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Alt 29.06.15, 15:27   #99
Pumpernickel
 
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Dieses einfach nur als Kunstareal bezeichnete Kleinod ist, das räume ich auch gerne als Berliner ein, definitiv das wertvollste, was Deutschland in diesem Ausstellungssegment zu bieten hat. Eigentlich ein nationaler Schatz. Nach einer Tour durch alle drei Pinakotheken + Brandhorst war ich ganz baff, so eine Fülle derartiger Werke kannte ich bisher nur aus London und Paris.

Leider machen die Münchner zu wenig draus. Das beginnt schon damit, wie man als Besucher behandelt wird. Sehr unwirscher Befehlston, wenn man Werken zB etwas zu nahe kommt. Es fehlt jegliches Gesamtkonzept (ganz anders: Museumsinsel Berlin; solch ein Gesamtkonzept steht und fällt ja nicht damit, ob solch ein Areal nun auf einer Flußinsel steht oder nicht). Die Präsentation wirkt im Detail lieblos und verstaubt.

Bis dahin, dass ich nicht verstehen kann, wie man dieses wunderbare Areal mit den großzügigen Grünflächen der Pinakotheken nicht schon längst dem Verkehr komplett entwidmet hat, zu einem reinen Fußgängerbereich für Museenbesucher und Flaneure (vgl. Lustgarten auf der Museumsinsel zB).

Und auch im weiteren Umfeld noch Museen, die ich gar nicht besuchen konnte: Galerie im Lenbachhaus, Paläontologisches Museum, Ägyptisches Museum, Glyptothek, die Bayerische Staatsbibliothek wäre sicher auch einen Besuch wert gewesen (ich liebe alte, große Bibliotheken!). Das ist ein richtiges kulturelles Herz, was hier in München in einem Radius von ca. 500 m zu finden ist. Aber so wird es nicht präsentiert, den Menschen bewusst gemacht. Wenn man touristisch an München denkt, dann eher an das barocke Bayern und Postkartenmotive, als an solch einen hochkulturellen Schatz. Leider!

Ich zitiere einen Leserkommentar unter dem o. g. Artikel der AZ München:

"malvinb• vor 4 Stunden
Das sog. "Kunstareal" ist nach wie vor ein Paradebeispiel für das unsägliche Unvermögen der Stadt München im Bereich Stadtplanung. Überall stehen Kästen und Riegel (ägyptische Museum) rum. Es gibt keienn zentralen Identifikationspunkt. Die Anbindung zu Fuss zur Inennstadt wurde versemmelt durch den neuen Siemensbau zum Wittelsbacherplatz. WER will denn da schon entlang laufen. Das ist sowas von uneinladend (Danke Frau Merk für ihr grandioses Versagen). Wenn man die Fussgänger schon dermaßen verarscht, dann braucht man auch nicht plötzlich einen auf Pro-Fussgänger machen. Staat und Stadt sind einfach nur unfähig. Noch ein Beispiel. der Platz des Nationalsozialismus wurde mit Platten so verlegt, dass er jetzt aussieht wie der Königsplatz 1938!!! Bravo, und das hat 4 MIo gekostet. Was hätte man mit 4 Mio Euro alles machen können."
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