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Alt 27.07.18, 17:39   #217
Elli Kny
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Elli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz sein
Forschungszentrum Dresden-Rossendorf - ein Rundgang

Angesichts zweier aktueller Meldungen, reisen wir heute mal an den äussersten Rand der Landeshauptstadt.
Hier befindet man sich sage und schreibe 17 km entfernt - da kommen einigen bereits Entzugserscheinungen, aber gut...
Es wird nicht allzu viele geben, die schonmal nach Rossendorf ins HZDR wollten - insofern wird mögliches Interesse hiermit nun hoffentlich bedient.

Das Gelände des vormaligen Zentralinstitut für Kernphysik (ZfK) der AdW der DDR und heutige HZDR aka Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf
ist reich an Geschichte, Gebäudebestand und (v.a. nachwendlicher) Veränderung. Insofern muss man sich durchaus Zeit nehmen, um überhaupt mal klarzusehen.
Hülfreiche basics siehe Wiki und DD-stadtteile.
Letztes Jahr jubilierte sich das Areal zum 25. Jahrestag des nachwendlichen Neugründungsakts - mit blauem Jubiläumsheft gratis.
Jährlich findet ein Tag der offenen Türe statt sowie kurz drauf noch selbiges zur 'Langen Nacht der Wissenschaften'.

Beginnen wir also mit den aktuellen Meldungen.
- man bekam kürzlich ein neues Forschungsgebäude für radioaktive Medikamente, 35 Mio. - SäZ.
- und man wird 2019 ein neues Rechenzentrum errichten, 10 Mio. - DNN.

Bevor wir ins Gelände gehen, noch eine Kleinigkeit vorab: die kleine Restansammlung von Baulichkeiten an der dortigen Bautzner Landstrasse wurde zur Zeit des Besuchs (9.6.2018) abgerissen - streetview - hier wartet eine goldene Zukunft als ... Wald - und das ist gut so!
Dort nahebei steht noch das einstige künstlerische Signum (ein Atomsymbol - streetview) am ehem. und streng bewachte Hauptzugang, welchen wir nun aber nicht nutzen werden.

Denn wir schreiten durch die noch recht frische Baulichkeit des neuen Empfangsbügels.
Hier befinden sich die Standortverwaltung, Strahlenschutz- und Sicherheitsbüros.


^ gleiches Gebäude nur von hinten

Noch vor dem Eingangsbügel befindet sich rechterhand das Gästehaus des Foschungszentrums sowie...


... sowie auch der alte Hörsaalbau (rechts) mit heutzutage üblichen und weitgehend erneuerten Aussenanlagen.


Nun befinden wir uns im eigentlichen "Sperrbezirk", denn auch heute gilt höchste Obacht vor Industriespionage etc.pp.
Der umfangreiche Gebietsplan ist hoffentlich etwas zu erkennen, mittig-vorn ist der Eingangsbau nahe der Bundesstrasse 6, wir gucken nach Süden.
Ansonsten auch googl-maps gucken - es ist das leider sehr grosse Loch da im schönen Karswald.


Das allerwichtigste eines jeden Forschungszentrums ist die ...? ...genau, es ist die Fressbude aka Kantine aka Mensa.
Erstaunlich wertige Aussenanlagen verkürzen den hungrigen Weg.


Inzwischen hat das ganze Gelände zahlreiche Änderungen erfahren - derzeit präsentiert sich eine Mischung aus nahezu durchsaniertem Altbestand und Neubauten der letzten ca. 20 Jahre, v.a. eher der letzten 5-10 Jahre. Das dort ausgegebene und ggf. online findbare blaue Infoheft des HZDR ist auch für Infos zu empfehlen.

Folgend Teile des wohl alten Campus - zweistöckig, aus den späten 50ern, jetzt allerdings in sanierter Optik, neben dem 'Bügelneubau' von eben.
Lediglich in Bildmitte ist es ein die Lücke füllender aktueller Neubau, welcher nun ein Schülerlabor inne hat und tatsächlich der Nachwuchswerbung dienen soll.



Im vordersten der alten Campusbauten folglich typische moderne Treppenhäuser der Zeit. Hinten trifft man auf Einstein, Albert als Büste und schaut gen Gästehaus hinaus.



Ggü der Mensa ein weiteres und wohl späteres Kunstwerk: ich mag darin die symbolisierten Wissenschaften erkennen, welche (zur Not auch mal mit der Faust) den Kampf mit der zähen Barriere der Erkenntnis/ des Wissens aufnehmen, letztlich diese aber - hoffentlich und mit Schwung - überwinden, und zu neuen Ufern (auch der Unklarheit) aufbrechen. Im Hintergrund die Bauten der Ionenstrahlphysik und Materialforschung.


Dieses Bild schließt sich dort linkerhand an und zeigt einige der östlich gelegenen Bauten. Ein neuer BHKW-Schornstein ersetzte vor Jahren schon die alten Schlote.
Der Bau rechts war und ist wohl der größte der alten Häuser, ca. in Geländemitte, längst saniert und heute das interdisziplinäre Institut für Ressourcenökologie beherbergend.


Aus der anderen Richtung sieht der Dreiflügelbau so aus. Rechts schon der oben erwähnte Neubau aus der SäZ.


Die SäZ gab nicht das gemeinte Gebäude an - aber das dürfte, auch der Erinnerung nach, doch dieser Neubau hier sein: Haus 860.


Hier schauen wir nochmal zurück auf Haus 860, rechts ein typisch sanierter kleinerer Bürobau aus früheren Zeiten.


Nun kommen wir zum Heiligtum schlechthin, dem Schrein der Kernphysiker: der zweite Forschungsreaktor auf deutschem Boden - von 1957. Hierzu bitte sich selbst belesen, das führte hier zu weit.
kurz: Nach vielen Jahren des Reaktorrückbaus, der Castortransporte, der Gebäuderückbauten und des Bodenaustauschs, wird diese Fläche derzeit wieder aus dem Atomgesetz der Bundesrepublik entlassen und damit wieder zur normalen irdischen Erde. Sie wird allerdings als bebaubare Wiese vorgehalten und leider nicht aufgeforstet.


Hier noch Gebäude 770 im südlichen Geländeteil, dahinter recht üblich noch eine Test- bzw. Laborhalle.


Zu guter Letzt ein Bautenbestand noch in weitgehender DDR-Optik östlich des Haupteingangs. Das PET bzw. VKTA bekam allerdings auch recht aktuell einen Neubau.


Adiö, Rossendorf. Rückreise gen Elbtal über die reizvolle Umgebung der Bundesstrasse 6 durchs Hochland.
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