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Alt 08.08.13, 22:10   #25
nothor
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Ardie Living Preislerstraße

Das Projekt "Ardie Living" in der Preisslerstraße, hier bereits kurz erwähnt, lässt teilweise die Hüllen fallen. Nun scheint mir Schultheiss Wohnbau, die sich laut Zeitung (Meldung vom 08.08.2013; Link: http://www.nordbayern.de/nuernberger...?searched=true) über glänzende Geschäfte freuen, nicht unbedingt für die gestalterisch anspruchvollsten Projekte bekannt zu sein. Eher bringt man damit den Begriff Stangenware in Verbindung, wie aktuell in der Winner Zeile 5, über das zu Recht diskutiert wird (Link zum Protokoll des BKB: http://www.nuernberg.de/imperia/md/b...2013_07_25.pdf

Auf jeden Fall setzt sich die Philosophie fort, wonach man wenig Anspruch besitzt auch das Äußere eines der Projekte ansprechend zu gestalten. Mich hat jedenfalls der Anblick der Hausfassade ziemlich enttäuscht:



Es fehlen jegliche Gliederungen in der Fassade, sowie wie vorhergesagt der "Ardie"-Schriftzug, der in den Prospekten so vielversprechend dran prangte.
Die Fenster wirken an der wuchtigen Fassade sehr schießschartenmäßig und vermögen es nicht, der Fassadenfläche das richtige Maß aus Spannung und Ausgeglichenheit zu verleihen. Ich stelle mir eine Neubaufassade oder die einer Altbausanierung immer vor, wie sie wohl in 15 Jahren aussieht. Dabei fällt mir immer öfter auf, dass intelligent oder gar reich gegliederte Fassaden zunächst Patina entwickeln, bevor sie gammelig aussehn. Gliederungsarme Fassaden dagegen, und hier ganz vorne: Weiss gestrichene WDVS-Putzfassaden; werden durch Bewitterung direkt gamelig, ohne das Stadium der Patina zu durchlaufen.
Nun war dieser Flügel des Baus vorher auch kein gestalterisches Feuerwerk, aber irgendwie wirkte das Gebäude trotz des geschlossenen Erdgeschosses und trotz der geschlossenen Giebelwand leichter. Die Giebelwand ist zwar nun geöffnet, und das wirkt sogar recht gekonnt, aber die Straßenfassade reisst es irgendwie nicht raus. Trotz wie gesagt der eingeschnittenen Loggien und der teilweise geöffneten Erdgeschosszone. Ich denke der auf mich billig wirkende Eindruck kommt durch die helle, einfarbige Fassade in Kombination mit den Zinkblechen.

Mal sehen wie die Schultheiss'ler die noch sichtbare Bestandsfassade am nördlichen Teil des Komplexes gestalten werden. Zurückhaltend ist die Fassade durch Versatz von Lisenen und Feldern gegliedert:



Der direkte Vergleich zu den Projekten "Nordstadtgärten" von KIB, sowie auch der Wohnpark "Bärenschanzstraße" führen deutlich vor Augen, dass auch heutzutage mehr möglich wäre. Bis hierher schade.
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Fotos von mir, andernfalls ist die Urheberschaft angegeben.

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