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Alt 21.03.14, 11:00  
Robbi
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Osteiner Hof

Das barocke Adelspalais Osteiner Hof am Schillerplatz (Lage) wurde gestern verkauft und soll saniert werden. Das 1747-52 für das gleichnamige Mainzer Adelsgeschlecht gebaute, repräsentative Anwesen war bis zur Besatzung durch napoleonische Truppen in Familieneigentum, anschließend wurde es enteignet und forthin öffentlich genutzt, vor allem als Sitz diverser Militärverwaltungen. Nachdem der Osteiner Hof wie alle Gebäude am Schillerplatz im 2. Weltkrieg völlig ausbrannte, erfolgte 1947/48 auf Betreiben der französischen Besatzung die Wiederherstellung. Nach deren Abzug nutzt seit 1958 die Bundeswehr die Räumlichkeiten, die aber zum 31.03.2014 abziehen wird. Weitere Infos und Bilder zum Gebäude bietet wikipedia hier, zum Schillerplatz allgemein dort.

Der Osteiner Hof hat durch seine prägnante Lage als Abschluss des Schillerplatzes eine hervorgehobene Stellung und kann sicher auch darüber hinaus als eines der schönsten erhaltenen Adelspalais in Mainz gelten. Charakteristisch sind die abgerundeten Ecken und der rund vorspringende Mittelrisalit, sowie die darüber befindlichen, kuppelförmigen Dächer. Der mittige Balkon wird traditionell zur Ausrufung der 5. Jahreszeit am 11.11. um 11:11 genutzt, wodurch er für die Mainzer noch eine besondere Bedeutung hat.

Bisher war der Osteiner Hof im Eigentum der BImA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben), wurde aber, wie gestern bekannt wurde, an die Osteiner Hof-Entwicklungsgesellschaft mbH verkauft. Dahinter stehen die DEUWA (Deutsche Wohn- und Anlagengesellschaft Wiesbaden mbH) und die AK Projektmanagement Beteiligungs GmbH.

Damit ist eine längere Strecke der Unsicherheit beendet, denn geraume Zeit war unklar, wer das Gebäude nach Abzug der Bundeswehr erwerben und nutzen könnte. Bereits seit 2008 stand das Gebäude für 9mio€ zum Verkauf. Die Stadt sah sich jedoch mangels Geld außerstande, hier einzusteigen. Der neue Eigentümer will neben dem Kaufpreis 18-20mio€ in die Sanierung investieren, wobei auch eine Tiefgarage unter dem Innenhof errichtet werden soll, die über die Gaustraße erschlossen wird. Unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes wird es künftig eine Mischung aus Wohnen und Dienstleistung geben, darüber hinaus ist die öffentliche Nutzung des Balkons am jeweiligen 11.11. gesichert. Die hohe Summe für die Sanierung war auch lange das größte Problem bei der Käufersuche, da durch die hohen Räume und den Denkmalschutz die Nutzfläche trotz der Größe des Gebäudes eher beschränkt ist. Zudem wurde wohl in den letzten Jahrzehnten kaum etwas verändert, so dass die Installationen und Isolierungen im Gebäude hoffnungslos veraltet sind.

Zum Zeitrahmen: In etwa sechs Monaten soll die Sanierung beginnen, welche dann wiederum 12-14 Monate dauern soll. Quellen: PM der Stadt Mainz, Allgemeine Zeitung. Anbei ein paar Aufnahmen des Osteiner Hofs. Ein paar Erläuterungen zum Bauschmuck auch auf dieser Seite.

Frontalansicht Schillerplatz.


Foto: Berthold Werner, bei wikipedia veröffentlicht unter CC-BY-SA.

Detail des Wappens über dem Mittelrisalit.



Blick in den Innenhof.


Foto: Carmol7, bei wikipedia veröffentlicht unter GNU Free Documentation License.

Blick die Gaustraße hoch zur Stephanskirche.



Der Zugang von der Gaustraße aus, wo zukünftig die Tiefgargenzufahrt liegen soll.


Foto: Symposiarch, bei wikipedia veröffentlicht unter CC-BY-SA.

Detail Fischweiberbrunnen (Elsa Montag, 1943).



-alle nicht anderweitig gekennzeichneten Bilder von mir-
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