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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dresden: Centrum-Galerie [realisiert]


Schmittchen
04.07.07, 15:09
Das ehemalige Centrum-Warenhaus (Foto (http://www.centrum-warenhaus-dresden.de/pics/Galerie/Copyright-MatthiasHahndorf_Blick-aus-Wohnzeile.jpg)) an der Prager Straße und der daneben liegenden Kubus mit dem ehemaligen Restaurant "International" wurden abgerissen. Die Arbeiten sind mittlerweile abgeschlossen. Das "Silberwürfel" genannte Warenhaus (weiteres Foto (http://www.centrum-warenhaus-dresden.de/pics/Galerie/Copyright_ThomasKantschew_Ecke-Front.jpg)) galt als Ikone der DDR-Architektur und war wesentlicher Bestandteil der sozialistischen "Vorzeige-Flaniermeile" Prager Straße (Panorama (http://www.centrum-warenhaus-dresden.de/pics/Galerie/Copyright-MatthiasHahndorf_Panorama.jpg)).

An dieser Stelle entsteht nun Dresdens größtes Einzelhandels- und Gastronomieobjekt, Entwickler ist Multi Development Germany.

Die Baukörperverteilung wurde von den Multi-Development-Hausarchitekten entworfen, nämlich T+T Design aus Gouda (NL). Für die Fassadengestaltung des neuen Einkaufszentrums wurde ein Wettbewerb ausgerichtet (Info (http://www.baunetz.de/db/news/?news_id=82335)), der im Juni 2006 entschieden wurde. Gewinner des 1. Preises ist Peter Kulka (Köln/Dresden). Sein Entwurf sieht die Wiederverwendung eines Teils der alten Wabenfassade des früheren Centrum-Warenhauses vor. Tatsächlich werden nun aber wohl doch neue, den Vorbildern ähnelnde Waben angebracht.

Die Fakten:


Nutzung: Einzelhandel, Freizeit und Büros
Aufteilung: zwei Gebäudekomplexe, viier Publikumsebenen
Handelsfläche: insgesamt ca. 52.000 m², ca. 150 Geschäfte und Gastronomiebetriebe
Ankermieter: Karstadt Sport und P&C Weltstadthaus
Beginn Baugrube: Juli 2007, Unternehmer Brückner Grundbau und A.R.D. (Dresden)
Beginn Hoch- und Tiefbau: September 2007
Eröffnung: September 2009
Weitere Info: Property-Magazine vom 04.07.2007 (http://www.property-magazine.de/news.php?fuseaction_newsbase=detail s&news_ID=6074&articlesuche=)
Weitere Info: Website Multi Development (http://www.multi-development.com)

Schmittchen
04.07.07, 15:21
Und noch einige Bilder. Zunächst ein Gebäudeplan:

http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/pics/schmittchen/centrumplan.jpg

Drei Ansichten des Einkaufszentrums:

http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/pics/schmittchen/centrum1.jpg

http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/pics/schmittchen/centrum2.jpg

http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/pics/schmittchen/centrum3.jpg
Alle Bilder: Multi Development

pflo777
04.07.07, 15:41
ich benutze mal die einzigen wörter, die mir nach 10 Semestern Architekturstudium und über einem jahr praxiserfahrung für das einfallen, was man hier sieht:

Sieht aus wie Sch**** mit Ei.

pflo777
04.07.07, 15:57
Das Problem ist, das man jetzt tierisch mit Fachwörtern um sich werfen kann, nur um das auszudrücken, was ich oben geschrieben habe.
Oder zivilisiert ausgedrückt: Es ist für sich allein schon hässlich und passt auch nicht in den Kontext der Stadt.

Aber falls es jemand ausführlich will:

Fassadentypolgisch: Ist es richtig, die alte Fassade einerseits erhalten zu wollen, sei dann aber in Verbidnung mit einer mehr oder weniger modernen Fassade in einen Bezug zu setzen, für den Sie nie gemacht wurde?
Ist es überhaupt tragbar, die alten Waben nachzubauen, statt sich ersnthaft Gedanken zu machen die Fassade entweder komplett zu erhalten ( was konsequent wäre, auch wenn die Ästhetik strittig ist) oder sie komplett zu ersetzen?

Morphologisch: Ein sehr grosses Volumen, das keine Innenhöfe hat.
Aufgrund der Lage in Dresden und der Bedeutung, die die Dresdner der historischen Morphologie ihrer Stadt geben (an manchen Stellen versucht man sie ja mit enormen aufwand wieder aus dem nichts zu erschaffen) nicht nur eine vergebene Chance, sondern auch noch schlicht eine Verfehlung der Themen, die in Dresden derzeit aktuell sind.

Gebäudetypologisch: Dann könnte man sich noch darüber unterhalten, ob der Grundriss des Mall an sich dem Stand der Diskussion im Jahr 2007 entspricht. Auch hier denke ich hat man gegenüber dem Projekt schon Fortschritte gemacht. Die Aufenthaltsqualität erscheint mir aus dem Modell maximal durchschnittlich.

Wirkung auf den Stadtraum: Durch das "schweben" des Körpers auf den hohen Schaufensterfronten (warum eigentlich?) wird der Strassenraum nicht richtig gefasst.


Nicht mal die Visualisierung entspricht dem, was im Jahr 2007 Stand der Dinge ist...

Da es sich um ein niederländisches Büro handelt, kann man ihnen im Prinzip keinen Vorwurf machen( ;) ), die Niederländer sind an einem anderen Punkt in der Diskussion als die Deutschen.
Sie haben nicht diese Sehnsucht nach wiederherstellung alter Stadtäume und "Stadtreparaturen" a la Alex, oder noch mehr a la Neumarkt.
Aber das Sie sich genau damit eben scheinbar überhaupt nicht auseinander gesetzt haben, das kann man ihnen zunm Vorwurf machen....

Wie gesagt, es ist schwer die richtigen Worte für sowas zu finden...

Artec
04.07.07, 16:58
Morphologisch: Ein sehr grosses Volumen, das keine Innenhöfe hat.
Aufgrund der Lage in Dresden und der Bedeutung, die die Dresdner der historischen Morphologie ihrer Stadt geben (an manchen Stellen versucht man sie ja mit enormen aufwand wieder aus dem nichts zu erschaffen) nicht nur eine vergebene Chance, sondern auch noch schlicht eine Verfehlung der Themen, die in Dresden derzeit aktuell sind.


hä?

Ich versteh nicht, was du meinst. Ich finde den Entwurf toll und auf jeden Fall eine weitere Aufwertung der Prager Straße, vor allem des "südlichen Eingangs".

Warst du schon mal auf dem Areal?

Der historische Teil Dresden fängt doch erst ca. 300m Luftline weiter südlich an...

AeG
04.07.07, 22:10
Fundierte Kritik finde ich immer gut! (eigentlich schade, dass sie in dieser unbarmherzigen Form nur bei realen Projekten Anwendung findet ;))


zu fassadentypologisch (:lach: ):

Glaubst Du nicht, es gibt wohlmöglich ganz banale Ursachen für den Ersatz der
originalen Elemente? Stichwort: sehr schlechter, schwer zu restaurierender Zustand? Wäre sogar möglich, dass die ursprüngliche Konstruktion nach geltender Rechtslage die eine oder andere zulassungsfähige Eigenschaft nicht erfüllt, was ja bei der Verwendung an einem neuen Bau zu beachten wäre.

Die Kombination aus abstrakter Strukturfassade und verglasten Sockelgeschossen war schon zur Hochzeit dieser Ära vor einem knappen halben Jahrhundert üblich. Der Vorhang kragte stets erst ab dem ersten oder zweiten OG aus.

Gut, ihn zu durchbrechen, ist eine für die alte Fassade, bzw. die Gattung, der es angehört, neue Herangehensweise. Aber sie steht doch im Einklang mit aktuellen Entwicklungen. Wenn man sich heute Arbeiten von aufstrebenden Büros anschaut (vor allem holländischen oder asiatischen ;)), findet man immer wieder "Glasblasen" oder Ähnliches Zeug, was partiell mit rein dekorativen, repetierenden Großstrukturen, die sich am Geist der "Horten-Ära" orientieren, überzogen ist. (kein Wunder, wird doch damit der Elterngeneration abgeschworen und den Großeltern gehuldigt - um mal wieder an meine Lieblingsthese zu erinnern :))


zu morphologisch:

da bin ich aber völlig anderer Meinung. Artec, deutete es ja schon an, das Grundstück befindet sich am ehemaligen Abschluss des Komplexes Prager Straße, einer Art Dresdener La Defense, der über den Zeitraum der letzten 35 Jahre so etwas wie das urbane Zentrum der Stadt war und ausschließlich Bauten enthält, die sich der zeitgenössischen Moderne verpflichtet sahen (meinetwegen auch "International Style" oder "Sozialistischer Realismus"). Mittlerweile wurde/wird das Areal in beide Hauptrichtungen erweitert, die vor allem aus einer Mischung von Kritischer Rekonstruktion, Investoreneinerlei und hier und da ein wenig maniriertem Gaga besteht ("Kugelhaus" oder der in der Nachbarschaft befindliche "Schiffsbug".)

Wollte man die überregional bekannten Dresdner Tendenzen an diesen Ort holen, hätte man auf einen Schlag eine Menge Probleme am Hals!

Die Großmaßstäblichkeit ist an diesem Ort zwar neu, aber nicht gar so unangepasst, wie man auf den ersten Blick vermuten könnte. Der gesamte Bereich teilt sich bisher auch schon im Wesentlichen auf wenige, ausladend bebaute, miteinander verbundene und die Fussgangerzone flankierende Baumassen auf. Gegenüber des Grunstückes wurde erst im vergangenen Jahrzehnt ein ähnlich ausladender Bau errichtet.

Und die Altmarktbebauung, die nach ein paar anderen unscheinbaren Kuben in etwa 300 Meter Entfernung nördlich beginnt - da muss ich Artec widersprechen - ist alles andere als historisch oder gar kleinteilig. Vielmehr hat man es hier mit einem barockisierenden Quartier zu tun, das den Altmarkt zweiseitig in einem Guß einfasst und während der 50er Jahre im "Nationalen Aufbauprogramm der DDR" errichtet wurde (quasi eng verwandt mit der Berliner Stalin- bzw. Karl-Marx-/Frankfurter Allee).


zu gebäudetypologisch:

sehe ich ganz genau so! Schade wäre es zudem, wenn der vergleichsweise hohe Aufenthaltswert der Prager Straße mit dieser Mall konkurrieren müsste. Hoffentlich nur in den Wintermonaten.


zu Wirkung auf den Straßenraum:

dieses "Schweben" ist aber fast allen Ursprungsbauten dieses Ensembles gemein. Ausserdem nimmt es damit - wenn auch etwas entfremdet - die Wirkungsweise der beiden Vorgängerbauten auf.




Wieso ist das Büro niederländisch? Bisher wurde doch Dresden/Köln angegeben. Selbst wenn, ist "Pedistrian Area" (GFP) holländisch? Oder einfach nur übles denglisch? :D


Zur Visualisierung:

die ist wirklich preisverdächtig! Zack, Screenshot von den Ansichten gemacht, zack, als Map auf einen Grundkörper gelegt, zack, Kamera "abgeworfen", zack, Männecken reingeschwurbelt, fertig. Ich glaube, das war noch nicht einmal zu Zeiten von Konrad Zuse und Lochkartenrechnern legal.

Aber immerhin haben sie ein Modell gebaut. Und das ist heutige oft schon teurer, als alle wichtigen Softwarelizenzen zu erwerben und einen Visualisierer zu bezahlen (oder die Einarbeitungszeit eines Praktikanten)

Schmittchen
04.07.07, 22:15
Die Entwürfe für Baukörperverteilung und Fassaden stammen von unterschiedlichen Büros, Details im ersten Beitrag.

AeG
04.07.07, 22:34
Sorry. Ich könnte schwören, das stand vorhin noch nicht da. ;) Wäre aber auch keine Erklärung für die falsch geschriebene "Fußgängerzone" (innerhalb eines Gebäudes!)


Edit:

Was ich sehr schade finde ist, dass kein Mensch Bezug nimmt auf Dresdens ausgeprägte Flugdach-Tradition (auf fast allen innerstädtischen Solitären der späten Fünfziger bis frühen Siebziger zu finden), nicht einmal an den Erweiterungen um die Prager Straße.

Artec
05.07.07, 18:25
na mit 300m meint ich auch den neumarkt...der altmarkt is viel näher dran...kann sein, dass ich mich einfach in der Meterzahl verschätz hab...

und ich muss mich korrigieren: nördlichereingang und 300m (vllt 500m) nördlich bis zum historischen teil...

sebastian c
06.07.07, 20:32
Zu Beitrag #3:

Als jemand ohne Architekturstudium darf man das aber sicher so unterschreiben, oder? :D

Allein durch die Größe/Masse und die relativ eintönige Form des Gebäudes kommt es meiner Meinung nach sehr erdrückend rüber....und die Fassade ist auch gewöhnungsbedürftig. Wieder so ein Bau wo man Minimum 3 Minuten braucht um daran vorbeizulaufen und dabei (abgesehen vielleicht vom Inhalt einzelner Schaufenster ;) ) nichts wirklich sehenswertes oder schönes zu sehen bekommt..

erbsenzaehler
06.07.07, 21:36
Oh Gott, das darf doch nicht wahr sein - Dieses Gebäude ist doch aus keinem Winkel hübsch, richtungsweisend, besonders, attraktiv, sehenswert, bereichernd, aufwertend oder dergleichen... Meiner Meinung nach ein absolutes Desaster, dass die werten Herren zuständige Architekten da zustande gebracht haben! Wie kann denn sowas durch den Wettbewerb kommen? Das Wiederaufgreifen der Wabenteile der früheren Warenhausfassade mag ja als Idee ganz witzig erscheinen, ist nach meinem Ermessen an dieser Stelle aber wenig angebracht. Der gesamte Komplex wirkt enorm eintönig, farblos, uninspiriert und architektonisch betrachtet absolut vergänglich. So etwas wird nie jemand sonderlich akzeptieren denke ich, und für Dresden ist es eine reine Schande!

Gibt es an dem Design denn noch irgendetwas zu rütteln? Lässt sich der Bau möglicherweise aufhalten? Dresden sollte sich diese Verschandelung mitten in seinem Altstadtherz (ok, zugegebenermaßen direkt an der 'wunderschönen' Prager Strasse, aber die muss ja auch nicht auf lebenslange Hässlichkeit verdonnert werden, oder?) um keinen Preis gefallen lassen! Bisher sollte ja eigentlich noch etwas zu machen sein, viel mehr als Baugrubenaushebung stand laut oben genannter Informationen ja bisher nicht an.

AeG
06.07.07, 23:45
Die Verwendung der alten Fassade ist schon eine Art Kompromiss. Lt. Auslobung war die Aufnahme der alten Strukturelemente explizit ausgeschlossen, so weit ich mich erinnern kann. Dass sich ein Wettbewerbsbeitrag drumherum gemogelt hat - und zudem auch noch gewann - ist mutmaßlich indirekt bereits dem Druck einiger "engagierter" Dresdner zu verdanken.

Wenn Ihr also das Vorab-Bashing von scheinbar nonkonformistschen oder mindestens nicht traditionell ausgeführten Bauprojekten als Kernthema der bürgerlichen Protestbewegung im 21. Jahrhundert etablieren wollt, solltet Ihr wenigstens an einem Strang ziehen. ;)

Torsten
27.03.08, 00:44
hier noch eine Impression vom Werden der Centrum Galerie auf das Osterwochenende datierend:

http://img8.myimg.de/centrumffb90.jpg (http://www.myimg.de)
Bild ist von mir

Torsten
27.04.08, 16:41
Das Wetter war mies und deshalb die Bilder auch.
Hier ist zu sehen, daß sich die Centrumgalerie nicht bis zum Külz-Ring erstreckt. Siehe dazu auch das zweite Bild aus #2.
Dankenswerterweise wird aber das Projekt, welches den Block zum Külz-Ring abschließt gleich mit gebaut:

http://img2.myimg.de/centrumgalerie14105f.jpg (http://www.myimg.de)

Hier ist im Hintergrund die Beispielfassade (?) zu sehen. In Anbetracht des schlechten Wetters
und der Größe der Baustelle war ich allerdings zu faul direkt dahin zu gehen und es aus der Nähe zu fotografieren:

http://img2.myimg.de/centrumgalerie24c7f0.jpg (http://www.myimg.de)
Die Bilder sind von mir

heiji
01.07.08, 12:01
http://img399.imageshack.us/img399/2194/peterkulka06280071iicutij6.th.jpg (http://img399.imageshack.us/my.php?image=peterkulka06280071iicu tij6.jpg)
http://img113.imageshack.us/img113/1310/centrum1fm8.th.jpg (http://img113.imageshack.us/my.php?image=centrum1fm8.jpg)
http://img113.imageshack.us/img113/5153/centrummodellmh8.th.jpg (http://img113.imageshack.us/my.php?image=centrummodellmh8.jpg)

Öhm... Welches Dach kommt denn jetzt nun drauf? Weiss das jemand? Ich bevorzuge ja #2, weil es einfach am offensten ist, somit Licht durchlässt und den ganzen grossen Kasten kleinteilig macht. Ich würde konsequent noch dazu die Wabenstrucktur über den Eingängen weg machen, um eben die mögliche Kleinteiligkeit noch mehr zu ermöglichen.

Dach 3 geht garnicht! Diese riesiege dunkle Fläche sieht aus wie ein Parkplatz, was man ja an der Stelle eigentlich zubauen wollte.

Positiv: Der Sandsteinfarbene Anbau ist klasse! Passt wunderbar neben Karstadt und Konsorten an dieser Ecke und die Glasfassaden wirken vertikal geteilt richtig einladen, viel besser als eine langgezogene Horizontale mit Dach drauf. JEDER sagt zB, dass der Advantariegel oder die Platte an der Prager scheisse aussehen, weil sie so elendig lang sind.

Idee am Rande: Warum nicht an der (im untersten Bild vordersten) Ecke des Gebäudes einen runden Glasturm hinbauen ähnlich dem World Trade Center (http://images.google.de/images?hl=de&q=world%20trade%20center%20dresden&um=1&ie=UTF-8&sa=N&tab=wi)? Das würde aber die beschriebene kleinteilige Optik des Komplexes vorraussetzen, sonst sähe es scheisse aus.


Die Ideenlosigkeit mancher Architekten ist erschreckend...

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Bitte unsere Richtlinien (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?t=5682) beachten. Zumindest eine Quellenangabe ist auf jeden Fall notwendig, also bitte nachtragen.

Torsten
21.07.08, 23:29
So, um mal die Ansicht der Webcam durch die Fußgängerperspektive zu ergänzen, hab ich am Sonntag ein paar Bilder geschossen.
Hier sieht man Öffnungen in der Wand, welche die Form der alten Centrum-Fassadenwaben haben. Ich würde vermuten, daß diese dem Lichteinfall dienen, durch die auf dem nächsten Bild sichtbaren gelben Fensterchenwaben. Aber wie gesagt, nur meine Mutmaßung:

http://img2.myimg.de/QartierM1ae5ba.jpg (http://www.myimg.de)

http://img2.myimg.de/QartierMSchild5d06a.jpg (http://www.myimg.de)

Hier nochmal fast die Ansicht wie auf dem Bauschild:

http://img2.myimg.de/QartierM2132c8.jpg (http://www.myimg.de)

und in die andere Richtung zum Külz-Ring geschaut:

http://img2.myimg.de/QartierM3b7ea6.jpg (http://www.myimg.de)

Der Fußweg vom Rundkino durch das Kaufhaus Wöhrl wird hier verlängert, was ich sehr gut finde:

http://img2.myimg.de/QartierM445c66.jpg (http://www.myimg.de)

So schmal wird die Prager Straße werden. Der Ausdruck Prager Platz für den Standort der Springbrunnen scheint gerechtfertigt:

http://img2.myimg.de/QartierM6e062a.jpg (http://www.myimg.de)

Der Rampenturm, bekannt von der Webcam, hier mal von der Seite:

http://img2.myimg.de/QartierM789c82.jpg (http://www.myimg.de)

Der Bau macht erstaunliche Fortschritte und scheint im Endeffekt doch weit kleinteiliger zur wirken als ich befürchtet hatte. Auch die neuen Wegeverbindungen finde ich positiv. Jetzt gilt es eigentlich nur noch einen Brückenschlag über den Külz-Ring zu schaffen, wie der auch immer aussehen soll.

heiji
24.07.08, 16:24
thx for those pics. ^^

Hmm... Je länger ich drauf gucke und mir alles ausmale, desto mehr missfallen mir die Waben, besonders die gelben. Noch wirk alles kleinteilig, ja. Aber lass erstmal die Wabenstruktur oben durchgängig angebracht sein. DAS wird dann alles klotzig machen (und das fehlende Dach). Deshalb meine ich ja auch, dass man über den Passageneingängen die Wabenstruktur auslässt und vlt ein hübsches Glasportal hin baut. Es wirkt ja sonst, als würde man in ein UFO einsteigen und sich der Rektalexperimente hingeben... :zunge:

Zur Rückseite: Finde ich auch gut, dass Leute auch hinter die Bank geleitet werden. Da ist allerdings nichts... ok, ne recht viel befahrene Kreuzung und eine Wohnplatte. Wenn man aber das Areal zwischen dem Ausgang dort und dem Postplatz angenehmer gestaltet - jetzt ist ja da nur ein riesen Parkplatz - könnte man auch einige Menschenströme dort entlang leiten. Ich denke persönlich ja an eine Bebauung einer ganzen Zeile mit dem Blickfang Fernsprechamt (http://www.postplatz.starkes-dresden.de/fernsprech.htm) als Endpunkt am Postplatz. *träum*

Dus-Int
28.07.08, 14:26
Da bist du mir atsächlich zuvor gekommen, naja... hier noch eins

http://i34.tinypic.com/2my6edy.jpg

Q: Dus-Int

Torsten
18.12.08, 00:36
Weitere Eindrücke vom Wachsen der Centrum-Galerie und eine Fotogalerie der Sächsischen Zeitung zum zukünftigen Innenleben. Im Herbst 2009 soll eröffnet werden. 70 Prozent der Läden sind wohl schon vermietet. Es wird darüber spekuliert, ob in der Centrum-Galerie die erste(!) Dresdner Starbucks Filiale eröffnet. Starbucks hat es bisher nicht bestätigt.
Hier der Link zur sz-online: http://www.sz-online.de/_tools/galerie/fotos.asp?artikel=2012407

und hier meine Eindrücke vom Külz-Ring aus:

http://img1.myimg.de/Centrum1077eb.jpg (http://www.myimg.de)

Auf dem Dach dieses Gebäudes soll eine Kindertagesstätte entstehen:

http://img1.myimg.de/Centrum25bd5b.jpg (http://www.myimg.de)

http://img1.myimg.de/Centrum31fee7.jpg (http://www.myimg.de)

http://img1.myimg.de/Centrum492d87.jpg (http://www.myimg.de)

Leider reiht sich die CG in die Phalanx der Einkaufscenter ein, welche Parkflächen auf dem Dach haben. So etwas kann man meiner Meinung nach in einem Gewerbegebiet realisieren, aber nicht in der Innenstadt. Das erinnert mich an 70-er Jahre Verkehrslösungen in anderen deutschen Innenstädten. In Anbetracht der Dresdner Hochwassererfahrungen aus 2002 kann ich ja eventuelle Bedenken gegen Tiefgaragen verstehen. Aber Dresdens Innenstadt ist inzwischen weiträumig unterkellert (Altmarkt, Altmarkt-Galerie, Neumarkt, Frauenkirche, Sparkasse, Taschenberg-Palais, Landtag, Karstadt, Wöhrl, Wiener Platz, um nur ansatzweise die größten TGs zu nennen), so daß das auch hier die beste Lösung gewesen wäre.

Cowboy
01.04.09, 15:47
Der Neubau entlang der Prager Straße macht große Fortschritte. Inzwischen ist ein Großteil der Fassade im Strichcode-Design am vorderen Neubau angebracht.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild058-4.jpg


Zwischen Haupt- und Nebenbau entsteht ein überdachter Durchgang. Zu sehen hier die Seite des Neubaus (siehe obiges Bild)
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild063-3.jpg


Und hier die Seite des Hauptgebäudes. Über der Dämmung wird demnächst die Alu-Wabenfassaden befestigt.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild061-3.jpg


Entlang der Prager Straße wurde die Alu-Haut bereits angebracht.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild064-4.jpg


Der Haupteingang scheint ziemlich repräsentativ zu werden.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild073-2.jpg


Die südwestliche Seite der Centrum-Galerie ist fast fertig.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild068-3.jpg



Die Plastik "Völkerfreundschaft" von Wolf-Eike Kuntsche (http://de.wikipedia.org/wiki/Wolf-Eike_Kuntsche) wurde wieder aufgestellt.

http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild069-4.jpg

http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild071-3.jpg


Und noch einmal die nördliche Seite aus Richtung Altstadt.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild076-3.jpg

Eigene Bilder

Torsten
28.08.09, 01:10
zwei Wochen vor der Eröffnung am 12.09.2009:
http://img1.myimg.de/centrumgal9f684.jpg (http://www.myimg.de)
Bild ist von mir gemacht

hedges
28.08.09, 12:58
es ist schon beachtlich, dass man in leipzig versucht einen mall - character bei den hoefen am bruehl zu verhindern und dresden genau das nicht schafft.

lange fassade, riesige eingaenge, passagen ueber vier geschosse, und rampentuerme tragen zu einer entwicklung bei die man schon vor jahren stoppen wollte. auch wenn man "konsumkomplexe" in die city holt bauen sie keinerlei bezug zur urbanen europaeischen stadt auf.

das center (der name bringt es auf den punkt) traegt nicht zum leben in der stadt bei. sobald man die immer gleichen ladenschlaeuche betritt macht es keinen unterschied zur gruenen wiese und deshalb ist es auch fuer den besucher nicht mehr relevant ob center in der stadt oder auf der gruenen wiese.

das ist definitif kein pluspunkt fuer dresden sondern eher eine traurige geschichte die die stadtplaner/-politker in 20 jahren bereuen werden wenn sie vom einkaufen aus leipzig zurueck kommen.

LEgende
28.08.09, 13:29
^ Rein von der Architektur her ist das kommende Ding in Leipzig keinen Deut besser. Grobschlächtig statt kleinteilig und feinfühlig. Also genau dass, was in eine Innenstadt eben nicht hingehört.

Cowboy
28.08.09, 14:15
@hedges, willkommen im Forum und viel Spaß. Bei deiner Beurteilung sowie deinem Vergleich mit den Höfen am Brühl sollte m.E. die räumliche Situation der beiden Areale beachtet werden. Die Prager Straße in Dresden ist im Prinzip schon eine nach oben offene, schlauchförmige Einkaufsmall, die Zugleich den Höhepunkt in diesem Teil der Innenstadt bildet. Warum sollte es bei der Centrum-Galerie mehrere Passagen und Ausgänge geben, wenn die Attraktivität drumherum nicht gegeben ist? In der Leipziger Innenstadt ist es einfacher, ein nicht malltypisches Einkaufszentrum zu bauen. Die Höfe am Brühl werden in den noch bestehenden historischen Kontext der Innenstadt eingebunden, der mittels Wiederherstellung der Plauenschen Straße sogar wieder vervollständigt wird. Ob in/aus Richtung Brühl, Katharinenstraße, Hainstraße oder Tröndlinring (wegen der Straßenbahn): Jeder geplanter Zugang ist sinnvoll und wünschenswert.

DaseBLN
28.08.09, 18:02
@ LEgende: hedges hat es nun aber gerade nicht "rein von der Architektur her" gesprochen. Und was die generelle Struktur betrifft, entspricht die Centrum Galerie nunmal eher einem klassischen Einkaufszentrum als die Höfe am Brühl.

hedges
29.08.09, 11:12
wahrscheinlich ist ein mix aus allem.

man kann natuerlich so eine dichte an geschaeften nicht kleinteilig aussehen lassen auch wenn man in der fassade differenziert oder eben nicht die ueberdimensionierten eingaenge plant die beim verlassen ins nichts fuehren. sie enden einfach gegenueber eines anderen hauses, zu einer kleinen strasse oder fussgaengerzone ohne die tradition der grossen passagen aufzunehmen wie in mailand oder neapel. diese oeffnen sich weiten plaetzen und wirken dadurch ganz anders.
von daher hat Legende schon recht aber ich denke dass die hoefe den sprung noch schaffen gerade durch kleine leipzig typische passagen, gewerbe/wohnen/arbeiten mix, und strassenraum-veraengung. somit koennte es vllt. klappen die hoefe in der innenstadt zu integrieren.

die innenstadt in leipzig ist natuerlich "leichter" in das alte raster zu bringen da nicht so grossflaechig zerstoert wurde aber man haette auch hier fehler machen koennen. zum beispiel, das MdBK haette auch ein flachbau sein koennen oder eben eine mall aber hier wird ein quartier geschaffen, die schliessung der 4 ecken vorausgesetzt, bei dem man die hoehe des museums nicht mehr mitbekommen wird weil die strassenfluchten die alten kannten wieder herstellt. somit wird ein kompromiss zwischen dem fuer innenstadt verhaeltnisse sehr grossem gebaeude und den raumbezogenen 4 kannten mit gassenartigen zugaengen zum MdBK hergestellt. deshalb kann ich das argument der leichteren architektur nicht gelten lassen. Cowboy, es ist nie einfach aber man muss sich schon gedanken machen anders funktioniert architektur nicht.

das "centrum" (beim namen faengt es schon an) wird niemals ein erfolg werden und bekommt mit der altmarkt gallerie noch einen schwesterbau um die ecke. diese beiden ansiedlungen stehen dem hoefen am bruehl und den hauptbahnhof-promenaden gegenueber. ich glaube leipzig geht den gescheiteren weg mit einer anderen struktur wie es DaseBLN meint.

dresden geht zwei zutiefst polariesierende wege. zum einen das disneyland auf dem neumarkt und zum anderen der mall bau in sichtweite. hier entstehen 2 verschiedene staedte die keine verbindung aufnehmen. eine stadt veraendert sich staendig von innen nach aussen. ein mix aus all den jahren und neue stroemungen entwickeln ja eine urbanes umfeld was es interessant macht in einer stadt zu leben. man sollte vielem eine chance geben sich zu entwickeln und dresden haette durch die grossflaechige zerstoerung die mgl.-keit gehabt sich langsam zu erholen und wieder zu einer "echten" stadt zu werden.

Stahlbauer
01.09.09, 22:36
Also ich stehe den von manchen so ungeliebten modernen Gebäuden prinzipiell aufgeschlossen gegenüber. Städte wie Köln, Frankfurt oder wegen mir auch Bochum mit ihren modernen Gebäuden wirken "frisch" und lebendig.


Von daher kann ich der Prager Straße in Dresden doch einiges abgewinnen. Aber bei den modernen Architektur-Ensembeln verhält es sich in etwa wie mit den Freizeitparks - sie müssen immer etwas Neues bieten, können nicht wirklich eine Patina entwickeln und von der Rückseite aus betrachtet, sehen sie immer irgendwie schäbig aus.

In der Prager Straße in Dresden konnten die Nachwendebauten nicht wirklich das Problem der Raumbildung lösen. Bei manchen Gebäuden aus der Nachwendezeit denke ich, dass sie das eigentliche Problem sind.






http://i714.photobucket.com/albums/ww148/stahlbauer03/2009/200908Dresden/200908DresdenPagerStr5420.jpg





http://i714.photobucket.com/albums/ww148/stahlbauer03/2009/200908Dresden/200908DresdenPagerStr5421.jpg




http://i714.photobucket.com/albums/ww148/stahlbauer03/2009/200908Dresden/200908DresdenPagerStr5423.jpg





http://i714.photobucket.com/albums/ww148/stahlbauer03/2009/200908Dresden/200908DresdenPagerStr3798.jpg




Alles eigene Fotos.

Ranger
02.09.09, 12:27
also ohne der "next" werbng würde die front schon etwas langweilig aussehen. die kleine blonde im vorletzten bild unten links wertet die ganze straße natürlich auch auf :D ne, spass bei seite. ich denke architektonisch ist es an dieser ecke von dresden schon akzeptabel, wenn man sich nun das endergebnis anschaut (abgesehen von jeglichen grundsatzdiskussionen über sinn und zweck solcher einkaufstempel). die auslaufende pragerstraße in richtung altstadt scheint eine angenehme breite zum "bummeln" zu haben (gerade im gegensatz zur sonstigen straße). wenn jetzt noch dieses loch am wiener platz verschwindet hat sich doch der weg vom hbf zur "stadt" in den letzen 10-15 jahren ganz gut gemausert :daumen:

Torsten
02.09.09, 19:39
@Stahlbauer: Mir ist nur nicht ganz klar, was Dein letztes Bild in Richtung Wiener Loch zeigen soll (?).

Was halt ziemlich viel zur Verödung der Innenstädte beiträgt, ist das Introvertierte solcher Shopping Malls. Ich kann und will eigentlich auch nicht verstehen, warum es nicht möglich sein soll, bei solchen Malls die nach außen liegenden Geschäfte auch mit einem zweiten Eingang nach außen zu versehen. Statt dessen haben diese Malls nur die zentralen zwei, drei Eingangsportale und zum innerstädtischen Raum hin dann endlos lange Schaufensterfronten. Auf der grünen Wiese meistens nicht mal das. Aber in den Innenstädten tragen solche langen Schaufensterfronten ohne Eingang doch sehr zur Verödung des Umfeldes bei.
Ich fände solche Malls in der Innenstadt durchaus eine Bereicherung, wenn sie zur Belebung des Umfeldes beitragen würden. Das ist aber in Dresden weder bei der Centrum- noch bei der Altmartgalerie der Fall. Deshalb trifft die hier im Forum schon oft gebrauchte Bezeichnung 'Einkaufsschlauch' auf die beiden Objekte zu.
Trotz Allem wurden gerade in Dresden diese vielen neuen Geschäfte, welche die beiden Malls bieten unbedingt gebraucht. Bis zur Fertigstellung der Altmarktgalerie konnte man bei den Angeboten, gerade im Textilfachhandel, der Dresdner Innenstadt nicht von Angebotvielfalt reden. Der Abstand zu Leipzig war riesig. Er wird sich mit der Eröffnung der Centrumgalerie und der Erweiterung der Altmarktgalerie weiter verringern. Nichtsdestotrotz kann Dresden auch weiterhin nicht ganz mit der Angebotsvielfalt und dem Flaniergefühl von Leipzig mithalten. Es kommen in der Hauptsache weitere "Standard-Laden- und Gastronomieketten" hinzu, welche bisher in Dresden nicht vertreten waren (KFC, Starbucks, Sting, Olymp&Hades, KRASS (Optik), ...) aber bis auf wenige Ausnahmen wird es keinen neuen inhabergeführten Einzelhandel geben.

Stahlbauer
02.09.09, 20:13
Es ging mir mit dem Foto nicht so sehr um das Wiener Loch. Irgendwann wird es dafür eine Lösung geben. Diese Art von Einkaufsstraßen hat ein prinzipielles Problem, welches Gebiete mit Blockrandbebauung nicht haben: Die strikte Trennung von Fußgängerzone und Anlieferung im rückwärtigen Bereich dieser Art von Einkaufsstraßen.


Die Prager Straße in Dresden ist nach beiden Seiten von den angrenzenden Wohngebieten oder Bereichen der Stadt - man kann fast sagen- abgeschnitten. Auf der einen Seite Parkplätze der Hotels und auf der anderen Seite die überbreite St.Petersburger Straße. Die Gegensätze sind einfach krass. Auf der Prager Straße kann man ungestört vom Verkehr schlendern und 50 m weiter kommt man nur mit Mühe über die Straße. Die ebenerdigen Parkplätze wirken wie Dauerprovisorien. Teilweise sind dort offensichtlich noch Ruinenreste vorhanden.



Auf der Prager Straße findet man einigermaßen schicke Geschäfte - auf der Rückseite kann man, siehe mein letztes Foto, in einem höhlenartigen Geschäft sein 35 Cent-Bier kaufen und trinken.




Ähnliche Probleme findest Du in der Porschestraße von Wolfsburg, der Leiterstraße in Magdeburg, der Ringbebauung in Leipzig, der Hochhauszeile am Gagarinring in Erfurt usw.

Stahlbauer
02.09.09, 21:31
^

Das war wohl doch off topic. Die Centrum-Galerie füllt Brachen in der Dresdner Innenstadt. Von daher kann man den Bau begrüßen. Wie sich das Innere darstellen wird bleibt abzuwarten. Den Wörl-Bau finde besonders schlecht eingepasst. Man kann es auf den Fotos nicht so erkennen. Abgesehen vom beginnenden Verfall, wirkt die linke Mauer im Original merkwürdig trennend, fast zerschneidend.


Prager Straße (http://www.bing.com/maps/default.aspx?v=2&FORM=LMLTCP&cp=sh6hh1j4b474&style=b&lvl=1&tilt=-90&dir=0&alt=-1000&phx=0&phy=0&phscl=1&scene=10848633&where1=dresden%20%20%20%20%20%20%20 prager%20stra%C3%9Fe&encType=1)

Cowboy
05.10.09, 10:58
Seit gut zwei Wochen hat die Centrum-Galerie geöffnet. Kulka, der mit der Wiedererrichtung des Centrum-Warenhauses beauftragt worden war, ist es meiner Ansicht nach gelungen, aus der DDR-Moderne der Siebziger-Jahre ein Einkaufszentrum zu errichten, dass Elemente aus jener Zeit im Inneren und Äußeren aufgreift, ohne überholt oder gar abstoßend zu wirken. Die verwendeten Stilelemente der 1950er bis 1970er-Jahre vermitteln einen sehr individuellen und zeitgemäßen Eindruck.

Ein großes Manko ist freilich nach wie vor, dass die Centrum-Galerie städtebaulich gesehen heutigen Konzepten eines sich dem Stadtraum öffnenden Einkaufszentrum widerspricht. Dahingehend gibt es bestimmt bessere Beispiele. Die räumliche Situation der Prager Straße lässt jedoch eine bessere Kommunikation der Centrum-Galerie mit ihrer Umgebung auch kaum zu.

Mehr Kritik verdient meiner Ansicht nach die "Wiederherstellung" der Trompetenstraße: Beliebig und grau. Und die Überdachung verstärkt diesen negativen Eindruck zusätzlich. Auf eine Überdachung der "Straße" hätte man vielleicht verzichten und zudem ein straßentypisches Pflaster verlegen sollen.


Ein paar Fotos von letzter Woche:

Trompetenstraße
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild030_ShiftN.jpg


Endlos lange Rolltreppe
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild031-6.jpg


So sah das Centrum-Warenhaus wohl bis 2004 von außen aus
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild032-4.jpg


Und so sieht's heute drin aus.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild034-5.jpg

http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild033-4.jpg

http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild036-5.jpg


Omas altes Tapetenmuster: Verkleidung im Retro-Look
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild035-7.jpg


Ich glaube, sowas schimpft sich heute Food Court
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild.jpg

Eigene Bilder

DaseBLN
05.10.09, 22:28
^ Hach, ich kann mich da nicht so richtig entscheiden. Ähnlich wie beim Alexa hier in Berlin wirkt das Innere recht interessant, auch wenn mich dann immer der Mall-Charakter stört. Für den Stadtorganismus ist das natürlich nichts, oder sind auch abgesehen von Fast-Food-Buden irgendwelche Läden von außen erreichbar? Wir dürfen gespannt sein, wie sich das in Leipzig zeigen wird, ich bin vor allem auf einen Vergleich von Trompetenstraße und Plauenscher Straße gespannt.

Cowboy
06.10.09, 11:08
^ Der Vergleich mit den Höfen am Brühl dürfte sicher spannend werden. Ich denke, die Höfe werden als beliebter Frequenzbringer in die nördliche Innenstadt fungieren (ob durch die wiederhergestellte Plauensche Straße, durch die Passagen, durch die "Blechbüchse" oder über den neu gestalteten Richard-Wagner-Platz), was sich nur positiv auf die derzeit ziemlich darbenden Straßen dahinter (Katharinenstraße, Brühl, Hainstraße, Große Fleischergasse) auswirken wird. Ergo die Einbindung in den Stadtorganismus schätze ich in Leipzig deutlich höher ein als in Dresden. Die geplanten 70 Wohnungen in den Höfen wirken auf mich zusätzlich symphatisch.

Die Centrum-Galerie ist gestalterisch als reine Mall konzipiert. Es gibt, neben dieser Trompetenstraße, eine streng geradlinig verlaufende Passagen ohne Abwechslung. Das war's. Auch bei diesem Punkt werden die Höfe mit den geplanten vier Lichthöfen (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=235098&postcount=409) mehr überzeugen können. Im direkten Vergleich beider wiederhergestellter Straßen wird die Plauensche Straße m.E. ebenfalls besser abschneiden. Durch das geplante Kopfsteinpflaster und dem Wegfall des Daches wird die Plauensche Straße mehr einer Straße gerecht werden als die Trompetenstraße, die lediglich wie ein völlig uninspirierter und zugiger Durchgang wirkt.

Bei der Architektur wird wohl letztendlich der persönliche Geschmack entscheiden, welches EKZ das Bessere ist. Beide Entwickler haben renommierte Architekten für die Umsetzung beauftragt. Das ist bei geplanten EKZ grundsätzlich wünschenswert, aber leider nicht selbstverständlich. Multi Development schickte Peter Kulka ins Rennen, der mit seiner Retro-Architektur für eine individuelle Note im sonstigen EKZ-Einerlei überzeugt. Mfi bauftragte Grüntuch&Ernst für die Gestaltung der Höfe. Mal schauen, welche Wirkung die geplanten Lamellen-Portraits Leipziger Komponisten und Noten haben werden.

Dem Mall-Charakter können sich die Höfe am Brühl aber auch nicht verschließen. Es werden ganz sicher keine Touristengruppen durch die Passagen geführt werden, die wie im Specks Hof mit leuchtenden Augen ein "Ah" und "Oh" oder ein "Das ist aber schön" von sich geben.

DerDieter
06.10.09, 12:16
Hallo, ich bin ein Neuer hier im Forum...
Ich lese bereits seit längerem mit und freue mich immer sehr über die aktuellen Updates über Leipzig und Dresden, ich selbst komme vielzu selten in den Genuss, die Veränderungen der genannten Städte selbst zu entdecken.

Die Centrum Galerie in Dresden wirkte auf mich erstmal etwas abstoßend, ist dem geschuldet, dass ich mit derlei Waben-Verkleidungen erstmal wenig anfangen kann. Im Kontext mit den umliegenden Gebäuden fügt sich die Galerie aus meiner Sicht jedoch ganz gut ein. Erfreulich finde ich auch, dass die in den Bildern gezeigten Ladenzeilen wohl durchweg ihre Mieter gefunden haben. Mir ist aber nicht ganz verständlich, warum die einzelnen Betrieber nicht externe Zugänge für sich einfordern (konnten?). War möglicherweise wegen der einheitlichen Wabenhülle nicht realisierbar...Noch ein Grund, die nicht zu mögen.
Weiss jemand, seit wann Wabenarchitektur (was ein recht heterogenes Feld sein dürfte...) allgemein als architektonisches Highlight verstanden wird? Mir fällt aus meiner Kindheit/Jugend die EXTREM hässliche Fassade des Stuttgarter Horten-Kaufhaus ein, muss so Mitte der 70er entstanden sein und hat damals schon in der schwäbischen Provinzmetropole einen Aufschrei ausgelöst. (aber nachdem man die halbe noch hablbwegs kriegsverschonte, erhaltene Altstadt für den Straßenbau geopfert hatte, kam es darauf auch nicht mehr an...oh Graus!)

Artec
06.10.09, 18:59
@DerDieter

...schon seit 30 Jahren sind die Waben kein Highlight mehr...

man wollte ganz einfach den bezug zum alten centrum kaufhaus schaffen, das eine komplette wabenfassade hatte...

DaseBLN
06.10.09, 19:06
M.W. wurden sogar einige Original-Waben des alten Centrum-Warenhauses verwendet. Habe dazu aber auf die Schnelle keine Infos gefunden. In Westdeutschland wurden diese Waben bzw. Kacheln als "Hortenkachel" (http://de.wikipedia.org/wiki/Hortenkachel) bekannt, da diese vom gleichnamigen Warenhauskonzern als einheitliches Merkmal der CI verwendet wurde. Im Osten wurden später die Konsument- und Cebtrum Warenhäuser mit ähnlichen Fassaden ausgestattet, ich weiß allerdings nicht, in welchem Zusammenhang das steht. In Wikipedia steht, das szumindest bei den Centrum-Warenhäusern die Wabenfassade ebenfalls ein CI-Element darstellte.

Edit: laut SZ (http://www.das-neue-dresden.de/centrum-warenhaus.html) wurden die alten Waben aus Kostengründen nicht wiederverwendet, sondern neugefertigte Waben verbaut.

19 century boy
06.10.09, 19:57
@ Dase

Die Waben selbst sind neu, entsprechen aber dem alten Muster.

tectura
11.10.09, 16:27
Ich finde, die Centrum-Galerie ist eine merkwürdige EIgenart Dresdner Stadtplanung. Einerseits wird die Prager Straße verengt, andererseits der DDR-Bau unmissverständlich zitiert. Für mich ist es eine beängstigende Entwicklung, dass zweifelhafte Reminiszenzen immer öfter als Ersatz für Originalsubstanz verwendet werden. Die Prager Straße ist leider sehr schlimm überformt worden und das architektonische Erbe der DDR geradezu verstümmelt.

Mein Online-Spaziergang führt durch das neue Dresden, auch die Prager Straße und die Centrum-Galerie:
http://picasaweb.google.de/PicturaUrbana/NeuesBauenInDresden#