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Alt 02.07.16, 15:04   #167
RianMa
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Neubebauung Gleviner Straße 16/Lange Straße 26

Viel ist passiert in der ersten Hälfte des Jahres 2016. Ich freue mich, endlich wieder aktuelle, aussagekräftige Aufnahmen aller laufenden Bauprojekte in Güstrows Innenstadt zeigen zu können. Die Fotos meines letzten Rundgangs im Mai, die ich aus Zeitgründen nicht dem Forum zeigen konnte, werden nun dort, wo es sinnvoll ist, noch punktuell integriert werden.

Den Anfang macht das zuletzt in Post #153 gezeigte Bauvorhaben, das den südöstlichen Eingang in die Innenstadt baulich stark verändern wird bzw. es bereits getan hat. Die Wohnungsgesellschaft Güstrow hat an dieser Stelle im Eckbereich von Gleviner Straße und Langer Straße zwei Wohngebäude für 1,4 Millionen Euro realisiert. Sieben Wohnungen sind entstanden, die bereits zu einem Großteil vermietet sind. Im Erdgeschoss des Eckgebäudes wird ein Friseur seinen Laden eröffnen. Wie wie folgenden Bilder zeigen, ist dieses Projekt nun nahezu fertiggestellt. Nur noch kleine Restarbeiten sind zu erledigen.

Fährt man von der Plauer Straße in Richtung Zentrum, bietet sich nun der folgende Blick.



Städtebaulich gefällt mir das Gebäude an der Ecke, das die Adresse Gleviner Straße 16 hat. Durch die Höhe und das Satteldach hat es eine gewisse Prägnanz, was an dieser Stelle sehr wichtig ist.



Kritisieren muss man allerdings einige Details, die eben doch das Gesamtbild ein wenig stören. Auf die schwarzen Abluftaufsätze an der Fassade hätte man unbedingt verzichten sollen. Das betrifft ebenfalls das zweite Gebäude, welches man im Hintergrund erkennen kann. Küchen und Bäder können problemlos über einen innenliegenden Schacht entlüftet werden, was hier nicht getan wird und dementsprechend Nachteile für die Fassade bringt. Auch die holzimitierenden Felder neben den Fenstern sehen aus der Nähe betrachtet nicht gut aus. Die Farbe lässt sie bereits bereits sehr ausgeblichen wirken.
Das Erdgeschoss hätte zudem mehr Raumhöhe vertragen können.

Der Blick aus der Gleviner Straße Richtung Südosten:



Auf der Hofseite haben die zukünftigen Mieter schließlich ihre privaten Balkone, die angenehm leicht und modern wirken.



An das Eckgebäude schließt sich eine Backsteinmauer an, die den gemeinsamen Hofbereich von der Straße abschirmt. Es folgt der zweite Neubau, an welchen sich der Fahrstuhlschacht südlich anlehnt.





Meines Erachtens sind, wenn man sich das Bauvorhaben im Gesamten anschaut, architektonisch einige Fehlentscheidungen getroffen worden, die sich insbesondere durch den zweiten Bau ergeben.
Unklar ist mir, warum es nicht möglich war, den Fahrstuhl in das Gebäude zu intergrieren und dieses dafür zu verbreitern. Der Neubau wirkt dadurch etwas unförmig, wobei der Fahrstuhl-Annex sofort ins Auge fällt. Hinzu kommt die Farbgebung, die sonst nirgendwo im Komplex vorkommt. Vielleicht hätte man diesen Fahrstuhlschacht mit dem gleichen Klinker verblenden sollen wie die Mauer. So bleibt es eine Ansammlung von Formen und Kuben: rotes Haus mit Satteldach, Mauer mit Klinker, grauer Fahrstuhlschacht, weißer Kubus mit gelben und grünen Elementen.
Undurchdacht ist eben auch, dass nun die Mauer als untergeordnetes Element das hochwertigste Fassadenmaterial (Backsteinverkleidung) bekommen hat. (Kleines Detail: mit weißen Fugen hätte die Mauer freundlicher gewirkt)

Grundsätzlich ist die Wahl für eine weiße Fassade mit gelben Akzenten gar nicht so schlecht. Das Problem ist das zusammengebastelte Ganze aus Haupthaus, Fahrstuhlschacht und grünem, rückwertigem Anbau. Hinzu kommen die Abluftaufsätze an der Fassade und die etwas merkwürdige Aufkantung im Attikabereich.

Letztenendes bin ich also doch ein wenig enttäuscht, obwohl die Bebauung der gesamten Ecke eine große Aufwertung gebracht hat.



Dies war also der erste Bauabschnitt, für welchen auch etwa 125.000 Euro Städtebaufördermittel geflossen sind. Wenn die letzten Arbeiten abgeschlossen sind, werde ich nochmal vergleichende Aufnahmen zum Vorzustand bringen. Der zweite Bauabschnitt steht schon in den Startlöchern (Tiefbau bereits begonnen) und wird im folgenden Beitrag Thema sein.

Interessant wird noch die Absicht von WGG und Stadt, den gesamten rückwertigen Bereich komplett neu zu ordnen. Die kleine Zufahrtsstraße mit Namen Kehrwieder wird wohl etwas nach Westen verlegt. Ich hoffe, die Freiflächen werden dann nicht ausschließlich für Parkflächen geopfert, wie es jetzt schon der Fall ist. Abschreckende Beispiele dafür haben wir schon genug (u.a. Hageböcker Straße).
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Alle Fotographien sind generell durch mich aufgenommen und bei Gebrauch mit ©RianMa zu kennzeichnen. Danke.
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