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TheBerliner
16.06.03, 20:48
Hier ist eine interessante Internetseite über die Bauvorhaben am Dresdner Neumarkt:

www.neumarkt-dresden.de (http://www.neumarkt-dresden.de)

Berliner Bär
17.06.03, 01:21
Wird das wirklich gebaut? Und wann ist es fertig? Das sieht fantastisch aus!! Nahezu geil! Das gefällt mir richtig, richtig gut!!!!!! Retrostil mit schöner Fassade und sehr schönem Dach. Ich liebe richtige Dächer und keine flachen Platten, damit es nur nicht hineinregnet. Ein Traumprojekt. Das wird Dresden beliebter machen in so manchem Reiseführer.

rec
17.06.03, 01:34
BB, was meinst du genau? Auf der Seite werden mehrere Projekte vorgestellt. Viele Häuser am Neumarkt sollen übrigens rekonstruiert werden. Das heißt, sie werden genauso wiederaufgebaut, wie sie vor der Zerstörung im 2. Weltkrieg ausgesehen haben.

Kaiser
17.06.03, 14:39
Soweit ich weiß, ist dieses Projekt im Moment relativ unsicher. Aber mit dem Wiederaufbau der Frauenkirche wurde ein Schritt in Richtung Wiederaufbau des Neumarkts gemacht - ich hoffe, dass man den Neumarkt wie vor dem Krieg aufbaut. :)

TheBerliner
17.06.03, 15:34
Das hoffe ich auch. Allerdings gibt es Leute, die sagen, man solle stattdessen Parks und Naherholungsgebiete anlegen. Außerdem sieht das Ganze ziemlich kostspielig aus.

Kaiser
17.06.03, 19:42
Naja, das würde mir nicht so sehr gefallen, da dann die Chance, ein wunderschönes Barock-Ensemble zu rekonstruieren, futsch wäre. Außerdem sähe die Frauenkirche am Neumarkt besser mit Häusern (=> Urban) aus als ziemlich allein an Parkanlagen imo. :)

Berliner Bär
18.06.03, 10:59
Die Parkanlagen dürfen nicht gebaut werden. Wieso auch ausgerechnet dort? Es gibt sicher noch genügend andere Stellen.

TheBerliner
18.06.03, 15:15
Auf der Seite stadtplan-dresden.de (http://www.stadtplan-dresden.de) kann man die Grünflächen der Stadt auf Satellitenbildern sehen. Dresdens 'Central Park', der Große Garten ist relativ weit vom Neumarkt entfernt. Da wären noch die Elbauen, die sind aber am rechten Elbufer.

BMXican
10.10.03, 18:41
IZ Meldung vom 10.10.2003

Unser schönes Palais
Kurländer Palais in Dresden wird Hotel

Der Torso des Kurländer Palais wird im Januar 2004 zu einem Hotel umgebaut, wie die „Gesellschaft Unser schönes Dresden (USD) Immobilien“ am 10.Oktober 2003 mittteilt. Die Baugenehmigung für den Umbau der Kriegsruine liegt vor. Im Erdgeschoss wird ein Restaurant und Läden Platz finden. Der Rokokosaal im ersten Geschoss soll in das Hotel integriert werden. Der Umbau wird von dem Büro IPRO und der Projektierungsgemeinschaft KRS aus Dresden geleitet.
Das Palais galt einst als das vornehmste und eleganteste Dresdens. 1729 wurde der von Oberlandbaumeister Johann Christoph Knöffel errichtete Bau eingeweiht. Graf Wackerbarth-Salmour verkaufte das Palais 1740 an den Chevalier de Saxe. Später erbte das Palais Prinz Karl Christian Joseph, bekannt unter dem Titel eines Herzogs von Kurland. Aus dieser Zeit stammt der Name des Hauses. 1797 verkaufte seine Tochter es für 40.000 Taler an den Staat. 1865 bis 1912 war das Palais eine Einrichtung des königlichen Landesmedizinal-Kollegiums und Sitz des Gesundheitsamtes.
Von 1981 bis 1997 nutzte der Jazzclub "Die Tonne" dass Kellergewölbe. Ebenfalls 1997 begann sich der aus Ludwigsburg stammende Kunsthändler Fritz Reimann, heute Vorsitzender der Gesellschaft Historischer Neumarkt e.V., um das Palais zu bemühen. Im März 2000 kaufte er gemeinsam mit der USD die Ruine sowie ein 1.600 Quadratmeter großes Grundstück für 1,65 Millionen Mark vom Freistaat Sachsen.

rec
10.10.03, 21:01
Das sind hervorragende Neuigkeiten. Ich habe mich immer gefragt, wie es mit dem Kurländer Palais weitergehen mag. Bislang hatte man offenbar große Schwierigkeiten, einen Nutzer für das Gebäude zu finden.

TheBerliner
10.10.03, 21:07
Ein Wunder, dass die Ruine noch steht.

Kaiser
10.10.03, 22:30
In den 30ern sah das Gebäude so aus:

http://www.neumarkt-dresden.de/image1/kurlaender-palais.jpg

Eine Rekozeichnung:

http://www.neumarkt-dresden.de/image1/zeichn-kurlaender-palais.jpg

Sehr schöne Neuigkeiten! Ich freue mich sehr auf ein "neues", "altes" Stück Dresden!

TheBerliner
16.01.04, 21:10
Aus der Sächsischen Zeitung vom 15.01.04:


Ein Dresdner baut am Neumarkt

Ab Mai sollen neben der Frauenkirche drei Häuser nach historischem Vorbild wieder erstehen
Von Bettina Klemm

Unmittelbar neben der Frauenkirche und dem Coselpalais will die Vermögensverwaltungskanzlei zu Dresden (V.V.K.) gleich drei Gebäude mit historischer Fassade wieder errichten.

Uwe Gabler hält ein Modell von seinen künftigen Neumarkt-Häusern in der Hand. Der V.V.K.-Chef, ein leidenschaftlicher Dresdner, mag es detailgetreu. Und so erfreut er sich an aufwändigen Verzierungen zwischen den Geschossen, an kleinen Erkern und Balkonen. Für Gabler ist es keine Frage: Am Neumarkt baut er nach historischem Vorbild, zumindest die Fassaden.

Sein Gebäudegeviert, etwa 50 mal 80 Meter lang, wird von der Frauenkirche, der Salzgasse und der Rampischen Straße umringt und heißt Quartier II "An der Frauenkirche". "Wir rechnen im Frühjahr mit der Baugenehmigung", sagt Gabler. Vorbereitende Arbeiten sind auf der Fläche bereits erfolgt. Im Mai/Juni sollen die Hochbauten beginnen, für die derzeit Verhandlungen mit möglichen Generalauftragnehmern laufen. "Da wir maximal 20 Monate Bauzeit benötigen, werden unsere Häuser Anfang 2006 fertig sein", sagt der Investor. Rund 35 Millionen Euro will er einsetzen, um drei in der Literatur als bedeutende Barockhäuser beschriebene Gebäude wieder erstehen zu lassen. Bei historischen Fassaden müsse man etwa 30 Prozent mehr als für die üblichen Rohbaukosten rechnen.

"Zum Schwan", An der Frauenkirche 13, heißt das größte Haus. Es soll 1740 bis 1746 errichtet worden sein. Dreißig Jahre zuvor hatte George Haases das Haus Rampische Straße 1 geschaffen. An ihm ist der schräg gestellte Erker mit der hohen Fensterlukarne besonders auffällig. Schmal und klein wirkt das Gebäude dazwischen, An der Frauenkirche 14. Es wird "Zur Glocke" genannt und soll aus der Zeit 1708/09 stammen.

Einzige Ausnahme zum historischen Vorbild: Die frühere hohe Giebelwand am Dach vom "Schwan" sieht hässlich aus. Deshalb sind sich die Stadtplaner einig: Ein zusätzliches Zwischengeschoss soll für mehr Harmonie sorgen.

Die Häuser erhalten sechs bis sieben Geschosse. In den Erdgeschosszonen entstehen Läden und Gaststätten. Innerhalb des Gebäudekomplexes entstehen Passagen, die später bei einer weiteren Bebauung ihre Fortsetzung finden können. Das erste Obergeschoss soll Restaurants vorbehalten bleiben. "Im zweiten und dritten Geschoss planen wir Büros, und darüber sollen Wohnungen entstehen", sagt Gabler. Etwa neun bis zehn Euro wird der Quadratmeter Kaltmiete in den luxuriös ausgestatteten Wohnungen kosten. Sie sind 90 bis 160 Quadratmeter groß. Zwei Innenhöfe sorgen für zusätzliches Licht. Besonders reizvoll dürften die großzügigen Dachterrassen werden, die sich hinter den historischen Dächern ausbreiten. Damit es die künftigen Nutzer der Häuser bequem haben, entsteht in den Untergeschossen eine Tiefgarage mit etwa 40 Plätzen.

Um die Vermietung macht sich Gabler keine Sorgen: Das Interesse am Neumarkt sei groß. Bis März sollen die meisten Vermietungsgespräche abgeschlossen sein.

Quelle: Sächsische Zeitung (http://www.sz-online.de/)

Kaiser
03.03.04, 11:52
Das Hotel mit vornehmen Konzertsaal entstand in der 1. Hälfte des 19.Jh.s durch Zusammenlegung dreier selbständiger Häuser mit drei OG und Mezzanin, deren verbindendes Element seit dem Wiederaufbau 1760 das hohe Mansarddach war. Wohltuend setzte sich das weitgehend schmucklose Hotel de Saxe zwischen den reicher dekorierten Gebäuden ab. 1888 wurde es abgebrochen und durch ein neobarockes, für diesen Platz nachteiliges Postgebäude ersetzt.
Die Baywobau/Mübau Real Estate möchte in dem Neubau ein Vier Sterne-Plus-Hotel mit 174 Zimmern sowohl nach historischem Vorbild als auch in moderner Architektur gestalten.
(Quelle: www.neumarkt-dresden.de)

So sah es aus:

http://www.neumarkt-dresden.de/image1/hotel-de-saxe.jpg

(Quelle: http://www.neumarkt-dresden.de )

Und so wird es aussehen:

http://www.neumarkt-dresden.de/image1/baywobau/peter-zirkel.jpg

(Quelle: http://www.neumarkt-dresden.de )

TheBerliner
10.06.04, 17:47
Aus der Sächsischen Zeitung vom 10.06.04:

Verzögerungen am Neumarkt

[...]
Von den angekündigten Häusern rings um die Frauenkirche allerdings ist noch kein einziges begonnen worden. Für einen Großteil der Grundstücke, die teils Stadt, Land und Bund gehören, fanden sich noch keine Käufer. Private Eigentümer, wie die Adler Real Estate (Quartier III in der Grafik), haben ihre Baupläne auf Eis gelegt.

Die ganze Hoffnung ruht jetzt auf drei Investoren. Alle drei kündigen an, im Spätsommer bis Herbst zu beginnen. Die ersten Häuser werden frühestens 2006 fertig.

(Es folgen Informationen über die einzelnen Investoren.)

[...]
Die Stadt will deshalb ab Oktober mit dem Pflastern des Neumarktes beginnen, wobei die Baufelder ausgespart bleiben. Die Fußwege erhalten Granitplatten, die angrenzenden Straßen werden verkehrsberuhigt.

Quelle: Sächsische Zeitung (http://www.sz-online.de/)

Kampflamm
10.06.04, 17:57
Was ist der letzte Stand in Sachen "Hotel de Saxe"?

Kaiser
10.06.04, 18:03
Soweit ich weiß, steht die Finanzierung auf der Kippe. Einen Baustart im Jahr 2004 halte ich für sehr unrealistisch ... leider. :(

Kampflamm
10.06.04, 18:11
Naja, Hauptsache, die fangen mit irgendeinem Gebäude bald mal an.

CityHai
10.06.04, 20:55
Wenn die Finanzierung kippt, geht eines der wichtigsten Projekte Dresdens auf Tauchstation. Das wäre mehr als nur bedauerlich. :Nieder:

Kaiser
11.06.04, 10:39
Wenn wir Glück haben, geht das Haus "Rampische Straße 29 " bald in Bau. Der Besitzer des Grundstückes ist die GHND (Gesellschaft historischer Neumarkt Dresden,
siehe http://www.rampische29.de). Wenn das erste Gebäude dann steht, dürften bald auch weitere folgen, sozusagen als Initialzündung.

TheBerliner
01.09.04, 18:13
Baunetz-Meldung vom 01.09.04:

Baubeginn für Quartiere am Dresdner Neumarkt

[...]
Nach der Fertigstellung der Frauenkirche wird nun auch das historische Umfeld, der Neumarkt, in barocker Formensprache wieder aufgebaut. Problematisch bei der Neuentwicklung der Dresdner Innenstadt war die Divergenz zwischen der kleinteiligen historischen Parzellierung und den Interessen der Investoren, die möglichst große Grundstücke entwickeln wollen. Die fünf Quartiere, die hier nun entstehen, sind ein Kompromiss, denn hinter kleinteiligen historisierenden ("originalgetreuen") Fassaden werden die Groß-Parzellen doch als Ganzes behandelt und mit modernen Passagen und Einkaufszeilen versehen.

Vor zweieinhalb Jahren hatte der Stadtrat eine Gestaltungssatzung für den Neumarkt verabschiedet, die historische Straßen- und Platzverläufe sowie Gebäudemaße und Dachformen festschreibt. 60 Häuser wurden als Leitbauten ausgewiesen, so dass dazwischen auch als solche erkennbare Neubauten eingefügt werden können.

[...] In dem Karree werden an die 40 Ladengeschäfte, einige Restaurants und Bars, 37 Wohnungen, ein Luxushotel und 2.600 Quadratmeter Bürofläche entstehen. [...]


Quelle: Baunetz (http://www.baunetz.de/)

Tessenow
01.09.04, 18:16
Juhuu!! :) :)
Endlich wird die spärliche Altstadt wenigstens ein bisschen vergrößert!

Ben
01.09.04, 18:27
Endlich etwas Neues, wo man sich dann wieder Woche für Woche über den neuesten Stand der Dinge erkundigen kann!

Nur 37 Wohnungen?

Ernst
01.09.04, 18:39
Halleluja! Vielleicht erlebe ich es ja doch noch, daß Dresden wieder eine lebendige Innenstadt bekommt!

Tessenow
01.09.04, 18:51
Es bleibt zu hoffen!

Kampflamm
01.09.04, 20:48
Es steht also fest, dass diese Bauten jetzt kommen?

Ben
01.09.04, 21:02
Sieht leider so aus...

rec
01.09.04, 21:42
Mal abwarten, Ankündigungen gab es viele und bis jetzt ist nie etwas passiert. :rolleyes:

Mit der Eröffnung einer Tiefgarage wurde am 1. September 2004 mit dem Bau von zwei Quartieren am Dresdner Neumarkt begonnen.

Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Vor zweieinhalb Jahren hatte der Stadtrat eine Gestaltungssatzung für den Neumarkt verabschiedet, die historische Straßen- und Platzverläufe sowie Gebäudemaße und Dachformen festschreibt. 60 Häuser wurden als Leitbauten ausgewiesen, so dass dazwischen auch als solche erkennbare Neubauten eingefügt werden können.

Das "Quartier an der Frauenkirche" wurde in diesem Sinne entwickelt: Der größere Teil des Quartiers, der der Frauenkirche zugewandt ist, wurde von dem Architekten Kai von Döring nach historischem Vorbildern bearbeitet, der Teil zur Töpferstraße hin dagegen von verschiedenen Architekturbüros, die durch einen Wettbewerb ermittelt wurden und moderne Gestaltungsvorschläge einbrachten.

Gerade die Häuser zur Frauenkirche hin werden erstens nun gerade nicht nach historischen Vorbildern entstehen und zweitens zudem gegen die Gestaltungssatzung verstoßen. Die Wettbewerbsergebnisse bezüglich der Töpferstraße haben sich als ungeeignet und damit hinfällig erwiesen. Die Straße wird überwiegend nach Plänen des Architekturbüros Döring gestaltet.

Baunetz und Rekonstruktionen historischer Gebäude, das scheint wie Feuer und Wasser! :nono:

Ben
01.09.04, 22:11
Ich verstehe immer nicht, wieso ich bei einem Wettbewerb mitmache, in dem ich mich nicht an die Regeln halte...? Oder eher: Wieso gewinnt ein Entwurf, der sich nicht an die Regeln hält, den ersten Platz? Das trifft ja nicht nur hier zu, sondern z.B. auch auf dem Pariser Platz mit der Akademie der Künste...

Bei Olympia haben wir's doch erst gesehen: Wer Dopingmittel nimmt, zu früh startet oder irgendwelche Linien zum falschen Zeitpunkt überschreitet, wird rausgeschmissen, wobei die letzten beiden Regelbrüche vielleicht nicht einmal gewollt waren (s. Hoy)!

rec
01.09.04, 22:20
Ich verstehe immer nicht, wieso ich bei einem Wettbewerb mitmache, in dem ich mich nicht an die Regeln halte...? Oder eher: Wieso gewinnt ein Entwurf, der sich nicht an die Regeln hält, den ersten Platz? Das trifft ja nicht nur hier zu, sondern z.B. auch auf dem Pariser Platz mit der Akademie der Künste...

Die Gestaltungssatzung ist rechtlich nicht bindend, soweit ich weiß. Die Bauherren haben also immer das Druckmittel der Drohung, sich aus dem Projekt zurückzuziehen, an der Hand. Im Prinzip kann also jeder am Neumarkt so bauen, wie er lustig ist.

Ben
01.09.04, 22:29
Kann man solche Vorgaben denn rechtlich bindend machen oder gibt's da wieder irgendwelche Verfassungssätze zur freien Meinungsäußerung für Architekten oder so...?

rec
02.09.04, 23:25
@ Ben:
Könnte man schon, aber man fürchtet wahrscheinlich, dass dadurch potentielle Investoren abgeschreckt werden könnten.

"Startschuss für die Hochbauten am Neumarkt"

[...]
Zumindest auf dem Gelände der Investoren Arturo Prisco, Kai von Doering und Kondor Wessels am Hotel Hilton rollten gestern tatsächlich die Bagger. Bis Frühjahr 2006 soll hier für 68 Millionen Euro das Quartier an der Frauenkirche entstehen. Der mehrfach verschobene Baustart für das Hotel de Saxe südöstlich des Prisco-Areals soll in Kürze folgen. Noch für Ende Oktober ist der Baubeginn für das Karree An der Frauenkirche/Rampische Straße geplant.

[...]
Derweil witzelten Zaungäste oberirdisch über einen Gesichtsschutz für die Martin-Luther-Plastik als "Maulkorb für Martin". Mitarbeiter der Firma Fuchs + Girke Bau- und Denkmalpflege GmbH hievten per Kran die Statue auf den Sockel an den angestammten Platz vor der Frauenkirche. Die Plastik des Kirchenkritikers weilte 16 Monate zur Schönheitskur in der Restaurierungswerkstatt.
[...]

Quelle: Dresdner Neueste Nachrichten (http://www.dnn-online.de/web/dnn/nachrichten/)

Also scheint es jetzt tatsächlich loszugehen! Aber so richtig glaube ich es erst, wenn ich Bilder sehe.

Folgendes klingt auch ganz interessant. Hoffentlich finden sich Investoren, die von diesem Angebot Gebrauch machen. Zu hohe Kosten als Argument gegen Rekonstruktionen zieht jetzt wohl nicht mehr. :daumen:

Der Knoten könnte platzen
Einzigartiges Modell für Errichtung des historischen Bildes vom Dresdner Neumarkt

Von Bernd Klempnow

Der Dresdner Neumarkt als sensibelste Baustelle Sachsens könnte zum Modellfall für die Wiedergewinnung historischer Bauten und Plätze werden. Zumindest wenn die derzeitigen und potenzielle Bauherren der acht Quartiere um die Frauenkirche ein einzigartiges Angebot annehmen: Das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen bietet ihnen ab sofort kostenlose fachliche Beratungen in der gesamten Planungs- und Bauphase an.
[...]

Quelle: Sächsische Zeitung (http://www.sz-online.de/)

Ben
02.09.04, 23:55
Ja, mag sein. Andererseits würden dann wohl auch nur Investoren dabei sein, denen die Sache wirklich am Herzen liegt, und nicht nur solche, die einfach nur die Grundstücke bebauen wollen, wie Prisco oder Behnisch... Es muss ja auch nicht ein Investor einen ganzen Block bekommen, wie es bei Prico der Fall war.

Einerseits ist es schön, dass es endlich loszugehen scheint, andererseits ist es schade, dass eben jetzt wohl der jetzige Entwurf der letzte werden wird...
Wenn's dann - laut Artikel - mit dem Rest auch bis Ende Oktober losgehen soll, wär's natürlich noch besser!

Naja, kostenlose Beratung... Wie es im Artikel steht, ist es eben nur eine Beratung. Was man hätte machen können, war den Investoren doch bestimmt schon davor klar, oder?

rec
03.09.04, 00:16
Wie ich das verstanden habe, will die GHND sogar Geld für Fassadendetails sammeln. Das ginge dann schon über einfache Beratung hinaus. Ob es klappt, ist natürlich eine andere Frage, aber der Ansatz ist aus meiner Sicht sehr zu begrüßen.

Ben
03.09.04, 00:40
Hmm...Das habe ich dann etweder anders verstanden, oder übersehen...Aber im Grunde ist das natürlich ein Schritt in die richtige Richtung!

Kampflamm
24.11.04, 19:53
Und...irgendwas neues?

Ben
24.11.04, 20:03
Schau doch einfach auf der entsprechenden Site! Da gibt's ein Paar Bilder und kleine Bauberichte zu jedem Projekt...

TheBerliner
30.11.04, 09:35
Ich bin ab und an mal da. Die buddeln noch an den Fundamenten rum, es sind also definitiv Bauarbeiten im Gange.

Tessenow
30.11.04, 14:53
Ein glück habe wir jetzt dich als wichten Dresden-Koresponenten :)
Du wirst uns sicher ab und an mit Bildern begücken!Hoffe ich zumindest für dich:D

Kaiser
01.12.04, 14:29
soweit ich weiß ist der hochbau beim hotel de saxe und bei der salomonisapotheke in vollem gange (das erdgeschoss ist fast vertiggestellt - sag ich mal als laie ;) )

rec
01.12.04, 15:23
Und...irgendwas neues?


Aktuelle Bilder des Geschehens gibt´s bei der GHND!

http://www.neumarkt-dresden.de/bilder-vom-bau.html (Bausituation Oktober)
http://www.neumarkt-dresden.de/bilder-vom-bau_Nov04.html (Bausituation November)

Kampflamm
01.12.04, 15:29
Vor drei Wochen haben sich Denkmalpfleger, Architekten und Vertreter der Stadt zu einem Rundgang getroffen. Ihr Ziel ist es, die Lichtgebung der umliegenden Gebäude so zu verändern, dass die zurückhaltend erhellte Frauenkirche darin nicht untergeht. Bislang strahlen Kunstakademie, Ständehaus und Hofkirche noch viel zu stark.

Man könnte die Frauenkirche auch einfach besser beleuchten. Bei dem Funzellicht sieht man ja gar nichts. :rolleyes:

el mariachi
06.12.04, 23:10
Endlich wird der Wiederaufbau der Umgebung der Frauenkirche begonnen.:daumen:

Der Neumarkt wird in 10 Jahren wohl das neue Zentrum der Stadt sein.

TheBerliner
10.12.04, 14:39
Man könnte die Frauenkirche auch einfach besser beleuchten. Bei dem Funzellicht sieht man ja gar nichts. :rolleyes:

Ich habe die Kirche gestern zum ersten mal beleuchtet gesehen. Zugegeben, es ist funzelig, der Gedanke ist aber vielleich gar nicht sie voll anzustrahlen, sondern sie schwarz aussehen zu lassen. Man erkennt im Dunkel nämlich nicht, dass sie aus hellem Sandstein besteht. Ich werde mal Bilder machen müssen um das zu verdeutlichen.

Kampflamm
29.12.04, 13:40
Ich werde mal Bilder machen müssen um das zu verdeutlichen.

:confused: :D

TheBerliner
29.12.04, 15:03
Gedult, noch hänge ich in Freiburg rum. :D
Aber ich habe in der Sächsischen Zeitung gelesen, dass es sich wohl um "Beleuchtungsproben" handelte. Es kann also durchaus sein, dass inziwischen etwas mehr Licht mit im Spiel ist.

Kampflamm
13.02.05, 13:17
Gedult, noch hänge ich in Freiburg rum. :D
Aber ich habe in der Sächsischen Zeitung gelesen, dass es sich wohl um "Beleuchtungsproben" handelte. Es kann also durchaus sein, dass inziwischen etwas mehr Licht mit im Spiel ist.

:zzz: :D

(oder hab ich eine Bilderserie verpasst?)

Kampflamm
12.03.05, 12:59
*Räusper* :D

rec
12.03.05, 17:53
Die GHND hält ein Update parat, Stand Februar 2005.

http://www.neumarkt-dresden.de/bilder-vom-bau_Feb05.html

TheBerliner
12.03.05, 17:53
Och, du bist doch doof mit deiner Quengelei! :D
Tatsächlich habe ich eine kleine Dresden-im-Schnee-Photoserie im Ärmel, ich stelle sie morgen Online.
Die Frauenkirche ist übrigens weiterhin schwach beleuchtet. Allein am 13. Februar hat man die Strahler voll aufgedreht, allerdings auch nur auf einer Seite.

Sammy
24.03.05, 07:25
Auf der Seite der Sächsischen Zeitung gibt es eine Bildergallerie die manche Straßen und Plätze früher und heute vergleicht. Über diesen Link (http://www.sz-online.de) gelangt ihr dorthin.

Tessenow
05.05.05, 12:09
Viele neue Bilder vom Abriss des ehemaligen PPs und den Neubauten!

http://www.neumarkt-dresden.de/

TheBerliner
06.05.05, 19:24
Praktisch, dann brauch ich keine Photos machen. :D Das sie schon soweit mit dem Abriss sind habe ich gar nicht mitbekommen.

Tessenow
06.05.05, 19:40
Naja, die Bilder sind ja schon wieder ein paar Tage alt, also kannst du dich ruhig angehalten fühlen ;)

Ben
06.05.05, 19:44
Vielleicht eine Nahaufnahme vom Fassadenteil des Hôtel de Saxe...Auf dem Bild erkennt man ja nicht grad viel.

Tessenow
09.06.05, 20:12
Es soll anscheinend demnächst eine Neumarkt Cam auf Cityscope.de geben!

http://www.cityscope.de/aktuell/index.html

wäre wirklich sehr schön, wenn sie dauerhaft online wäre, aber bei Cityscope hat man leider oft Probleme..

Vom Dach des Kulturpalstes aus erstellt ein Kamerasystem in stündlichem Turnus Panoramabilder, die in der online Präsentation im Internet zu einem virtuellen Baustellen Besuch einladen. Zum Einsatz kommt cityscope's neueste Entwicklung, das High Resolution Multimodul Panoramasystem.

rec
30.06.05, 22:54
Zwei barocke Bürgerhäuser leben auf

Am Neumarkt lässt ein privater Investor aus Baden-Württemberg auf zwei Parzellen die historischen Bürgerhäuser wieder erstehen. Mit dem Wiederaufbau der Gebäude An der Frauenkirche 16 und 17 sind Dresdner Unternehmen beauftragt. [...] Nach Hotel de Saxe (Quartier IV), Prisco-Areal (Quartier I) und VVK (Quartier II) ist dieses Vorhaben das vierte Bauprojekt am Neumarkt.

[...] Ziel sei es, auf den historischen Grundrissen zwei getrennte historische Fassaden zu errichten, hinter denen eine etwas veränderte Raumstruktur heutige Nutzung ermöglicht, erläutert Thomas Porstein. Der Innenhof mit typischen Arkaden wird sich über beide Hausnummern erstrecken.

[...] Der Dresdner Barock soll nicht gleich hinter der Tür enden. So sind im ersten Obergeschoss Stuckdecken vorgesehen. Die unterschiedlichen Geschosshöhen bleiben erhalten und auch die Gewölbe in Keller und Erdgeschoss kommen wieder, informieren die Planer. Auf drei Ebenen wird hier Gastronomie einziehen. [...] Darüber werden sich zwei Büros und vier Wohnungen befinden.

Voraussichtlich im August wird die Baugrube ausgehoben. Die Fertigstellung ist für September 2006 geplant. [...]

Quelle: Dresdner Neueste Nachrichten, 30/6/2005




http://img161.imageshack.us/img161/3817/102464303537313732389bq.jpg
Thanks to ImageShack for Free Image Hosting (http://www.imageshack.us)

Weitere Informationen: www.neumarkt-dresden.de > News

Booni
30.06.05, 23:14
Hab die Meldung heute auch schon bekommen. Eine nahezu perfekte moderne Rekonstruktion, die alten Keller werden meines Wissens erhalten, die Fassade wird zum Teil auch aus noch erhaltenen Teilen zusammengesetzt und dahinter entsteht ein modernes Haus.

Wer die unterschiedlichen Geschosshöhen und die Stuckdecken als geschmacklos kitschig verurteilt dem sei gesagt, dass die Käufer es so wollen.

Aber alles in allem wirklich eine Spitzenmeldung. Möge das Gesamtkunstwerk Neumarkt wiederentstehen.

Tessenow
01.07.05, 10:04
Das sind wirklich großartige News, hatte auch schon überlegt es gestern zu posten.
Ich bin um jedes vollständig rekonstruierte Gebäude am Neumarkt dankbar. Nur historisierte Gebäude können eben doch nicht vollständig täuschen. Vor allem nicht von Prisco. :nono:

LuckyLuke
11.07.05, 00:37
Super News, danke!
Hoffentlich werden die zwei anliegenden Gebiete (Quartier III und Polizeigelände) auch bald bebaut.

Booni
11.07.05, 00:44
Hoffentlich werden die zwei anliegenden Gebiete (Quartier III und Polizeigelände) auch bald bebaut.

Naja, dann lieber vernünftig rekonstruiert anstatt möglichst schnell. Aber das oben vorgestellte Bauprojekt könnte - wenn gemauert statt aus Beton gegossen wird - eine Vorbildrekonstruktion für die kommenden Neumarktbauten werden. Die Mübaupläne waren ja wirklich nicht so doll.

LuckyLuke
11.07.05, 01:10
Klar meinte ich ja. Man kann mit einer vernünftigen Rekonstruktion auch möglichst schnell beginnen... hoffe ich jedenfalls. ;)
Wie sahen denn die Pläne dafür aus?

Booni
11.07.05, 13:27
Es ist nichts genaues bekanntgegeben worden, außer dass nur 3 Gebäude von ich glaube 13 Gebäuden rekonstruiert werden sollten. Bei den schönen Fassaden viel zu wenig. Abgesehen davon ist es die riskanteste Ecke, da dieses Quartier in den Neumarkt hineinragt. Hier glaube ich nicht, dass irgendein Neubau eine passable Gesamtwirkung erzeugen könnte, denn moderne Bauten können hier schnell den gesamten Eindruck vom Neumarkt kaputtmachen.

Tessenow
21.07.05, 12:49
Die NeumarktCam funktioniert jetzt übrigens!

elysian
01.08.05, 09:15
zum abbau des polizeipräsidiumsanbaus dieser aktuelle zeitungsartikel (dnn 1.8.05)


"
Neumarktfläche sucht Investor

Er ist weg, der Erweiterungsbau der Polizeidirektion. Und niemand weint dem DDR-Bau eine Träne nach. Satte 3,6 Millionen Euro kostet den Freistaat als Besitzer der Fläche der Abbruch des Glas-Beton-Klotzes. Dazu gehört, die Grube zu verfüllen und hübsch herzurichten bis zur Weihe der Frauenkirche. Damit die 8864 Quadratmeter möglichst mit einem Quadratmeterpreis von rund 4000 (laut Bodenrichtwertkarte) für rund 35 Millionen Euro an den Mann bzw. die Frau gebracht werden können.

Gold getönte Scheiben, mit Sandsteinplatten bekleidete Wandflächen, ein Gebäude mit markant terrassenförmig gestaffelten Geschossen - voller Stolz präsentierten die DDR-Machthaber 1983 den repräsentativen Erweiterungsbau für das Volkspolizei-Kreisamt. Heute zählt der Gebäudekomplex 50 000 Tonnen Bauschutt, davon 3000 Tonnen kontaminiert bzw. Abfall.


Das Stahlbetonskelettgebäude, das zwischen 1976 und 1983 entstand, ist heute Geschichte. Die ausgehobene Grube werde mit unbelastetem Boden verfüllt, erklärt Kerstin Dietze, Pressesprecherin des Sächsischen Finanzministeriums. Es komme nicht in Frage, Abbruchmaterialien im Rahmen eines Betonrecyclings zu verwenden. Der unbelastete abgetragene Bauschutt wiederum sei auf die Deponie Bretnig gebracht worden. Das belastete Material habe man auf Spezialdeponien entsorgt.


Doch was wurde aus den Mitarbeitern, die im DDR-Neubau arbeiteten? Die meisten seien im umgebauten und sanierten Altbau der Polizeidirektion Schießgasse untergekommen. Der Rest habe umziehen müssen: die Bereitschaft und der Ärztliche Dienst auf die Stauffenbergallee, der Fachdienst Prävention nach Leuben, einige Mitarbeiter der Zentralen Dienste auf die Neuländer Straße und auf die August-Bebel-Straße.


Jetzt sucht der Freistaat einen Investor für das Filetstück am Neumarkt, wo das "Quartier am Landhaus" mit dem Leitbau Palais Hoym entstehen soll. Erste Interessenten gebe es bereits, doch den eigentlichen Ansturm erwartet der Freistaat im Anschluss an die Weihe der Frauenkirche auf der Immobilienmesse Expo-Real in München.


Infos im Internet unter www.sib-sachsen.de und www.sib-neumarkt.com sowie unter Telefon 8093325 bei Maritta Mutscher.
"

rec
15.08.05, 15:54
Fast zwei Jahre später ist das Kurländer Palais immer noch eine Ruine. Jetzt soll es aber wieder einmal losgehen.

Ernst
01.09.05, 16:26
Hurra! DAS ist mal eine gute Nachricht! Der Anbau war meiner Ansicht nach eines der fünf häßlichsten Gebäude Deutschlands! :banana:

Eben sehe ich hier eine neue Bilderserie:

http://www.neumarkt-dresden.de/bilder_31Juli05.html

Wie schön, daß Dresden jetzt doch allmählich wieder eine zumindest stellenweise schöne Innenstadt bekommt

Tessenow
01.09.05, 16:58
Die Serie hier: http://www.neumarkt-dresden.de/bilder-vom-bau_aug05.html ist die neuste:)

Müsste aber bald die für Anfang September kommen.

Booni
01.09.05, 17:17
Woanders im Internet gibt es im Schnitt alle 1 bis 2 Wochen die neusten Baufortschritte am Neumarkt...

Tessenow
01.09.05, 17:28
Ja, "woanders" würde sogar auf Rund einmal die Woche runtergehen! Vielleicht auch ein Grund warum es hier eignetlich ga rkeine Diskussion zum Thema gibt aber nun gut.

Ist es eigentlich erlaubt die Bilder von neumarkt-dresden.de direkt zu verlinken? Das würde dem Thread hier ein wenig mehr Farbe geben!

AeG
01.09.05, 22:27
zum abbau des polizeipräsidiumsanbaus dieser aktuelle zeitungsartikel (dnn 1.8.05)

"[...] Und niemand weint dem DDR-Bau eine Träne nach.[...]"



Ich schon!

Klar, dieses Gebäude passt nicht zum aktuellen historisierenden Zeitgeschmack. Und es erfüllt auch in anderer Hinsicht wenige der aktuellen Anforderungen (was allerdings für Historisches und Historisierendes oft ähnlich gilt).

Ich finde es nur zum Kotzen, dass viele der eh schon dünn gesähten, repräsentativen Sonderprojektierungen (gerade der 70er bis 80er Jahre) der DDR platt gemacht werden, während die tausendfach vorhandenen 08/15 -"Wiederverwendungs-Projekte" (Wohnbauten bestimmter Typenserien, Supermärkte, Kitas, Schulen etc.) alle weitestgehend erhalten werden und bestenfalls entsprechend einem meist kurzsichtigen und drittklassigen Modediktat "aufgehübscht" werden :nono:


Gruss
AeG

Jo-King
29.10.05, 00:42
"Neumarkt: Vor der Weihe wird Richtfest gefeiert"

http://www.immobilien-zeitung.de//htm/news.php3?id=15664&rubrik=1

Tarsis
01.11.05, 22:08
Es geht also voran am Neumarkt ! Sehr interessant ! Wiss jemand einen Link für Webcams oder wo man sich mit Bildern über die Projekte auf dem Laufenden halten kann ?

rec
02.11.05, 00:27
Die besten Informationen liefert die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) unter www.neumarkt-dresden.de. Eine Panorama-Webcam vom Neumarkt gibt´s unter www.cityscope.de/dresden/index.html.

Tarsis
02.11.05, 10:29
Danke Dir !

Auf den ersten Link bin ich gestern in der Nacht auch noch gestossen und habe mir das alles angeschaut ! War vor Monaten Anfang des Jahres schon mal auf die Seite geraten, hatte den Link aber verschusselt.

Artec
09.11.05, 15:20
Ein paar aktuelle Bilder vom gestrigen Tag...


http://img499.imageshack.us/img499/4637/neumarkt10ht.jpg

http://img499.imageshack.us/img499/2411/neumarkt27mu.jpg

http://img499.imageshack.us/img499/3310/neumarkt34ku.jpg

http://img418.imageshack.us/img418/2194/neumarkt42ik.jpg

http://img418.imageshack.us/img418/2936/neumarkt52bq.jpg

http://img418.imageshack.us/img418/1409/neumarkt61io.jpg

http://img418.imageshack.us/img418/4732/neumarkt78fg.jpg

http://img418.imageshack.us/img418/7209/neumarkt83zg.jpg

http://img479.imageshack.us/img479/3223/neumarkt95hm.jpg

Tessenow
09.11.05, 15:43
Vielen lieben Dank, Artec! Endlich gibt es wieder aktuelle Bilder auch im DAF.:daumen:
Die Salomonisapotheke ist wirklich klasse geworden. Trotz Flachdach-
Meine Befürchtung wegen des grauen Putzes haben sich Gott sei dank nicht bestätigt und das Gebäude wirkt tortz seiner Schlichtheit sehr üppig dekoriert. Was 8 Spiegel nicht alles bewirken.
Hast du vielleicht noch eine Nahaufnahme des EGs?.
Das EG des Hotel de Saxe nimmt ja auch langsam Form an. Nur frag ich mich welche Farbe, die Erdgeschossfassade dort bekommt. Die bleibt ja denke ich nicht so.

Bin jetzt schon gespannt wie der gebogene Dachstuhl am QF in der Realität ausehen wird. So lange sollte es nichtmehr dauern. NE knappe Woche vielleicht?!

Wie hat es dir denn auf dem geöffneten Neumarkt gefallen?

Artec
09.11.05, 18:17
Wie hat es dir denn auf dem geöffneten Neumarkt gefallen?
Mir hat es sehr gut gefallen....ich hab den Platz nicht wieder erkannt. Ich kannte ihn aus früheren Jahren sehr gut und musste mich jetzt erst einmal orientieren...als ich auf einmal vorm Hilton stand, hab ich mich schon ma sehr gewundert...verblüffend die ganze Aktion...sollte es häüfiger geben...

Wenn alles fertig ist, wird man, egal wo ma hinschaut, vom neumarkt aus fast nur historische und rekonstruierte gebäude sehen...klasse!

Bembel
10.11.05, 15:39
Danke für die Fotos!

Wenn ich mir das drittletzte Bild so anschaue mit dem Schriftzug "Apotheke": Schade, daß dort offenbar eine Apotheke reinkommt und nicht ein paar Schritte weiter in die rekonstruierte Salomonis-Apotheke - das würde doch viel besser passen!

LuckyLuke
10.11.05, 16:15
Danke für die Fotos. Der Neumarkt wird (wieder) fantastisch!

Tessenow
04.12.05, 13:47
Neue Bilder auf http://www.neumarkt-dresden.de/bilder-dez05.html
Lohnenswert!

Futz77
31.01.06, 18:26
Neue Bilder von Januar.
http://www.neumarkt-dresden.de

rec
24.02.06, 01:04
Sieht so aus, als hätten die Bauarbeiten mittlerweile begonnen.

"Zur Zeit entfernt ein Bagger vorsichtig die
beiden verbliebenen Keller, was einerseits bedauerlich ist. Aber eine Vielzahl der geborgenen Sandsteine soll später wegen Hochwassersicherheit in den Neubau der Untergeschosse für das Restaurantgewölbe wieder eingebaut werden, so der Wunsch des privaten Investors aus Baden-Württemberg. Die Münchener Augustiner Brauerei wird auf drei Ebenen ein großes Lokal eröffnen."

Quelle: www.neumarkt-dresden.de

Tessenow
05.03.06, 11:09
Gibt noch eine andere WebCam vom Neumarkt.
http://img117.imageshack.us/img117/4974/bild1kg.jpg
http://webcam.frauenkirche.de/
Viel besser als die Cityscope-Cam. Zumindest solange die beiden Quartiere im Bau sind.

Tarsis
06.03.06, 15:50
Sehr geile Sache ! Endlich mal eine Cam die richtig funktioniert und auch sehr gut Bilder liefert !

Sagan
02.04.06, 15:58
Aufnahmen vom 13.März:
http://img45.imageshack.us/img45/4071/dresden060228xd.jpg
http://img45.imageshack.us/img45/7458/dresden060264ip.jpg
http://img90.imageshack.us/img90/4822/dresden060316je.jpg
http://img70.imageshack.us/img70/2096/dresden060541hs.jpg

Futz77
23.04.06, 07:10
Dresden erhält, von aussen jedenfalls, seinen Rokokopalais zurück. Es geht hierbei um die Reko vom Kurländerpalais. Ein kurzer Film dazu auf der Webseite von: www.dresden-fernsehen.de

Tessenow
23.04.06, 10:27
Schöne Nachrichten, das Palais oder besser, dass was davon noch steht, kann man ja auch sehr schön auf dem letzten Bild erkennen.

Weitaus weniger erfreulich ist wohl der Grusel (http://neumarkt-dresden.de/image1/quartier3/entwurf2.jpg), der uns auf dem Quartier Q3 erwarten wird. Hier noch die beiden Gebäude (http://neumarkt-dresden.de/image1/quartier3/wettbewerb/Gesamtansicht01.jpg), die neben der Frauenkiche 16-17 stehen werden und auf dem anderen Rendering nicht zu sehen sind.

Das Projekt historischer Neumarkt wäre damit wohl gescheitert. Zum Glück kann der Thread weiterbestehen, da er sich nur mit dem Neumarkt beschäftigt...:nono:
Eine Frechheit, wie sich manche Politker über die Wünsche der Bürger hinwegsetzten und die nun erheblich wertgesteigerten Quartiere and profitgierige Inverstoren verhökern.

goschio1
23.04.06, 11:03
Was ist daran den Grusel?

Macht einen guten Eindruck.

Tessenow
23.04.06, 11:15
Das ist nicht historisch das ist Disneyland. Nur ein enziges der Gebäude hat jemals in dieser Form gestanden.
Hier (http://neumarkt-dresden.de/Vergroesserungen/postkarte-landhausstrasse.html) kannst du sehen wie die Straßenecke einmal ausgesehen hat. Das Eckhaus wurde fröhlich gespiegelt und ein Gebäude völlig frei erfunden. Der Rest sind Glasbauten, die im besten Falle noch so wie die Neubauten in der Töpfergasse (http://neumarkt-dresden.de/gaestebilder/april06/4.jpg) wirken werden.
Meine Familie hätte seinerzeit sicher nicht mehrere hundert Mark gespendet, wenn wir gewusst hätten, dass die Frauenkirche durch ihr Umfeld(welches nur durch sie überhaupt das Wert geworden ist) derart verschandelt werden würde.

Ganz zu schweigen von der Gewandhausproblematik (http://neumarkt-dresden.de/image1/gewandhaus/simulation-hummel1.jpg), die dem Platz vielleicht den Rest geben dürfte.

Jai-C
23.04.06, 13:56
Was ist denn so schlimm an Disneyland? Da gehen doch jährlich Millionen von Menschen hin...

Ben
23.04.06, 14:26
Aber nicht wegen diesen Verschandelungen, sondern wegen dem Rest und natürlich der Frauenkirche. Die meisten werden da nicht denken "Oh, was für ein interessanter Kontrast/Bruch!", sondern "Wie kann sowas nur hier hinstellen?!" u.ä.. Das höre ich - auch wenn du es nicht glauben magst - auch hier oft genug von Passanten. An sich gehen sie ja, nur würden sie eher in die Prager Str. oder so passen.

goschio1
23.04.06, 16:33
@Samuel


Wobei die von dir gezeigten historischen Bauten recht banal sind. Meiner Meinung nach nichts besonderes. Ob dadurch die Frauenkirche besser wirken wuerde ist sehr zu bezweifeln. Die jetztige Bebauung hat schon ein recht gutes Niveau. Und ehrlich gesagt ist es egal wo genau nun welches Gebaude stand. Die meisten Menschen koennen sich eh nicht mehr dran erinnern.

Die wenigen modernen Bauten haetten nicht sein muessen, schaden aber auch nicht wirklich. Der Gesamtcharacter des Platzes bleibt historisch. Und darauf kommt es an.

Ben
23.04.06, 20:35
Abgesehen vom Böttcher-Haus ist ja dieses Mini-Glasding voll ätzend...http://neumarkt-dresden.de/image1/quartier3/wettbewerb/Gesamtansicht-Passageneinga.jpg

Könnte man den Passageneingang nicht irgendwie tarnen, indem man z.B. eines der Nachbarhäuser etw. modifiziert, wie hier...
http://img187.imageshack.us/img187/842/gesamtansichtpassageneinga9fu.jpg
Das kann doch bei sonem kleinen Stückchen nicht schwer sein...?!

Und hier geht für den rechten Neubau ein recht schönes hist. Haus drauf...http://neumarkt-dresden.de/image1/quartier3/wettbewerb/Gesamtansicht05.jpg

Tarsis
24.04.06, 01:43
Ich weiss gar nicht was die ganze Aufregung soll ! Man kann den Weltkrieg und die Zerstörung Dresdens nicht einfach so ungeschehen machen und alles wieder so "hinbauen" und en detail rekonstruieren als ob nichts geschehen wäre ! ZUmal für einzelne Gebäude ja auch gar keine Pläne und ausreichend scharfe Bilder für eine genaue Wiedererreichtung existieren.

Und nur weil irgend eine Klitsche mal an der Frauenkirche gestanen hat muss sie noch nicht wiederaufbauwürdig sein.

Das klingt zwar sehr radikal - ist aber auch nicht von der Hand zu weisen. Was zählt ist, dass der Neumarkt wieder in historischen Grundriss so weit als möglich bebaut wird. Das dabei sehr vieles mit alten Fassaden ausgestattet wird ist wichtig und gut so - hät es doch eine erinnerung an das vergangene wach. Aber es sind Kopien - teilweise nicht einmal das. Es werden GEbäude geschaffen, die alt aussehen aber nicht das wiedergeben was zuletzt am Neumarkt Tatsache war ! Es werden diverse Zeitabschnitte rekonstruiertt - je nachdem welcher Gebäudezustand heute als am "schönsten" empfunden wird.

Und meiner Meinung nach gehören an den Neumarkt auch wirkliche Neubauten auf altem Grundriss, die nicht vorgeben etwas zu sein, was sie definitiv nicht sein können. Nämlich originale barocke Bausubstanz !

Nebenbei klingen einige Beiträge hier, als ob der ganze Neumarkt mit Betonburgen vollgekleistert wird. . .das genaue Gegenteil ist doch der Fall ! Hier geschieht etwas in Deutschland Einmaliges - das ist doch der Hammer an sich ! Was man jetzt hier tut ist sich über Kleinigkeiten zu streiten und das große Ganze aus dem Auge zu verlieren !

Oder möchte jemand im Ernst das alte Polizeipräsidium zurück ? Die Bauten in der Töpferstrasse sind nicht barock - aber fügen sich ins Gesamtbild bestens ein.

So what ?

;-))

rec
25.04.06, 19:38
Wobei die von dir gezeigten historischen Bauten recht banal sind. Meiner Meinung nach nichts besonderes.

Das stimmt so nicht. "Rekonstruiert" werden in diesem Quartier nur Leitbauten, also Gebäude, denen ein bauhistorisch besonderer Wert zugemessen wird (und die deswegen zumindest äußerlich wieder hergestellt werden müssen).


@Tarsis

du triffst den Nagel auf den Kopf. Es gibt jedoch zwei Probleme mit diesem Quartier:

- Die geplanten Neubauten richten sich z.T. nicht nach der Gestaltungssatzung, die Glasfassaden am Neumarkt unmöglich gemacht hätte, wenn sie in Kraft getreten wäre. Der Investor möchte mit den Glasfassaden bewußt Brüche am Neumarkt entstehen lassen. Das wird kritisiert. Angepasste Neubauten wie der Wörnerbau AdF 22 treffen dagegen allgemein auf Wohlwollen.

- Teilweise sind Fassaden geplant, die es so nie gegeben hat, was du auch schon angesprochen hast. Das kann natürlich auch keine befriedigende Lösung sein, ich bevorzuge eine angepasste moderne Fassade gegenüber einer erdachten barocken Fassade.

Tessenow
25.04.06, 20:07
Letztlich geht es mir ja auch nicht darum einen 1:1 Vorkriegszustand wiederherzustellen. Das wird ja auch so schon gar nicht mehr umsetztbar sein, da in den bereits realisierten Quartieren schon mehr als genug gespart wurde.
Jedoch kann man auch durchaus umfeldorientiert neubauen und muss nicht pausenlos Brüche schaffen. Es waren ja zugegebenermaßen auch ordentliche Entwürfe dabei. Das Grundproblem sind also folglich die zuständigen Politike, die aus den Entwürfen leider gerade diese Gebastel für die Besten halten.
Wenn dann zusätzlich noch die Rekonstruktionen Flachdächer und sonstige Mängel aufweisen, kann das Projekt leider nicht als geglückt bezeichnet werden.
Gescheitert war vielleicht ein wenig drastisch formuliert. Anscheind hat's aber was geholfen, schließlich ist jetzt endlich mal eine kleine Diskussion entstanden.

Wenigstens hat man an der Frauenkirche nicht so herumgekürzt, sodass sie wenigstens jetzt groß und mächtig den Platz dominiert und hoffentlich den Blick von den Glasbauten lenkt. Das Baufeld 1 und die Enscheidene Ecke des Priscobaufeldes scheinen ja ansehnlich zu werden und werden mit demTaschenbergpalais solide Umfeldsbeauung abgeben.

Die jetztige Bebauung hat schon ein recht gutes Niveau.
Jetzt ist es relativ hoch, wie du schon sagst. Leider ist da aber auch schon die Vorzeigereko.der mit VVK dabei. Was für Rekos wir von der Baywobau zu erwarten haben ist an Hand dieses Bildes (http://neumarkt-dresden.de/gaestebilder/sept05/sued.jpg) leider schon wieder abzusehen. Vom Baumaterial abgesehen.


Der Gesamtcharacter des Platzes bleibt historisch. Und darauf kommt es an.
Aber auch nur bedingt durch die Zwangsleitbauten, wie ich sie mal nennen will. Ansonsten stimmt es aber, alleine die Kleinteiligkeit und Struktur der Bebauung ist mir hundert mal lieber als das Polizeipräsidium.

vondraussen
25.04.06, 21:49
Ich finde den Neumarkt genial und die Frauenkirche einfach umwerfend. Die Gewinner für die Neubauten überzeugen mich auch nicht, besonders das schmale Haus. Das liegt aber nicht daran, dass es nicht historisierend ist, im Gegenteil, mir gefällt moderne Architektur in der Mischung mit alter sehr. Aber ganz abgesehen von der Debatte über modern oder Rekonstruktion liegt mir einfach der Entwurf nicht...ist ein bisschen langweilig.

Trotzdem, bin Dresden Fan....

Ben
26.04.06, 00:15
Es gab so viele, viel bessere Entwürfe, als das Böttcher-Haus, die auch nicht unbedingt "hist. korrekt" gewesen wären...Man sieht auch ihnen ihre Modernität an, fügen sich aber dennoch ein, wie es Prisco ja schon teilw. geschafft hat.
Was mich am meisten aufregt ist dieses absichtliche aus der Reihe tanzen. Aber wenn man sich an der Wiederherstellung eines hist. Raumes beteiligt, sollte man auch so "ehrlich" sein, und auch was zur hist. Atmosphäre beitragen, um dessen Herstellung es ja nun Mal genauso geht und die sich nun Mal aus der Umbauung zusammensetzt. Dazu gehört mehr als die Traufhöhe. Und wenn dann da etw. steht, was nicht passt, dann stört das die Atmosphäre, genauso, wie wenn in einem Zimmer heute an der selben Stelle der gleiche IKEA-Schrank steht wie gestern, nur, dass er farbl. überhaupt nicht mit der restl. Einrichtung harmoniert. Das ist nur wieder ein In-den-Mittelpunkt-stellen oder Auffallen-wollen. Auch wenn man Brüche will, geht das auf eine dezentere Weise (wie bei dem Haus hinter Apotheke).
Auch, wenn meine Prefärenz bekanntlich bei den hist. Stilen liegt, hat das nichts mit hist. oder modern zu tun. Genauso unpassend fände ich es, wenn man einen Barockbau zw. eine Reihe moderner Glas-Beton-Sandstein-Bauten setzen würde, die mit entsprechendem Füllbau gut, so hingegen lächerlich, aufgesetzt wirken würde.

Knotsch
05.05.06, 11:33
Ein Artikel in der FAZ (http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E8B520FCC311A42C99E6072A3BC725A 4D~ATpl~Ecommon~Scontent.html) zur Eröffnung des Vier-Sterne-Hotels Hotel de Saxe in Dresden am Neumarkt.

Scheint ein alles in allem gelungenes Projet, da zur Zeit besser ausgebucht als geplant, von aussen gut anzuschauen, und innen... naja... eine etwas mutlose Innenarchitektur. Ich denke, da kann man sehr gut mit leben.

Was ich nicht wusste: Mit dem Hotel de Saxe ist nicht ein im Dresdner Bombenhagel zerstörtes Vorkriegshotel wieder aufgebaut worden, sondern ein zwar berühmtes Haus, dass aber bereits 1888 abgerissen worden war und 117 Jahre lang nicht existierte. Zwischenzeitlich stand da ein ungeliebtes häßliches Wilhelminisches Postgebäude.

Young W.
05.05.06, 14:45
häßliches Wilhelminisches Postgebäude.

Das dürfte wohl Geschmacksache sein.
Ich z.Bsp. fand dieses Gebäude sehr hübsch, allerdings inadäquat für den Standort.

Tarsis
09.05.06, 14:21
Das dort ein wilhelminisches Postgebäude gestnden hat war mir gar nicht bewusst ! Hat jemand einen Tipp wo man sich das evtl. genauer anschauen könnte ?

Und ich habe noch mal eine andere Frage - wenn man vom Schloss rüber zum Postplatz geht wird ja derzeit eine große STraßenbahnhaltestelle neu gebaut. Dieser genau gegenüber liegt eine Ruine. Es sind nur noch bis etwa 2 m Höhe die Umfassungsmauern stehen geblieben, jedoch ist nirgends ersichtlich um welches ehemalige Gebäude es sich handelt. Soweit man sehen konnte muss es auch aus der Zeit des Kaiserreiches stammen und am Eingang ( Ecke direkt am Postplatz ) ist eine Gedenkplakette für den 17. Juni 1953 angebracht.

Wer weiss mehr ?

Young W.
09.05.06, 14:58
@Tarsis:

Guckst Du hier: http://www.neumarkt-dresden.de/neumarkt-ost.html

Beim von Dir angesprochenen Gebäude am Postplatz handelt es sich um die Hauptpost. Vom Hauptportal der Post ist heute nur noch die Grundmauer übrig.

Tarsis
09.05.06, 19:36
Vielen Dank ! Gibt es von dem Postgebäude irgendwelche Abbildungen ? Konnte leider auch nichts finden im Netz. Mal abgesehen von bildlichen Darstellungen. Wiesoll es denn mit dem Postplatz weitergehen incl. der Ruine der neuen Hauptpost ?

Ist ja derzeit ein eher gruseliger Anblick . .

Ben
09.05.06, 20:08
Komisch...Nicht mal im Bildindex ist was zu finden, weder unter Postbauten noch unter Neumarkt...:confused:
Was stand denn hinter dem Polizeipräsidium? An der Rückwand erkennt man erkennt man Wandansätze...?

Young W.
09.05.06, 22:07
Der Postplatz wird ja zur Zeit fit gemacht für neue Investoren...
Straßenbahngleise werden völlig neu verlegt, Baracken abgerissen, neue Flächen erschlossen und bepflastert.
Und das Ganze wird bekrönt vom neuen Zentralhaltestellenpylon...
Man erhofft sich somit bereitwilligere Investoren, um dem Platz eine neue Fassung zu geben.
Für das Postgebäude gibt es dagegen noch keine konkreten Pläne.

TheBerliner
10.05.06, 16:25
@Ben: Das ist das Trakwerk des Gebäudes, das sich nach außen abzeichnet.

Tarsis
11.05.06, 07:10
Na wäre ja zu hoffen, dass das bald was wird ! So wie der Platz jetzt wirkt könnte man meinen die trümmerräumung wäre gerade erst grob abgeschlossen ! Sehr bedauerlich . . . aber der Platz hat durchaus Potential !

Ich sehe nur Probleme darin, dass alte und neue Bebauungslinien aufeinadnertreffen und teilweise nicht wirklich kompatibel sind. Unter anderem eben an der Ruine eben des alten postamtes. Entfernt man sich entlang dieser Ruine vom Postplatz so fällt die Bebauungslinie weit zurück und die Strasse wird von riesigen Plattenbauten flankiert . . . wie man das übereinbekommen will . . .*grübel*

febbie
26.05.06, 10:15
Das dort ein wilhelminisches Postgebäude gestnden hat war mir gar nicht bewusst ! Hat jemand einen Tipp wo man sich das evtl. genauer anschauen könnte ?

Und ich habe noch mal eine andere Frage - wenn man vom Schloss rüber zum Postplatz geht wird ja derzeit eine große STraßenbahnhaltestelle neu gebaut. Dieser genau gegenüber liegt eine Ruine. Es sind nur noch bis etwa 2 m Höhe die Umfassungsmauern stehen geblieben, jedoch ist nirgends ersichtlich um welches ehemalige Gebäude es sich handelt. Soweit man sehen konnte muss es auch aus der Zeit des Kaiserreiches stammen und am Eingang ( Ecke direkt am Postplatz ) ist eine Gedenkplakette für den 17. Juni 1953 angebracht.

Wer weiss mehr ?

Du willst Fotos vom schönen Postgebäude? Ok, aber ich warne dich, nimm schon mal ein Taschentuch zur Hand, den es wird sehr deprimierend sein, wenn einem klar wird, dass sowas Schönes für immer verloren gegangen ist. :nono:

http://www.postplatz-dresden.de/bilder/postplatz.jpg

http://www.dr-loehr-briefmarken.de/PostplatzAnnen40DM.JPG

Und so siet es da bekanntlich heute aus:
http://www.dresden-postplatz.de/img/dsd_overview.jpg

Tarsis
26.05.06, 17:20
Ach ja - da kann man nur hoffen, dass die Stadt da ein AUge darauf hat, was denn dort entstehen soll ! UNd darauf, dass der Stadtgrundriss wieder etwas angepasst wird. So ausufernd wie derzeit dort alles aussieht kann es wohl nicht bleiben. Es entsteht kein Platzgefühl - man kann kein stimmiges Raumgefüge entdecken.

Gibt es den Bebauungspläne für das Grundstück der Post bzw. für die weitere räumliche Gestaltung des Postplatzes ?

semper
12.08.06, 21:10
hier ein Link zur offiziellen Planung der Stadt Dresden zum Postplatz


http://www.dresden.de/index.html?node=1390

Grüße

semper

morue
06.09.06, 12:11
Es gibt neue Bilder auf der GHND-Website:

http://www.neumarkt-dresden.de/

Futz77
19.10.06, 22:32
Neue Bilder von einer Art Einkaufspassage direkt am Neumarkt. Sieht sehr schön aus. Ich habe mal eine Frage...Gibt es in DD fasst nur ältere Menschen? Habe immer das Gefühl, bei Dresden Bilder sehr wenig junge Menschen zu sehen.

www.neumarkt-dresden.de

Tarsis
20.10.06, 18:52
Nun der Eindruck mit den äteren Menschen mag daran liegen, dass die Bilder immer unter der Woche und eben im Gebiet DER Touristenattraktion - der Frauenkirche - aufgenommen wurden. Dahin wälzen sich ja die Ströme an Besuchernd er Stadt und das sind unter der Woche vornehmlichauch Rentner . . .;-))

Ich glaube nicht, dass Dresden so wenig bietet, dass alle jungen Leute abwandern ! ;-))

snitch
20.10.06, 19:04
sorry für OffTopic aber das muss ich los werden. Ist schon jemandem aufgefallen das in Dresden noch mehr von diesen Bauchtaschen-fassonfrisur-urbanmilitary-fettenikeschuhe-typen rumlaufen als in Berlin-Marzahn? Wie kommts das sich in Dresden diese "Mode" so durchgesetzt hat. In Berlin tragen sowas nur die größten Prolos, in Dresden tragen das alle. :confused:

Auch ein interessanter Dresden Trend: Frauen mit Teil-blondierter Harrpracht. Schrecklich.

Futz77
15.11.06, 00:23
Neue Bilder vom Neumarkt.

www.neumarkt-dresden.de (Quelle)

Danke, habs jetzt abgeändert.

Tarsis
18.11.06, 11:34
Hmmm - da scheint etwas nicht zu stimmen ! Auf der Webseite vom Neumarkt gibt es keine neuen Bilder und wenn man deinen Link benutzt landet man auf der Seite vom Schlosshotel Pillnitz ! Nix mit neue Bilders - ggf. ein Irrtum ?

Tessenow
18.11.06, 12:00
Wie wäre es mit http://neumarkt-dresden.de/.

Waxo Khana
06.05.07, 17:50
Ich lach mich schlapp,
dieses schöne areal
http://www.neumarkt-dresden.de/image1/17-04-2007.jpg

Und das kommt dahin
http://www.neumarkt-dresden.de/image1/gewandhaus/wettbewerb/Cheret-Bozic3a.jpg
ekelhafter geht es kaum :nono:

Artec
06.05.07, 18:00
niemals!!!

kann ich nicht glauben..quelle?...ich bin öfters am neumarkt gewesen und hab davon nichts gesehen...


edit:

ich habs gesehen..unfasssbar!! idioten!

Rohne
06.05.07, 18:11
Dazu fällt mir nur eins ein: pervers!

arnd
06.05.07, 18:21
Sehen ich und etliche andere auch so. Allerdings waren die anderen Vorschläge der Top Five auch nicht besser. Schaut sie euch mal in den News unter www.neumarkt-dresden.de (http://www.neumarkt-dresden.de/) einfach mal an.

nitsche86
06.05.07, 20:26
Grausam!

In den bisherigen Bauten des Architekten leben die 60er Jahre wieder auf:
http://www.cheret-bozic.de/bauten/bauten_index.html
purer Beton...

LeFay
06.05.07, 20:43
Den zweitplazierten Entwurf fand ich wesentlich besser, da zumindest zurückhaltender. Brave Form, mit Holzfassade und etwas Schwung. Außerdem hätte man den Kasten am einfachsten in 10 Jahren umbauen können...

Zur Zeit scheinen ja die 60iger in Retro wieder "in" zu sein. Als hätte man nichts gelernt. Jede Generation muß wohl ihre eigenen Fehler machen.

PGS
07.05.07, 00:28
Sind die deppert? Das zerstört des komplette Ensemble! :nono:

Ben
07.05.07, 01:03
Nein, die sind fortschrittlich und zukunfstgewandt und blabla:drug: ...Schwachsinn...Da reißt man sich das Gesäß auf, um der Stadt bzw. diesem Platz wieder schön zu machne und dann kommen diese Heinis und machen alles kaputt um sich zu profilieren...:nono: Es gibt doch schon ne Tiefgarage, wozu dann also noch ein Parkhaus ;)?

arnd
07.05.07, 14:46
Meine ich ja auch. Bei einem derartigen Bau in so einer Umgebung kann man ja nur noch nach der Planierraupe rufen. Von der Aussenfassade her muss es sich auf jeden Fall mit den angrenzenden und gegenüber stehenden Gebäuden decken. Das Innere steht auf einem anderen Blatt geschrieben. In dem Zustand passt das Gebäude in diese Umgebung so gut wie ein Artikel von Eva Herman (http://de.wikipedia.org/wiki/Eva_Herman) in der "EMMA (http://de.wikipedia.org/wiki/Emma_%28Zeitschrift%29)"

Escobar
07.05.07, 15:04
also da fehlen mir aber auch die worte!! wie kann man sowas direkt vor die frauenkirche bauen? vor allem wo drumherum fleissig rekonstruiert wird... :neinnein:
ich bitte alle aus dresden sofort eine bürgerinitiative zu gründen und DAS zu verhindern!!! :D

arnd
07.05.07, 15:53
So etwas gibt es gewissermaßen schon in Form der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e.V.. Diese will eine möglichst geschichtstreue Rekonstruktion des Gebietes und hat auf dieser (http://www.tourdresden.de/?p=311) und dieser (http://www.tourdresden.de/?p=312) Seite dem ganzen Vorhaben die rote Karte gezeigt.

Manuel
07.05.07, 16:11
Ich denke schon, dass es möglich sein sollte, an dieser Stelle auch moderne Architektur zu entwickeln. Und es ist auch nicht so, dass moderne Architektur unbedingt unscheinbar sein oder sich unterordnen muss. Es hat keinen Sinn, das Alte und Vergangene 1:1 wiederaufzubauen. Es gibt keine Architektur-Reservate.

So gesehen mag ich mich der allgemeinen Kritik und der Forderung nach einem vollständigem Ensemble absoult nicht anschließen.

Und eigentlich sagt mir der Entwurf von Cheret & Bozic (http://www.cheret-bozic.de/) sogar sehr zu. Auch der zweite Platz gefällt mir, wenngleich er schon etwas langweilig ist.

Einzig stört mich am Siegerentwurf die weiße Fassade. Ockerfarben oder Beige würde er mir besser gefallen und die vorhandene Bebauung auch besser ergänzen. Weiß ist einfach schlecht.

Das dieses Wettbewerbsergebnis allerdings zahlreiche Empörung und Unruhe verursachen wird, wird den Verantwortlichen wohl klar gewesen sein. Ein solcher Kontrapunkt mag allerdings ab und zu nötig sein.

arnd
07.05.07, 16:14
Aber nicht an der Stelle. Da hat so etwas nun wirklich nichts zu suchen.

Manuel
07.05.07, 16:22
Genau da gehört das neue Gewandhaus aber hin. :daumen:

Trips
07.05.07, 16:34
Es waren aber (auch ausserhalb der Top5) deutlich bessere zeitgenössische Entwürfe dabei, den Sieger finde ich einfach nur hundsmiserabel.
Ungelenk, gezwungen und trotzdem anonym und vermutlich auch mit sehr kurzer halbwertszeit.:Nieder:

Manuel
07.05.07, 16:56
So haben im Deutschen Architektur-Forum halt immer verschiedene Meinungen ihren Platz und das ist es dann, was uns von den anderen Foren unterscheidet. :daumen:

Einzig der zweite Platz würde mir noch zusagen, wenngleich eben zu brav. Der dritte Platz ist stinklangweilig, der vierte sieht aus wie eine Werkhalle und der fünfte Platz wirkt auf mich, wie das Ergebnis vollständig verkehrter Medikation.

Und ein historisierender und angepasster Bau mit diesen Ausmaßen wäre kaum möglich, wollte man sich nicht völlig der Kulissenschieberei hingeben.

arnd
07.05.07, 16:57
Wo sind diese denn zu sehen?

rec
07.05.07, 18:00
^
Die ersten fünf Plätze hier: http://www.neumarkt-dresden.de/news.html


Und ein historisierender und angepasster Bau mit diesen Ausmaßen wäre kaum möglich, wollte man sich nicht völlig der Kulissenschieberei hingeben.

Die Verfechter des historischen Neumarktes möchten an dieser Stelle überhaupt keinen Neubau, auch keinen historisierenden.

Das dieses Wettbewerbsergebnis allerdings zahlreiche Empörung und Unruhe verursachen wird, wird den Verantwortlichen wohl klar gewesen sein. Ein solcher Kontrapunkt mag allerdings ab und zu nötig sein.

Genau! Volkserziehung!

Manuel
07.05.07, 18:06
Das dort ein Neubau entstehen soll, war aber seit geraumer Zeit klar. Und mit "Volkserziehung" hat das wenig zu tun, wenn man historische Bauten durch moderne Bauten ergänzt und dabei bewusst eine andere Gliederung der Fassade wählt.

Waxo Khana
07.05.07, 18:20
Das ist aber keine andere Gliederung der Fassade, sondern hässlich.

Mein Verständnis für den Begriff "hässlich" wird ziemlich genau durch dieses Gebäude ausgedrückt.

Das schöne an konträren geschmäckern ist das es keinen Sinn hat über schön und hässlich zu streiten, da schönheit im Auge des Betrachters liegt.

zur entschärfung Augenkrebs mit hässlich vertauscht

Manuel
07.05.07, 18:30
Sorry Waxo Khana, aber wer nicht an Augenkrebs leidet, kann die vertikale Gliederung recht klar erkennen, die eben der horizontal gegliederten Fassade der Frauenkirche entgegengesetzt werden soll.

Ist ja okay, wenn es einigen nicht gefällt. Kann ja verstehen, dass Anhänger historischer Architektur andere Vorstellungen haben. Aber diese blöden Ausdrucksweisen von idiotisch, pervers, Planierraupe bis zu Augenkrebs gehen mir echt auf die Nerven.

Schmittchen
07.05.07, 18:42
Was für ein entsetzlich dummer Klotz. Und doch in gewisser Weise unfreiwillig komisch: So wie man vor einigen Jahrzehnten meinte, jeder halbwegs unzerstört über den Krieg gekommenen westdeutschen Stadt einen brutalistischen Betonblock für Sparkasse oder Hertie ins Herz rammen zu müssen, so hat man hier bisher - mehr oder weniger - historisierend gebaut, um dies nun durch einen dermaßen unpassenden Kasten in 1970er-Kaufhausarchitektur abzustrafen.

PGS
07.05.07, 20:33
^^ du bringst es auf den Punkt! Genau das ist es.

Ich kann nicht verstehen, warum ein Großteil der heutigen Architekten so borniert ist und nicht akzeptieren will/kann, dass ihr Verständnis über "Kunst" außer von ihnen selbst und einer elitären Clique vermeintlicher "Kunstexperten" von einem übergroßen Teil der Bevölkerung nicht angenommen wird. Die Architektur der letzten 70 Jahre wird es mit einer Mischung aus langweiligen, pseudo-avantgardistischen Zweckbauten und dieser banalen Glas/Beton/Stahl Kombo nie schaffen, nachhaltig unserer Zeit ihren Stempel aufzudrücken. Man baut an den Zeichen der Zeit und am Befinden der "Leidensgenossen" vorbei. Von der Frauenkirche spricht man noch in Jahrhunderten, aber über den neumodischen Rest? Bei der nächsten Flurbereinung steht die Abrissbirne schon bereit...

Kunst kommt mMn primär von können. Der Stil ist ein ästhetischer Schaffensausdruck. Beides ist hier nicht vorhanden, leider! :Nieder:

DiggerD21
07.05.07, 20:39
Ich finde, das Gebäude passt nicht in das Gesamtkonzept, in welchem ich die Frauenkirche als Dominante des gesamten Platzes sehe. Im Gegenteil, der Kontrast wird durch den Siegerentwurf zu groß und der Gesamteindruck wird IMO zerstört. Für mich wieder mal ein Fall, wo sich Architekten auf Kosten des Umfeldes profilieren wollen.

VeenenbergR
07.05.07, 22:32
Obwohl ganz Deutschland jahrzehnten lang verstümelt wurde mit unangepasste bunkerartige Neubauten und modernistische Ungetümer, endlich dann mit der Rekonstruktion der Frauenkirche Vernunft siegte, aber nach einigen Reko's (auf millionen von Neubauten) doch wieder der Teufel um die Ecke kam. :confused: :confused: :confused: :confused: :confused: :confused: :confused: :Nieder: :Nieder: :Nieder: :Nieder: :Nieder: :Nieder:

Was um Gotteswille soll das heissen??? Rache der Modernisten am wiedererstanden Neumarkt?

Manuel
08.05.07, 13:00
Beim Dresdner Fernsehen (http://www.dresden-fernsehen.de/default.aspx?ID=1988&showNews=80932) gibt es einen Bericht über das Baugeschehen am Dresdner Neumarkt und über das Wettbewerbsergebnis für das Gewandhaus.

<<Klick mich! (http://www.dresden-fernsehen.de/default.aspx?ID=1988&showNews=80932)>>

Ben
08.05.07, 13:42
Ungeachtet pers. Preferenzen, wie kann man behaupten, dass sich dieser Bau harmonisch, zurückhaltend, sensibel und blabla in die Umgebung einfügt? Schon die Größe und die in den Platz hereinragenden Lage mach bes. die Zurückhaltung doch eigentl. unmöglich, egal in welchem Stil es gebaut wird. Wieso spart man sich derartiges Standardgelaber nicht, und sagt direkt, dass es eben Brüche und Kontraste geben soll? Glauben die, die Leute sind so doof und sehen das nicht selbst?

nitsche86
08.05.07, 14:27
Wie sich das einfügen soll, ist eine gute Frage. Vielleicht nimm es die Proportionen auf, aber der Stil ist ein ganz klarer Bruch (und kein schöner) und die Formen gehen auch in keinster Weise auf denn Neumarkt ein. Mir erscheint er ziemlich beliebig.

Die Gästebücher auf der Neumarktseite sind auch ziemlich eindeutig, ich hoffe auf ein Scheitern des Projektes am Widerstand der Bevölkerung.
http://118316.guestbooks.motigo.com/

vondraussen
08.05.07, 14:36
Wie ich verstehe, gibt es sowieso Diskussionen darüber, ob man an dieser Stelle bauen soll oder nicht (siehe Diskussion auf "neumarkt-dresden.de").

Vor diesem Hintergrund spricht doch viel dafür, erstmal all die anderen "Quartiere", wie sie so schön heissen, zu bauen, und nach deren Vollendung in einigen Jahren zu entscheiden, was man mit dem Gelände macht.

Escobar
08.05.07, 14:50
"Ein hochsensibler Entwurf" und "ein hochelegantes Stück zeitgenössischer Architektur"... :rofl2:
Das der sich nicht schämt...

arnd
08.05.07, 17:48
Frag´ ich mich auch. Wie kommt der auf so einen Schwachsinn? Was ist daran sensibel? Was soll daran wirklich mit den angrenzenden Gebäuden korrespondieren? Das Ding könnte in den Plattenbaugebieten gut ankommen, aber hier muss etwas hin, dass die Fenster- und Simsthemen sowie die Dachformen der umliegenden Baute aufnimmt. So etwas passt da überhaupt nicht. Wer das für gut hält, hat meines Erachtens nach keinen Respekt vor der Architekturgeschichte und Dresdens Erbe.


Ach ja, dank einer Info von Trips kann ich hier noch mal ein paar Alternativvorschläge zeigen. Allerdings ist nur der Anfang halbwegs vertretbar, während danach wieder das große :puke: angesagt ist.

Hier ist der Link: http://www.aphforum.de/forum/viewtopic.php?t=994&postdays=0&postorder=asc&start=415


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Beiträge zusammengeführt, Manuel. :nono2:

bushfreak
16.05.07, 11:20
Also mir gefällt der Entwurf!
Nur kontroverse Architektur wie diese an eben dieser Stelle kann im Zusammenhang mit den wundervollen Rekonstruktionen der letzten Jahre aus Dresden wieder etwas Besonderes machen!

arnd
16.05.07, 12:51
Machst du Witze? An so einer Stelle, welche jetzt ihren Charakter wieder bekommt, hat etwas im Verhältnis dazu so Brutalistisches nix verloren. Das sieht aus, als würde das Technische Rathaus aus FFM in das Herz von Rotenburg ob der Tauber gepflanzt. Das Teil könnte in eine Ecke, die von Plattenbauten umrandet wird, aber nicht in ein von so vielen zumindest äusserlich rekonstruierten Gebäuden. Da passt es echt wie ein Wohnzimmer in "Gelsenkirchener Barock" gestaltet in einem Loft-Apartment.

Manuel
16.05.07, 13:07
@bushfreak: Da sind wir ja schon zu zweit... :daumen:

Es kann ja auch nicht darum gehen, die schöne alte Welt vollständig wieder aufzubauen. Vielmehr muss die wiedererrichtete Frauenkirche mit zeitgenössischer Architektur ergänzt werden, damit das Gesamtensemble überhaupt glaubwürdig ist. Die Frauenkirche nur mit irgendwie historisierter oder unauffälliger Architektur zu umgeben, wäre ein mutloser Schritt in die Vergangenheit. - Kulissenschieberei, die den Blick in die Zukunft scheut gebaut von Menschen, die sich selbst und ihre Zeit möglichst kaschieren wollen.

Und das Neue Gewandhaus, über dessen Architektur man natürlich streiten kann, schafft diese Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart.

Trips
16.05.07, 18:47
Und diese Verbindung von neu und alt erfolgt meiner Meinung nach nicht, da der neue Entwurf einfach zu schlecht ist um als Gegenpol zur, mit Ausnahme der FK, gar nicht mal spektakulären Umgebung zu wirken.
Wenn solcher Quatsch stellvertretend für das heutige Architekturgeschehen stehen soll darf man sich nicht wundern dass die Leute nach Rekos schreien.

arnd
16.05.07, 18:59
^Recht so. Ich kann auch nicht verstehen, wie man was derart grässliches schönfinden kann. So etwas gehört in die Abteilung, die spätestens nach ein paar Jahren im verwitterten Zustand so aussieht, dass sie erst einmal schöngesoffen werden muss. Ich weiss jetzt nicht ob es weiss angestrichen wird oder in Sichtbeton ausgeführt wird. Wenn es letzteres ist, dann kann bei dem Bau erst recht nach der Planierraupe oder Abrissbirne gebrüllt werden, oder etwa nicht?
Ich finde, dass der Platz frei bleiben sollte. Wenn Canaletto schon mit dem Gebäude seine liebe Not hatte, was sollen die heutigen Menschen dazu sagen, besonders dann, wenn es auch noch so ein Schnadfleck wird?

Ben
16.05.07, 19:58
...aus Dresden wieder etwas Besonderes machen!

Naja...Es wär nicht das erste Mal, dass ein (mühsam rekonstruiertes) Ensemble durch eine Fehlentscheidung zerstört wird. Insofern sehe ich darin keine Besonderheit, sondern schon fast Standard...

AeG
17.05.07, 04:41
Eigentlich wollte ich mich mit meinen Aktivitäten in diesem Forum ja etwas zurückhalten. Aber dieser Threadverlauf reizt doch zu sehr.

Wie kann man denn nur anhand eines einzigen, kleinen und unglücklich flach erstellten Renderings und ggf. ein paar technischen Abwicklungen (die vermutlich für keinen Laien und auch für viele Profis nicht hinreichend für eine ästhetische Beurteilung seien dürften) derart reißerische Negativ-Propaganda vom Stapel lassen?

Mag ja sein, dass dieser Entwurf nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Ich bin grundsätzlich auch kein Freund dieser, gerade mal wieder in Mode gekommenen Kuben-schieb-und-wechsel-Architektur.

Ich verstehe auch ehrlich gesagt nicht, wie sich intelligente Menschen immer wieder in haltlose Verschwörungstheorien hineinsteigern, wenn sie mit Ergebnissen anderer Leute Arbeit nicht einverstanden sind. Der böse Architekt als Weltverschandler, der bereits im ersten Semester unterschreiben muss, dass er - komme was wolle - von den schöngeistigen Idealen seiner Zeitgenossen Abstand zu nehmen hat. Ihr vergesst nur, in der Nahrungskette steht vor so ziemlich jedem Architekten ein Bauherr aus Fleisch und Blut. Müssen alle Bauherren (mit Ausnahme von Anderthalbgeschosser-EFHs und Discounter-Filialen mit Satteldach) auch diesen ominösen Geheimbünden beitreten? Oder hat der Architekt für besonders renitente Kunden stets sein Blitzdings dabei?

Selbstverständlich wurden in der Vergangenheit Fehler gemacht und es wird auch in Zukunft welche geben. Aber jede Generation macht ihre Fehler, die Abschaffer der ach so tollen traditionellen Architektur vor knapp 100 Jahren hatten dabei sogar über mehr als 50 Jahre einen größeren Rückhalt in der Masse als jedwede heutigen Tendenzen. Das will nur ein paar gottverdammten Kleingeistern in diesem Forum und anderswo partout nicht in den Schädel, da kann man es so oft wiederholen, wie man will und anhand sich stetig wandelnder gesellschaftlicher Rahmenbedingungen belegen. Aber es werden lieber ohne Sinn und Verstand Parallelen aus dem eigenen beengten Erfahrungshorizont zitiert. Für den selbsternannten Experten aus der vorletzten Reihe - der nicht einmal weiß, was "Brutalismus" tatsächlich bedeutet - ist natürlich alles sonnenklar vorhersehbar.

Weshalb wird wiederholt behauptet, ein zeitgenössischer Bau wie der hier Prämierte gehöre ins Plattenbauviertel, aber nicht an den Neumarkt? Motto: Häßliches zu Häßlichem? Große intellektuelle Leistung, bravo! Jeder, der sich etwas ernsthafter mit der Materie beschäftigt weiß, dass das - schon aus Erfahrung - eben gerade nicht funktioniert. Ein ästhetisch, funktional und handwerklich aufwändiger Neubau inmitten eines Gebietes, dessen Bestand lediglich stilistisch einem annähernd ähnlichen Kontext, jedoch auf sehr viel simplere Art entspricht, führt zwangsweise zu einer Abwertung des Umfeldes. Dem Rest der Bebauung gehen dann nämlich sämtliche Reize verloren, da sie allesamt in besserer Qualität am neuen Bau zu finden sind. Deshalb ist ein extrovertierter Bau der Moderne grundsätzlich in einem Ensemble, mit dem es nicht zu viele Überschneidungen der Attraktoren gibt, deutlich besser aufgehoben. Nur da kann er wirken und sein Umfeld im günstigen Fall bestärken.


Ob am Neumarkt aber überhaupt ein solcher Kontrapukt benötigt wird, sei dahingestellt. Es ist aber unheimlich schwierig, einen konkreten Ort, der ohne beachtenswerte historische Bausubstanz als Vorlage auskommen muss, mit einer an die historische bzw. historisierende Nachbarbebauung angepassten Sprache zu entwickeln, die weder übertrumpfend wirkt, noch qualitativ abfällt. Hier könnten sonst die gleichen negativen Effekte entstehen, wie am Beispiel Neu zu Neu beschrieben. Und im Gegensatz zu Orten, an denen Patzschkes und Co. frei historisierend werkeln können, sollte am Dresdner Neumarkt zumindest die Ehre des Bestandes gewahrt bleiben. Das funktioniert ganz sicher nicht, wenn man ein besonders pompöses Disneyland-Märchenschloss hinsetzt, dass seine Nachbarn wie barocke Plattenbauten (oder umgekehrt) wirken lässt. Zur mangelnden historischen Stringenz brauche ich mich hier wohl nicht weiter zu äußern, das haben schon andere (und ich selbst) oft genug versucht (und sind gescheitert).

Nach meiner Meinung sollte also vor allem ganz genau überlegt werden, ob man den Platz überhaupt bebaut, bzw. adäquat bebauen kann. Das betrifft, nicht nur architektonische Fragen, sondern auch städtebauliche und zeitgeschichtlich-soziologische. Sofern man das bereits hinreichend getan hat und dabei zum vorliegenden Ergebnis kam, sei's drum. Mit Sicherheit kennen nicht nur ein paar Schlaumeier dieses Forums das Frankfurter technische Rathaus und Artverwandte. Da kann man sich recht sicher sein. Müßig, zu erwähnen, dass noch vor wenigen Jahrzehnten die (ehedem konstruktiv bedingt) dauerbröckelnden, als menschenunwürdig eingestuften Backsteinkisten mit ihrem Gips-Kokolores gegenüber den günstigen und komfortablen Wohnungen der Nachkriegszeit diesen negativen Nimbus mehrheitlich inne hatten. Oder wie sonst hätten Szene, Studenten und Bohéme so leicht davon Besitz ergreifen und sie sukzessive zum Idealbild des derzeitigen Geschmacks stilisieren können? Was das bedeuten soll: Fehlentwicklungen wird es immer geben, nur bauen sie aufeinander auf und werden selten wiederholt. Es bedingt schon eines gehörig naiven Naturells, will man mit den Maßstäben von heute sowohl die Vergangenheit erklären, als auch die Zukunft deuten.

Im Fall der Fassade des Neubaues am Altmarkt wird es sich weder um "Sichtbeton" (ein weiterer Begriff, der hier in Unkenntnis regelmäßig depalziert verwendet wird), noch um Farbanstrich handeln. Statt dessen ist eine, den regionalen Traditionen angepasste Materialwahl vorgesehen (also vermutlich Sandstein). Das kann man in diversen Publikationen lesen, m. E. auch im Text des verlinkten Wettbewerbsbeitrages. Aber das Lesen ist den hier anwesenden Experten offenbar nicht zuzumuten. Die phänomenale Aussagekraft der einzigen, sich im Umlauf befindenen Visualisierung reicht als Deutungsbasis völlig aus.


Tut mir leid, aber das musste jetzt mal raus. Ihr könnt nun bei Bedarf mit Euren roten Pünktchen um Euch werfen (hoffentlich nur für die fehlende Nettiquette und nicht für gegenteilige Meinungen) und Euer Forum wieder in Ruhe ohne meine aktive Anteilnahme genießen.

vondraussen
17.05.07, 11:15
Ich finde die meisten Diskussionen hier wirklich gut. Klar es gibt manche Threads die Ausreisser sind, aber dafür gibt es dann wirklich informative und interessante Beiträge in den anderen. Besonders die Fotos sind oft super. Dabei stimme ich auch nicht mit vielen Meinungen überein, die hier vorgebracht werden.

Grosses Lob von mir an die Moderatoren!! Gerade in deutschen Foren ist es nicht so einfach, das nötige Mass an Zurückhaltung zu behalten und zu regeln. Ich hoffe auch, dass dies nicht Dein letzter Beitrag hier war.

Bezüglich Gewandhaus: ich stimme mit Dir überein, dass ein architektonisches Spannungsfeld reizvoll ist. Gerade an der Frauenkirche selbst ist das faszinierende, die alten Steine eingebettet in der neu aufgebauten Kirche zu sehen. Damit wird einem Deutschlands Vergangenheit, Zerstörung und Wiederaufbau so gewaltig und unmittelbar vor Augen geführt, das einem fast die Tränen kommen ob des Unsinns der Kriege und der Anstrengung, deren Folgen zu überkommen. Sowas zu schaffen ist glaube ich wirklich schwer und nach meinem Erachten wird die historische Spannung durch den Siegerentwurf des Gewandhauses nicht erhöht. Er sieht in meinen Augen eher wie ein Fremdkörper aus. Kritisieren ist natürlich immer viel einfacher....

Gut auch, dass Du nochmal ansprichst, dass es überhaupt nicht klar ist, ob diese Stelle bebaut werden sollte. Ich denke, man sollte warten bis die anderen Gebäude stehen, und dann nochmals dieses Thema angehen. Schliesslich gibt es hier keine Eile und ein Fehler wäre dann doch fatal.

Artec
21.05.07, 10:35
So wie es ausschaut, wird nocheinmal neu darüber im Stadtrat abgestimmt, ob das Gewandhausareal bebaut wird. :daumen:

www.neumarkt-dresden.de

arnd
21.05.07, 11:13
Wenn die Entscheidung revidiert wird, würde ich es begrüßen.

Dvorak
23.05.07, 22:24
Ich find den Gewandhaus-Entwurf toll! Er ist meiner Meinung nach wirklich gelungen.
Städtebaulich finde ich den Neumarkt mit Gewandhaus wesentlich besser als ohne. Das Johanneum braucht doch einen Konterpart (nicht Kontrast) der seine westliche Bauflucht aufnimmt. Man kann doch nicht ein Buaflucht auf die exakte Mitte eines symmetrischen Baus zulaufen lassen. Das ist ein derart schlimmer stilistischer Fehler (egal in welcher Epoche), dass es einem doch die Tränen in die Augen treiben muss. Ein Jüdenhof, der rechteckig von den Buafluchten des Johanneums und des Gewandhauses begrezt wir, verleiht der Schaufassade ein wesentlich besseres Umfeld, als es ein halber Platz, der nicht gefasst ist, und mit einem anderen ohne Vorbereitung verschmilzt könnte. Ich kenne einige Beispiele für gekonnte Platzsituationen zweier einander gegenüberstehender Gebäude, die dadurch, dass sie eine Platz zwischen einander aufspannen sich gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken. Z.B. stehen sich der Justizpalast, und die Polizei genau gegenüber, und sind gleich lang. Eine halbe Polizei, würde den Justiz-Palast abwerten. So ist es meiner Meinung nach auch hier. Das Johanneum braucht das Gewandhaus um richtig wirken zu können.

Erklär mir mal einer, was so unglaublich schlimm an dem modernen Gewandhaus ist. Ich finde es wirklich schön. Die schwierigsten Ecken, nämlich die wo die Dächer aneinander toßen sind nahezu genial gelöst. Der obere teil des Gewandhauses nimmt ganz klar Bezug zu den angrenzenden, und lässt einen Harmonischen Übergang zu.
Das Gebäude gehört weder zu der Kategorie Beton-Klotz, noch ist es ein Glaskasten. Es gibt doch eine Vielzahl verschiedenster verwandter Formen, die eine hohe grafische Dichte erzeugen, und die Form zusammen mit Überhängen und Balkonen gut betonen.
ich könnte noch wesentlich mehr Argumente für den Bua nennen, da ich aber dagegen nur gehört habe, das es Quatsch ist, es sei brutalistisch, schwachsinnig unsensibel (....) erspar ich mir dass, bis ich wirkliche Argumente gegen den Bau höhre.

So wie der Neumarkt ohne Gewandhaus aussehen würde, finde ich ihn langweilig. Ein wenig gefasster Platz, der an den Enden leicht verschwimmt, und nicht wirklich interessant gestaltet ist. Die verschneidung von vier etwas autarken Plätzen, die so zu einem wachsen finde ich interessante.

Vielleicht kann ja mal jemand andere argumente gegen das Gewandhaus anführen, als dass es Quatsch, Schwachsinn, ....sei. Soo schlecht wie er gardestellt wird sollte es da genug geben.

Trips
24.05.07, 04:15
Och man kann da durchaus modern bauen, nur kann ich persönlich mit diesem Entwurf überhaupt nichts anfangen, er erzeugt bei mir eine ungeheure Unruhe, die man nicht mit Spannung verwechseln sollte, die Gliederung mag sich formal an der Umgebung orientieren, wirkt auf mich aber letztendlich ungelenk und gezwungen.
Und letztendlich finde ich die Formensprache sehr beliebig, auch wenn der eigentliche Bau meinetwegen sonst wie stark auf die Umgebung zugeschnitten ist, ich musste mir die Visualisierungen 3 mal angucken bis sich in meinem Kopf überhaupt ein festes Bild hielt.
Gewandhaus Dresden? Volkshochschulanbau Böblingen? Parkhaus Gelsenkirchen nach Bergsenkung?:nono:


Das Problem hatte ich mit diesen Entwürfen hier nicht.
http://img508.imageshack.us/img508/8206/s4300325up1.jpg
http://img527.imageshack.us/img527/2430/s4300320eo2.jpg

(Bilder nicht von mir, aber zu Weitergabe freigegeben)

Dvorak
24.05.07, 07:28
Den letzten Entwurf aus Barcelona fand ich auch klasse. Besonders, weil er mit dem riesige Fenster alle Betrachtern noch einmal vor Augen führt, wer der Platzprimus am Nemarkt ist. Der Rest ist aber ein wenig zu einfach gehalten finde ich. Das Dach und die Anschlüsse an die übrigen Gebäude sind nicht so gut wie beim Sieger.

Zum Sieger noch einmal:
Ich glaube man soll das Gebäude nicht sofort fassen können. Das ganze hat ja etwas von einem Lisitzky-Proun (http://www.pucsp.br/pos/cos/budetlie/el2.gif), also verschiedenen Volumina, die frei in einen Raum gestellt werden. Das Beispiel ist nicht das beste, aber verdeutlicht hoffentlich was ich meine. Genau das braucht das Gewandhaus glaube ich. Wenn es sich gank konservativ als Klotz verhalten würde, dann würde es mehr schaden. So aber stellt sich ein Hybrid zwischen den umgebenden Plätzen, und dem Innenraum ein. WEnn die Öffnungen dabei mit einem bestimmten Ziel angelegt werden, dann verstärken si nich nur die Wirjung des Gebäudes als solches, sondern machen es einmalig, und es bekommt so stark einen Bezug zu dem Ort, dass es nur und ausschließlich am Neumarkt stehen kann. Die großen Fenster im Südteil der Ostfassade binden das Gebäude gezielt in den Freien Platz ein, während übergroße Fenster an der Nordfassade das Johanneum stören würden, besonders wenn es Eckfenster wären, die harte Ecke ein wenig mildern. Dort ist es ja richtig, die Bauflucht gegenüber dem Johanneum so stark wie nur irgend möglich heraus zu arbeiten, um diesem seine Wirkung zu geben. Im Süden verschwimmt die Ecke, um die beiden Plätze stärker aneinander zu binden. Ich glaube, dass man alle Fenster sehr gezielt entworfen hat, und auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, sie alle einen Sinn speziell für den Neumarkt haben.
Das mit der Ausstauschbarkeit kann ich so auch nicht stehen lassen, weil so ziemlich alle übrigen Gebäude am Neumarkt, oder besser alle bs auf die Frauenkirche wesentlich austauschbarer für ihre Zeit waren, als es die Kunsthalle heute ist. Die Besonderheiten der Neumarkt-Bauten sehe ich nicht. Das Johanneum als solches gibt es sicher mehrere zehntausend mal in Europa. Vielleicht mal ohne eine solche Treppe, oder ein Stockwerk höher, es bleibt aber eine austauschbare Architektur des 19Jhdt (das eutige Erscheinungsbild wurde ja mit dem Umbau 1873 geschaffen).

PS: Ich finde "Unruhe" wie du es nennst auch mal ganz gut. Egal von wo man guckt, es ergibt sich so immer ein neuer Blick auf das Gebäude, und es wird nicht so schnell langweilig. Das Unruhigste Gebäude am Neumarkt ist meiner Meinung nach auch die Frauenkirche, die eine unglaubliche Dynamik entwickelt, und deshalb so fasziniert.

Trips
24.05.07, 08:39
Siehst du genau das meine ich mit "gezwungen", man hat krampfhaft versucht jede Flucht und jede Fensterachse der Umgebung (die ich auch nicht überragend finde) aufzunehmen, dummerweise hab ich das Gefühl dass der Architekt dann nicht so recht wusste was man damit anfagen soll.
Das Ergebnis sieht dann aus wie ein Absturz im CAD Programm.:D

Und das mit der Unruhe meinte ich dem konkreten Fall uneingeschränkt negativ.
Anders als bei dem Holzer Kobler Entwurf (der wie ich finde die Dachlandschaft deutlich eleganter aufnimmt) oder der Frauenkirche sorgt die Unruhe nicht dafür dass ich den Bau (bzw die Visualisierung des selbigen) intensiver betrachte um ihn zu greifen, sondern vielmehr dafür dass ich mich zwingen muss nicht wegzusehen weil er mich nervt.

Und dieser konkrete Bau mag konzeptionell nur an diese Stelle passen, aber die ihm zu grunde liegende Formensprache, mit Verlaub, ich finde die könnte beliebiger nicht nicht sein, hier ein Fenster, dort ein Winkel, da eine Fläche.
Die dahinter stehende Konzeption mag für manchen interessant sein, aber was hilft das wenn man 99% der Bevölkerung die selbige erst erklären muss und in den Meisten Fällen dann trotzdem der (berechtigte) Einwand kommt dass das Ding immer noch ästhetisch fragwürdig, (um nicht zu sagen stockhässlich) ist.
Der gröstmögliche intellektuelle Anspruch ist nunmal selten der Königsweg, zumindest an so prominenter Stelle, das kann man betrauern, aber ich finde nicht ignorieren.

Zwölftonmusik und Death Metal haben sicher ihren Platz in der Musiklandschaft, trotzdem würde ich jeden der sowas auf einer Party auflegt mit Gewalt von der Stereoanlage fernhalten, ganz ähnlich geht es mir hier, natürlich wäre es durchaus paradox ausgerechnet eine Kunsthalle für zeitgenössische Kunst in einen historisierenden Neubau zu setzen, das will ich auch nicht, aber solche verkopften Dinger sind letztendlich Wasser auf die Mühlen derer die an der Stelle ausschliesslich historisierend oder aber gar nicht bauen möchten.

20 quatloos dass genau das passieren wird.

Dvorak
24.05.07, 20:48
Absturz CAD-Programm, 99% der Bevölkerung, Zwölftonmusik...:iognore:

Wenn ich mir den Bauplatz angucke, und mir überlege, welche Gestaltungsprinzipien ich einem möglichen Bau zu Grunde legen will, dann kommen für mich verschiedene Aspekte in Betracht.
Das Gebäude sollte hier nicht Teil einer einfachen Blockrandbebeauung sein, sondern mehr Teil des Platzes selbst. Nicht nur, weil man sagen kann, der Neubau steht auf einem ehemaligen Platz, ist also Teil des Ganzen Trubels der auf ihm statt findet. Gleichzeitig definieren sich Kunst und Kultur ja dadurch, dass sie inmitten der Gesellschaft stehen, und von den Einflüssen selbiger durchflossen und beeinflusst werden. Auch sind die Künste einem ständigen Wandel und einer Neuinterpretation unterworfen, die das Gebäude auch nach außen zeigen muss, wenn es die Kunst repräsentieren will.
Daher muss Dynamik für mich sein weil:
-sie grundlegend zum Ort gehört, und nicht ignorert werden kann
-sie die Kunst nur mit Dynamik repräsentieren kann.

Dass man sich daher eine art Proun gebaut hat, der in den Platz zu greifen scheint, ist für mich absolut logisch und nachvollziehbar. Unter allen Entwürfen gefallen mir auch nur die, die den Raum in das Gewandhaus hinein holen. Mäckler hat meiner Meinung nahc vollkommen versagt, weil er den Ort ignoriert.

Ich bin der Meinung, das man immer nur intellektuell bauen sollte, auch wenn das heißt den Willen der Bevölkerungsmehrheit zu ignorieren. Was heute schön ist, kann morgen hässlich sein, was aber gute Architektur ist, die intelektuell sich an der Architekturtheorie orientiert, wird so lange gut sein, wie die Architekturtheorie gilt. Auch die Moderne folgt jahrhunderte alten Grundsätzen, und ist deshalb wenn sie gut gemacht ist absolut zeitlos. Der geschmack der Zeit kann das nicht sein.

Trips
24.05.07, 21:51
Wenn Kunst also inmitten der Gesellschaft stehen soll, kann man es dann trotzdem in Kauf nehmen den Grossteil der Selbigen zu ignorieren?
Ich weiss nicht ob du mit der Argumentation so viel weiter kommst.

Und oben schreibst du was davon dass das neue Gewandhaus den Platz einfassen soll damit er nicht verschwimmt, und jetzt willst du dass er "Teil des Platzes selbst" werden soll. Na was denn nun.

Und Architekturauffassungen ändern sich genau so wie Geschmäcker, viele hochtrabenden Theorien unterlagen am Ende auch nur Mode und dem Wandel der Zeit. Und dass die Moderne, abgesehen davon dass sie selbst auch schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel hat, als solche sich sonderlich um "jahrhunderte alte Grundsätze" schert, ausser zumindest in der Anfangszeit krampfhaft alles anders machen zu wollen, wäre mir neu.

Ich will nicht dass man intellektuell anspruchslos baut, sondern dass man einen Kompromiss aus Anspruch und Akzeptanz findet, an erstem hat der Bau ja genug, an zweitem mangelt es wenn man gängigen Umfragen glauben schenken kann doch deutlich.
Damit scheitert er für mich an dieser von allen Seiten ausgesprochen kritisch beäugten Stelle.

Dvorak
24.05.07, 22:41
Welche Kunst wird denn ignoriert? Zwölftonmusik?:lach:

Er fasst die Plätze um ihn herum auch ein, wenn er mit ihnen verschwimmt. Das ist eher ein lingustischer Streit. Es ist doch so, dass eine vollkommen opake Glasfassade Innen und Außen miteinander verzaht, dennoch den Platz davor klar abgrenzen kann. MIt veschwimmen des Platzes meinte ich auch eher die Form des gesamten Neumarktes. Wenn man über den ganzen Platz sehen kann, und auf der anderen Seite sieht, wie die selbe Straße weiter läuft, dann ergibt sich mir eine Verschlauchung des Blickes, und die Grenzen des Raumes verschwimmen mit den Strassen. Komme ich zum Beispiel von Süden, dann sehe ich über den Platz hinweg in die nächste Strasse. Der Neubau stellt sich zwar nicht direkt in diese Achse, betont aber, dadurch, dass er nach recht gerichtet scheint, dass es dort weiter geht. Er betont eher eine Abfolge mehrerer Plätze, als die städtebauliche Version ohne. Auch wenn er teil des Neumarktes ist, schafft er 3 einzelne Plätze, die sich gegenseitig stärken. Das Areal muss unbedingt bebaut werden. Das 19Jhdt hat einen unglaubliche Raubbau an der Stadtstruktur geübt. Einfach nur große Plätze, die möglichst geleckte Geometrie haben. Assymmetrien, und weniger Linearität bräuchten sie.

Was ich so en Architekturtheorie kenne hat fast alle bis heute Bestand. Grundrisse, die in der Renaissance neu entdeckt wurden, kann man auch bei le Corbusier finden. Man kann such bei Mies van der Rohe sehen, wie er teilweise eine Art Kollosalpilasterordnung nutzt, um seine Hochhäuser höher wirken zu lassen. Für manch einen sind es nur I-Profile an der Glaswand, ihre Wirkung ist aber die gleiche. .....

Ich will auch nicht, dass man gegen die Bevölkerung baut, weil das auf Dauer nicht geht, und weil es wirklich eine Ausnahme sein sollte. Wenn man aber einen intelektuellen sehr tiefsinnigen Bau hat, dann muss man ihn zwangsläufig erklären, damit ihn jeder verstehen kann. Man nimmt sich heute leider viel zu wenig Zeit, sich langsam einem Thema zu nähern, dann etwas zu entwerfen und zu erklären. Das was jetzt als Ergebniss vorgelegt wurde kann noch an vielen Stellen verbessert werden, dazu müssen aber auch alle beteiligten zusammen arbeiten. Sofort schrein: "Alles Scheiße" ist genauso unangebracht, wie die Positionen mancher Architekten,die partou nicht vo ihrem ntwurf lassen können. Leider wird ein solcher Prozess von allen seiten sofort abgewürgt. Die Politik hat keine Zeit, oder keine Lust Wählerstimmen zu gewinnen, oder scheut Debatten über Dinge von denen sie nichts versteht, und so manch ein Verein wie die GHND fängt sofort an zu polemisieren, und einen Scheiß daher zu reden, dass zwangläufig die Fronten verhärten. Da kann sich ein Bau auch garnicht mehr entwickeln.
Ich finde es echt zum Kotzen, wenn ich so manch einen Flyer gegen das Gewandhaus sehe, der nur den Zweck hat gegen das Gebäude zu hetzen. Das ist für mich absolut der falsche Umgang, weil man anerkennen muss, dass sich da Menschen viel Arbeit gemacht haben, und sich was geacht haben. Wenn dann die übelsten Laien ankommen (ich meine die richtigen hardcore Laien) und alle Geschütze der Polemik und Diskreditierung auffahren, gegen Menschen die absolut anerkannt sind, und was geleistet haben, dann geht mir das echt extrem gegen den Strich. Null Toleranz oder wenigstens der Versuch ein Gebäude zu verstehen, aber einen Mist daherreden, dass die Diskussion zwangsläufig aus dem Ruder läuft, und letztendlich keiner das gewandhaus haben will, weil er die Diskussion einfach leid ist.
Bin gerade wieder ein wenig geladen. Musste mal raus.

AeG
25.05.07, 00:57
Das sind ja sehr interessante Ansichten, Dvorák.

Deiner Lesart des Siegerentwurfes kann ich durchaus folgen, der städtebaulichen Komponente so wie so. Über die Einschätzung der populären Kritik scheinen wir so weit auch einer Meinung zu sein, siehe weiter oben.

Ich bezweifele jedoch, dass die von Dir getätigten Ausführungen zur Lesbarkeit des Entwurfes großen Anklang finden (siehe Trips). Einerseits tangierst Du ein paar architetonische (oder architekturtheoretische, wenn Du so willst - sehe ich jedoch anders) Prinzipien, um die Konsistenz zu belegen, veteidigst aber andererseits genau jenes Prinzip, welches in der Klassik nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt. Während bei Letzterer allegorische, religiöse, technologische, nachahmende oder einfach nur ökonomische Überlegungen vorrangig der Motivfindung dienten (was, wie Du bereits feststelltest, nicht selten zur Beliebigkeit führt), bedient sich Deine Herleitung einem recht jungen Argument, das auch innerhalb der aktuell führenden Architektenschaft nicht unumstritten ist, der Formfindung über extrovertierte Bezugnahme (von z. B. Kollhoff oder auch Krischanitz gerne abwertend "Verrenkung" genannt) bei Vernachlässigung der Kohärenz.

Du stellst selbst fest, wie kompliziert es ist, so zu argumentieren. Denn die zu berücksichtigen städtebaulichen Belange, von denen Du im Falle des Neumarktes schreibst, finden ihre Entsprechung nicht in der Gesamtkubatur, sondern höchstens in autarken Details. Für viele sind die ohne Legende vermutlich nicht lesbar. Und selbst mit ihr wird es schwierig, zu folgen. Der intellektuelle Anspruch, den ich auch im Entwurfsfall schätze, führt hier nicht zwangsweise zu einem Ergebnis, das ihm standhält. Denn das Hauptproblem des Entwurfes wäre, dass er ohne seine Nachbarn nichts ist. (ich beziehe mich hier mehr auf Deine Argumentation und nicht auf den Siegerentwurf, dieser ist mir nach vorliegendem Material zu wenig fassbar).

Ich kann auch den zwingenden Zusammenhang von extrovertierter Hülle und dem vorliegenden Inhalt nicht erkennen. Nicht nur, dass er ähnlich, wie das beim Entfall seiner Nachbarn bestünde, ohne diese sprachlos würde, er wäre auch nicht mit veränderter Nutzung vereinbar. Zudem halte ich den Wunsch, einen Inhalt derart konkret und unmißverständlich durch seine Verpackung präsentieren zu wollen, für äußerst fraglich. Als Negativbeispiele der jüngeren Vergangenheit seien stellvertretend genannt: Nationalgalerie von Stirling/Wilford, LTA von Kuhler und Erw. Jüdisches Museum von Liebeskind. Alle diese Bauten traten mit einem ausgeprägt intellektuellen Anspruch an, der als dessen Quasi-Bestätigung zur jeweiligen Entstehungszeit stets zahlreich prämiert wurde. Bei allen genannten Beispielen hat sich die Hülle von den zu beherbergenden Exponaten auf Kosten ebendieser emanzipiert. Aus Marketinggründen mag das glücklich erscheinen, den ehemals postulierten Anspruch haben dadurch jedoch alle verwirkt.

Fazit: ich denke, das Niveau der Wettbewerbsbeiträge für das Gewandhaus war insgesamt eher bescheiden. Ohne mir ein abschließendes Urteil erlauben zu können behaupte ich, der erklärte Anspruch des Beitrages von Cheret/Bozic (sofern er annähernd Deinen Ausführungen entspricht) ist zwar ehrenvoll und weit häufiger noch wünschenswert, genügt aber nicht allein für eine anspruchsvolle Entwurfsleistung. Die Gefahr, einen Bau zu kreieren, der zwar vielfältig lesbar ist, jedoch innerhalb seiner Umgebung nicht zum Lesen anregt, bleibt hier leider erhalten. Denn ohne interessantes Grundthema nutzen die spannendesten Wendungen nichts. Und versuche vielleicht auch mal, Dich dem Entwurf von der "genius loci -Seite" zu nähern ;)



Das alte Gewandhaus ist im Übrigen bereits im 18. Jahrhundert abgerissen worden.

Tarsis
25.05.07, 14:31
Meiner Meinung nach gehört dort auf jeden Fall eine Bebauung hin ! Wie bereits mehrfach erwähnt muss das Johaneum städtebaulich durch ein Gewandhaus besser eingebunden werden !

Und genau das geschieht durch den Siegerentwurf doch ganz wunderbar ! Die Raumfluchten des Neumarktes werden klar begrnezt und schaffen eine Platzatmosphäre, die stimmig ist ! Hier nichts zu bauen und den Raum offen zu belassen ist ein schlimmer Fehler.

Weiterhin bin ichs ehr dafür hier einen sehr modernen Entwurf zu realissieren - vor allem wenn er die Qualität dazu hat. Und genau das hat der Siegernetwurf. Hier mit einer vorspringenden Fassade zu arbeiten, die das Spiel der umliegenden Gebäude mit Stuck und Fasadenschmuck aufnimmt ist etwas, was die Plätze 2 - 5 nicht fertig gebracht haben. Platz zwei sieht eher asu wie das Dach der Elbphilharmonie - nur auf den Kopf gestellt - überzeugt aber durch seine vornehme Zurückhaltung und eben durch die geschwungene Architektur im unteren Bereich. ( auch wenn es auf mich etwas abgekupfert wirkt )

Die Platze drei und vir wirken nicht auf mich - zu flach zu wenig Auseinandersetzung mit der Umgebung.

Platz 5 hingegen halte ich wieder für sehr pfiffig gelöst - auch wenn die Fassadenstruktur etwas gewagt erscheint - aber die Dachkonstruktion ist dafür ein echter Hingucker !

So oder so - es sollte ein moderner Entwurf sein. Historisierend kann man dort nicht bauen ohne sich lächerlich zu machen. Dort hat eine labnge zeit nichts gestanden und jetzt dort etwas auf "alt" getrimmtes wieder hinzustellen wäre fatal - ebenso wie eine Nichtbebauung.

Der Neumarkt braucht einen selbstbewussten Hinweis auf sein Wiedererstehen in neuerer Zeit und das ist mit dem Siegerentwurf sehr gut möglich !

Dvorak
25.05.07, 15:11
Stimmt 18.Jhdt da hab ich mich vertan.

Wo anfangen? Wohl beim Genius-Loci, wie es sich gehört.

Wenn ich mir den Platz angucke, wie er einmal sein soll, (mit einer Kunsthalle welcher form auch immer) dan wird dieser mehr als belebt. Pausenlos Busladungen von Touries die sich die Frauenkirche angucken, oder solche, die ins Museum wollen. Vielleicht auch Einheimische, aber wohl nur sehr wenige. Alle machen ihre Fotos, setzen sich mal 5 Minuten hin, kaum einer wird aber länger auf dem Platz bleiben. Die Leute die mal länger an dem Ort verweilen, werden wohl die sein, die sich tiefer mit der Architektur befassen, mal was zeichnen, oder nicht die 0/8/15-Fotos machen wollen. Die deutliche Mehrzahl bilden aber sicher die Menschen, die schnell von einer Seite zur anderen latschen, versuchen sich zwischen den Touristen durch zu drücken. Fast alles ist an diesem Platz in Bewegung, und davon geprägt, dass es sich wandelt. Natürlich sehe ich auch den Platz als solchen ohne Menschen, aber auch da ist sehr viel Bewegung drin. Die Frauenkirche ist kein romanischer Dom, der steif auf seinen Fundamenten ruht, sondern streckt sich mit allen Ecken in den sie umgebenden Platz, und hat auch durch die wundervollen fließenden barocken Formen seine ganz eigene Art der "Verspieltheit".
Wenn ich an "bewegte Architektur" denke, dann fällt mir das Barock und die Gotik ein, und daher denke ich sollte man die Kunsthalle auch mit hoher Plastizität bauen, und sie in den Raum hinein ragen lassen. Vielleicht liege ich komplett falsch, ich hatte erst eine kleine Übung zum Genius Loci, die auch nicht so der Bringer war, und das letzte mal das ich da war, da wurde die Kirche gerade das erste mal richtig geöffnet, daher sind das alle Thesen auf eher schwammigem Grund, aber es spricht für mich so einiges dafür, dass der genius Loci so aussehen könnte.

Den Absatz mit den "Verränkungen" hab ich glaube ich nicht ganz verstanden. Meinst du mit extrovertierter bezugnahme, das entwickeln des Entwurfes aus der Umgebung, wie zum Beispiel sich die Sichtbeziehungen zu nehmen, und diese als eine Art Raster zu benutzen, wie es häufig der Fall ist?

Den großen Unterschied zwischen architektonisch, und architekturtheoretisch wollte ich gar nicht machen, weil ich die Unterschiede auch gar nicht so genau kenne, weil ich da auch nicht so bewandert bin. Nächstes Semester haben wir aber recht viel Architekturtheorie, dann komme ich darauf noch einmal zurück.:lach:

Zwingend ist der Zusammenhang zwischen Inhalt eines Gebäudes und dessen äußerer Form nicht, aber man kann ihn oft beobachten.
Alle Kunstmuseen (die als solche geplant waren) die mir spontan einfallen sind eher extrovertiert. Das alte Museum in Berlin zum Beispiel greift mit seinen Kollonaden regelrecht in den Raum hinein und stellt auch den Inhalt meiner Meinung nach nach außen zur Schau. Ich bin mir nicht sicher, aber die Säulenordnungen sind eigentlich bestimmten Nutzungen zugewiesen. Für den einfachen Verwaltungsbau die Ionica, für repräsentative Staatsbauten und Museen Corinthia.... Ich kann mir auch keinen klassischen Justizpalast ohne mächtiges Säulenrisalit vorstellen.
Ich glaube, dass viele, wenn nicht so ziemlich alle Gebäude Inhalt und Nutzung ganz klar nach außen zeigen. Moderne Kunst ist meiner Meinung nach sehr extrovertiert, und ein Kunstmuseum darf das ruhig nach außen zeigen. Muss nicht, kann aber.

Du hast Recht, der Wettbewerb verhilft Niemandem zu unsterblichem Ruhm, so ganz schlimm sind die Entwürfe aber auch nicht. Manche zumindest. Es sind aber Ansätze dabei, die ich gut finde, wie beim Sieger. Man sollte diese ruhig as Ansatz nehmen, und daran weiter arbeiten dürfen. Wenn das Gebäude wirklich zu sehr im Wettbewerb mit der Frauenkirche steht, dann kann man diese Front vielleicht ein wenig ruhiger gestalten. Es sollte doch wirklich erlaubt sein, noch mal ein wenig an dem Bau zu schleifen. Wenn ich mir beim Schreiner einen Schrank machen lasse, und mir die Platte oben drauf nicht gefällt, weil si übersteht, bei den anderen Möbeln diese aber immer bündig abschließt, dann kann er den Schrank ja auch noch einmal mitnehmen, und das Ding bündig abschneiden. Wenn einem was nicht gefällt, dann sagt man das dem Menschen der das gemacht hat, und bittet ihn, doch noch mal zu gucken was man machen kann, und jagt ihn nicht aus dem Haus. Man sollte den Sieger des Wettbewerbes bitten zu gucken, ob er noch einmal an senem Entwurf arbeiten kann und die Ergebnisse der Diskussionen dabei zu berücksichtigen. Wenn man sofort ein 1a-Ergebniss haben will, dann muss man auch mehr als 12.000Euro zahlen.

Restitutor
26.05.07, 13:06
Ich bin der Meinung, das man immer nur intellektuell bauen sollte, auch wenn das heißt den Willen der Bevölkerungsmehrheit zu ignorieren.

DAS, und zwar haargenau das, ist der Grund für die Unzufriedenheit mit dem Antlitz unserer Städte. Eigentlich hätte außer diesem einem Satz gar nicht anderes mehr geschrieben werden müssen. Er besagt im Grunde alles.

Es ist genau die hinter diesem Satz stehende Einstellung, die die zahlreichen Bürgerbewegungen in verschiedenen deutschen Städten hervorgerufen hat.

Contra
26.05.07, 14:59
@Dvorak

Da stehen sie mit Ihrer Meinung aber einsam im Abseits. :nono: Schlimm, dass solche Leute wie sie in Deutschland in Sachen Städtebau den Ton angeben. Da wird der Wille der Mehrheit einfach mal ignoriert. Ziemlich dreist. Ist das noch Demokratie? Wenn das Gewandhaus so toll ist, dann laßt doch durch einen Bürgerentscheid darüber abstimmen.

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Das Zitat wurde gelöscht. Bitte künftig auf die Boardregeln (6. Absatz 7) (http://deutsches-architektur-forum.de/forum/regeln.php?) bezüglich Zitate (Quote-Funktion) achten und nur dann zitieren, wenn es wirklich nötig ist. Vielen Dank, Manuel. :nono2: Ferner empfehle ich Dir, Deinen Ton noch einmal zu überdenken.

Dvorak
26.05.07, 16:16
Ich habe kein Problem mit Demokratie, sondern mit deren Missbarauch. Wenn allerlei Vereine oder selbsternannte "Bürgerinitiativen" anfangen zu polemisieren, damit sie ihre persönlichen Anliegen realisiert sehen, dann habe ich nicht das Gefühl, dass eine Mehrheit auf wirklich demokratischen Prinzipien beruht. Man kann auch nachlesen, wie im aph ein Flyer gegen das Gewandhaus entstanden ist. Eine kleine Splittergruppe von Menschen wirft hunderte von Euro zusammen, und macht einen Flyer, der gezielt nicht auf Sachargumente abziehlt, sondern emotionalisieren soll. Es wird sogar gefordert diesen Flyer der Bid nach zu empfinden. Es ist für mich keine Demokratie, wenn einige Menschen das Meinungsbild aller versuchen derart massiv zu beeinflussen, ohne Sachargumente zu haben. Für mich zählen Sachargumente mit Bestand mehr, als kurzzeite Meinungsbilder. Aber die Dresdner sollen bekommen was sie wollen. Die Dresdner haben sich ihren Welt-Kulturerbe-Status ja schon per Bürgerentscheid versaut, den werden sie sicher mit demokratischen Entscheidungen gegen neue kulturelle Zentren wiedererlangen.

PaBr
26.05.07, 16:27
Aber die Dresdner sollen bekommen was sie wollen. Die Dresdner haben sich ihren Welt-Kulturerbe-Status ja schon per Bürgerentscheid versaut, den werden sie sicher mit demokratischen Entscheidungen gegen neue kulturelle Zentren wiedererlangen.

Den Welt-Kulturerbe-Status haben sie sich durch einen hässlichen Neubau zerstört, der sich nicht in die historische und landschaftliche Umgebung einfügt, und nicht durch einen einfühlsamen Wiederaufbau der Altstadt.
Das Gewandhaus, das die wunderbare Semperfassade zerstören wurde wäre eine Fortsetzung des Brückenbaus.

Tarsis
28.05.07, 19:14
Über die Brücke mag man sich streiten wie man will - da stehen sich ganze andere Zwänge, Argumente und Institutionen gegenüber.

Den Gewandhaus-Bau aber mit der Brücke in einen Topf zu werfen halte ich nicht gerade sehr gelungen. Das sollte man doch besser unterlassen und die Themen für sich behandeln - auch wenn bei beiden Projekten die Emotionen teils übermässig ( künstlich geschürt ? ) hochkochen.

Ich bin da immer eher für eien sachlichen Austausch der Argumente und kann da Dvorak nur zustimmen was sein Beispiel mit dem APH angeht.

Wen es interessiert : Im Thread für das Technische Rathaus und den teilweisen Wiederaufbau der Frankfurter Altstadt geht es ähnlich hoch her - ein Grund weshalb ich mich da etwas zurückgezogen habe. Argumente spielten da zweitweise überhaupt keine Rolle mehr, sondern nur noch, dass fast alle Architekten sich über Volkes Wille hinwegsetzen und dementsprechend nur Hässliches bauen können.

Das hat nur noch wenig mit der hier im Forum doch eigentlich gwünschten Diskussion eines Projektes zu tun.

Nicht das es jetzt falsch verstanden wird - ich habe viele Anregungen und Argumentationen hier aus em Forum erahlten und bin da sehr dankbar für - manchmal muss man aber auch mal darauf hinweisen, wenn etwas den "korrekten" Pfad zu verlassen droht in einigen Threads.

;-))

erbsenzaehler
23.06.07, 14:10
Einen wünderschönen Guten Tag an all DAF'ler :)

Ich habe mich nach einigem Mitlesen einfach mal hier angemeldet, scheint sich auch auf jeden Fall um eines der aktivsten Architekturforen in Deutschland zu handeln, in dem darüber hinaus auch vernünftig und sachlich diskutiert und debattiert wird. Weiter so!

Und nun erst einmal zu einigen generellen Fragen meinerseits: Wie sieht es zur Zeit auf dem Neumarkt aus (Fotos, Webcam)? Wisst ihr, wann die Arbeiten dort fertiggestellt sein werden? Wann kann man den Altmarkt wieder in alter Pracht bewundern (sprich: wird der Kulturpalast nun wirklich abgerissen oder was geschieht dort)? Und: Mit wievielen Fremdwörtern muss man hier um sich schmeißen, um in diesen erlesenen Kreis der intellektuellen Architekturfreunde integriert werden zu können? :D

MfG

Das wollüstige Wombat, das sich auf die Zeit hier wie ein Schnitzel freut!

Tarsis
25.06.07, 02:19
Also : Der Neumarkt fertig ? In Jahren . . der Kulturpalast wird NICHT abgerissen und bleibt stehen, wird demnächst wohl saniert werden.

Immer sachliche Diskussion ? ;-) Lass dich überraschen. *lol*

Fotos vom Neumarkt findest du entweder hier im Thread oder hier :

http://www.neumarkt-dresden.de/

Und mit Fremdwörtern brauchst du nicht schmeissen so lange du nachvollziehbar und verständlich schilderst was du meinst ! ;-))

Viel Spass !

rec
25.06.07, 14:35
^^
Die Quartiere I, II und IV am Neumarkt sind fertiggestellt. Die Quartiere III und V sind im Bau, um Quartier VI (Gewandhausareal und angrenzende Flächen) gibt es derzeit einen heftigen Streit, hier nachzulesen ab Beitrag 115.

Tarsis
25.06.07, 21:33
Auf dem von mir angegebenen Link sind dazu zahlreiche Bilder gepostet !

erbsenzaehler
26.06.07, 23:12
Erstmal danke für die Blumen und die zügigen Antworten :)

@Tarsis (#172):

Ach du Schande - die wollen diesen widerwärtig monströsen und aufdringlichen Betonklotz auch noch sanieren??? Werden die Bürger auch mal zu sowas befragt? Ich glaube ja, dass der Kulturpalast durchaus auch heute noch eine kulturelle Bedeutung hat, aber mal im Ernst - wäre es wirklich im Sinne der umgebenden Barockbebauung (und einiger anderer wundervoller Architekturepochen), dieses grottenhässliche Stück DDR-Geschichte an einem städtebaulich so äußerst empfindlichen Standort stehen zu lassen, nur um alle Bürger und Touristen damit an die sozialistische Unterdrückung zu erinnern? Wäre es mitten in der Pampa irgendwo, aber an diesem Ort... :nono:

Ich denke, das zum Beispiel dieser Verein (oder was auch immer das darstellt) hier einige gute Ansätze für eine wirtschaftliche (!) Bebauung auf dem Areal parat hält: http://www.neumarkt-dresden.de/Kulturpalastareal/studie-kulturpalastareal.html Einfach mal unter "Vorschlag" nachgucken und gegebenenfalls auch die anderen Punkte mal überfliegen, wirklich sehr viel besser als der aktuelle Zustand ist das, was auf diesen Seiten offeriert wird (Vorschlag einer Ladengalerie á la Mailand in traditioneller, schmucker Architektur - etwas was dem Umfeld gerecht werden würde und dieses um einen wunderbaren urbanen Aufenthaltsort ergänzte). Etwas derartiges wäre sehr wirtschaftlich zu vermieten an diesem Standort, hätte eine positive Wirkung auf seine Umgebung und würde die Altstadt einfach unheimlich aufwerten! (Zudem gibt es den tollen Vorschlag, etwas ausserhalb der so wichtigen Altstadt eine Art neuen Kulturpalast aufzubauen - selbstredend mit einigermaßen HOCHWERTIGER Architektur)

Was bringt denn beispielsweise eine Sanierung für, sagen wir, 25 Millionen €, wenn es ebenso auch ein toller Neubau für 27 Mio. € sein könnte? Was für Deppen sitzen denn da wieder im Dresdner Planungsdezernat? Und jetzt kommt mir bitte nicht mit Abriss-Contra-Argumenten vom Formate "Der Kulturpalast ist doch ein historisches Denkmal!" (auf welches wohl das Gros der Bürger ziemlich gut verzichten könnte)... Reicht doch, wenn man sich diese Gräueltaten später auf verblichenen Fotos aus Familienalben angucken kann (sofern denn etwas so abartig schreckliches überhaupt den Weg dort hinein findet). Meiner Meinung nach sollte unverzüglich eine Unterschriftensammlung gegen die Sanierung eingereicht werden - sobald da die Sanierung abgeschlossen ist, wird man diesen Klotz wohl mindestens noch die nächsten 20 Jahre im Herzen des wunderschönen Elbflorenz ertragen müssen... :Nieder:

Wie sehen denn die Dresdner/Sachsen das? Soll der Kulturpalast weg? Hat man zu dieser Angelegenheit überhaupt mal eine Bürgebefragung (ähnlich dem Beschluss zum Bau der Waldschlösschenbrücke) gemacht? Kann ja nicht angehen, so ein städtebauliches Verbrechen!

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Das Zitat wurde gelöscht. Bitte künftig auf die Boardregeln (6. Absatz 7) (http://deutsches-architektur-forum.de/forum/regeln.php?) bezüglich Zitate (Quote-Funktion) achten und nur dann zitieren, wenn es wirklich nötig ist. Vielen Dank, Manuel. :nono2:

AeG
27.06.07, 22:02
Und wenn der Kulturpalast, der angeblich nicht vernünftig umnutzbar sei, weil die Investoren fehlen, für läppische 27 Millionen durch ein barockisierendes, kleinteiliges Quartier ersetzt wird (selbstverständlich nach Mailänder oder Neapolitanischer Art!), was kommt dann als nächstes unter den Hammer? Die Wilsdruffer Straße (alles andere als barock oder kleinteilig, lediglich den Walmdächern könnten ein paar schlichte Gemüter noch etwas abgewinnen) oder Schneiders Altmarkt-Bebauung (auch weder kleinteilig, noch historisch korrekt; erinnert nach der Logik meines Vorredners vermutlich auch für alle Zeiten an sozialistische Unterdückung) oder die jüngere Komplettierung des Altmarktes in Richtung Prager Straße (zwar Investorenarchitektur, jedoch leider nicht nach italienischen Vorbildern des vorletzten Jahrhunderts)?


Ich bin es eigentlich längst leid, mich stets wiederholen zu müssen. Aber weil Du, WombatAusWolle, neu hier bist, noch einmal eine Ausnahme:

Die (parlamentarische) Demokratie ist mit Abstand die beste Staatsform, die wir haben - zumindest unter all denen, die bisher einen Praxistest durchliefen. Deshalb ist sie jedoch a) weder frei von Mängeln, noch sollte man sie b) als Gehilfin für die Durchsetzung niederer Befindlichkeiten mißbrauchen ("widerwärtig monströser und aufdringlicher Betonklotz") oder dazu aufrufen. Wo war denn zum Beispiel das Volk und dessen Begehren, als die Prager Straße vor etwa 35 Jahren fertiggestellt wurde? Es hätte damals leicht mit den Füßen für den Altmarkt, die Neustadt oder die barocken Überbleibsel abstimmen können. Es hat schon seine Richtigkeit, wenn der Mehrheitswille - der sich gerade in gestalterischen Fragen oft schneller ändert, als es seinen jeweiligen Rädelsführern lieb ist - nur einen Teilaspekt der Beurteilung darstellt.

Und wenn ausgerechnet ein Verein, der "seine" Alternativkonzepte ausschließlich aus Versatzstücken der Vergangenheit zusammenklaubt und mit halbgaren Argumenten unterlegt (s. o.), als Wortführer einer fiktiven Mehrheit auftritt, sollte einem das zu Denken geben!


Über die städtebauliche Figur des Kulturpalastes, seine (Dis-)Funktionalität, (mangelnde) bauliche Qualität oder kulturhistorische Bedeutung kann man sicher diskutieren. Das sollte man aber mit Argumenten tun, und zwar mit solchen, die nicht nur konstruiert erscheinen, um individuellen Geschmacksfragen den Anschein von Gesetzmäßigkeiten zu geben.


Hoffentlich weitgehend fremdwortfrei.

Gruss
AeG

Tarsis
28.06.07, 01:26
Ich kann da AEG nur zustimmen !

Du hast nicht ein stichhaltiges Argument gegen den Kulturpalast vorgebracht und keinerlei Quellen oder nachvollziehbare Grundlagen für deine Meinung vorgetragen. Nach deinem interessiertem Neuauftritt hier folgte der jähe Absturz auf dem Fuße.

Architektur ist immer im Kontext der Zeit und die sie prägenden Faktoren zu betrachten. Diese unterliegen naturgemäß einem Wandel - mitunter eben auch einem Wandel des politischen Sytems.

Das politische System ist aber nur ein Faktor und auch der ach so goldene Westen hat wahrlich mehr als genug Schund hervorgebracht, wertvolle Denkmäler abgerissen und Plattenbauten bzw. Betonburgen sind weiss Gott nicht auf ostdeutsche Städte beschränkt.

Dies zum einen.

Zum anderen : Wenn sich der Zeitgeschmack ändert und etwas aus einer anderen Epoche überkommt ist das noch lange kein Grund etwas aus dem Blickfeld zu entfernen. Diese Argumente tauchen in vehementer Form erst in den letzten jahren auf - warum entzieht sich meiner Kenntnis. Es wird jedoch zunehmend schwerer den Wert etwas überkommenen anderen Begreiflich zu machen und sich für so etwas einzusetzen.

Generationen von Menschen haben das bis zum zweiten Weltkrieg getan und unsere Städte gepflegt, erhalten und im 19. Jahrhundert auch teils gekonnt, teils arg ästhetisierend ergänzt durch Abriss und Neubau einzelner Gebäude oder Schaffung ganzer neuer Quartiere.

Nach dem 2. Weltkrieg war davon nicht mehr viel da - und es bestand der Zwang möglichst schnell möglichst viel wiederaufzubauen. Das dabei viel Erhaltenswertes zerstört wurde im Aufbauwahn und nicht alles als Gelungen zu bezeichnen ist dürfte klar sein.

Aber in einer Zeit, in der wir nun wieder Mittel und Zeit haben ansprechender und überlegter zu bauen alles aus dieser Zeit Überkommene zu verteufeln, als pauschal hässlich zu bezeichnen und aus dem Stadtbild zu tilgen könnte uns zum einen dereinst mal teuer zu stehen kommen, da wir eine ganze Architekturepoche zu tilgen drohen und zum anderen leugnen wir damit in zunehmendem Maße die eigene Geschichte.

Und gerade die würde in Dresden massiv geklittert werden entfernte man diesen Kulturpalast aus dem Stadtbild !

Die Dresdner haben meines Wissens nach kein gar allzu schlechtes Verhältnis zu diesem Bau - verbrachten sie doch viel Zeit mit schönen Erlebnissen dort. Die Funktionalität dieses Baus ist voll gegeben und die funktionale Qualität ist
durchaus als gut zu bezeichnen. Gerade an dieser Stelle wäre es wichtig ein Symbol der Geschichte dieser Stadt zu erhalten. Und das wird auch so geschehen !

Ich unterstütze den Wiederaufbau des Hauses Rampische Str. 29 durch die GHND, um ein historisch korrektes Abbild eines Dresdner Bürgerhauses aus vergangener Epoche wieder sichtbar zu machen.

Aber ich würde ebenso spenden, um den Kulturpalast zu sanieren und zu erhalten. Vielleicht um in 30 Jahren nicht für eine andere Gesellschaft spenden zu müssen, die den verlorenen Kulturpalast wiederaufbauen will . . .weil man dem zu der Zeit gültigem Zeitgeschmack entsprechend die vielen auf alt getrimmten "Wiederaufbauten" aus dem Anfang des 21. Jahrhunderts mit etwas Authentischerem aus anderer Zeit auflockern will ?

Wer will das schon wissen.

Also vorsicht mit Sätzen wie : Hässlicher Kasten, beklopptes Dresdner Baudezernat, abreissen und weg . . . Wenn man sich öffentlich äußert sollte man sich schon differenziert informiert haben, um wa es den geht und nicht pauschal drauf hauen.

Wenn ich einmal zitieren darf aus Beitrag # 171 ( WombatausWolle) :

Ich habe mich nach einigem Mitlesen einfach mal hier angemeldet, scheint sich auch auf jeden Fall um eines der aktivsten Architekturforen in Deutschland zu handeln, in dem darüber hinaus auch vernünftig und sachlich diskutiert und debattiert wird. Weiter so!


Wenn du schon hervorhebst wie sachlich und vernünftig hier diskutiert wird - dann solltest du deine eigene Bewertung und Äußerung zu diesem Thema nicht nur vier ( ! ) Beiträge später ad abdsurdum führen.

Das ist keine Kritik, die dich persönlich angreifen soll. Lediglich eine gezielte Auseinandersetzung mit deinem Beitrag, die dir einen Denkanstoß geben soll mal zu überlegen was du da eigentlich grundsätzlich betrachtet forderst.

Auch ich habe hier schon mal so einfach was dahingesagt ohne an Folgen zu denken und ohne ich vorher zu belesen. Durch ritik lernt man aber zum einen sich sachlich auseinanderzusetzen und ( ggf. Spreu vom Weizen trennend ) zweitens erst zu denken, sich zu belesen und dann sich zu äußern.

Und genau DAS macht ein gutes Mitglied hier im Forum und einen kritikfähigen, diskussionsbereiten Gesprächspartner aus. Allerdings scheint das eine in zunehmenden Maße aussterbende Rasse zu sein.

erbsenzaehler
28.06.07, 14:28
Vielleicht eine Farce, jetzt nur eine so knappe Antwort zu geben - Aber ich hatte auch gar nicht vor, nun auf Teufel komm raus mit zig stichhaltigen Argumenten beziehungsweise Überzeugungsversuchen euch meine persönlichen Ansichten zu dem Thema unterzujubeln, wie auch immer das jetzt gewirkt haben mag. Es geht mir um ein ansehnliches Stadtbild, das durch diesen Bau meines Erachtens nach empfindlich gestört wird. Zudem fehlt gerade an dieser Stelle einfach etwas Urbaneres, wo sich Leute aufhalten, etwas, was die Menschen ansteuern. Auch wenn es abstrus klingt - aber sprecht einfach nur mal mit wildfremden Touristen oder Leuten aus anderen Foren, die Dresden besucht haben - Sie empfanden die barocke Altstadt Dresdens als wunderschön, bis sie auf das Areal des Kulturpalastes stiessen... (Ich wette, dass genau diese Aussage jetzt von mindestens 3 besserwisserischen Weltverbesserern Wort für Wort auseinandergenommen wird ;) )

Betrachtet einfach mal folgendes Bild ein paar Sekunden lang, dann dürfte euch mein Anliegen relativ schnell bewusst werden. Ob das Teil nun von Dresdens Historie berichtet oder nicht, spielt meiner Meinung nach bei dem Anblick keinerlei Rolle.
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/56/Dresden_Luftbild_Altmarkt_Umgebung. jpg/800px-Dresden_Luftbild_Altmarkt_Umgebung. jpg
(von Wikipedia)

Wenn euch eventuell der oben genannte Vorschlag einer Einkaufspassage (ähnlich z.B. der wunderschönen Mädlerpassage in Leipzig mit dem weltberühmten "Auerbachs Keller") nicht allzu sehr zusagt, so lebendig war der Platz um den Beginn des letzten Jahrhunderts herum mit einer einfach nur schönen Säule in der Platzmitte:

Dresdner Altmarkt um 1900 von südwestlicher Richtung betrachtet (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/47/Dresden_Altmarkt_1900.jpg)

Dresdner Altmarkt um 1900 mit einer ganz anderen städtischen Wirkung (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/27/Dresden_Kreuzkirche_1900.jpg)

Ich persönlich fand beispielsweise auch den Text der Startseite von www.stadtbild-deutschland.de (http://www.stadtbild-deutschland.de/) sehr gelungen - er verdeutlicht einem, was ein vernünftiges Stadtbild ausmacht und was ebendieses in einer geschlossenen, ansehnlichen Erscheinung für jeden einzelnen Bürger bedeuten kann.

Bildet euch einfach selbst ein Urteil und lasst mich selbiges tun, dafür ist so ein Forum ja schließlich gedacht! :) (Und ich habe nie behauptet, ich würde ausschließlich sachlich diskutieren wollen oder dergleichn - was an sich sowieso nahezu unmöglich ist, da man nun einmal seine eigene Meinung kundzugeben versucht - aber ich bemühe mich ;) )

Tarsis
28.06.07, 21:10
Also besserwisserische Weltverbesserer sind hier eher selten - und ehrlich gesagt kommst du im Moment mit deinen beiträgen selbst dem am nächsten !

Meinungen werden hier respektiert und diskutiert. Man muss sie aber auch darstellen, begründen und verteidigen können. In der Richtung habe ich aber noch nichts vernommen. Aus dem Bauch raus kann man vieles sagen und entscheiden - sollte man jedoch bei so gewichtigen Dingen nicht wirklich tun.

Und nebenbei gesagt - du forderst einen urbanen Ort, wo sich Leute gerne aufhalten und den sie gezielt ansteuern. Besser kann man den Kulturpalast von seiner Funktion her ja kaum beschreiben ! Genau diese Aufgabe erfüllt er nämlich an diesem Ort - auch trotz seiner scheinbar im Widerspruch zur
( jetzigen, neu geschaffenen ) Umgebung stehenden äußeren Form.

Einen kleinen Knackpunkt habe ich noch : Es sollte weniger Entscheidend sein was Touristen und Kurzbesucher ber den Palast sagen. Er steht schließlich in Dresden und dort wäre es schon relevanter und wichtiger die Einwohner Dresdens zu zitieren und (representativ ) zu befragen. Schließlich leben die in dieser Stadt - und nicht die Besucher.

Mir würde es auch sehr befremdlich vorkommen, wenn plötzlich die Touristen und Besucher über den weiteren Werdegang der Gestaltung von braunschweigs neuer Flaniermeile Bohlweg o.ä. mit entscheiden würden.

Und : Niemand versucht dir hier deine Meinung auszutreiben oder gar zu verbieten. ;-))

AeG
29.06.07, 01:29
Ich wollte schon immer Rüschenblusen mit aufwändigen Stickereien und dazu eine barocke Perücke tragen. Zeitweise waren die nicht sonderlich gut erhältlich. Aber jetzt, wo man sie wieder allerorten schick findet, ist es an der Zeit, für sie auf die Straße zu gehen. Ich fordere Rüschenblusen und Perücken für alle! So lange noch nicht jeder eine Kollektion davon zu hause hat fällt es mir sicher leicht, eine große Gruppe von Gleichgesinnten zu finden, die bei entsprechend lautstarker Artikulation schnell als Mehrheit wahrnehmbar ist. Ausserdem ist es ja auch gerade für uns Deutsche wichtig, sich gegenüber dem Ausland gut zu präsentieren. Die Touristen mögen unsere Perücken und Rüschenhemden sehr, genau so, wie sie die Lederhosen der Bayern mögen. So herrlich exotisch! Dass unsere Klamotten gar nicht so traditionsreich sind, weil günstig im Baumarkt geschossen (Made in China), statt vom Urgroßvater geerbt, wird schon keiner merken. Aber warum springen Industrie und Handel nicht überall auf unser Begehren an? Keine Ahnung. Ist ja nicht mein Problem, dass die Rüschenblusenmanufakturen und die Dackelzucht keinen Nachwuchs mehr ausbilden. War wohl zu teuer, das Gewerbe. Sollen sich die ganzen Hartz-IV-Empfänger mal nicht so anstellen. Runter mit der Wolle und ab in den Kurzwarenladen, Stickzeug besorgen! Was? höre ich da gerade, Rüschenblusen werden bald wieder unmodern und Perücken jucken fürchterlich? Frechheit! Wer für mich schon sein will, muss leiden!


Zum Beweis für meine ureigene, aber besonders gewichtige Meinung packe ich Euch noch ein paar Bilder bei. Eins zeigt eine Gemäldemontage von J. S. Bach, G. F. Händel und G. P. Telemann in Sonntagskleidung, das andere Tante Jutta, Onkel Eberhard und meine Cousine Peggy mit Niethosen, Nickies und Einlaufschuhen im Jahre 1974 vor dem Hotel Newa in der Prager Straße. Jetzt mal ehrlich, ihr wisst schon, was euch besser gefällt, stimmt's?!

LeFay
29.06.07, 14:43
Lieber nix!

Ben
29.06.07, 14:58
Wann/womit wird denn vorraussichtlich eigentlich die Fläche vor der Kreuzkirche bebaut?

erbsenzaehler
29.06.07, 15:20
^ (Beiträge der vorigen Seite) Dazu fällt mir langsam nichts mehr ein. Schon toll mit anzusehen, wie AeG (vergeblich) versucht mit seinem "Humor" die Diskussion in die Absurdität zu ziehen. Da kann ich mir die Argumentation ja gleich schenken (Wobei ich immer noch der Meinung bin, dass man für den Abriss des KP ausser der Erscheinung schon fast keine Argumente mehr benötigt). Anscheinend hast du meinen Beitrag gar nicht gelesen und einfach drauf losgeschrieben, was für ein Gewäsch dir gerade so einfiel. Und von sachlichen Argumenten en masse habe ich da nun wahrlich nichts bemerkt bei deinen Posts. :Nieder:

Es geht mir nicht darum, wahllos schöne (!) Gebäude abzureißen, sondern, dass man einfach diese städtebaulichen Fehlentscheidungen (was der Kulturpalast nun einmal schlicht und einfach ist, das wird wohl niemand bestreiten können) von damals allmählich behebt und den Bürgern somit wenigstens ein Stück vom Glanz damalig wunderschöner deutscher Städte zurückgeben kann. Und natürlich ist das Gebäude nicht nur für Touristen eine Schande (oder denkt ihr etwa, das oben genannte Organisation von selbigen gegründet wurde?) Meine Aussagen fußen auch auf den Empfindungen der Dresdner und derer, die im Umfeld dieses (noch) Weltkulturerbes leben. Sicher, man hat sich nach all den Jahren an den "Palast" (was für eine lächerliche Bezeichnung) durchaus gewöhnt, wirklich mögen können ihn wohl nur ein paar vereinzelte sture Betonköpfe, die zur Zeit der Erbauung dieses Gebäudes überwiegend damit beschäftigt waren, ihren versammelten Staatsgenossen hinterher zu spitzeln. (Was natürlich nicht als verallgemeinernde Aussage zu betrachten ist... Obwohl, vielleicht doch :D )

Und dass dieses Gebäude sonderlich städtisch/urban ist, denke ich nicht - schließlich kann man einen derartigen Veranstaltungsort aufgrund festgesetzter Veranstaltungstermine selbstverständlich nicht jederzeit besuchen (geschweige denn, dass es dieses überhaupt wert wäre); zudem wird sich da wohl kaum ein Besucher der Stadt Dresden ohne besondere Kenntnis ebendieser in ein solches Gebäude trauen. Eine Passage könnte durchgängig begeh- und erlebbar gemacht werden, sie wäre eine echte Bereicherung für die Altstadt und ein großer Gewinn für das touristische Potenzial Dresdens (und garantiert auch eine tolle Einkaufs- und Ausgehmöglichkeit für alle Dresdner inmitten der City).

Der Kulturpalast ist nun einmal baufällig, er muss für teuer Geld (24 Mio. €) von Vater Staat saniert werden. Würde man ihn niederreißen, würden sich kaufkräftige Investoren geradezu um diesen Standplatz reißen, was den Staatssäckel nicht unerheblich auffüllen könnte (denn das Grundstück alleine wäre sicher schon annähernd so viel wie die bevorstehende Sanierung wert). Sobald die Stadt dann einen internationalen Architekturwettbewerb für das Areal ausschreibt (natürlich mit der Vorgabe einer dem Umfeld ANGEMESSENEN Architektur), fänden sich zuhauf schöne Optionen, diesem Platz ein würdiges Antlitz zu ermöglichen. :)

Darüber hinaus war ich schon vor Ort bei einer Lesung im Saale anwesend - die Akustik ist für ein derartiges Gebäude schlicht ein Graus! Unzumutbar, wenn man dort ein Konzert oder Ähnliches "genießen" wollte. Es ist und bleibt eben ein simpler, anspruchsloser Veranstaltungsort mit geringer Flexibilität und Qualität. Eine Art "neuer Kulturpalast" etwas außerhalb des jetzigen Standortes wäre garantiert machbar und zudem eine große Chance für die Stadt an der Elbe, die nun mal auch das Ziel verfolgt, Spitze im Osten zu sein (was sich ganz sicher nicht mit tonnenweise Zweckbauten aus den Nachkriegsjahren erreichen lässt, auch wenn natürlich die Bauten einer Stadt nicht alleinig entscheidend sind). Am Beispiel der Hamburger Elbphilharmonie sieht man doch, dass man mit so einem Gebäude international riesigen Zulauf auslösen und Interesse für eine bestimmte Stadt wecken kann. Gleichzeitig könnte ein gut gemachter Neubau auch für eine Art "modernes Wahrzeichen" der Stadt aufsteigen und sie somit international konkurrenzfähiger machen. Und schlussendlich ist die Popularität einer Stadt immer auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, kann er doch durchaus für kaufkräftige Investoren (vorallem auch aus dem Ausland) ein nicht unwesentlicher Aspekt der Standortfindung sein. ;)

Aber wahrscheinlich kann ich mir künftig die Mühe sparen, in diesem Forum eine Diskussion anzufangen, es hat ja anscheinend eh keinen Sinn mit 'Hinterwäldlern' wie euch zu debattieren... Sollte dem nicht so sein, könnt ihr mich gerne eines Besseren belehren und meine Aussage korrigieren :D

AeG
29.06.07, 16:29
Anscheinend hast du meinen Beitrag gar nicht gelesen und einfach drauf losgeschrieben, was für ein Gewäsch dir gerade so einfiel. Und von sachlichen Argumenten en masse habe ich da nun wahrlich nichts bemerkt bei deinen Posts. :Nieder:



Dito! :daumen:

Dvorak
29.06.07, 16:53
@WombatAusWolle:
Es reicht nich zu sagen, dass ein gebäude städtebaulich missglückt ist, man muss auch sagen warum. Wenn dies hier in dem Maße der Fall ist, wie du behauptest, dann wirst du ja Seiten mit Argumenten wie zu niedrig, zu viel Glass, was weiß ich anführen können. Bis jetzt kam das aber nicht.

erbsenzaehler
29.06.07, 17:14
@AeG: Nichts gegen dich persönlich, ich will jetzt hier auch keinen Konflikt oder Ähnliches heraufbeschwören... Finde eben nur deine Art und Weise etwas, nun ja, gewöhnungsbedürftig :D Nix für ungut!

@Dvorak: Der Punkt war der einzige, wofür ich mir jetzt so einen abgemeiert habe? Egal, wenn es denn so gewünscht wird: Es ist doch wohl offensichtlich so, dass der Kulturpalast in seiner gesamtheitlichen Umgebung schon einen ziemlichen Fremdkörper darstellt. Dieser Eindruck wird unter anderem suggeriert durch seine kantige Form; die schieren, sozialistisch-wahnwitzigen Ausmaße des Baus (vergleichbar 'gigantomanisch' in seiner Planung & Ausführung wie der Palast der Republik in Berlin in Relation zu der Größe Dresdens); die weiße Farbe; die Verwendung von braunem Glas, das auf mich ein bisschen wie der Graue Star alter Leute wirkt; die braune "Krone" - oder was auch immer dieses Ding darstellen mag - auf dem Dach; die kommunistischen Wandbemalungen an der Rückseite; die gesamte Platzgestaltung, die das Gebäude umgibt; der bauliche Kontext, der durch ein Gebäude dieser Größe nicht mehr in vernünftiger Art und Weise gegeben ist; die allgemeine architektonische Qualität des Baus und seiner Materialien; der leider zum bloßen Parkplatz verkommene Vorplatz auf der anderen Straßenseite des Altmarktes (wenn nicht gerade der berühmte Striezelmarkt abgehalten wird); die altmodische (im Sinne von unansehnlich) und heute nicht mehr ausreichend flexible Gestaltung des Interieurs sowie darüber hinaus unzählige weitere Merkmale, die man sich nun anhand meiner vorangegangen Ausführungen an allen 3 Fingern abzählen kann.

Ich kann dem Kulturpalast einfach überhaupt gar nichts abgewinnen - wenn andere dies augenscheinlich können, ok - aber muss darunter die gesamte Erscheinung der Dresdner Altstadt leiden? Sollte ein Dresdner diesen Sachverhalt nun tatsächlich anders sehen (wovon ich jetzt im Normalfall eher nicht ausgehe), dann möge er dies hier bitte kundtun und vielleicht berichten, was denn nun wirklich auf dem KP-Areal entsteht - oder ob der Bau als Veranstaltungsort den Dresdnern erhalten bleibt. Ich hoffe jetzt einfach mal, dass der Thread nun wieder in eine etwas positivere Richtung gelenkt werden kann - Auch wenn ich eventuell nicht zu dieser Richtung beigetragen haben mag, fand ich es einfach wichtig, das Thema einmal zur Sprache gebracht zu haben und dazu ein paar (leider recht ignorante) Meinungen anderer vernommen haben zu können.

Also, liebe Dresdner - an dieser Stelle habt ihr die Chance, eventuell für die eine oder andere Aufklärung zu sorgen und einen Beitrag zur ausufernden Diskussion zu leisten. ;)

Dvorak
29.06.07, 17:28
Und du kanst dir nicht vorstellen, dass mn bei einer Saniereung andere Farben wählt? Braunes Glas als ein städtebauliches Manko zu nennen ist schon ziemlich weit hergeholt. Genauso die Farbe des Restbaukörpers, die man ganz einfach anpinseln kann. Was sozialistsche Wandbemahlung angeht, kann man diese wohl nur schwer als Nechteil werten. Ich persönlich empfinde generell Kunst im Stadtbild als sehr bereichernd und freue mich über jeden kreativen Einfall zur Fassadengestaltung. Nur weil das jetzt sozialistischer Realismus ist, soll man das Gebäude abreißen? Der Parkplatz davor ist bestimmt nicht schön, aber auch da gibt es bessere Mittel als einen Abriss des davor stehenden Gebäudes. Auch was die Flexibilität des Baus angeht, glaube ich dir einfach nicht. Du sagst, du warst bei einer "Lesung" und die akustik war schlecht. Das liegt nicht an schlecht konzipierten Räumen, sondern daran, dass sie falsch genutzt werden. Für Vorlesungsäle, Kammermusik und Orchester sowie Ballsäle gelten vollkommen verschiedene akustische Richtwerte. Ich könnte die Nachhallzeit nachschlagen, und dir danach sagen, wofür der Raum sich eignet. Nur weil er für Lesungen nicht gut ist, ist er nich lange nicht sinnvoll nutzbar.
Bis jetzt kam noch kein städtebauliches Argument, außer das der Bau groß ist, was nicht nachteilig sein muss.

erbsenzaehler
29.06.07, 19:58
Also mal ganz unverblümt ausgedrückt: Stell dich doch bitte nicht dümmer als du bist, Dvorak. (Deiner Schreibweise nach zu urteilen bist du vom Niveau her nach meinem Ermessen eher etwas weiter oben einzuordnen ;) )

Allerdings bist du gerade ein wenig ins Fettnäpfchen getreten mit deiner eigenen Aussage:

@WombatAusWolle:
Es reicht nich zu sagen, dass ein gebäude städtebaulich missglückt ist, man muss auch sagen warum. Wenn dies hier in dem Maße der Fall ist, wie du behauptest, dann wirst du ja Seiten mit Argumenten wie zu niedrig, zu viel Glass, was weiß ich anführen können. Bis jetzt kam das aber nicht.

Dann zähle ich das Glas als Störfaktor auf, was du daraufhin ebenfalls wieder mokierst. Wenn das kein Widerspruch ist, weiß ich auch nicht. Klar, man kann ein unästhetisches Gebäude "mal eben einfach anpinseln" wie du sagst, bloß: Was glaubst du, wird das Ergebnis dessen sein? Auf eine wesentliche Besserung der Situation ist bei der Basis, die dieser Bau liefert, ja wohl nur in sehr beschränktem Maße zu hoffen. Aber das driftet schon wieder etwas zu sehr in die falsche Richtung.

Ich weiß gar nicht, aus welchem Grund ich mich hier mit jedem Beitrag neu rechtfertigen soll - In ausreichendem Maße habe ich meine Ansicht dargelegt; die Möglichkeiten, die sich bieten offenbart; sowie aufgezeigt, welche offensichtlichen Mängel bei diesem Bau herrschen. Allein schon die Sanierungskosten für so ein Nachkriegsungetüm überfordern doch den (auch heute noch verhältnismäßig nicht gerade prall gefüllten) Finanzsäckel Dresdens. Warum sollte man dieses Geld in ein Gebäude stecken, dessen Zeit nun einmal abgelaufen ist? (Und an dieser Stelle nicht wieder behaupten: "Dann können wir ja auch alle Barockgebäude der Abrissbirne opfern, deren Zeit ist ja auch abgelaufen!" Das sind auch wunderschöne Gebäude - die verdienen so einen Abriss schlicht und einfach nicht!)

Städtebaulich passend heißt für mich, dass ein Gebäude einfach in seinen Kontext passen sollte, sofern es nicht mit herausragender, innovativer und gleichzeitig ansehnlicher Architektur aus einem Ensemble eher gleichförmiger Gebäude herausstechen kann (wie m.M. nach beim Kulturpalast der Fall).

Beim Wiederaufbau nach dem Krieg war natürlich diese Angepasstheit, diese erforderliche Harmonie, eher zweitrangig. Bis auf wenige Ausnahmen wurde auf "weiche Standortfaktoren" - wie die Straßenmorphologie, die bauliche Umgebung, Aufenthaltsqualität, Ästhetik der Infrastruktur und Bebauung, Parkanlagen, Verkehrsbeleuchtungen, Stadtmöblierung, Diversität der Bebauung, Urbanität, Kosmopolitanismus und so weiter und so fort - wenig bis gar keine Rücksicht genommen.

Mir ist schon bewusst, dass es vorallem Dresden hart getroffen hat - und was besonders schrecklich ist, dass dies ohne ein militärschwächendes, sondern aus einem rein zivilschwächenden Motiv geschah. Dresden sollte bis auf ein paar Aschehäufchen dem Erdboden gleichgemacht werden, die Kultur dieser Stadt sollte nicht länger fortbestehen, der Glaube der Zivilbevölkerung an eine Zukunft oder gar einen Triumph gen Null tendieren.
Diese Geschichte lässt sich nun einmal nicht rückgängig machen. Dass sich allerdings das Stadtbild sehr wohl auf beeindruckende Art und Weise rückgängig machen lässt, zeigt doch die Rekonstruktion der Dresdner Frauenkirche und des dazugehörigen Neumarktes geradezu exemplarisch für Deutschland! Stellt euch das heutige Dresden einmal ohne die ganzen wiederaufgebauten Gebäude (Zwinger, Semperoper, Brühlsche Terrassen, Hofkirche, Frauenkirche, Stadtschloss... um nur einige zu nennen) vor - und an derer statt vollgepfropft mit unästhetischen, zweckmäßigen Plattenbauten, Kulturpalästen und kubistischen Verwaltungsgebäuden. Dresden würde keinen Straßenköter hinter der Mülltonne hervorlocken.

Und zu eben diesem für Dresden erforderlichen, komplettierten und ansehnlichen Stadtbild gehört anstelle des Kulturpalastes ein der Umgebung angepasstes (eventuell in klassischen Formen historisierendes) Gebäude, dass die alten Platzstrukturen, die an eine solche Stelle einfach gehören, wiederaufzunehmen. Da reicht auch in 100 Jahren keine simple Sanierung des Objektes, eine Umnutzung ist sowieso unwahrscheinlich. Daher spreche ich von einer Unflexibilität - es wird sich ganz sicher niemand für einen solchen Bau erwärmen können, um aus ihm ein angepasstes, schönes und vielseitiges Gebäude zu kreiren. Diese Vorstellung ist fernab jeder Realität. Dresden braucht an der Stelle entweder die angesprochene Einkaufspassage mit Mischnutzungen (Wohnen, Büros, Tagungsräume, Kabarett/Theater, Clubs/Bars/Restaurants, vielfältige Einkaufsmöglichkeiten etc.) oder die auch schon erwähnte, frühere Verwendung (vor dem 2. WK) des Altmarktes als Markt, wie der Name eigentlich bereits impliziert. Dabei könnte man die sich früher anstelle des KP befindliche Säule in der Marktmitte leicht rekonstruieren und den Platz daraufhin als Ort der Begegnung, von Veranstaltungen (Konzerten, Messen, Kundgebungen, TV-Shows, usw.) oder als Erweiterung für den Striezelmarkt (Dresdner Weihnachtsmarkt) und Ähnliches nutzen. Alles immer noch besser als ein unpassender DDR-Veranstaltungsort an dieser relevanten Stelle der Stadt mit so viel Potenzial.

Um noch einmal auf die städtebauliche Wirkung zurück zu kommen: Besonders kritisch sehe ich dabei die Nähe des zum bereits angesprochenen, in der Wiederherstellung befindlichen, Neumarktes und der ihn tangierenden Frauenkirche. Steht man direkt auf dem Platz und wendet den Blick in Richtung Frauenkirche, ist man absolut entzückt von der barocken Pracht dieses Sakralbaus und des ihn umgebenden, in seinem alten Barockglanz rekonstruierten Neumarktes. Wendet man sich jedoch einmal um 180°, fällt einem sofort der kantige Korpus des Kulturpalastes am Südwestende des Platzes auf, man blickt in den Altmarkt. Ein gewisser Kontrast mag ja an einigen Stellen vielleicht recht angebracht und aufregend sein - aber keines von beidem trifft beim KP zu! Er wurde einfach nur schlecht integriert, da er keine der ihn umgebenden Formen, Strukturen oder architektonischen Merkmale und Gesetzmäßigkeiten übernimmt. Ihm fehlt die Kleinteiligkeit - wie sie eigentlich im Herzen einer jeden Altstadt vorhanden sein sollte (ergänzt um einige schöne, repräsentative Bauten wie den Zwinger oder die zahlreichen Sakralbauten). Selbstverständlich sind die Ausmaße (und die Art und Weise, wie mit diesen umgegangen wird) dieses Baukörpers im baulichen Kontext unverhältnismäßig zur Umgebung.
Die Dredner Altstadt vereint auf relativ kleinem Raummaß eine Vielzahl architektonisch außergewöhnlicher und sehenswerter Gebäude, die Dresden mittlerweile zu einem unglaublich guten Ruf innerhalb der deutschen Kulturlandschaft verholfen haben. Den Kulturpalast erwähnt ganz sicher niemand, wenn er für die Stadt Werbung machen möchte. Er ist und bleibt ein Schandfleck, warum wieso weshalb - das habe ich nach meinem Ermessen längst im Übermaß erläutert und geschildert.

Warum reißt man wohl den Palast der Republik ab? Sicher nicht, weil man einfach nur mal das Verlangen hatte, irgendein Nachkriegsgebäude loszuwerden. Es war STÄDTEBAULICH wie auch als Bausolitär in seiner Umgebung absolut unangemessen, das sahen auch die allermeisten Berliner so. Sicher, der Kulturpalast in Dresden ist heute im Gegensatz zum Berliner 'Gegenstück' noch einer Verwendung unterstellt - aber für diesen Zweck gibt es a) noch zig andere Möglichkeiten der Unterbringung in Dresden beziehungsweise b) die Option, einen neuen Veranstaltungsort (bspw. nahe der Neuen Synagoge) zu errichten, um den Bürgern und Besuchern von Elbflorenz auch etwas außerhalb des zentralen Barockgebietes etwas bieten zu können. Eine neuartige Belebung der eher dezentral gelegenen Standorte wäre sicherlich ein toller Impuls und könnte der Stadt einen Ruf als "moderne Hochburg des Ostens" (gute, zeitgemäße Architektur vorausgesetzt) verschaffen und somit den Einfluss des "Silicon Saxony" (Schwerpunkt der Elektronik-Industrie in Ostdeutschland) bspw. noch weiter erhöhen. Warum bloß sieht augenscheinlich niemand in diesem Forum außer mir diese potenziellen Möglichkeiten? Inwiefern hilft uns denn diese allerorten sture Beharrlichkeit, an einem Zeugnis sozialistischer Fehlplanung festzuhalten?

Ihr solltet nicht immer alles so zweidimensional und schwarz/weiß sehen - Sicher, es könnte auch eine vernünftige Lösung für die Weiternutzung des Kulturpalastes geben. Nur: Wer wird diese finanzieren? Um aus diesem leider doch sehr missratenen kubistischen Erguss der DDR-Architektur einen angemessenen, kleinteiligen Bau zu zaubern, müsste ein Vielfaches der finanziellen Mittel für eine kommerzielle Nutzung desselbigen aufgebracht werden. Und das kann für eine kulturell und architektonisch weltweit derart hochrangig bedeutende Stadt vom Schlage Dresdens keine optimale Endlösung sein. Es muss nach all den Jahren sozialistischer Unterdrückung, zum Teil widriger Umstände (vorallem unmittelbar nach dem Krieg), vieler herber Rückschläge und schmerzhafter architektonischer Verluste mittlerweile ein Klima möglich sein, in dem man auch einmal über den eigenen Horizont blicken lassen kann - Warum soll die Stadt Dresden die Entscheidung über das Verfahren am Altmarkt in alleiniger Hand behalten? Sind es nicht die Bürger, die in einer Stadt leben und ihr Umfeld beeinflussen, dort arbeiten, für neue Ideen sorgen, die ihr Impulse geben - Ja, die ihr erst das Überleben ermöglichen? Sicher, eine staatliche Kontrolle über eine Stadt muss immer in gewissem Maße gewährleistet sein. Aber driften wir nicht schon etwas wieder in Richtung städtebauliche Diktatur ab, wenn eine Stadt es komplett allein zu entscheiden hat, was mit einem der wichtigsten Plätze in ihrem Herzen geschieht? Haben denn da die Bürger nicht wenigstens ein Mindestmaß an Mitspracherecht verdient? Ich denke, dass diese Frage niemand strikt verneinen könnte.


Ich habe mir nun die Finger beinahe wund geschrieben für meinen Appell an die Vernunft von ein paar wenigen Dickköpfen - Möge Gott dafür sorgen, dass sich dieser Aufwand irgendwann bezahlt macht (was ich orakelierend schon mal im Voraus nahezu ausschließe) ;)

AeG
29.06.07, 21:03
Na also, geht doch! :)

Hättest Du Dich nicht gleich auf dieser Ebene einbringen können? Ich bin zwar immernoch nicht Deiner Meinung, kann sie aber inzwischen eher akzeptieren und darauf eingehen. Ich tue es an dieser Stelle nur deshalb nicht, weil ich erst schnell noch ein "Werk" für einen anderen Thread fertigstellen will. Aber vielleicht kommt mir ja auch jemand mit Antworten zuvor, die ich unterschreiben kann.

Dvorak
29.06.07, 21:52
Ein Fettnäpfen meine ich nicht getroffen zu haben, als ich auf das Glas hinwies. Es war eher als Tipp gemeint, was man so als städtebauliche Argumente durchgehen lassen kann. Zu viel Glas zum Beispiel genauso vie zu viel Stein, zu viel Farbe wie zu viel Sichtbeton uswusf.
Das meiste was du sagst lass ich mal weg, nicht weil ich dir die Argumente nehmen will, sondern weil ich die Reko-Diskussion jeden Tag führe und allmählich nicht mehr mag. Außerdem spielt die Geschichte Dresdens im WWII keine Rolle für den Bau und dessen Bewertung.

Direkt zum Gebäude will ich aber etwas sagen.
Zuerst dachte ich auch, der Bua würde nicht passen, bis zu dem Moment wo du geschrieben hast, dass das Gelände auch ehemals Markt war, und nicht bebaut. Hier stellt sich mir doch sofort die Frage, was ich aus einem ehemaligen Marktgelände machen kann.
Dieses Gelände ist dadurch sofort etwas besonderes, weil die Bebauung viel mehr leisten mauss, als auf einer bebauten Parzelle. So darf sie nicht einfach wie ein altes neu aufgebautes Stadtquartier wirken, sondern muss ganz klar zeigen, dass sie auf einem Markt steht. Kleinteiligkeit, geschlossenen Fassaden oder gar ein neuer Historismus wird hier vollkommen am Ziel vorbeischießen, weil sich diese Sachen nicht am Genius Loci orientieren. Ein dort Gebautes Gebäude muss den Markt in das innere holen, und darf nur eine durchlässige Hülle darstellen, um nicht den Markt zu zerstören. Wie man das gut machen kann zeigt MvdR mit der neuen Nationalgalerie in Berlin, indem er dem Raum nur ein Dach verpasst, und die Haut, also die Trennung von Bebautem und Unbebautem aufhebt. Nicht so weit, aber schon in diese Richtung geht der Kulturpalast, indem er nur eine leichte Hülle für die Räumlichkeiten bietet und nicht einen massiven Baukörper bildet.
Dann ist da neben der besonderen Typologie des Ortes der besondere Nutzer des Gebäudes, dessen Eigenschaften ja auch in die Gestaltung mit einfließen müssen. Da es sich um ein kulturelles Gebäude handelt, ist diese Offenheit mit dem vielen Glas nicht verkehrt, symbolisiert sie doch, dass sich die Kultur nicht verschließt. Sie steht sogar auf dem kulturellen Mittelpunkt de täglichen Lebens nämlich auf dem Markt, auf dem sich der Normalmensch täglich mit seinen Artgenossen trifft.
Ich finde, dass das Gebäude sehr viel Potenzial hat, wenn man es richtig saniert. Das braune Glas sollte weg und gegen transluzenteres ausgetauscht werden, um den Charakter des KP zu unterstreichen. Die Horizontalität sollte unterstrichen werden, und die hohe Flexibilität noch erhöht werden. Flexibilität zeigt sich ja nicht dadurch, dass man alles von Swimmingpool bis Banktresor dort unterbringen kann, sondern das der Nutzer, und hier ist es die Kultur möglichst alles dort machen kann, was es will. Im Innern wäre zum Beispiel ein Schiebewandsystem wie im Rietfeldhaus schön. Mit wenigen Handgriffen könnte man aus einer großern Lobby viele verschiedene Ausstellungräume machen, und so sehr viele verschiedenen Nutzungen unterbringen.

erbsenzaehler
29.06.07, 22:55
^ Ich glaub ich geb's auf... Nicht weil mir keine Argumente einfallen, sondern weil ich denke, dass es die Diskussion nicht übermäßig weiterbringt, kontinuierlich auf den Kommentaren anderer herumzureiten. Dvorak, du scheinst einfach einen komplett anderen Architekturstil zu favorisieren als ich das tue. Es ist nicht so, dass ich mich moderner Architektur verschließen würde - Im Gegenteil, in vielen Fällen bin ich unsterblich in diese verliebt (allerdings nicht in die Neue Nationalgalerie in Berlin, die finde ich furchtbar langweilig). Und gerade auch in Sachen neues Bauen hat Dresden da meiner Meinung nach einiges Erwähnenswertes zu bieten (Gläserne VW-Manufaktur und UFA-Kristallpalast wären da exemplarisch zu nennen, gibt aber noch viel mehr gelungene Beispiele). Allerdings muss diese Art Architektur - insbesondere weil sie meistens sehr speziell, ausgefallen, auffällig, hoch hinaus gebaut und/oder sehr expressiv gestaltet ist - sich in erster Linie auch seiner Umgebung anpassen und sich dieser, wenn nötig, gegebenenfalls unterordnen.

Für mich ist da der Louvre in Paris ein erwähnenswertes Objekt: Für sich genommen, sind sowohl der alte Museumsschlossbau des Louvre als auch die Gläserne Pyramide in Front dessen, durchaus grandios gelungene Meisterwerke ihrer jeweiligen Architekturepoche. Die Kombination eben dieser Stile jedoch birgt große Spannungen und ist meines Erachtens nach überwiegend fragwürdig, da die Gebäudestruktur (sprich die Formgebung, ornamentale Verzierung des Baukörpers und seine Umgebung) des eigentlich sehr feudal wirken Palaisbaus durch die moderne Ergänzung aus Glas und Stahl zum Teil empfindlich in ihrer Wirkung gestört wird. Sicher, so ein Experiment erregt enormes Aufsehen und kann schnell für eine gewisse Popularität eines Gebäudes sorgen - Aus meiner Sicht ist diese im Falle des Louvre jedoch eher kritisch zu betrachten. Die beiden Gebäudeteile gehen einfach keine bauliche Einheit ein, sie wurden zusammenhanglos in Einklang zu bringen versucht.
Für viele Pariser sicher auch heute noch einer der schwerwiegendsten Fehler im regierungsgesteuerten Städtebau.
Ein Gegenbeispiel ist meinem subjektiven Empfinden nach die perfekt gelungene Synthese von moderner und traditioneller Architektur beim Berliner Reichstag, für die Lord Norman Foster in unserer Hauptstadt verantwortlich zeichnete. Die gläserne, begehbare Kuppel geht eine unnachahmlich virtuose Verbindung mit dem Baukörper des Reichstagsgebäudes ein - eine bis dato nicht gekannte Genialität bei der Verbindung von Alt und Neu kam zum Vorschein, als man den Reichstag schließlich enthüllte. Die Kuppel reflektiert nach außen hin unglaubliche Präsenz, demokratische Macht - während sie gleichzeitig durchgängige Transparenz, eine Verbindung zum Inneren, aufblitzen lässt. Einer Erwähnung wert ist dabei auch die grandiose Innenraumgestaltung - da ist sprichwörtlich ein Phönix aus der Asche auferstanden und mehr als das, er lernte geradewegs wieder, sich mit weiten Schwingen zu erheben! Ihr merkt schon, ich bin absolut angetan von dem Gebäude - bevor ich mich hier noch in Schwelgereien verliere, beende ich die Lobeshymne auf den Reichstag an dieser Stelle einfach mal :D

Um wieder auf die Bedeutung der heutigen Architektur zurückzukommen: Es ist nun einmal so, dass absolut jeder (!) Bau eines Gebäudes genau nach seinen Auswirkungen auf die Umgebung abgewägt werden sollte, sowohl in seiner architektonischen und städtebaulichen Gestaltung (Oberflächenmaterialien, Form und Farbe, Proportionen, Nutzung, Stadtmöblierung, Innere Erscheinung, Infrastruktur, Kosten usw.) wie auch in seinen Dimensionen und seiner Position innerhalb des ihn umgebenden Stadtraumes, einschließlich seiner zukünftigen Bedeutung für die ihn nutzenden Menschen (der womöglich immernoch wichtigste Punkt). Es sollte darüber hinaus nicht die Intention eines zuständigen Architekten sein, sich mit einem in die Prärie gesetzten unwirtschaftlichen, überdimensionierten und maßlos überteuerten Bau ein Denkmal setzen bzw. profilieren will. Ein Gebäude hat eben schlicht und ergreifend die Funktion/Aufgabe, Menschen den von ihnen benötigten Raum zu schaffen und sie zudem zu animieren, eben diesen Raum mit möglichst viel Leben zu erfüllen. Da die Sinne des Menschen aber naturgemäß auf den Fixwert "Schönheit" geeicht sind, ist es einfach in den allermeisten baulichen Fragen erforderlich, auf dieses natürliche Verlangen auch einzugehen und den Menschen somit einen angenehmeren Aufenthalt und mehr Harmonie durch eine 'schöne' Umgebung so gut wie nur irgend möglich näherzubringen. Das sollte die Aufgabe von Architektur sein, denke ich - und das galt nicht bloß bis 1945, es sollte auch heute noch eine der obersten Prämissen sein.


Ich hoffe, dass ich damit jetzt nicht allzuweit vom Thema abgedriftet bin und trotzdem einen kleinen Beitrag zur Verständigung in diesem Forum beitragen konnte ;)

P.S.: Gut, dass du dich letztlich zumindest in einem gewissem Maße meinen Ansichten öffnen kannst, AeG - war schon ein wenig befreiend, doch noch eine etwas positivere Anmerkung aus deiner Richtung zu Gehör zu bekommen :D

Dvorak
29.06.07, 23:40
So ein Bullshit! Was weißt du denn, was ich mag?
Du hast einfach nicht begriffen, worum es mir geht. Architektur muss vielschichtig auf allerlei Einflüsse reagieren, wie den Genius Loci, den Baherrn ..., damit es gute Architektur wird. Einen alten Markt mit von vorne herein schlechter Arcitektur und vielleicht einer Passage zu zu pflastern ist das Gegenteil von einer Beachtung des Genius Loci. Das hat nichts mit persönlichen Vorlieben zu tun. Weder habe ich solche kund getan, noch kann man aus meinen Beiträgen großartig erkennen, was ich mag und was nicht. Und Methusalem persönlich bist du auch nicht. Du willst nicht diskutieren, weil du keiene stichhaltigen Argumente für einen Abriss anführen kannst.

erbsenzaehler
30.06.07, 00:02
Ich sag ja, es hat keinen Sinn. Du beachtest mich gar nicht - redest irgendetwas vom Genius Loci her (wahrscheinlich ohne überhaupt die genaue Bedeutung dieses Ausdrucks zu kennen), sprichst von 'Bullshit' und unterstellst mir, ich würde nicht diskutieren wollen. Genau das war mein Ziel, das habe ich in überschwenglichem Maße getan. Dass ich ein Methusalem oder allwissend wäre, habe ich nie behauptet - wenn ich diese Arroganz möglicherweise an den Tag gelegt habe, tut mir dies Leid, beabsichtigt war das so jedenfalls nicht.

Auf jeden Fall ist es nicht gerade bereichernd, wenn du das Thema durch solche Anfeindungen und Beschuldigungen herunterziehst - Ich kann diese Reaktion bei meiner wirklich schon sehr gemilderten Ausführung wirklich nicht nachvollziehen. Natürlich sind meine Meinung und meine Argumente nicht der Weisheit letzter Schluss, du kannst sie ja gerne widerlegen, wenn du dazu im Stande bist. Aber das Ganze bitte auf einer angemessenen und sachlichen Ebene! Ich habe mich nun auf Teufel komm raus darum bemüht, also erwarte ich jetzt auch selbiges von dir.

Und btw: Du hast da sehr wohl ein gutes Stück subjektive Meinung mit einfließen lassen, das kannst du ja wohl nicht leugnen (zum Beweis brauche ich meinen Post wohl nicht noch extra mit einem Zitat zuzupflastern).

Ich habe deinen Standpunkt sehr wohl verstanden. Dass du dabei stichhaltige Argumente angeführt hast, sehe ich nicht. Du hast ein paar Faktoren aufgezählt, welche deiner Meinung nach gute Architektur ausmachen und hast ein paar aus dem Zusammenhang gegriffene Schlagwörter mit eingebracht (Genius Loci, "den Markt in das Innere holen" usw...) und Vorschläge zur Umgestaltung gemacht. Nun gut, aber etwas wirklich Brauchbares konnte ich da jetzt insofern nicht herauslesen, als dass du in keiner Silbe erwähnt hast, wie dies Alles geschehen soll. Wo steckt denn deiner Meinung nach dieser "Genius Loci" (schrecklicher Ausdruck) im Kulturpalast? Doch nicht etwa in seiner architektonischen Gestaltung und seiner Beachtung der vorgegebenen Marktplatzstruktur? Meiner Meinung nach tritt er genau letztere geradezu brutal mit den Füßen. Der Kulturpalast respektiert doch in keinster Weise die vorangegangene Nutzung des Altmarktareals. Würde man an seiner statt beispielsweise eine Einkaufspassage oder eben den früheren Platz in seiner ursprünglichen Form errichten, wäre diese Bedeutung wiederhergestellt und könnte in erstarkter Form nach der langen Durststrecke durch die Nutzung des KP zurückkehren. Meiner Meinung nach ein nicht unwesentlicher Faktor, der die Existenz des Kulturpalastes fragwürdig macht.

Aber wie bereits erwähnt, ich bin nicht auf Konflikte aus. Sollte mein vorangegangener Beitrag diesen Eindruck impliziert haben (wovon ich eigentlich nicht ausgegangen bin), entschuldige ich mich für selbiges und fordere von nun an eine Abkehr von der kontraproduktiven Herangehensweise deinerseits, Dvorak. Da wäre ich dir sehr verbunden ;)

Rohne
30.06.07, 00:10
Da hat der Dvorak aber wieder ein tolles Wörtchen in der Vorlesung aufgeschnappt mit dem er jetzt überall um sich wirft :D Wann war denn dein letzter Beitrag ohne "genius loci"? ;)

Also zum Kulturpalast: da ist sicher was dran mit dem Markt und so. Aber nichtsdestotrotz ist das Gebäude dort ziemlich deplaziert. Erinnert mich von der städtebaulichen Situation ziemlich ans Technische Rathaus in Frankfurt. Da kann der Markt der dort war noch so groß gewesen sein, das ist noch lange keine Rechtfertigung dafür so ein überdimensioniertes Gebäude ins Herz der Stadt zu stellen.

Dvorak
30.06.07, 00:27
Gut versuchen wir es noch einmal.
Genius Loci:
_1. Ich weiß ganz gut was das ist
_2. Das ist kein schrecklicher Begriff, sondern das was einen guten von einem schlechten Architekten unterscheidet
_3. Seit Jahrtausenden ist die Beobachtung des GL ein, wenn nicht das zentrale Prinzip der Entwurfsfindung
_4. Der genius Loci kommt in allen praktischen Übungen im studium vor leiber Rohne. Deshalb hat die TU auch einen so guten Ruf;)
_5. Mien letzter Beitrag ohne Genius Loci war der um halb sechs
_6. Der Genius Loci an diesem Ort ist m.M.n.:
_1. Der historische Kontext, dass das Gelände ein von Freizügigkeit geprägtes Gelände ist
_2. Der Markt ist der zentrale Platz zur Zusammenkunft der Bürger, also kultureller Mittelpunkt einer Stadt.
Daran muss sich die Bebauung halten, wenn sie gelungen sein möchte. Das ist auch keine subjektive Meinung, sondern zentraler Punkt vieler Architekturtheorien. Das Gebäude darf also nicht den inneren Bereich vom Äußeren abgrenzen, und muss Offenheit demonstrieren.

Das war alles so objektiv wie ich nur kann. An anderen Orten würde ich auch zu anderen Ergebnissen kommen.

Das Gebäude ist mir auch zu groß, ich sehe aber deshalb noch keinen Grund für einen Abriss. Ein sinnvolles Sanierungskonzept, das darauf ausgerichtet ist dem Bau seine Größe zu nehmen und seine positiven Seiten zu stärken kann da mehr leisten als ein Abriss+Hitorisierendem Allerlei.
Sicher muss Architektur schön sein, aber Geschmack ändert sich eh alle 5 minuten in unserer Gesellschaft, und was dem einen gefällt, muss dem anderen nicht gefallen. Deshalb sollte man auch auf ein wenig Abwechslung setzen, damit jeder was hat, und nicht nur die Historismus-Freaks.

Jetzt muss ich aber schleeunigst weg.

Mit freundschaftlichem Gruße

Dvorak

erbsenzaehler
30.06.07, 23:57
Da hatte es der Dvorak aber plötzlich eilig ;) Wo solltes denn hingehn?

Übrigens warte ich immer noch gespannt wie ein Flitzebogen auf deine Ausführungen AeG :D

LeFay
01.07.07, 02:20
@Dvorak: Wer sagt denn, daß sich der Geschmack ständig ändert? Vielleicht hat er sich ja nie geändert! Sondern ihr denkt nur er hat es. Vielleicht hatten die Leute nur mal Lust auf neues, aber fanden das alte höchstens langweilig, aber nicht häßlich?

Warum sehen die heutigen Neubauten fast alle neohistoristisch im Sinne von NEOBAUHAUS aus? Neohistorismus ist mist, solange dieser Neohistorismus nicht Neobauhaus ist? Na hallo! Immerhin gabs die Moderne, die Postmoderne und den Dekonstruktivismus. Jetzt stellt man z.B. auch in Stuttgart vermehrt Gebäude hin, die dem International Style der 60iger nahekommen. Und das soll nicht neohistoristisch sein?

Aber zum Platz: Wenn man Jugendstilhäuser in Frankfurt, Expressionismus in Essen abreißt um Investorenneubauten zu verwirklichen, na dann wird doch so ne Oststadthalle auch abgerissen werden können.

Mit ordentlichem Wettbewerb sollte man da was richtiges hinstellen können. Ich schlage schonmal als Architekt AeG vor. Sein Berlinthread zeigt, daß er ordentlich was kann ;)

Trips
01.07.07, 09:38
Daran muss sich die Bebauung halten, wenn sie gelungen sein möchte. Das ist auch keine subjektive Meinung, sondern zentraler Punkt vieler Architekturtheorien. Das Gebäude darf also nicht den inneren Bereich vom Äußeren abgrenzen, und muss Offenheit demonstrieren.


Das ist eben doch subjektive Meinung, nämlich die von einigen toten Granden der Architektur und die sind zu diesem Schluss weitgehend ohne praktische Erfahrung gekommen.

Wenn kulturelle Zentren sich grundsätzlich öffnen müssten hätten die (mittlerweile natürlich weitgehend gentrifizierten) Hackischen Höfe nie funktionieren dürfen, die sind nämlich das genaue Gegenteil von Offenheit (eben Höfe), funktionieren aber genau deswegen.

Was man mit dem Gelände macht ist mir vergleichsweise egal, der Kulturpalast wäre vermutlich auf lange Sicht gesehen kein Verlust, ein bisschen Billigbarock im Gegenzug wohl auch kein Gewinn und 08/15 Investorenarchitektur hilft auch niemandem.

Eventuell einfach 30 Jahre warten und dann weitersehen, eventuell hat man dann mehr Inspiration, oder wenigstens mehr Geld aber ewig bleibt die Kiste nicht stehen.

Dvorak
01.07.07, 10:19
Nein, nichts bleibt ewig stehen. Es muss aber auch nicht immer gleich alles abgerissen werden, nur weil es nicht perfekt ist. Erst einmal sollte man gucken, was man mit einem Umbau machen kann, bevor man vorschnell abreist. Wir können ja auch wieder in die 70er, wo mana uch der Meinung war, dass eh nicht alles für die Ewigkeit ist, und das Neubau besser ist als Umbau.

Das kulturelle Zentren ohne die Offenheit funktionieren habe ich nicht angezweifelt. Es war einfach ein Postulat meinerseits, dass kultur etwas sit, dass aus der Mitte der Gesellschaft kommt, und auch kulturelle Bauten das demonstrieren sollen. Das ist gleube ich auch nichts, was es erst seit neustem gibt, sondern etwas das man schon an den älteten musealen Gebäuden sehen kann. Wenn man sich das alte Museum in Berlin, die Glyptothek in München, wenn man es weit fasst, vielleicht sogar das Pantheon, das irgendwie mehr Museum als Tempel ist ansieht, dann merkt man, dass diese Gebäude ganz stark mit dem öffentlichen Raum spielen. In sovern ist das sicher auch die Meinung einiger toter Granden der Architektur.

Das der Geschmack sich nicht ändert will ich aber ganz stark bezweifeln. Aber vielleicht trifft das hier (http://www.lwl.org/pressemitteilungen/daten/bilder/19763.jpg) ja noch deinen Geschmack Yves.
Was gleich bleibt, dass sind Grundprinzipien der Aesthetik, wie Proportion, oder die Farbenlehre, deren genaue Ausformung, also der Zeitgeschmack ändern sich mit sicherheit. Im Barock gelt es ja asl schön möglichst fett zu sein. :doof:

Das das Argument kommt, die Moderne sei schon Geschichte und man baue ständig nur noch im Rückgriff auf Vergangenes kann ich mal gar nicht teilen.
Erstens ollte man sich überlegen, wie lange ein Baustil in der Geschichte etwa gedauert hat. Die Gotik, die Romanik, das Barock, oder der Klassizismus haben alle länger gedauert, und dtrotzdem findet man nicht für die je etwas älteren der Gebäude in diesen Baustilen die Bezeichnungen Neo-Irgendwas, sondern eher Hoch-Renaissance, wenn es ganz lange dauert auch Spät-Gotik. Das dauert aer noch ne ganze Weile.
Zweitens sollte man zwischen dem reinen Zweckbau gesondert betrachten. Den 08/15-Fachwerkbau gab es sicher Jahrtausende, ohne das er sich sehr veränderte. Die normale Bürokiste wird es auch noch lange geben, weil es dabei weniger um aesthetische Aspekte, als viel mehr um die Nutzung, die Finanzen und die geliebten Bauvorschriften geht.
Bei repräsentativen Bauten gibt es sehr wohl eine Weiterentwicklung, und nicht nur die Bauhaus-Rückgriffe. Ich glaube das solte dir auch klar sein, wenn du dich ein wenig damit beschäftigst.

Die logik, dass wenn man Jugendstil abreißen darf, auch einen "Ostbau" abreißen darf, teile ich nicht. Demnach müsste man den Ersatz dieser Jugendstilbauten gut heißen, was ich nicht tue. Du scheinst das anders zu sehen.

PS: Ich hatte es so eilig, weil es Feitag Abend war und ich an solchen Tagen die Nacht nur ungern im Internet verbringe.

erbsenzaehler
01.07.07, 10:35
^ LeFay und Trips: Endlich trifft man hier mal auf ein paar Gleichgesinnte, ich hatte die Hoffnung schon beinahe aufgegeben :applaus:

Ich denke aber, dass man sich mit dem Kulturpalast nun nicht übermäßig viel Zeit lassen sollte, wenn Dresden seinem barocken Altstadtbild wieder näherkommen möchte. Der Idealfall wäre, man würde noch im Rahmen der Wiederauferstehung des Neumarktes den Abriss durch- und einen Neubau an seinerstatt umsetzen. Am Beispiel des Neumarktes erkennt man überdies doch durchaus, dass gut umgesetzte Investorenarchitektur in Dresden bombenmäßig einschlagen kann. Ich würde mir aber natürlich wünschen, dass man dann bei einem eventuellen Neubau (wie der vorgeschlagenen geschlossenen Einkaufs- und Kulturpassage) überwiegend die historisierenden Formen des Altmarktes berücksichtig und den Stil gegebenenfalls diesem anpasst (Neobarock wäre vermutlich eher nicht so angebracht).

Allerdings wäre vielleicht eine Wiederherstellung der Altmarktsituation, wie sie vor dem 2. Weltkrieg existierte, noch ein Stück weit interessanter. Denn durch sie böte sich mitten in der Stadt viel Raum für lebendige Veranstaltungen, besucherüberströmte Ausstellungen, quirlige Märkte und Messen sowie das ein oder andere Konzert bzw. Vorlesung und Ähnliches. Die Wiederherstellung dieses Zustands dürfte die Stadt vor keinerlei Probleme stellen, ein Abriss des Kulturpalastes liegt aufgrund der nahenden Sanierung zeitlich gesehen doch momentan eigentlich recht nahe (Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass man ihn in 10 nach einer zu Grunde liegenden Komplettsanierung der Abrissbirne preisgibt). Und auch die sich ehemals mittig des Platzes befindliche Marktäule wäre für die Rekonstrukteure sicher keine unlösbare Aufgabe. Auf jeden Fall wäre es ein leichtes, erneut das gute alte Gefühl des Platzes zum Leben zu erwecken, denke ich.

Sehr interessant wäre in diesem Zusammenhang wohl eine eventuell bevorstehende Rekonstruktion des historischen Dresdner Rathauses aus dem 13. Jahrhundert, dessen Fundamente man nun gegenüber des Kulturpalastes (auf der zum Parkplatz verkommenen Seite des Altmarktes) wieder zum Vorschein gebracht hat - Hier gibt es dazu ein interessantes Interview mit einem der vor Ort bei der Ausgrabung tätigen Arbeiter, der eine Rekonstruktion des historischen Rathauses am Dresdner Altmarkt einfordert. (http://www.dresden-fernsehen.de/default.aspx?ID=1988&showNews=88662#video) (zumindest habe ich dies aus seinen Aussagen in der Form herausgehört)
Wirklich toll sich vorzustellen, wie dieses grandiose Gebäude die Dresdner Altstadt um eine eher gotisch geprägte Facette (mit einigen späteren Erweiterungen aus dem Barock) ergänzen und sie damit um einiges abwechslungsreicher gestalten könnte - Ich bin für einen baldigen Wiederaufbau! Insbesondere in Kombination mit dem Rückbau des DDR-Kulturpalastes auf der anderen Seite des Altmarktes ergäben sich tolle neue Perspektiven, die zudem die Altstadt in südlicher Richtung aus architektonischer Sicht enorm voranbringen könnte!
Schaut euch den Videobeitrag aus dem 'Dresden Fernsehen' einfach mal an und lasst euch hier aus, was ihr davon haltet. Würde mich wirklich überaus interessieren :cool:

Dvorak
01.07.07, 10:50
Denn durch sie böte sich mitten in der Stadt viel Raum für lebendige Veranstaltungen, besucherüberströmte Ausstellungen, quirlige Märkte und Messen sowie das ein oder andere Konzert bzw. Vorlesung und Ähnliches.
Was macht denn der Kulturpalast? 2nd-Hand-Flohmärkte wohl nicht. Genau das was du forderst kann man doch heute dort finden, bzw könnte man bei guter Sanierung.

Wirklich toll sich vorzustellen, wie dieses grandiose Gebäude die Dresdner Altstadt um eine eher gotisch geprägte Facette (mit einigen späteren Erweiterungen aus dem Barock) ergänzen und sie damit um einiges abwechslungsreicher gestalten könnte (...).
Erst willst du die barocke Altstadt wiederhaben, jetzt wünscht du dir Abwechslung. Es ist nict böse gemeint, aber es wäre schön klare Verhältnisse zu schaffen indem du dich festlegts, wo es deiner Meinung nach hingehen soll.

EDIT:
Altes Rathaus wäre gut für ein neues Thema

Trips
01.07.07, 13:03
@wombat Ruhig Blut, Gleichgesinnte sind wir noch lange nicht, persönlich stehe ich der neobarocken Herrlichkeit nämlich auch skeptisch gegenüber, wenn auch vermutlich aus anderen Gründen als Dvorak.

@Dvorak
Und wie lange haben Rokoko, Jugendstil, Expressionismus, und Postmoderne gedauert?

Ein Stil lebt eben so lange wie er Kraft hat, die klassische Moderne ist für mich seit den 70ern tot, d.h. entwickelt sich nicht weiter, alles was jetzt in die Richtung läuft sind ebensolche Wiedergänger wie seinerzeit der Historismus, und in 50 Jahren wird man das genau so sehen.
Ob ich das beweisen kann?
Nein, aber ich bin bereit eine sehr langfristige Wette anzunehmen.:D

LeFay
01.07.07, 13:08
@Dvorak: Wombat sagte doch, daß er auch moderne Architektur mag. Ich nehme an, er will ein historisches Zentrum, um einen Eindruck des ehemaligen Glanzes zu zeigen, der Rest soll dann die Vielfalt darstellen. Nehme ich an.

Ja, sagt mir mal, warum der Kulturpalast gerade NICHT abgerissen werden soll? Jedes Gebäude muß sich rechtfertigen, warum es nach dem Ablauf einer gewissen Zeit nicht abgerissen werden soll und ein neues, den neuen Standards angepaßten Gebäuden weichen soll.

Nehmen wir die Bedeutung dieses Gebäudes. Gut. Vergleichen wir sie mit anderen Gebäuden dieser Zeit gleichen/ähnlichen Stils. Hat es irgendwelche geschichtliche Besonderheiten? Bauliche Besonderheiten? Ja klasse, hat wohl jedes Gebäude, jeder Bürgerchronist kann die Besonderheit gerade seiner Stadthalle benennen. Also ist die Dresdner besonders, wohl aber nicht besonderer als andere.

Das Ästhetik-Argument schließen wir mal bei der Bewertung aus, es besteht die Gefahr, daß die Ästhetik irgendwann als angenehm empfunden wird.

Was muß dann das zwingende Argument sein? Die Menge der Gebäude dieses Stils. Theater Ludwigshafen, Theater Mannheim, Gimmeldingen (*g*), Trierer Nationaltheater, bestimmt viele Gebäude im Ruhrgebiet, alles International Style oder Imitate. Ich nehme stark an, bei den Zerstörungen sind wohl über die Hälfte der städtischen Stadthallen/Theater zwischen 1945 und 1975 gebaut worden. Ich kenne weniger Städte in denen noch Bauten mit anderem Stil vorherrschen bei Kulturbauten.

Also schon aufgrund der Menge kann man es abreißen. Und wenn jetzt jemand kommt und sagt: Damit löschen wir die DDR-Geschichte aus, wenn wir es abreißen! Dann sage ich nur: Bitte, die Städte im Osten sind pleite, wir werden immer noch genug Reminiszenzen haben. Bißl Verlust ist immer.

Dvorak
01.07.07, 13:20
@Trips:
Zugegeben ist das eine Wette, bei der ich eher einen kleineren Betrag setzen würde.:)
Seit den Siebzigern ist in der Breite nicht wirklcih viel passiert, es gibt aber noch zig Gebäude auch in meiner direkten Umgebung, die ich mit nichts vergleichen kann, das ich kenne.
Außerdem stammt der KP ja aus den Siebzigern, und ist daher der Theorie nach immer noch weit vom Historismus weg.
Und dann ist da noch die Frage, wie stark man die einzelnen Architektur-Epochen aufgleidert. Rokoko kann man wenn man will auch noch zum Barock zählen z.B..

@LeFay:
Genau das Gegenteil behaupte ich. Jeden Abriss muss man rechtfertigen. Es sit dich zig mal besser, die positiven Seiten eines Baus zu sehen, und zu betonen, als seine Schwächen übermäßig betonen. Ich bin dafür, dass man besonders in Deutschland von der ewigen alles ist schlecht Meinung ein wenig Abstand nimmt, und eher mal die positiven Seiten sieht. Die Annahme, so wie es jetzt ist, ist es ganz gut, ist meiner Meinung nach besser, als pausenlos die Qualität von Gebäuden zu hinterfragen.
Vor allem gefällt mir der Umgang mit alter Bausubstanz in D. nicht. Man sollte immer alles versuchen, um eine Gebäude zu erhalten, bevor man es abreißt. Wenn man alle 30Jahre neu baut, dann bekommt man nie die über Jahrzehnte gewachsenen Städte, die man will, und wird sich immer nach Altstadt sehnen, weil man da genau das gemacht hat, was ich beschreibe.

Das Ästhetik-Argument zählt nicht, es besteht die Gefahr, daß die Ästhetik irgendwann als angenehm empfunden wird.
Hab ich nicht verstanden.
Aesthetik ist immer ein ganz heikles Thema, weil jeder ja was anderes mag. Proportionalität und ähliches kann man schon eher bewerten.
Es steht dir aber frei, das Gebäude sachlich nach seinen aestehtischen Merkmalen zu bewerten und uns daran Teil haben zu lassen.

LeFay
01.07.07, 13:40
@Dvorak: Damit meine ich, daß ich hier die Ästhetik nicht als Abrissgrund sehe, weil es vielleicht in Zukunft keiner mehr sein könnte, aufgrund der gewandelten Ästhetik. Ich wollte dieses Thema ganz außen vor lassen.

Tja, du kannst das Gegenteil behaupten, aber das ist völlig unpragmatisch. Damit müssen wir leben. Ich habe einen Hals bekommen, als man in Ludwigshafen, einer wirklich verschandelten Stadt, die zu 95% aus Nachkriegsbausubstanz besteht, das älteste Fachwerkhaus abgerissen wurde, anstelle es zu schützen. Ich bekomme Schocks, wenn man in Leipzig Gründerzeitler abreißt.

Aber was ich viel weniger verstehe ist, daß man gerade bei den 60igern so schnell (zumindest in Ludwigshafen) an der Hand war, sie unter Denkmalschutz zu stellen, aber Bauhausbauten (z.B. unser Gymnasium, das fast dasselbe Treppenhaus wie in Dessau hat) und Historismus (haben wir in der ganzen Stadt zwei Bauten von) eben nicht.

Solange eben diese Politik weiterverfolgt wird, bin ich der Auffassung, muß sich jedes Gebäude rechtfertigen. Sonst besteht die Gefahr, daß ein Architekturstil überhand nimmt, besonders wenn schon die meisten Gebäude dieses Stils bestehen. Immerhin sollten Neubauten auf Kosten häufiger Bauten, nicht auf Kosten seltener Baustile gehen.

Ich fände es auch besser, wenn man jedes Gebäude achtet. Wird aber nicht gemacht und solange ist das Gedankenspiel idealistisch, aber nutzlos.

Solang man einen überdurchschnittlich vertretenen Stil abreißt, ist die Gefahr für die Nachwelt geringer, daß ihr etwas verloren geht. Das ist pragmatisch. Damit wertet man alle gleich, egal, wann sie wieder als schön empfunden werden.

Und teilweise müssen sich die Gebäude doch rechtfertigen. Das Nationaltheater Mannheim (Mies van der Rohe hat hier den Wettbewerb verloren, gegen einen, der sein Gebäude genommen hat und einfach auf den Kopf stellte) hat teilweise Gänge, die viel zu schmal sind, da kann man nichts ändern, weil Glasaußenwand und tragende Wand nicht mehr änderbar sind. Man muß sich zum Klo vorbeizwängen. Die Energieverschwendung ist immens. Wenn jetzt die Sanierung teurer ist als ein Neubau, muß man den Neubau in Betracht ziehen. Schon aus ökologischen Gründen. Die Stadt hat ein Recht auf ein nutzbares Gebäude.

Dvorak
01.07.07, 14:04
@LeFay:
Stimmt, es wird nicht gemacht. Es gibt auch keinen sinnvollen Umgang mit älterer Bausubstanz. Das würden hier wohl alle kritisieren. Das ist aber nicht die Frage. Willst du in diesem Fall, also beim KP, wieder gleiches fordern, nur weil es Gang un Gebe ist? Wir können hier ganz frei diskutieren, ohne das wir darüber nachdenken müssen, ob der Denkmalschutz das irgendwie anders sieht. Hier sollte unsere eigenen logischen Überlegungen zählen, und nicht die heutige, wie festgestellt, sekundär-gute Einstellung mancher Planer gegenüber dem Bestehenden.
Es kann auch nicht die Frage sein, wie oft es etwas gibt, sondern wie gelungen das einzelne Objekt ist. Wenn man sich entscheiden müsste, dann würde man sich natürlich für das seltenere entscheiden, das muss man hier aber auch nicht. Und den KP der auch nicht so unbesonders ist, und in Dresden etwas absolut Spezielles gegen neo-dingsbums zu ersetzen, der weder selten ist, noch wirkliche Architektur dartstellt, wäre ein Hussarenstück sondergleichen. Was historisierende Architektu angeht, kann man die imer machen, mit immer dem gleichen Wert, der KP ist aber wirklich in der Zeit entsanden, in die man ihn einordnet.

Was Aesthetik angeht hast du ganz klar recht. Deshalb störe ich mich auch immer an gefällt mir - geällt mir nicht Diskussionen und an extrem subjektiven Argumenten wie: "Das ist gemütlicher". Ich bin ganz froh, dass du das so siehst.

LeFay
01.07.07, 14:38
Und ich würde den Kulturpalast nicht auf durch was neohistorisierendes ersetzen, sondern halt durch etwas dem Platz entsprechendes, modernes ;)

Das halt die aktuellen Funktionen erfüllt und auch ökologisch besser dasteht...

Dvorak
01.07.07, 15:06
Da kommen wir uns doch schon ziemlich nahe.:D

Was die Ökologie anbelangt, gibt es einen ganzen Rattenschwanz an Maßnamen, um den KP aufzuwerten.
_Ersatz des braunen Glases durch Dreischeiben Isolierverglasung
_Einbau eines außen-liegenden Sonnenschutzsystems (nicht sichtbar)
_Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmetauscher
_Begrünung des Daches
_bessere Isolierung wo es geht

Um ihn besser zu nutzen gibt es auch einiges:
_oben wird die KP-Lounge aufgebaut (der braune Kasten verwindet dann vielleicht)
_ein Schibewandsystem ermöglicht die Aufteilung der Räume in kleinere Parzellen für Ausstellungen oder Tagungen
_die Akustik wird durch die entsprechenden Maßnahmen verbessert


Ich kann mir das gut vorstellen, dass in den kleinen Räumen die durch das Wandsystem entstehen eine Kunstausstellung statt findet, die ich vor meinem Theaterbesuch ansehen kann. Danach geht es dann hoch in die KP-Lounge, wo dann bei Getränken und guter Musik auf der begrünten Dachterrasse der Abend seinen Ausklang findet.
Ich persönlich mache gerne Reisen, bei denen ich mir nicht nur die Stadt als solche ansehe, sondern liebe es in die heimischen Theater und Museen zu gehen. Da Dresden das Gewandthaus ja schon nicht haben will, sollte man sich überlegen, wo man zeitgemäß auch moderne Kunst zeigen kann. Und das möglichst nicht irgendwo peripher, sondern im Herzen der Stadt.

Ist der KP eigentliche in reiner Stahl-Skellett-Bau, wie es den Anschein hat?

AeG
01.07.07, 15:53
WaW,

bei all dem, was hier inzwischen geschrieben wurde, weiß ich schon gar nicht mehr, worauf ich eingehen soll. Aber da Du offenbar dringend auf eine Antwort von mir angewiesen bist, mache ich's mal kurz:


Zumindest mir geht es überhaupt nicht um die konkrete Architektur des Hauses. Und über dessen städebauliche Komponente reden wir hier auch nicht wirklich, denke ich. Das ist ein Scheingefecht. Die Kopie einer Mailänder Passage hätte schließlich eine ähnliche Wirkung und Funktion (besonders, wenn sie für 27 Millionen zu haben sein soll). Ich denke sogar, die architektonische Qualität des Kulturpalastes ist relativ bescheiden (analog zu der mancher historisierender Bauten der Nachbarschaft). Augenscheinlich wird das vor allem an seiner Rückseite. Andererseits enthält er aber auch Details, die wertvoll sind und nicht durch das tausendste Barock-Imitat ersetzt gehören. Dazu zählt z. B. der Frieß.

Ich verwahre mich aber deutlich gegen die Intention, mit der sein Abriss begründet wird! Es geht nicht an, dass ein Bau, der in allen Aspekten das Resultat und damit Zeugnis der gesellschaftlichen Verhältnisse zur Entstehungszeit ist - was genau so für seine historischen Nachbarn zutrifft(!) - aus Gründen abgetragen wird, die genau so niveaulos sind, wie einen Mitschüler wegen unangepasster Frisur oder fehlenden Markenklamotten zu vermöbeln.

Da die Architektur immer der Spiegel der Zeit ist, kann man auch kaum die nackten Zahlen zur Halbwertzeit von Stilepochen miteinander vergleichen. Politisch und technologisch hat sich allein im letzten Jahrhundert das Baugeschehen beeinflussend mehr geändert. als in den fünf Jahunderten davor zusammen. In einer schnelllebigeren Zeit und bei einer liberaleren Gesellschaft bleibt es nicht aus, dass Dinge sich häufiger überkommen oder dass Protestbewegungen entstehen, die früher so nie möglich gewesen wären. Daraus lässt sich aber eben noch kein Wahrheitsanspruch ableiten.

Ich kriege Pickel, wenn ich in diesem Forum immerzu von der völligen Verdrehung der Kausalitäten lesen muss. Fakt ist, zuerst gab es ein barockes Dresden. Danach gab es ein abscheuliches Bombardement. Anschließend wurde versucht, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln und einer Sprache, die notwendigerweise den Aufbruch in eine bessere Zeit symbolisieren sollte, den Bürgern einen städtischen Raum mit den dringend benötigten Funktionen zu schaffen. Nach dem Altmarkt stellte man fest, dass das so nicht weitergeht, man die Mittel nicht sinnlos für ein paar repräsentative Luftschlösser zum Fenster rauswerfen kann , während ein paar Meter weiter die Armut grassiert. Dabei fiel auch das Schneidersche Hochhaus hintenüber (und später das der Moderne verpflichtete Hochhaus "Hotel Stadt Dresden"). Ein paar Basisfunktionen, die möglichst in den zentralen Bereich gehörten, waren jedoch noch nicht angemessen untergekommen. Also hat man mit den Mitteln der Zeit den Kulturpalast errichtet. Simultan wurde mit dem Wiederaufbau der Schlossruine begonnen (die damals keine wirkliche Funktion für die Dresdner hatte). Als symbolischer Akt wurde ein Vierteljahrhundert später die Frauenkirche wiederaufgebaut. Um sie herum entstand seit Ende der achtziger Jahre ein eher kleinteiliges, ebenso den aktuellen Bedürfnissen angepasstes Quartier, das quasi die letzten Zuckungen der DDR-Architektur in Dresden darstellt. Da lag es selbstverständlich nahe, eine Neumarktbebauung zu entwickeln, die allen umliegenden Entwicklungen gerecht wird. Zu verdanken haben wir die Umsetzung ein paar finanzkräftigen Investoren, zahlungskräftigen Dresden-Besuchern und vor allem einer "mündigen" Gesellschaft, der es offenbar stets leichter fällt, aus vorgegebenen Antworten die vermeintlich Richtige zu finden, statt mit eigenen Fragestellungen selbst Neue zu liefern. Dabei hätte der "mündige Bürger" in seinem Wahn, zwischen Romanik, Gotik und Renaissance entscheiden zu wollen, vermutlich bereits den Barock im Keim erstickt.

Ist das der richtige historische Ablauf, oder etwa nicht? Wie kann man also behaupten, der Kulturpalast füge sich nicht in seine Umgebung ein? Ist es nicht vielmehr umgekehrt? Schon das Polizeipräsidium musste daran glauben. Welcher Umgebung stand das eigentlich im Weg? Hältst Du es für legitim, aus subjektiven ästhetischen Empfindungen heraus objektiv vorhandene Passagen der jüngeren Geschichte auszumerzen?

Ich bin dafür, den Kulturpalast bei sich bietender Gelegenheit abzutragen, d. h., wenn seine Funktion obsolet geworden sein sollte oder wenn die Gesellschaft von innen heraus(!) dazu in der Lage ist, eine passenden Ersatz zu finden. In solche einem Fall könnte ich mir sogar den Abriss der heutigen Frauenkirche vorstellen, z. B., sofern sie als Touristenmagnet ausgedient hat, ihre Gemeinde nicht mehr existent ist, oder sie stark baufällig wird und ihr Unterhalt extrem unwirtschaftlich ist. Das wäre der "natürliche" Lauf der Dinge, wie er seit Jahrtausenden praktiziert wurde. Das Neue durch das Alte ersetzen zu wollen - und dabei mittlerweile sogar den Minimalkonsens zu verlassen, nämlich nur Zerstörtes originalgetreu wiederzuerrichten - halte ich für falsch.

Wenn die Gesellschaft nach dem spezifischen Vokabular des Barock verlangt, dann wäre das seinerseits das Neue und hätte das Recht, das Überkommene sukzessive zu ersetzen. Aber so wie ich das sehe, stellt der Barock nur das Steckenpferd dar, um gegen das vermeintlich Neue zu Felde ziehen zu können! Es geht überhaupt nicht um Dresdens Ensemble, denn dann stünden, wie weiter oben schon erwähnt, auch der Altmarkt, die Wilsddruffer Straße, das postmoderne Areal hinter den Terrassen und eigentlich 98 Prozent des Dresdener Baubestandes zur Disposition. Es geht einzig um die Frage, welches Versprechen bietet welches Vokabular und wie wird es eingelöst. Und genau diese Frage ist dem stetigen Wandel unterworfen! Wenn heute wieder vermehrt zur weißen Moderne geschielt wird, begründet sich das in ihrem Bedeutungswandel, der rückwirkend betrachtet jeder Epoche zu Eigen wird.

Ich habe nur den Eindruck, in einer Zeit der Verunsicherungen, der auf Grund kürzerer Zyklen stärker kumulierten, uneingelösten Verheißungen und nicht zuletzt wegen eines absurden Demokratieverständnisses, das jedem Drei-Mann-Orchester seine ureigene "Wir-sind-das-Volk"-Attitüde zugesteht, sind wir garnicht mehr in der Verfassung, Geschichte von Bauwerken sich entwickeln zu lassen.

Statt dessen behaupten wir stumpf, braunes Glas sei hässlicher als Klares (was im Übrigen nur selten "transluzent" ist, Dvorak, wenn es nicht gerade satiniert ist oder mit Folie beklebt wurde ;)), rechte Winkel langweiliger als geschwungene Linien und schlanke Stützen weniger elegant als fette Säulenimitate mit irgendeiner antiken Ordnung. Auf diese unterirdische Diskussion wollte ich mich eigentlich nicht einlassen, WombatausWolle. Wenn Du daraus schlussfolgerst, ich hätte deine Beiträge nicht gelesen - deren Kernargument schließlich immer wieder in der wohl mangelhaften Ästhetik des Kulturpalastes begründet lag - dann irrst Du!

Und um Dir aufzuzeigen, wie einfältig die eindimensionale Verknüpfung von handwerklichem Ornament, ästhetischem Empfinden und der Forderung nach breiter Umsetzung im Namen des Volkes ist, habe ich den Rüschenblusen-Beitrag eingesetzt. Du hast ihn als verkrampft humorig verunglimpft. Eins zu eins, was das Lesen anderer Leute Texte angeht. Zwei zu eins für mich, würde ich sagen, wenn man bedenkt, dass ich trotz Deiner Ausfälle, wie dem völlig deplazierten Stasi-Vorwurf oder dem Hinterwäldler-Etikett, überhaupt noch auf Deine Beiträge eingehe.

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Das Hauptproblem unserer Zeit und seiner Architektur - gerade auch der Dresdens - sehe ich darin, dass sich die verschiedensten Epochen, die nach meiner Ansicht zur Zeit der Enstehung oft als Antithese zum Vorhergehenden gedacht waren (ich weiß, Dvorak, Du siehst das anders), heute auf engstem Raum zusammenfinden. Das liegt zum einen an Zäsuren (wie eben dem Bombardement), zum anderen auch an den kurzeren Zyklen ihrer Enstehung und ihrer demgegenüber verlängerten Standzeit. Allesamt technologische und gesellschaftspolitische Konsequenzen.

Leider ist es nur selten so, dass aus den Beziehungen der Bauwerke einzelner Epochen untereinander kontrastreiche, spannungsvolle Wechselwirkungen entstehen. Dort, wo das Alte durch das Neue ersetzt wird, gelingt das mittlerweile m. E. recht gut. Im umgekehrten Fall stellt jedoch die Wiedererrichtung bzw. Simulation des Alten häufig nur einen Affront dar. Oder bildlicher: wenn gerade unifarbene Hemden und karrierte Hosen angesagt sind fällt es schwer, auf den Trend der gestreiften Shirts umzusteigen, ohne dabei mit seiner alten Hose ziemlich bescheiden zu wirken. In der Architektur ist das "Hosenwechseln" aber nicht so einfach möglich, also sollte man sich seine Hemdenwahl etwas genauer überlegen. WombatausWolle, das war widerum nicht als krampfhaft humorig zu verstehen.

Alles, was Du hier nicht finden konntest, steht entweder in den Beiträgen anderer oder in meinen früheren.

LeFay
01.07.07, 16:15
Genau: Klares Glas ist transparent, nicht transluzent *lach*.

Beim Polizeipräsidium versteh ich es auch nicht, warum es abgerissen wurde, das fand ich gar nicht so schlecht. Das Fries des Kulturpalastes kann man ja auch im Museum ausstellen. Hat man mit der Innenbemalung (Blattgold) des Speyerer Doms auch gemacht. Man fand sie in den 60igern zu protzig, also hat man sie abgekratzt, auf Tücher geklebt und ausgestellt.

Dvorak
01.07.07, 16:34
Klares Glas ist transparent, nicht transluzent :Heuler: Mir zu transzendent.

Tessenow
15.08.07, 21:28
Bin wieder in Hamburg und um rund 500 Bilder der sächischen Landeshauptstadt und Weltkulturerbestätte reicher. Hatte übrigens selbst heute in Meißen noch gutes Wetter.
Die ersten Updates nun:
Die letzten beiden Vollgeschosse am Quartier 3 (http://www.cosmo-dresden.de/galeriebilder/QIII/Frauenkirche_22-08-06.pdf) wurden vollendet.
http://img235.imageshack.us/img235/6785/dresden344sr9.jpg
Das Mansarddach entsteht auch hier aus Beton.
http://img64.imageshack.us/img64/9455/dresden345gs5.jpg
Die letzten beiden Gebäude "An der Frauenkirche"
http://img180.imageshack.us/img180/676/dresden346hx9.jpg
Gesamtansicht
http://img231.imageshack.us/img231/2387/dresden118wv9.jpg


Rekonstruktion an der Frauenkirche 16 und 17 (http://www.neumarkt-dresden.de/image1/quartierIII/an-der-fk_skizze.jpg) von oben.

http://img65.imageshack.us/img65/2319/dresden327fp9.jpg

Kellerarbeiten an der Heinrich Schütz Residenz (http://www.heinrich-schuetz-residenz.de/). Es ensteht sowohl das Heinrich-Schütz-Haus sowie das Köhler'sche Haus, zur Weißen Gasse hin entsteht außerdem ein angepasster Neubau mit 2 Staffelgeschossen. Mitte: Reste des ehemaligen Gewandhauses.
http://img61.imageshack.us/img61/1310/dresden313pu8.jpg

Das Gebäude an der Altmarktgallerie ggü. des Haus des Buches bekommt einen neuen Fassadenanstrich. Hier die Proben:

http://img211.imageshack.us/img211/9734/dresden343zh5.jpg

Wiederauflebende Urbanität.
http://img235.imageshack.us/img235/6052/dresden135xm9.jpg
Als ich dieses Foto machte, lief doch tatsächlich eine Sächsin (unüberhörbar) an mir vorbei und schimpfte über den Kommerz der hier wieder zuschlage. Sie hätte gleich gewusst, dass die Kapitalisten die schöne Frauenkirche zubauen und soll das Unwissen der Dame über ihre Stadt aber nicht stören.
Beim Lauschen der Neumarktgespräche habe ich leider noch anderes wirres und/oder unwahres über das Baugeschehen am Neumarkt hören müssen. Traurig, wenn selbst ich als Hamburger mich besser mit den Planungen am Neumarkt auskenne als ein Großteil der Dresdner.

Rekonstruktion des Kurländer Palais
http://img234.imageshack.us/img234/4138/dresden308lr5.jpg

Sanierung des Wohnkomplexes an der Prager Straße (ein neuer Thread lohnt hier natürlich nicht)
http://img293.imageshack.us/img293/6590/dresden011mh7.jpg
Das Q3 von oben
http://img405.imageshack.us/img405/5599/dresden309kc7.jpg

Oh Schreck:
http://img529.imageshack.us/img529/5200/dresden307ex7.jpg

Sanierung des Schauspielhauses
http://img65.imageshack.us/img65/706/dresden295lo6.jpg
Detail
http://img293.imageshack.us/img293/8053/dresden296es0.jpg

Impressionen:
http://img63.imageshack.us/img63/4338/dresden020xb7.jpg
Coselpalais
http://img66.imageshack.us/img66/6747/dresden173ry4.jpg
Neumarkt mit Frauenkirche
http://img59.imageshack.us/img59/3761/dresden168xa8.jpg

http://img61.imageshack.us/img61/7984/dresden143aj2.jpg

http://img406.imageshack.us/img406/3135/dresden049uy6.jpg

Quartier an der Frauenkirche von Prisco. Wenigstens die Schaufassaden zum Neumarkt hin wurden rekonstruiert ansonsten ist alles modern.
http://img231.imageshack.us/img231/310/dresden136fu8.jpg

Blick auf die Salomonisapotheke (Salomon trohnt als Replik im ersten OG) , hier wurde das Mineralwasser erfunden, seit 2005 steht das Gebäude wieder an alter Stelle am Beginn der Landhausstraße.
http://img59.imageshack.us/img59/1729/dresden172rl4.jpg

Richtung Residenzschloss
http://img403.imageshack.us/img403/5084/dresden315wb5.jpg
Dachlandschaft des Q. 2 -> vorbildlich
http://img411.imageshack.us/img411/685/dresden306xc3.jpg

pflo777
15.08.07, 21:40
danke für die Bilder, sehr schön zu sehen, wie hier eine städtebauliche Wunde zuwächst

Rein interessehalber: Was sind denn so die am meisten geäusserten Fehlmeinungen über den Neumarkt?

Tessenow
24.08.07, 15:42
Wilde Spekulationen über das neue Gewandhaus. Einer meinte z.B. das Renaissancegebäude würde rekonstruiert. Auf der Frauenkirche erklärte dann eine alte Dresdnerin ihrem Enkelkind, was man unten sehen konnte. Zeigte unter anderem auf die Salomonisapotheke und meinte, die DDR hätte das Gebäude bereits rekonstruiert.

richidd
27.09.07, 18:21
Oh man, ist mir ja echt peinlich, dass es Dresdner gibt, die so wenig wissen oder desinformiert sind.
Bezüglich des Gewandshauses, es wird demnächst (genaue Daten wurden nicht gesagt) ein Modell in der Form des Gewandhaus auf den Neumarkt gestellt. Damit wir Dresdner uns ein Bild machen können, wie das in der Umgebung wirkt um dann dafür oder dagegen abzustimmen. Es wird derzeit darüber debatiert, ob wir Dresdner per Bürgerentscheid entscheiden dürfen wie das ganze ausgeht.

Virtuelles Stadtmodell Neumarkt: http://www.digitalelectronic.de/projekte/vrneumarkt/index.html

Realisierungswettbewerb Gewandhaus: http://dresden.de/de/08/01/02/01/c_003.php

Artec
27.09.07, 19:15
ich muss jedes mal k+tzen, wenn ich das gewandhausmodell seh und freu mich widerum, was in den letzten 13 Jahren am neumarkt entstanden ist...

ich kenn das nachwende-dresden noch aus kindheitserinnerungen..die ja bekannterweise stark ausgeprägt sind..:)

Tarsis
03.10.07, 16:46
Na ja wie ich es hier so lese kocht das Thema Gewandhaus immer mal wieder hoch !

Die Diskussion ist in diesem Thread allerdings schon ausführlich, so dass ich hier darauf verzichte noch einmal alles aufs Neue wiederzugeben. Wer möchte kann meine Meinung in Posting # 164 nachlesen !

erbsenzaehler
03.11.07, 18:10
Das Thema Neumarkt könnte auch mal wieder eine frische Brise vertragen ;) Sodann!

Auf der gut gemachten, stets sehr aktuellen Homepage des Vereins Historischer Neumarkt e.V. (http://www.neumarkt-dresden.de/) gibt es allmonatlich frische Bilderserien zum derzeitigen Stand der Bauarbeiten am Neumarkt zu bestaunen. Hier mal die Exemplare vom Oktober 2007, die den rasanten Fortschritt des QuartierIII, des Kurländer Palais, der Heinrich-Schütz-Residenz und anderer Bauten verdeutlichen:

Bilderserie I (http://www.neumarkt-dresden.de/baubilder/bilder07/bilder-okt-07.html)

Bilderserie II (http://www.neumarkt-dresden.de/baubilder/bilder07/bilder-ok-07.html)

Bilderserie III (http://www.neumarkt-dresden.de/baubilder/bilder07/bilder-ok-2007.html)

Es ist natürlich schon schade, dass das Quartier III, für welches die Bayowabau verantwortlich zeichnet, nicht die erhoffte Qualität erreichen wird - Betonwände, Flachdächer mit angetäuschten Spitzdächern, Fassadenverdopplung, moderne Füllbauten usw. Aber Alles in Allem muss man doch herausheben, dass die Wiederherstellung des Neumarktes in seinen historischen Grundzügen ein unglaublicher Gewinn für Dresden sein wird (und teilweise auch schon ist). Ich harre der Hoffnung, dass man für die nachfolgenden Quartiere noch private bzw. bessere Bauherren finden wird, die sich einer annähernd originalen Rekonstruktion der ehemaligen Bauten annehmen werden.

Und natürlich auch, dass wir verschont bleiben vom angekündigten Gewandhaus. Dieser Bau taugte wirklich, um Angst und Schrecken sowohl unter Touristen als auch Dresdner Bewohnern zu verbreiten. Dieser modernistische Schuhkarton muss um jeden Preis verhindert werden!

Hier einmal die aktuellsten Visualisierungen des geplanten 'Gewandhauses' (welch Vergewaltigung eines historischen Namens), vis á vis der Frauenkirche und der Rekonstruktionen am Neumarkt, mit bislang konzeptloser Planung zur Nutzung als Kunstgalerie: Rendermodelle vom Gewandhaus von sz-online (http://www.sz-online.de/nachrichten/fotos.asp?artikel=1650619&bild=1)

Diesbezüglich gibt es aber einige positive Nachrichten zu vermelden. So startete beispielsweise die lokale FDP eine bislang durchaus erfolgreiche Unterschriftensammlung, die einen Bürgerentscheid gegen das Gewandhauses zur Folge haben soll. Hierfür werden 18'000 Unterschriften der Dresdner benötigt, um den Beschluss der Stadt (bzw. dem Stadtrat) vorlegen zu können, so die SZ.

Der sonst so gefürchtete Herbert Feßenmayr von der CDU äußerte sich inzwischen auch eher vorsichtig und den Gewandhaus-Gegner entgegenkommend, was die Aufstellung eines 1:1-Modells auf dem Neumarkt betrifft:

„Ich bin nicht bereit, mehr Geld dafür auszugeben“, sagt Stadtentwicklungsbürgermeister Herbert Feßenmayr (CDU). Es müssten eben andere Anbieter gesucht und vielleicht Abstriche an der Ausführung gemacht werden. Die Einhaltung der Kosten sei Feßenmayr wichtiger als der Zeitplan. Dann komme das Modell eben nicht wie angekündigt Anfang Dezember, sondern erst im neuen Jahr. Die Höhe der Mehrkosten seien beträchtlich, Summen wolle er nicht nennen.

Es steht also momentan recht gut, dass es ein gutes Ende mit der Sächsischen Landeshauptstadt nimmt. :) Dies sollte jedoch kein Grund sein, das Engagement gegen die Moderne in der historischen (barocken) Altstadt und für die Rekonstruktion bzw. Wahrung klassischer Architektur einzustellen. Noch gibt es keinen Grund zum zurücklehnen, Dresden braucht uns :daumen:

Wer an einer (zukünftig?) schönen Großstadt in Deutschland interessiert ist, sollte sich folgende Linkliste des APH (http://www.aph-forum.de) einmal zu Gemüte führen: Linkliste mit den wichtigsten Homepages und E-Mail-Adressen bezüglich Dresden (http://www.aphforum.de/forum/viewtopic.php?t=675)

Vielleicht kann sich ja der eine oder andere erbarmen, sich etwas gründlicher mit dem Thema zu befassen und für ein gesundes, menschenfreundliches und attraktives Dresden einzutreten. Wünschenswert wäre es jedenfalls.

Außerdem durchaus interessant in diesem Zusammenhang: Die Homepage des Vereines Stadtbild Deutschland e.V. (http://www.stadtbild-deutschland.de/)
Dieser Verein setzt sich für die Wiederherstellung der ehemals wunderschönen und lebenswerten deutschen Städte, und die Verhinderung der weiteren Zerstörung bestehender historischer Strukturen ein. Wirklich lesenswert ist schon das Editorial auf der Startseite, ich fühlte mich sofort angesprochen von der Thematik. Unbedingt mal reinschauen, es lohnt sich!

Und an dieser Stelle einfach einmal recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit ;)

Schnack
03.11.07, 18:28
Vielen Dank für die Zusammmenfassung :daumen:

Das APH Forum ist sehr interessant und es wird dort klar und deutlich gesagt, dass Dresden noch am ANFANG seiner Entwicklung steht. Ich bin auch großer Hoffnung, dass durch die Neumarkt Rekonstruktion eine gewisse Eigendynamik entsteht und andere Projekte folgen werden. Der Wiederaufbau des neustädter Rathauses wäre doch ein wahrer Traum.

Hoffentlich wird die Stiftung für den Neumarkt geschaffen, damit die folgenden Quartiere noch mehr Qualität zeigen, obwohl ich sagen muss, dass die bisherigen sehr schön geworden sind. Den ein oder anderen Abstrich kann ich verkraften.

In Dresden müssen einfach mal die Leute Einfluss und Gehör bekommen, denen diese Stadt am Herzen liegt und die sich nicht darum scheren was Investoren so alles gerne hätten.

erbsenzaehler
03.11.07, 21:13
Kein Problem Schnack, hatte gerade sehr starken Tatendrang verspürt beim Anblick dieser Sektion ;)

Das APH-Forum ist wirklich super, da findet man tatsächlich genau das, was man als Architekturbegeisterter in Deutschland sucht. Vorallem ist auch eine sehr sachliche und informative Diskussion möglich, ohne jetzt zuviel Werbung machen zu wollen.

Und ich muss dir zustimmen, dass mir der Neumarkt beim letzten Besuch Dresdens wirklich sehr zugesagt hat. Vorallem das Quartier II ist einfach unglaublich gut gelungen - da sieht man was es ausmacht, wenn vernünftige Bauherren (in diesem Fall private) aufgetrieben werden können!

Leider gibt es nicht allzu Positives bezüglich der Kulturstiftung zu vermelden - hier einmal die Meldung vom Verein Historischer Neumarkt Dresden e.V. (http://www.neumarkt-dresden.de)

Kulturstiftung "Dresdner Neumarkt"
Stadt will Gegen-Tatsachen schaffen

Von Heidrun Hannusch

Während der Freistaat die Verkaufsverhandlungen zum Neumarkt-Quartier VIII bis zum 07. November aussetzt, um eine Diskussion über den Vorschlag einer Kulturstiftung Dresdner Neumarkt zu ermöglichen, will die Stadt nun augenscheinlich Gegen-Tatsachen schaffen. Schon am 05. November soll der Finanzausschuss über den Verkauf des Quartiers VI befinden. Für sechs Millionen Euro soll die Fläche an den Investor Kondor Wessels gehen, der bereits das Quartier F bebaut hat. Die Gewandhausfläche wurde vorerst aus dem Vertrag heraus genommen, bis zu der Bebauung auf diesem Areal eine Entscheidung getroffen ist. Der Wiener Anlagefondsmanager und Mäzen Peter Pühringer als Ideengeber für eine Neumarkt-Stiftung hatte in seinem Konzept betont, dass es nur funktionieren könne, wenn es auf der Bebauung der drei Quartiere VI, VII und VIII beruhe. Voraussetzung für das Zustandekommen ist, dass Stadt und Freistaat ihre Neumarkt-Grundstücke in die Stiftung einbringen.

Unverständnis äußerten die Grünen, dass der Verkauf zudem noch vor der Beantwortung ihrer Anfrage erfolgen soll, die sich auf eine finanzielle Zuwendung der Firma Kondor Wessels für den Auftritt der Dresdner Stadtverwaltung auf der Expo-Real in München bezieht. Da die für den Stand zuständigen Ressorts gerade mit der Sponsorfirma über das Neumarkt-Grundstück verhandelten, war der Verdacht der Befangenheit aufgekommen. Die Stadtverwaltung teilte mit, die Anfrage nicht im vorgegebenen Zeitraum bearbeiten zu können und hatte um Aufschub bis zum 12. November gebeten. Am 8. November soll der Stadtrat über den Grundstücks-Verkauf beraten.

Demnach schwant dem Neumarkt noch so einiges Übel, für die Kulturstiftung an eben diesem sähe es nicht gut aus, sollte diese Verlautbarung der Wahrheit entsprechen. Dann wird es womöglich nicht nur ein paar wenige Abstriche geben, sondern gleich ein ganzes Dutzend! Und das sollte, bei aller Liebe, nicht nur von den Dresdner Bürgern verhindert werden! An diesem kritischen Punkt sollten auch andere Interessierte & Architekturbegeisterte (nicht nur Deutsche) Engagement zeigen und sich vor der Stadt & der Presse gegen derartige Beschlüsse aussprechen :mad: Die nötigen Links dafür findet ihr, wie bereits erwähnt, hier im APH-Forum (http://www.aphforum.de/forum/viewtopic.php?t=675).

Dass irgendwann die "richtigen" Menschen an die politische Macht kommen, ist sicher nicht so aussichtslos. Herr Feßenmayr (Stadtbaurat) beispielsweise steht kurz vor dem (wahrlich verdienten :lach:) Ruhestand, um Dresden wird er sich dann wohl nur noch einen feuchten Kehricht scheren. Und, so hart es klingen mag, langsam und beständig stirbt die Generation der Altmodernisten, 68er und sonstiger Idealisten aus bzw. wird sehr senil und handlungsunfähig.

Bleibt nur noch die viel zu überrepräsentierte Baulobby hierzulande, die es abzumildern bzw. in ihrer Überposition auszuhebeln gilt. Ich sehe jedoch Licht am Ende des Tunnels, allmählich scheint sich eine durchaus positive Entwicklung am Architekturhorizont abzuzeichnen, trotz der immernoch sehr präsenten Fehlentscheidungen und Kompromisse. Optimismus und Handlungswille sind gefragt dieser Tage :daumen:

Zur angesprochenen Unterschriftenaktion der Dresdener FDP gegen das Gewandhaus gibt es übrigens bei Dresden-Fernsehen auch einen Videobeitrag (http://www.dresden-fernsehen.de/default.aspx?ID=1988&showNews=142666), der die ganze Angelegenheit noch einmal schön zusammenfasst.

Nun denn, bleibt aktiv und recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit :)

BerlinFan
03.11.07, 21:37
-gelöscht-

NewUrban
06.11.07, 05:05
Der Gewandhausentwurf ist wenigstens wirklich der beste, verglichen mit den anderen Wettbewerbsentwürfen. Ob es die Modernisten in Zukunft leicht oder schwer haben ist egal, denn schließlich leben wir in der Moderne und was am Neumarkt entsteht ist ein modernes Phänomen, das dem Menschen die Illusion einer heilen Welt "verkauft". Die meisten Häuser am Neumarkt sind Repliken aus Beton Glaswolle, Stahl und modernen Ziegeln. Natürlich empfinde ich ein tiefes Gefühl der Befriedigung beim Anblick dieser Bauten, aber dennoch ist es komisch, denn dem geschichtsbewussten Menschen wird an keinem Ort in Dresden die Zerstörung dieser Stadt deutlicher als am Neumarkt.

erbsenzaehler
06.11.07, 15:38
Es gibt seitens der SZ (http://www.sz-online.de/_tools/galerie/fotos.asp?artikel=1654213&bild=1) mehr oder minder erheiternde Neuigkeiten zum Dresdner Gewandhaus zu verkünden:

Das niederländische Unternehmen Kondor Wessels will das Quartier IV am Neumarkt bebauen. Inzwischen steht fest: Die zunächst fürs Gewandhaus-Modell geplanten 165 000 Euro reichen bei weitem nicht aus.

Da zeigt es sich wieder: Einfach toll, wenn Bauherren ohne jedwedes Verständnis für die Begebenheiten vor Ort an einen für die Stadt eminent wichtigen Platz geschickt werden, um sich dort genüsslich ausbreiten zu können. :nono:
Eventuell erfreulich allerdings die Tastache, dass sich das Modell (in Form eines mit Planen behängten Gerüstes im Maßstab 1:1) zu verteuern scheint. Blöd wär allerdings, wenn man es den Kalkulationen zum Trotz doch aufstellte - vorallem für den gebeutelten Steuerzahler. Eine absolute Frechheit in meinen Augen sowas! :Nieder:
Wir können eigentlich nur hoffen, dass die Menschen, die diesen fürchterlichen Klotz zu Gesicht bekommen, derart geschockt sind, dass sie sich klar dagegen positionieren und die Stimmung dann auf die Druck ausübenden Medien überschlägt - und der Bau verhindert wird. Alles andere wäre wahrlich ein Desaster für Dresden.
Unglaublich nur, wie ignorant die Architektur für eine Investorenkiste an diesem wiedererstanden historischen Platz erdacht wurde - hätte man es etwas traditioneller belassen, hätte der Bauherr sicher ohne größere Komplikationen weiter fortschreiten können und die Stimmung wäre nicht so negativ. Aber, was red ich, pssst nicht weitersagen ;)

Hier dann also noch einmal das Renderbildchen, etwas vergrößert im Vergleich zum vorigen:

http://img65.imageshack.us/img65/2738/dresdengewandhausrenderrk0.jpg
Quelle: SZ, www.archlab.de (http://www.archlab.de)

Und zur Verdeutlichung, wie plump und uninspiriert dieser schreckensverbreitende (Un)Kulturbau mitten auf dem Neumarkt platziert werden soll:
http://img103.imageshack.us/img103/6158/dresdengewandhauskistehp0.jpg
Quelle: Historischer Neumarkt e.V.

vondraussen
06.11.07, 16:13
Danke für die Infos. Ich finde die Form der Fassade gar nicht schlecht, aber das Material total unpassend. IMHO: Wenn die Fassade gemauert wäre, würde es vielleicht funktionieren. Das wäre dann auch eine Verbindung von "alt" und "neu" durch das verwendete Material einerseits, und die Form andererseits.

NewUrban
16.11.07, 03:04
Danke für die Infos. Ich finde die Form der Fassade gar nicht schlecht, aber das Material total unpassend. IMHO: Wenn die Fassade gemauert wäre, würde es vielleicht funktionieren. Das wäre dann auch eine Verbindung von "alt" und "neu" durch das verwendete Material einerseits, und die Form andererseits.

Zuerst einmal möchte ich betonen, das Dresden und seine Bürger dankbar sein können, das wieder ein "Abbild" entsteht, von dem was einst war. Eine Frage an dich, wo möchtest du denn am Neumark alt und neu verbinden??? bis vor ein paar Jahren war da nix als ein weites, leeres Feld mit eingezäunten Trümmern! am Neumarkt ist alles neu, auch eine Rekonstruktion ist neu und zutiefst modern, postmodern! warum nicht auch einen neuen Entwurf dazusetzen? In anderen Städten, die weniger stark beschädigt wurden, ist schlimmeres angerichtet worden. In Lübeck z.B., hat man teilweise empfindlicher in die Strukturen eingegriffen! Ich finde es undankbar, nach so einer vorbildlichen Neuinterpretation eines alten Platzes, immer die Nase zu rümpfen über alles Neue, den Geist des alten Dresdens beschwörend.

arnd
16.11.07, 13:27
Ich meine ja auch, dass man alt und neu miteinander verbinden sollte, aber willst du allen Ernstes den Siegerentwurf realisiert sehen? Nur weil die Form sich an die anderen Gebäude im Entwurf schmiegt, heisst das noch lange nicht, dass es in der Realität überzeugt. Denn unten ist ja ein großzügig gestalteter Eingangsbereich, aber mit den Öffnungen oben komme ich einfach nicht klar. Mir sieht das eher aus wie ein alter Bunker, bei dem einige Öffnungen hineingeschnitten worden sind. Vielleicht bin ich da etwas engstirnig, aber bedenkt, dass schon Canaletto mit dem alten Gewandhaus Probleme in perpektivischer Hinsicht hatte und es in seinen Bildern an die Seite gerückt hatte. Infolgedessen sehe ich das Gewandhaus, und besonders den jetzigen Vorschlag mit einem Gefühl der starken Aversion.
Ich persönlich meine jedenfalls, dass bei solchen Gebäuden auch darauf geachtet werden muss, wie sie in einigen Jahren aussehen. Sicher, dem Bild nach zu schließen soll es ja kein gewöhnlicher Sichtbeton werden, aber wer weiss, wie es dann nach zehn Jahren aussieht. Könnte ja sein, dass es dann auch wieder erst schöngekifft werden muss.

Schnack
16.11.07, 13:36
Ich sehe das auch so ähnlich. Mal abgesehen davon, dass mir dieses Gewandhaus rein subjektiv nicht gefällt, finde ich sollte man keine Fläche an so einer Stelle bebauen, wo auch schon lange vor dem Krieg schon nichts mehr stand. Einerseits stört das gewaltig die Sichtbeziehung und macht den Platz in meinen Augen zu Eng. Das Quartier dahinter könnte garnicht mehr so wirken und man hätte garkeinen Blick mehr auf die Frauenkirche. Deswegen würde mir auch ein barockes Gewandhaus nicht zusagen.
Ich meine wieso soll da jetzt auf Krampf was hin? Wenn dieses Gebäude gebaut werden soll, dann doch bitte wo anders. Dort wo es aufwertend wirkt oder Brachen beseitigt, die vor dem Krieg nicht da wahren.Es wirkt fast so sinnig am Neumarkt dieses Haus zu bauen, als ob ich eine Grünfläche zubaue, die vorm Krieg schon dort war, nur weil da´jetzt unbedint mal was hin muss. Bin froh, dass die Dresdner sich gegen diesen Bau aussprechen.

Cowboy
16.11.07, 13:40
...eine Rekonstruktion ist neu und zutiefst modern, postmodern!
Volle Zustimmung, deshalb ist der Gh-Entwurf im Stil vergangener Jahrzehnte ja auch überholt und alt.

...dass es dann auch wieder erst schöngekifft werden muss.
:daumen:

erbsenzaehler
14.12.07, 22:51
Auf der Homepage der GHND (http://www.neumarkt-dresden.de/) gibt es zahlreiche neue Impressionen (http://www.neumarkt-dresden.de/baubilder/bilder07/bilder-dez-07.html) des wiederauferstehenden Neumarktes. Sehr fein auch die besinnlichen Adventsaufnahmen (http://www.neumarkt-dresden.de/baubilder/bilder07/bilder-dez07.html) ;)

Torsten
05.02.08, 00:39
Die Dachlandschaft ist beeindruckend. Aber erst mit Schornstein ergibt es ein komplettes Bild. Vergleiche dagegen die Dächer ohne Schornsteine:

http://img11.myimg.de/Quartier316ad11.jpg (http://www.myimg.de)

http://img11.myimg.de/Quartier325f7a5.jpg (http://www.myimg.de)

Schade nur, daß sich hinter dem Block so gar nix tut.
Was mir so nebenbei noch unangenehm aufgefallen ist, daß man inzwischen wieder mit dem Auto in die Schloßstraße fahren kann und zwar bis zum Georgentor.

Torsten
05.02.08, 00:52
Bei der Schütz Residenz und dem angeschlossenen Neubau geht es ja mal so richtig geschwind vorwärts:

http://img11.myimg.de/Schuetzresidenz106194.jpg (http://www.myimg.de)

Sehr interessantes Detail, gewölbte Fassade mit Gegenschwung. Das läßt sich in den zwei Dimensionen, welche Dein Bildschirm hat, nur begrenzt zeigen. Also in echt anguggen (wenns fertig ist):

http://img11.myimg.de/Schuetzresidenz239235.jpg (http://www.myimg.de)

Und was ja mal richtig gemein ist, daß die 50-er Jahre-Häuser an der Wilsdruffer so hoch sind. Da kann man eigentlich nur hoffen, daß die Dächer der Schütz Residenz mal so richtig hoch werden. Der Bau ist nämlich schon bei der obersten Etage angekommen. Sonst hätte der Block zumindest in dieser Ansicht die 50-er als unangenehmes Passepartout:

http://img11.myimg.de/Schuetzresidenz33ffa0.jpg (http://www.myimg.de)

Ziemlich unangenehmer Kontrast, wie ich finde.

Ben
05.02.08, 02:03
Ja, das Schützhaus wirkt vor den Neubauten (noch) recht mikrig. Mal schauen...Bin jedenfalls schon richtig gespannt, wann beim anderen Block die Planen fallen und vor allem, wie es dann dahinter aussieht.

Tessenow
05.02.08, 15:50
Danke Torsten.

Abwarten. Es wird noch ein gutes Stück hinter dem Mansarddach des Heinrich Schütz Hauses verschwinden. Zudem wird das Köhlersche Haus noch ein ganzen Stück höher werden und (aus dieser Perspektive) sicher das Dach der Riegelbauten dahinter verdecken.
Fraglich auch, ob es überhaupt wünschenswert ist, das Gebäude völlig verschwinden zu lassen. Dass das Dach hinter den "Neubauten" hervorguckt, finde ich durchaus spannend und urban. Zudem ist gerade das rote Dach eine Bereicherung für den Neumarkt, der ja zusehens mit grauen Dächern zu kämpfen hat.

Wenn die Heinrich Schütz Residenz und das Q3 fertig sind, mache ich drei Kreuze für Dresden. Der Großteil des Kerngebietes ist dann zumindest wieder entstanden. Sorgen kann man sich dann hauptsächlich um das Gewandhausareal machen.

Spannend wird übrigens der Frühsommer, wenn die Fassaden am Q3 gefallen sind und das neue Gewandhaus als Baumassenstudie auf dem Neumarkt steht. Nicht nur die Raumwirkung wird dann nach 60 Jahren wieder erfahrbar, sondern auch das, was uns vielleicht die nächsten rund 60 Jahre drohen könnte.

Übrigens auf neumarkt-dresden.de gib es eine aktuelle Bildergallerie (http://neumarkt-dresden.de/baubilder/bilder08/bilder-feb08.html).

Tarsis
18.02.08, 03:57
Na ja direkt dahinter verschwinden müssen die Gebäude an der Wilsdruffer strasse nicht - warum auch. Es weiss jeder das sie sich dort befinden und auch nicht verschwinden werden. Und der Kontrast wo altes, wieder angelegtes Strassenraster auf die Nachkriegsbauten und die damit angelegte Negierung eben dieses Rasters trifft ist schon rechts spannend . . und holt einen am Rande dieser Insel der Glücksseeligen rund um die Frauenkriche wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

Eben aus diesem Grunde verstehe ich das Gewese um das Gewandhaus nicht. Zum einen ist es kein Argument zu sagen, dass nur weil dort lange Zeit kein Gebäude gestanden hat man in der heutigen Zeit auch nichts wieder dorthin bauen darf und zum anderen ist mir die Forderung anch eine Reko oder einem auf alt getrimmten Gebäude schleierhaft. 200 Jahr stand dort nichts. Was soll man dort also wieder erschaffen ?

Gerade dieser Platz ist geschaffen dafür dem Neumarkt einen Akzent zu geben, der ihn wirklich unverwechselbar macht ! Und das meine ich im positiven Sinne !

Und eben das sollte in moderner Formensprache geschehen - wie es aktuell auch angedacht ist. Der Streit darüber und seine Heftigkeit sind ein eindeutges Indiz, dass man auf dem richtigen Weg ist - meiner Meinung nach.

Wenn wir uns einmal an die Dokus aus Anlass der Wiedererrichtung der Frauenkirche erinnern - George Bährs Frauenkirche und gerade die Kuppel standen und herber kritik und wurden vorerst nicht realisiert - erst nach seinem Tode hatte man den Mut und das Geld beisammen. Und es entstand etwas Einmaliges bei diesem Disput.

Warum sollte das heutzutage nicht auch erneut möglich sein ? Hand aufs Herz . .

Cowboy
18.02.08, 10:39
Gerade dieser Platz ist geschaffen dafür dem Neumarkt einen Akzent zu geben, der ihn wirklich unverwechselbar macht ! Und das meine ich im positiven Sinne !

Aber das tut doch schon eindrucksvoll die Frauenkirche. Wieviele Akzente braucht denn der Neumarkt noch, um ihn unverwechselbar zu machen?

Tarsis
18.02.08, 23:55
Ich dachte dies wäre ein freies Forum, in dem jeder seine Meinung frei äußern darf. Das habe ich bisher getan und das auch immmer fundiert. Dafür gibts ja bekanntlich die Bewertungen udn das Echo anderer Forumsteilnehmer.

Es scheint jedoch Themen zu geben, bei denen man persönlich diffamiert und angegriffen wird sobald man eine andere Meinung vertritt. So geschehen durch Posting # 234 !

Die Argumente und Darstellungen stammen aus den Nachforschungen über George Bähr und hier aus diesem Thread was das Gewandhaus angeht.

Ich erhielt dafür folgenen Kommentar :

Unlogische Schlüsse, ordinäres Gelaber, schlechter Geschmack... Tschuldigung, aber sowas geht gar nicht!

Was unlogisch sein soll bleibt der Autor schuldig, ördinäres Gelaber formuliert sich anders und wird zudem auch nicht argumentativ begründet. Zudem habe ich im Gegensatz zum Kommentator niemals jemanden persönlich beleidigt durch meine Beiträge.

Ich mutmaße Unwillen, ob meines euphemistischen Ausdruckes "Insel der Glückseeligen" für Frauenkirche und Neumarkt, weil man doch etwas zu arg versucht wiederzuerschaffen was nicht mehr ist. Das wäre ja nicht so schlimm - aber wenn man es tut sollte man es gut tun. Und nicht Kulissen bauen. GHND mit ihrem Wiederaufbauprojekt ist da wegweisender.

UNd andere Gedanken und Meinungen in bezug auf das Gewandhaus wurden und werden permanent hier geäußert. Auch von mir mehrfach und sind auch mehrfach positiv bewertet worden. Warum wird eine Wiederholung derselben Argumente jetzt derart angegriffen ? Die Logik dahinter erschließt sich mir nicht.

Ich hoffe das ganze etwas erläutert und nachvollziehbarer gemacht zu haben. Auf Meinungen und Kommentare zu meiner Aussage bzgl. des Themas ( Gewandhaus und Neumarkt - nicht die Bewertung meines Beitrages wohlgemerkt !"!! ) bin ich gespannt. So der Beitrag denn erhalten bleibt... ;-)



Allerdings

Tarsis
19.02.08, 00:02
Zum Vergleich : Posting # 164.

Cowboy
19.02.08, 00:17
Schlechte Bewertungen und dümmliche Kommentare im Renommee hat wohl jeder schon mal erhalten, obwohl es keinen Grund dafür gab. So ist es auch mir unverständlich, warum du wegen #234 schlechte Bewertungen bekommen solltest. Aber ich würde da an deiner Stelle drüber stehen, und mich nicht von schlechten Bewertungen diesbezüglich abschrecken lassen. Der Neumarkt ist eben ein heikles Thema...

Tarsis
20.02.08, 06:40
Na darum habe ich ja auch um Bewertung des Beitrages gebeten und nciht um "Mitleid" für diesen Kommentar ! *lol*

Aber gerade weil es ein so heikles Thema ist sollte doch eine Diskussion stattfinden und man sich an Argumenten orientieren. Aber da bin ich vielleicht zu idealistisch eingestellt. *g*

Gerade was das Thema Neumarkt angeht bin ich von Anfang an dabei gewesen und vrfolge das Thema seit 18 Jahren ! Live und aus der Ferne im Wechsel. Das soll mir erstmal einer nachmachen . .*g*

Torsten
26.03.08, 00:40
Wenn mich nicht alles täuscht, so waren die beiden linken Gebäude (an der Frauenkirche 16 und 17?) schon mal ohne Gerüst zu sehen. Dort waren zwar mehrere Farbproben an der Fassade, sonst schienen die Gebäude allerdings fertig.
Jetzt sind sie wieder eingerüstet.

http://img8.myimg.de/quartier31279e9.jpg (http://www.myimg.de)

Die Gebäude rechts davon zeigen sich jetzt schon ohne Baugerüste:

http://img8.myimg.de/quartier32952f3.jpg (http://www.myimg.de)

Auch auf der anderen Seite des Quartiers sind schon die Werbeplanen gefallen:

http://img8.myimg.de/quartier336fe4c.jpg (http://www.myimg.de)
die Bilder sind von mir selbst gemacht

Torsten
26.03.08, 00:45
Meine Besorgnis hinsichtlich der eventuell zu geringen Höhe der Schütz Residenz war unbegründet. Es entsteht eine beeindruckende Dachlandschaft, welche das dahinter liegende Gebäude verdecken wird:

http://img8.myimg.de/schuetzresidenza5ed3.jpg (http://www.myimg.de)
das Bild ist von mir

pflo777
26.03.08, 07:20
danke für das Bild.
Was sind denn das für Verschalungen, die aus dieser perseptive recht von der Kirchturmspitze stehen?
Wird da auf den Neubau noch ein "betoniertes" Satteldach aufgesetzt?

porteño
29.03.08, 16:30
Der Neumarkt in Dresden wird wirklich genial! :daumen:

Freue mich schon auf das fertige Ergebnis, wann ist es denn soweit? ungefähr...

Torsten
27.04.08, 16:55
Ups, was is'n hier für'n Bild reingeraten? Doch, es ist am Dresdner Neumarkt:

http://img2.myimg.de/quartier319e925.jpg (http://www.myimg.de)

http://img2.myimg.de/quartier32bbc3a.jpg (http://www.myimg.de)

Für mich eines der schönsten Häuser am Neumarkt (nicht Quartier3), da mit schönem Erker und Dach in Eckausprägung:

http://img2.myimg.de/quartier33965cb.jpg (http://www.myimg.de)
Bilder sind von mir

Young W.
27.04.08, 21:43
Danke, Torsten!

AdF. 22 und Glasnachbar sind xtrahässlich, die neuen grünen Flächen auf dem Ruhrgebietsglas sehen aus wie frisch vollgekotzt. (von mir)

NewUrban
27.04.08, 22:13
jaja, es ist unglaublich, wie viel Glück dresden mit dem Neumarkt hat! Da gibt es Investoren, die bereit sind, große Kompromisse ein zu gehen, zu Gunsten der Stadverschönerung! Der Neumarkt bestand auch nich nur aus Barockprachtbauten. es gab auch schmucklose Zweckbauten.