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Alt 30.12.13, 01:26   #68
RianMa
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RianMa hat eine wundervolle ZukunftRianMa hat eine wundervolle ZukunftRianMa hat eine wundervolle ZukunftRianMa hat eine wundervolle ZukunftRianMa hat eine wundervolle ZukunftRianMa hat eine wundervolle ZukunftRianMa hat eine wundervolle ZukunftRianMa hat eine wundervolle ZukunftRianMa hat eine wundervolle ZukunftRianMa hat eine wundervolle ZukunftRianMa hat eine wundervolle Zukunft
Stahlhof-Areal

Und nun ist es soweit:
Ich wage mich zum ersten Mal in diesem Thread in ein Gebiet, das außerhalb der Güstrower Altstadt liegt. Durch die räumliche Nähe und die aktuelle Brisanz möchte ich in diesem Bericht aber unbedingt das sogenannte Stahlhof-Gelände einmal stärker in den Mittelpunkt rücken. Da bauliche Veränderungen aber erst im nächsten Jahr zu erwarten sind, soll es heute zunächst um eine Art Bestandsaufnahme dieses Quartierts gehen, welches in Güstrow schon seit Jahren ein Streitthema ist.

Streitthema deswegen, weil sich der bisherige Eigentümer der hier einst ansässigen Firma "Kleiderwerke" und die Stadt Güstrow seit den 1990er Jahren vor Gericht um Millionenbeträge streiten. In den 90ern wurde dieser durch die Stadt enteignet, was später gerichtlich als unrecht anerkannt worden war. Für den Wertverlust der Immobilien wie auch für mögliche Umsatzeinbußen will der ehemalige Eigentümer seitdem Schadenersatzansprüche geltend machen, wobei die Geldbeträge im Laufe der Jahre immer weiter angestiegen sind. Momentan handelt es sich konkret um eine Summe von 4,2 Millionen Euro. Vor dem Bundesverwaltungsgericht läuft daher ein Schadensersatzprozess und vor dem Oberlandesgericht in zweiter Instanz ein Entschädigungsverfahren. Ausgang offen...

Jetzt hat die Stadt das 8600 Quadratmeter große Areal für etwa eine Million Euro von der KWG Consulting GmbH (Kleiderwerke) gekauft und plant den vollständigen Abriss aller vorhandenen Gebäude. Bis zum Sommer 2014 möchte man dieses Vorhaben umsetzen. Danach soll das Gebiet neu geplant werden, ohne etwas überstürzen zu wollen. Möglich ist eine gemischte Nutzung für Gewerbe, Einzelhandel, Wohnungen, Büros und Parkplätze. Ausgang offen...

So viel erstmal zu Geschehenem und zu Geplantem. Das Gebiet befindet sich genauer gesagt nördlich der historischen Altstadt zwischen der Eisenbahnstraße im Westen, der Grabenstraße im Süden und der Nebel bzw. dem Paradiesweg im Norden.

Hier der Link zu GoogleMaps. Ich habe aber auch einen Ausschnitt vorbereitet:


©Google

Ich habe am Freitag das gesamte Areal einmal umrundet und Fotos gemacht. Diese möchte ich euch jetzt zeigen.

In diesem Bereich gibt es auch noch weitere Gebäude, die nicht zu dem Stahlhof-Gelände gehören, die ich aber auch zeigen möchte, damit man sich ein besseres Bild von der Gesamtsituation machen kann.

Ich fange am im südwestlichen Kreuzungspunkt von Bleicherstraße, Grabenstraße und Eisenbahnstraße. Entlang der Bleicherstraße stehen insgesamt vier villenartige Bauten, die über die Grabenstraße erschlossen werden und um 1900 gebaut worden sind.









Östlich davon schließt sich der schöne Rosengarten an:



Von hier aus kann man bereits die ersten heruntergekommenen Gebäude des Stahlhofes sehen, die zur DDR-Zeit errichtet worden sind:



Die Brücke zur Grabenstraße ist schon seit einiger Zeit nicht mehr nutzbar und wird zu Recht abgesperrt.



Im Osten kommt man nicht auf das Gelände, da hier der Stadtgraben verläuft, der weiter nördlich in die Nebel fließt. Diese sperrt das Stahlhof-Gelände wiederum nach Norden ab.

Der Blick von Osten:



Der Blick in den Paradiesweg, zum dortigen Wasserturm und danach von dort aus in Richtung des Stahlhofes:







Somit kommen wir jetzt zur Eisenbahnstraße auf der Westseite. Die Eisenbahnstraße ist die Hauptverbindung vom Bahnhof zur Güstrower Innenstadt und hat heute noch eine besondere Bedeutung. Das Verkehrsaufkommen ist recht hoch und die Straße selbst in einem mangelhaften Zustand. An der Ecke, wo die Nebel unter der Eisenbahnstraße hindurchfließt, steht das ehemalige Reichsbahnamt.





Südlich daran schließen sich die folgenden Gebäude an, die allesamt in einem schlechten Zustand sind und meines Wissens auch zum Stahlhof gehören.









Hier hat man auch einen guten Blick auf die nördlich der Anlage vorhandenen Freiflächen:





Bei dem folgenden Gebäude kann man auf der Südseite zum Teil auf das Gelände gelangen. Der Zustand der vorhandenen Bebauung macht deutlich, warum die Stadt hier einen Komplettabriss plant.









Weiter entlang der Eisenbahnstraße in Richtung Süden befindet sich das Güstrower MovieStar-Kino und zwei weitere, größere Villenbauten.









Ich habe es fast geschafft. Jetzt fehlt nur noch die Bebauung in der Grabenstraße, die den eigentlichen Schandfleck dieses Areals darstellt. Rechts hui, links pfui:



Jetzt folgen die baulichen Strukturen auf der linken (also nördlichen) Seite der Grabenstraße:





Das DDR-Bürogebäude ist sicher das am weitesten sichtbarste Gebäude des Stahlhofs und wohl auch das schäbigste.







Weiter östlich haben wir noch einen kleineren Bau, den wir auch schon vom Rosengarten aus gesehen haben.



Abschließen möchte ich diesen Beitrag aber noch mit einem angenehmer aussehenden Gebäude, ein symmetrisch gestaltetes Wohnhaus, das sich ganz am Ende der Grabenstraße auf der Südseite befindet. Dieses Gebäude gehört natürlich nicht zum Stahlhof-Areal.



Und dann wollen wir mal schauen, wann hier die ersten Abbruchmaßnahmen starten. Sommer 2014 halte ich für gewagt, aber für die Stadt kann es mit dem Abriss scheinbar nicht früh genug losgehen.

Dieser Bilderschwall sollte jetzt auch erstmal mein letzter Beitrag für dieses Jahr sein.
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch in ein spannendes und projektreiches, neues Jahr 2014. Liebe Grüße, RianMa!
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Alle Fotographien sind generell durch mich aufgenommen und bei Gebrauch mit ©RianMa zu kennzeichnen. Danke.
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