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Alt 22.11.12, 23:24   #27
RianMa
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RianMa hat eine wundervolle ZukunftRianMa hat eine wundervolle ZukunftRianMa hat eine wundervolle ZukunftRianMa hat eine wundervolle ZukunftRianMa hat eine wundervolle ZukunftRianMa hat eine wundervolle ZukunftRianMa hat eine wundervolle ZukunftRianMa hat eine wundervolle ZukunftRianMa hat eine wundervolle ZukunftRianMa hat eine wundervolle ZukunftRianMa hat eine wundervolle Zukunft
Domstraße 21

Liebe Grüße zurück! Ich muss auch mal in Braunschweig vorbeischauen.

„Schönheitskur für graue Maus“ war heute die Schlagzeile eines Artikels im Güstrower Anzeiger. Die graue Maus, damit ist das Gebäude Domstraße 21 gemeint, welches ab nächstem Jahr saniert werden soll. Ich freue mich riesig!
2009 wollte der damalige Besitzer das Gebäude abreißen lassen und durch einen Neubau ersetzen. Viele Bürger protestierten und laut dem Artikel soll das auch dazu geführt haben, dass es nicht zum Abriss kam.

Aus aktuellem Anlass kommen daher jetzt einige Fotos dieses in meinen Augen sehr beeindruckenden Gebäudes, das um das Jahr 1910 gebaut wurde.



Allein aus städtebaulichen Gründen finde ich dieses Gebäude enorm wichtig. Es steht an der Ecke Domstraße/Grüner Winkel, zwei Straßen, die an der Südwestecke auf den Markt führen. Das Haus rechts auf dem ersten Bild hat bereits die Adresse Markt 29.
Durch seine Größe bzw. Höhe sticht es hier sofort heraus. Seine Größe war wohl aber bisher auch der Grund, weshalb sich keiner eine Sanierung zugetraut hat. Zudem besetzt es im Prinzip das gesamte Grundstück. Es gibt also keine Möglichkeit, Parkplätze einzurichten.
Den neuen Bauherren scheint das nicht abzuschrecken.



Als nächstes nochmal ein Foto, auf dem das Gebäude mit seiner gesamten Länge zu sehen ist.



Ein Bauunternehmer aus Rostock hat das Haus gekauft und soll Erfahrung mit Gebäuden aus den 10er und 20iger Jahren des letzten Jahrhunderts haben. Auf einer Fläche von 800 m² werden insgesamt acht Mietwohnungen entstehen.
Der bauliche Zustand ist natürlich miserabel. Umfangreiche Bauarbeiten stehen also an.
Jetzt kommen noch drei schlimme Fotos. Die ganze Ecke sieht noch sehr traurig aus. Das nächste Foto ist aufgenommen aus dem Grünen Winkel in Richtung Domstraße. Rechts steht der Glückspilz, links und hinten warten noch weitere denkmalgeschützte Gebäude auf ihre Auferstehung.



Ein Foto mit der Eingangstür:



Und ein Foto des großen Rundgiebels im mittleren Bereich der Fassade:



Ich kann auch etwas zu baugeschichtlichen Details erzählen:
Das Gebäude ist der erste stilechte Bau der Neuen Sachlichkeit im Güstrower Stadtzentrum. Die Seite zum Grünen Winkel wurde durch den Architekten so aufgelöst, dass die gesamte Fassade dadurch kleinteiliger wirkt. Die helle Farbgebung (jetzt nicht mehr vorhanden) unterstützte diesen Eindruck und sollte die Höhe optisch vermindern. Der große Giebelbogen und die gebogene Überdachung über der Haustür (original erhalten) deuten noch auf den vergangenen Jugendstil hin. An den oberen Abschlüssen der erkerartigen Gliederungselemente lassen sich hingegen bereits die typischen Stufenelemente des Expressionismus erkennen (auf dem obigen Foto zu sehen).

2009 sollte es abgerissen werden, ein Jahr vor seinem hundertsten Geburtstag. Zum Glück wird es jetzt mindestens noch weitere hundert Jahre hier stehen.

Und weil in der Domstraße dieses Jahr unheimlich viel gebaut und verschönert wurde, steht sie auf meiner Liste der vorzustellenden Straße jetzt auch ganz oben.



Und weil ich im Moment wieder zu Hause bin, kommen ab dem nächsten Montag erstmal wieder die neuesten Fotos von den aktuellen Projekten.
Grüße und ein schönes Wochenende an alle.
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