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Alt 04.06.15, 12:25  
nothor
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Abriss: Werderstraße 25 [ehem. Federnfabrik]

Zitat:
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Nicht minder spannend ist es direkt gegenüber: Die alte Federnfabrik in der Werderstraße 25 wurde vor einiger Zeit durch die in der Nordstadt sehr aktive WONEO erworben. ].....[ Doch gerade weil dieses Sandsteinhaus für die Platzsilouette so wichtig ist, ist auch hier eine hochwertige Behandlung mit Erhaltung der Fassade Pflicht!
Hier hat es sich wohl erledigt, auf eine zeitgemäß hochwertige Sanierung der Sandsteinfassade zu hoffen, die den beliebten Charakter des Platzes erhalten hätte. Das Objekt steht nun auf der Abrissliste (Leerstandsmelder). Der Abrissantrag ist wohl dem Vernehmen nach genehmigt, womit der Totalverlust des Platzprägenden Gebäudes bevorsteht.
Nun ist das Sandsteinhaus nicht unbedingt ein Juwel seiner Zeit, sondern eher der Prototyp des Nürnberger Durchschnittsmietshauses. Aber es bildet mit der Nummer 21 (ganz links im Bild angeschnitten) die architekturhistorische Prägung der Straße ab, und der weitgehend erhaltene Altbaubestand ist auch das, was die Beliebtheit des Viertels ausmacht.



Doch nun ist das Gelände von WONEO an Schultheiss weiterverkauft worden, erkennbar am neuen Eigentümerschild. Und während Woneo m.W. nach (nur) saniert, und dabei mittlerweile auch Fassaden respektvoll zu behandeln gelernt hat, ist Schultheiss eine andere Nummer. Ich wage zu prognostizieren, dass der Mittelbau aus den 50'ern stehen bleibt, da er sicherlich leicht umzubauen sein wird. Er wird lediglich gedämmt und weiss getüncht. Der Altbau wird selbstverständlich abgerissen zugunsten eines an den Mittelbau angepassten Neubaus, etwa im Stil "Stangenwarearchitektur" mit vermutlich 5 großen Wohnungen. Die erforderlichen Stellplätze werden im Innenhof nachgewiesen werden können - bei Bestandsbauten entfällt diese Nachweispflicht ja.



Im Innenhof werden die Gebäude wohl ebenfalls stehenbleiben und gegebenfalls aufgestockt. Je nach Statik. Nachdem Schultheiss in der Nürnberger Architekturszene ja oft als Synonym für Schuhkartonarchitektur gilt, erwarte ich mir hier nicht allzuviel. Das beschriebene Konzept verspricht minimalsten Bauaufwand bei maximalem Profit. Vor diesem Hintergrund wird der Verlust des Altbaus leider umso schmerzhafter, und nicht zuletzt wird wieder ein Stück Nürnberger Industrie- und Handwerksgeschichte spurlos verschwinden.
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Fotos von mir, andernfalls ist die Urheberschaft angegeben.

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