) Präsentation von Bauplastik aus Gotik und Renaissance.
Nun habe ich aber vor kurzem eine Broschüre ergattert, in der Visualisierungen aus dem Wettbewerbsbeitrag des Büros Kulka zusammengefasst sind (mit dem er die Ausschreibung für den Wiederaufbau des Ostflügels und der Überdachung des Kleinen Schlosshofs gewonnen hatte (Stand Ende 2004). Und dort ist nun der gesamte Bereich nördlich der Gotischen Halle für Gastronomienutzung vorgesehen - sogar mit Außensitzen im nördlichen Bereich der Schlossstraße. M.E. ist die grundsätzliche Nutzung der einzelnen Raumbereiche doch sicher vom AG vorgegeben worden. Was jetzt wirklich gültig ist, weiß ich leider nicht.

Arweds Ausführungen über die vermutliche Endgestaltung der Gotischen Halle (siehe voranstehenden Beitrag) sehe ich genauso. Elli hatte vor einiger Zeitdie ganzen Planen mit den Visualisierungen abfotografiert - Alle Räume sind in ihrem geplanten Endzustand dargestellt. Und demnach wäre das die Zukunft der Gotischen Halle (gefällt mir sehr gut, auch weil sehr gut passend zur Nutzungsthematik Baugeschichte des Schlosses).

https://abload.de/img/p1030528twunc.jpg
Foto von Elli Kny

Arwed
21.02.17, 22:57
BautzenFan, diese Broschüre würde mich sehr interessieren. Falls Du daraus ein paar Auszüge scannen und einstellen könntest, wäre das sehr schön.
Wenn nun auch die Räume mit den Kurschwertern gastronomisch genutzt würden, wäre mir das nun doch zu viel. Allerdings glaube ich auch nicht, dass das so passieren wird. Die Räume werden als Foyer für die gotische Halle gebraucht, sonst würde man ja direkt vom Hof bzw. von der Straße in die Halle gehen. Es wurde ja auch schon ein zusätzlicher Eingang von der Schlossstrasse aus angelegt. Ich denke auch, dass von diesem Foyer aus zukünftig auch der Weg auf den Hausmannsturm beginnen wird. Der Wendelstein NO hat ja auch einen Zugang von innen. Das würde perfekt passen: Eine Theke bedient den Zugang zur gotischen Halle (irgendeine Einlasskontrolle muss es ja trotzdem geben) und den Aufgang zum Turm.

Chris1988
23.02.17, 19:46
Rätsel gelöst!

http://www.sachsen-fernsehen.de/neuer-zugang-zum-fernwaermekanal-338100/

Es handelt sich bei der kleinen Treppe am Schloss um den Zugang(Ausgang) zum historischen Fernwärmekanal unter der Brühlschen Terrasse, welcher Schloss, Gemädegalerie und Hofkirche versorgt und noch heute eine Hauptleitung beinhaltet, welche den gesamten Neumarkt versorgt.
Er war früher schon für Besucher zugänglich. Künftig soll das auch wieder in kleinen Gruppen möglich sein.
Die Treppe hat nun einen hydraulischen Schachtdeckel und die Sandsteinelemente sind also doch nur Poller.

Hat also nichts mit dem Schlosskeller bzw. Gastro oder Museum zutun.

edit:
Die vermeintlichen Poller dienen der Belüftung des Kanals.
http://www.sz-online.de/nachrichten/dresdens-unterwelt-wird-saniert-3620854.html​


Zusätzlich noch ein Blick in die Gewänderausstellung im Renaissanceflügel, welche einzigartig ist.
http://www.sachsen-fernsehen.de/renaissancefluegel-wird-vollendet-338154/

Arwed
24.02.17, 08:52
Chris, vielen Dank für die Info. Letztlich für mich zwar etwas enttäuschend, doch zumindest mein Rätseln beendend.
Auf den Ausstieg für den Kanal wäre ich nie gekommen. Ich habe mich mal etwas zum Verlauf des Fernwärmekanals informiert. Damit ist es natürlich sonnenklar. http://www.trigis.de/tl_files/TRIGIS/Bilder/Referenzen/3D-Laserscanning/TRIGIS_DREWAG_FERNWAERMEKANAL_LASER SCANNING_02.png

Elli Kny
11.04.17, 00:00
Pimping Taschenbergpalais - aktuell gehts weiter
https://abload.de/img/p105090176usn.jpg
https://abload.de/img/p10509016lund.jpg
Nunja, für Patinafragen steht das heutige modernistische Deutschland nicht mehr zur Verfügung.
Das muß man sich eben in den einschlägigen Ländern beschauen, wie das geht, wobei auch dort (zB Italien) Gleiches durchdringt und es dort wohlweißlich auch an manch fehlenden Mitteln liegt.

Elli Kny
13.04.17, 00:53
Aktueller Stand zur Problemlage im Münzkabinett - DNN 1 (http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Sonderausstellungen-als-Zwischenloesung-fuer-Dresdner-Muenzkabinett)
Man fand noch keine Ursache. Betroffene Münzen nahmen keinen Schaden. Man überbrückt die Schließung des Museums mit Sonderausstellungen.


Neue Rüstkammer wurde im Renaissanceflügel des Residenzschlosses eröffnet - DNN 2 (http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Prunkwaffen-und-Prachtkleider-im-Dresdner-Schloss)
Das umfasst die Ausstellungsschauen „Auf dem Weg zur Kurfürstenmacht“ und „Kurfürstliche Garderobe“.
"Ein Meilenstein ... bis zur kompletten Fertigstellung des Residenzschlosses in 2021", sagen die Staatlichen Kunstsammlungen.

Elli Kny
22.04.17, 23:35
^^^^^^ zur Gotischen Halle fand ich bei Bausituation DD noch diese Bilderreihe (Aug.2008) - klick (http://www.bausituation-dresden.de/2009/08/schloss-innenansichten-gotische-halle.html).

Zum Zugangsbauwerk, welches am Nordflügel auf Interesse stieß: ist wohl erstmal fertig soweit:
https://abload.de/img/p1060596dirq2.jpg


Impression daneben: "Löwentor" seitlich des Georgenbaus: (hat das nen richtigen Namen?)
https://abload.de/img/p1060597dxoe2.jpg

Saxonia
23.04.17, 00:45
Na das ist ja im Grunde das eigentliche Georgentor, aus den 1530ern.

antonstädter
23.04.17, 11:25
^...und wurde beim Um- bzw. Neubau des Georgenbaues durch Dunger und Frölich 1899 und 1901, mit dem der Schlossumbau insgesamt abgeschlossen wurde, aus verkehrstechnologischen Gründen an die Nordseite verlegt. Schließlich war die Schloßstraße damals noch ein ganz normaler Fahrweg.


Georgenbau in klassizistischer Gestalt vor dem Umbau mit originaler Renaissancepforte (allerdings mit Balkon stadt Bekrönung):

http://abload.de/img/georgentoraltjhucx.jpg


Neue Durchfahrt der Schloßstraße nach dem Umbau:

http://abload.de/img/georgentorneu2p6utj.jpg


Ende 1899 muss die neue breite Durchfahrt schon bestanden haben, denn am 12.12. jenen Jahres wurde der "5-Pfennig-Omnibus" vom Schloßplatz durch die Schloß-, See- und Prager Straße zum Hauptbahnhof eingeweiht.

Ein Pferdeomnibus hätte wohl kaum durch das enge alte Tor gepasst. Theoretisch wäre auch die Passage einer Straßenbahn denkbar gewesen (das neue Tor war dafür ausgelegt), wurde aber von der Stadt untersagt.

Inwieweit da die Wünsche des Hofes eine Rolle gespielt haben ist allerdings eine andere Sache. Es soll ja auch heute noch Anlieger geben, denen Gleise vor dem Grundstück aus rein egoistischen Gründen ein Dorn im Auge sind und die sich durch alle Instanzen klagen...

BautzenFan
23.04.17, 19:05
Ich bin doch sehr verwundert, dass die Hammermeldung zum Schloss hier noch keine Erwähnung gefunden hat. DAS RESIDENZSCLOSS SOLL 2021 FERTIG SEIN. Und das bedeutet (in logischer „Spekulation“), dass in Kürze weitere Innenräume begonnen werden müssen – sonst ist das nicht zu schaffen. Im Rahmen eines Festaktes zur feierlichen Fertigstellung des Renaissanceflügels soll gemäß DNN die Aussage von Tillich gefallen sein, „dass größere Projekte wie die Restaurierung des Ballsaals schon 2019 abgeschlossen werden können“. Das kann sich nur auf den Großen Ballsaales beziehen, denn die Fertigstellung des „kleinen Bruders (Kleiner Ballsaal) ist ja für Ende 2017/Anfang 2018 angekündigt. Tillich äußert so etwas nicht, wenn das nicht quasi feststeht (nicht öffentlich, nicht in diesem hochkarätigen Rahmen).

Bleiben wir mal beim Kleinen Ballsaal. Nachstehend einige Fotolinks zum aktuellen Baustand.
VergoldungsarbeitenDecke (https://scontent-ams3-1.xx.fbcdn.net/v/t1.0-9/18056679_1613989545329868_860222285 8531713400_n.jpg?oh=3cd36c9063e0a55 b459ae0e903b25ea1&oe=59866054)
Deckenbereich (https://scontent-ams3-1.xx.fbcdn.net/v/t1.0-9/18010054_1613989591996530_741237030 8148059069_n.jpg?oh=c2bad954344e371 0049f6c5e07759ad2&oe=5985B717)

Die nächsten beiden Fotos zeigen, wie die ersten Felder des Galeriegeländers in die Nähe ihres Einbauortes gehievt werden bzw. wo sie abgestellt sind.
Klick (https://scontent-amt2-1.xx.fbcdn.net/v/t1.0-9/18056892_1616208455107977_471317107 4403946932_n.jpg?oh=b77050173de9006 7c482201062576e68&oe=598F48D0)
Klick (https://scontent-amt2-1.xx.fbcdn.net/v/t1.0-9/17991216_1616208458441310_509795046 6204905649_n.jpg?oh=40cd1872ca7093f 3e46f3b823384266e&oe=598865CC)

Bei dem „Abstellort“ handelt es sich um den später für Sonderausstellungen vorgesehenen fünften Raum des Münzkabinetts. Der ist noch nicht saniert und ausgestattet, weil hier alle Materialtransporte für den Kleinen Ballsaal durch müssen (nach Fertigstellung des 2. OG ist dies die letzte mögliche Zuwegung.

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/42000e4a8fe1c5aari2OGGeorgenbau.jpg

Abschließend noch einige Bemerkungen zur neuen Ausstellung im 1. OG. Ich bin begeistert – was die Exponate betrifft, ihre Präsentation aber auch über die bauliche Gestaltung. Nur eben der Bereich des historischen Gardesaales, da wäre doch eine Rekonstruktion wünschenswert gewesen. Die erstaunliche Vielzahl erhaltener Fragmente schreit regelrecht danach. Am besten hat mir das Turmzimmer gefallen. Von hier hat man übrigens durch eine Glastür einen Einblick in die Schlosskapelle.

antonstädter
23.04.17, 19:52
^Vielen Dank für die Ausführungen (die kommen dann wenigstens aus einer wahrhaft berufenen Ecke ;-) )

Eine Fertigstellung in nur vier Jahren scheint mir sehr ehrgeizig. Ist da die Endfassung der Schlosskapelle eigentlich mit eingepreist?

Am meisten freue ich mich übrigens auf den großen Schlosshof mit fertiger Altanhintermalung...

BautzenFan
25.04.17, 08:32
^
Genau das interessiert mich auch brennend, wobei ich den spannendsten Aspekt wie folgt formulieren möchte: WIE wird sich die Schlosskapelle Ende 2021 präsentieren?
Das mögliche Zeitfenster für Bauarbeiten am Objekt ist ja außerordentlich klein. Denn aktuell dient die Schlosskapelle als Werkstatt für die Künstler, die die Altan-Fresken realisieren. Als letzter Schritt der vorbereitenden Arbeiten wird hierbei ein 1 : 1 – Modell auf Kartons erstellt. Wie Matthias Zahn (einer der Künstler) im Januar dieses Jahres ausführte, handelt es sich pro Etage um Bildfelder von immerhin fast 20 m Länge und 5 m Höhe. Dafür braucht es natürlich Platz, der wohl – von den in der Nähe befindlichen Räumlichkeiten – nur in der Schlosskapelle gegeben ist. Im gleichen Interview führte Herr Zahn aus, dass man mit diesem 1 : 1 – Modell Ende 2018 / Anfang 2019 fertig sein will. Die Übertragung auf die Altanflächen soll dann Ende 2019 abgeschlossen sein. Gut möglich, dass besagtes Karton-Modell bis zum Ende der Arbeiten aufgestellt bleiben muss – als Arbeitsmaterial für die Künstler. Heißt also, für Bauarbeiten zur Ausgestaltung der Schlosskapelle hätte man gerade mal 2 Jahre Zeit (2020 und 2021). Sehr wenig – für eine Gestaltung in dieser Art: Klick (http://www.architectura-virtualis.de/rapidprototyping/dresden.php?lang=de&img=10&file=7)

BautzenFan
01.05.17, 07:25
Eine Fertigstellung in nur vier Jahren scheint mir sehr ehrgeizig. Ist da die Endfassung der Schlosskapelle eigentlich mit eingepreist?

Nein - ist sie nicht. Ich habe gestern zufällig einen Artikel aus den DNN entdeckt (über pressreader, über DNN direkt ist er seltsamerweise nicht aufrufbar). In dem Beitrag vom 10. April wird über den Festakt zur Eröffnung des Renaissanceflügels berichtet. Dort heißt es nun:

Nein, bis 2041 wird es wirklich nicht mehr dauern. So lange will sich der Freistaat nicht Zeit lassen, um das Dresdner Residenzschloss als Museumszentrum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) zu vollenden. Ab dem dritten Quartal 2019 dürfen sich Besucher auch an den Paraderäumen Augusts des Starken satt sehen, und 2021 soll dann der überwiegende Teil geschafft sein. Nur die Schlosskapelle werde bis dahin nicht fertig. Das sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich beim Festakt anlässlich der Eröffnung der neuen Dauerausstellung „Macht & Mode“im Schloss. Er reagierte damit auf einen Versprecher von Skd-generaldirektorin Marion Ackermann, der so viel Heiterkeit auslöste, dass er einfach nicht unerwähnt bleiben kann.
Ein Freudscher Versprecher, weil immer alles viel länger dauert als erhofft und geplant? Und weil auch das Dresdner Schloss eine jahrzehntelange Kulturbaustelle mit diversen Verzögerungen ist? Wohl eher nicht. Schließlich war es Ackermann, die den geplanten Fertigstellungstermin 2021 schon genannt hatte, um den sich Bau- und Finanzverantwortliche immer gedrückt haben. Die Eröffnung des Renaissanceflügels (mit den Teilen „Auf dem Weg zur Kurfürstenmacht“und „Kurfürstliche Garderobe“) vergangenes Wochenende ist ein konkreter Schritt dahin.

Hier noch der Link zum gesamten Artikel:
http://www.pressreader.com/germany/dresdner-neueste-nachrichten/20170410/281814283723056

antonstädter
01.05.17, 09:11
^Danke Dir! Sowas habe ich mir schon fast gedacht. Bleibt nur zu hoffen, dass die Kapelle damit nicht aus der Öffentlichkeit gerät und man sich mit dem interimistischen Zustand anfreundet. Für einen beton- und ziegelsichtigen Rohbau hätte man den Riesenaufwand mit dem Schlingrippengewölbe nun wirklich nicht machen müssen.

Rundling
03.05.17, 01:04
Ich sehe die Nutzung der Räume für das Restaurant eigentlich nicht kritisch. Das Restaurant belebt den Hof auch noch außerhalb der Museumsschliesszeiten.
Es war auch mal angedacht, das ganze Schloss als Hotel wiederzubeleben...

http://fs5.directupload.net/images/170503/vmnv8uso.jpg
Entwurf Walter Krönert, 1957.

Ab dem dritten Quartal 2019 dürfen sich Besucher auch an den Paraderäumen Augusts des Starken satt sehen Dazu passend ein Vorgeschmack:

http://fs5.directupload.net/images/170516/h3lplsij.jpg
bissel größer (http://fs5.directupload.net/images/170503/xu5wrjb9.jpg)
Virtuelle Rekonstruktion von Audienzgemach und Paradeschlafzimmer mit Imperialbett.
http://fs5.directupload.net/images/170516/obk7yqbz.jpg
Quelle: Michel Schneider mic-vis.de Berlin


Abschließend ein schönes großes Bild (http://fs5.directupload.net/images/170503/l7dctlvh.jpg) des Altan um 1900.

^ Hallo lieber Rundling, Bilder bitte mit max. 1024pix einbinden
Sorry, da bin ich auf der Maus abgerutscht... :D Dafür gibt's jetzt 2 Bilder.

Elli Kny
15.05.17, 00:21
^ Hallo lieber Rundling, Bilder bitte mit max. 1024pix einbinden - kann man oft gleich im Hoster umstellen - ohne neu hochzuladen.
Sonst zerschießt's nunmal die Strangansicht. Danke fürs korrigieren.


Ab Montag kommen die Zwinger-Bäumchen: SäZ (http://www.sz-online.de/sachsen/comeback-der-dresdner-orangerie--3681516.html) berichtet.
Bis Sonnabend kommen 76 Töpfe (6 müssen zunächst in Großsedlitz nachreifen).
Es handelt sich um Bitterpomeranzen (Bitterorangen) - also guten Appetit ... :D
Nee, bloß nicht, der Grund für eine einstige Abordnung der Orangenbäume aus dem Zwinger war Vandalismus durch v.a. spielende Kinder.
Nunja, an der Situation in 1865 hat sich doch einiges geändert: die Stadt ist viel Größer, und es gibt auch genug Spielplätze.

BautzenFan
16.05.17, 15:31
In Bezug auf die tollen Visualisierungen, die Rundling kürzlich gepostet hat, möchte ich unbedingt noch an den Ausgangszustand erinnern. Dann beeindrucken die Bilder vielleicht noch ein bisschen mehr. Die folgende Aufnahme entstand im 2. Halbjahr 1986 (Schnappschuss aus der filmischen Dokumentation *Von der Ruine zum Richtfest*, herausgegeben 1994 vom Sächsischen Finanzministerium). Die Bauleute hatten im Westflügel gerade damit begonnen, die Geschossdecke zwischen 1. und 2. OG einzuziehen – wir blicken auf den entstehenden Fußboden des Audienzgemachs:

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/00357897PDVD010.JPG

Im rechten Bildbereich sieht man einen hellen Streifen. Das ist die Bruchzone der vollständig abgetragenen Mittelmauer (ca. 1,2 m breit) zwischen Audienzgemach und Paradeschlafzimmer.

Analoges Bild, aber umgekehrte Blickrichtung (gleicher Aufnahmezeitpunkt, gleiche Bildquelle):

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/12b31ee3PDVD020hl.jpg

Die besagte Mittelmauer wurde übrigens im gesamten Westflügel abgebrochen, außer im Erdgeschoss (hist. Grünes Gewölbe). Ihre statische Funktion wurde dann durch Betonstützen realisiert. In gleicher Weise verfuhr man auch mit der Südwand des Paradeschlafzimmers und des Audienzgemachs, dies im nächsten Foto zu sehen (aufgenommen im Oktober 1991 zum Tag der offenen Tür).

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/cbd25ea2b9kldk.jpg

Die letzten beiden Bilder zeigen das Audienzgemach im Rohbauzustand (Bildquelle für das erste ist die oben genannte filmische Dokumentation).

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/ef4fb58fPDVD033k.jpg

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/09e10810Schlossret.jpg

Chris1988
16.05.17, 18:57
​Anbei gleich noch ein paar bewegte Bilder, die auch sehr gut die geringe Größe im letzten Filmauschnitt verdeutlichen.

https://www.sachsen-fernsehen.de/rueckkehr-der-orangen-in-den-zwinger-360909/

Es wird auch erwähnt das perspektivisch eine Orangerie im Großen Garten entstehen soll, wo dann auch die Orangen überwintern werden. Bis dahin kommen sie immer nach Großsedlitz.
Ob hierfür das Palais vorgesehen ist oder ein kompletter Neubau entsteht wird nicht gesagt.

Elli Kny
18.05.17, 17:00
Zwinger goes Obstplantage - oder: man sieht den "Wald" vor lauter Pomeranzen nicht :D

Aufgrund Interesses, und bevor sie das kommende Unwetter umhaut, hier paar erste Eindrücke:
https://abload.de/img/p1070437assd0.jpg
https://abload.de/img/p1070439syst5.jpg
https://abload.de/img/p1070440visum.jpg
https://abload.de/img/p1070443jxsok.jpg
https://abload.de/img/p1070445evssi.jpg

https://abload.de/img/p1070447ufusl.jpg
Die unauffällige Aufforstung des "Festspielsaals u. fr. Hi." scheint gelungen. Da kommt schon der nächste Schwung Bäumchen...
https://abload.de/img/p107044665umf.jpg
Ich sehe es schon kommen: Die Touristen von jenseits des Weißwurschtäquators freuen sich übers bayuwarische Weißblau der Pflanztöppe. :D
Der nächste Schritt wäre dann: Zwinger goes Gemüsegarten - Möhrenrabatten für Alle... :)

arnold
18.05.17, 17:36
Sehr schön! Schaut klasse aus :daumen:

Saxonia
18.05.17, 18:44
Die Touristen von jenseits des Weißwurschtäquators freuen sich übers bayuwarische Weißblau der Pflanztöppe.
In einem der diversen Artikel dazu war doch glatt zu lesen, die Kübel seien "in den alten sächsischen Farben blau-weiß" gehalten....

Edit: Es war sogar die SÄZ (http://www.sz-online.de/nachrichten/comeback-der-dresdner-orangerie-3682908.html). Wenn da dem ein oder anderen mal nicht die Eierschecke vor Schreck aus dem Mund gepurzelt ist.

Elli Kny
18.05.17, 19:10
^ So würde die Eierschecke im Schlunde hangend zur Eierschrecke. :)

Mir ist das mit dem "alt-sächsischen Blau-Weiss" ja bewußt und gehe von korrekter Recherche der SäZ aus. Der Artikel ist ja brandaktuell.
Würdest du als Historiker es als nicht zutreffend bezeichnen?
Vielleicht war damals das Grün-Weiss auch noch nicht so festgeschrieben, und man nutzte auch noch andere Farbgebungen?

zu den Bäumchen möchte ich noch sagen: die dürfen nun gerne noch wachsen - das ist ja derzeit noch ein Orangerieeffekt im Anfangsstadium. Die Blicke aufs Baudenkmal bleiben auch dann weitgehend erhalten, es ist durchaus gewollt daß mal hier mal da auch ein Baumkrönchen mit ins Bild ragt. Es dient ja "neuen Ansichten" und strukturiert den weitläufigen Festhof erst spürbar mit größeren Baumkronen. Touristisches Lock-Potenzial liegt zudem in differierender (zB jährlich, jahreszeitlich...) Stellung der Töpfe, auch falls das noch nicht ins Auge gefasst wird.

archo
18.05.17, 20:16
Die sächsischen Landesfarben waren bis 1815 schwarz-gelb. Wie die SZ auf blau-weiß gekommen ist, dürfte demnach das süße Geheimnis des Schreiberlings bleiben.

Chris1988
18.05.17, 22:30
Blau-weiß sind die Farben des Königshauses gewesen, soweit ich weis.

Saxonia
18.05.17, 23:16
Die Wettiner Hausfarben sind bzw. waren Blau und Gelb bzw. heraldisch korrekt Gold. Das Motiv ist heute als Landsberger Pfähle (https://de.wikipedia.org/wiki/Landsberger_Pf%C3%A4hle) bekannt und hat, häufig in Kombination mit dem Meißner Löwen, Eingang in viele sächsische Wappen gefunden.
Der Hinweis, dass die ursprüngliche Farbgebung im Zwinger mit blauen Dächern, weißen Wänden und Vergoldungen den Wettiner Hausfarben Blau, Weiß/Silber, Gold entspräche, findet sich wohl aber in einigen Reiseführern zum Zwinger. Ansonsten ist mir das aber unbekannt. Möglicherweise hat man zur damaligen Zeit das Weiß/Silber, ganz gerne mit reingenommen, weil Blau und Gold nicht ganz den heraldischen Regeln entspricht, es in der Reichsrennfahne (https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsrennfahne) vorkommt oder aber schlichtweg royale Anmutung ausstrahlt. Bspw. in Anlehnung an das französische Drapeau blanc. Beim August auch nicht auszuschließen.

Tommasch
20.05.17, 12:09
Bei Bild schreibt man dazu folgendes:
"....Kübel ist blau-weiß bemalt. Das ist Tradition.
Denn August bestellte die ersten aus Meissner Porzellan, ließ
sie in den typischen aus China bekannten Farben herstellen."

http://www.bild.de/regional/dresden/pflanzen/geheimnis-um-deutschlands-aeltesten-orangenbaum-51826502.bild.html

Tja, wer hat nun recht, SäZ oder Bild. :-)

Elli Kny
24.05.17, 08:09
Ausblicke vom Felix-Dachgarten

https://abload.de/img/p1070448opzka.jpg

https://abload.de/img/p1070450c8lpa.jpg

https://abload.de/img/p10704495lxtp.jpg

https://abload.de/img/p1070462tmxes.jpg

https://abload.de/img/p1070463s3bbd.jpg

https://abload.de/img/p1070464thzv1.jpg

https://abload.de/img/p1070464o8lbn.jpg

https://abload.de/img/p1070452rdbfe.jpg

https://abload.de/img/p1070452hmx3f.jpg

https://abload.de/img/p1070453dzytb.jpg

https://abload.de/img/p10704606eyko.jpg

https://abload.de/img/p10704611dlmq.jpg

https://abload.de/img/p1070458npyv9.jpg

am Taschenbergpalais ziehen sich die Malerarbeiten abschnittsweise rundherum
https://abload.de/img/p1070466o3bpx.jpg

https://abload.de/img/p10704675mloy.jpg

https://abload.de/img/p1070465vpl0e.jpg

https://abload.de/img/p1070468dux6z.jpg
Cholerabrunnen im Detail
https://abload.de/img/p1070468g8a15.jpg

Arwed
24.05.17, 09:10
Das sind sehr schöne Fotos!
Beim Cholerabrunnen musste ich an eine zufällig von mir mitgehörte Unterhaltung eines Vaters mit seiner kleinen Tochter denken, der ihr ganz ernst erklärte, dass dies eine der Spitzen der Sophienkirche sei. In Momenten wie diesem zwickt es mich immer ungemein, hilfreich tätig zu werden, indem ich die Leute über ihren Fehler aufkläre. Aus naheliegenden Gründen spare ich mir das aber dann zumeist.

Ergänzung:
Ein Beispiel fällt mir noch ein: Im Hof des Coselpalais' erzählte eine Frau den anderen am Tisch, dass es vom Schloss einen Gang zum Coselpalais gab, in welchem der sächsische "König" August ungesehen zu seiner Mätresse Gräfin Cosel gelangen konnte. Dabei nicht ganz unschuldig ist aber auch der Betreiber des Cafés im Coselpalais, der nach Kräften mit dieser Frau wirbt, die das Palais noch nicht mal zu Lebzeiten gesehen haben kann.

Knuffte
24.05.17, 13:48
Das wäre ja auch mal was gewesen, ein Brunnen auf einem Kirchturm ... Aber wer weiß, vielleicht hat man einen der Türme heimlich unterirdisch wieder aufgebaut und nur die Spitze guckt raus ;)

Schlimmer für die ärmste Gräfin ist es aber, dass ihr Name ein Salonschiff respektive einen schwimmenden Glaskasten ziert. Dann lieber die Legende mit dem Lustgang. Bei August´s polyamorösen Neigungen hätte es aber viele Gänge geben müssen :D

Chris1988
27.05.17, 16:09
Auch von mir noch ein paar abendliche Eindrücke vom Zwinger mit Pomeranzen.

https://abload.de/img/img_4410a1ud5.jpg (http://abload.de/image.php?img=img_4410a1ud5.jpg)

https://abload.de/img/img_4411w3u4a.jpg (http://abload.de/image.php?img=img_4411w3u4a.jpg)

https://abload.de/img/img_44164zulm.jpg (http://abload.de/image.php?img=img_44164zulm.jpg)

Hinter dem Glockenspielpavillion, links historisch, rechts modern.
https://abload.de/img/img_4412i7ujm.jpg (http://abload.de/image.php?img=img_4412i7ujm.jpg)

Elli Kny
31.05.17, 16:54
3 Baustellen am Theaterplatz


Semperoper Seitenportal-Süd
https://abload.de/img/p1070695kqovx.jpg


Baustelleneinrichtung für Augustusbrücke auf Ex-Parkplatzfläche des Theaterplatzes
- ist das nun mehrjährige Touristenförderung? :D
https://abload.de/img/p1070700csq2e.jpg
^ Immerhin versuchte sich ein Künstler aus dem Strassen- und Tiefbauamt an einer kleinen bildlichen Aufhübschung, was logischerweise etwas in die Hose ging... :)


Sanierung Gemäldegalerie Alte Meister - Westflügel
https://abload.de/img/p1070696slq0b.jpg
Den Bauzaun zieren spezielle Bildmotive - folgendes Bild: rechts unten ist wohl August der Starke gemeint
https://abload.de/img/p1070697iuq7f.jpg
https://abload.de/img/p1070698b0px7.jpg
^ um in Deutschland etwas zu "schützen", muss man es erstmal zerstören bzw erstmal "asphaltierend abdeckeln"... nunja.

Rundling
02.06.17, 00:57
Zunächst ein Bild vom "Frühling im Dresdner Zwinger"...

http://fs5.directupload.net/images/170602/zrmljisc.jpg
Rudolf Poeschmann, 1910.
größer (http://fs5.directupload.net/images/170602/pcyy9ksb.jpg)

...und anschließend eine Frage bezüglich der Bäumchen in ihren gestreiften Kübeln:
Auf einigen Bildern fügen sich die Töpfe gut ins Gesamtbild ein, auf anderen - insbesondere wenn sie von nahem zu sehen sind - drängen sie sich aufgrund der Kontrastbemalung doch ziemlich in den Vordergrund und lenken zuviel Aufmerksamkeit auf sich.
Wie wirkt das, wenn man es sich nicht nur auf Bildern sondern vor Ort anschaut?

rhdd11
02.06.17, 13:03
Auf einigen Bildern fügen sich die Töpfe gut ins Gesamtbild ein, auf anderen - insbesondere wenn sie von nahem zu sehen sind - drängen sie sich aufgrund der Kontrastbemalung doch ziemlich in den Vordergrund und lenken zuviel Aufmerksamkeit auf sich.
Wie wirkt das, wenn man es sich nicht nur auf Bildern sondern vor Ort anschaut?
Ich finde sie unaufdringlich. Der normale Blickwinkel geht deutlich drüber hinweg. Aus der Perspektive eines Kleinkindes ist das möglicherweise anders.

BautzenFan
12.06.17, 10:18
Das 1. Vorzimmer der Paradesuite (zwingerseitiger Raum unmittelbar südlich des Eckparadesaales) wird bekanntlich nicht ganz in der Ausstattung wiederkommen, die aus diversen Vorkriegsfotos bekannt ist. Statt der hier seit etwa 1760 angeordneten *Chinesischen Banden“ (12 wertvolle Panneaustreifen in Seidenwirkerei mit Chinoiserien) wird man hier geometrisch analoge Bildteppiche anbringen, auf denen blumenumrankte Säulen dargestellt sind (jeweils 3,3 m lang, 60 cm breit). Den Auftrag für deren Wiederherstellung hatte die altehrwürdige spanische Teppichmanufaktur *Real Fábrica de Tapices* in Madrid erhalten. Diese Firma hat nun einen hochinteressanten Videobeitrag ins Netz gestellt, in dem chronologisch (beginnend mit dem Färben der Fäden) der Herstellungsprozess dargestellt wird. Zur gedanklichen Anbindung hier die Visualisierung des Raumes (von Oktavian im aph gepostet): Klick (http://www.stadtbild-deutschland.org/bilder/images/2016/09/26/micvis_de-pic03.jpg)

Und auch das hier sollte man sich vor dem Anschauen des Videos zu Gemüte führen:

Der Auftrag aus Dresden war eine Herausforderung für die Königliche Teppichmanufaktur, die seit Ende des 19. Jahrhunderts in einem eher unscheinbaren Neomudéjarbau in der Nähe der Madrider Altstadt untergebracht ist. „Seit vielen, vielen Jahren ist nicht mehr in so feiner Qualität gearbeitet worden“, sagt Pilar Felguera. Die Kettfäden aus Leinen, in die sie die farbigen Schussfäden aus Seide, Gold, Silber und Wolle am Hochwebstuhl hineinwirkte, lagen etwa um ein Drittel dichter beieinander als bei gewöhnlichen Wandteppichen. Was eine Präzisionsarbeit ohnegleichen erforderte.
Fädchen um Fädchen baute Felguera gemeinsam mit einem Kollegen das Bild auf, täglich wuchs es gerade mal um ein oder zwei Zentimeter. „Allein für die goldene Krone habe ich zwei Monate gebraucht“, sagt Felguera.
Quelle: http://www.fr.de/panorama/spanien-faedchen-um-faedchen-a-306449

Nun aber zum Video (etwa 10 min lang). Spätestens ab 6:10 gehe ich anbetend auf die Knie - Das sind keine Handwerker (nichts gegen Handwerker) - das sind Künstler.
https://vimeo.com/86006993

Elli Kny
26.07.17, 00:13
Altan im Grossen Hof des Residenzschlosses - aktuell

Schlossbaukonifere BautzenFan bat nach kleiner Privatkorrespondenz um einen aktuellen Blick.
Diesem komme ich natürlich gerne nach, wobei ich die Einordnung der mutmaßlichen Sachlage dem Fachmenschen überlasse.
Es liegt hier wohl eine etwaige Bauverzögerung vor, die ggf weitere Termine tangiert.
https://abload.de/img/p1090195pdofc.jpg

BautzenFan
26.07.17, 12:55
Danke für die prompte Lieferung, Elli. Meine Neugierde über den aktuellen Stand am Altan resultierte aus einer Terminvorgabe im Ausschreibungsanzeiger (veröffentlicht Mitte April 2017). Demnach sollte die nunmehr anstehende Bauleistung *Ausgleichsputz Altan* Anfang Juni starten und am 30. Juni 2017 abgeschlossen sein. Dabei geht es um die Herstellung einer ebenen Fläche im Bereich der später zu bemalenden Altan-Rückwand.

Der weitere Bearbeitungsprozess für die Ausmalung an sich wurde von Matthias Zahn, einem der Künstler, Mitte Januar 2017 wie folgt dargestellt:
- Fertiggestellt ist das 1:10-Modell (in den Konturen – noch nicht farbig);
- für die anschließende farbige Gestaltung des 1:10 - Modells sind noch viele Details zu erarbeiten;
- danach folgt die Herstellung der 1:1- Kartons (es geht um Bildfelder von fast 20 m Länge und 5 m Höhe – diese Arbeiten werden in der Schlosskapelle durchgeführt, ist wohl der einzige nahe gelegene Raum mit dem dafür notwendigen Platz)
- außerdem sind vorbereitend noch viele Putzproben in situ erforderlich.
Letzteres resultiert aus der Maltechnik (Fresken – heißt die Farbe wird in den frischen Putz eingebracht). Auf den Ausgleichsputz wird dann also in kleinen Segmenten (jeweils ein Tagesprogramm für die Maler) noch eine weitere Putzschicht aufgebracht.

Da man aber offensichtlich mit dem Ausgleichsputz noch gar nicht angefangen hat, liegt die Vermutung nahe, dass der im Januar 2017 offiziell genannte Fertigstellungstermin für die Altanfresken (nämlich Ende 2019) schon wieder ein Stück „verrutscht“ ist.

Hier noch 2 Bilder von den aktuell laufenden Arbeiten zur Rekonstruktion der Stuckdecke im Turmzimmer:
Tonmodell eines Reihers (http://www.jakobgleisberg.de/wp-content/uploads/2016tonreiher-199x300.jpg)
Stuckversion eines Adlers (http://www.jakobgleisberg.de/wp-content/uploads/2016Stuckadler-300x200.jpg)

Das Foto hier dürfte ja bekannt sein:
Klick (http://www.lr-online.de/storage/scl/xmliosimport/sac/3860703_m1t1w500q75v52872_201701035 63-G3L6G4S32.1-ORG.jpg?version=1483511516)

Arwed
26.07.17, 18:38
BautzenFan, diese Renaissance- Stukkaturen sind wunderschön. Das Turmzimmer wird ganz sicher ein absolutes Glanzlicht des Schlosses.

Zum Bauablauf am Altan:
Es heißt ja nicht zwangsläufig, dass ein späterer Fertigstellungstermin des Unterputzes auch die Herstellung der Fresken mit nach hinten schieben wird. Wenn die Künstler noch in der Werkstatt tätig sind, bleibt ja noch ein Zeitpuffer bevor es eng wird. (Hoffe ich einfach mal!)

antonstädter
29.07.17, 13:21
Anbei auch von mir einige etwas unsystematische Eindrücke, die während eines gestrigen Besuches entstanden.

Mittlerweile haben die geöffneten Bereiche einen Umfang angenommen, der den Besucher ob der vielen Eindrücke förmlich erschlägt. Kommen dann noch die bis 2019 fertig zu stellenden Bereiche hinzu, sollte man über die Ausgabe von Drei-Tages-Tickets nachdenken.

Im Historischen Grünen Gewölbe habe ich das Fotografieren tunlichst unterlassen. Daher beginnen wir im Großen Schlosshof.


Westflügel, Hoffassade.

http://abload.de/img/img_9323r2ure.jpg


Eingerüsteter Altan.

http://abload.de/img/img_9324k7uyj.jpg


Nordöstlicher Wendelstein und Hoffassade des Ostflügels.

http://abload.de/img/img_9326geumf.jpg


Portal der Schlosskapelle.

http://abload.de/img/img_9329gou36.jpg


Südöstlicher Wendelstein mit Zwischenflügel (alter Südflügel) und Portal zum Kleinen Schlosshof anstelle des alten Torhauses, J. G. Starcke 1682/83.

http://abload.de/img/img_9330jnu9c.jpg


Nordwestlicher Wendelstein, Details. Für die Belüftungsanlage wird sich zukünftig wohl hoffentlich eine dezentere Lösung finden lassen...

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Detail der Tür zum nordwestlichen Wendelstein. Es folgt der Aufstieg zum Hausmannsturm.

http://abload.de/img/img_9345opuab.jpg


Hausmannsturm:

http://abload.de/img/img_93257iui2.jpg


Blick zum Theaterplatz währen des Aufstiegs.

http://abload.de/img/img_9331whu4q.jpg


Uhr zum Großen Schlosshof.

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Werk der Turmuhren.

http://abload.de/img/img_9333jiuen.jpg


Aktueller Rundblick vom Turm. Theaterplatz und Oper.

http://abload.de/img/img_9334suuci.jpg


Turm der Katholischen Hofkirche, Ministerien am Carolaplatz und Dresdner Heide.

http://abload.de/img/img_93355tupn.jpg


Schloßplatz, Terrassentreppe und Georgenbau, im Hintergrund die Loschwitzer Elbhänge.

http://abload.de/img/img_9336d9u69.jpg


Neumarktgebiet, Stallhof und Frauenkirche vor bedrohlicher Wolkenkulisse. Kaum zu glauben, dass hier vor 20 Jahren noch gähnende Leere herrschte...

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Mittlerweile fast umbauter Kulturplalast und Türme des Neuen Rathauses und der Kreuzkirche.

http://abload.de/img/img_9338gwu16.jpg


Kuppeldach des Kleinen Schlosshofes, Altmarkt, südliche Altstadt und Seevorstadt.

http://abload.de/img/img_9339gkunp.jpg


Blick über Postplatz, Zwinger und Schauspielhaus auf die sich reurbanisierende Wilsdruffer Vorstadt.

http://abload.de/img/img_934120upg.jpg


Bauvorhaben auf dem Postplatz.

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Großansicht des Zwingerareals.

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Bklick zur Friedrichstadt mit Hafenmühle und die nördliche Wilsdruffer Vorstadt mit Haus der Presse und Yenidze. Es ging wieder abwärts.

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Einige Impressionen aus den Innenräumen, mit Schwerpunkt Architektur.

Wohl das bekannteste Stück im (neuen) Grünen Gewölbe: Dinglingers berühmter Thron des Großmoguls Aureng-Zeb.

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Original des Moritzmonumentes im Renaissancesaal des Ostflügels.

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Im Georgenbau sind die originale Renaissancetür des Schlosskapellen-Portals und Fragmente desselben zu bestaunen.

http://abload.de/img/img_93518vujw.jpg


Leider gibt meine alte Knipse ohne Blitzunterstützung keine gute Belichtung her, und ein Blitzeinsatz war durch die Glastür nicht möglich: Daher ein sehr dunkler Einblick in die Schlosskapelle mit dem grandiosen Schlingrippengewölbe. Auf deren Fertigstellung am Sankt-Nimmerleinstag freue ich mich, abgesehen von der anstehenden Baugeschichts-Ausstellung, am meisten.

http://abload.de/img/img_9357f7uwe.jpg

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antonstädter
29.07.17, 13:40
Beginnen wir mit einigen Ausblicken aus dem Riesensaal auf das lebendige Treiben in der wiederentstandenen Schloßstraße.

http://abload.de/img/img_9362vju7m.jpg

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Englische Treppe:

http://abload.de/img/img_9365tsujz.jpg

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Kleiner Schlosshof:

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Kulkas Kuppeldach. Eine wie ich nach wie vor finde grandiose Lösung des Foyer-Problems, welches ursprünglich unterirdisch unter dem Großen Schlosshof angelegt werden sollte.

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Original erhaltene Renaissance-Arkadengänge mit Zerstörungsspuren im Kleinen Schlosshof.

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Georgbrunnen im Kleinen Schlosshof.

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Zu guter Letzt freigelegte bauliche Reste im Inneren des Bärengartenflügels. Originale Sgraffitodekoration des alten Süddflügels, heute Zwischenflügel zwischen Großem und Kleinem Schlosshof. Die einst freistehende Südfassade wurde durch den Bärengartenflügel in den Gebäudekomplex eingefügt.

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Kupferstich aus der "Durchlauchtigsten Zusammenkunft" von Gabriel Tzschimmer (SKD). Der Pfeil markiert die Lage des freigelegten Fassadenteils.

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Äußere Fassade des teilweise noch vorhandenen Verbindungsganges am Bärengarten zu einem wohl von Wolf Caspar von Klengel errichteten kurzebigen Erweiterungsbau. Charakteristisch für Klengel wäre das ovale Fenster.

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Auch hier ein Stich aus der "Durchlauchtigsten Zusammenkunft" (Pfeil zeigt Fotorichtung), rechts angeschnitten der besagte Klengelsche Bau. Frage an die Experten: Gibt es mittlerweile eigentlich genauere Informationen zum Zweck und Nutzen des kurzlebigen Gebäudes?

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BautzenFan
30.07.17, 12:12
BautzenFan, diese Renaissance- Stukkaturen sind wunderschön. Das Turmzimmer wird ganz sicher ein absolutes Glanzlicht des Schlosses.

Hier ist noch ein weiteres Foto (entstanden Ende 2016 oder Anfang 2017), das einen etwas größeren Bildausschnitt der zur Zeit rekonstruierten Stuckflächen erfasst:
Klick (http://c7.alamy.com/comp/HG115W/dresden-germany-15th-dec-2016-sculptor-eva-backofen-works-ona-stucco-HG115W.jpg)



Auch hier ein Stich aus der "Durchlauchtigsten Zusammenkunft" (Pfeil zeigt Fotorichtung), rechts angeschnitten der besagte Klengelsche Bau. Frage: Gibt es mittlerweile eigentlich genauere Informationen zum Zweck und Nutzen des kurzlebigen Gebäudes?
http://abload.de/img/residenzschloss2q6u01.jpg

Die Frage ist nach meinem Kenntnisstand mit Nein zu beantworten (wie ein gleich folgendes Literaturzitat belegt). Aber dieser Klengelsche Bau beinhaltet, was die Bauhistorie betrifft, noch ein weiteres Rätsel – also ich meine damit für mich. Es geht um die „Interpretation“ von entdeckten älteren Baustrukturen im Inneren des Gebäudes. Diejenigen im EG können ja eindeutig im Kupferstich „wiedergefunden“ werden (siehe das integrierte Bild im obigen Zitat aus dem Beitrag von antonstädter).
Hier für den Vergleich mit dem Kupferstich noch eine eigene Aufnahme:
https://bautzenfan.mach.sh/bilder/0b8b9e56DSCF2414kl.jpg

Es gibt (ähm – es gab) aber auch ältere Baustrukturen in den oberen Geschossen – wie gesagt im Inneren des heutigen Baukörpers. Damit Ihr das mich beschäftigende Rätsel nachvollziehen (und vielleicht lösen) könnt, muss ich kurz die bauliche Entwicklung des Bärengartenflügels darlegen. Die heute bestehende Baumasse entstand im Prinzip in 3 Phasen – von Ende des 16. Jahrhunderts bis zum frühen 18. Jahrhundert (spätere Umbauten, zum Beispiel im Dachbereich und vorrangig während des großen Schlossumbaus unter Dunger und Frölich lasse ich hierbei mal außen vor, weil für die konkrete Problemstellung unwichtig).

Nach Fertigstellung des Moritzbaus bestand im Bereich des heutigen kleinen Schlosshofs bis in das späte 16. Jahrhundert so eine Art Vorhof, der an der Ost- und Westseite aber nicht baulich gefasst war. Dann kam die Regierungszeit von Christian I. und unter seiner Bauherrenschaft vollzog sich Bauphase 1.

Gleichzeitig mit dem Torgebäude wurde am westlichen Ende des Kleinen Schlosshofs unter Leitung Buchners ein zweites [Anm.: mit dem ersten ist das besagte Torhaus an der Schlossstraße gemeint] würfelförmiges Gebäude von zwei Geschossen mit flachem Dach geschaffen. Es diente als Brunnenhaus und besaß in seinem Obergeschoss eine Badestube. Der im Erdgeschoss gelegene Schlossbrunnen ist heute wieder sichtbar.
Quelle: L1

Bauphase 2 (die Klengel-Ära) ist zeitlich in das dritte Viertel des 17. Jahrhunderts einzuordnen:

Unmittelbar südlich an den Gang angelehnt, das alte Badehaus Christians I. am kleinen Schlosshof einbeziehend, errichtete man in dieser Zeit auch einen prächtigen, relativ selbstständigen Bau mit geschweiftem Dach und hohen, von ovalen Öffnungen überfangenen Fenstern im Obergeschoß. Die markante Architektur dieses nur bis Anfang des 18. Jahrhunderts bestehenden Bauwerks trug deutlich die künstlerische Handschrift Klengels. Bis heute konnte weder die Entstehungszeit noch die Funktion dieses Gebäudes exakt ermittelt werden. Reste seiner Fassaden wurden bei Sicherungsarbeiten in der Schloßruine entdeckt.
Quelle: L2

Bauphase 3 erfolgte unter August dem Starken einige Jahre nach dem Schlossbrand von 1701. Jetzt kam es zu einer baulichen Erweiterung (in Bezug auf den Baukörper des Klengel-Baus) in Richtung Westen (damit geriet die westliche Außenmauer von Klengel in das Innere) und in Richtung Norden (Herstellung des baulichen Anschlusses an die Südmauer des Moritzbaus):

Ein westlich des Kleinen Schloßhofes befindlicher Bau aus Klengelscher Zeit wurde nunmehr mit dem Südflügel auch im Obergeschossbereich verbunden [Anm.: dies die bauliche Erweiterung in Richtung Norden] und zu einem größeren Saal umgebaut. Neben diesem entstand durch Hinzufügen eines Anbaues [Anm.: bauliche Erweiterung in Richtung Westen] ein weiterer Saal ähnlichen Raumvolumens.
Quelle: L3

Diese beiden neuen Säle reichten jeweils über 2 Geschosse und sollen fensterreich gewesen sein.
Kommen wir nun aber endlich zu meinem Mysterium. Die nachfolgenden beiden Bilder sind „Schnappschüsse“ aus der filmischen Dokumentation *Von der Ruine zum Richtfest*, die 1994 vom Sächsischen Finanzministerium herausgegeben wurde. Der Kameramann stand im 1. OG des Bärengartenflügels und hielt seine Kamera (1. Bild) in Richtung Osten:

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/c7f2be5aPDVD006hl.jpg

Damit man sich die Blickperspektive besser vorstellen kann, hier noch ein zweites Bild aus der Dokumentation. Die Kamera ist ein Stück nach „rechts“ geschwenkt, Blickrichtung ist jetzt fast Südosten:

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/8e954fe8PDVD005hl.jpg

Die mit 1 bis 3 bezeichneten Architekturelemente, die man durch die Fensterhöhlen an der im Hintergrund befindlichen Fassade erkennt, habe ich an einem aktuellen Foto analog markiert:

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/cd45fefbDDSchlossgp.jpg
Von User:Kolossos - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7528599

Die Mauer mit den betreffenden Strukturen sieht man aus diesem Foto aus der fotothek in wesentlich besserer Auflösung (Foto kann drastisch vergrößert werden; nach dem Öffnen einfach draufklicken):
http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/mbs/0080000/df_mbs_0080013_060.jpg

Meine Frage: Wie und wann sind die (später zugemauerten) Öffnungen entstanden??? Es handelt sich ja wohl eindeutig um ehemalige Fenster. Aber was sollen Fenster in der Trennmauer zwischen 2 barocken Sälen? Die Mauer mit den betreffenden Elementen muss aus der Zeit Augusts des Starken stammen, denn erst in dieser Phase entstand der bauliche Anschluss an den Südflügel des Moritzbaus (man beachte dazu das ganz links befindliche „Fenster“, das allerdings durch eine später eingebaute Türöffnung nur noch zum Teil sichtbar ist). Die einzige Erklärung für mich wäre, dass im frühen 18. Jahrhundert zuerst die Erweiterung des Klengel-Baukörpers nach Norden realisiert wurde und dann erst später die Erweiterung nach Westen – so dass es eine kurze Phase gab, wo barocke Fensteröffnungen im Bereich der alten Klengel-Westmauer erklärbar wären. Das wird aber bei keinem der zitierten Fachautoren auch nur angedeutet, sondern die jeweilige Passage klingt formulierungsmäßig immer so, als ob die betreffenden Baumaßnahmen unter Augst dem Starken in einem Zuge erfolgten.
Hier noch ein Grundriss aus der Zeit um 1830 (ist vielleicht hilfreich):
http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/70300597/df_dk_0002649

Zu der Mauer ist noch anzumerken, dass sie leider beim Wiederaufbau des Bärengartenflügels abgetragen wurde.

L1: *Die Rückkehr des Dresdner Schlosses*; Dirk Syndram und Peter Ufer
L2: *Das Dresdner Schloss in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts* (in: Das Dresdner Schloss – Monument sächsischer Geschichte und Kultur); Steffen Delang
L3: *Die Residenz Augusts des Starken* (in: Das Dresdner Schloss – Monument sächsischer Geschichte und Kultur); Norbert Oelsner und Henning Prinz

Ganz zum Schluss, damit es nicht untergeht, vielen Dank antonstädter für die tolle Fotoserie

antonstädter
30.07.17, 13:00
Liebe Bautzenfan,

vielen Dank für die wie immer äußerst interessanten Ausführungen. Leider scheint die Zeit des Frühbarocks bezüglich der Umbauten im südlichen Schlossbereich bislang eher dürftig dokumentiert.

Die Video-Schnappschüsse waren mir so unbekannt und die finde ich sensationell. Meine Deutung wäre wie folgt: Die beiden komplett sichtbaren Hochrechteckfenster mit darüberliegenden Ovalfenstern scheinen, vergleicht man mit dem Kupferstich, ja recht eindeutig der Klengelschen Westwand zuzuordnen sein. Die rechten Türöffnungen könnten dann ursprünglich durchaus die dritte derartige Achse gebildet haben.

Der Bereich zwischen dem einzeln stehenden Bau und dem alten Südflügel des Renaissancebaus war ja recht schmal und betrug, vergleicht man mit den vorhandenen Resten des Arkadenanschlusses, etwa eine Fensterachse.


Ich finde Deine These sehr schlüssig, dass man hier recht schnell (möglicherweise noch vor Beginn des 18. Jahrhunderts) allein aus praktischen Gründen einen Anschluss an den Moritzbau hergestellt hat, der in der gleichen Formensprache erfolgte wie der Bestandsbau. Hierauf komme ich, da dies bezogen auf den aktuellen Wiederaufbau genau die Begründung dafür war, das Torhaus an der Schloßstraße wieder zu überbauen (zwecks direktem Anschluss der oberen Stockwerke des Süd- an den Ostflügel) und die ursprünglich vorgesehene Rekonstruktion des Rundtempelchens ad acta zu legen. Leider ist dies aber nicht zu verifizieren, da das dann vorhandene Rundbogenfenster durch die obere Türöffnung zerstört worden wäre.

Eine andere Deutung meinerseits wäre die: Vergleicht man mit dem Kupferstich, so fällt dort beim zweiten Obergeschoss des Klengelbaus ein Überhang genau auf Höhe der Verdachung der Rechteckfenster auf. Man könnte das Ruinenbild auch so deuten, dass dieser Versatz als Teil des neuen Türsturzes fortgeführt wurde, dafür spräche die Gesteinsstruktur des Wandaufbaus: links im Anschluss an das Klengelsche aufgehende Mauerwerk (?) scheinen hier über dem alten Sturz deutlich gröbere Blöcke verbaut. Möglicherweise wurde die Türöffnung erst später verkleinert. Dafür könnte ein Vergleich mit der wesentlich höheren Öffnung im 2. OG sprechen.

Da kann man nur mit Ungeduld auf den zweiten Band der Residenzschloß-Reihe warten. Möglichweise bekommt man dorf ja genau diese Fragen beantwortet. Ist der eigentlich schon absehbar?

Arwed
30.07.17, 13:09
Hallo BautzenFan,
ich bin mir nicht so ganz sicher, ob ich Deine Frage richtig verstehe. Grundsätzlich ist ja die bei den Ruinenfotos sichtbare Wand mit den vermauerten rechteckigen Öffnungen im 1.OG und den vermauerten runden Fenstern im 2.OG eben genau die bei dem Kupferstich sichtbare Fassade von Klengel.
Falls Deine Frage aber darauf abzielt, wann die Lücke zwischen dem Klengelschen Bau und dem alten Südflügel geschlossen wurde (ja, offenbar mit Fenstern, wie der Sturz über der Türöffnung verrät), kann ich Dir leider auch nicht sagen. Meinst Du das?

BautzenFan
30.07.17, 13:30
@Arwed
Die Sache wäre ganz eindeutig, wenn es diesen Fenstersturz ganz links nicht geben würde. Da der Klengelbau nicht direkt an die Südmauer des Moritzbaus anschloss (da gab es einen kleinen Zwischenraum), kann dieser Fenstersturz erst im Rahmen der Erweiterungsbauten unter August dem Starken entstanden sein. Das aber würde bedeuten, dass die Erweiterung der Baumasse nach Westen erst später erfolgte als die Erweiterung nach Norden. Denn wenn das zeitgleich erfolgt wäre, hätte man doch keine Fensterfront mit einem „vierten“ Fenster im Inneren des nunmehr erweiterten Traktes hergestellt. Die Vermutung, dass Bauphase 3 in 2 Schritten erfolgte (mit mindestens mehrjähriger Pause dazwischen), ist aber bei keinem der mir bekannten Fachquellen auch nur angedeutet.

@antonstädter
Ich halte Deine Erklärung für sehr schlüssig. Auf die anderen beiden Bände des Schlosskompendiums müssen wir wohl noch eine ganze Weile warten. Oktavian hatte im APH mal ausgeführt, dass die wohl frühestens 2019 herauskommen werden (und Oktavian hat aufgrund seiner beruflichen Vernetzung ja sicher Insiderwissen). Erscheint mir, wenn ich darüber nachdenke, auch „logisch“. Bis 2019 werden noch etliche hochkarätige Maßnahmen abgeschlossen, die sicher in dem Werk Berücksichtigung finden sollen.

antonstädter
30.07.17, 13:35
Ich ergänze mich gleich mal selbst mit einigen Bildchen vor und während des großen Schlossumbaus.

Aus der SKD-Kollektion stammen die ersten beiden Bilder. Hier der Bärengartenflügel auf einem Kupferstich von Tschirschky (Hersteller), 1859. Man beachte die Einfriedung des Schlossgartens hinter dem alten Komödienhaus, damals Archivgebäude.

http://abload.de/img/brengartentaschenberg0fu0l.jpg


Archivgebäude unmittelbar vor dem Abbruch 1888 (Kupferstich um 1900). Man erkennt dahinter die wüste, zusammengewürfelte Dachlandschaft um den Kleinen Schlosshof und den Südflügel vor dem Umbau, entstanden durch die planlosen sukkzessiven Erweiterungen unter Einbeziehung ehemaliger Bürgerhäuser.

http://abload.de/img/archivtaschenbergzlufc.jpg


Fotos von E. A. Donadini, um 1892 (Deutsche Fotothek). Der Schlossumbau begann am West- und Bärengartenflügel. Wir sehen den bereits fertigen Bärengartenflügel, entstanden aus der Altsubstanz (siehe Fensteröffnungen) und den alten Südflügel im Abbruch.

http://abload.de/img/df_hauptkatalog_00415u6ub0.jpg


Hier erkennt man sehr schön die unterschiedlichen Etagenhöhen des wohl aus ehedem unabhängigen Häusern entstandenen Gebäudekomplexes und die zweistöckige Brücke über dem Taschenberg. Ebenso interessant die noch bestehende alte Einfriedung des Schlossgartens hinter dem bereits abgerissenen Archivgebäude, gut zu sehen auf dem ersten SKD-Kupferstich.

http://abload.de/img/df_hauptkatalog_00415mtulx.jpg


Dieser zusammengewürfelte Bauzustand unmittelbar vor dem Umbau, der in den bisherigen Veröffentlichungen leider bislang viel zu kurz kam, interessiert mich neben den Umbauarbeiten nach dem Brand 1701 persönlich mit am meisten. Zwar sind der Schlosshof, der Stallhof und die "Schauseiten" zum Theaterplatz recht gut dokumentiert, vom Süd- und Ostflügel sind mir außer den Donadini-Fotos leider kaum aussagefähige Bilder bekannt.

antonstädter
06.08.17, 10:20
Bei einem altstädtischen Rundgang am Freitag ist einiges Bildmaterial angefallen, was ich hier gern zum Besten geben möchte. Dabei handelt es sich i. d.R. um etwas "spezielle" Motive...

Beginnen wir am Theaterplatz, wo hoch droben der Dante-übersetzende König Johann huldvoll über sein Sachsenvolke wacht.. Das Denkmal schuf Johannes Schilling 1889.

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http://abload.de/img/img_94082oljn.jpg


Beiderseits des Haupteinganges der Semperoper sitzen Goethe und Schiller, von Ernst Rietschel für den 1869 abgefackelten Vorgängerbau geschaffen.

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He, she it, das "-s" muss mit... Offenbar benötigen die zuständigen Mitarbeiter der Oper noch einmal Nachhilfe in very basic English.

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Gedenkinschrift am Haupteingang.

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Ab in den Zwinger, Pomeranzen begutachten.

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Polnisch-sächsische Union: Durch das Kronentor leuchtet das Sachsenwappen am Schauspielhaus.

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Barockisierende Laterne, Fontäne, Pomeranzen und Mathematisch-Physikalischer Salon.

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Blick zum nach wie vor im Bau befindlichen Wallpavillon.

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Gemäldegalerie und Pavillon Français.

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Stadtpavillon und Bogengalerie, dahinter das Taschenbergpalais.

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Wallpavillon mit Bogengalerie und den flankierenden Eckpavillons.

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Stadt- bzw. Glockenspielpavillon, Nahaufnahme.

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Im Glockenspielpavillon: Dokumentierte Baugeschichte in sozialistischer Lesart.

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Ausblick aus dem Stadtpavillon mit Hausmannsturm.

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Zoologischer Pavillon vom Stadtpavillon gesehen.

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Cholerabrunnen aus dem Zwinger fotografiert.

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Gutschmid- oder Cholerabrunnen (Gottfried Semper, 1846), seit 1927 am Taschenbergpalais. Vorher zierte er den Postplatz, wo er bereits 1891 leicht versetzt wurde, da er dem Ausbau der Straßenbahnanlagen im Wege stand. Den ursprünglichen Standort ziert heute die "Käseglocke".

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Cholerabrunnen, Details.

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Ein mir bislang unbekanntes bauliches Detail in Form einer ordinären Columba livia dresdensia.

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Die Architektur erinnert mit ihren zahlreichen biblischen Motiven bewusst an eine hochgotische Kathedrale, sollte doch die gottgewollte erfolgte Verschonung der Stadt Dresden vor der Cholera zelebriert werden.

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antonstädter
06.08.17, 10:56
Schloßstraße, Blick zum Georgenbau.

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Replik der Pöppelmann-Statue von 1936 in der Schloßstraße.

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Schloßstraße, Blick aus der Durchfahrt des Georgenbaues.

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Inschrift an der katholischen Hofkirche aus Kriegstagen.

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Die Hofkirche ist ein wahrlich geschichtsträchtiger Ort.

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Der leider von den Baustelleneinrichtungen beeinträchtigte "Napoleonstein". Wie gedankenlos muss man eigentlich sein? Abgesehen davon, dass die neumodischen knallgelben Baustelleneinzäunungen eine optische Beleidigung sondersgleichen darstellen und die Umgebung über Gebühr entstellen.

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Denkmal für Friedrich August den Gerechten von Ernst Rietschel, auf dem Schloßplatz in Nachfolge des nach 1945 eingeschmolzenen König Albert seit 2008 aufgestellt. Das Monument wurde 1843 für den Zwingerhof geschaffen und fristete seit den 1920er Jahren ein eher unbeachtetes Dasein neben dem Japanischen Palais.

http://abload.de/img/img_9452ova50.jpg

http://abload.de/img/img_9453tca2e.jpg


Der heilige Dominikus vom Balustradenkranz der Hofkirche steht nun geschützt im Stallhof.

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Die Original-Minerva des Portals vom Großen zum Kleinen Schlosshof, ebenfalls im Stallhof.

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MORS CERTA - HORA INCERTA.

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Stadtseitige Zwingermauer des originalen Stadtmauerverlaufes im Stallhof, dahinter das Kanzleihaus. Auf den Fundamenten der äußeren Mauer wurde nach der Erweiterung des Stadtgebiets um den Neumarktbereich der Lange Gang errichtet.

http://abload.de/img/img_9488royhv.jpg

antonstädter
06.08.17, 11:19
Terrassentreppe - die Vier Tageszeiten von Johannes Schilling (1862-68). Die Originale wurden 1908 durch Bronzeabgüsse ersetzt und befinden sich heute am Schloßteichpark in Chemnitz.

Der Morgen.

http://abload.de/img/img_9457dkyo7.jpg


Der Mittag.

http://abload.de/img/img_9458xdzq8.jpg


Der Abend.

http://abload.de/img/img_94569vy3w.jpg


Die Nacht.

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Denkmal für Ernst Rietschel (1856, Johannes Schilling). Es befindet sich am Standort des Brühlschen Gartenpavillons, der 1828 bis 1833 von der Technischen Bildungsanstalt genutzt wurde und danach als Atelier Rietschels diente.

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Gedenktafel für den Pavillon, leider räumlich arg versetzt gegenüber der Treppe zur Münzgasse angebracht.

http://abload.de/img/img_9463odafi.jpg


Der "Malerblick" mit Münzgasse und Frauenkirche.

http://abload.de/img/img_9464glxs4.jpg


Blick in den kleinen Kanonenhof.

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Dresdner Elbpanorama von der Bastion am Ziegeltor aus.

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Einblicke in das Albertinum. Gläsernes Depot der Skulpturensammlung.

http://abload.de/img/img_9468m6xi7.jpg


Der überdachte Hof des Albertinums. An sich ein in meinen Augen sehr gelungenes Raumgebilde. Die schreienden Neonschriftzüge nehmen dem Raum aber leider sehr viel seiner Noblesse - es hätte sie wirklich nicht gebraucht.

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http://abload.de/img/img_94702szab.jpg


Georg-Treu-Platz, Blick nach An der Frauenkirche.

http://abload.de/img/img_947125lcs.jpg

BautzenFan
06.08.17, 15:11
Vielen Dank Antonstädter für die sehr interessanten Fotos. Zu diesem Bild hier macht sich eine kleine Ergänzung erforderlich:

http://abload.de/img/img_9490q2l8t.jpg

Von Antonstädter wie folgt betitelt: Die Original-Minerva des Portals vom Großen zum Kleinen Schlosshof im Stallhof.

Ich lasse mich gern korrigieren, aber meines Wissens handelt es sich dabei nicht um die Originalplastik. Im Rahmen des großen Schlossumbaus wurden die beiden Sandsteinfiguren am Starcke-Portal (Herkules und Minerva) durch Kopien ersetzt (dies um 1900). Die originale Plastik des Herkules aus dem 17. Jhd. erhielt einen Ehrenplatz im Hof der Kunstakademie, wo sie den Krieg überdauerte und bis Ende der 1990er Jahre stand.
Hier eine Aufnahme von 1987:
http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/pos-2013-g/0000000/df_pos-2013-g_0000030.jpg

Die Originalplastik der Minerva existiert ebenfalls noch. Sie wurde im Jägerhof aufgestellt (ob sofort nach ihrem Abbau um 1900 oder erst in der DDR-Ära ist mir leider nicht bekannt). In der Aufnahme von Antonstädter (Skulptur der Minerva im Stallhof) ist die 1. Kopie zu sehen (um 1900 gefertigt). In dem nachfolgend verlinkten Foto sieht man das Starcke-Portal im Zustand von 1957.
http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/hauptkatalog/0134000/df_hauptkatalog_0134829.jpg

Ich finde es bemerkenswert, dass man die beiden Plastiken (also die beiden ersten Kopien) relativ zeitig geborgen hat. Leider ist mir kein Foto bekannt, das das kriegsbeschädigte Portal MIT den beiden Skulpturen zeigt (die gibt es aber sicher).

Zum betreffenden Sachverhalt noch ein Auszug aus einem Artikel der Sächsischen Zeitung vom 28. April 1999:

Die Originalplastik [Anm.: gemeint ist die des Herkules] fand im Hof der Hochschule für Bildende Künste in einer Nische einen neuen Standort. Dort wurde eigens für sie ein kleiner Teich angelegt, damit sie gebührend zur Wirkung kam. Salze und Regen drangen ungehindert in Herkules ein. Dessen steinernes Gesicht wurde bis zur Unkenntlichkeit ausgelöscht, der prächtige Bart zerfiel. 1995 machte das Staatshochbauamt I auf den desolaten Zustand der Plastik aufmerksam. Die Standfläche trug nicht mehr fest, die Figur war nach hinten an die Wand gekippt. Es verwies darauf, daß ein Totalverlust der Figur drohe, verbleibe sie am ungeschützten Ort. Schließlich kam man im Juni 1998 überein, Herkules vor weiterem Verfall zu schützen. Die Hochschule sollte für die Originalfigur die erste Kopie, die freilich erst noch konserviert und ergänzt werden muß, erhalten. Die Experten sind sich einig. Der originale Herkules darf nicht wieder auf das Starcke-Portaltor zurückkehren. Dafür ist die Figur zu wertvoll. Es wird überlegt, ob sie nicht neben der Kopie der Minerva - das Original befindet sich im Jägerhof - im Durchgang des Georgentores am Stallhof eine angemessene Bleibe finden könnte.


Und noch eine Bildergänzung zu den Plastiken am Treppenaufgang der Brühlschen Terrasse. Antonstädter hatte ja erwähnt, dass sich die originalen aus Sandstein gefertigten Exemplare heute in einem Park in Chemnitz befinden. Hier ein relativ aktuelles Foto:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/17/VierTageszeiten._Chemnitz._Sachsen. _IMG_4373WI.jpg

Stahlbauer
06.08.17, 16:17
Ich weiß: Es ist Krümmerlkackerei. Aber in der Weltkulturerbestadt Weimar hätte ich damit bei Kunsthistorikerinnen und Restauratoren keine Gnade zu erwarten.

Der Diskussionsgegenstand ist eine Skulptur.

antonstädter
06.08.17, 16:22
^ Was will uns der Mitdiskutant eigentlich mitteilen?

^^Danke, Bautzenfan, für die Ergänzung zur Minerva!

In Chemnitz diskutiert man zur Zeit, die Vier Tageszeiten einem würdigen Standort im Zentrum zuzuführen, im Gespräch ist der Theaterplatz. Geht man von dem Bild und dem Zustand des Umfelds aus, dann ist der jetzige Ort mehr als unglücklich. Vandalismus und mangelnde Pflege tun ihr Übriges.

Man kann nur hoffen, dass in Bezug auf die äußerst wertvollen Figuren schnellstens etwas getan wird. Es handelt sich schließlich nicht um irgendwelche Lenin- oder Pionierstatuen aus sozialistischer Massenproduktion...

Saxonia
06.08.17, 17:30
Mangelhafte Pflege würde ich in Chemnitz nicht so sehr als Problem ansehen. Man ist sich dem Wert der Objekte schon bewusst, sie werden im Winter auch immer artig von einer Behausung geschützt. Das Problem ist ganz klar Vandalismus.

Elli Kny
08.08.17, 07:54
Residenzschloss: Altan im Grossen Hof

Bauleute führen Arbeiten am Laubenvorbau des Altans aus - so um die Reliefs sowie Nachschleifen der Säulen mit Schleifgerät.
Der Zweck des jetzigen Baugerüsts düfte damit zusammenhängen und weniger mit baldigen Putzarbeiten an den Innenseiten. Für letzteres braucht man hier nicht zwingend ein grosses Aussengerüst.
Die Abfolge (zuerst Laubenvorbau, erst dann Verputzung) erscheint logisch, da man weder die dann frischen Putzflächen noch gar neuerliche Wandbemalungen einstauben bzw durch Unachtsamkeit beschädigen möchte.
Foto vom Freitag, 4.8.17.
http://abload.de/img/p1090404nuum4.jpg

ZetteL
08.08.17, 09:33
^ Was will uns der Mitdiskutant eigentlich mitteilen?

Der Mitdiskutant weist darauf hin, dass es einen - minimalen - Bedeutungsunterschied zwischen den Begriffen "Plastik" und "Skulptur" gibt, wie Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Plastik_(Kunst)) weiß: "Die ursprünglich differenzierte Bedeutung – eine Plastik entsteht durch Auftragen von Material und Modellieren, eine Skulptur dagegen durch Hauen und Schnitzen – ist heute nur noch selten im Sprachgebrauch anzutreffen." (Wikipedia).

BautzenFan
09.08.17, 12:20
Ich bin doch sehr verwundert, dass die Hammermeldung zum Schloss hier noch keine Erwähnung gefunden hat. DAS RESIDENZSCLOSS SOLL 2021 FERTIG SEIN. Und das bedeutet (in logischer „Spekulation“), dass in Kürze weitere Innenräume begonnen werden müssen – sonst ist das nicht zu schaffen. Im Rahmen eines Festaktes zur feierlichen Fertigstellung des Renaissanceflügels soll gemäß DNN die Aussage von Tillich gefallen sein, „dass größere Projekte wie die Restaurierung des Ballsaals schon 2019 abgeschlossen werden können“. Das kann sich nur auf den Großen Ballsaales beziehen, denn die Fertigstellung des „kleinen Bruders (Kleiner Ballsaal) ist ja für Ende 2017/Anfang 2018 angekündigt. Tillich äußert so etwas nicht, wenn das nicht quasi feststeht (nicht öffentlich, nicht in diesem hochkarätigen Rahmen).

Es steht offensichtlich fest – gestern wurde vom sächsischen Finanzministerium folgende Pressemitteilung veröffentlicht:

Der Bund und der Freistaat Sachsen haben eine Finanzierungsvereinbarung für den Ausbau des zweiten Obergeschosses im Nordflügel des Dresdner Residenzschlosses unterzeichnet. Für die Rekonstruktion des Turmzimmers und den Ausbau des Großen Ballsaals und des Propositionssaals zur musealen Nutzung stellt der Bund in diesem Jahr sechs Millionen Euro zur Verfügung.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters: „Mit der Vereinbarung sind wir der Vollendung des Dresdner Residenzschlosses, das als europäisches Museum der Kunst und der Wissenschaft erstrahlen soll, einen entscheidenden Schritt näher gerückt. Einmal mehr setzt sich der Bund für den Erhalt unseres nationalen Kulturerbes ein und bleibt ein verlässlicher Partner beim Wiederaufbau und der Erneuerung kultureller Leuchttürme im Osten Deutschlands. Das Dresdner Residenzschloss, in dem sich fast 800 Jahre Geschichte widerspiegeln – von der Renaissance bis zur Gegenwart - ist ein herausragendes Zeugnis vielfältiger kultureller Einflüsse.“

Der Sächsische Finanzminister, Georg Unland, betonte: „Das Dresdner Residenzschloss ist ein Baudenkmal von höchster kulturhistorischer Bedeutung und ein identitätsstiftendes Bauwerk für die Sachsen. Der Wiederaufbau ist daher auch eine Herzensangelegenheit für die Staatsregierung und bleibt insgesamt eine Generationenaufgabe. Auch dank der großzügigen Unterstützung des Bundes setzt der Freistaat Sachsen im Dresdner Residenzschloss seine Sammlungen von Weltrang in technisch modernsten Ausstellungsräumen in Szene. Ich möchte dem Bund für die Unterstützung bei dieser herausragende Aufgabe von nationaler Bedeutung herzlich danken.“

Seit 2013 haben sich der Bund mit insgesamt 29 Millionen Euro und der Freistaat Sachsen mit rund 47,8 Millionen Euro im Rahmen der Finanzierungsvereinbarung am Wiederaufbau des Residenzschlosses beteiligt. Insgesamt wurden bis Ende 2016 rund 316 Mio. Euro in den Wiederaufbau des Dresdner Residenzschlosses investiert.

Zugegeben, der von Tillich im April 2017 verlautbarte Fertigstellungstermin 2019 taucht in dieser Pressemitteilung nicht auf. Aber man kann doch herauslesen, dass die Ausbauarbeiten in den beiden großen Sälen im Nordflügel (Propositionssaal, Großer Ballsaal) noch in diesem Jahr beginnen werden (wörtlich heißt es ja: „stellt der Bund in diesem Jahr sechs Millionen Euro zur Verfügung“).


Noch ein paar Anmerkungen zu den gestrigen Beobachtungsmitteilungen von Elli, was die aktuellen Aktivitäten am Altan betrifft.

Bauleute führen Arbeiten am Laubenvorbau des Altans aus - so um die Reliefs sowie Nachschleifen der Säulen mit Schleifgerät.

Hochinteressant (vielen Dank an den Autor) – das führt mich zu einer Fragestellung, die mich schon ziemlich lange beschäftigt, und zwar bezüglicher etlicher noch ausstehender Details der Gestaltung der Hoffassaden.
„Nachschleifen der Säulen mit Schleifgerät“??? Das ist doch wohl kaum eine „Nachbesserungsleistung“ aus dem ursprünglichen Steinmetzauftrag (die Teile stehen doch schon einige Jahre). Ich kann mir das eigentlich nur so erklären (wer weiß hier was?), dass die Säulen für die anschließende Bemalung vorbereitet werden („Glättung“ der Oberflächen). Dazu muss man sich das Modell für die Hoffassaden in Erinnerung rufen. Hier ein Bild in sehr guter Auflösung (die Ansicht kann drastisch vergrößert werden, nach dem Öffnen einfach nochmal draufklicken):
Klick (https://dawodd.files.wordpress.com/2017/01/011dr04d.jpg)

Ich habe nie in Erfahrung bringen können, ob das hier Dargestellte wirklich in allen Details auch so kommt (deshalb weiter oben die Formulierung: „Fragestellung, die mich schon lange beschäftigt“). Möglicherweise diente das Modell ja für die Entscheidungsfindung und wird nicht in allen Einzelheiten 1:1 umgesetzt. Es geht explizit um folgende Aspekte:
- Aufstellung der Giebelfiguren (bislang nur am Westgiebel)
- Vergoldung der Giebelfiguren (die am Westgiebel haben bislang einen ockerfarbenen Anstrich)
- Bemalung der Sandsteinelemente des Altans, wobei die Säulen „marmoriert“ gestaltet werden
- Bemalung und Teilvergoldung im Bereich des Schlosskapellenportals
- Bemalung im Bereich des Turmschaftes

Ich will freilich nicht verhehlen, dass mir die Belassung der Sandsteinoptik am Altan und im Bereich des Schlosskapellenportals mehr zusagt.

antonstädter
22.08.17, 16:41
Die Postillen vermelden eine Wiedereröffnung des Münzkabinetts im Dezember, trotz nicht gefundener Ursache für den Silbermünzbefall. Es wird auch höchste Eisenbahn, denn das Münzkabinett zählt für mich definitiv zu den absoluten musealen Höhepunkten im Residenzschloss, sowohl was den gezeigten Sammlungsbestand als auch die Ausstellungsarchitektur betrifft.

Elli Kny
28.09.17, 07:41
Baustelle Chiaverigasse geändert

Ein neues Bauschild tauchte auf: Ausbau NO-Flügel - Gastronomie Erdgeschoss
https://abload.de/img/p11005503ys3f.jpg
^ rechts ist ein Gerüstaufgang in 1. und 2.OG, den ich bisher so nicht wahrnahm, welcher aber schon gewesen sein kann. (?)

Bauschild-Visu etwas größer:
https://abload.de/img/p1100550xqsgg.jpg


Auch wurden die Container neu- bzw auch anders aufgestellt. Rechts der bereits diskutierte neue Abgang zum historischen Fernwärmekanal. (ist korrigiert. Danke Arwed)
https://abload.de/img/p1100551nfsn8.jpg

Man möge sich bemüßigt fühlen, sofern erwähnenswert und sofern in Kenntnis gekommen, die neuen Dinge einzuordnen. :)

Arwed
28.09.17, 08:31
Zuerst mal eine kleine Korrektur meinerseits: der Treppenabgang führt nicht in das Tiefgeschoss (wie ich auch erst dachte), sondern in den historischen Fernwärmekanal.

Außerdem freue ich mich sehr, dass es mit dem Ausbau der Räume im Nordflügel für gastronomische Zwecke endlich losgeht. Wenn der Restaurantbetrieb startet, wird das nicht ohne die komplette Öffnung des großen Schlosshofes gehen. Mit der Durchwegung der Höfe des Schlosses und der Nutzung dieser tollen und originalen Räume wird der Altstadt ein ganz wesentlicher Baustein hinzu gefügt.
Alle Kulka- Kritiker (zu denen ich nicht gehöre) können beruhigt sein. Allzu sehr wird der Architekt diesen gotischen Räumen nicht seinen Stempel aufdrücken können.

BautzenFan
28.09.17, 14:17
Vielen herzlichen Dank Elli für die aktuelle Berichterstattung. Arwed hat mir speziell mit diesem Satz die Worte aus dem Mund genommen: „Wenn der Restaurantbetrieb startet, wird das nicht ohne die komplette Öffnung des großen Schlosshofes gehen“. Ein erstes Indiz, dass es demnächst mit dem endgültigen Ausbau des Hofes losgeht, gibt es bereits. Vor kurzem wurde folgender Auftrag vergeben:

Dresdner Schloss, Großer Schlosshof
Sichten, Ordnen, Umlagern der histor. Sandsteinplatten des Großen Schlosshofs
Ausführungszeitraum vom 21.08.2017 bis 22.09.2017

*Umlagern* heißt natürlich noch nicht *Einbauen*, aber möglicherweise werden die (interimsweise ausgebauten) Sandsteinplatten an einen nunmehr sehr nahe gelegenen Depotplatz antransportiert – was evtl. schon der Große Schlosshof sein könnte.

Das Elli-Foto mit dem Gerüstaufzug an der Nordostfassade ist ein guter Aufhänger für ein weiteres Thema, das ich sowieso vorstellen wollte. Das nachfolgende (eigene) Bild wurde vor einigen Monaten aufgenommen (April 2017): noch kein Gerüst zu sehen.

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/90fa0ef7DSCF2467kl.jpg

Hierzu muss man Folgendes wissen. Über diesen Aufzug laufen sämtliche Materialtransporte für den Ausbau der Paradezimmer. In einer früheren Ausschreibung hatte man extra eine Rissdarstellung integriert (der Transportaufwand muss ja logischerweise in die Kalkulation einfließen):

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/dfc38b0cTrWegMittelwand.jpg
Bildquelle: SIB (öffentliche Ausschreibung)

In Bezug auf das Turmzimmer war diese Konstellation allein schon nicht gerade günstig, denn in besagtem Raum arbeiten noch etliche Zeit die Künstler, die aktuell die Renaissance-Stuckdecke rekonstruieren (die hätten bei ihrer filigranen und irgendwie wohl auch „sensiblen“ Arbeit sicher lieber ihre Ruhe und nicht so einen Durchgangsverkehr unter ihren Füßen):
Klick (http://c7.alamy.com/comp/HG115W/dresden-germany-15th-dec-2016-sculptor-eva-backofen-works-ona-stucco-HG115W.jpg)
Im Hinblick auf anstehende weitere Maßnahmen wird aber nun der Bereich Turmzimmer zur logistischen Mega-Herausforderung. Eine ganz neue Ausschreibung verrät Folgendes (die Fettmarkierungen sind von mir):

Dresdner Schloss, Nordflügel, 2. Obergeschoss, historisches Turmzimmer

Erschütterungsfreier und wasserfreier Rückbau Spritzbetonschale - 35 qm
Einbringen Edelstahlanker auf rückgebauter Fläche d=8mm - 31qm
Verpressung mit Packerraster - 3000kg
Erschütterungsfreier Abbruch Bestandsfußboden - 120 qm
Einbau Bodenkanal S 235 - 16m
[…]
Beginn: 28.11.2017 Ende: 13.08.2018
Dieser Auftrag kann verlängert werden: Nein
[…]
Im Turmzimmer des Dresdner Schlosses wurden in den 1990er Jahren im Zuge der Sanierung des Hausmannsturms auf die Innenseiten der raumumfassenden Wände eine mit Bewehrungsmatten bewehrte Spritzbetonschale eingebaut. Zusätzlich fand eine Querverspannung des Mauerwerks statt. (s. Erläuterung durch Statiker)
Um die Raumgeometrie des Turmzimmers wieder herzustellen, muss ein Teil dieser Schale zurückgebaut werden. Als Vorbereitung der Arbeiten muss zunächst eine Staubschutzeinhausung inkl. Wasserschutz errichtet werden. Die Vorgehensweise für den Rückbau der Spritzbetonschale wurde durch den Statiker folgendermaßen definiert.
1 . Sondierung der Lage der Anker
2 . Händisches Freistemmen der Anker
3 . Rücksetzen der vorstehenden Anker
4 . Rückbau von Spritzbetonschale und Bestandsmauerwerk
- Einschneiden mit genau definierter Tiefe des Schnittes
- enges Schneidraster, Abbruch der entstehenden Stege oder Felder, planeben
5 . Einbringen zusätzlicher dünner Edelstahlanker
d = 6 . ..8 m m im Raster von ca. 3 0/30c m
6 . Verpressung des gesamten bearbeiteten Mauerwerksbereiches durch ein dichtes Packerraster
7 . Herstellung einer neuen Wandschale (ca. 4 cm Spritzbeton mit Edelstahlmatte)
Ein abschnittsweises Arbeiten nach Abstimmung mit dem Statiker ist erforderlich.
[…]
Es ist unbedingt erforderlich, dass die Arbeiten staubfrei, weitgehend erschütterungsfrei und wasserfrei durchgeführt werden. Geräte mit Absaugung sind zwingend einzusetzen sowie eine zusätzliche Staubabsaugung des Arbeitsbereiches (Staubeinhausung) vorzusehen. Das Ziel dieser Maßnahme ist die Schaffung der nötigen Raumgeometrie für den Einbau der Wandverkleidung. Dabei soll der Substanzverlust so gering wie möglich gehalten werden. Mauerwerk und Oberfläche sollen nur in dem unbedingt erforderlichen Maß rückgebaut werden. Angrenzende Bauteile dürfen nicht beschädigt werden und sind ggf. fachgerecht zu schützen.
Bei den Arbeiten sind folgende Randbedingungen zu berücksichtigen:
- der Raum unterhalb des Turmzimmers ist in musealer Nutzung durch die Kunstsammlungen. Dort wird in einem komplett neu wiederhergestellten Raum Kunstgut präsentiert. Es herrscht Besucherverkehr, der durch die Baumaßnahmen nicht gestört werden darf.
Im Turmzimmer selbst werden durch Künstler Arbeiten an der Decke ausgeführt. In Abstimmung mit dem Bauherren ist die Ausführung lärmintensiver Arbeiten zeitlich abzustimmen und vorzugsweise in den Schließzeiten des Museums auszuführen. Zu beachten ist die eingeschränkte Bewegungsfläche, da das Raumgerüst für die an der Decke arbeitenden Bildhauer im Raum verbleibt.

Der auszustemmende Bodenkanal (dort sollen Medien verlegt werden) verläuft übrigens genau entlang des Laufwegs der Materialtransporte in Richtung Paraderäume, d.h. von Osttür zu Westtür.
Tja, da wird wohl sehr viel Kollegialität bei allen Beteiligten erforderlich werden.


Abschließend noch 2 Fotolinks von dem Galeriegeländer im Kleinen Ballsaal. Das erste Bild zeigt rechts die zur Wand gerichtete Seite, links – dies aber ziemlich undeutlich – die wesentlich filigraner gestaltete Innenseite. Letztere sieht man im 2. Bild rechts.

Bild1 (https://scontent-frx5-1.xx.fbcdn.net/v/t31.0-8/21741097_1608832425834153_568327807 784662071_o.jpg?oh=7d4083159133085f bf1e698798878ca1&oe=5A611B39)
Bild2 (http://oiger.de/wp-content/uploads/Handwerk2017-Kulturgut-002.jpg)

Dass die beiden Seiten so unterschiedlich ausschauen, ist natürlich nutzungsbedingt irgendwo logisch, das war mir aber vorher noch nie aufgefallen.

BautzenFan
01.10.17, 12:40
Ich habe eine sehr erfreuliche neue Ausschreibung entdeckt, die eine erste Vorstellung darüber gibt, wie die 4 Räume im Bereich der Paradesuite ausschauen werden, für die ein „reduzierter Ausbau“ geplant ist. Gleich vorab: Ich bin sehr zufrieden. Nachfolgend Ausschnitte aus dem Ausschreibungstext des SIB.

Dresdner Schloss, Westflügel, historische Wiederherstellung
Weißstuckarbeiten Ausstellung - Retiraden u. Bilderkabinette
Weißstuck für 4 Räume als Tafelzug, Ortzug einschl. Ansetzarbeiten: Tafelzug, einfache Profilierung - ca. 600 m; Ortzug, Hauptsims und Hohlkehle R 90 cm - ca. 150 m, Plafond - ca. 210 m2, Einbauteile - ca. 50 Stück

Beginn: 08.01.2018 Ende: 31.05.2018
Dieser Auftrag kann verlängert werden: Nein

Die im folgenden beschriebenen Maßnahmen dienen der Wiederherstellung der historischen Raumfassung des 18. Jahrhunderts im 2. Obergeschoss des Westflügels – der Paraderäume im Zustand von 1719.
Die Rohbaukonstruktion (Wände aus saniertem Sandsteinquadermauerwerk, Decken und Stützen aus Stahlbeton) ist fertiggestellt. Die Fenster sind vollständig eingebaut.
Der Ausbau im Erdgeschoss sowie im 1. Obergeschoss und im 3 . O bergeschoss ist abgeschlossen: im Erdgeschoss befindet sich das Historische Grüne Gewölbe, im 1. Obergeschoss das Neue Grüne Gewölbe. Das 3. Obergeschoss dient der Aufstellung und Installation der technischen Anlagen. Die vorgesehenen Räume haben bereits eine Abdichtung in der Fußbodenebene. Die Installation der technischen Anlagen ist vorbereitet. Die Räume im 2. Obergeschoss des Westflügels erhalten als Paraderäume wieder ihren historischen Ausbau [Anm.: dies sind Eckparadesaal, 1. Vorzimmer, 2. Vorzimmer, Audienzgemach und Paradeschlafzimmer]. Diese Paraderäume werden ergänzt durch vier weitere Räume, die mit einem reduzierten Ausbau in zeitentsprechender Formensprache wiederhergestellt werden. Diese ergänzenden Räume sind die 1. und die 2. Retirade auf der Seite des Großen Schlosshofes sowie das Kleine und das Große Bilderkabinett an der Südflanke zum Taschenberg.

Die vorgesehenen Leistungen dienen der Herstellung der Teile der Raumarchitektur, die aus Weißstuck bestehen. Das betrifft den umlaufenden Hauptsims und die Hohlkehle und den Plafond.
Die Radien der Kehlen in den Räumen sind unterschiedlich:
- Radius 100 cm in Retiraden
- Radius 90 cm in Bilderkabinetten

Die folgenden Schnittdarstellungen verdeutlichen beispielhaft, was mit dem Passus *reduzierter Ausbau in zeitentsprechender Formensprache* gemeint ist (wie man dort sieht, bezieht sich *zeitentsprechend* auf die Zeit im frühen 18. Jhd.).

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/0a1f27a72Retirade.jpg
Bildquelle: SIB (öffentliche Ausschreibung)

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/975e56afBilderkabinette.jpg
Bildquelle: SIB (öffentliche Ausschreibung9

Mit dem folgenden Link kommt man zu den Anlagen der Ausschreibung. Die Rissdarstellungen befinden sich in der ersten Datei der Liste:
Klick (https://www.sachsen-vergabe.de/NetServer/TenderingProcedureDetails?function= _ShowTenderDocuments&TenderOID=54321-NetTender-15ec2c08191-70dd77572fdd4dec)


Noch eine kurze Anmerkung zu Ellis Beitrag. Was die Gastronomie im Nordostflügel betrifft, bin ich (u. a.) wirklich sehr gespannt, ob man – entsprechend der frühen Kulka-Planung – tatsächlich auch Außensitze im Bereich Schlossstraße realisieren wird. Eingetragen waren sie im Abschnitt zwischen Nordende Gotischer Halle und den beiden Türen im Ostflügel unmittelbar südlich des Georgentores:

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/61deb1d9DSCF2422klgem.jpg

Elli Kny
14.10.17, 22:50
^ Vielen Dank für stete Mühen. Einen Gastro-Aussenbereich auf der Schloßstraße würde ich aber strikt ablehnen, halte den Ort des Sitzens auch nicht für attraktiv. Der grosse Hof wird ohnehin weitaus geeigneter sein. Die enge Straße ist durch (auch abgelenkte) Passanten hochbelastet, viel Radverkehr muß sich in Lücken durchzwängen, PKW- und Lieferverkehre stellen Räume zu. Es ist de facto eine Hauptverkehrsstraße. Da sitzt es sich nicht entspannt, da hauts eher die Kaffeetasse um. Das wird mE so nicht genehmigungsfähig sein. Und woher soll die Servier-Andienung erfolgen?


Da wir hier mal wieder keine Bilder abbekommen haben, schaute ich gleichmal genauer hin:
Ausmalung und Arbeiten am Altan

https://abload.de/img/p1110064xysuz.jpg

https://abload.de/img/p1110066o0szd.jpg
Historienmalerei der Renaissance - das wird ganz große Klasse, toll! :) . ^links ist augenscheinlich der "Testschmierkasten" angeputzt.
https://abload.de/img/p11100674wsok.jpg
^ die Schuhe des Jünglings muten noch etwas addidas-mäßig an. :D

Hier die Farbproben oberhalb des Altans am Hausmannsturm.
Ich weiß nicht, wozu die bestimmt sind. Eine Bemalung des Turmstumpfs kann ich mir nicht vorstellen.
https://abload.de/img/p1110067kgsxe.jpg

Tritt man durch den Torbogen zur Schloßstraße, mutet alles wie perfektes Altstadtgefühl an.
https://abload.de/img/p1110068gysfs.jpg

Am Schloßstraßen-"Platzl" steht nun ein neuer SKD-Aufsteller zum Schloß.
https://abload.de/img/p1110070g4s88.jpg
Vielleicht sind folgende Grundriss-Darstellungen für manchen von Interesse:
https://abload.de/img/p1110071k6spr.jpg

Knuffte
15.10.17, 13:13
Der gesamte Turmstumpf wird wahrscheinlich nicht bemalt, aber möglicherweise teilweise wie in den folgenden Abbildungen eines Modelles. Inwieweit dies den tatsächlichen Plänen entspricht, darüber kann sicherlich der Experte in diesem Forum Auskunft geben.

Die gesamte Nordfassade:

https://abload.de/img/nordfassade-modell-01l0seh.jpg (http://abload.de/image.php?img=nordfassade-modell-01l0seh.jpg)

Turmstumpf:

https://abload.de/img/nordfassade-modell-01zcs07.jpg (http://abload.de/image.php?img=nordfassade-modell-01zcs07.jpg)

Altan mit Bemalung:

https://abload.de/img/nordfassade-modell-018ds6t.jpg (http://abload.de/image.php?img=nordfassade-modell-018ds6t.jpg)

Die Grundrisse sind von Interesse, gerade im Hinblick auf die Frage, wo Außengastronomie entstehen könnte. Im EG-Grundriss scheinen Tische im Großen Schloßhof eingezeichnet zu sein. Jedenfalls kann ich es nur so deuten. Ich bin auch der Meinung, dass der Schlosshof besser geeignet ist, auch um diesen zu beleben, was in der Schloßstraße nicht nötig ist. Außerdem ist dort in der Gasse schon kurz nach Mittag schattig, was über alle Jahreszeiten hinweg gesehen auch eher für die Nordostecke des Schlosshofes spricht. Auch würde dort ein Ort zum Verweilen geschaffen und hoffe dass darüber hinaus auch Bänke aufgestellt werden.

BautzenFan
15.10.17, 19:38
Vielen Dank lieber Elli für die immer brandaktuelle und informative Berichterstattung. Ein paar Anmerkungen zu den gestern eingestellten Fotos.

https://abload.de/img/p1110067kgsxe.jpg
Foto von Elli Kny, betitelt: Farbproben oberhalb des Altans am Hausmannsturm

Hierzu ist der Hinweis nicht ganz unwichtig, dass diese weißen Streifen schon 8 Jahre existieren. Anhand der beiden folgenden Fotos kann der Zeitpunkt ihrer „Geburt“ recht genau eingegrenzt werden: Herbst 2009. Es war die Endphase des Wiederaufbaus des Altans:

15. Sept. 2009: Altan im Wiederaufbau (wobei das dafür erforderliche Gerüst sukzessive mit wuchs) – Streifen noch nicht da
Klick (http://4.bp.blogspot.com/_hyMAHRDzt_I/Sq_TINTyVZI/AAAAAAAACz4/9cw_xYulh_g/s320/4.JPG)

November 2009: Altan unmittelbar nach Abbau des Gerüsts – die Streifen sind da
Klick (http://www.hoeszelbarth.de/uploads/pics/dd-schloss-03.jpg)

Es handelt sich bei den Streifen also nicht um neuere Aktivitäten – dann hätte man mit gewisser Berechtigung vermuten können, dass hier aktuell „was läuft“. Und damit meine ich Vorbereitungsarbeiten für die Bemalung des Turmschaftes. Dass es freilich überhaupt Farbtests für eine angedachte Bemalung sind (nur eben keine aktuellen), erscheint mir sehr schlüssig, was sollte es sonst sein? Der Schaft des Hausmannsturms ist steinsichtig, warum sollte man hier 2 weiße Streifen anbringen?
Nun ist im Zusammenhang mit dem Realisierungszeitpunkt der Streifen (Herbst 2009) noch ein anderes Datum zu erwähnen. Im Mai 2010 (also etwa ein halbes Jahr später) fand ein hochkarätig besetztes Kolloquium zur Gestaltung des Großen Schlosshof incl. der Hoffassaden statt. Dieses Gremium muss man sich allerdings nicht als letzte Entscheidungsinstanz vorstellen. Im Ergebnis des Kolloquiums wurden Empfehlungen ausgesprochen. Es wäre doch gut möglich, dass die Farbtests am Hausmannsturm in die betreffenden Fachdiskussionen einfließen sollten. M.E. ging es dabei übrigens nicht um die Testung von Farbtönungen, sondern wohl um Tests der Untergrundbehandlung und Farbhaftung (u.ä.). Die Malereien an der Altanrückwand werden ja bekanntlich in Fresko-Technik ausgeführt (Einbringung der Farbe in den frischen Putz). Am – wie schon erwähnt steinsichtigen - Turmschaft ist diese Technik natürlich nicht zu erwarten, was die Notwendigkeit separater Tests erklärt.

An dieser Stelle ein Schwenk zu den Modellansichten von der Nordfassade, die Knuffte dankenswerterweise heute eingestellt hat. Ich habe leider nie in Erfahrung bringen können, ob es sich bei dieser Visualisierung um das Ausführungsmodell handelt (also ob das tatsächlich in allen Details so kommt), oder ob es ein „nur“ ein Anschauungsbild für die endgültige Entscheidungsfindung darstellt. In Bezug auf den Großen Schlosshof gibt es einen zweiten Bereich, dessen Endgestaltung noch offen ist (mit *offen* meine ich, was einschlägige Verlautbarungen und damit meinen Kenntnisstand betrifft) – das Portal der Schlosskapelle. Das oben genannte Kolloquium (Mai 2010) erbrachte hierzu die Aussage, dass weiterer Untersuchungs- und Diskussionsbedarf besteht (hinsichtlich eventueller? Farbfassung und eventueller? Teilvergoldung).
Vermutlich werden wir aber spätestens 2018 wissen, was nun für den Turmschaft angedacht ist. Der Altan soll ja nach jetzigem Kenntnisstand Ende 2019 fertig sein. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass man NACH Fertigstellung des Altans mit der Ausmalung des Turmes beginnt. Falls man also nicht in absehbarer Zeit ein höheres Gerüst aufstellt, dürfte klar sein, welche Entscheidung gefallen ist.

Abschließend eine kurze Anmerkung zu den eventuellen Freisitzen auf der Schlossstraße. Diese Frage interessiert mich vorrangig aus einem Grund: Welche Nutzung für die gotischen Einzelräume vorgesehen ist, die unmittelbar nördlich der Gotischen Halle liegen (Gastronomie oder Schlossausstellung).

Arwed
15.10.17, 20:24
Liebe BautzenFan, ich kann der Diskussion zwar keine Informationen hinzu fügen, die auf genauerem Wissen beruhen, doch bin ich mir ziemlich sicher zu wissen, wofür die Räume direkt nördlich der gotischen Halle dienen werden: als Foyer und Kassenbereich für das Schlossmuseum in der gotischen Halle und den Turmaufstieg. Auf jeden Fall benötigt die Halle einen Eingangsbereich in dem der Einlass kontrolliert wird (selbst wenn der Eintritt tatsächlich frei sein sollte), der aber auch als Windfang dienen wird. Direkt vom Großen Hof wird man nicht in die Halle gelangen können. Des Weiteren bin ich mir ziemlich sicher, dass der Turmaufstieg über den nordöstlichen Wendelstein erfolgen wird und man dafür im genannten Foyer Eintritt bezahlen wird. Die Elektroinstallationen und die Belüftung im bisher für den Weg auf den Hausmannsturm genutzten nordwestlichen Treppenturm schreien nach Provisorium.

Zu den Malereien am Turm hoffe ich, dass Du nicht Recht hast. Die Bemalungen würden ja nochmal eine Bekrönung für den Altan darstellen und den endgültig zum Höhepunkt im Großen Hof machen. Ich hoffe, dass das Modell den Ausführungsstand darstellt.

Elli Kny
28.10.17, 08:44
Baustellen an Zwinger und Sempergalerie

DNN: Zwinger-bleibt-eine-grosse-Baustelle (http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Der-Dresdner-Zwinger-bleibt-eine-grosse-Baustelle)

aktuelle Ansichten:
Bogengalerie-Nordwest und Semperbau-West eingerüstet
https://abload.de/img/p1110255pnoiz.jpg

Deutscher Pavillon von der Sophienstrasse aus
https://abload.de/img/p11102562eptt.jpg


Beifang: Impressionen von der abendlichen Porzellansammlung
https://abload.de/img/p11102597fro1.jpg
https://abload.de/img/p1110260b4om7.jpg
https://abload.de/img/p111026100pm6.jpg


und hier nochmal ein Bild vom Zustand alter und neuer Fenster an der Gemäldegalerie (Theaterplatz-Seite)
https://abload.de/img/p1110063tdp8l.jpg

Elli Kny
29.10.17, 22:32
ergänzend nochmal: Zwinger mit neueren Baugerüsten
https://abload.de/img/p1110304wosun.jpg

Beifangmotiv:
https://abload.de/img/p1110305kts7x.jpg

Elli Kny
06.11.17, 00:15
nochmal: Ausmalung am Altan
zuletzt hier ^^^ ganz oben

Alle Flächen sind nach wie vor bräunlich grundiert / angeputzt.
https://abload.de/img/p1110435ocsq7.jpg

Das erste Bildmotiv scheint ausdetailliert und beendet zu sein, da das innere Gerüst dort weg ist (vergleiche mit oben) - oder gestriges Foto gelang dadurch deutlich besser (Licht und Motivansicht) und schärfer. Ich bin jedenfalls begeistert.
https://abload.de/img/p1110436jnsls.jpg


weitere Fotos aussen ums Schloss
https://abload.de/img/p1110443ypsi5.jpg
https://abload.de/img/p1110444zasi6.jpg

https://abload.de/img/p1110444okslw.jpg
^ Lastabtrag zwischen altem und neuem Grünen Gewölbe
https://abload.de/img/p11104456vsjc.jpg

https://abload.de/img/p1110446j7s1n.jpg

https://abload.de/img/p1110447wls8w.jpg

BautzenFan
06.11.17, 19:41
Ich bin jedenfalls begeistert.

https://abload.de/img/p1110436jnsls.jpg

Ich auch! :applaus:

Auf den bislang veröffentlichten Visualisierungen der Fresken (Status: Sehr grobe Anfangsskizzierungen) kann ich das von Elli dokumentierte Detailbild allerdings nicht wirklich entdecken: Klick (https://abload.de/img/nordfassade-modell-018ds6t.jpg)

Chris1988
06.11.17, 19:55
Sieht gut aus. Danke für die Bilder.

Vielleicht ist es ja doch nur ein Probemotiv, welchs später wieder verschwindet.

Elli Kny
18.11.17, 00:05
sollte uns nicht durch die Lappen gehen:

Erstmalige museale Nutzung der Schlosskapelle - im Zuge der SKD-Ausstellung "Alles in Allem"
26.08.2017—19.11.2017 - über den Philosophen und Mystiker Jacob Böhme
Webseite (https://gruenes-gewoelbe.skd.museum/ausstellungen/alles-in-allem/) mit Einblick und Filmchen in/aus der Schlosskapelle.

Eine museale Nutzung ist wohl nur als besondere Zwischennutzung anzusehen und vermutlich nicht für regelmäßige Wiederholung gedacht,
sie bietet aber Zugänglichkeit dieser Räumlichkeiten für jedermann über e. längeren Zeitraum, den es sonst mE bisher nicht gibt.
Frage: an den Emporen ist ein modernes Geländer zu sehen. Ist das neu und sollte das so bleiben?

BautzenFan
18.11.17, 12:05
Eine museale Nutzung ist wohl nur als besondere Zwischennutzung anzusehen und vermutlich nicht für regelmäßige Wiederholung gedacht, sie bietet aber Zugänglichkeit dieser Räumlichkeiten für jedermann über e. längeren Zeitraum, den es sonst mE bisher nicht gibt.
Frage: an den Emporen ist ein modernes Geländer zu sehen. Ist das neu und sollte das so bleiben?

Die aktuelle museale Nutzung (für die nur noch bis morgen laufende Böhme-Ausstellung) ist vermutlich erst einmal die letzte (eventuell die vorletzte) – bezogen auf den Zeitraum bis zur Fertigstellung des Altans. Denn vor einiger Zeit war mitgeteilt worden, dass die Schlosskapelle in Kürze als Atelier für die Künstler der Altan-Ausmalung fungieren soll. Für die Herstellung der 1:1-Vorlagenkartons wird nämlich ein großer Raum benötigt, der natürlich ganz in der Nähe des Altans liegen muss. Für diese Prämissen kommt wohl tatsächlich nur die Schlosskapelle in Frage.
Zur Erinnerung des Zeitplanes hier ein Auszug aus einem Interview, das Matthias Zahn (einer der ausführenden Künstler für die Altan-Ausmalung), im Januar 2017 im mdr gegeben hatte:

Reporterin:
Die Vorarbeiten dafür sind ja abgeschlossen, wann geht’s richtig los und wann sollen die biblischen Figuren draußen an der Hauswand erstrahlen?

Matthias Zahn:
Na die Vorarbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Wir sehen jetzt das 1:10-Modell, das muss noch farbig gemacht werden. Da müssen noch viele Details erarbeitet werden. Dann müssen die Kartons gemalt werden. Das heißt wir wollen 1:1 malen. Das sind dann pro Etage teilweise Bildfelder von fast 20 m Länge und 5 m Höhe. Und wenn das dann geschehen ist und wir noch einige Putzproben an der Fassadegemacht haben dann kann es losgehen. Wir denken, dass es Ende 2018 / Anfang 2019 beginnen kann


Nun zur Frage in Ellis Posts betreffs des Geländers. Also das ist definitiv nicht neu. Hier ein Foto vom August 2009 (Tag der offenen Tür im Schloss):
Klick (http://archiv.neumarkt-dresden.de/schloss/08-09-2009-Tag-der-offenen-Tuer-Schloss/P1040414.jpg)
Dieses im Jahr 2009 bereits vorhandene Geländer (siehe voran stehend verlinktes Foto) wurde selbst beim Einbau des Schlingrippengewölbes nicht entfernt – hier ein eigenes Foto vom August 2011 (Bauphase des Gewölbes):

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/420cbbc1DSCF7146kl.jpg

Bleibt jetzt noch die Frage: Wann wurde das jetzige Geländer eingebaut? Darüber kann ich leider nur eine Vermutung anstellen, die mir aber sehr sicher erscheint. Der Einbau erfolgte m.E. im Zuge der Arbeiten, als die Schlosskapelle für ihre erste öffentliche (Zwischen)-Nutzung ausgestattet wurde, und zwar als Interimstätte des „Kleinen Hauses“ (Nutzungszeitraum 1998 bis 2004). In der Baubroschüre des Finanzministeriums/SIB (2008, 2. Auflage 2012) wird dazu Folgendes ausgeführt:

Planung und Umbau der ehemaligen Schlosskapelle zur Interimsspielstätte des »Kleinen Hauses« dauerten von Juni 1997 bis Ende Dezember 1998. In gerade mal anderthalb Jahren verwandelten die Bauleute die über 200 Jahre lang ungenutzten und im Krieg zerstörten Räume in ein voll funktionsfähiges, mit moderner Technik ausgestattetes Theater. Zunächst erfolgten typische Rohbauarbeiten: Zum zweiten Obergeschoss wurde eine Decke eingezogen. Die seitlichen Emporenstützen aus Stahlbeton erhielten Durchgangsöffnungen.

VOR diesem bis 1998 erfolgten Erstausbau der Schlosskapelle sah der Raum wie folgt aus:

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/a42e2bfaPDVD011.JPG
Bildquelle: Schnappschuss aus der filmischen Dokumentation „Von der Ruine zum Richtfest“, herausgegeben vom Sächsischen Finanzministerium im Jahr 1994

Wie man sieht, gab es dazumal auch schon ein sicherndes Geländer (Arbeitsschutzgesetze), aber noch in optisch einfacher Ausführung.

Abschließend noch ein kleiner Hinweis an die fleißigen Lokalreporter, was Fotomotive betrifft: Bis Ende April nächsten Jahres wird die Traufkantenverblechung am Altan erneuert.

Elli Kny
25.11.17, 12:53
^ besten Dank für die Infos.

Wenns draussen hurtig dunkelt, geht innen mal ein Lichtlein an.
aktueller Einblick in die Gotische Halle von der Schloßstraße aus:
https://abload.de/img/p11108238qsm9.jpg

https://abload.de/img/p1110824g0su5.jpg

https://abload.de/img/p1110822b6sno.jpg

https://abload.de/img/p1110825rfs5i.jpg
Was sieht man da? Ich kanns nicht einordnen - da müssen mal die Fachleute ran.
Es sind zumindest andere Bildmotive als die für den Altan vorgesehenen.
Falls noch ein Bildausschnitt aus einem Foto benötigt wird - wird auf Anfrage nachgereicht.

Im Übrigen wurde die Schloßkapelle auch schon für Partyzwecke genutzt, so zB am 7.3.2014 für die Freunde der Kunstsammlungen. Das hier nur verlinkte Bild (https://abload.de/img/p11108217.3.2014skd-fzyszx.jpg) stammt aus dem Jubiläumsheftchen der Freunde der SKD, was in den Museen vielleicht hier und da noch rumliegt.

Am Altan ist das Gerüst weg. Das oben gezeigte Bildmotiv ist frei sichtbar (Foto bald). Ein schmaler Gerüstaufstieg steht nun am Altan rechterhand, welcher bis zur Dachverblechung führt. Noch tat sich aber nichts an der Neueindeckung.

BautzenFan
26.11.17, 01:18
Vielen vielen Dank Elli. Ich bin so begeistert, dass ich gleich mal eine Schnellantwort geben muss - Näheres folgt.
Du hast völlig recht, die Arbeiten in der Gotischen Halle haben nichts mit dem Altan zu tun. Hier entstehen die Kassettentafeln für die Decke der Gewehrgalerie.

Elli Kny
26.11.17, 08:08
^ da gebe ich mal die Originalgrößen der (investigativen) Fensterblicke per Link dazu, so wirds einfacher - Blick 1 (https://abload.de/img/p1110824bva43.jpg) + Blick 2 (https://abload.de/img/p1110825clzdo.jpg).

Stadtträumer
26.11.17, 11:45
Ja sieht wirklich aus, wie Motive für die Decke der Gewehrgalerie.

Mensch Elli, da haste ja den Preisbullen geschossen... Haha... sehr geil. Wird jetzt wohl nicht lange dauern, bis die Fenster verhangen werden. Das war sicher so nicht gewollt, dass man derlei Arbeiten so "halböffentlich" zu Gesicht bekommt. Aber schön, dass diese Paparazzi-Schnappschüsse nun existieren. :)

BautzenFan
26.11.17, 16:21
Bevor ich auf diverse Abbildungen aus dem Beitrag von Elli eingehe, möchte ich erst einmal darlegen, wie sich der Stand der Beauftragungen zur Rekonstruktion der Renaissancedecke der Gewehrgalerie aktuell darstellt. Zur Einstimmung zunächst die offizielle Visualisierung des Raumes Das folgende Bild war Anhang einer Pressemitteilung des Sächsischen Finanzministeriums vom 27. Juni 2017. Aufgrund der unter der Abbildung stehenden Angabe „Das Bild ist rechtefrei verwendbar“, darf man es hier wohl einbinden:

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/03be6da3Visukl.jpg

Und nun in zeitlicher Abfolge die bereits abgeschlossenen, vergebenen bzw. ausgeschriebenen Leistungen (wie gesagt für das Gesamtpaket *Rekonstruktion Kassettendecke*):

1. Photogrammetrische Auswertungen historischer Aufnahmen
Der Auftrag wurde bis 2015 durch eine Leipziger Fachfirma realisiert (Fokus GmbH Leipzig). Dabei erfolgte eine digitale Bearbeitung („Entzerrung“) der historischen Farbfotografien, die in den letzten Kriegsjahren speziell zur Dokumentation erstellt worden waren.

2. Tischlerarbeiten: Herstellung der Kassettentafeln
Abmessungen: ca. 183 x 133 cm aus 3-Schichten-Platte; Dicke 19 mm
aus Tannenholz, Klasse A, astfrei ohne Oberflächenbearbeitung
Es sind übrigens 84 Stück (je 2 Kassetten in der Querrichtung).

3. Dekorationsmalerei Kassettenplatten für späteren Einbau
Die Vergabe erfolgte in 5 Losen (an 5 verschiedene Künstler).

4. Tischlerarbeiten - Rekonstruktion Holzkassettendecke
Dieser erst vor kurzem vergebene Auftrag beinhaltet die Herstellung der Holzdecke, d. h. alle diesbezüglichen Tischlerarbeiten außer den Kassettenplatten (die werden fertig bemalt eingebaut) und wohl auch außer den so genannten *Großen Zapfen* und den Kleindekorteilen.
Den Zuschlag erhielt die Firma, die bereits die Holzdecke für den Kleinen Ballsaal gefertigt hat, hier ein Referenzfoto davon:
https://www.tischlerei-engelstaedter.de/s/cc_images/cache_2470541093.jpg
Wichtig erscheint mir noch die Angabe, dass in situ zunächst eine Musterachse (über 2 Fensterachsen) hergestellt wird, anhand der eine endgültige Lösung zur Farbgestaltung für Wand, Decke und Boden erarbeitet werden soll.

5. Bemalung Kassettendecke
Das beinhaltet alle diesbezüglichen Arbeiten der Dekorationsmalerei für die Decke mit Ausnahme der Kassettenplatten. Während die Bemalung der Kassettenplatten also unter Atelierbedingungen erfolgt, werden die übrigen Teile der Decke vor Ort bemalt. Es sind 3 Lose ausgeschrieben:

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/03023151losaufteilungkl.jpg
Bildquelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen

Zu Los 3 gehört zum Beispiel dieses Beschlagornament:

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/dd92e42cLosBeschlagornament73x21cmk l.jpg
Bildquelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


Betrachten wir mit diesem Hintergrund nun mal die – auch meiner Meinung nach *investigativen* - Fotos von Elli. Anhand der voran stehenden Aufsplittung dürfte jetzt klar sein, was in der Gotischen Halle passiert – nämlich die unter Punkt 3 genannte Dekorationsmalerei der danach fertig einzubauenden Kassettenplatten, und zwar unter Atelierbedingungen. Es wäre wohl auch schwer vorstellbar, dass so eine künstlerisch sehr anspruchsvolle und sehr umfängliche Arbeit in Überkopfhaltung ausgeführt wird (also erst Kassettenplatten einbauen und danach bemalen).

Zum ersten Detailbild (Ausschnitt aus Ellis Foto):

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/a0cdfaf8p1110824bva43kl.jpg

Man sieht hier eine der Kassettenplatten, als 1:1-Plot. In der Ecke rechts oben ist der Firmenaufdruck zu lesen: Fokus GmbH Leipzig. Warum die Künstler überhaupt mit sw-Bildern arbeiten, könnte ich mir so erklären. So ein riesiger Farbplot (als 1:1-Bild fast 2 m lang) ist ja sicher nicht gerade billig. Vor allem wenn man das mal hochrechnet auf insgesamt 84 Kassetten. In der Anfangsphase, also wenn die Konturierung des Bildes entsteht, reicht vermutlich erst einmal ein sw-Druck. Denn wenn mal davon zig-mal einzelne Maße abgegriffen hat, ist das Teil vermutlich ziemlich lädiert und damit als Vorlage für die spätere Farbgestaltung nicht mehr (ohne Aussagen-Lücken) verwendbar.

Für den Frauenkopf in der Mitte der betreffenden Kassette wurde auch schon ein farbiger Plotauszug erstellt (Ausschnitt aus Ellis Foto):

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/c688b4d1p1110825clzdokln.jpg

Zum Vergleich ist hier die historische Aufnahme zu sehen (man beachte die Kassette rechts unten); leider nur sw und leider „auf dem Kopf stehend“. Dieses Foto aus der fotothek kann übrigens stark vergrößert werden, nach dem Öffnen des Links einfach auf das Bild klicken.
http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/hauptkatalog/0140000/df_hauptkatalog_0140035.jpg

Das nächste Bild (gleichermaßen aus einem größeren Foto von Elli ausgeschnitten) zeigt ebenfalls einen farbigen Teilplot für eine Kassettenplatte, dargestellt ist ein in der Mitte der betreffenden Kassette angeordneter Kriegerkopf.

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/5d35981dp1110825clzdokl.jpg

Das Gesamtbild der zugehörigen Kassette sieht man in dieser historischen Aufnahme aus dem Farbdiaarchiv (dort wie folgt untertitelt: „Kassettenfeld mit Rollwerk um ein Bildnismedaillon eines Kriegers, in den Ecken groteske Vögel und Pferde“):
http://digilib.zikg.eu/servlet/Scaler?fn=19002704/FMLAC8848_30&dw=500&dh=

Großes Rätselraten erzeugte bei mir das Bild hier, an dem der Künstler gerade arbeitet:

https://abload.de/img/p1110824g0su5.jpg

Es ist ja noch nicht viel zu erkennen, aber von den Konturen her erinnert mich das an die Lünetten der Fenster (wobei die bogenförmige Malerei, die Zwickel und der darüber befindliche Streifen im Original jeweils auf versetzten Flächen liegen würden).
http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/wm/0004000/df_wm_0004953.jpg

Andererseits habe ich bislang noch nichts darüber in Erfahrung bringen können, in welchem Umfang auch die Wandmalereien der Gewehrgalerie rekonstruiert werden sollen. Sicher ist allerdings, dass der hinterste Teil der Gewehrgalerie (angrenzend ans Johanneum) weitgehend vollständig wiederherstellt wird (ich glaube über 3 Fensterachsen). Das folgende Bild stammt aus einer Ausschreibung des SIB.

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/eaa6be11querschnitt.jpg

Man sieht dort eines der Medaillons in den Fensterlaibungen (dargestellt ist ein Kriegerkopf). In der eingangs des Beitrags gezeigten Visualisierung fehlen diese Bildnisse.

BautzenFan
28.11.17, 13:33
Großes Rätselraten erzeugte bei mir das Bild hier, an dem der Künstler gerade arbeitet

Das Rätsel ist gelöst – dank Oktavian, der Folgendes (unter verbalem Bezug auf den Beitrag im DAF) im APH postete:

Hallo BautzenFan,
kleiner Hinweis: Das Element, an dem der Mann auf dem Bild, dass du im DAF gepostet hast, malt, ist kein Bestandteil der Gewehrgalerie, sondern Teil der Architekturmalerei in der Voute des Paradeschlafzimmers oder des Audienzgemachs (man sieht es auf den Vorlagen, die weiter rechts stehen)


Wow, auf die Paradezimmer wäre ich nicht gekommen. Aber als gestandenem Kunsthistoriker ist Oktavian vermutlich sofort ins Auge gesprungen, dass es sich bei den betreffendem (von dem Künstler gerade „kopiertem“) Bildnis nicht um eine Renaissance-Malerei handelt, sondern um eine Schöpfung im Barockstil. Mit diesem Hinweis ist es mir nun aber gelungen, die originale Stelle zuzuordnen. Im folgenden Foto (historische Aufnahme) blicken wir auf die Decke des Audienzgemachs (Foto kann und sollte vergrößert werden; nach dem Öffnen des Links einfach noch einmal auf das Bild klicken). Man betrachte den unteren Bereich des Fotos, „eingerahmt“ von 2 Adlern:

http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/hauptkatalog/0051000/df_hauptkatalog_0051735.jpg

Und nun zum Vergleich das Foto von Elli (als Bildausschnitt):

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/3dcf87aep1110824bva43vorlges.jpg

Ein zweites Vergleichsbild – die Vorlage, von der Oktavian in seinem Post sprach (gleichfalls ein Ausschnitt aus Ellis Foto):

https://bautzenfan.mach.sh/bilder/0f3d804bp1110824bva43plot.jpg

Damit man eine Vorstellung hat, wo das Teil im Raum zu verorten ist, habe ich noch dieses Bild hier verlinkt. Die Stelle liegt im südlichsten Teil der Decke (über dem Thron):

http://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/hauptkatalog/0045000/df_hauptkatalog_0045635.jpg

Ansonsten ergibt sich im Fazit noch die logische und natürlich sehr erfreuliche Schlussfolgerung, dass man offensichtlich auch schon intensiv an der Rekonstruktion des Deckengemäldes für das Audienzgemach arbeitet.

Arwed
28.11.17, 21:54
Elli Kny und BautzenFan, vielen Dank für Eure Fotos bzw. die Analyse derselben. Freut mich, dass die Arbeiten der Raumrekonstruktionen voran schreiten. Erstaunlich finde ich ja, dass die Arbeiten für die Renaissance- und die Barockdecke quasi in einem Aufwasch parallel in einem Atelier entstehen.

Elli Kny
02.12.17, 09:08
Da füge ich nochmal den Ablaufplan laut Pressemeldung vom 11.01.2017 (https://medienservice.sachsen.de/medien/news/208419?page=126) des Finanz.Min. an:

Aktuelle Schwerpunkte der Wiederaufbauarbeiten sind:
• Fassaden im Großen Schlosshof einschl. Altan (Fertigstellung für Ende 2019 geplant)
• historischer Ausbau „Kleiner Ballsaal“ im Georgenbau (Fertigstellung für Ende 2017 geplant)
• Langer Gang (Fertigstellung für 2018 geplant)
• Nordflügel, 2. OG Turmzimmer (Fertigstellung für Ende 2019 geplant)
• Westflügel, 2. OG Paraderäume (Fertigstellung für 2019 geplant)

2019 kommt auch die glorreiche Wiedereröffnung der Alten Meister hinzu!!!



ebenda steht eingangs auch zum Altan:
Finanzminister Prof. Dr. Georg Unland stellte heute zusammen mit Ludwig Coulin, ... SIB sowie Matthias Zahn, Sprecher der Sgraffitokünstler, im Dresdner Schloss Medienvertretern den Stand der Vorarbeiten für die Rekonstruktion der farbigen Fresken an der Rückseite des Altans sowie die baulich fertiggestellten Räume im 1. Obergeschoss des Ostflügels und im Nordostflügel vor. Daneben gab Staatsminister Prof. Unland einen Überblick über die weiteren gegenwärtigen und geplanten Baumaßnahmen beim Wiederaufbau des Dresdner Schlosses.

„Das Dresdner Residenzschloss ist ein identitätsstiftendes Bauwerk für die Sachsen. ...“, betonte ... Unland. „Die Fresken des Altans mit der Darstellung biblischer Szenen gehören zu den größten farbigen Renaissancefresken nördlich der Alpen. Der Altan wird einmal den gestalterischen Glanzpunkt im neu in Szene gesetzten Renaissancehof des Dresdner Schlosses bilden“, so Unland weiter.

Nach bald einem Zeitjahr ist nun zunächstmal nur 1 Wandbild (wohl) fertiggestellt.
Hierzu angekündigtes Motiv nochmals ohne Baugerüste:
https://abload.de/img/p1110973qgugr.jpg
https://abload.de/img/p1110974gnuip.jpg

Die SKD bieten auch einiges Neues im Programm: DD-TV (https://www.sachsen-fernsehen.de/besucherzuwachs-fuer-die-staatlichen-kunstsammlungen-418904/) - so zB "Sonntags frei ab Drei" in wechselnden Häusern, was wohl auch hier zu noch besserer Einsicht führen könnte.

Frage: Was meinte Herr Unland damals in obiger PM mit "baulich fertiggestellten Räume im 1. Obergeschoss des Ostflügels und im Nordostflügel", welche er da bereits vorstellte?




Gern auch kurz einen Blick zum Stallhof / Langer Gang:
Hier ist für den Laien von aussen nix zu erkennen, zudem macht sich da jetzt auch der Mittelaltermarkt breit.
Man entdeckt aber Weiteres: So wurden nicht nur in Meißens Altstadt (http://www.sz-online.de/nachrichten/wildschwein-rotte-mitten-in-meissen-3826187.html) Wildschweine gesichtet, sondern auch in der Landeshauptstadt:
https://abload.de/img/p11109717vuhv.jpg

BautzenFan
05.12.17, 18:22
Vielen Dank, Elli, für Deine interessante Reportagetätigkeit und die qualitativ immer sehr gelungenen Fotos.

Frage: Was meinte Herr Unland damals in obiger PM mit "baulich fertiggestellten Räume im 1. Obergeschoss des Ostflügels und im Nordostflügel", welche er da bereits vorstellte?

Gemeint waren die Ausstellungsbereiche der Rüstkammer *Kurfürstliche Garderobe* (1. OG Nordflügel) und *Auf dem Weg zur Kurfürstenmacht* (1. OG Ost- und Nordostflügel). Es ist immer so, dass die baulich fertiggestellten Räume vom SIB an die SKD übergeben werden, und zwar eine gewisse Zeit, BEVOR die jeweilige Ausstellung eröffnet wird. Denn die fachmännische „Bestückung“ (also das „Einräumen“ der Exponate) erfordert natürlich eine gewisse Zeit (in der Regel sind das ein paar Wochen. Außerdem wird die Feineinstellung der technischen Anlagen vorgenommen (Klima, Sicherheit).
Das Minister-Statement erfolgte am 19. Januar 2017, die Eröffnung der beiden Ausstellungsbereiche war Mitte April.
Hier ein paar Fotos von den baulich fertigen Räumen der beiden genannten Ausstellungen:
Klick (http://www.peterkulka.de/likecms.php?site=site.html&dir=&nav=-1&p=1&pthema=list&pid=64)

Eine Bitte hätte ich noch an den Fotografen. Hast Du eventuell auch eine größere Aufnahme von dem teilbemalten Bereich direkt links neben dem Großbild (ich meine die Zone über der Plattform des Arbeitsgerüstes)?

https://abload.de/img/p1110973qgugr.jpg
Foto von Elli Kny

Elli Kny
07.12.17, 08:47
^ das Detail wäre folgendes - als Ausschnitt aus obigem Foto. Ich denke, das reicht ... also ich seh da nur Farbproben für eben das nun fertige Motiv daneben.
Daher hatte ich von diesem Detail hier abgesehen, aber wer weiß, wenns gewünscht wird: bitte sehr, kein Problem.
https://abload.de/img/p11109730ik50.jpg
Meine bisherigen Altanbilder sind ja Zooms vom offenen Durchgang am Ausgang Englische Treppe - also von weit weg. Irgendwann muß man mal näher ran, wenns spannender wird.

Elli Kny
10.12.17, 23:47
Altstadtrunde - Märchenstunde (22.11.2017)

https://abload.de/img/p1110780mcspy.jpg
Tip: die Hochkantbilder besser über 'Grafik anzeigen" anschauen.
https://abload.de/img/p1110781igsao.jpg
https://abload.de/img/p11107839ksyf.jpg
https://abload.de/img/p1110787mes4h.jpg
https://abload.de/img/p111079060smd.jpg
https://abload.de/img/p111079309sx7.jpg
https://abload.de/img/p1110796jdspd.jpg
https://abload.de/img/p11107973zsrn.jpg
https://abload.de/img/p1110795kjsuy.jpg
https://abload.de/img/p1110801desz8.jpg

https://abload.de/img/p1110802j5sxh.jpg
https://abload.de/img/p1110804mxszl.jpg

Bilder von vor paar Tagen
https://abload.de/img/p1120062u6shj.jpg
https://abload.de/img/p1120069e7stb.jpg
^ Georgenbau in sächsischer Illumination
v Durchgang Chiaverigasse zum Grossen Schosshof. Hinten schimmert in rot die Fürstengalerie durch die Fenster.
https://abload.de/img/p11200580os60.jpg

Am Nordflügel des Schlosses - westllich vom Turm - ist eher wenig von aussen zu erkennen.
Rohbauzustand im 2. OG (und derzeit beschlagene Fenster)
https://abload.de/img/p1120057rms82.jpg

eryngium
13.12.17, 13:58
Aus gut unterrichteten Kreisen ist zu erfahren, dass das farbige Wandbild des Altans tatsächlich nur eine Werkprobe darstellt. Es soll lediglich zum Vergleich der handwerklich-malerischen Leistungen mit adäquaten Originalen und zur Prüfung der Farbintensität, - wirkung etc. der neu entstehenden historisch getreuen Nachschöpfungen dienen.

Es wird für die abschließende Bemalung des Altans wieder komplett beseitigt und durch ein anderes Bildmotiv ersetzt.

Elli Kny
14.12.17, 08:51
Tastschloß - Residenzschloss zum Anfassen - DNN. (http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Dresdner-Residenzschloss-zum-Anfassen)

200 kg Bronze Miniatur des Residenzschlosses für 135 TE - nun im Bärengartenhof.

Bisher gibt es vor der Altmarktgalerie (am Herbert-Wehner-Platz) ein bronzenes Tast-Stadtmodell für je das Alte und das Neue Dresden.

pix coming soon.

Elli Kny
20.12.17, 21:55
^ Messing-Minischloss (Tastmodell und Anschauungsobjekt)

https://abload.de/img/p1120166xmk8x.jpg
https://abload.de/img/p1120168xyj36.jpg
Hier gilt uneingeschränkt und fern juristischen Nachspiels: Bitte anfassen! Mal sehen, wo es dereinst am meisten glänzt.
https://abload.de/img/p1120169uckre.jpg
https://abload.de/img/p11201735ijaz.jpg
^ Mini und Maxi in Bildeinheit.
https://abload.de/img/p1120174rjjmt.jpg

Tja, plötzlich erschien eine Reinigungsfachkraft (ergo Putzfrau) mit Schürze aus dem Schloß und wies zum Erstaunen der Staunenden auf einen handwerklichen Schönheitsfehler:
Das Schriftzug "Grünes Tor" wurde mit dem des "Nordflügels" verwechselt. Das zeigt, selbst das Facility Management Personal des Kunsttempels ist kulturhistorisch nicht unbewandert. :)
https://abload.de/img/p1120175igk1j.jpg

Seit Langem gibt es bereits ein Sichtmodell aus Kunststoff oder Architektenkarton am Schloßcafé im EG. Die Zahl der Schlösser in Dresden steigt also stetig.
Laut Putzfrau wäre es durchaus auch möglich bzw. gar besser gewesen, für die Barrierefreiheit der Museumsnutzung (gerade auch für Blinde), ein Kabinett als Blindenraum einzurichten - natürlich mit einem Schloßmodell, welches als Tastmodell auch aus Kunststoff hätte sein können. Nungut, wer hört schon auf seine Putze. :D
https://abload.de/img/p1120176czkvx.jpg


Wenig Neues ergab nochmal ein Blick in die Werkstatt in der Gotischen Halle:
Die Werkstatt ist vermutlich nur für Malereitests auf Probenkarton da, während oben dann wohl "in Echt" vorgerichtet wird - freilich nach akribischer Abklärung des Optimums.
https://abload.de/img/p11201993tkxn.jpg
https://abload.de/img/p11202002skm9.jpg
Das sw-Rahmendetail (^oben links) ist unten in Farbe umgesetzt/erprobt.
https://abload.de/img/p1120201f6kzx.jpg