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Alt 29.08.10, 13:25   #70
Rohne
Goldenes Mitglied

 
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Rohne hat eine wundervolle ZukunftRohne hat eine wundervolle ZukunftRohne hat eine wundervolle ZukunftRohne hat eine wundervolle ZukunftRohne hat eine wundervolle ZukunftRohne hat eine wundervolle ZukunftRohne hat eine wundervolle ZukunftRohne hat eine wundervolle ZukunftRohne hat eine wundervolle ZukunftRohne hat eine wundervolle ZukunftRohne hat eine wundervolle Zukunft
Nö, Kato. Die Einwohnerzahlen die du da gebracht hast sind nicht sonderlich für Vergleiche geeignet. Im Gegensatz zu den meisten anderen deutschen Metropolregionen (Berlin, Nürnberg, München, Hamburg als krasse Negativbeispiele) ist Rhein-Main sogar relativ eng gefasst, wobei es DIE offizielle Abgrenzung eh nicht gibt. Abgegrenzt werden Metros in der Regel sowieso auf Landkreis-Ebene, wodurch natürlich auch ländliche Teile mit dazugehören. Metropolregionen sind schließlich nicht mit Agglomerationen zu verwechseln, wo tatsächlich der bauliche Zusammenhang und die Bevölkerungsdichte die Hauptrolle spielen, sondern basieren eher auf wirtschaftlichen Verflechtungen und Pendlerströmen. Die ältere Version der IHK-Abgrenzung (da war Fulda noch nicht dabei) hatte da für Rhein-Main am meisten Sinn gemacht, wobei sich über ein paar Landkreise im Norden durchaus streiten lässt - deswegen hab ich auch keine genaue Zahl hingeschrieben, sondern eben den Bereich in dem sich die bewegt, also 5-6 Millionen.
"Kernraum" gibt es in Rhein-Main eh keinen, es ist eine polyzentrische Metropolregion. Baulich mit der Frankfurter Agglomeration im Zentrum, und ohne größere trennende Freiflächen quasi direkt benachbart noch jene von Mainz/Wiesbaden und Darmstadt. Auch Aschaffenburg weist einen nennenswerten Verdichtungsraum auf, der bis fast nach Hanau, und damit fast bis zur Stadtregion Frankfurt reicht - alles essentielle Bestandteile von Rhein-Main, so dass in der kleinstmöglichen Definition, die praktisch nur die Agglomerationen umfasste (und damit als Metropolregionsdefinition in Deutschland ziemlich unbrauchbar wäre) schon mal mindestens knappe 3 Millionen Einwohner zu zählen sind. Diese von dir genannten 2,2 Millionen Einwohner sind das Gebiet des Planungsverbands. Der umfasst in etwa die Stadtregion (=Agglomeration/Urban Area) Frankfurt, und zusätzlich noch den Hintertaunus-Teil des Hochtaunuskreises (deswegen die Einwohnerdichte mit knapp unter 1000EW/km² auch vergleichsweise niedrig). Du kannst es drehen und wenden wie du willt, weder bei den Einwohnerzahlen der Stadtregion noch bei denen der Metropolregion kann Mannheim gegen Frankfurt oder Stuttgart anstinken, und erst recht nicht bei der Wirtschaft.
Und damit macht ein Halt in Mannheim bei Sprintern auch keinen Sinn. Wenn schon, dann München - Köln völlig nonstop (wahrscheinlich nur zur HVZ sinnvoll); ansonsten Köln - FRA - Stuttgart - München, erst bei noch dichteren Halten käme auch Mannheim dran.

Wenn das Express beim ICE nur für "wir lassen Halte aus" stünde, bräuchte man erst gar keine Neubaustrecken. Nein, hier ist eigentlich schon ein echter Hochgeschwindigkeitsverkehr das Ziel (sollte es zumindest sein, und die mir bekannten Zukunftspläne gehen auch in diese Richtung), und für einen solchen sind Bypässe um Städte wie Mannheim, Freiburg oder Göttingen spätestens nach Fertigstellung des Kernnetzes (quasi den Achsen Köln-Berlin, Hamburg-Berlin-Erfurt-Nürnberg-München, Hamburg-Frankfurt-Basel, Köln-Frankfurt-Nürnberg, Fulda-Erfurt und FRA-Stuttgart-München) von oberster Priorität neben einigen HGV-Verbindungen ins Ausland. Frankreich kann man sich mangels Paris bei der Auslegung des Netzes nicht sonderlich zum Vorbild nehmen, aber noch weniger taugt die Schweiz als Vorbild. Deutschland muss da seinen eigenen Weg gehen, die sinnvollen Systemhalte (also die Stationen wo mit Ausnahme der Sprinter wirklich alle vorbeikommenden ICE-Züge auch halten) hab ich aufgezählt und sollte auch darauf beschränkt sein. Alles andere kann von in der Regel 50% oder mehr der Züge umfahren werden. Mannheim beispielsweise ist für seine Größe eher überversorgt, was halt am fehlenden Bypass und an den Korrespondenzhalten liegt. In Zukunft dürfte aber Köln-Basel (Wenn überhaupt) die einzige Relation auf der Strecke sein, die nicht mindestens im Stundentakt gefahren wird und daher durch Korrespondenzhalte in MA auf eben diesen zu verdichten ist. Ansonsten reicht für MA die HGV-Anbindung die auch für jede andere Stadt dieses Kalibers angemessen wäre: stündliche Züge nach Basel, Stuttgart-München, FRA-Köln und Frankfurt-Berlin/Hamburg.
Solche Stationen wie Hanau, Darmstadt oder Montabaur brauchen eigentlich sogar überhaupt keine ICE-Halte, auch in Fulda kann ordentlich ausgedünnt werden. Hierfür sollte stattdessen das IC-Netz derart weiterentwickelt werden, dass es endlich wieder die Grundsäule des Fernverkehrs darstellt (einzig im Fall von Montabaur würde dies schwierig). ICEs auf Schnellfahrstrecken dagegen sind für den Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen den großen deutschen Ballungsraumzentren, auf einigen Relationen damit tatsächlich auch als ernste Konkurrenz zum Flugzeug zu sehen.
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