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Alt 10.12.16, 06:48   #333
HelgeK
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HelgeK ist im DAF berühmtHelgeK ist im DAF berühmt
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Zitat von Malwin Beitrag anzeigen
Die Rechenmodelle sind nur dahingehend beschränkt, dass sie eben gleiches Nutzerverhalten unterstellen. Sie gehen davon aus, dass man in seinem Wohnzimmer immer 21 Grad haben möchte und nicht Montag morgen auch mal 16 Grad (Hallo Schimmel)
Niedrige Raumtemperatur = Schimmel? Ganz so einfach ist es wohl eher nicht ...

Dein Satz zu den Rechenmodellen trifft aber den Kern des Problems. Programme zur Wärmedämmung sind ja kein Selbstzweck, sondern sollen helfen, CO2-Emissionen zu senken.

Wenn ungedämmte Altbauten in der Praxis wegen "bedarfsorientierten Heizungsverhaltens" und einer evtl. zu geringen kalkulatorischen Berücksichtigung von Strahlungsgewinnen im Mittel deutlich weniger Energie verbrauchen als berechnet, gedämmte Neubauten z.B. wegen des an solche Gebäude nicht angepassten Lüftungsverhaltens aber mehr, dann sollte das schon ein Argument sein, sich gut zu überlegen, wie man vorgeht. Schließlich heißt das ja nichts anderes, als dass die Energieeinsparung durch Dämmprogramme systematisch überschätzt wird - möglicherweise soweit, dass ein Teil der Maßnahmen nicht mehr sinnvoll ist.

Grundsätzlich würde ich auch nicht anderen Menschen vorschreiben wollen, welche Temperaturen sie als angenehm zu empfinden haben. Wir z.B. schlafen gerne bei kühlen bis wirklich kalten Werten. Im Schlafzimmer ist bei uns nachts fast ganzjährig (Ausnahme wenige extreme Winternächte) stets mindestens ein Fenster offen. Daher ist für uns unser historischer sanierter Altbau mit moderner Innendämmung (!) ideal, da ohne große Verluste durch Speichereffekte erhebliche Temperaturunterschiede zwischen Tag- und Nachtnutzung der Räume möglich sind. Würden wir in hingegen in einem "state of the art" Neubau leben, würde unser Lüftungsverhalten zu deutlich schlechteren Verbrauchswerten führen, als die Energiebedarfsrechnung erwarten ließe.

Geändert von HelgeK (10.12.16 um 07:06 Uhr)
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