Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 06.11.18, 22:15  
Elli Kny
Diamant-Mitglied

 
Benutzerbild von Elli Kny
 
Registriert seit: 20.09.2013
Ort: Dresden
Beiträge: 5.343
Elli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz sein
sorry, Arwed, mal wieder Mißverständnis, es ging um die Sache, nicht um deine Person, es war doch witzig gemeint und wurde auch verwiesen. Aber ich verstehe deine Lesart, sofern das dresdner Forum schon mit Grundsorge über neuerliche Hiobsbotschaften betreten wird.
Da beim Umsetzen von Rahmenplanungen Amtsdefizite gesehen werden, wäre es ratsam, auch mal eine Aufstellung solcher in einer Übersicht vorzulegen. Zu Rahmenplänen sollte man aber berücksichtigen, daß diese bewußt nicht verbindlich geregelt sind, sondern bei sich ändernden Gegebenheiten in Abweichung treten - in Detailfragen allemal.


Ergänzung zur Gebietsbetrachtung Terrassenufer-Steinstrasse

a) Der Interimsschulstandort (Ausweichstandort) Terrassenufer ist sicherlich vorab ausgiebig geprüft und gewählt worden, was auf eine Gebietslage schließen lässt, welcher erst langfristig eine Entwicklung bescheinigt wird. Der Schulstandort ist mE für 10 Jahre ausgelegt und geht per Mietkauf am Ende in Besitz der Stadt über. Je nach beginnender Entwicklung drumrum, wird man entweder den Standort weiterführen oder verlegen wollen (Demontage und Neuaufbau möglich).

b) Der grosse B-Plan 085 scheint im SPA heute nicht mehr attraktiv genug, aber mir ist noch nicht klar genug, inwieweit jetziger SS18-Studi-Entwurfsprozess schon mit Vorgaben aus dem Planungsamt garniert ist. Sobald es eine Vorstellung der Ergebnisse seitens des Lehrstuhls gibt - das müßte eigentlich bis Jahresende mal vorliegen, sollten auch die zu berücksichtigenden Vorgaben klarer werden. Es ist eben sehr von Bedeutung, ob es wieder nur ein "SPA-begleiteter Studi-Workshop" war, oder ob man in echter Koop einen praxisnahen Entwurf anstrebte. Wie gesagt, erschien mir die städtebauliche Figur auf die Schnelle stimmiger und auch interessant. Ich hoffe und nehme an, daß die raumgreifende Quaderform einer kulturellen Nutzung im Winkel an der Carolabrücke verringert/aufgegeben wurde, um zu einer besseren Aufteilung zu kommen. Da die Entwürfe an der TUD vorliegen, würde ich vorab keine luftleere Klötzchenschieberei veranstalten. Anzunehmen ist, daß paar Dinge dennoch "überplant" wurden, obwohl da noch nichts klar sei. Man sollte dies noch abwarten, dann kann kritisiert und korrigiert werden.

c) Erweiterung Serumwerk bis Ziegelstrasse: ist fürs Gesamtgebiet elementarer Klärungspunkt. Die Erweiterungsabsicht verjährt sich zusehends, etwa 10 Jahre sind rum, man ahnt daß es einerseits zwar eine Absage des Damaligen gab, andererseits ändert man die Sachlage seitens Glaxo für Künftiges solange nicht, wie man nicht muß. Daher ist es so wichtig, anzufragen, wem die großen Flächen heute gehören. Letztlich sprach vieles gegen das Projekt. Anwohner legten Widerspruch ein, da es sich um ein impfstoff-produzierendes Chemiewerk handelt - mit unklaren Auswirkungen. Glaxo konkurrierte intern mit dem kanadischen Standort, welcher ggf. dieses Werk längst bekam (?) - siehe Zeitungslinks^^^. Die Hochwasser, v.a. das 2013, dürften laut B-Plan keine gravierenden Plananpassungen gezeitigt haben, aber es war sicher Argumentationshilfe für die Verwaltung, doch besser die Werksabsichten auszureden. Vor allem könnte es Aufschubzwang gegeben haben (analog Hafencity), solange der Freistaat an den neuen JHW-Modellen rechnete (relevant für HW-Schutz und Baugenehmigungen). Das Serumwerk hätte max. 2,5 - 3m tiefster baulicher Punkt nachzuweisen gehabt (siehe auch unten), um die Grundwasserleitbahnen nicht zu schädigen. Ausserdem hätte man sich im innerstädtischen Umfeld von weiteren Entwicklungen verabschieden müssen, sofern das Werk doch gestresst hätte. Zu allem ist dringend der Sachstand durch die Verwaltung oder durch Glaxo mitzuteilen.

d) Bebaubarkeit: wie oben erwähnt, erhält das Gebiet keinen HW-Schutz, folglich kann gemäß Wassergesetz hochwasser-angepasst gebaut werden, da es baurechtlich um ein (gar altes) Baugebiet mit Versiegelung handelt. Wäre es kein überliefertes "bebautes Gebiet", dann wäre heute keine Bebauung mehr zulässig.
Ich habe mal die Höhen rausgesucht: Elbe = 105m üNN, Terr.ufer = 110m, Sachsenplatz ca. 112,5m. Sämtliche Baulichkeiten einer Werkserweiterung (also auch Grubenverbaue) sind für ab 108,5m üNN im VB-Plan festgesetzt. Am Terrassenufer wie im ges. B-Plan-gebiet sind alle nutzbaren Flächen der EGs (also Oberkante Rohfußboden) ab 112,2m (+0,3-0,5m) üNN festgesetzt - also rund 2,5m (=1 Etage) über Strassenniveau. Alle Schutzgüter und Haustechniken müssen darüber angeordnet werden. Darunter sind nur flutbare Räume zulässig - zB Tiefgaragen. So kann man nach heutigem Bundesrecht dort bauen - anders nicht.
Nun bitte nachdenken, was dies für Reko-Absichten oder jedwede Neubauten am Terrassenufer und dahinter bedeutet. Es bedeutet, daß man sie bauen könnte - allerdings eben hochwassersicher! Mein Ansatz wäre vielleicht, eine kleine 2m-Warftung anzulegen, und auch etwas von der lauten und abgasigen Durchgangsstraße abzurücken. Das würde auch die Schutznachweise für Wohnen abmildern und die Wohnlage attraktivieren. Naja, diese Ideen erst, wenn der TUD-Plan vorliegt.

e) Die Tramtrasse nimmt 8m nördlichen Seitenraum an der Pillnitzer Strasse weg. Sie bindet am Rathenauplatz ein. Für den Rathenauplatz liegt geradezu ein Kreisverkehr nahe, aber da ist das Problem daß für die DVB bzw. Gleislagen Kreiselquerungen nicht zulässig sind. Ausserdem wird ab nä. Jahr die Carolabrücke saniert (3 BAs), wobei die kompletten Brückenüberbaue erneuert werden - also Fahrbahnen, Entwässerung, Leitungen und Technik. Das betrifft vermutlich zwar die Ausfädelung gen Rathenauplatz wenig, aber dennoch ist es eine bauliche Maßnahme, welche ggf. Auswirkungen auf später hat.

Soweit die weiteren Betrachtungen - ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Mein Gebietsansatz ist ja aufgrund der Probleme, von Osten her zu beginnen und sich der Innenstadt anzunähern. Dazu muß aber Glaxo weg sein und die WGJ willens zur patiellen Blockrandschließung. Die Fragen zur Marshall- oder Ziegel-Durchbindung stellen sich erst nach Klarheit zur Sachlage.

Werkserweiterungsabsicht seit ca. 10 Jahren - Glaxo Smith-Kline - Ansichten aus dem Themenstadtplan (VB-Plan)

^ quelle stadtverwaltung dresden


Nachtrag 10.11.:

- die Erweiterungsfläche ist im Eigentum von Glaxo. Es erfolgte damals - so zum VB-Plan um 2010 - ein Verkauf des städtsichen Bodens.
- der Flächenverkauf muß Ratsbeschluß gewesen sein, also mit Vorlage, allerdings noch vor dem elektronischen Ratsinfo, wer's wissen will: Abt. Ratsangelegenheiten anschreiben.
- es gab 2010 vermutlich eine große Mehrheit für den Verkauf (Kasse aufbessern, unnützes Tafelsilber abtreten) und auch für den VB-Plan (Stärkung Wirtschaftsstandort, Arb.-Plätze)
- bisherige Lageeinschätzung: die alten Erweiterungspläne von 2010 sind passé, es wurde seither an anderen Standorten gebaut oder erweitert, zuletzt ein wie in DD angedachtes Impfstoffwerk im Marburg.
- man kann davon ausgehen, daß Glaxo absehbar kein weiteres Werk in DD benötigt, die Wahrscheinlichkeit eines neuen Erweiterungsprojektes kann als eher gering eingeschätzt werden.
- Glaxo behält jedoch die "Vorratsfläche mit Baurecht" seit Jahren im Portfolio, eine Zielstellung am Standort ist vermutlich offen, für Glaxo ist es "Gold für die Zukunft".
- der VB-Plan 667 von Sept.2010 ist gemäß der textlichen Festsetzungen (Blatt2, siehe Th.stapla) als nichtbefristet zu werten, da ein Vermerk dazu dort stehen müßte. Damit widerspricht der "vorhabenbezogene B-Plan" eigentlich seiner Intention der Bindung ans Vorhaben, wobei eine Nicht-Befristung zulässig ist, ggf hier aber Versäumnis des SPA.
Das bedeutet großes Ungemach für die Umgebung: der VB-Plan 667 steht baurechtlich über dem Gebiets-B-Plan 085 vom Mai 2006, der VB-Plan wirkt nun so, als stünde das Werk real, es gelten die Immissionsfestsetzungen und weiteres für die Umgebung. Damit ist zumindest im direkten Umfeld drumrum Wohnungsbau und dergleichen schwierig bis unmöglich. Gleiches gilt in Teilen aufs ganze Gebiet. Der VB-Plan "Chemiefabrik" blockiert quasi alles drumrum, man könnte aber weitere Gewerbebetriebe oder Chemielabore bauen - kein Problem. Mit diesem Baurecht kann man wuchern.
- sofern Glaxo überhaupt bereit zur Flurveräußerung wäre, dürfte man sich auf preisliche Maximalforderungen einstellen. Die Stadt scheidet in heutigem Rahmen als Rückerwerber aus. Das Gebiet würde vermutlich "am Stück" zu vergeben sein, was nur ein großer williger Bauinvestor stemmen kann - oder mehrere, wobei letztere(r) folglich zu einem hochverdichteten Stadtquartier gezwungen wäre(n), um Auslöse und Baukosten profitlich zu tragen.

Der Stadtrat kann mE die Aufhebung eines VB-Plans nicht beschließen. Die Auflösung dieser gewaltigen stadtentwicklerischen Kröte "Gewerbegebiet mit Blick auf die Frauenkirche" ist nur durch stattliche Auslöse möglich. Ich hoffe man erkennt, daß dann eine kleinteilige Parzellierung auf altem Stadtgrundriß kaum denkbar ist - es sei denn, die Stadt bildet einen gigantischen (revolvierenden) Flächenmanagment-Fond, welcher als Zwischenstation bis zur Anhandgabe an Einzelbauherren fungierte. Es ist prinzipiell unwahrscheinlich, daß solches kommt, wir haben ja nichtmal einen kleinen solchen Fond, und es gibt in der Politik wie Stadtgesellschaft auch keinerlei Kenntnis hierzu oder gar fürsprechende Mehrheiten.

Glück auf, Terrassenufer-Steinstrasse-Pillnitzer Strasse!

Geändert von Elli Kny (10.11.18 um 19:18 Uhr) Grund: Nachtrag 10.11.:
Elli Kny ist offline   Mit Zitat antworten