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Alt 15.04.19, 13:18   #159
ElleDeBE
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ElleDeBE ist jedem bekannt und beliebtElleDeBE ist jedem bekannt und beliebtElleDeBE ist jedem bekannt und beliebtElleDeBE ist jedem bekannt und beliebtElleDeBE ist jedem bekannt und beliebtElleDeBE ist jedem bekannt und beliebtElleDeBE ist jedem bekannt und beliebt
^und ^^

Italien hat seit Kriegsende x-Regierungen erlebt, hat ziemlich heftige politische Umwälzungen erfahren, staginierte in den letzten Jahrzehnten auch ökonomisch, und man fragt sich, warum dennoch die Gesellschaft relativ ruhig geblieben ist. Eine Antwort, die ich hierzu hörte und die mir ziemlich überzeugend schien, lautete: Wegen des hohen Anteils an Wohneigentum in der Bevölkerung. Das schafft eine gewisse Grundsicherheit und Unabhängigkeit.

Insofern scheint mir das Problem letztlich weniger, wie jetzt diskutiert wird, in der Frage zu liegen, ob Abertausende von Wohnungen in öffentlicher Hand oder in renditegetriebenen privaten Gesellschaften akkumuliert werden. Das erste ist m.E. deutlich besser als das zweite, aber es war, wie gerade Berlin zeigt, auch eine Ursache dafür, dass überhaupt Zehntausende von Wohnungen in einer Krisenlage verscherbelt und in die Hand weniger privater Wohnungsgesellschaften überführt werden konnten.

Der Prozess der Wohneigentumsbildung als "Gentrifizierung" zu bezeichnen, scheint mir irreführend; die Ausdrücke "krank" und die Abwertung des genossenschaftlichen Modells sind abzulehnen. Aber wenn man UrbanFreak so umdeutet, dass es wünschenswert wäre, wenn möglichst viele Menschen in die Lage versetzt wären, zu Wohneigentum zu kommen, könnten man sich hier vielleicht näher kommen, und die Frage wäre dann: Wie könnte man das am besten gewährleisten?
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